DE3122243A1 - Neue treibstoffe auf basis von butylalkohol und aceton - Google Patents
Neue treibstoffe auf basis von butylalkohol und acetonInfo
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DR. GERHARD RATZEL r'
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4, Avenue de Bois-Preau
92502 Rueil-Malmaison/Frankreich
Neue Treibstoffe auf Basis von Butylalkohol und Aceton
Die Erfindung betrifft neue Treibstoffe oder Brennstoffe,
die z.B. als Autobenzin oder als Treibstoffe für Dieselmotoren verwendbar sind. Diese neuen Treibstoffe haben im
Allgemeinen höhere Oktan- oder Cetan-Zahlen, als die klassischen Benzine und können ohne Verminderung des Verdichtungsdruckes der Motoren verwendet werden. Die erfindungsgemäßen
Treibstoffe oder Brennstoffe enthalten
(a) einen klassischen Treibstoff oder Brennstoff, d.h. einen Treibstoff oder Brennstoff aus der Gruppe der Kohlenwasserstoff-Benzine
(für Autos), Gasöle und Heizöle,
(b) ein Gemisch aus Butanol (n-Butanol) und Aceton sowie
(c) Methanol.
Erfindungsgemäß als Treibstoff oder Brennstoff verwendbare
Kohlenwasserstoffbezine sind z.B. Benzine aus einer Vorrichtung für die Reformierung und/oder die katalytisch^ oder
nicht-katalytische Crackung.
Die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe können auch anders verwendet werden als Autobenzin oder Treibstoff
für Dieselmotoren. So eignen sie sich als Treibstoffe für Motoren, die im landwirtschaftlichen Bereich verwendet werden
(z.B. Motoren von Traktoren) und sie eignen sich auch hervorragend als Heizstoffe für verschiedene Heizungseinrichtungen.
130052/0868
Die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe enthalten:
(a) 5 bis 97 oder 65 bis 93 oder 75 bis 9o Gew.-^ eines Benzins
oder Gasols oder Heizöls (oder auch in Abhängigkeit von gewissen Verwendungsarten 35 bis 85 oder 45 bis 8o Gew.-^),
(b) 95 bis 1 oder 95 bis 5 Gew.-# oder sogar 35 bis 7 bzw.
25 bis 1o Gew.-^ eines Gemisches aus Butanol und Aceton;
je nach der vorgesehenen Verwendungsart kann man auch 15 bis 65 oder 2o bis 55 Gew.-# dieses Gemisches oder auch 1 bis Ίο
% des Gemisches verwenden. Die Mischung enthält 4o bis 85
Gew.-# Butanol und 15 bis 6o Gew.~# Aceton,
(c) 1 bis 25 Gew.-$, vorzugsweise 3 bis 15 oder 7 bis 12
Gew.-% Methanol*
Ein ausgezeichneter erfindungsgemäßer Treibstoff kann also
beispielsweise wie folgt zusammengesetzt sein:
(a) 8o bis 96 Gew.-# eines klassischen Treibstoffs oder
Brennstoffs
(b) 1 bis 10 % des Geraisches aus Butanol und Aceton sowie
(c) 3 bis 10 Gew.-# Methanol.
Als bevorzugtes Beispiel sei ein Treibstoff genannt, der etwa 94· Gew.-% eines Autobenzins, 2 % eines Gemisches aus
6o Teilen Butanol und 4-0 Teilen Aceton sowie 4· % Methanol
enthält.
Erfindungsgemäß kann dieses Gemisch außer n-Butanol und Aceton
entweder IsopropandL oder Äthanol oder gleichzeitig
130052/0868
Isoproanol und Äthanol enthalten.
Wenn das Gemisch Isopropanol enthält, so besteht es vorzugsweise aus 5o bis 85 Gew.-# Butanol, 15 bis 25 Gew.-#
Aceton und 5 bis 35 Gew.-# Isopropanol.
Wie oben angegeben, ist es in manchen Fällen zweckmäßig,
dem Gemisch (aus Butylalkohol und Aceton) Äthanol zuzusetzen,
undzwar unter folgenden Gewichtsverhältnissen:
40 bis 8o Gew.-# Butanol, 15 bis 45 Gew.-# Aceton und 1 bis
15 Gew.-9» Äthanol. Ein besonders geeigneter erfindungsgemäßer
Treibstoff enthält also
(a) 94 Gew.-# eines Autobenzins
(b) 2 Gew.-% eines Gemisches aus Butanol, Aceton und Äthanol
(65 : 30 : 5 oder 60 : 30 : 10) und
(c) 4 Gew.-# Methanol.
Wie oben angegeben kann man auch spezielle Gemische verwenden, die gleichzeitig Butylalkohol, Aceton, Isopropanol und
Äthanol enthalten undzwar in folgenden Gewichtsverhältnissen:
45 bis 75 Gew.-# Butanol, 15 bis 25 Gew.-# Aceton, 1o bis 30
Gew.-# Isopropanol und 1 bis 1o Gew.-# Äthanol, (vorzugsweise
4 bis 9 #♦)
Als Beispiel wird vorgeschlagen, ein Autobenzin (Super-Treibstoff)
mit ijeder der zwei unten angegebenen Mischungen A und
B zu vermischen. Der Einfluß des Methanols wird später ange-
130G52/08S8
31222A3
geben. Eine erste Mischling (A) enthält 75 Gew.-^ Butylalkohol
und 25 # Aceton;
diese Mischung hat eine Oktanzahl RCZ gleich 99»5 und einen
MOZ-Index von 86,4-. Eine zweite Mischung (B) enthält 70
Gew.-# Butylalkohol, 15 Gew.-# Aceton und 15 Gew.-# Isopropanol;
sie hat eine Oktanzahl RO.Z gleich 1o1,2 und einen MO'Z-Oktanindex von 87,ο. (ROZ:Research Oktanzahl; MOZ:Oktanzahl
des Motors).
Vermischt man so diese Gemische A und B mit einem anderen Benzin, dessen Oktanzahl geringer ist als diejenige dieser
Mischungen, so kann man überraschender Weise die Oktanzahl dieses Benzins erhöhen, insbesondere wenn man auch nur geringe
Mengen Methanol, z.B. 1 bis 10 Gew.-# Methanol (bezogen auf das Gesamtgemisch) zusetzt.
Die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe haben Siedetemperaturen der gleichen Größenordnung wie die Bestandteile der üblicher Weise verwendeten Benzine oder Treibstoffe.
Ihre Einführung in einen Motor und die Verbrennungstechnik
lassen sich leicht realisieren.
Da die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe mehrere Bestandteile enthalten, deren Siedepunkte verschieden sind
und in gleichmäßigem AbstandHLegen, kann man eine kontinuierliche
Destillationskurve wie bei einem handelsüblichen Treibstoff erhalten.
130062/0868
/fZ
Gewisse Typen der Mischungen können je nach den Verwendungsbedingungen bevorzugt Bein. So ist z.B. ein Treibstoff auf
Basis eines Gemisches wie das oben definierte A im Winter besonders empfehlenswert, undzwar wegen seines hohen Aceton-Gehalts,
wodurch man ein verbessertes Verhalten beim Starten und bei der Verwendung dieses Treibstoffes- erhält. Umgekehrt
entspricht ein Treibstoff, der ein Gemisch wie das oben definierte B enthält, mehr einem Treibstoff vom "Sommer-Typ".
Im Gemisch mit klassischen Benzinen integrieren sich Mischungen wie A und B völlig mit den anderen Bestandteilen der
klassischen Benzine und führen zu keiner Verzerrung der Destillationskurve, im Gegensatz zu denjenigen, die man bei
Treibstoffen beobachtet, welche ein Benzin und mindestens einen leichten Alkohol, wie Methanol, enthalten. TJm das Ver-
ijn Hinblick auf die
halten eines Treibstoffs" " - Herstellung eines
kohlenstoffhaltigen Gemischs zu testen, betrachtet man meist
als representative Werte die #-Werte, die bei 70°C und 1000C
destillieren. Man stellt fest, daß es möglich ist, die Produkte A oder B z.B. in einer Menge von 25 oder 50 Gew.-#
einem klassischen Autobenzin zuzusetzen, ohne die prozentualen Mengen, die bei 7o°C und 1oo°C destillieren, wesentlich zu
ändern (vergl. die folgende Tabelle I):
1300Β2/08β8
31222A3 \lil
| bei 70° C destillie rende Menge (#) |
bei 100°C destil lierende Menge (%) |
|
| klassisches Benzin | 25,5 | 52 |
| klassisches Benzin + 25 % A |
25 | 51 |
| klassisches Benzin + 50 # A |
22 | 4-6 |
| klassisches Benzin + 25 # B |
25,5 | 53 |
| klassisches Benzin + 50 # B |
20 |
Hier und im folgenden wird als "klassisches Benzin" ein
Super-Autotreibstoff bezeichnet, der den Spezifikationen
des Jahrs 198o, d.h. ROZ 97 bis 99, entspricht, dessen
Destillationskurve regulär ist und der einen Anfangssiedepunkt von 28 bis 55°C und einen Endpunkt von etwa 180 bis
20O0C hat.
Man weiß andererseits, daß man Methanol nicht direkt einem Benzin, Heizöl oder Gasöl zusetzen kann, undzwar wegen der
Phänomene der spontanen Entmischung, welche durch die Anwesenheit
sogar geringer Mengen Wasser noch erschwert werden. Mischungen wie A und B und ganz allgemein Mischungen
aus Butanol und Aceton, die gegebenenfalls Isopropanol und/ oder Äthanol in den oben angegebenen Mengenverhältnissen
130052/08SI
enthalten, erlauben einen Zusatz bis zu 25 und vorzugsweise
bis zu 12 Gew.-^ Methanol', ohne daß man eine Senkung der
charakteristischen Werte der Treibstoffe oder Brennstoffe beobachtet· So wird z.B. durch Äthanol-Zusatz zu einem Treibstoff
oder Brennstoff, bestehend aus einem Autobenzin, Methanol und einem Gemisch aus Butanol und Aceton, die Wassertoleranz des Treibstoffs oder Brennstoffs gesteigert. Die
durch Mischung eines klassischen Benzins mit den Mischungen A und B erhaltenen Treibstoffe behalten also die in Tabelle
I angegebenen Eigenschaften auch nach Zusatz von weniger als 25 Gew.-# Methanol, bezogen auf den Gesamt-Treibstoff.
Die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe besitzen
auch gute thermische Eigenschaften. So haben z.B. die oben beschriebenen Mischungen A -und B jeweils einen Heizwert in
der Größenordnung von 7650 Kilo-Kai./kg bzw. 31977 KiIo-Joules-/kg,
d.h. mehr als die Treibstoffe auf Basis von Alkoholen allein, insbesondere auf Basis von Methanol (4764- KiIo-KaI./kg
bzw. 1999oo Kilo-ebules/kg.)
13-0052/0&6-8
Bei den Mischungen A und B ist das Verhältnis Masse Luft / Masse Treibstoff entsprechend der stoechiometrischen
Einstellung etwa 10,8 statt 14,A- "bei einem klassischen
Treibstoff und 6,4 bei Methanol· Die Änderungen der Einstellung, um die Motoren dem Betrieb mit den erfindungsgemäßen
Treibstoffen oder Brennstoffen anzupassen, sind also weniger groß als die Änderungen, die man bei den
Motoren durchführen muß, welche mit Methanol allein anstelle von klassischem Benzin betrieben werden sollen.
Wenn der Treibstoff oder Brennstoff geringe Mengen eines
Gemische A oder B, z.B. weniger als 10 Gew.~# und in der
Größenordnung von 1 oder 2 bis 8 Gew.-# Methanol enthält,
so sind die durchzuführenden Änderungen praktisch unbedeutend und brauchen überhaupt nicht durchgeführt zu
werden.
Die Verdampfungswärme der Treibstoffe A und B liegt in der Größenordnung von 140CaI/g bzw. 585tfoules/g, d.h.
relativ nahe derjenigen der klassischen Treibstoffe ( ?0 bis 80 G-äl/g oder 290 bis 335Joules/g ). In einem
aus Methanol bestehenden Treibstoff dagegen ist die Verdampfungswärme sehr hoch ( 262 C.al/g bzw. 1o95Jo:ules./g )
und die Vergasung erfordert dann einen beträchtlichen Teil der Außenwärme· Will man z. B· einen Liter eines
Kohlenstoffhaltigen Gemische mit einem Anreicherungsgrad von 1 erhalten, so benötigt man bei 25°C unter einem Druck
von 1 Atmosphäre (0,1 MPa):
188 Joules (44,9 CaI) bei Methanol
25,9 " (6,2 Cal) bei einem klassischen Treibstoff
56 bis 57 Joules( ca. 13,4· bis 13,7QaI ) für die
Gemische vom Typ A oder B.
Die erhöhte Oktanzahl (ROZ nahe 110) des Acetons, welches der flüchtigste Bestandteil der beschriebenen Mischungen
ist, bewirkt, daß diese Treibstoffe einen geringen Wert Δ R haben ( Δ R informiert über das Oktan-G-leichgewicht
entlang der Destillationskurve ), was für die Verbesserung des Verhaltens des Motors bei der Beschleunigung aus
niederen Bereichen sehr günstig ist.
Durch die Treibstoffe, die man den Bestandteilen mit erhöhtem A R- Wert zusetzt (z.B. Effluents der katalytischen
Reformierung, Benzine mit einem hohen Gehalt an diesen
Effluents) erhält man einen befriedigenden Δ R - Wert.
In einem speziellen Beispiel erhält man einen sehr befriedigenden
Δ R - Wert von 7,5 , wenn man 25 Gew.-# des
Gemischs A und 5 % Methanol einem Benzin zusetzt, das
ursprünglich einen erhöhten Δ R - Wert in der Größenordnung von 12,5 hat.
130052/Οδβθ
Erfindungsgemäß wird durch den Zusatz von Methanol zu einem
Benzin, das mit einem Gemisch von Butanol/Aeeton versetzt ist, die Oktanzahl dieses Gemische mit einem synergistischen
Effekt erhöht und gleichzeitig werden durch die Anwesenheit des Gemische Butanol/Aeeton die Nachteile des Methanols
insbesondere das Phänomen der Entmischung, wesentlich vermindert. Dies alles -läuft so ab, als wenn das
Methanol einerseits und das Gemisch Butanol/Aeeton andererseits sich gegenseitig stimulieren wurden.
Ein anderer Vorteil der erfindungsgemäßen Treibstoffe oder
Brennstoffe, wie die oben definierten Treibstoffe A und B,
im Gemisch mit einem klassischen Benzin und mit Methanol, besteht wie oben angegeben darin, daß sie nicht zur
Entmischung in Gegenwart von Wasser führen, wie dies z.B. bei einem Treibstoff mit einer hohen Methanol-Konzentration
der Fall ist. Daraus resultiert, daß die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Brennstoffe die Anwesenheit von Wasser-Mengen
tolerieren, welche z.B. , je nach Zusammensetzung der verwendeten Mischungen bis zu 100 g Wasser oder mehr
pro Liter des Gemische bei O0C erreichen können.
Die Mischungen Butanol/Aeeton, welche gegebenenfalls Isopropanol und/oder Äthanol enthalten, werden in geeigneter
Weise hergestellt, z.B. durch einfaches Vermischen der einzelnen Bestandteile. Es wuz*de aber gefunden, daß ein
13Ό0Β2/08··
-y-
besonders vorteilhaftes Verfahren zur Gewinnung dieser Mischungen darin besteht>
daß man
(a) cellulolytische Enzyme durch Fermentation eines geeigneten Organismus herstellt,
(b) anschließend mindestens ein Cellulose-Substrat
mit Hilfe der in Stufe (a) hergestellten cellulolytischen Enzyme hydrolysiert, so daß man ein Hydrolysat
erhält, und
(c) dieses Hydrolysat einer Fermentation unterwirft.
Der in Stufe (a) für die Gewinnung der cellulolytischen
Enzyme verwendete geeignete Organismus ist im allgemeinen ein Pilz,vorzugsweise der Gattung Sporotrichum, Polyporus
Fusarium, Penicillium, Myrothecium und Trichoderma oder
ein Bakterium vorzugsweise aus der Gattung Clostridium.
Die in Stufe (b) verwendeten Cellulose-Substrate sind z.B. solche, die man nach.Vorbehandlung von Altpapier,
Getreidestroh, Bagasse, Mais-Spindeln und Stengel, Sägeoder Forst-Abfälle aus Laub- und Nadel-Bäumen erhält.
Diese Vorbehandlung kann mechanisch (z.B. vermählen) und/oder chemisch sein (z.B. durch Behandlung mit Natronlauge,
vorzugsweise mit etwa 6 Gew-# Natronlauge bezogen auf das Gewicht der Substrate). Die Zuckerhydrolyse
(enzymatische Reaktion), die Gegenstand der Stufe (b) ist, wird anschließend nach üblichen Methoden durchgeführt,
130082/0
41-
vorzugsweise bei 30 bis 600C bei einem pH-Wert von im
allgemeinen 3i5 bis 6,5»' wobei diese Reaktionsbedingungen
im wesentlichen von der Art des enzymatischen Systems abhängen.
Die auf diese Weise in Stufe (b) erhaltenen Hydrolysate werden nach Zusatz von Nährelementen einer Fermentation
unterworfen, welche Gegenstand der Stufe (c) ist. Die Organismen sind Bakterien, welche vorzugsweise der
Gattung Clostridium angehören. Die Fermentation erfolgt
anaerob bei einer Temperatur von im allgemeinen 25 bis AO0C und einem pH-Wert von etwa 4- bis 7,5. ■
Die Faktoren, welche die Zusammensetzung der erhaltenen
Mischungen beeinflussen, sind der verwendete Stamm, das Substrat und die Fermentationsbedingungen, d.h. der pH-Wert,
die Temperatur, die Zusammensetzung des Milieus, insbesondere die Stickstoffquelle.
Präziser sind die für die Aceton/Butanol-Fermentation verwendeten Organismen Bakterien, die im allgemeinen der
Gattung Clostridium angehören. Die verwendeten Arten sind unter den Namen Clostridium saccharoacetobutylicum
Clostridium acetobutylicum, Clostridium saccharobutyl
acetonicum, Clostridium saccharoperbutylicum.beschrieben.
Eine typische Art ist Clostridium acetobutylicum.
130052/Οδϋ
Die für die Butanol/Isopropanol-Fermentation verwendeten Organismen sind beinahe die gleichen wie die vorstehenden
und gehören ebenfalls der Gattung Clostridium an. Die verwendeten Arten sind unter den Hamen Clostridium
propylbutylicum, Clostridium viscifasciens beschrieben,
aber bevorzugte! Arten im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Clostridium butylicum sowie Clostridium bei,jerinckii
und Clostridium toanum.
Unter diesen Reaktionsbedingungen erhält man folgendes:
a) bei der Fermentation Aceton/Butanol ein Gemisch, dessen Zusammensetzung beispielsweise wie folgt ist:
- n-Butanol : 40-80 Gew.-^
- Aceton : 15-45 Gew.-^
- Äthanol : 0-15 Gew.-#
b) bei der Fermentation Butanol/Isopropanol ein Treibstoff,
dessen Zusammensetzung z.B. wie folgt ist:
- n-Butanol : 45-75 Gew.-%
- Aceton : 2-15 Gew.-%
- Äthanol : 0-10 Gew.-^
- Isopropanol : 10-30 Gew.-^
Es sei bemerkt, daß eine weitere Original-Reihe zur Durchführung
einer Butanol/Aceton- oder Butanol/Isopropanol-Fermentation
möglich ist* sie besteht darin, daß man nicht
130052/0868
nur Cellulose-Substrate verwenden kann, sondern auch Topinambur,. den man nach dem Waschen, Extrahieren
und Verpressen einer Hydrolyse unterwirft, worauf anschließend eine Fermentation des erhaltenen Hydrolysate
erfolgt.
Beisp_iel
Man stellt ein Gemisch her, das 25 Gew*—# des Treibstoffs
A, wie er im allgemeinen Teil dieser Anmeldung beschrieben ist, sowie 75 Gew.-^ eines Benzins aus einer Vorrichtung
der katalytischen Crackung enthält, dessen Oktanzahl ROZ 85 und dessen MOZ Oktanzahl 80 ist.
Man stellt ferner ein Gemisch her, das 50 Gew.-^ des
Treibstoffs A und das gleiche Benzin wie oben enthält.
Schließlich stellt man zwei weitere Mischungen mit dem selben Benzin wie oben her,.wobei das erste 25 Gew.-^ des
Treibstoffs B enthält, wie er im allgemeinen Teil dieser Anmeldung beschrieben ist, während die zweite Mischung
5o Gew,-# des Treibstoffs B enthält.
Die Mischungsindices der Treibstoffe A und B in den vier auf diese V/eise erhaltenen Mischungen sind in Tabelle II
angegeben. Die Indexe sind höher, wenn man den vier
13QÖS2/086I
Versuchsmischungen Methanol zusetzt: so wurde nämlich festgestellt,
daß der Methanolzusatz zu einer Erhöhung von
0,3 bis 0,4 Punkten bei den Oktanzahlen ROZ oder MOZpro Prozent zugesetzten Methanols führt (Gew.-% bezogen auf
den Treibstoff oder Brennstoff). So werden bei Zusatz von 5 Gew.-^ Methanol die Indexe ROZ und MOZdes ersten Gemischs
von Tabelle II auf 101,8 bzw. 88,3 erhöht und die Indices ROZ und MOZ des dritten Gemische von Tabelle II
auf 105,9 bzw. 90.
| Erhaltener Treibstoff oder Brennstoff (Gew.-#) |
Mischungsoktanzahl | MOZ | Oktanzahlen |
| 25 % des Gemische A 50 % des Gemische A 25 # des Gemischs B 5o % des Gemischs B |
ROZ | A : 86,5 A : 87*2 B : 88,1 B : 88,2 |
99,5 86,4 101,2 87,0 |
| Zur Erinnerung: Gemisch A allein Gemisch B allein |
A : 100,0 A : 100,8 B : 104,0 B : 104,0 |
130052/0068
Tabelle III zeigt die Wasser-Toleranz, die man bei den
erfindungsgemäßen Treibstoffen oder Treibstoffgemischen erhält *
Man stellt fest, daß unter den untersuchten Treibstoffen
die besten Wasser-Toleranzen bei den erfindungsgemäßen Treibstoffen bzw. Brennstoffen erhalten werden, welche
relativ große Mengen des Gemischs Butanol und Aceton (z.B. 5o# ) enthalten. In der Praxis wählt man derzeit
Treibstoffe oder Brennstoffe, die viel weniger Butanol-Aceton-Gemisch
enthalten und daher weniger gute Wasser-Toleranzen haben; sie haben aber den Vorteil, daß man
sie ohne Änderungen und sogar ohne Einstellung der Motoren verwenden kann, welche daher in gleicher Weise mit den
derzeitigen handelsüblichen Treibstoffen oder Brennstoffen
(Benzin, Super-Benzin, Gas-Öl, Heiz-Öl etc.) und mit den
erfindungsgemäßen Treibstoffen oder Brennstoffen betrieben werden können. Kurz gesagt sollte man die Tatsache nicht
vergessen, daß die Einschränkungen des Handels häufig dazu zwingen, Treibstoffe oder Brennstoffe zu verwenden, deren
Zusammensetzung nicht unbedingt derjenigen entspricht, welche die besten Resultate liefert. Dies erklärt den ziemlich
großen Umfang der Konzentrationsbereiche der verschiedenen Bestandteile, die als bevorzugte Beispiele in der vorliegenden
Anmeldung angegeben sind.
130052/0811
Tabelle III
| Zusammensetzling des !Treibstoffs (Gew.-^) (das verwendete klassische Super-Benzin enthält 65 Gew.-^ Aromaten) |
Wasser-Toleranz (zusetzbare Wassermenge bei 0OC in g/l) |
| klassisches Super-Benzin 92 # Methanol 8 % |
0,50 |
| klassisches Super-Benzin 85 # Methanol 15 % |
1,00 |
| klassisches Super-Benzin 87 % Methanol 8 % A. 5 # |
3,25 |
| klassisches Super-Benzin 75 # Methanol 15 % k Λο % |
9 |
| klassisches Super-Benzin 67 % Methanol 13 # A. 20 ^ |
22 |
| klassisches Super-Benzin 50 # Mischung 50 # 59 % Butanol 8 % Äthanol 6 % Aceton 27 % Isopropanol |
60,5 |
| klassisches Super-Benzin 50 % Mischung 50 % 66 % Butanol 29 % Aceton 5 % Äthanol |
52,5 |
0052/0808
| klassisches Super-Benzin | 50 % | 59,8 |
| Mischung | 4-5.0 | |
| 59 % Butanol 8 % Äthanol 6 # Aceton 27 # Isopropanol |
||
| Methanol | 5# | |
| klassischeB Super-Benzin | 50 % | 51,9 |
| Mischung | 50 % | |
| 66 % Butanol 29 % Aceton 5 # Äthanol |
||
| Methanol | 5 * | |
Ausgehend aus einer 10 #igen Suspension von zermahlenem
Zeitungspapier bewirkt man eine Zuckerhydrolyse, wobei man als Cellulase ein Piltrat der Pilzkultur Trichoderma viride
QM 9^-14- verwendet, und zwar 10 internationale Einheiten pro
Gramm Substrat. Man erhält auf diese Weise nach 48 Stunden bei 5O0C und einem pH-Wert von 4-,8 38 g reduzierende Zucker,
von denen 29 g Glucose sind.
Ausgehend von einer 10 #igen Suspension von mit Natronlauge
behandeltem Stroh erhält man unter den selben Bedingungen 46 g reduzierende Zucker, von denen 20,5 g Glucose und 15g
Aldopentosen sind.
130052/08
Ein Teil dieser Hydrolysate wird nach Zusatz von Nährelementen einer Acetonobutyl-Fermentation nach bekannten
Methoden bei 300C und einem Anfangs-pH-Wert von 6 in
Gegenwart des Bakteriums Clostridium acetobutylicum unterworfen. Ausgehend von dem Hydrolysat aus Zeitungspapier erhält man nach 70 Stunden in einer 28,5 Gew.-#igen
Ausbeute ein Gemisch C, das 66 Gew.-^ Butanol, 29 Gew.-^
Aceton und 5 $ Äthanol enthält. Ausgehend aus dem Stroh-Hydrolysat
erhält man nach 70 Stunden in einer Ausbeute von 27 Gew.-^ ein Gemisch D, das 73 Gew.-% Butanol, 25 Gew.-
°fi Aceton und 2 Gew.-^ Äthanol enthält.
Beis£iel_4
Einen weiteren Teil der im Beispiel 3 hergestellten Hydrolysate unterwirft man einer Butanol/Isopropanol-Permentation
nach den klassischen Methoden in Gegenwart des Bakteriums Clostridium butylicum.
130052/0863
Man arbeitet bei 37°O und einem Anfangs-pH-Wert von 6,5-Man
wählt eine Inkubationszeit von 1oo Stunden und erhält, ausgehend von dem Hydrolysat des Zeitungspapiers in einer
26,5 Gew.-$igen Ausbeute ein Gemisch E, das 65 Gew.-^ n-Buta
nol, 5 Gew.-$ Äthanol, 16 Gew.-$ Isopropanol und 14· Gew.-$
Aceton enthält; ausgehend von dem Stroh-Hydrolysat erhält
man in einer 31 Gew.-#igen Ausbeute ein Gemisch F1 das 59
Gew.-$ n-Butanol, 8 Gew.-# Äthanol, 6 Qew.-# Aceton und 27
-^ Isopropanol enthält·
Die folgende TabelleIV zeigt die Oktanzahl ROZ und MOZ der
in den Beispielen 3 und 4 erhaltenen Gemische
| ROZ | MOZ | |
| C | 1oo,5 | 87,2 |
| D | 99,9 | 86,6 |
| E | 1o2,1 | 87,6 |
| Έ | 1o3,5 | 88,3 |
1300 52/006$
Die auf diese Weise erhaltenen Gemische C, D, E und T?
eignen sich hervorragend zur Mischung mit (a) einem klassischen Benzin oder Heizöl oder Gasöl und (b) Methanol
in den oben angegebenen Mengen, wobei man einen ausgezeichneten Treibstoff oder Brennstoff erhält. Es sei daran erinnert,
daß pro % Methanol einen Steigerung der Oktanzahlen ROZ und
MOZ von etwa 0,3 bis 0,4 Punkten erzielt wird.
Man nimmt erneut die Mischung, welche 75 Gew.-^ Butylalkohol
und 25 Gew.-# Aceton enthält, Man mischt diese mit normalen
handelsüblichen Gasöl (dessen Eigenschaften in Tabelle V angegeben sind) in den folgenden Verhältnissen:
80 Gew.-# Gasöl und 20 # Mischung A (d.h. schließlich:
Gasöl 8o#
Butanol Ί5 %
Aceton 5 #)·
Butanol Ί5 %
Aceton 5 #)·
Die Eigenschaften, welche man auf diese Weise durch "Vermischen
von Gasöl und der Mischung A erhält, sind in Tabelle V zusammengestellt.
Man erhält etwas bessereExgenschaften, wenn man 5 Gew.-^ Methanol, bezogen auf das Gesamtgemisch, zufügt.
Es tritt keinerlei Entmischung auf.
ed» e>
ο· cn
- 28 Tabelle Y
| handelsübliches Gasöl | 80 Gew.-% Gasöl + 20 Gew.-% Mischung A |
|
| Volumenmasse bei 200C (g/ml) | 0,8275 | 0,821 |
| P.C.I (Kilo-JoulesAg) (Heizwert) |
42419 | 4o369 |
| Viskosität bei 20°C | 4,16 Centistokes dji. 4,16 χ 1o~6 mVsek. |
2.91 |
| Cetan-Index | 54 | 41 |
| Klarpunkt (0C) | ' 78 | < 1o |
| Trübungspunkt (0C) | -2 bis -3 | -1 bis -2 1^J |
| Fließpunkt (0C) | -15 bis -18 | KJ -15 bis -18 K) |
| Grenztemperatur der Filtrierbarkeit (0C) | -7 bis -8 | -4 bis -5 ^o |
20.
Das oben verwendete handelsübliche Gasöl wurde mit einem
Zusatz versehen, um gute Kälteeigenschaften zu erhalten (Winter-Gasöl).
Man wiederholt Beispiel 5» wobei man der Reihe nach 2 Gasöle
verwendet, die von dem in Beispiel 5 verwendeten leicht verschieden sind, d.h. ein nicht mit einem Zusatz versehenes
Gasöl und ein Gasöl vom "Sommer-Typ". Die erhaltenen Resultate
sind in den Tabellen 6 und 7 angegeben:
| Tabelle | VI | 8o Jl 20 Jl |
|
| Gasöl ohne | Zusatz | ||
| Trübungspunkt(0O) Fließpunkt (0C) Grenztemperatur der Eiltrierbarkeit (0O) |
+ 7 - 3 + 7 |
||
| δ &asöl + 5 Mischung A |
|||
| + 9 - 6 + 6 |
190052/0668
| 0O | handelsübliches Gasöl (Sommertyp) |
I oo
J OO CVI |
% Gasöl + # Mischung A |
|
| Trübungspunkt ( | + 3 | + 1 | ||
| Fließpunkt (0C) | der (8C) |
- 12 | - 15 | |
| Grenztemperatur Filtrierbarkeit |
- 1 | - 5 | ||
Aus den Tabellen V biß VII wird ersichtlich, daß man durch Zusatz eines Gemisches von Butanol/Aceton zu einem Gasöl
einen sehr brauchbaren Treibstoff erhält, dessen Eigenschaften - wenn sie als nicht ausreichend betrachtet werden
sollten - immer leicht korrigiert werden können, z.B. durch Zusatz geeigneter Additive. Der Vorteil des auf diese Weise
erhaltenen Treibstoffes besteht darin, daß man ihm Methanol zusetzen kann, ohne daß das Phänomen der Entmischung auftritt.
Man führt einen Motorversuch durch, um die Einsetzbarkeit
eines Treibstoffs zu testen, der aus einem Gemisch von 80 #
des Gasöls von Beispiel 5 und 20 % des Gemisches A besteht.
Der gewählte Motor ist ein Antriebsmotor mit Ricardo-Typ-Vorkammer
in seinem Standardzustand der Einstellung für norma
les Gasöl.
130052/OSßi
irotz der verschiedenen Eigenschaften des mit einem Zusatz
versehenen Gasöls muß keine Änderung der Motoreinstellung
für den Versuch durchgeführt werden und demzufolge ist auch keine neue Optimierung bezüglich der Emissionen und der Ausbeuten in diesem Stadium erforderlich·
für den Versuch durchgeführt werden und demzufolge ist auch keine neue Optimierung bezüglich der Emissionen und der Ausbeuten in diesem Stadium erforderlich·
^z
Unter diesen Bedingungen sind die bei^ 'charakteristischen Motorbereichen (Bereich des maximalen Moments: 2000 U /min und Kaximalbereich des Motors: 4150 tr ymin) erhaltenen Resultate in den Tabellen VIII und IX zusammengestellt·
Unter diesen Bedingungen sind die bei^ 'charakteristischen Motorbereichen (Bereich des maximalen Moments: 2000 U /min und Kaximalbereich des Motors: 4150 tr ymin) erhaltenen Resultate in den Tabellen VIII und IX zusammengestellt·
TJ =■ Umdrehungen
Q O cn ro
Tabelle VIII (Bereich des maximalen Moments: 2ooo tJ /min)
| Leistung PS (DIN) | 12,8 | 26,0 | 59,o | 48,4 |
| Spezifischer Verbrauch bei Gasöl allein (kcal/ch^h) |
24o4 | 1993 | 1887 | 1955 |
| Spezifischer Verbrauch bei Gasöl + Mischung A (80#-20#) (kcal/ch,h) |
2354 | 19oo | 1823 | 1871 |
| Auspufftemperatur bei Gasöl allein (0C) |
245 | 382 | 475 | 575 |
| Auspufftemperatur bei Gasol + Mischung A (80# - 20$) (0C) |
2I0 | 32o | 450 | 55o |
| Rauch mit Gasöl allein (Bosch-Index) |
0,7 | 1,6 | 2,2 | |
| Rauch mit GäsSl +Mischung A (80# - 20#) (0C) |
0,6 | 0,7· | 1,2 | 2,1 |
( 1 kcal =4,18 Kilo-Joule ) ( 1 ch.h = 2648 Kilo-Joule )
CO
i*
Tabelle IX
(Maximalbereich des Motors: 415o U/ min)
| Leistung PS (DIN) | 18,3 | 36,5 | 54,8 | 73,0 |
| Spezifischer Verbrauch bei Gasol allein (kcal/ch.h) |
4-358 | 2929 | 2503 | 2443 |
| Spezifischer Verbrauch bei Gas öl + Mischung A (80 % - 20# ) (kcal/ch.h) |
4408 | 2971 | 2440 ■ | 2411 |
| AusTDUfftemperatur bei Gasöl allein (°C) |
360 | 440 | 540 | 685 |
| Auspufftemperatur bei Gasöl + Mischung A (80# - 20^) (<>C) |
365 | 445 | 540 | 685 |
| Rauch mit Gasöl allein (Bosch-Index) |
0,8 | 1,3 | 1,1 | 0,9 |
| Rauch mit Gasöl + Mischung A (80$ - 20#) (OC) |
1,0 | 1,2 | 1,0 | 0,7 |
( 1kcal = 4,18 Kilo-Joule ) ( 1ch.h = 2648 Kilo-Joule )
ACrKSi-.--CL-OHT
Es sei bemerkt, daß die Vergleiche bei gleicher Leistung durchgeführt wurden. Jedoch ist der Heizwert pro Liter
des Gemisches Gasöl + Mischung Aceton-Butanol etwas geringer als derjenige des Basis-Gasöls, d.h. des verwendeten
handelsüblichen Gasöls allein.
Die beobachteten Maximal-Leistungen betragen
5o,2-PS (DIK) bei 2ooo ü/min mit Basis-Gasöl (50,2 PS DIW)
.8,4 PS (DIN) bei 2ooo U /min mit Basis Gasöl+Mischung A
(.8o-20#) (48,4 PS DIN)
75.5 PS (DIN) bei 415o U/min mit Basis-Gasöl (75,5 PS DIN)
73 PS (DIN) bei 415o U/min mit Basis-Gasöl+Mischung A
(80-20 SO (73 PS din)
Das ist konform mit den entsprechenden Heizwerten pro Liter
und den beobachteten leichten Ausbeute-Zunahmen, da die Injektionspumpen volumetrisch sind. Durch eine leichte Einstellung
der Pumpe kann man die Norainal-Leistung ohne weiteres
wiedererhalten, wenn die Ausbeute-Zunahme nicht ausreicht. Aber diese Einstellung ist nicht mehr nötig, wenn
man den oben untersuchten Treibstoffen z.B. 5 Gew.-# Methanol zusetzt. Die Wirkung des Methanols ist im Beispiel
9 hinsichtlich der Wassertoleranz untersucht worden.
Beisgiel8:
Man bestimmt den Cetan-Index von verschiedenen Treibstoffen,
deren Zusammensetzung in Tabelle X angegeben ist.
ΜΛ'.-r
| Basis-Gasöl von | Beispiel 1 allein | Cetan-Index | 54 |
| (wie im Beispiel | Mischung A 1 definiert) |
It | 4-9 |
| 8CfO " + 2o# | It | It | 41 |
| 70$ " + 30$ | It | It | 36 |
| 50* « + 5C* | ir | ti | 30 |
Es ist möglich, eine viel größere Menge des Gemisches A zu verwenden und einen-richtigen Cetan-Index zu erhalten,
unter der Voraussetzung, daß man den erhaltenen Treibstoff mit einem Additiv versetzt,das aus
(a) etwas öl (z.B. pflanzlich oder mineralisch oder ein
einem anderen
anderes)oder . geeigneten Additiv um eine adäquate
anderes)oder . geeigneten Additiv um eine adäquate
Viskosität zu erhalten, oder aus
(b) Mittelnzur Verbesserung des Cetan-Index, z.B. solche
vom Typ der Alkylnitrate etc. ,· besteht.
Alle obigen Betrachtungen sind übrigens für Treibstoffe gültig, die Methanol enthalten und gleichzeitig basieren auf
(a) einem Gasöl und (b) einem Gemisch aus Butylalkohol (n-Butanol),
Aceton und Isopropanol. Durch Zusatz von Methanol wird der Cetan-Index gesteigert, undzwar um jeweils etwa
0,35 Punkte, wenn man Λ Gew.-# Methanol zusetzt.
130052/ΟδΙβ
Dieses Beispiel soll zeigen, daß man den erfindungsgemäßen
Treibstoffen oder Brennstoffen nicht-vernachlässigbare Mengen Methanol zusetzen kann, welche man allein nicht
verwenden könnte. Es sei daran erinnert, daß man Methanol nicht direkt einem Gasöl zusetzen kann, undzwar. wegen des
Phänomens der spontanen Entmischung, welches durch die Anwesenheit sogar geringer Mengen Wasser erschwert wird.
Diese Mischungen vom Typ Aceton-Butanol können dritte Lösungsmittel
ersetzen und erlauben daher den Zusatz von Methanol in Mengen, die von der Art und der Menge der Bestandteile
des Treibstoffs oder Brennstoffs abhängen.
Die folgende Tabelle XI zeigt die prozentualen Mengen Methanol, die nicht überschritten werden dürfen, um die
Stabilität nicht zu verringern, die Abscheidung in der Kälte und die Abscheidung bei Raumtemperatur von verschiedenen
Treibstoffen, bestehend aus (a) den in Beispiel 1 verwendeten Gasöl oder einem Gasöl US 2D mit 35 Gew.-^
aromatischen Kohlenwasserstoffen und (b) der Mischung A, welche 75 Gew.-# Butanol und 25 Gew.-# Aceton enthält, oder
der Mischung B, welche 70 Gew.-# Butanol, 15 Gew«-# Aceton
und 15 Gew.-^ Isopropanol enthält.
130052/OÖii
Tabelle XI Einfluß des Zusatzes von absolutem Methanol (Gew.-^
Zusammensetzung dar
Basis-Mischung
Basis-Mischung
Stabilität Abscheidung m der Kalte Abscheidung bei Raumtemperatur
Gasöl von Beispiel 1
Gasöl
80
80
11,1
13,o
Gasöl
90 Gew.-^
Gew.-^
7,ο
9,1
Gasöl
80 Gew
80 Gew
11,1
14,9
Gasöl
90 Gew.
90 Gew.
20 Gew.-#
7,o
Gasöl US 2 D (35 % Aromaten)
Gasöl
80
80
14,9
16,7
2o,o
| 11,1 |
9»
CO V- |
11,1 |
| V |
O
V |
V |
|
O
IN |
11,1 1 |
O
D- |
|
Vs ο
H Q) \ :o co \ Jo \ |
FQO
H (D \ :O ci> \ M \ to o \ CiJCO \ |
fflO
H to \ !OO \ K \ «JO \ |
- yf- Ι/ο-
In Tabelle XII sind einige' Eigenschaften von Auto-Treibstoffen mit geringen Konzentrationen des Gemisches Butanol-Aceton-Äthanol
(65 Gew.-^ Butanol, 30 Gew.-# Aceton und
5 Gew.-# Äthanol) zusammengestellt.
ta
σο cn
O 0*
β»
| Zusammensetzung des Benzins Benzin (mit 38%Aromaten) Methanol Mischung Butanol-Aceton- Ithanol (M.B.A.E.) |
94 4 2 |
9o 6,5 3,5 1 |
9o 8 2 |
| Volumenmasse bei 200O (g/ml) | 0,756 | 0,757 | 0,757 |
| Dampfdruck Seid (MäHibar) (P.V.B.) |
709 | 696 | 716 ■ |
| Harze | 0 | 0 | 0 |
| Destillation Anfangspunkt bei 700C Destillierendes (<$) bei 1000O Destillierendes (#) Endpunkt ■ |
360C 1960G |
. 380C 36 . 1930C |
36°C 38 1910C * |
| Research Oktanzahl Dktanzahl des Motors |
99,5 I 1oo,o ! 89,o 88,8 : |
i 1oo,6 ;f 89,o |
CO _i
rs)
Die Wasser-Toleranz liegt in der Größenordnung von 3 S
Liter und wächst im allgemeinen einerseits mit dem Verhältnis Fiethanol und andererseits mit der prozentualen Menge
MBAE
der aromatischen Kohlenwasserstoffe im verwendeten Benzin.
Man unterwirft einen Liter Topinambur-Saft, den man durch
Verpressen in einer hydraulischen Presse der zerkleinerten Knollen erhalten hat, einer sauren Hydrolyse, in/dem man
mit Schwefelsäure auf einem pH-Wert von 2 ansäuert und 30 Minuten bei 90° hält, worauf man den pH-Wert mit Kalilauge
auf 6,0 einstellt. Dazu gibt man steril die folgenden Nährelemente in 2 Liter Wasser: (HEL)2 SO^, : 9 g;
K2HPO4 : 1,5 g; Mg SO^, 7 H2O : 0,3 g; Hefeextrakt: 0,75 g;
CaCO, : 4,5 g- Man impft anaerob mit 2oo ml einer Präkultur
von Clostridium Acetobutylicun an, die im gleichen Milieu hergestellt wurde, und läßt die Fermentation bei 33°C
ablaufen. Nach 4-8 Stunden erhält man in 18 $iger Ausbeute
(bezogen auf die eingesetzten Zucker) ein Gemisch, das aus 70 % Butanol, 27 % Aceton und 3 % Äthanol besteht ·
130052/0060
Man führt einen ähnlichen Versuch durch, ersetzt aber die Stufe der sauren Hydrolyse durch einen 20 ι dnütige
Sterilisation bei 1100C. Nach Kultur des gleichen Stammes
Clostridium Acetobutylicum erhält man innerhalb von 3
Tagen in einer Ausbeute von 22 % (bezogen auf die eingesetzten Zucker) ein Gemisch, das aus 69 % Butanol, 27 %
Aceton und 4 # Äthanol besteht.
Man führt einen weiteren Versuch durch, bei dem der Saft durch Mazeration der Topinambur-Lamellen von 1 mm Dicke
( 1 kg Topinambur pro 2 1 Wasser) erhalten wurde. Der pH-Wert wird durch Zusatz von Schwefelsäure auf 2,5 eingestellt
und die Mazeration 45 Minuten bei 90°C durchgeführt.
Der erhaltene Saft wird mit Kalilauge auf pH 6 neutralisiert und die gleichen Nährelemente wie im Beispiel 1 zugesetzt,
so daß man die gleichen End-Konzentrationen erhält. Die Kultur des Clostridium Acetobutylicums wird anschließend
wie oben beschrieben durchgeführt und man erhält in 48 Stunden ein Gemisch aus Kohlenstoffverbindungen mit 70 %
Butanol, 27 % Aceton und 3 # Äthanol in einer Ausbeute von
23 #, bezogen auf die eingesetzten Zucker, in 48 Stunden.
Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung bedeutet der Ausdruck "Effluent" "das Ausströmende".
130052/0S6Ö
Claims (1)
- Patentansprüchedaß sie gleichzeitig folgende Bestandteile enthalten:(a) einen klassischen Treibstoff oder Brennstoff aus der Gruppe der Kohlenwasserstoff-Benzine, Gasöl oder Heizöl ,(b) ein Gemisch aus Butanöl und Aceton sowie (e) Methanol,2. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 1, bestehend aus:(a) 5 bis 97 Gew.-# eines klassischen Treibstoffs oder Brennstoffs(b) 1 bis 95 Gew.-# eines Gemische aus 40 bis 85 Gew.-# Butanol und 15 bis 60 Gew.-# Aceton sowie(c) 1 bis 25 Gew.-# Methanol.3. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, bestehend aus:(a) 5 bis 95 % des klassischen Treibstoffs oder Brennstoffs(b) 5 bis 95 % des Gemisches aus Butanol und Aceton sowie(c) 1 bis 25 % Methanol.130052/086»4* Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch ,einen Gehalt von 3 bis 15 # Methanol·5# Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 7 bis Λ2. % Methanol.6. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 65 bis 93 # des klassischen Treibstoffes oder Brennstoffs und 35 bis 7 % des Gemisches·7. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 75 bis 90 # des klassischen Treibstoffes oder Brennstoffes und 25 bis 1o % des Gemisches.8. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 35 bis 85 # des klassischen Treibstoffs oder Brennstoffs und 15 bis 65 I/o des Gemisches·9. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 8, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 45 bis 8o % des klassischen Treibstoffs oder Brennstoffs und 20 bis 55 % des Gemisches·130062/086810. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch ,einen Gehalt an 80 bis 96 # des klassischen Treibstoffs oder Brennstoffs, 1 bis 10 # des Gemisches und 3 bis 10 % Methanol.11. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch außerdem Isopropanol enthält.12. Treibstoffe oder Brennstoffe gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,daß das Gemisch 5o bis 85 Gew.-# Butanol, 15 bis 25 Gew.-# Aceton und 5 bis 35 Gew.-# Isopropanol enthält.13. Treibstoff oder Brennstoff gemäß Anspruchs, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch außerdem Ithanol enthält.. Treibstoff oder Brennstoff gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,daß das Gemisch 4o bis 80 Gew.-# Butanol, 15 bis #5 Gew.-^ Aceton und 1 bis I5 Gew.-# Äthanol enthält.130052/08SJ15. Treibstoff gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,' daß das Gemisch außerdem Isopropanol und Äthanol enthält, wobei das Gemisch 45 bis 75 Gew.-# Butanol, 15 bis 25 Gew.-# Aceton, 10 bis 30 Gew.-^ Isopropanol und 1 bis 10 Gew.—% Äthanol enthält.16. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,daß man das Gemisch durch ein Verfahren erhält, bei dem man(a) cellulolytische Enzyme durch Fermentation eines geeigneten Organismus herstellt,(b) anschließend mindestens ein Cellulose-Substrat mit Hilfe der in Stufe (a) hergestellten cellulolytischen Enzyme hydrolisiert, so daß man ein Hydrolysat erhält, und(c) dieses Hydrolysat einer Fermentation unterwirft·17. Verfahren gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,daß der in Stufe (a) verwendete geeignete Organismus zur Gewinnung der cellulolytischen Enzyme ein Bakterium aus der Gattung Clostridium oder ein Pilz aus der Gattung Sporotrichum, Polyporus, Penicillium, Fusarium, Myrothecium und Trichoderma ist.1300S2/0888_. 5 —18· Verfahren gemäß Anspruch 16, angewandt auf die Acetpnobutyl-Fermentation, dadurch gekennzeichnet,daß man in Stufe (c) die Fermentation des Hydrolysate in Gegenwart mindestens eines Bakteriums der Gattung Clostridium durchfiihrt, welches aus der Gruppe folgender Arten gewählt wird:
Clostridium Saccharoacetobutylicum, Clostridium Acetqbutylicum,
Clostridium Saccharobutyl Acetpnicum, Clostridium Saccharoperbutylicum.19. Verfahren gemäß Anspruch 16, angewandt auf die Butanol/Isopropani-Fermentation, dadurch gekennzeichnet,daß man in Stufe (c) die Fermentation des Hydrolysate in pegenwart mindestens eines Bakteriums der Gattung Clostridium durchführt, welches aus der Gruppe folgender Arten gewählt wird:
Clostridium Propylbutylicum,
Clostridium Viscifasciens,
Clostridium Butylicum.
Clostridium Beigerinickii,
Clostridium Toanum.130 0 52/088!20· Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,daß das Gemisch aus Topinambur erhalten wird, welcher nach dem Waschen, Extrahieren und Auspressen einer Hydrolyse unterworfen wird, worauf man anschließend eine Fermentation des erhaltenen Hydrolysate durchführt.130052/08Ü
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