DE3118943A1 - Kleinstsicherung - Google Patents
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Description
PatentanwüJIc '■ 3080 ΚΛ/Kr
Wenzel & Kalkoff " ·' . · ·:··. .*··] *; ·6.5.19Β1
Postfach 2448 ^
5810 Witten/Ruhr >3 3ΐ1βΡΑΊ
Anmelderin: Wickmann-Werke
Aktiengesellschaft Annenstraße 113 5810 Witten-Annen
Bezeichnung: Kleinstsicherung
Die Erfindung betrifft eine Kleinstsicherung, die aus einem Sockel, einer Kappe jeweils aus Kunststoff und aus zwei
durch den Sockel hindurchtretenden Leitern besteht, die innerhalb der Kappe durch einen Schmelzleiter überbrückt
sind.
Eine Kleinstsicherung dieser Art ist z.B. aus der DE-OS
29 28 479 bekannt. Der Zusammenhalt zwischen dem Sockel und der Kappe wird durch eine formschlüssige Rastung bewirkt.
Die Montage ist deshalb besonders einfach durchzuführen, auch sind die Maßnahmen zur Verwirklichung der entsprechenden
Rastvorsprünge bzw. -Rillen an den entsprechenden Einzelteilen mit sehr geringem Aufwand möglich. Abweichend
hiervon kann die Verbindungsstelle geklebt, geschweißt oder geschraubt sein.
Während bei der Auslösung durch niedrige und mittlere überströme
keinerlei Probleme auftreten, kann es insbesondere in Verbindung mit sehr dünnen Schmelzleitern bei extrem
hohen überströmen unmittelbar nach der Auslösung zu einer
Trennung von Kappe und Sockel kommen, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem der überstrom noch nicht abgeschaltet
ist. Als Folge davon besteht die Gefahr, daß bei von dem Sockel gelöster Kappe für Bruchteile von Sekunden ein
offener Lichtbogen vorhanden ist. Im übrigen stellt eine Kleinstsicherung, die nach dem Auslösen noch unter Strom
steht und ihre Kappe verloren hat, eine erhebliche Gefahr dar.
Die Trennung der Kappe von dem Sockel kann mehrere Ursachen haben. In einigen Fällen genügt die explosionsartige Verdampfung
des Schmelzleiters und der daraus resultierende Druckanstieg im Inneren der Kleinstsicherung, um die Trennung
zu bewirken. Mitunter ist jedoch eine Zersetzung des Kunststoffes und die damit verbundene Gasentwicklung an dem Aufbau
eines zur Trennung ausreichenden Innendruckes mitbeteiligt. Dabei läuft in etwa folgender Vorgang ab: Ein starker Lichtbogen
führt zu einer Temperaturerhöhung des benachbarten Kunststoffes bis auf ein Niveau, bei dem der Kunststoff vereinfacht
ausgedrückt zu Kohlenstoff und zu gasförmigen Anteilen zersetzt wird, wobei der Kohlenstoff in Folge seiner elektrisch
leitenden Eigenschaft die Aufrechterhaltung des Lichtbogens begünstigt und so die Gasentwicklung in Folge der Kunststoffzersetzung
weiter zunimmt. Schließlich führt die Erwärmung des in dem Innenraum der Kleinstsicherung eingeschlossenen Gases
zusätzlich noch zu einer Druckerhöhung, so daß letztere, die Verdampfung des Schmelzleiters und die Zersetzung des Kunststoffes
oder eine bzw. zwei dieser Ursachen für die Druckerhöhung die Trennung der Kappe von dem Sockel bewirken, bzw.
die Zerstörung der Kleinstsicherurig in dem Maß herbeiführen, daß elektrisch leitende Teile freiliegen.
Es ist schon versucht worden, dieser Erscheinung zu begegnen (DE-OS 30 33 529) , und zwar durch die Anordnung von Messingplättchen
innerhalb des Innenraumes der Kleinstsicherung, die
aufgrund ihrer relativ hohen spezifischen Wärmekapazität
und des guten Wärmeleitvermögens einen Teil der bei der Auslösung freiwerdenden Wärmeenergie binden sollen. Aus
Gründen der Isolierung befinden sie sich jedoch innerhalb enger Höhlungen, die den Zutritt von Wärme nur von einer
Seite gestatten, so daß die Wirkung gering bleibt. Außerdem besteht die Gefahr, daß sich die Plättchen lösen und dann
den gegebenenfalls sehr empfindlichen Schmelzleiter beschädigen
oder einen Neben- oder Kurzschluß bewirken.
Es ist demnach Aufgabe der Erfindung, eine Kleinstsicherung zu schaffen, deren Zusammenhalt bei extrem hohen überströmen
gewährleistet ist und bei der eine unbeabsichtigte Beschädigung des Schmelzleiters vermieden wird.
Die Erfindung wird darin gesehen, daß der den Schmelzleiter umgebende Innenraum ganz oder teilweise mit einem Keramiksustrat
ausgekleidet ist.
Die erfindungsgemäße Keramikauskleidung des Innenraumes der
Kleinstsicherung vermag in mehrfacherweise die Abschaltung eines extremen Überstromes zu unterstützen. Zunächst erfüllt
sie die von den Metallplättchen her bekannte Wirkung der Wärmeaufnahme durch die ihr innewohnende zusätzliche Wärmekapazität.
Darüber hinaus hat sie sich überraschend als hervorragendes Material zur raschen Kondensierung des gegebenenfalls
bei der Auslösung entstehenden Metalldampfes erwiesen, die zu einer entsprechenden Volumenreduzierung und damit zum
Abbau des Innendruckes führt. Die rasche Kondensierung des Metalldampfes entzieht außerdem der Innenatmosphäre Metallionen,
wodurch die Bedingungen für die Aufrechterhaltung eines vorhandenen Lichtbogens drastisch verschlechtert werden. Schließlich
widersteht die Keramikauskleidung für eine gewisse Zeit der thermischen Beanspruchung, wodurch die Oberflächentemperatur
des Kunststoffs unterhalb der Zersetzungstemperatur ge-
halten wird, so daß von dieser Seite her keine zusätzliche Gasentwicklung und damit Druckerhöhung im Innenraum der
Kleinstsicherung entstehen kann.
Für die Auskleidung kann ein Substrat aus einem Papier oder
einem Vlies aus Keramikfasern dienen, ebenso können aber Suspensionen mit Wasserglas oder einem Klebemittel als
Träger aus Aluminiumoxid oder Siliziumoxid dienen. Die Suspension kann aufgestrichen, aufgesprüht oder durch Tauchen
aufgetragen werden, während ein Keramikpapier oder -Vlies einfach in den Innenraum eingelegt wird.
In vielen Fällen ist der Schmelzleiter besonders nahe an dem Boden der Kappe angeordnet, so daß insbesondere der Boden
vor der Wärmeentwicklung geschützt werden muß. In diesem Fall ist die Auskleidung nur des Kappenbodens für eine zuverlässige
Funktion der Kleinstsicherung ausreichend. Darüber hinaus können die zylindrische Innenfläche der Kappe sowie
der Boden des Sockels in die Auskleidung einbezogen sein, was niemals schädlich ist, jedoch je nach Lage des Schmelzleiters
innerhalb des Innenraums der Kleinstsicherung nicht immer erforderlich ist.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispxele der Erfindung, die in der Zeichnung dargestellt sind, näher erläutert; in der
Zeichnung bedeuten:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Auskleidung,
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Auskleidung und
Fig. 3 ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Auskleidung.
In den Figuren 1-3 ist jeweils eine Kleinstsicherung dargestellt, die unterschiedlich ausgekleidet ist. Sie besteht
im wesentlichen aus einem Sockel 1 auf den eine Kappe 2 aufgerastet ist. Der Zusammenhalt zwischen dem Sockel 1 und der
Kappe 2 wird durch umlaufende VorSprünge auf dem Sockel und
entsprechende Rillen innerhalb der Kappe gewährleistet. Durch den Sockel 1 hindurch erstrecken sich jeweils zwei elektrische
Leiter, die als im Querschnitt kreisförmige Metalldrähte ausgebildet
sind. Zur Festlegung dieser Drähte innerhalb des Sockels 1 ist im oberen Bereich ein Abschnitt durch Quetschen verformt,
wodurch an dieser Stelle eine Klemmwirkung zwischen jedem Draht und dem Sockel 1 eintritt. An den über den Sockel
1 hinausragenden Enden der beiden Leiter ist ein Schmelzleiter 3 befestigt. Dieser kann als nackter Draht im wesentlichen
zwischen den beiden Leitern 2 frei gespannt sein, wenn eine flinke Charakteristik gewünscht ist oder er kann zu einer
Wendel geformt sein, wenn die Kleinstsicherung eine mehr träge Charakterisik haben soll; die Befestigung geschieht in aller
Regel durch Anlöten.
Der Boden der Kappe 1 ist in dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figur 1 mit einem Keramiksubstrat 5 ausgekleidet. Aufgrund
fertigungstechnischer Überlegungen ist bei diesem Ausführungsbeispiel· der Schmelzleiter 3 nämlich besonders nahe
an dem Boden der Kappe 2 angeordnet, und zwar mit Hilfe von Lot 4 etwa jeweils an den Enden der beiden Leiter angelötet.
Eine Auskleidung nur des Bodens der Kappe 2 ist deshalb für diesen speziellen Fall völlig ausreichend, da die thermische
Belastung aller übrigen Bereiche des Innenraumes der Kleinstsicherung nicht so groß ist, daß unbedingt eine Auskleidung
auch in diesem Bereichen vorhanden sein muß.
Als Substrat 5 können verschiedene Materialien verwendet werden,
es kommt nur darauf an, daß es hitzebeständig und bei Temperaturbeanspruchung
wenig gasend ist; ein Material auf Keramikbasis ist dafür besonders geeignet. Dabei können sowohl zu
Papier oder zu einem Vlies verarbeitete Fasern oder in einem Bindemittel gehaltene Keramikpulver wie Al2 O3, Si O2 oder
Mg 0 verwendet werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figur 1 ist ein Keramikpapier
verwendet worden, wobei die hier verwendete Form einer Ronde durch Ausstanzen aus einem entsprechenden Bogen entstanden
ist. Sie ist im Durchmesser geringfügig größer gewählt, als der Innendurchmesser der im wesentlichen zylindrischen
Kappe 2, so daß sie ohne weitere Hilfsmittel durch Einlegen in die Kappe auf den Boden in dieser Lage aufgrund ihrer
leichten Klemmwirkung verharrt. Das Keramikpapier kann vor oder nach dem Ausstanzen durch einen Keramikhärter weiter
verfestigt sein, wodurch das Substrat 5 und damit die Auskleidung noch widerstandsfähiger gegen Temperatureinflüsse wird.
In der Figur 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Hier ist der Schmelzleiter 3 mit Hilfe
von Lot 4 mehr im Zentrum des aus dem Sockel 1 und der Kappe 2 gebildeten Innenraums der Kleinstsicherung angebracht. Entsprechend
sind auch die zylindrischen Innenwände, soweit sie den Innenraum der Kleinstsicherung bilden, mit dem Substrat
ausgekleidet. Als Substrat 5 dient hierbei eine Suspension beispielsweise aus einem Al2 O3-Pulver und Wasserglas. Dieser
im noch ungehärteten Zustand streichfähige Brei bzw. diese Lösung
wird auf die entsprechenden Bereiche des Innenseite der Kappe 2 aufgestrichen, aufgesprüht oder mit Hilfe eines Tauchbades
aufgebracht. Nach dem Aushärten bildet die Auskleidung quasi einen Napf, der die Kappe von innen her vollkommen abschirmt.
Es ist dabei unerheblich, ob diese napfartige Auskleidung an der Kappe 2 anhaftet oder nicht, da im zusammengebauten Zu-
stand der Kleinstsicherung die Lage dieser Auskleidung eindeutig festgelegt ist. Die Abschirmung auch des Sockels 1 ist deshalb
nicht unbedingt erforderlich, weil dieser wesentlich dicker als die Kappe ausgebildet ist und es daher einer wesentlich
längeren Temperatureinwirkung auf den Sockel 1 bedarf, bis es auch hier zu einer thermischen Zersetzung und damit zu
einer unerwünschten Gasentwicklung kommt.
Um jedoch auch an dieser Stelle eine nachteilige thermische Wirkung beim Auslösen der Kleinstsicherung zu vermeiden, kann
selbstverständlich auch die Innenseite des Sockels 1 ausgekleidet sein ( Fig. 3). Die Auskleidung kann z.B. in einfacher
Weise durch Auflegen einer Keramikpapierronde auf die entsprechende Seite des Sockels 1 erreicht werden, was vor
dem Anlöten des Schmelzleiters 3 erfolgen sollte. In der Regel sind die beiden den Schmelzleiter 3 tragenden Leiter dünn und
damit spitz genug, um eine aus Keramikpapier ausgestanzte Ronde an den beiden entsprechenden Stellen zu durchbohren,so
daß es keiner gesonderten Berücksichtigung bei der Fertigung dieser beiden Leiter bedarf. Mit einer derartigen Auskleidung
aus Keramikpapier des Sockels 1 kann eine Kappe 2 kombiniert werden, deren Auskleidung durch Auftragen einer Suspension bewirkt
worden ist. Es können also ohne weiteres ein Keramikpapier oder -Vlies mit einer Keramiksuspension jeweils als
Auskleidung kombiniert werden. Als Trägermaterial für das Keramikpulver innerhalb der Suspension kann neben Wasserglas
auch ein anderes selbstaushärtendes Bindemittel verwendet werden, z.B. organische oder anorganische Kleber.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Auskleidung wird sicher verhindert,
daß sich die Rastverbindung zwischen der Kappe 2 und dem Sockel 1 im Falle des Ansprechens der Sicherung löst.
Selbst wenn an dieser Stelle eine Trennung zwischen Kappe und Sockel erschwert wäre, beispielsweise durch die Anwendung eines
Klebers oder durch eine Schraubverbindung wäre eine Zerstörung der Kappe ohne die erfindungsgemäße Auskleidung
in dem Maße zu erwarten, daß in gefährlicher Weise elektrisch leitende Teile freigelegt wären. Die Bildung eines sehr hohen Innendrucks innerhalb der Kleinstsicherung in Verbindung mit, den hohen Temperaturen führt nämlich bei fehlender Auskleidung zunächst zu einer Rißbildung des Kunststoffes, und schließlich zum Abplatzen ganzer Bereiche der Sicherung, so daß eine Situation nach dem Abschalten eintritt, die der einer vom
Sockel 1 getrennten Kappe 2 ähnlich ist.
in dem Maße zu erwarten, daß in gefährlicher Weise elektrisch leitende Teile freigelegt wären. Die Bildung eines sehr hohen Innendrucks innerhalb der Kleinstsicherung in Verbindung mit, den hohen Temperaturen führt nämlich bei fehlender Auskleidung zunächst zu einer Rißbildung des Kunststoffes, und schließlich zum Abplatzen ganzer Bereiche der Sicherung, so daß eine Situation nach dem Abschalten eintritt, die der einer vom
Sockel 1 getrennten Kappe 2 ähnlich ist.
A4
Leerseite
Claims (4)
- Patentanwälte ; ·. , ; · "·. '··* Ί 3080 ΚΛ/KrWenzel & Kalkoff .I.'..* ·..·...: * :..: .·. 6.5.1981Ruhrstr. 26Postfach 2448Witten/Ruhr 31 1 8 9 APatentansprüche :Kleinstsicherung, bestehend aus einem Kunststoffsockel, einer Kunststoffkappe und zwei durch den Sockel hindurchtretenden Leitern,die innerhalb der Kappe durch einen Schmelzleiter überbrückt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der den Schmelzleiter (3) umgebende Innenraum ganz oder teilweise mit einem Keramiksubstrat (5) ausgekleidet ist.
- 2. Kleinstsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Keramiksubstrat (5) aus einem Papier oder Vlies aus Keramikfasern besteht.
- 3. Kleinstsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Keramiksubstrat (5) aus einer Suspension aus Aluminiumoxid oder Siliziumoxid in Wasserglas, einem organischen oder anorganischen Klebemittel besteht.
- 4. Kleinstsicherung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichne t, daß ausschließlich der Boden der Kappe (2) oder die Innenflächen der Kappe (2) ausgekleidet sind.Kleins tsicherung nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auskleidung aus einer Keramik-Papierronde besteht, deren Durchmesser geringfügig größer ist als der Innendurchmesser der Kappe (2)Kleins tsicherung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Auskleidung aus einer aufgesprühten, aufgestrichenen oder durch Tauchen aufgebrachten Suspension besteht.
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