DE3116175C2 - Nichttödliches Wuchtgeschoß - Google Patents
Nichttödliches WuchtgeschoßInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein aus einer Abschußvorrichtung abzufeuerndes Wuchtgeschoß mit nichttödlicher Wirkung für den Polizeieinsatz, das aus mehreren, beweglich miteinander verbundenen, gummi- oder hartgummiartigen Teilen (1) besteht, die vor dem Abschuß eine kompakte, etwa zylindrische Einheit bilden, die sich unmittelbar nach Verlassen eines Laufes der Abschußvorrichtung entfaltet. Um eine bei allen Abschüssen gleichbleibende Flugbahn und damit eine hohe Treffsicherheit zu erhalten, weist das Wuchtgeschoß nach dem Entfalten die Gestalt eines mehrstrahligen oder mehrarmigen, pfeilförmigen Sternes auf, dessen Arme (1) im Sternpunkt gelenkig (5) miteinander verbunden sind, und es nehmen durch elastisch verformbare Elemente die Gelenke (5) zwei stabile Endlagen der Arme (1) und eine labile Zwischenlage der Arme (1) ein.
Description
Die Erfindung betrifft ein aus einer Abschußvorrichtung
abzufeuerndes Wuchtgeschoß mit nichttödlicher Wirkung für den Polizeieinsatz, das mehrere durch elastisch
verformbare Elemente beweglich miteinander verbundene Arme aufweist, die den Querschnitt von
Kreissektoren haben, vor dem Abschuß zusammengefaltet sind, mit radialen Flächen aneinander anliegen und
eine kompakte, etwa zylindrische Einheit bilden, die sich unmittelbar nach Verlassen eines Laufes der Abschußvorrichtung
entfaltet und nach dem Entfalten eine stabile Endlage einnimmt, in der sie die Gestalt eines mehrstrahligen
oder mehrarmigen, pfeilförmigen Sternes aufweist, dessen Arme im Sternpunkt gelenkig miteinander
verbunden sind, wobei die Arme vor Erreichen der genannien stabilen Endlage eine labile Lage aufweisen.
Bei einem bekannten derartigen Geschoß (US-PS 40 30 421), dessen Arme aus Blei oder Wolfram bestehen
sollen, ist jeder Arm für sich mit einem einzigen Federdraht, der vollständig im Inneren des jeweiligen
Arms liegt, mit einem zentralen Mittelstück verbunden, und jeder Arm kann sich somit unabhängig von den
übrigen Armen bewegen.
Versuche haben gezeigt, daß bei derartigen Geschossen nach dem Verlassen des Laufs die Arme nach Beginn
des Auffaltvorganges zwischen der gewünschten sternförmigen Endlage und der Anfangslage zu schwingen
beginnen, wodurch das aerodynamische Verhalten ungünstig beeinflußt wird, nämlich neben einer großen
Streuung im Trefferbild auch eine Vielzahl von Ausreißern, die das Ziel um eine große Distanz verfehlen, vorhanden
sind. Es besteht daher der Nachteil einer für Polizeizwecke nicht ausreichenden Treffgenauigkeit.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Geschoß der eingangs geschilderten Art so auszubilden,
daß eine bessere Treffgenauigkeit erzielt wird. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die elastisch verformbaren
Elemente jeweils etwa in der Ebene der radialen Flächen der gummi- oder hartgummiartig ausgebildeten
Arme liegen, derart, daß sie zu den beim F.ntfalten sich
ergebenden Schwenkachse der Arme einen Pfeilwinkel einnehmen, und daß die Arme bei zusammengefaltetem
Wuchtgeschoß eine weitere stabile Endlage aufweisen.
Gummi- oder hai'tgumniiartige Teile als Bestandteile
von Wuchtgeschossen für Polizeizwecke sind an sich
aus der DE-OS 28 44 675 bekannt. Bei dem bekannten
Geschoß sind die einzelnen Teile, die vor dem Abschuß eine kompakte zylindrische Einheit bilden, durch Kunststoffäden
miteinander verbunden, so daß nach dein Abschuß
das Geschoß keine definierte Gestalt hat.
Der Vorteil der Erfindung liegt darin, daß das Geschoß, das beim Auftreffen auf das Ziel zuverlässig die
gewünschte Wirkung auch über größere Entfernung hat, als dies bei Verwendung von Gummischrot möglich
ist, eine erhöhte Treffsicherheit ermöglicht
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Geschosses erfolgt eine Kopplung der Auffaltbewegung
der Arme in der Welse daß nicht ein einzelner Arm in die voll entfaltete Stellung gelangen kann, während die
übrigen Arme noch nahezu die zylindrische Stellung einnehmen. Es kann daher keine starke seitliche Ablenkung
des Flugweges des Geschosses durch einen ungleichmäßigen Auffaltvorgang des Geschosses, wie dies
beim Stand der Technik der Fall ist erfolgen. Eine definierte
entfaltete Gestalt wird durch die Ausbildung der Gelenke erzielt, die durch elastisch verformbare Elemente
zwei stabile Endlagen der Arme ergeben. Eine dieser stabilen Endlagen ist dann erreicht wenn das
Geschoß seine kompakte Zylindergestalt einnimmt, wogegen die andere Endlage erreicht ist, wenn das Geschoß
die Gestalt eines pfeilförmigen Sternes aufweist. Dabei ist die Zahl der Arme mindestens drei, um eine
aerodynamisch stabile Gestalt des Wuchtgeschosses während des Fluges zu erhalten, und vorzugsweise vier,
so daß das Geschoß in der Stirnansicht die Gestalt e:nes
regelmäßigen Kreuzes aufweist wogegen in der Seitenansicht die Pfeilung erkennbar ist. Eine größere Zahl
von Armen erhöht den Herstellaufwand und den Luftwiderstand während des Fluges, was zu einer unerwünschten
Reichweitenreduzierung führt. Der Pfeilwinkel, also der Winkel, den zwei einander gegenüberliegende
Arme miteinander einschließen, kann in einem gewissen Bereich frei gewählt werden und beträgt vorzugsweise
etwa 120° bis 150°.
Die Querschnittsform der Arme kann unterschiedlich gestaltet sein. Bevorzugt weisen die Arme den Querschnitt
von Kreissektoren auf und liegen bei zusammengefaltetem Geschoß mit radialen Flächen aneinander
an. Das zusammengefaltete Geschoß weist also praktisch einen vollen Querschnitt auf. Dementsprechend ist
der Winkel des Querschnittssektors bei drei Armen 120° und bei der bevorzugten Ausführungsform mit vier
Armen 90°.
Die Gelenke können unterschiedlich gestaltet sein, beispielsweise als Scharniere ausgebildet sein. Besonders
bevorzugt sind die Gelenke durch die Arme im Sternpunkt verbindende, flexible Materialstreifen gebildet,
die jeweils etwa in der Ebene der radialen Flächen liegen. Dabei sind in bevorzugter weiteren Ausgestaltung
Arme und Gelenke einstückig hergestellt. Das führt zu einer sehr preiswerten Produktion und ist vor
allem deshalb vorteilhaft, weil die Arme ohnedies aus einem gummiartigen Material bestehen, das sich sehr
gut für die Gelenke eignet. Da die flexiblen Materialstreifen, die die Gelenke bilden, etwa in der Ebene der
radialen Flächen liegen, erfüllen sie gleichzeitig auch noch die Funktion der elastisch verformbaren Elemente,
die die beiden stabilen Endlagen der Arme ergeben. Aufgrund der angegebenen Konfiguration nehmen
nämlich die Schwenkachsen, um die die Arme beim Entfalten sich verschwenken, einen spitzen Winkel zueinander
ein. Die Längsachse des flexiblen Materialstreifens, der eine annähernd gleichmäßige Breite aufweist, fällt
also nicht zusammen mit der Schwenkachse des Armes, sondern weist hierzu einen spitzen Winkel auf. Dadurch
muß sich der im Abstand von der Längssymmetricachse befindliche Teil des Materialstreifens beim Einfallen /u
» nächst dehnen, worauf er sich wieder /iisnniincn/.iehiMi
kann. Die durch die flexiblen Maicrialstreifen selbsi erzeugte
Rückstellkraft führt /u der gewünschten stabilen Endlage der Arme, die vor allem für den entfalteten
Zustand wichtig ist. um die gewünschte von Abschuß zu
ίο Abschuß gleichbleibende Flugbahn zu erhalten. Durch
die Herstellung des gesamten Geschosses einschließlich Armen und Gelenken einstückig und aus demselben
Material läßt sich eine auf andere Weise nicht erreichbar kostengünstige Herstellung erzielen, was bei keiner
anderen Konzeption möglich wäre.
Es ist möglich, daß der Entfaltungsvorgang beim Abschuß so rasch erfolgt, daß die Arme sich über den gewünschten
Pfeilwinkel hinaus verschwenken und möglicherweise soweit überkippen, daß die Pfeilung entgegen
der Flugrichtung weist. Um dies zu verhindern ist bevorzugt ein Anschlag vorgesehen, der die Entfaltungsbewegung der Arme bei Erreichen eines vorgegebenen
Pfeilwinkels von beispielsweise 140° begrenzt. Dabei ist der Anschlag bevorzugt durch Flächen gebildet, die an
den dem Gelenk benachbarten Enden der Arme vorgesehen sind. Bevorzugt weist dabei jeder Arm zwei Anschlagflächen
auf, denen entsprechende Flächen an den benachbarten Armen zugeordnet sind. Durch diese
Maßnahme Iä3t sich ohne zusätzlichen Herstellungs- oder Montageaufwand eine sichere Begrenzung des
Entfaltungsvorganges erzielen. Bei zusammengefaltetem, zylinderförmigen Geschoß ergeben diese Anschlagflächen
eine Stirnfläche, die wie eine Stirnverzahnung erscheint.
Obwohl gemäß bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung in dem beim Abschuß rückwärtigen Bereich,
also den freien Enden der Arme Führungsringe angeformt sind, die eine gleichmäßige Führung und Abdichtung
des Geschosses im Lauf ergeben sollen, kann es vorkommen, daß beim Abschuß einer der Arme eine
höhere Reibung an der Laufinnenoberfläche erfährt als die anderen Arme. Dadurch wird das Geschoß verformt
und es erhöht sich der Reibungswiderstand. Um diesen unerwünschten Effekt zu vermeiden sind an den radialen
Flächen der Arme vor dem Abschuß miteinander in Eingriff befindliche Verzahnungen vorgesehen. Diese
Verzahnungen, die quer zur Längsachse angeordnet sind, verhindern, daß bei nicht entfaltetem Geschoß sich
die Arme axial zueinander verschieben. Dabei ist bevorzugt die Höhe der Verzahnungen, mit der sie über die
radialen Flächen vorstehen, geringer als die Dicke der sich beim Flug ausbildenden aerodynamischen Grenzschicht
und beträgt dementsprechend bis zu etwa 1 mm. Dadurch wird erreicht daß die Verzahnungen keinerlei
Beeinträchtigung der Flugeigenschaften ergeben.
In bevorzugter weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Wuchtgeschosses ist im Bereich der Gelenke die Außenoberfläche der Arme so abgeschrägt,
daß diese Abschrägungsflächen bei entfaltetem Geschoß etwa in einer gemeinsamen Ebene liegen, auf der
die Längssymmetrieachse senkrecht steht. Dadurch werfen möglicherweise zu Verletzungen führende vorstehende
Kanten und Spitzen bei dem entfalteten Geschoß vermieden.
b5 Im allgemeinen wird das Geschoß aus einem Lauf
abgefeuert, der dem Geschoß einen Drall verleiht. Dieser Drall trägt dazu bei, daß sich das Geschoß unmittelbar
nach dem Verlassen dp« l.anf#»c pntfaitpt >»<>:ι Λ\α
Zentrifugalkraft die Arme des um seine Längssymmetrieachse rotierenden Geschosses nach außen zieht. Wegen
des sich während der Entfaltung aufgrund des zunehmenden Radius verlangsamenden Drehung (konstanter
Drehimpuls) können sich die Arme verwinden, was sich auf das Einhalten einer gleichmäßigen Flugbahn
und damit auf die gewünschte Treffsicherheit ungünstig auswirken kann. Um bei Abschuß des erfindungsgemäßen
Geschosses durch einen glatten Lauf hindurch, bei dem also das Geschoß keinen Drall erhält,
ein zuverlässiges Entfalten gewährleisten zu können weist das Geschoß gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung vor dem Entfalten eine koaxiale, von der dem Gelenk abgewandten Endfläche der
Anne ausgehende Sackbohrung auf.
In dem Augenblick, in dem das Geschoß mit seinem rückwärtigen Ende den Lauf verläßt, herrscht in dieser
Bohrung noch der Mündungsgasdruck, der eine die Arme radial nach außen bewegende Kraft erzeugt. Diese
Kraft wird, solange sich das Geschoß im Rohr befindet, von der Rohrwandung aufgenommen. Sie bewirkt,
nachdem das Geschoß den Lauf verlassen hat, das Aufspringen der Arme und damit das Entfalten des Geschosses.
Diese Entfaltung des Geschosses kann noch dadurch verbessert werden, daß die Zylindermantelfläche
der Arme in dem dem Gelenk abgewandten Endbereich bogenförmig gerundet in die rückwärtige Planfläche
übergeht. Dadurch wird erreicht, daß dann, wenn das rückwärtige Ende des Geschosses den Lauf verläßt,
die Treibgase mit hoher Geschwindigkeit diesen rückwärtigen, bogenförmig gerundeten Randbereich umströmen,
was zu einem örtlichen äußeren Unterdruck führt, der ebenfalls das Entfalten des Geschosses fördert.
Bei bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung ist auf die Zylinderflächen und die radialen Flächen der
Arme ein Trenn- und Gleitmittel aufgetragen, insbesondere ein tetrafluorkohlenstoffhaitiges Trenn- und Gleitmittel,
wie es beispielsweise unter der Bezeichnung Sprühteflon unter dem Handelsnamen Pampus-Fluorplast
vertrieben wird. Dadurch wird einerseits erreicht, daß die Reibung des Geschosses im Lauf reduziert wird
und es wird andererseits sichergestellt, daß selbst bei langer Lagerung die Arme eines Geschosses nicht entlang
der radialen Flächen miteinander verkleben oder verschweißen, was das Entfalten des Geschosses nach
dem Abschuß verhindern oder verzögern würde.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der Zeichnung beschrieben.
Es zeigt in vereinfachter, schematisierter Darstellung
unter Wegiassung fur das Verständnis der Erfindung nicht erforderliche Einzelheiten:
F i g. 1 ein zusammengefaltetes Wuchtgeschoß wie es in die Abschuß vorrichtung geladen wird.
F i g. 2 einen Schnitt durch das entfaltete Geschoß nach der Linie H-II der F i g. 3,
Fig.3 eine Ansicht in Richtung eines Pfeiles III der
F i g. 2 und
Fig.·* eine Ansicht in Richtung eines Pfeiles IV der
Fig. 2.
Das in der Zeichnung dargestellte Wuchtgeschoß weist zusammengefaltet die Gestalt eines Zylinders auf.
dessen eine Stirnseite mit einer groben Slirnver/ahnung
versehen ist. Hntfallct wcisl das Wuchtgeschoß die Gcsiali
eines vicrslrahligen Sternes oder regelmäßigen
Kreuzes auf, dessen vier Arme I jedoch nicht in einer gemeinsamen Ebene liegen, sondern die gepfeilt sind,
also beispielsweise jeweils einen Winkel von ca. 70° zu einer Längssymmetrieachse 2 einnehmen, die mit der
Flugrichtung übereinstimmt. Die vier Arme 1 haben jeweils den Querschnitt eines Viertelkreissektors, der einerseits
durch jeweils zwei radiale Flächen 3 und andererseits durch einen Viertel-Zylindermantelabschnitt 4
begrenzt ist. In dem Bereich, in dem die vier Arme 1 sich treffen sind sie mittels Gelenken 5 schwenkbar miteinander
verbunden, die aus dünnen, flexiblen Materialstreifen gebildet sind und die gemäß den Ansichten in
Fig. 3 und Fig.4 einen Winkel von 45° zur Längserstreckung
der Arme 1 einnehmen. Dadurch ist erreicht, daß sich die flexiblen Materialstreifen, die die Gelenke 5
bilden, während des Entfaltens aus der in Fi g. 1 dargestellten Lage in die in den F i g. 2 bis 4 dargestellte Lage
is in dem der Längssyrnrnetrieachse 2 entfernten Bereich
dehnen müssen und sich wieder zusammenziehen können, wenn die entfaltete Lage erreicht ist. Dadurch sind
zwei stabile Endlagen und eine labile Zwischenlage erzielt, was zur Beibehaltung der gefalteten ebenso wie
der entfalteten Stellung des Wuchtgeschosses beiträgt.
Um zu gewährleisten, daß während des Entfaltungsvorganges, der beim Abschuß unmittelbar nach Verlassen
des Laufes erfolgt, die Arme 1 nicht so weit aufschwenken, sondern sich das Geschoß nur bis zu der in
F i g. 2 dargestellten Lage entfaltet, sind die Arme 1 im Bereich der Gelenke 5 mit Anschlagflächen 6 versehen,
die bei entfaltetem Wuchtgeschoß aneinander anliegen oder sich mit geringem Abstand gegenüberstehen
(Fig.3) und die bei zusammengefaltetem Wuchtge-
JO schoß die Flanken der Stirnverzahnung bilden.
In dem den Gelenken 5 benachbarten Bereich sind die konvexen Oberflächen der Arme 1 mit Abschrägungsflächen
7 versehen, deren Winkel so gewählt ist, daß sie bei entfaltetem Geschoß zusammen eine plane Stirnfläehe
ergeben, auf der die Längssymmetrieachse 2 senkrecht steht.
In dem Bereich, in dem die Anschlagflächen 6 eines jeden Armes 1 zusammenlaufen, ergeben sie nicht eine
scharfe Kante sondern es ist diese Kante als Hohlkehle ausgebildet, wobei die vier Hohlkehlen bei entfaltetem
Geschoß die Gestalt einer zur Längssymmetrieachse 2 koaxialen Sackbohrung 8 ergeben. Zur Entlastung der
die Gelenke 5 bildenden Materialstreifen im äußeren, auf Dehnung beanspruchten Bereich sind vier konkave
Rundungen 9 vorgesehen, die Kerbwirkungen reduzieren.
In dem den Gelenken 5 entfernten Endbereich der Arme 1 sind diese an ihrer äußeren Oberfläche 4 mit
geringfügig radial nach außen vorstehenden Ringabschnitten 10 versehen, die bei zusammengefaltetem Geschoß,
also während ueb Abschusses, einen Dicht- und
Führungsring bilden.
In die den Gelenken 5 entfernten Enden der Arme 1 ist jeweils eine im Querschnitt die Gestalt eines Viertel-Zylinders
aufweisende Aussparung 11 eingearbeitet Bei zusammengefaltetem Geschoß ergeben die vier Aussparungen
11 die Gestalt einer Sackbohrung, die in die beim Abschuß rückwärtige Oberfläche des Wuchtgeschosses
mündet und in die die Treibgase beim Abschuß eindringen. Beim Verlassen des Laufes ergeben die in
dieser durch die Aussparungen 11 gebildeten Sackbohrung befindlichen Treibgase eine quer zur Flugrichtung
wirkende Kraft, die zur Entfaltung des Geschosses beiträgt. Solange sich das Gcschoü noch im Lauf befindet
br> bewirkt der Druck in dieser durch die Aussparungen 11
gebildeten Sackbohrung lediglich, daß die Ringabschnitte 10 gut an der Oberfläche der Bohrung des Laufes
anliegen.
Um den Entfaltungsvorgang noch zu unterstützen sind die Zylindermantelabschnitte 4 der Arme 1 im Bereich
der freien Enden der Arme zu Bogen 12 gerundet, die einen Übergang von dem Zylindermantelabschnitt 4
zu der beim Abschuß rückwärtigen Planfläche des Ge- ■>
Schosses bilden. In dem Augenblick, in dem das Geschoß
mit seinem rückwärtigen Ende den Lauf der Abschußvorrichtung verläßt, strömen die Treibgase mit hoher
Geschwindigkeit zwischen Laufmündung und Bogen 12 entlang und ergeben hier einen Unterdruck, der ebenfalls
eine das Entfalten des Wuchtgeschosses fördernde Kraft ergibt. Im Bereich der freien Enden sind die Arme
1 an den Radialflächen 3 mit Verzahnungen 13 versehen, die bei zusammengefaltetem Geschoß (Fig. 1) miteinander
in Eingriff stehen und die dadurch verhindern, daß sich die Arme 1 beim Abschuß in Längsrichtung zueinander
verschieben und dadurch verkanten, was zu unterschiedlicher Reibung der einzelnen Arme im Rohr
der Abschußvorrichtung und damit zu einer Beeinträchtigung der Treffgenauigkeit führen könnte.
Ihren Zweck als Anschlag erfüllen die Anschlagflächen 6 auch dann, wenn sie nicht die gesamte mögliche
Fläche einnehmen, sondern wenn sie in dem der Längssymmetrieachse 2 entfernten Bereich nochmals abgeschrägt
sind, so daß sie bei entfaltetem Geschoß nach außen hin einen sehr spitzen Keil 14 ergeben.
Die Erfindung läßt sich nicht nur als vierstrahliger Stern verwirklichen, sondern es kann das Wuchtgeschoß
auch drei oder fünf oder sechs Arme aufweisen. Wesentlich ist, daß es beim Abschuß die Gestalt eines
Zylinders und sogleich nach Verlassen des Laufes die Gestalt eines regelmäßigen Sternes einnimmt, dessen
einzelne Arme oder Strahlen zur Flugrichtung gepfeilt sind, weil dies eine aerodynamische stabilisierte Fluglage
ergibt und damit eine hohe Treffgenauigkeit ermöglicht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (12)
1. Aus einer Abschußvorrichtung abzufeuerndes Wuchtgeschoß mit nichttödlicher Wirkung für den
Polizeieinsatz, das mehrere durch elastisch verformbare Elemente beweglich miteinander verbundene
Arme aufweist die den Querschnitt von Kreissektoren haben, vor dem Abschuß zusammengefaltet sind,
mit radialen Flächen aneinander anliegen und eine kompakte, etwa zylindrische Einheit bilden, die sich
unmittelbar nach Verlassen eines Laufes der Abschußvorrichtung entfaltet und nach dem Entfalten
eine stabile Endlage einnimmt, in der sie die Gestalt eines mehrstrahligen oder mehrarmigen, pfeilförmigen
Sternes aufweist, dessen Arme im Sternpunkt gelenkig miteinander verbunden sind, wobei die Arme
vor Erreichen der genannten stabilen Endlage eine labile Lage aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß die elastisch verformbaren EIemenie jeweils etwa in der Ebene der radialen Flächen
(3) der gummi- oder hartgummiartig ausgebildeten Arme (1) liegen, derart, daß sie zu den beim
Entfalten sich ergebenden Schwenkachsen der Arme (1) einen Pfeilwinkel einnehmen, und daß die
Arme (1) bei zusammengefaltetem Wuchtgeschoß eine weitere stabile Endlage aufweisen.
2. Wuchtgeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Arme (1) und Gelenke (5) einstükkig
hergestellt sind.
3. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anschlag
(6) vorgesehen ist, der die Entfallungsbewegung der Arme (1) bei Erreichen des vorgegebenen
Pfeilwinkels begrenzt.
4. Wuchtgeschoß nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlag durch Anschlagflächen (6) gebildet ist, die an üen dem Gelenk (5) benachbarten
Ende der Arme (1) vorgesehen sind.
5. Wuchtgeschoß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Arm (1) zwei Anschlagflächen
(6) aufweist, die den entsprechenden Anschlagflächen an den benachbarten Armen zugeordnet
sind.
6. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den
Mantelflächen (4) im Bereich der freien Enden der Arme (1) Führungsringabschnitte (10) geringer Höhe
angeformt sind.
7. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den radialen
Flächen (3) vor dem Abschuß miteinander in Eingriff befindliche Verzahnungen (13) vorgesehen
sind.
8. Wuchtgeschoß nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Verzahnungen (13),
mit der sie über die radialen Flächen (3) vorstehen, geringer ist als die Dicke der sich beim Flug ausbildenden
aerodynamischen Grenzschicht und bis zu
I mm beträgt. t>o
9. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich
der Gelenke (5) die die Außcnobcrflächc der Arme
(1) bildenden Zylindermantclabsehnitte(4) jeweils so
abgeschrägt ist. daß diese Abschrägungsflächen (7) t,r>
bei entfaltetem Geschoß etwa in einer gemeinsamen F.bcnc liegen, auf der die Länpssvmmeirieachse (2)
senkrecht steht.
10. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Arme (1) mit Aussparungen (Ii) versehen sind, die zusammen vor dem Entfalten eine koaxiale, von der
den Gelenken (5) abgewandten Endfläche der Arme (1) ausgehende Sackbohrung bilden.
11. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die die Außenoberfläche der Arme (1) bildenden Zylindermantelabschnitte
(4) in dem dem Gelenk (5) abgewandten Endbereich mit einem Bogen (12) gerundet sind und bogenförmig in die rückwärtige Planfläche
des zusammengefalteten Geschosses übergehen.
12. Wuchtgeschoß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf die
Zylindermantelabschnitte (4) und die radialen Flächen (3) der Arme (1) ein Trenn- und Gleitmittel
aufgetragen ist, insbesondere ein tetrafluorkohlenstoffhaltiges
Trenn- und Gleitmittel.
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Country Status (1)
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Family Cites Families (3)
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-
1981
- 1981-04-23 DE DE19813116175 patent/DE3116175C2/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3116175A1 (de) | 1982-11-18 |
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