DE3115692A1 - Adaptives regelverfahren - Google Patents
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Description
H 81/18
Anlage zum Patentgesuch der
Klöckner-Humboldt-Deutz
Aktiengesellschaft
vom 15. April 1981
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regelung der Differenzdrehzahl zwischen rotierenden Bauteilen,
insbesondere einer Zentrifugentrommel und einer Förderschnecke, wobei wenigstens das Schneckendrehmoment
und die Differenzdrehzahl gemessen werden und entsprechend einer, deren Sollabhängigkeit beschreibenden Kennlinie
geregelt werden.
Derartige Schneckenzentrifugen, bei denen das erfindungsgemäße Verfahren Anwendung findet, dienen
beispielsweise der Zerlegung von
Feststoff-Flüssigkeitsgemischen in ihre festen und flüssigen Komponenten. Hierbei rotiert im Innenraum einer
drehbar gelagerten, zylindrisch-konischen Trommel eine Förderschnecke, durch deren Differenzgeschwindigkeit
gegenüber der Trommel die an'deren Wandung aufgrund des
Fliehkraftfeldes sedimentierten Feststoffteilchen in Richtung auf einen Feststoffaustrag hin befördert werden,
der in dem konischen Endbereich der Trommel angeordnet ist.
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Bei gegebener Gemischmenge und Feststoffgehalt ergibt sich
im stationären Betriebszustand bei einer bestimmten Differenzdrehzahl zwischen Förderschnecke und Trommel auch
eine bestimmte Fördergeschwindigkeit und damit Feststoffbelastung der Trommel, womit auch das
Schneckendrehmoment einen bestimmten Wert annimmt. Angestrebt wird üblicherweise eine geringe
Differenzdrehzahl, damit eine möglichst lange Verweilzeit des Gemisches und damit zusammenhängend eine möglichst
weitgehende Abtrennung der flüssigen Komponente erzielt wird. Andererseits besteht aufgrund von Schwankungen in den
Eigenschaften des aufgegebenen Gemisches die Gefahr eines "Zufahrens", wenn die Fördergeschwindigkeit bei
beispielsweise steigendem Feststoffgehalt konstant bleibt. In diesem Fall kommt es zu einer erhöhten
Feststoffbelastung der Zentrifuge, welche in einem rasch ansteigenden Schneckendrehmoment zum Ausdruck kommt und
durch Überlastung des Schneckenantriebes bis.zum völligen
Stillstand führen kann. Neben Schwankungen im Feststoffgehalt können jedoch auch Schwankungen in
sonstigen, das Absetzverhalten des Feststoffes beeinflussenden Parametern auftreten, denen durch besondere
regelungstechnische Maßnahmen entgegengewirkt werden muß.
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In der nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung P 30 05
658.7 wird ein Verfahren zur Regelung der Differenzdrehzahl zwischen einer Zentrifugentrommel und einer in dieser
rotierenden Förderschnecke beschrieben, wobei deren Drehzahlen berührungslos gemessen und mittels eines
Rechners ein Istwert der Differenzdrehzahl ermittelt wird. Gleichzeitig wird das an der Förderschneckenwelle wirksame
Drehmoment gemessen und aus diesem Messwert entsprechend einer im Rechner gespeicherten, jeweils schlammspezifischen
Kennlinie ein Sollwert für die Differenzdrehzahl gebildet. Aus der sich ergebenden Regelabweichung zwischen den auf
diese Weise ermittelten Ist- und Sollwerten wird eine Stellgröße abgeleitet, welche auf die Drehzahl des
Förderschneckenantriebes einwirkt. Dieses bekannte Regelungsverfahren ermöglicht einen Betrieb der
Schneckenzentrifuge derart, daß der aus den Meßwerten für das Schneckendrehmoment und die Differenzdrehzahl gebildete
Betriebspunkt in einem durch diese Meßgrößen definierten Koordinatensystem automatisch auf der vorgegebenen
Kennlinie gehalten wird. Für den Fall, daß das System die maximal mögliche Differenzdrehzahl erreicht hat, das heißt
ausgeregelt ist, ist eine rechnergesteuerte Drosselung bzw. Abschaltung der Zufuhr an Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
vorgesehen.
3 715692
- β - KHD
H 81/18
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Regelung der Differenzdrehzahl bei derartigen
Schneckenzentrifugen zu konzipieren, welches einen weitgehend automatischen Betrieb ermöglicht und sich
insbesondere durch Flexibilität bei auftretenden Schwankungen in das jeweilige Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
kennzeichnenden Parametern auszeichnet. Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Gattung dadurch
gelöst, daß wenigstens die Lage der Kennlinie in einem Koordinatensystem bei Überschreiten oder Unterschreiten von
diese kennzeichnenden Werten, insbesondere für das Schneckendrehmoment und/oder die Differenzdrehzahl durch
einen Rechner schrittweise geändert wird. Die Kennlinie ist im einfachsten Fall eine Gerade in einem Koordinatensystem,
auf deren Abszisse die Differenzdrehzahl und auf deren Ordinate das Schneckendrehmoment aufgetragen sind. Sie ist
durch die Koordinaten ihrer Endpunkte, welche Grenzwerte der jeweiligen Kennlinie charakterisieren, eindeutig
gekennzeichnet und funktionell einer bestimmten Schlammkonsistenz zugeordnet. Angestrebt wird
zweckmäßigerweise eine mittlere Lage des Betriebspunktes in einem Bereich der Kennlinie, welcher Schwankungen innerhalb
bestimmter Bandbreiten in be'iden Richtungen ermöglicht, ohne daß die Grenzwerte dieser Kennlinie erreicht werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht somit innerhalb der durch die Konstruktionsmerkmale des Schneckenantriebes
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vorgegebenen Grenzen ein rechnergesteuertes iteratives Auffinden einer, einer veränderten Schlammkonsistenz
entsprechenden neuen Kennlinie, die nunmehr als Grundlage für die Regelung herangezogen wird und hinsichtlich des
Arbeitspunktes der Zentrifuge stabile Betriebszustände gewährleistet. Als die Kennlinie«kennzeichnende Parameter
können naturgemäß auch andere, aus meßbaren Eigenschaften des der Zentrifuge zugeführten Feststoff-Flüssigkeitsgemisches
abgeleitete Parameter benutzt werden,
In einer Ausgestaltung der Erfindung wird die Differenzdrehzahl ausgehend von einer Messung des
Schneckendrehmomentes entsprechend der Kennlinie ausgeregelt. Gegenüber dem bekannten Verfahren gemäß der
Patentanmeldung P 30 05 658.7 ist der Bereich, in welchem
der Sollwert für die Differenzdrehzahl schwanken kann, um die Gesamtheit der durch den Rechner einstellbaren
möglichen Kennlinien erweitert. Auf diese Weise wird ein adaptives Regelverfahren geschaffen, das auch breiten
Schwankungen von Parametern des in der Zentrifuge zu behandelnden Feststoff-Flüssigkeitsgemisches gewachsen ist.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird bei Erreichung des oberen Grenzwertes einer Kennlinie vor der
Einstellung einer neuen Kennlinie der Maximalwert der Differenzdrehzahl eingestellt, bis das Schneckendrehmoment
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unterhalb eines vorgegebenen Wertes abgefallen ist. Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß sich bei Eintreten einer
Störung in kürzestmöglicher Zeit wieder ein neuer stationärer Betriebszustand einstellt. Hierbei wird die
maximal mögliche Differenzdrehzahl zweckmäßigerweise so lange beibehalten, bis die Festsboffbelastung der
Zentrifuge auf ein erträgliches Maß abgesunken ist und ein regulärer Betrieb gemäß einer nunmehr eingestellten neuen
Kennlinie mit Aussicht auf Erfolg möglich ist.
Xn einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird,
ausgehend von dem oberen Grenzwert einer Kennlinie, die Differenzdrehzahl schrittweise erhöht, wobei nach jeder
Erhöhung die Änderung des Schneckendrehmomentes gemessen wird und wobei eine weitere Erhöhung der Differenzdrehzahl
in Abhängigkeit von der "Änderung des Schneckendrehmomentes
erfolgt. Es wird somit nach jedem Erhöhungsschritt während eines definierten Zeitintervalles die Veränderung des
Meßwertes für das Schneckendrehmoment beobachtet, wobei bei dessen Absinken von einer weiteren Erhöhung der
Differenzdrehzahl abgesehen werden kann. Diese Maßnahmen können gerätetechnisch durch einen
Differentialquotientengeber,%der einen Meßwert für die
Tendenz des Schneckendrehmomentes als Ausgangssignal liefert, von dessen Vorzeichen und Betrag die weitere
Erhöhung der Differenzdrehzahl abhängig ist, sehr leicht realisiert werden.
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Weitere Vorteile und Merkmale des erfindungsgemäßen Regelungsverfahrens ergeben sich aus dem in der Zeichnung
als Blockschaltbild schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel.
Im einzelnen bezeichnet 1 eine Zentrifugentrommel, in welcher eine, dem Feststoffaustrag dienende
Förderschnecke 2 drehbeweglich gelagert ist. Für das Verfahren ist es prinzipiell ohne Bedeutung, ob die
Förderschnecke 2 gegenüber der Zentrifugentrommel im Betrieb vor- oder nachläuft. Die Förderschnecke 2 steht
über ein Getriebe 3, dessen Gehäuse mit der Zentrifugentrommel 1 umläuft, mit einem drehzahlregelbaren
Antrieb 4 in Verbindung. Der Antrieb der Zentrifugentrommel 1 erfolgt mit konstanter Drehzahl über
einen Riementrieb 5, dessen eine Riemenscheibe 6 auf der Abtriebswelle 7 eines Motors 8 und dessen andere
Riemenscheibe 9 auf dem Gehäuse des Getriebes 3 angeordnet ist. Um ein Anfahren der Zentrifugentrommel mittels des
drehzahlregelbaren Antriebes 4 zu ermöglichen, ist auf dessen Abtriebswelle 10 eine schaltbare Kupplung 11
angebracht, durch welche die Zentrifugentrommel 1 über das Gehäuse des Getriebes 3 mit der Abtriebswelle 10 gekuppelt
werden kann. Bei eingerückter Kupplung 3 während der Anlaufphase ist somit das Getriebe 3 blockiert, so daß sich
die Förderschnecke 2 und die Zentrifugentrommel 1 synchron bewegen.
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Die Zufuhr eines in seine Bestandteile zu zerlegenden Feststoff-Flüssigkeitsgemisches erfolgt über eine
Leitung 12, in deren Verlauf ein Regelorgan 13 angeordnet ist und eine nicht dargestellte Drehdurchführung in der
Welle IA der Förderschnecke 2 in den Trennraum der Zentrifugentrommel 1. Mit 15 und«16 sind Austragsleitungen
für den Feststoff und die von diesem abgetrennte Flüssigkeit bezeichnet.
Ein Flockungshilfsmittel wird dem zu zerlegenden Gemisch über eine Leitung 17 zugeführt, in deren Verlauf ein
Regelorgan 18 angeordnet ist.
Mit 19 und 20 sind Drehzahlgeber bezeichnet, die mit den Abtriebswellen 7 und 10 zusammenwirken"und der Erfassung
der Drehzahlen der Zentrifugentrommel 1 und der Förderschnecke 2 dienen. Als Drehzahlgeber können
beliebige, vorzugsweise berührungslos arbeitende, beispielsweise induktive Geber eingesetzt werden. Die
Drehzahlgeber 19 und 20 stehen über Meßleitungen 21 und mit einer Recheneinheit 23 in Verbindung.
Der drehzahlregelbare Antrieb 4 ist mit einem Drehmomentgeber 24 ausgerüstet, welcher beispielsweise als
piezoelektrischer, das Reaktionsmoment der Antriebslagerung erfassender Geber ausgestaltet sein kann. Der
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Drehmomentgeber 24 steht über eine Meßleitung 25 mit einem strichpunktiert umrandet dargestellten Rechner 26 in
Verbindung.
Im Verlauf der beschriebenen Meßleitungen sind Glättungs- bzw. Filterelemente, Meßverstärker und Meßwertwandler
angeordnet, auf deren Darstellung jedoch der zeichnerischen Einfachheit halber verzichtet worden ist.
In der Recheneinheit 23 wird aus dem über die Meßleitungen 21 und 22 eingehenden Signalen ein Istwert der
Differenzdrehzahl zwischen der Zentrifugentrommel 1 und der Förderschnecke 2 ermittelt, welcher einer Vergleichsstelle
27 zugeführt wird.
Der über die Meßleitung 25 in den Rechner 26 eingehende Meßwert für das Schneckendrehmoment gelangt zunächst in
einen Speicherbaustein 28, in welchem jeweils eine, die Sollabhängigkeit zwischen Differenzdrehzahl und
Schneckendrehmoment beschreibende Kennlinie gespeichert ist. Die Zeichnung zeigt schematisch ein Beispiel einer
solchen Kennlinie. Der dem gemessenen Wert für das Schneckendrehmoment entsprechende Wert der
Differenzdrehzahl bildet nunmehr den Differenzdrehzahlsollwert und wird der Vergleichsstelle 27
übermittelt, deren Ausgangssignal die festgestellte
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Differenz zwischen Soll- und Istwert ist. Der Rechner 26 wird somit im Rahmen des erfindungsgemäßen Regelverfahrens
als Sollwertgeber für die Differenzdrehzahl eingesetzt. Aus der in der Vergleichsstelle 27 ermittelten Regelabweichung
wird in einem Stellglied 29 ein Spannungs- oder Stromsignal zur Einstellung einer bestimmten. Schneckendrehzahl
gebildet, um diese Regelabweichung zu kompensieren.
Die in dem Speicherbaustein 28 des Rechners 26 wirksame Kennlinie ist eine Gerade, deren Lage in einem durch die
Funktionsgrößen Schneckendrehmoment und Differenzdrehzahl definierten Koordinatensystem durch kennlinienspezifische
Größt- und Kleinstwerte dieser Funktionsgrößen eindeutig gekennzeichnet ist. Überschreitet beispielsweise der
Meßwert für das Schneckendrehmoment den dieser Kennlinie zuzuordnenden Extremwert, welches durch einen
Grenzwertgeber 30 festgestellt wird, gelangt ein diesbezügliches Signal über eine Leitung 31 zu einem
Prozessor 32, welcher nach einem vorgegebenen Programm die die Kennlinie kennzeichnenden Parameter, im vorliegenden
Fall deren Extremwerte, schrittweise dadurch ändert, daß die Kennlinie beispielsweise parallel verschoben und/oder
um einen in der Ebene ihres Koordinatensystems liegenden Punkt gedreht wird, so daß deren Steilheit verändert wird.
Eine Steuerleitung 33 dient der Übermittlung diesbezüglicher Steuerbefehle.
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- 13 - KHD
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Erreicht beispielsweise der Meßwert für das Schneckendrehmoment den oberen Extremwert einer Kennlinie,
womit eine erhöhte Feststoffbelastung der Zentrifuge angezeigt wird, stellt der Prozessor 32 über eine
Steuerleitung 34 und ein Stellglied 35 während eines einstellbaren Zeitintervalles mittels des Antriebes 4 die
maximal mögliche Differenzdrehzahl ein. Auf diese Weise wird die Feststoffbelastung der Zentrifuge in kürzester
Zeit reduziert, welches in einem Abfall des Schneckendrehmomentes zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig
werden die Parameter der Kennlinie verändert, bevor ein normaler Betrieb über die nunmehr abgespeicherte neue
Kennlinie wieder aufgenommen wird. Die Kennlinie wird somit durch den Rechner 26 so lange schrittweise geändert, bis
der durch die Funktionsgrößen Schneckendrehmoment und Differenzdrehzahl gekennzeichnete Betriebspunkt der
Zentrifuge zumindest innerhalb des durch die Extremwerte einer Kennlinie definierten Bereiches verharrt. Besonders
vorteilhaft, insbesondere hinsichtlich stabiler Regelungsverhältnisse ist es, die 'Änderung der Kennlinie so
lange fortzusetzen, bis sich die Lage des Betriebspunktes etwa im mittleren Bereich einer Kennlinie befindet.
Mit 36 ist eine Meßleitung bezeichnet, die die Meßleitung 25 mit einem Funktionsbaustein 37 verbindet, welcher einen
der Änderung des Meßwertes für das Schneckendrehmoment
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gegenüber einem vorgebbaren Bezugswert proportionalen Wert, somit ein dessen Tendenz beschreibendes Signal bildet,
welches dem Prozessor 32 übermittelt wird. Die schrittweise Änderung der Kennlinie wird unter anderem in Abhängigkeit
von diesem, die Tendenz des Meßwertes für das Schneckendrehmoment beschreibenden Signales vorgenommen.
Die durch den Prozessor 32 nach jedem erneuten Erreichen bzw. Überschreiten eines Extremwertes einer Kennlinie
durchgeführte weitere 'Änderung derselben wird von diesem unter Beibehaltung der zuletzt eingegebenen Kennlinie
eingestellt, sobald der Betriebspunkt der Zentrifuge, gekennzeichnet durch das Schneckendrehmoment und die
Differenzdrehzahl innerhalb des durch die Extremwerte dieser letzten Kennlinie umgrenzten Bereiches verharrt.
Es besteht die Möglichkeit, gleichzeitig oder ergänzend zu einem Regeleingriff über die Veränderung des Sollwertes für
die Differenzdrehzahl die Menge an zugeführtem Feststoff-Flüssigkeitsgemisch mit einer Steuerleitung 38
einem Stellglied 39 und dem Regelorgan 13 und/oder die Menge an zugeführtem Flockungshilfsmittel über eine
Steuerleitung 40, ein Stellglied 41 und das Regelorgan 18 zu variieren. Auf diese Weise ergibt sich eine sehr
feinstufige Regelungsmöglichkeit.
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Die Regeleingriffe über die Mengenvariation an zugeführtem
Flockungshilfsmittel und aufgegebenem Gemisch können mit Vorteil bei gegebener Kennlinie zur Feineinstellung des
Betriebspunktes auf dieser herangezogen werden.
Bei Überschreiten des Maximalwertes des Schneckendrehmomentes kann eine Dämpfung des Regelvorganges
dadurch erreicht werden, daß die Differenzdrehzahl in definierten Abstufungen bis zur maximal möglichen
heraufgesetzt wird, wobei auf jeder Stufe die Tendenz des Meßwertes für das Schneckendrehmoment ermittelt wird.
Ergibt sich während des Verweilens auf einer Stufe während eines definierten Zeitintervalles eine meßbare Verringerung
des Schneckendrehmomentes, so erübrigt es sich, den Antrieb 4 bis auf die maximal mögliche Differenzdrehzahl
auszuregeln. Auf diese Weise wird ein unnötiges Hochfahren des Schneckenantriebes vermieden und der Regeleingriff
quantitativ auf das notwendige Maß begrenzt.
Schließlich kann eine derartige, durch eine Trendmessung unterstützte Regelung auch bei stufenweiser Veränderung der
Zufuhr an Flockungshilfsmittel und/oder an Feststoff-Flüssigkeitsgemisch Anwendung finden.
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Fig. 2 zeigt beispielhaft stark ausgezogen eine Kennlinie in einem durch die Funktionsgrößen Differenzdrehzahl ( n)
und Schneckendrehmoment (m) gekennzeichneten Koordinatensystem. Die Kennlinie ist durch die Punkte 42
und 43, welche dieser zugeordnete Extremwerte bezeichnen, eindeutig gekennzeichnet. Erreioht der Betriebspunkt der
Zentrifuge auf dieser Kennlinie den Punkt 43, wird die Differenzdrehzahl durch den Rechner 26 (Fig. 1) auf den
maximal möglichen Wert eingestellt, so daß der vorübergehende Arbeitspunkt der Punkt 44 ist. Sobald bei
diesem Wert der Differenzdrehzahl das Schneckendrehmoment bis auf einen Wert abgefallen ist, der beispielsweise dem
Punkt 45 entspricht, wird die Differenzdrehzahl auf einen Wert abgesenkt, der der nunmehr eingestellten, gestrichelt
gezeichneten Kennlinie entspricht und durch den Punkt 46 gekennzeichnet ist. Die durch die Endpunkte 47 und 48
gekennzeichnete nunmehrige Kennlinie ist aus der ursprünglichen Kennlinie durch eine Verschiebung parallel
zur Ordinate hervorgegangen.
Claims (6)
15. April 1981 KHD
So/Gn H 81/18
Patentansprüche
IJ Verfahren zur Regelung der Differenzdrehzahl zwischen
rotierenden Bauteilen, insbesondere einer Zentrifugentrommel und einer Förderschnecke, wobei
wenigstens das Schneckendrehmoment und die Differenzdrehzahl gemessen werden und entsprechend einer,
deren Sollabhängigkeit beschreibenden Kennlinie geregelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die Lage der
Kennlinie in einem Koordinatensystem bei Überschreiten oder Unterschreiten von diese kennzeichnenden Werten
insbesondere für das Schneckendrehmoment und/oder die Differenzdrehzahl durch einen Rechner (26) schrittweise
geändert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ausgehend von einer Messung des Schneckendrehmomentes die
Differenzdrehzahl entsprechend der Kennlinie geregelt wird.
3. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die schrittweise Änderung der
Lage der Kennlinie durch deren Drehung und/oder Parallelverschiebung ausgeführt wird.
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4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erreichung des oberen
Grenzwertes einer Kennlinie vor der Einstellung einer neuen Kennlinie mittels des Rechners (26) der Maximalwert der
Differenzdrehzahl eingestellt wird, bis das Schneckendrehmoment unterhalb eines vorgebbaren Wertes
abgefallen ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ausgehend von dem oberen Grenzwert einer Kennlinie die
Differenzdrehzahl schrittweise erhöht wird, wobei nach jeder Erhöhung die Änderung des Schneckendrehmomentes
gemessen wird und wobei eine weitere Erhöhung der Differenzdrehzahl in Abhängigkeit von der Änderung des
Schneckendrehmomentes erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß alternativ oder gleichzeitig
mit der Änderung der Kennlinie die aufgegebene Feststoff-Flüssigkeitsgemischmenge und/oder die
Flockungsmittelmenge geändert werden.
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