DE3107367A1 - Verfahren zum kolorieren von mischmaterialien aus polyester- und keratinfasern - Google Patents
Verfahren zum kolorieren von mischmaterialien aus polyester- und keratinfasernInfo
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Description
HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT HOE 81/F Okk Dr.KL/cr
Verfahren zum Kolorieren von Mischmaterialien aus PoIyester- und Keratinfasern
Mischmaterialien aus Polyester- und Keratinfasern, insbesondere
Wolle, haben in der Färberei eine große Bedeutung für Oberbekleidung erlangt. In der Druckerei
spielen sie? hingegen nur eine untergeordnete Rolle, da die übertragung der bisher bekannten Druckverfahren auf
diese Materialien noch nicht befriedigen.
Aus der DE-OS 28 00 600 ist ein Verfahren zum Bedrucken von Keratin-Polyester-Faserflächengebilden bekannt, bei
dem das Material mit einer Mischung aus einem Dispersionsfarbstoff und einem ReaktivfarbsLoff bedruckt wird, wobei
die Druckpasten Glycerin und/oder Harnstoff enthalten können. Die Fixierung der Drucke erfordert ein Zweistufenverfahren,
bei dem das bedruckte Material zunächst mit Niedertemperaturdampf und anschließend mit Hochtemperaturdampf
bei im wesentlichen AtmoSphärendruck behandelt wird.
Es wurde nun gefunden, daß die zweistufige Fix.ierbehandlung durch eine übliche Hochtemperaturfixierung ersetzt werden
kann, wenn die Zubereitungen als Hilfsmittel ein Salz der Ameisensäure enthalten.
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum Kolorieren von Mischmaterialien aus Polyester- und Keratinfasern
durch Klotzen oder Bedrucken mit Zubereitungen, die Dispersions- und Reaktivfarbstoffe sowie Glycerin und/oder
Harnstoff enthalten und eine anschließende Hochtemperaturfixierung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die
Fixierung in Gegenwart eines Alkalisalzes der Ameisensäure erfolgt.
Im folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens näher erläutert:
Die erfindungsgemäß zu kolorierenden Mischmaterialien
enthalten zwischen etwa 9 0 und 50 Gew.-% synthetische lineare Polyester und im übrigen Keratinfasern wie Schaf-,
Angora-, Mohair-, Lama- oder Alpakawolle . Andere Fasern können in untergeordnetem Ausmaß enthalten sein.
Als Dispersionsfarbstoffe kommen die für das Färben von Fasermaterialien aus linearen Polyestern hinlänglich bekannten
Produkte in Betracht, beispielsweise solche aus der Reihe der Azo- oder Anthrachinonfarbstoffe. Bevorzugt
werden die Dispersionsfarbstoffe als Zubereitungen mit nicht-ionischen Tensiden eingesetzt, wie sie beispielsweise
aus der EP-OS 13 576 bekannt sind. Diese elektrolytarmen Einstellungen sind vor allem beim Einsatz synthetischer
Verdickungsmittel vorteilhaft.
Als Reaktivfarbstoffe kommen solche organischen Farbstoffe
in Betracht, die mindestens eine mit der Keratinfaser reaktionsfähige Gruppe, eine Vorstufe hierfür oder einen
mit der Keratinfaser reaktionsfähigen Substiruenten enthalten.
Als Grundkörper dieser organischen Farbstoffe eignen sich besonders solche aus der Reihe der Anthrachinon-,
Azo- und Phthalocyaninfarbstoffe, wobei die Azo- und
Phthalocyaninfarbstoffe metallfrei oder metallhaltig sein können.
Als Verdickungsmittel für die Klotzflotten und Druckpasten können die üblichen Alginat-, Stärkeether- oder Johannisbrotkernmehlether-Verdickungen
sowie Schwe.rben ζ inemul s ionen eingesetzt werden. Die Auswaschbarkeit der Klotzfärbungen
und Drucke wird jedoch verbessert, wenn man als Verdickungsmittel Carboxygruppen enthaltende Polymerisationsprodukte
einsetzt. Solche Verbindungen sind beispielsweise aus der DE-AS 25 51 432 bekannt. Von diesen synthetischen
Verdickungsmittel·! werden in Druckfarben im allgemeinen 0,5 - 5, vorzugsweise 1 bis 2 Gew.-% eingesetzt. Der Zusatz
konventioneller Verdickungs- oder Bxndemittel ist möglich, aber nicht erforderlich.
-y-9
Beim Arbeiten mit konventionellen Verdickungsmitteln bzw. mit Emulsionsverdickungen können die Salze der Ameisensäure
der Klotzflotte bzw. Druckfarbe zugegeben werden. Beim Drucken mit synthetischen Verdickungsmitteln ist es
zweckmäßig, den Druckpasten nur die Farbstoffe und das Glycerin bzw. Harnstoff zuzusetzen und die Ware mit 2 bis
10 g/l Salz der Ameisensäure zu klotzen und zu trocknen. Bei dieser Arbeitsweise kommt man mit geringen Mengen an
Verdickungsmitteln aus, weil die Viskosität der Druckpaste nicht durch das Salz der Ameisensäure verringert
wird. Wenn man diese zweistufige Arbeitsweise vermeiden will, erhöht man zweckmäßig die Einwaage an Verdickungsmittel
um etwa 20 - 40 Gew.-%. Das Salz der Ameisensäure wird in diesem Falle zweckmäßig als wäßrige Lösung eingesetzt,
beispielsweise im Gewichtsverhältnis 1:9 mit Wasser verdünnt. Als Alkalisalz der Ameisensäure wird Natriumformiat
bevorzugt.
Aus der DE-PS 24 05 057 ist es bekannt, Alkalisalze der Ameisensäure als Hilfsmittel beim Klotzen oder Bedrucken
von Mischmateriaiien aus Cellulose- und Polyesterfasern einzusetzen. Hierfür sind jedoch relativ große Mengen
an Formiat erforderlich (in den Beispielen dieser PS 2 bzw. 3 Gew.-%). Beim erfindungsgemäßen Verfahren genügen
geringere Mengen im Bereich von etwa 0,2 bis 1 Gew.-%.
Glycerin und/oder Harnstoff werden in den üblichen Mengen von etwa 0,5 bis 5 Gew.-% den Klotzflotten oder Druckpasten
zugesetzt.
Die Fixierung der Drucke oder Färbungen erfolgt mit überhitztem Dampf oder Heißluft bei Temperaturen von etwa
160 bis 2100C. Die Dampfbehandlung dauert etwa 5 bis 15 Min.
und die Heißluftbehandlung etwa 40 bis 180 Sekunden.
Die Fertigstellung der fixierten Drucke oder Färbungen erfolgt in üblicher Weise durch Spülen, Seifen mit einem
- y-C-
nicht-ionischen Hilfsmittel, beispielsweise einem Fettsäure-Polyglykolester
in neutralem Medium, nochmaliges Spülen und Trocknen.
In den folgenden Beispielen beziehen sich Teile und Prozentangaben auf das Gewicht.
Sofern die eingesetzten Farbstoffe nicht durch die Colour Index-Nr.(gemäß der 3. Auflage) definiert sind,
wurden sie durch einen Buchstaben gekennzeichnet, der die in der Tabelle wiedergegebene Formel bezeichnet.
-/-Io
Man bedruckt ein chloriertes Mischgewebe aus 85 % Polyesterfasern und 15 % Wolle im Rouleauxdruck mit einer
Druckpaste, die wie folgt hergestellt wird: 5
Eine Mischung aus
40 Teilendes gemäß Beispiel 1 der EP-OS 13 576 nichtionisch formierten roten Dispersionsfarbstoffs
der Formel A und
40 Teilen der flüssigen Handelsform von C.I.17757
40 Teilen der flüssigen Handelsform von C.I.17757
(Reactive Orange 16) wird mit
420 Teilen kaltem Wasser verdünnt. Diese Lösung wird in
500 Teile einer Stammverdickung eingerührt, die 657 Teile Wasser,
5 Teile eines handelsüblichen Sequestrierungsmittels, 18 Teile eines hochviskosen Natriumalginats,
15 Teile eines Stärkeethers,
IO Teile Natrium-m-nitrobenzolsulfonat 5 Teile eines Kondensationsproduktes von Polyethylenglykol mit dem mittleren Molgewicht 2000 und
IO Teile Natrium-m-nitrobenzolsulfonat 5 Teile eines Kondensationsproduktes von Polyethylenglykol mit dem mittleren Molgewicht 2000 und
Stearinsäure,
80 Teile Glycerin,
80 Teile Glycerin,
60 Teile einer 10%igen Lösung von Natriumformiat und 150 Teile Schwerbenzin (Siedebereich 160 bis 2200G)
enthält.
Die Ware wird getrocknet und 7 Min. bei 175°C mit überhitztem Dampf fixiert. Anschließend wird kalt gespült und
mit 1 g/l eines Hilfsmittels auf Fettsäurepolyglykolester-Basis bei 40, 60 und 800C nachbehandelt, gespült
und getrocknet. Man erhält ein brillantes Scharlach mit guten Wasser-, Wasch- und Schweißechtheiten.
Beispiel 2
Man bedruckt eine chlorierte Maschenware aus 70 % Polyesterfasern und 30 % Wolle mit einer Druckpaste, die wie folgt hergestellt wird:
Man bedruckt eine chlorierte Maschenware aus 70 % Polyesterfasern und 30 % Wolle mit einer Druckpaste, die wie folgt hergestellt wird:
5 0 Teile des gemäß Beispiel 1 der EP-OS 13 576 nichtionisch formierten blauen Dispersionsfarbstoffs
B und
25 Teile des pulverförmigen blauen Reaktivfarbstoffs F
werden mit
425 Teilen Wasser von 30 bis 400C verdünnt bzw. gelöst.
Diese Mischung wird in
500 Teile einer Stammverdickung eingerührt, die wie in
500 Teile einer Stammverdickung eingerührt, die wie in
Beispiel 1 angegeben hergestellt wird, mit der 1C Abweichung, daß jedoch anstelle der 150 Teile
Schwerbenzin eine Mischung aus 120 Teilen eines Umsetzungsprodukts aus 1 Mol n-Butanol mit 35 Mol
1,2-Propylenoxid (gemäß DE-OS 29 12 497) eingesetzt
wird.
15
15
Nach dem Trocknen fixiert man 10 Min. bei 1700C und behandelt
wie in Beispiel 1 angegeben nach.
Man erhält einen blauen Druck mit guten Wasser-, Wasch-
und Schweißechtheiten.
Man bedruckt ein Mischgewebe aus 90 % Polyesterfasern und 10 % Wolle im Rouleauxdruck mit einer Druckpaste, die
wie folgt hergestellt wird:
Eine Mischung aus
40 Teilen des gemäß Beispiel 1 der EP-OS 13 576 nichtionisch formierten roten Dispersionsfarbstoffs C
und
40 Teilen der flüssigen Handelsform von CI. 17 757
(Reactive Orange 16) werden mit
150 Teilen kaltem Wasser verdünnt. Diese Lösung wird in 700 Teile einer Verdickung, bestehend aus einer Mischung
aus 60 % einer 3%igen Lösung eines Ammonium-
polyacrylats vom Molgewicht 600 000 und 40 % einer 2%igen Lösung eines Copolymerisats
aus Propylen und Maleinsäureanhydrid (Molver-
-X-S?
hältnis 1:1) vom Molgewicht 1 500 000 eingerührt. Anschließend gibt man noch
40 Teile Glycerin und
30 Teile einer 10%igen Lösung von Natriumformiat zu. 5
Nach dem Trocknen fixiert man 8 Minuten bei 1800C und
behandelt wie in Beispiel 1 angegeben nach.
Man erhält ein Orange mit guten Wasser-, Wasch- und Schweißechtheiten.
Man klotzt mit einer Flottenaufnahme von 90 % ein chloriertes Mischgewebe aus 80 % Polyesterfasern und
20 % Wolle mit einer 0,5%igen Lösung von Natriumformiat und trocknet. Dann bedruckt man im Rouleauxdruck mit
einer Druckpaste, die wie folgt hergestellt wird:
Eine Mischung aus
45 Teilen des gemäß Beispiel 1 der EP-OS 13 576 nichtionisch formierten Farbstoffs der Formel D,
I5 Teilen des ebenso nicht-ionisch formierten Farbstoffs
CI. Disperse Blue 56 (CI. 63 285) und
25 Teilen der flüssigen Handelsform des blauen Reaktivfarbstoffs
F (22,4 % Farbstoffgehalt) werden mit 365 Teilen kaltem Wasser verdünnt. Diese Lösung wird in
500 Teile einer 3%igen Lösung eines Natrium- oder Ammoniumpolyacrylats vom Molgewicht 3 000
eingetragen.Anschließend gibt man noch 50 Teile Glycerin zu.
Die bedruckte Ware wird getrocknet und wie in Beispiel 1 angegeben fertiggestellt. Man erhält ein tiefes
Marineblau mit guten Wasser-, Wasch- und Schweißechtheiten.
- VA
Man verfährt wie in Beispiel 2 angegeben, verwendet jedoch e.ine Mischung aus
70 Teilen des gemäß Beispiel 1 der EP-OS 13 576 nichtionisch formierten roten Dispersionsfarbstoffs E
und
40 Teilen einer flüssigen Einstellung des roten Reaktivfarbstoffs G (Farbstoffgehalt: 17 %) , verdünnt
mit
390 Teilen Wasser.
10
390 Teilen Wasser.
10
Man erhält ein brillantes Rot mit guten Wasser-, Wasch- und Schweißechtheiten.
-/-ΊΟ-
In den Beispielen eingesetzte Dispersionsfarbstoffe A
bis E:
CH-
= N
OH
C0-NH-<i )>-OCH
N=N-X V-N
l2 ^3
^CH2-CH2-CO-OCH3
'NO,
C) Mischung aus gleichen Teilen der Farbstoffe ,Cl
= N-/ W
'CH2-CH2-OR
R=H bzw. -CO-CH,
D) O2N
OCH3
r7
C2H5
OCH-
NH,
O-CH2 CH2OCO
- yf-41.
ο
OH
In den Beispielen eingesetzte Reaktivfarbstoffe F und G
F) HO3SO-
'u-
;N
Ή.
=Ν
H2C HO^S
HO NH-CO-CH-
SO3H
H2C-OSO3H
Claims (4)
1. Verfahren zum Kolorieren von Mischmaterialien aus
Polyester- und Keratinfasern durch Klotzen oder Bedrucken mit Zubereitungen, die Dispersions- und
Reaktivfarbstoffe sowie Glycerin und/oder Harnstoff
enthalten und eine anschließende Hochtemperaturfixierung, dadurch gekennzeichnet, daß die Fixierung
in Gegenwart eines Alkalisalzes der Ameisensäure
erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Salz Natriumformiat ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Klotzflotten oder Druckpasten einsetzt,
die pro Kilogramm oder Liter 2 bis 10g des Salzes enthalten.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Ware eine Lösung des Salzes aufklotzt
und anschließend die Ware bedruckt.
Priority Applications (5)
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- 1982-02-26 JP JP57029136A patent/JPS57154474A/ja active Pending
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