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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
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zum Zerschneiden von relativ langen, warmen, in Querschnitt rechteckigen
Metallstücken in Längsrichtung, beispielsweise Strangguß-Stahlbrammen, zu schmaleren
Abschnitten.
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Ublicherweise werden Stahlprodukte der nachstehenden Bearbeitungsfolge
unterworfen: Zunächst wird in einem Stahlwerk gefrischter, geschmolzener Stahl in
Formen gegossen und verfestigt sich dort zu Rohblöcken. Die so geformten Rohblöcke
werden in einem Tiefofen gleichförmig erwärmt und dann zu Halbfertigstahl gewalzt.
Nach dem Abkühlen und Oberflächenbehandeln wird der Halbfertigstahl wieder erwärmt
und zu den gewünschten Fertigprodukten ausgewalzt.
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Bei anderen, in jüngster Vergangenheit in größerem Umfang eingesetzten
Verfahren wird geschmolzener Stahl aus de., Stahlschmelzofen direkt zu Halbfertigformen
(oder Gußstücken) stranggegossen.
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Um die Ausnutzung und die Produktivität der Ablage beim Stranggießen
zu erhöhen, müssen die Anzahl der Gußstückgrößen vermindert und das Gußgewicht bei
jeder Größe in größtmöglichem Maße erhöht werden. Tatsächlich variieren jedoch die
Walzerzeugnisse, wie kaltgewalzte Bleche, die von den Kunden bestellt werden, hinsichtlich
der Dicke und der Breite in großem Maße.
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Um dieser Forderung beim Strangqießen nachzukommen, sind viele Formen
entsprechend der gewünschten Anzahl der Größen, insbesondere Breiten, erforderlich,
und diese Formen müssen häufig gewechselt werden. Das häufige Wechseln von
Stranggußformen
erfordert naturgemäß eine erhebliche Zeit, so daß die Betriebsdauer der Stranggußanlage
vermindert wird. Dadurch ergibt sich eine Verringerung des Einsatzes und der Produktivität
der Einlage sowie der Produktivität der Arbeitskräfte.
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Zur Lösung dieses Problems ist vorgeschlagen worden, die Breite der
Form während des Stranggießens zu variieren.
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Das Stranggießen eines Rohblocks mit einer Breite, die lediglich die
Hälfte der maximal möglichen Breite ist, reduziert beispielsweise die Produktivität
auf die Hälfte. Dieser Vorschlag ist daher nicht vorteilhaft.
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Zur weiteren Lösung des Problems sollten soviele unterschiedliche
Breiten wie möglich gruppenweise zusammengefaßt und als einziges Stück gewalzt werden,
dessen Breite gleich der des breitesten Stückes in der Gruppe ist; danach wird das
stranggegossene Stück mit Hilfe einer geeigneten Einrichtung auf die gewünschte
Breite zerschnitten.
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Bei der üblichen Herstellung von Rohblöcken werden verschiedene Größen
der Stahlhalbfertigerzeugnisse in der primären Stahlwerkstufe hergestellt. Beim
Stranggießen hat man jedoch nicht diese Kapazität zur Herstellung verschiedener
Größen, wenn man nicht die verwendete Form wechselt.
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Man stellt daher beim Stranggießen zunächst ein breites es tahlstück
her und zerschneidet/dann später in schmalere Abschnitte.
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Ein Beispiel hierfür ist das Zerschneiden des Gußstücks in Längsrichtung
mittels Schneidbrenner. Eine andere Möglichkeit ist etwa in der JP-PS 83 023/76
beschrieben, wo ein Gußstück zwischen einem Paar horizontaler Walzen geführt wird,
die jeweils eine oder mehrere ringförmige Vorsprünge aufweisen und übereinander
angeordnet sind. Dadurch wird eine oder mehrere Nuten mit V-förmigem (keilförmigem)
Quer-
schnitt in Längsrichtung des Gußstücks gebildet. Danach wird
das zwischen den innersten Punkten der Nuten in der Ober- und der Unterseite des
Gußstücks verbliebene dünne Metall durch einen Schneidbrenner aufgetrennt.
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Diese Verfahren ermöglichen die Herstellung von Halbfertigstahl in
verschiedenen Breiten durch Zerschneiden eines Gußstücks mit bestimmter Breite in
Längsrichtung. Durch das Brennschneiden wird jedoch ein erheblicher Teil des Materials
als Schlacke abgeschmolzen, so daß die Verfahrensausbeute vermindert wird. Die niedrige
Schnittgeschwindigkeit beruht auf der Wärmeabgabe vom Stück wahrend des Schnittvorgangs.
Dies behindert die wirksame Ausnutzung der Wärme, die das Gußstück nach dem Gießen
enthält, so daß die Einsparung von Energie zum Wiedererwärmen zum anschließenden
Walzen verringert wird. Das Brennschneiden legt auch die grobkörnige Struktur innerhalb
des Gußstücks frei, die nach anschließender Oxidation als Defekt in dem Fertigprodukt
verbleibt.
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Bei einem anderen Verfahren zum Zerschneiden von Material mit einer
bestimmten Breite in zwei oder mehr schmalere Abschnitte erfolgt daher kein Brennschneiden.
Bei diesem Verfahren werden eine oder mehrere Nuten mit V-förmigem (keilförmigem)
Querschnitt in jede Oberfläche des Stücks geschnitten, in dem dieses zwischen einem
Paar horizontaler, übereinander angeordneter Walzen hindurchgeführt wird, die jeweils
mindestens einen ringförmigen Vorsprung aufweisen. Durch Wiederholen dieses Vorgangs
werden die oberen und unteren Nuten allmählich vertieft, bis die innersten Punkte
der Nuten zum Abschluß des Schnittvorgangs zusammentreffen.
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Beim Längsschnitt eines Stücks in drei oder mehr schmalere Abschnitte
gemäß dem zuletzt beschriebenen Verfahren sind zwei Varianten geeignet.
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Eine erste Methode besteht darin, die Unterteilung der Abschnitte
in zwei Teile solange fortzusetzen, bis die gewünschte Anzahl an Abschnitten erhalten
wird. Die zweite Methode besteht darin, das Stück gleichzeitig in die gewünschte
Abschnittanzahl zu zerschneiden. Die erste Methode hat verschiedene Nachteile. Wenn
ein Stück in zwei Teile unterteilt wird, werden die halben Abschnitte jeweils gewölbt.
Aus praktischen Erwägungen ist es sehr schwierig, entlang einer derartig gewölbten
Oberfläche einen Längsschnitt durchzuführen. Ferner verringert der häufige Durchlauf
durch die Schneidvorrichtung den Produktionswirkungsgrad. Daher ist der Wirkungsgrad
der zweiten Methode höher als bei der ersten Methode.
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Schneidet man jedoch ein langes Metallstück, beispielsweise eine Stahlbramme,
in Längsrichtung in drei oder mehr schmalere Abschnitte zur gleichen Zeit, in dem
man ein Paar horizontaler Walzen mit ringförmigen Vorsprüngen verwendet, so ergeben
sich hierbei ebenfalls Probleme. Ein Schnitt durch ein Stück mit den beiden Seiten
des Originalstücks, d.h. ein Querschnitt, auf den die Schnittkraft des ringförmigen
Vorsprungs nicht eingewirkt hat, sieht im Querschnitt annähernd wie ein asymmetrischer
Hundeknochen aus, der über die Breite gesehen in der Dicke variiert. Wenn ein derartiges
Stück zur Dickenreduktion durch gepaarte, horizontale Walzen gewalzt wird, so hat
das erhaltene Produkt eine große Wölbung, da das Metall an verschiedenen Stellen
in der Breite unterschiedlich verlängert wird. Diese Wölbung erschwert nicht nur
das anschließende Walzen, sondern verschlechtert auch die Qualität des Fertigprodukts.
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Bei Zerschneiden eines flachen Teilstücks, beispielsweise einer Stahlbramme,
mit den gepaarten Walzen mit ringförmigen Vorsprüngen ist Sorgfalt erforderlich,
so daß alle abgetrennten Abschnitte symmetrischen Querschnitt aufweisen oder ihren
Dickenunregelmäßigkeiten über die Breite minimalisiert sind.
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Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Zerschneiden eines Metallstücks in drei oder mehr schmalere
Abschnitte mit hohem Wirkungsgrad zu schaffen und dabei die vorstehenden Nachteile
zu vermeiden.
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Ferner soll die erhaltene Wölbung des abgetrennten Abschnitts soweit
minimalisiert werden, daß das anschließende Walzen nicht behindert und die Qualität
des Fertigprodukts nicht verschlechtert wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zum Zerschneiden eines relativ langen,
heißen Metallstücks mit rechtockigem Querschnitt in Längsrichtung in drei oder mehr
schmalere Abschnitte erfolgt in der Weise, daß das Metallstück in Längsrichtung
durch ein Paar übereinander angeordneter, angetriebener Messerwalzen mit Ringkeilen
so geführt wird, daß die Keile in die Ober- und die Unterseite des Metallstücks
einschneiden und so in diesem Metallstück keilförmige oder V-förmige Nuten einschneiden.
Die Nut, die einer der Fußseiten des zuzuschneiden Originalstücks am nächsten liegt,
d.h. der Seite, auf die keine Schnittkraft einwirkt, ist so geformt, daß die dieser
Seite näher liegende Nutflanke gegenüber einer Senkrechten um einen größeren Winkel
geneigt ist, als die andere Nutflanke.
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Zur Bildung einer derartigen Nut weist der entsprechende, ringförmige
Keil einen Querschnitt auf, der gegenüber einer durch das spitze Ende des Keils
verlaufenden und sich rechtwinklig zur Walzenachse erstreckenden Senkrechten asymmetrisch
ist. Insbesondere die der Gußseite des zu schneidenden Originalstücks am nächsten
liegende Keilflanke ist um einen größeren Winkel abgeschrägt als die andere Flanke.
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Beim Schnitt entsprechend dem vorstehenden Verfahren hat der Schnittabschnitt
mit der Gußseite des Originalstücks den folgenden Querschnitt: Die Schnittseite
dieses Abschnitts, d.h. die der Gußseite des Stücks gegenüberliegende Seite, wird
durch die mit größerem Konuswinkel versehene Walzflanke gewalzt. Mit der Schmiegungsebene
einschließlich einem erheblichen orizontalkomponentenanteil ergibt der mit der stumpf
geneigten Keilflanke gewalzte Teil eine Platte, die wie mit üblichen gepaarten Walzen
gewalzt ist. Daher fließt in diesen Teil das Metall in Längsrichtung des Abschnitts,
was eine Dickenzunahme verhindert. Dies ergibt einen Querschnitt mit minimaler Dickenvariation
in Breitenrichtung.
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Daher hat selbst der Abschnitt mit der Guß seite des Originalstücks
keine erhebliche Krümmung beim anschließenden Walzen zwischen den gepaarten horizontalen
Walzen. Dies vermindert die Walzfrequenz und erhöht die Produktivität. Der begrenzte
Metallfluß in Breitenrichtung erhöht die Schnittgenauigkeit.
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Die beiden Seiten eines Abschnitts, der keine gegossene Seite des
originalstücks aufweist, werden durch die andere Keilflanke gewalzt, deren Winkel
kleiner oder spitzer ist.
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Daher wird in diesen Bereichen Metall aufgebaut Dieser Metallaufbau
ist im wesentlichen symmetrisch zur Längsachse eines derartigen Abschnitts, so daß
sich aus der anschließenden Dickenreduktion zwischen den gepaarten, horizontalen
Walzen keine nachteilige Krümmung ergibt.
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Die Erfindung wird nachstehend im Bezog auf die anliegende Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht zur Erläuterung,
wie mit einem Paar bekannter Walzen mit ringförmigem Keil ein Metallstück in schmalere
Abschnitte
zerschnitten wird, Fig. 2 eine Querschnittsansicht dreier Abschnitte, die unter
Verwendung der Walzen gemäß Fig. 1 von einem breiteren Metallstück abgeschnitten
worden sind.
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Fig. 3 eine schematische Querschnittsansicht zur Erläuterung, wie
erfindungsgemäß ein Metallstück in schmalere Abschnitte Querschnitt wird, Fig. 4a
einen Querschnitt bzw. eine Aufsicht eines Abschnitts in geschnittenem Zustand.
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Fig. 4b einen Querschnitt bzw. eine Aufsicht des gleichen und 4b'
Abschnitts, bei dem die beiden Seiten besäumt sind, Fig. 4c einen Querschnitt bzw.
eine Auflicht des gleichen und 4c' Abschnitts nach dem Flachwalzen durch ein Paar
Horizontalwalzen, Fig. 5 einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Ausführungsform
einer Messerwalze, Fig. 6 eine detaillierte Querschnittsansicht in vergrößertem
Maßstab einer erfindungsgemäßen Messerwalze mit einem ringförmigem Keil, Fig. 7
eine Querschnittsansicht ähnlich Fig. 6 eines ringförmigen Keils, bei dem die Kontur
der einen Flanke durch eine abgeknickte Linie gebildet wird und die Außenflanke
einen größeren Neigungswinkel als die Abschnitte der inneren Flanke aufweist,
Fig.
8a Querschnittsansichten von ringförmigen Keilen, und 8b wobei die Konturen der
Flanken durch gekrümmte Linien gebildet werden, und zwar mit konvexen Außen- und
Innenflanken (Fig. 8a) bzw. konkaver Außenflanke und konvexer Innenflanke (Fig.
8b), Fig. 9 eine Aufsicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Zerschneiden von
Metallstücken und Fig. 10 eine Vorderansicht eines Messerwalzgerüstes als Teil der
Vorrichtung gemäß Fig. 9.
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Fig. 1 zeigt die übliche Technik beim Zerschneiden eines relativ heißen
Metalistücks in schmalere Stücke. Ein an einer Messerwalze 21 vorgesehener, ringförmiger
Vorsprung 22 hat im Querschnitt die Form eines ringförmigen Keils, dessen beide
Flanken unter dem gleichen Winkel e geneigt sind. Der Keil 22 ist somit im Querschnitt
symmetrisch. Es sind zwei derartige, übereinander angeordnete und angetriebene Messerwalzen
21 vorgesehen, und ein in seiner Längsrichtung transportiertes Metallstück 1 wird
zwischen den gepaarten Messerwalzen 21 hindurchgeführt. Dadurch schneiden die Keile
in die Ober- und die Unterseite des Metallstücks und bilden dort V-förmige Nuten
2. Im allgemeinen wird das Metallstück 1 wiederholt durch die Walzen 21 geführt,
so daß die Nut 2 bis zum vollständigen Durchschneiden schrittweise vertieft wird.
Dieser Schnitt erfolgt bei hoher Temperatur. Wenn das Metallstück aus Stahl besteht,
so beträgt die Schnittemperatur beispielsweise von 700 bis 1300°C.
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Fig. 2 zeigt die Querschnittsform von drei Abschnitten, in die ein
breites Metallstück mit Hilfe der gepaarten Messerwalzen mit den ringförmigen Keilen
gemäß Fig. 1 unterteilt wird. Der Mittelabschnitt 4 weist im wesentlichen eine symmetrische
Dickenvariation bezüglich seiner Mittelachse
auf. Im Vergleich
hierzu liegt eine Dickenänderung bei den abgeschnittenen Seitenabschnitten 5, die
jeweils eine Seite 3 des ursprünglichen Metallstücks aufweisen, auf die keine Schnittkraft
eingewirkt hat (nachstehend als freie Seite 3 bezeichnet), mit einer Zunahme zur
Schnittseite 7 vor.
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Diese unsymmetrische Dickenvariation wird verstärkt, wenn das Metallstück
in der vorstehenden üblichen Weise geschnitten wird.
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Im Rahmen der Erfindung sind Untersuchungen zur Ermittlung eines Verfahrens
durchgeführt worden, mit dessen Hilfe ein Metallstück in drei oder mehr schmalere
Stücke unter Verwendung von gepaarten Messerwalzen mit ringförmigen Keilen zerschnitten
werden können, ohne dabei eine unausgeglichene Dickenvariation zu verursachen; in
diesem #usammenhang sind Versuche unternommen worden, um den Mechanismus zu verstehen,
durch den derartige unausgeglichene Dickenvariationen auftreten. Diese Untersuchungen
führten zu den nachstehenden Erkenntnissen. Wenn ein breites Metallstück, beispielsweise
eine Stahlbramme oder Platte in drei oder mehr schmalere Stücke mit dem Verfahren
gemäß Fig. 1 zerschnitten wird, so versetzt die Schnittwirkung des ringförmigen
Keils 22 das Metall, um eine V-förmige Nut zu bilden. Das versetzte Metall fließt
in Längsrichtung des Metallstücks 1 und verstärkt sich gleichzeitig in Dickenrichtung.
Durch diese Dickenverstärkung werden die beiden seitlichen Abschnitte 5 mit jeweils
freier Seite 3 an der Schnittseite 7 dicker, an der der Schnitt erfolgt, und an
der freien Seite 3 dünner.
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Im Rahmen der Erfindung hat sich gezeigt, daß eine derartige unausgeglichene
Dickenvariation dadurch ausgeschlossen werden kann, indem die Querschnittsform des
ringförmigen Keils 32, der den Abschnitt mit der freien Seite 3 abschneidet, gemäß
Fig. 3 asymmetrisch ist. Bei dieser Ausführungsform hat jede Messerwalze zwei ringförmige
Keile 32, um das
Metallstück 1 in drei Abschnitte zu zerschneiden.
Die Winkel (Teilflankenwin]cel) 81 und 62 zwischen den Flanken 34 und 35 und
einer vertikalen Linie m, die durch das spitze Ende 33 des Profils des Keils 32
verläuft und sich senkrecht zur Achse 1 der Messerwalze 31 erstreckt, sind unterschiedlich.
Der Winkel #1 der Flanke nahe der freien Seite 3 (nachstehend als Außenflanke 34
bezeichnet) ist größer als der Winkel 82 der benachbarten, gegenüberliegenden Flanke
(nachstehend als Innenflanke 35 bezeichnet).
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Die Horizontalkomponente der Berührungslänge L zwischen dem Keil 32
und dem Teilstück ist L x sind1 oder L x sind2.
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Daher ist bei den vorstehenden ringförmigen Keilen 32 die Horizontalkomponente
der Kontaktlänge größer für die Außenflanke 34 als für die Innenflanke 35. Daher
ergibt der Teil des Teilstücks, der die Außenfianke 34 berührt, eine Platte, die
wie zwischen üblichen Horizontalwalzen gewalzt ist. Bekanntlich fließt beim üblichen
Plattenwalzen das Metall hauptsächlich in Walzrichtung. Durch Vergrößern des Winkels
81 der Außenflanke 34 fließt mehr Metall in die Richtung, in die sich die Nut 2
erstreckt, wo die Außenflanke 34 die Platte berührt, so daß die Verstärkung der
Dicke des Metallstücks 1 vermindert wird. Daher kann die unausgeglichene Dickenvariation
soweit vermindert werden, daß beim nachfolgenden Walzen zur Dickenverminderung keine
erhebliche Krümmung auftritt. Dank des kleinen Innenflankenwinkels e2 führt der
mittlere Abschnitt 4 zu einem wesentlich stärkeren Metal#.aufbau. Dieser Metallaufbau
ergibt sich im wesentlichen symmetrisch zur Breite, so daß man keine Krümmung erhält,
wenn der Abschnitt 4 durch horizontale Walzen zur Verminderung der Dicke gewalzt
wird.
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Nach dem Abschneiden eines relativ heißen, breiten Metallstücks, beispielsweise
einer Stahlbramme in schmalere Abschnitte entsprechend dem vorstehenden Verfahren,
erfolgt ein Besäumen , um die Seite des Abschnitts mit einem Vor-
sprung
aufgrund des Schnittvorgangs abzuflachen, Dann wird der besäumte Abschnitt zur Verringerung
der Dicke mittels gepaarter Horizontalwalzen gewalzt. Fig. 4 zeigt diese Arbeitsschritte
bei einem Außenabschnitt 5, der bei dieser Darstellung ein Abschnitt von der rechten
Seite in Fig. 2 ist.
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Fig. 4a ist ein Querschnitt eines Abschnitts 5 unmittelbar nach dem
Schneiden mit einer Schnittseite 8 mit einem Vorsprung 9 und einer flachen freien
Seite 3. In diesem Fall ist der Abschnitt 5 gemäß Fig. 4a' stark gekrümmt.
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Fig. 4b ist ein Querschnitt eines Abschnitts 10 nach dem Besäumen
an beiden Seiten 3 und 11 mittels eines Paares vertikaler Walzen zur Beseitigung
des Vorsprungs 9. Da die beiden Seiten 3 und 8 besäumt werden, verlängert sich die
flache freie Seite 3 stärker als die Schnittseite 8 mit dem Vorsprung 9. Dadurch
wird die Krümmung des besäumten Abschnitts gemäß Fig. 4b' gegenüber dem Abschnitt
gemäß Fig.
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4a' umgekehrt.
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Fig. 4c ist der Querschnitt eines Abschnitts 12 mit gleichförmiger
Dicke aufgrund der Verringerung der Dicke durch Walzen des besäumten Abschnitts
10 mit Hilfe eines Paars horizontaler Walzen. Bei diesen Walzen wird der dickere
Teil stärker verlängert als der dünnere Teil, so daß die krümmung des flachgewalzten
Abschnitts 12 gemäß Fig. 4c' ebenfalls gegenüber dem Abschnitt gemäß Fig. 4b' umgekehrt
wird.
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Für eine effiziente Produktion muß die unsymmetrische Dickenvariation
in dem Abschnitt 5 soweit vermindert werden, daß die Krümmung in diesem Zustand,
d.h. in den Fig. 4c und 4c' im wesentlichen auf Null vermindert werden kann. Durch
Auswahl geeigneter Flankenwinkel 81 und i2 für den Ringkeil wird es erfindungsgemäß
möglich, die Symmetrieabweichung
hinsichtlich der Dickenvariation
in der gewünschten Weise zu vermindern.
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Die vorstehende Beschreibung bezieht sich auf eine Ausführungsform,
bei der das Metallstück in Teilabschnitte unterteilt wird. Das gleiche gilt in den
Fällen, in denen das Metallstück in vier oder mehr Abschnitte unterteilt wird.
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Der Ringkeil, der den äußeren Abschnitt mit einer freien Seite abschneidet,
erhält einen größeren Flankenwinkel an der Außenseite als an der Innenseite. Der
Ringkeil, der einen Abschnitt mit zwei Schnittseiten abschneidet, hat gleichwinkelige
Außen- und Innenflanken. Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Messerwalze.
Zum Schneiden eines Metal]stücks in Abschnitte weist diese Messerwalze 41 zwei
äußere Ringkeile 42 an den einander gegenüberliegenden Endabschnitten und zwei dazwischen
liegende, innere Ringkeile 43 auf. Bei jedem äußeren Ringkeil 42 ist der äußere
Flankenwinkel 61 größer als der innere Flankenwinkel 82 Bei den inneren Ringkeilen
43 ist der Winkel e3 sowohl der Außen- als auch der Innenflanke gleich dem Innenflankenwinkel
82 der äußeren Ringkeile 42.
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Fig. 6 zeigt eine detaillierte Querschnittsansichte eines Ringkeils
zum Abschneiden eines Abschnitts mit freier Seite.
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Zur Verbesserung der erfindungsgemäßen Wirkung sollte der äußere Flankenwinkel
1 möglichst groß sein, vorausgesetzt, daß der Winkel a am Keilscheitel (= 01 + 82)
von 30 bis 900 beträgt. Wenn der Keilscheitelwinkel a #1 a 900 übersteigt, wird
die Höhe (h in Fig. 2) des dachartigen Vorsprungs an der Schnittseite so groß, daß
viele Besäumdurchläufe erforderlich sind, um bei der nachfolgenden Bearbeitung diesen
Vorsprung auszuschalten. Wenn ferner der Schnitt mit einem derartigen Keil erfolgt,
wird die Messerwalze einer derartig großen Reaktionskraft ausgesetzt, daß die Schneidvorrichtung'um
dem zu widerstehen, groß genug sein muß.
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Außerdem kann die gewünschte V-förmige Nut nicht ausgebil-
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werden, bis das Metallstück nicht mehrere Male zwischen den Messerwalzen hindurchgelaufen
ist; dies verschlechtert den Arbeitswirkungsgrad. Wenn andererseits der Keilscheitelwinkel
a kleiner als 300 ist, hat der ringaörmige Keil keine ausreichende Festigkeit und
nutzt rasch ab.
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Der Keilscheitelwinkel a im Bereich von 30 bis 900 wird in den Außenflankenwinkel
81 und den Innenflankenwinkel unterteilt. Diese Winkel müssen derart gewählt werden,
daß die erhaltene Dickenvariation bei dem abgeschnittenen Stück gering genug ist,
damit der Abschnitt 12 im gewalzten Zustand gemäß Fig. 4c' keine erhebliche Krümmung
erfährt.
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Erfindungsgemäß sollte der Winkel # 1 vorzugsweise von 0,52cd bis
0,92« betragen.
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Wenn die maximale Dicke des Metallstücks II ist, so erhält man einen
hohen Schnittwirkungsgrad, wenn die Breite g der Keilspitze kleiner oder gleich
0,05 H (£# 6 0,05EI) oder vorzugsweise 0,01 H bis 0,04 H (#= = 0,01H bis 0,04II)
beträgt.
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Gemäß vorstehender Beschreibung sind die Keilflanken in ihrer Kontur
geradlinig, jedoch ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt. So kann beispielsweise
die Flankenform auch geknickt oder gekrümmt sein. Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform
mit geknickter Flanke. Die Fig. 8a und 8b zeigen Ausführungsformen mit gekrümmten
Flanken. Der Keilflankenwinkel bei diesen Ausführungsformen (nachstehend als äquivalenter
keilflankeninkel bezeichnet) wird in der nachstehenden Weise definiert. In dem Querschnitt
des Ringkeils wird ein Liniensegment q in der Weise abgeleitet, daß die Fläche,
die durch ein Liniensegment m durch das spitze Ende des von Keils (Mittelpunkt/#
in Fig. 6) und senkrecht zur Walzachse, durch die Kontur n der Keilflanke, die durch
die geknickte oder gekrümmte Linie gebildet wird, und durch eine Basislinie p der
Keilflanke begrenzt wird, gleich der Fläche ist, die durch die Linien?, q und p
definiert ist. Der zwischen
dem Liniensegment q und dem Liniensegment
m senkrecht zur Walzachse gebildete Winkel wird als äquivalenter Keilflankenwinkel
8e1 oder 8e2 definiert.Bei den Ausführungsformen gemäß Fig. 7 ist der äußere Keilflankenwinkel
81 größer als der äquivalente Innenkeilflankenwinkel e e2 Bei den Ausführungsformen
der Fig. 8a und b ist der äquivalente Außenkeilflankenwinkel 8e1 größer als der
äquivalente Innenkeilflankenwinkel Oe2. Bei dem Ringkeil gemäß Fig. 8a sind sowohl
die Innen- als auch die Außenflanke konvex. Der Ringkeil gemäß Fig. 8b hat eine
konkave Außenflanke und eine konvexe Innenflanke.
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Das zu schneidende Metallstück muß auf hoher Temperatur gehalten werden,
so daß der Ringkeil zur Bildung einer keilförmigen Nut in dem Metallstück leicht
plastische Deformation verursachen kann. Wenn das Metallstück aus Stahl besteht,
beträgt die Schnitttemperatur vorzugsweise etwa 700 bis 13O00C. Wenn das Metallstück
stranggegossen ist, wird dieses direkt aus der Stranggußanlage der Schneidvorrichtung
zugeführt, so daß es vor dem Erkalten geschnitten werden kann. Falls es abgekühlt
ist, sollte das Metallstück in einem sogenannten Tiefofen wieder auf eine zum Schneiden
geeignete Temperatur erwärmt werden.
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Fig. 9 zeigt eine erfindungsgemäße Schneidanlage für Metallstücke
mit Messerwalzgerüsten 51 und 52, einer Transporteinrichtung 81, sowie einer Führungseinrichtung
91.
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Die beiden Messerwalzgerüste 51 und 52 sind tandemartig angeordnet.
Die Messerwalzen 53 und 54 in jedem Gerüst werden mit Hilfe eines umkehrbaren Motors
55 über ein Untersetzungsgetriebe 56, Kardangelenke 57 und eine Spindel 58 angetrieben.
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Fig. 10 zeigt eine Vorderansicht mit Einzelheiten der Messerwalzengerüste
51 und 52. Die übereinander angeordneten,
gepaarten Messerwalzen
53 und 54 sind mittels Lagern 62 und 63 in einem Gehäuse 61 drehbar gehaltert, so
daß sie auf-und abbewegt werden können. Die Messerwalzen 53 und 54 weisen jeweils
drei Ringkeile 64, 65 und 66 auf. Bei den beiden seitlichen Ringkeilen 65 und 66
ist der Außenflankenwinkel größer als der Innenflankenwinkel gemäß vorstehender
Beschreibung. Bei dem mittleren Ringkeil 64 sind der Außen-und der Innenflankenwinkel
gleich und ferner gleich dem Innenflankenwinkel bei den äußeren Ringkeilen 65 und
66.
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Das rechte Ende 67 der Walze ist mit dem Kardangelenk 57 verbunden.
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Der Abstand der Walzen oder die Schnittiefe der ringförmigen Keile
64, 65 und 66 in dem Teilstück wird durch eine an dem Gehäuse 61 befestigte Schraubvorrichtung
71 eingestellt.
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Diese Schraubvorrichtung 71 weist eine Schneckenradwinde 76 auf, die
entweder mit Hilfe eines Motors 72 über eine Kettentransmission 73 mit einem Untersetzungsgetriebe
oder mit Hilfe eines Motors 75 mit einem Untersetzungsgetriebe angetrieben wird.
Durch Anheben und Absenken einer Schraube 77 bewegt die Winde 76 die mit der Schraube
77 verbundenen Lager nach oben und nach unten. An jeder Seite ist eine Winde 76
vorgesehen, die durch eine Verbindungsstange 78 miteinander verbunden sind.
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Gemäß Fig. 9 befördert die Fördereinrichtung 81 das Metallstück 1
in dessen Längsrichtung und ist am Einlaßende und am Auslaßende der Messerwalzgerüste
51 und 52 vorgesehen. Die Transporteinrichtung 81 weist mehrere Walzen 82 auf, die
in Förderrichtung in geeigneten Abständen angeordnet sind. Die Walzen 82 weisen
jeweils ein Kettenrad 83 auf und sind über eine Kette 84 so miteinander verbunden,
daß sie mit Hilfe eines umkehrbaren Motors 85 gleichzeitig angetrieben werden.
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Benachbart zu den Messerwalzgerüsten 51 und 52 sind an dem Eintrittsende
und dem Austrittsende jeweils eine Führungseinrichtung 91 mit einem Paar Führungsplatten
92 vorgesehen, die über den Transportweg bewegbar und mit dem einen Ende eines im
Querschnitt quadratischen Stützteils 93 verbunden sind. Das Stütz teil 93 ist auf
einer Führungsschiene 94 verschiebbar befestigt, wobei das gegenüberliegende Ende
des Stützteils über eine Verbindungsstange 95 mit einem Antrieb 96 verbunden ist.
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Die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Schneidvcrrichtung ist folgendermaßen:
Am Anfang wird der Zwischenraum zwischen den Messerwalzen 53 und 54 so eingestellt,
daß die beim ersten Durchlauf geforderte Schnittiefe erreicht wird. Der Walzenzwischenraum
auf dem zweiten Messerwalzengerüst 52 ist geringer als der auf dem ersten Gerüst
51, so daß die durch das erste Gerüst 51 gebildete keilförmige Nut auf dem zweiten
Walzengerüst 52 vertieft wird.
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Um ein Zerschneiden mit exakter Breite sicherzustellen, sollte das
Metallstück 1 den Messerwalzgerüsten 51 und 52 in der richtigen Lage zugeführt werden.
Hierfür sind die Führungsplatten 92 in geeigneter Weise voreingestellt, in dem die
Führungseinrichtung 91 mit Hilfe des Antriebs 96 vorwärts und rückwärts bewegt wird,
so daß das Metallstück 1 in der richtigen Zuführlage gehalten wird.
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Dann wird die Transporteinrichtung 91 betätigt, um das Metallstück
1 in das erste und das zweite Messerwalzgerüst 51 und 52 einzuführen. In diesen
Gerüsten 51 und 52 schneiden die ringförmigen Keile 64, 65 und 66 von oben nach
unten in das Metallstück 1, um keilförmige Nuten 2 zu bilden.
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Dadurch wird das Metallstück in die gewünschten schmaleren Abschnitte
zerschnitten. Wenn der Schnitt nicht bei einem einzigen Durchlauf erfolgt, werden
die Messerwalzen 53 und 54 und die Walzen 82 der Transporteinrichtung 81 in umgekehrter
Richtung angetrieben, um das Metallstück 1 in die entgegengesetzte Richtung zu führen.
Bei diesem Durchlauf durch das zweite und das erste Walzgerüste 52 und 51 in dieser
Reihenfolge, wird die keilförmige Nut 2 in dem Teilstück 1 vertieft. Das Metallstück
1 wird durch die Walzgerüste 51 und 52 wiederholt solange geführt, bis der Schnitt
abgeschlossen ist.
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Beispiel Ein Metallstück wird in drei Abschnitte unter den nachstehenden
Bedingungen zerschnitten: 1) Metallstück Qualität: Reiner Kohlenstoffstahl Form:
Bramme (Dicke 200 mm, Breite 1,5 m, Länge 6 m) Temperatur: 1000°C.
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2) Messerwalzen Flankenwinkel der ringförmigen Keile a) Erfindungsgemäßer,
ringförmiger Keil (81 7 e2> entsprechend der Form gemäß Fig. 7; Äußerer Keilflankenwinkel
81 = 250 Innerer Keilflankenwinkel 92 = 21o (Aquivalenter Winkel) b) üblicher ringförmiger
Keil (#1 = äußere - Keilflankenwinkel e1- = 230 -.
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Innerer Keilflankenwinkel 82 = 23
3) Walzdurchlauf
Durchlauf-Nr. 1 2 3 4 Schnittanzahl 70 60 40 28 (oben und unten insgesamt in mm)
Die nachstehende Tabelle I zeigt die Schnittergebaisse unter den vorstehenden Bedingungen:
I le 1 Form des ringförmi- Aufbau am Aufbau an den gen :eils Mitt#elab- beiden Seiten-~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
schnJUt (mm) abschnitten (mm) Erfindung 0,8 6,0 Stand der Technik 9,6 8,5 Wie sich
aus Tabelle I ergibt, wird der metallische Dickenaufbau (d in Fig. 2) stark. vermindert,
wenn der äußere Keilflankenwinkel 81 größer ist als der innere Keilflankenwinkel
#2 Bei dem vorlisgenden Beispiel nimmt der Metallaufbau um 29 t ab, wenn der äußere
Keliflankenwinkel von 230 auf 25° erhöht wird Beim Flachwalzen durch die gepaarten
horizontalen Walzen (vgl. die Fig. 4c und 4c') weist der nach dem Stand der Technik
erhaltene Abschnitt eine Krümmung von 300 mm auf, während die Krümmung bei dem erfindungsgeinäß
erhaltenen Abschnitt lediglich 50 min beträgt. Diese erfindungsgemäß erhaltende,
geringe Krümmung stellt beim anschließenden Walzen keinerlei Problem dar.