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Beschreibung
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Die Erfindung betrifft ein rauchbares Produkt, insbesondere eine Zigarette
mit im Filterbereich oder auf dem Tabakstrang aufgebrachten Zusatzstoffen.
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Es ist allgemein und z.B. aus der CH-PS 276 709 bekannt, dem Tabak
zur Beeinflussung des Aromas Zusatzstoffe und auch tabakeigene Inhaltsstoffe zuzusetzen.
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Ferner ist es ebenso bekannt, Tabakfilter mit Zusatzstoffen zu imprägnieren,
um Schadstoffe abzusenken oder das organoleptische Verhalten zu beeinflussen.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei rauchbaren Produkten,
die im folgenden allgemein als Zigarette bezeichnet werden, einmal den nicht-protonierten
Nikotingehalt zu erhöhen und gleichzeitig die von den Absolutwerten des freien Nikotins
unabhängige Organoleptik in Richtung auf die Kriterien "braun" bzw. "Kraft" anzuheben,
sowie eine bessere oder schnellere Filterhärtung zu ermöglichen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein rauchbares Produkt gemäß Hauptanspruch
vorgeschlagen, wobei besonders bevorzugte Produkte gemäß den Unteransprüchen ausgebildet
sind.
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Es ist überraschend, daß von den zugesetzten Arylalkylaminen insbesondere
das ß-Phenethylamin oder dessen N-Methylderivat im Filter des rauchbaren Produktes
aufgebracht zu einer schnellen Filterhärtung führt.
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Überraschenderweise zeigen die erfindungsgemäßen Zigaretten eine Anhebung
des freien Nikotingehaltes im Rauch, die um das 2- bis 5fache stärker ist als ohne
den erfindungsgemäßen Zusatz, vorausgesetzt, daß das gesamte Nikotinangebot ausreichend
hoch ist. Ferner zeigt sich überraschenderweise, daß derart behandelte Zigaretten
organoleptisch eine sehr viel stärkere Kräftigkeit haben. Es wird vermutet, daß
dieser überraschende Effekt synergistischen Mechanismen zwischen vorzugsweise Nikotin
und den erfindungssemäßen Arylalkylaminen zuzuschreiben ist.
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Es ist zwar aus der DE-PS 1 767 073 bekannt, Zigarettenfilter unter
anderem mit einer Kombination von organischen Metallsalzen und organischen Basen
wie Polyethylenimin oder Triethanolamin zu behandeln, um eine Absenkung von H2S
oder HCN zu erzielen, da der alleinge Einsatz von Triethanolamin keinen Effekt ergibt.
Jedoch haben derartige Avivierungen von Zigarettenfiltern keinen Bezug auf die vorliegende
Aufgabenstellung.
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Die erfindungsgemäßen Arylalkylamin-Zusatzstoffe sind zum Teil Tabakinhaltsstoffe,
wie z.B. das ß-Phenethylamin (PEA), das N-Methyl-ß-phenethylamin (MPEA) und das
ß-(4-Hydroxyphenyl)ethylamin (Tyramin) bzw. OH-PED) jedoch war es nicht voraussehbar,
daß durch eine zusätzliche Imprägnierung des Filters oder des Tabakstranges mit
diesen Verbindungen eine derart drastische Anhebung des freien Nikotins im Rauch
bei gleichzeitiger Änderung bzw. Kräftigung der Geschmacksrichtung ermöglicht werden
konnte. Wenngleich der Grund für diese überraschende Wirkung nicht eindeutig geklärt
ist, kann angenommen werden, daß durch die Beeinflussung des pH-Wertes im Rauch
bzw. im Filter- oder Tabakstrang bei ausre,chendem, Gesamtnikotinangebot mehr nicht-protonischer
bi votin zur Verfügung gestellt und der sensorische Effekt synergistisch verstärkt
wird.
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Die als Härter des Filters wirkenden erfindungsgemäß zugesetzten Arylalkylamine
ß-Phenethylamin und N-Methyl (ß-Phenethylamin) können entweder allein oder in Kombinaticn
mit anderen bekannten Celluloseacetathärtern wie z.B. Triacetin eingesetzt werden.
Insbesondere ß-Phenethylamin besitzt eine derart ausgezeichnete härtende Wirkung
für Celluloseacetatfasern, daß es als Schnellhärter eingesetzt werden kann, so daß
bei einer produktionsgemäßen Fertigung von Filterstäben außerordentlich
hohe
Bandgeschwindigkeiten (U/min) erzielt werden können.
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Im folgenden soll die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert
werden.
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Beispiel 1 A. Es wurden Versuchszigaretten mit milder Geschmacksrichtung
mit einem 25 mm Kammerfilter mit jeweils 80 mg eines Trägermaterials aus Aktivkohle
verwendet. Das Trägermaterial wurde je Filter mit 20 mg ß-Phenethylamin 0 6H5 -
(CH2) - NH2 versetzt. Es wurden außer den Werten für Kondensat, Nikotin, Filternikotin
und Summennikotin der pH-Wert des Rauches und das freie Nikotin im Rauch und der
organoleptische Eindruck bestimmt.
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B. In einem weiteren Versuch wurden Zigaretten, wie oben untersucht,
jedoch unter Verwendung eines Filters, das etwa 60 % Beiluft ermöglichte.
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Zum Vergleich wurden analog Versuch A und B Zigaretten mit unpräparierten
Filtern untersucht. Die erhaltenen Werte sind in der folgenden Tabelle I angegeben.
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Beispiel 2 Es wurden analog Beispiel 1 Versuchszigaretten untersucht,
bei denen das Trägermaterial mit 20 mg N-Methyl-ß-phenethylamin versetzt wurde.
Die Rauchwerte an Zigaretten ohne Beiluft (Versuch A) und mit Beiluft (Versuch B)
wurden ebenfalls mit denen von unpräparierten Zigaretten gemessen und sind in der
folgenden Tabelle II aufgeführt.
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Beispiel 3 Es wurde analog Beispiel 1 vorgegangen, wobei jedoch der
Zusatzstoff auf dem strangseitigen Bereich eines Oellulosefilters aufgebracht wurde.
Hierbei zeigte sich, daß verglichen mit dem Kammerfilter mit 20 mg ß-Phenethylamin
auf einem Träger nunmehr bereits 5 mg dieses Zusatzes ausreichten, um die gleichen
Effekte zu erzielen.
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Beispiel 4 Es wurden Zigaretten ohne Filter hergestellt, die je Zigarette
100 zug ß-Phenethylamin enthielten. Die erhaltenen Werte entsprechen denen des Beispiels
1.
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Beispiel 5 Ein herkömmliches Celluloseacetatkabel 2,3 Y/40000 dtex
SK wurde mit 10 Gew.% eines Gemisches aus 80 % Triacetin und 20 % ß-Phenethylamin
besprüht und mit Papierhülsen versehen. Anschließend wurde die Härte der Filterstäbe
nach 1, 2 und 24 h bestimmt.
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Als Vergleich wurde der Vorgang unter Verwendung von reinem Triacetin
wiederholt. Es zeiote sch daß die Zeiten bis zur Erzielung einer ausreichenden bzw.
erwünschten Härte bei dem erstgenannten Härtergemisch mit 20 % ß-Phenethylamin derart
kürzer liegen als bei dem reinen Triacetin-Härter, daß mindestens ein 50 %ige Zeitersparnis
erzielt wurde.
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Beispiel 6 Es wurde analog Beispiel 5 jedoch mit 10 % N-Methyl-(ß-Phenethylamin)
gearbeitet. Auch hier ergab sich eine wesentliche Zeitersparnis.
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Alle Versuche der Beispiele zeigen deutlich, daß die erfindungsgemäßen
Zigaretten einen beträchtlich erhöhten Nikotingehalt im Rauch und gleichzeitig eine
kräftigere Geschmacksrichtung erhalten haben.
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Tabelle I
| Versuch A Versuch B |
| mit PEA ohne PEA mit PEA ohne PEA |
| Kondensat (mg/Cig.) 9,8 9,0 4,3 3,3 |
| Nikotin (mg/Cig.) 0,80 0,79 0,48 0,39 |
| Rauch-pH 6,86 6,18 7,16 6,84 |
| freies N/Rauch (µg/Cig.) 52 11 58 24 |
| Beiluftgrad 60 # 2 % BL abs. 60 # 2 % BL abs. |
| Beurteilung starke Reak- mittlere Reak- starke Reaktion/ schwache
Reak- |
| tion/Kraft tion/Kraft Kraft tion/Kraft |
| braun wenig braun braun wenig braun, |
| mild |
Tabelle II
| Versuch A Versuch B |
| mit NPEA ohne NPEA mit NPEA ohne NPEA |
| Kondensat (mg/Cig.) 8,9 8,9 3,5 3,1 |
| Nikotin (mg/Cig.) 0,79 0,74 0,38 0,32 |
| Rauch-pH 7,03 6,26 7,20 6,76 |
| freies N/Rauch (µg/Cig.) 73 13 50 17 |
| Beurteilung sehr starke Reak- mittlere Reaktion/ starke Reaktion/
schwache Reak- |
| tion/Kraft Kraft Kraft tion/Kraft |
| braun wenig braun braun wenig braun, mild |
Berechnung von freiem Nikotin erfolgte nach Formel.
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K1 . K2 N = . 100 (%) (H+)² + K2 . (H+) + K1 . K2