DE3036463C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein panzerbrechendes Wuchtgeschoß
mit einem Spitzenteil, einem Mittelteil und einem rück
wärtigen Hauptpenetrator aus Hart- oder Schwermetall
gemäß den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentan
spruches 1.
Ein derartiges Geschoß ist aus der DE-OS 29 47 165 be
kannt. Beim Auftreffen eines solchen Geschosses auf
eine geneigte Panzerplatte nähert sich die Achse eines
sich bildenden Durchdringungskanales in dessen Verlauf
der Flächennormalen und schließt folglich mit der Schuß
richtung einen Winkel ein. Hierdurch kommt es bei Starr
geschossen zu Verbiegungen und bei gesinterten Schwer
metall-Geschossen zu Brucherscheinungen, welche bei
Mehrplattenzielen die Zielwirksamkeit des betreffenden
Geschossen empfindlich beeinträchtigen.
Bei dem bekannten Geschoß, bei dem der Hauptpenetrator
und das Spitzenteil durch eine äußere Hülle zusammenge
halten sind, soll der geschilderte Nachteil dadurch
vermieden werden, daß durch das Spitzenteil in der
ersten Panzerplatte eine Eindrückung bewirkt wird und
die Gefahr eines Abgleitens an der schrägen Zielober
fläche vermindert wird. Mit einer derartigen, nur von
der Geschoßspitze aus wirksamen Maßnahme ist die be
strebte Wirkung, nämlich das Verhindern des Verbiegens
oder des Brechens des Hauptpenetrators nicht zufrieden
stellend erreichbar. Bei diesem Geschoß soll die Hülle
zudem als Schockabsorber wirken. Sie muß demnach aus
einem duktilen Material bestehen, jedoch soll sie erst
nach Durchdringen einer ersten Panzerung zerstört wer
den. Danach sollen sich im Mittelteil des Geschosses
befindliche körnige granulatförmige oder kugelige spröde
Körper ringsum zerstreut werden und eine Rückseitenwir
kung zwischen zwei Panzerplatten erzeugen.
Demgegenüber wirkt das erfindungsgemäße Geschoß nach
einem anderen Prinzip. Das Verbindungsteil, z. B. die
das Mittelteil umgebende Hülle, soll beim Auftreffen
auf das Ziel von vorne aufreißen und es soll durch die
im Mittelteil angeordneten, nach hinten abgestützten
abspreizbaren Elemente eine Aufweitung des Durchdrin
gungskanales in der ersten Panzerplatte durch die nach,
folgende Wucht des Hauptdurchschlagskörpers dadurch
eintreten, daß die aufspreizbaren Elemente zwangsweise
radial nach außen gedrückt werden und innerhalb des
Durchdringungskanales Material aus der Panzerplatte
abarbeiten. Die als Verbindungselement dienende Hülle
besteht somit aus einem vergleichsweise spröden Material.
Ein anderes Wuchtgeschoß ist weiterhin aus der DE-PS
14 28 679 bekannt. Dort sind in einer sich über die
gesamte Geschoßlänge erstreckenden Hülle mehrere Hart
kernelemente mit dazwischenliegenden Dämpfungselementen
angeordnet. Es sollen von den Vorkernen überkalibergroße
Löcher in einer Zielplatte erzeugt werden, um das Heck
teil des Geschosses als Hauptteil ungehindert passieren
lassen zu können. Beim Einsatz dieses Geschosses gegen
eine geneigte Panzerplatte nähert sich ebenfalls die
Achse eines sich bildenden Durchdringungskanales der
Flächennormalen und schließt folglich mit der Schuß
richtung einen Winkel ein. Hierdurch kommt es bei
diesem bekannten Geschoß, insbesondere bei einer Aus
führung mit hohem Schlankheitsgrad, durch Aufstauchung
und Aufplatzen der Hülle zu einem Stabilitätsverlust
des gesamten Geschosses, da sich die Geschoßkerne nicht
gegeneinander abstützen können und folglich wird das
Heckteil abgelenkt, wodurch bei Mehrplattenzielen die
Zielwirksamkeit dieses Geschosses empfindlich beein
trächtigt ist.
Aus der britischen Patentschrift 1 28 248 sind bei
einem Kurzgeschoß im Bereich der Geschoßspitze (Ogive)
scheibenförmige Einsätze mit ringförmigen Schneidkan
ten bekannt, die durch ein zentralaxiales Verbindungs
element zu einem Stapel verbunden sind. Durch die
Schneidkanten soll ein Ablenken des Geschosses beim
schrägen Auftreffen auf die glatte Oberfläche einer
Panzerplatte verhindert werden und der Durchdringungs
kanal geglättet werden. Auf die Ausbildung eines Ge
schosses zum Durchdringen von Mehrplattenzielen ist
jedoch kein Hinweis zu entnehmen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei
der Wechselwirkung zwischen einem langgestreckten
Wuchtgeschoß und einer Vorpanzerplatte eines Mehrplat
tenzieles durch Erzeugung eines überkalibergroßen
Durchdringungskanales ein Ablenken des rückwärtigen
Geschoßkörpers zu vermeiden, insbesondere Biegebean
spruchungen und Querkräfte von dem Hauptpenetrator fern
zuhalten und damit das Durchdringungsverhalten des
Wuchtgeschosses in der Hauptpanzerung zu verbessern.
Die zur Lösung dieser Aufgabe notwendigen Merkmale
sind im Patentanspruch 1 enthalten. In den Unteransprü
chen sind weitere vorteilhafte Ausführungsarten der
Erfindung angegeben. Die Erfindung wird nachstehend
anhand dreier in den Zeichnungen dargestellter Aus
führungsbeispiele des Näheren erläutert und beschrieben.
Es zeigen, jeweils im zentralaxialen Längsschnitt, die
Fig. 1 und 2 ein erstes und ein zweites, jeweils erste Ele
mente aufweisendes Ausführungsbeispiel nach der
Erfindung,
Fig. 3, 4 und 5 ein drittes, ein viertes und ein fünftes Aus
führungsbeispiel mit zweiten und dritten Ele
menten und
Fig. 3a, 4a und 5a das dritte, vierte und fünfte Ausführungsbeispiel
nach einer jeweiligen Schnittlinie a-a in den zu
gehörigen Fig. 3, 4 oder 5.
Gemäß Fig. 1 weist ein Wuchtgeschoß mit einer zentralen Längsachse A
einen Vorpeneratrator 10 mit einer Spitze 12 und einem Zwischenbereich
auf, an welchem sich rückseitig ein Bereich 80 eines nicht näher be
zeichneten Hauptpenetrators anschließt. Der Vorpenetrator 10 mit einem
Flugdurchmesser D 1 ist mit einem Spitzenkörper 22 ausgestattet, dessen
rückseitiger Teil von einer Kreiskegelmantelfläche 25 begrenzt wird.
In dem Zwischenbereich sind trichterförmig erste Elemente 16.1, . . .
angeordnet. Das Element 16.3 ist mit seiner von einer kreisringför
migen Schneidkante 40 begrenzten trichterförmigen Vorderfläche 36 der
Kreiskegelmantelfläche 25 angepaßt un dieser unmittelbar benachbart
angeordnet. Bei einer vorgegebenen Wandstärke wird das Element 16.3 von
einer rückseitigen Kreiskegelmantelfläche 37 begrenzt; es folgen noch
zwei weitere erste Elemente, nämlich 16.2 und 16.1. Sämtliche Elemente
16 . . . bilden einen Stapel. Dabei liegt das Element 16.1 rückseitig un
mittelbar vor einer trichterförmigen Stirnfläche 82 des Penetratorbe
reichs 80. Im Bereich der zentralen Längsachse A ist ein axiales Ver
bindungselement 44, beispielsweise ein Stehbolzen, mit einem vorderen
46 und einem rückseitigen Gewinde 48 vorgesehen. Mit dem Gewinde 48 ist
der Stehbolzen 44 mit dem Hauptpenetrator verbunden, auf das Gewinde 46
ist der Spitzenkörper 22 aufgeschraubt und der Schaft 45 durchgreift
nicht näher bezeichnete zentrale Öffnungen, wodurch der Stapel im
Zwischenbereich fixiert ist.
Beim Auftreffen auf eine üblicherweise geneigte Panzerplatte eines
Mehrlagenzieles wird ein erster Teil eines Durchdringungskanals von dem
Spitzenkörper 22 gebildet. Sobald das Element 16.3 mit seiner Schneid
kante 40 mit dem Zielwerkstoff einer betreffenden Panzerplatte in Be
rührung tritt, wird es sich infolge seiner Form aufspreizen, wobei
sich sein Wirkdurchmesser gegenüber dem Flugdurchmesser D 1 vergrößert.
Entsprechend verhalten sich die Elemente 16.2 und 16.1 und sorgen damit
für einen ausreichend großen Durchdringungskanal und Austrittskrater
in der betreffenden Zielplatte, so daß der nachfolgende Hauptpenetrator
nicht behindert wird und folglich mit sowohl nach der Geschwindigkeit
wie auch der Masse größerer Energie gegen die nachfolgende(n) Ziel
platte(n) wirksam werden kann.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 unterscheidet sich von demjenigen
nach Fig. 1 durch einen zwischen den Gewinden 46 und 48 einen konischen
Schaft 45′ aufweisenden Stehbolzen 44 und ein Element 17, welches mit
einer ebenen Rückseitenfläche 17′ an einer ebenen Stirnfläche 84 des Be
reichts 80 anliegt.
Die Elemente 16 . . . - ihre Anzahl kann jeweils vorgegeben werden -
können zum Anpassen an unterschiedliche Ziele aus unterschiedlichen
Werkstoffen gefertigt sein und unterschiedliche Wandstärken aufweisen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 3a sind zweite Ele
mente 18 rohrförmig ausgebildet. Mehrere Rohre jeweils entsprechenden
Außendurchmessers sind koaxial ineinander angeordnet. Sie liegen mit
ihrer Rückseite 52 an der ebenen Stirnfläche 84 des Bereichs 80 an und
sind nach der Länge und mit ihren Vorderseiten 50 der Kreiskegel
mantelfläche 26 zur gegenseitigen Abstützung angepaßt. Die Elemente 18
weisen in Längsrichtung verlaufende Schlitze 58 auf, welche sich von
der Vorderseite 50 bis zu einem rückseitigen Ringbereich 60 erstrecken.
Umfangsseitig wird das äußere Element 18 von einer Hülle 30 umgeben,
deren nicht näher bezeichnete Innenfläche einer Umfangsfläche 54 des
äußeren Elements 18 unmittelbar benachbart ist. Die Hülle 30 ist auf
nicht näher beschriebene und nur schematisch dargestellte Weise mit dem
Spitzenkörper 22 in einer vorderen Verbindungszone 32 und mit dem sich
rückseitig anschließenden Penetratorbereich 80 in einer rückseitigen
Verbindungszone 88 verbunden, auf diese Weise sämtliche betroffenen
Teile vorgegebenermaßen fixierend und einander zuordnet.
Beim Auftreffen auf eine üblicherweise geneigte Panzerplatte eines
Mehrlagenzieles wird wiederum der erste Teil des Durchdringungskanals
von dem Spitzenkörper 22 gebildet. Die Hülle 30 reißt und unter der
Bewegung der Fläche 84 in Schußrichtung S werden die Elemente 18 derart
von der Kreiskegelmantelfläche 26 abgewiesen, daß sie mit ihren Vorder
seiten 50 in Wechselwirkung mit dem Zielwerkstoff zu einem gegenüber
dem Flugdurchmesser D 1 vergrößerten Durchmesser einer betreffenden
Wirkfläche führen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 4 und 4a sind die aus dem
im Zusammenhang mit den Fig. 3 und 3a vorbeschriebenen Ausführungs
beispiel bekannten Schlitze 58 durch Nuten 56 ersetzt, welche sich je
doch über die gesamte Länge des Elements 18 erstrecken. Jede Nut 56
bildet eine Schwächungszone, so daß sich beim zielseitigen Auftreffen
eines betreffenden Penetrators unter Bruch in den Schwächungszonen die
Elemente 18 nach außen über den Kreiskegel 24 aufspreizen und zu dem
bereits beschriebenen Effekt führen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 5 und 5a ist in einem Be
reich des Vorpenetrators 10 ein Bündel von stabförmigen dritten Ele
menten 20 von einer Hülle 30 umschlossen und mit dem Bereich 80 des
Hauptpenetrators verbunden. Der von der Hülle 30 fixierte Spitzen
körper 22 ist rückseitig wiederum als Kreiskegel 24 ausgebildet. Die
Elemente 20 stützen sich mit ihren rückseitigen Enden 72 an der ebenen
Stirnfläche 84 des Bereichs 80 ab und liegen mit ihren vorderen
Enden 70 an der Kreiskegelmantelfläche 26.
Beim Auftreffen auf eine üblicherweise geneigte Panzerplatte eines
Mehrlagenzieles wird wiederum der erste Teil des Durchdringungskanals
von dem Spitzenkörper 22 gebildet. Die Hülle 30 reißt, und unter der
Bewegung der Fläche 84 in Schußrichtung S werden die Stäbe 20 derart von
der Kreiskegelmantelfläche 26 abgewiesen, daß sie mit ihren vorderen
Enden 70 mit deren Anbeißkanten 74 in Wechselwirkung mit dem Zielwerk
stoff zu einem gegenüber dem Flugdurchmesser D 1 vergrößerten Durch
messer einer betreffenden Wirkfläche führen.
Claims (7)
1. Panzerbrechendes Wuchtgeschoß miteinem Spitzenteil,
einem Mittelteil und einem rückwärtigen Hauptpenetra
tor aus Hart- oder Schwermetall, mit dem das nach
hinten, eine entgegen der Schußrichtung weisende
Kegelfläche aufweisende Spitzenteil durch ein Verbin
dungselement, insbesondere eine außenkalibergleiche
Hülse, fest verbunden ist
dadurch gekennzeichnet, daß
der Hauptpenetrator eine sich in Schußrichtung trichter
förmig öffnende oder eine zur Geschoßlängsachse senk
recht ausgerichtete ebene Stirnfläche (82, 84) als
Gegenlager für wenigstens ein abspreizbares Element
(16, 18, 20) des Mittelteiles (14) aufweist, das der
art angeordnet ist, daß es sich bei Zielaufprall des
Wuchtgeschosses nach hinten an der vorderseitigen
Stirnfläche (82, 84) des Hauptpenetrators (80) ab
stützt und mit seinem vorderen Teil (40, 50, 70) durch
die als Spreizelement ausgebildete Kegelfläche (25, 26)
des Spitzenteiles (22) radial nach außen abspreizbar
ist, und daß das aufspreizbare Element (16, 18, 20) des
Mittelteiles (14) bis zum Zielaufprall des Wuchtgeschos
ses durch das Verbindungselement (45, 45′, 30) in seiner
Lage fixiert ist.
2. Wuchtgeschoß nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das abspreizbare
Element (16) des Mittelteiles (14) im wesentlichen
trichterförmig ausgebildet ist und in seinem vor
derseitigen kalibergroßen Außenbereich eine ringför
mige in Schußrichtung (S) gerichtete Schneidkante
(40) aufweist.
3. Wuchtgeschoß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß im Mittelteil (14)
eine vorgebbare Anzahl der Elemente (16.1, 16.2, 16.3)
stapelförmig hintereinander angeordnet sind.
4. Wuchtgeschoß nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß das abspreizbare
Element (20) des Mittelteiles (14) stabförmig ausge
bildet ist und durch Anordnung einer Anzahl der Ele
mente (20) ein Bündel
gebildet wird.
5. Wuchtgeschoß nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das abspreizbare
Element (18) des Mittelteiles (14) als Rohr mit
vorgebbarer Wandstärke und mit in Längsrichtung
angeordneten Schwächungszonen als Nuten (56) oder
als Schlitze (58) ausgebildet ist.
6. Wuchtgeschoß nach Anspruch 5, gekenn
zeichnet durch eine koaxiale Anordnung
mehrerer der Elemente (18).
7. Wuchtgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
gekennzeichnet durch unter
schiedliche Wandstärken und/oder durch unterschied
liche Werkstoffe der abspreizbaren Elemente (16, 18).
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