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Schallschutzwall
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Die Erfindung bezieht sich auf einen aus nebeneinander und übereinander
gesetzten Kastenelementen aus Beton gebildeten Schallachutzwall, dessen Kastenelemente
in Längsrichtung des Schallschutzwalles stets gleichbreit sind.
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Der Einsatz von Schallschutzbauwerken zur Minderung der Lärmimmission
in schutzbedürftigen Bereichen gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist teilweise
sogar gesetzlich vorgeschrieben, um gesundheitliche Schäden der Menschen durch Lärm
ZU vermeiden. Uor allem entlang von Autobahnen oder Bahnlinien werden im Bereich
von Wohnsiedlungen vielfach schallschluckende und schallreflektierende Schallschutzwände
errichtet. Leider haben solche Schallschutzwände den Nachteil, daß sie notwendigerweise
die Sicht versperren und durch große Betonflächen oder Stshlflächen ein unschdnes
Aussehen haben.
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Um diesem Nachteil zu begegnen, werden vielfach statt Schallschutzwändai
SchallschutzwSlle aus Erdreich errichtet, da diese durch Rasen und Pflanzen zu begegnen
sind und deshalb natürlicher wirken als eine Wand aus beispielsweise Beton oder
Stahl. Nachteilig bei solchen Erdwällen ist es natürlich, daß sie wegen des Erfordernissas
der Einhaltung von natürlichen Böschungs-
winkeln einen großen Fußdurchmeaser
haben und deshalb große Grundstckflächen beanspruchen. Wie der Artikel Lärmschutz
an Straßen" in der Zeitschrift Betonwerk + Fertigteiltechnik, Heft 2/8o, Seite 9o
ff, belegt, ist es zwar bekannt, beispielsweise durch auteinandergesetzte kastenförmige
Elemente steilere FBschungswinkel zu erreichen und dadurch den Platzbedarf eines
Schsllschutzwslles zu verringern, aber auch dann ist der Schsllschutzwall vielfach
noch zu groß, um auf vorhandenen Flächen errichtet zu werden.
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Als Alternative zu den Schallschutzwällen zeigt der genannte Artikel
verschiedenartig ausgebildete Schallschutzwände, welche aus kompliziert geformten
Bauteilen aufgebaut sind und eine Vielzahl:von Pflanznischen aufweisen. Dadurch
sind solche Schallschutzwände zu bepflanzen, so daß sie gegenüber herkOmmlichen
Schallschutzwänden einen erfreulicheren Anblick bieten. Nachteilig ist es natürlich,
daß diese Schallschutzuände wegen der komplizierten Formen der einzelnen Bauteile
teuer herzustellen und zu montieren sind, Außerdem benotigen solche Schallschutzwände
jeweils ein festes Fundament, damit sie den auftretenden Windkräften standzuhalten
vermögen, Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schallschutzwall zu entwickeln,
welcher aus möglichat einfachen Elementen aufgebaut ist, eine möglichst geringe
Fußbreite hat, aber dennoch kein Fundament bendtigt, der gut zu bepflanzen ist und
ein möglichst attraktives Aussehen hat.
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Diese Aufgabe wird ezflndungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen
Maßnahmen gelöst, Die Vorteile des erfindungsgemäßen Schallschutzwalles sind vielfältig.
Er weist eine sehr hohe Standsicherheit auf, da er aus schweren, aufeinandergesetzten,
kastenförmigen Elementen besteht und nach oben hin ähnlich einer Pyramide schmaler
wird. Der erfindungsgemäße Schallschutzwall kann auf gewachsenem Boden aufgestellt
werden so daß keine Fundament arbeiten notwendig sind.
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Da die Kastenelemente nur aufeinandergesetzt werden, ist eine rasche
Montage möglich. Der Montageaufwand kann auch dadurch kleingehalten werden, daß
die Kastenelemente eine solche Grdße erhalten, durch die sie noch gut mit einem
Autokran zu heben sind. Da die Kastenelemente nicht fest miteinander verbunden sind,
kann die Schallschutzwand sich dem Bodenverlauf anpassen. Dem Werkstoff Beton ist
es zu verdanken, daß es nicht zu Verwerfungen durch Schrumpfung, Temparaturdehnung,
UV-Strahlung o.ä. Effekte kommen kann. Der erfindungsgemaße Schallschutzwall weist
eine hohe Schall'dämmung auf, was - abgesehen vom Werkstoff Beton - auch darauf
zurückzuführen ist, daß die Fläche des Schallachutzwlles unregelmäßig ist, so daß
der-auftreffende Schall entweder gut absorbiert, oder diffls reflektiert wird. Aufgrund
des hohen Eigengewichtes des Schallschutzwalles treten Eigenachwingungen nicht auf.
Im Gegensatz zu Schallschutzbauwerken aus Holz ist der erfindungsgemäße Schallscbutzwall
feuerfest.
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Ganz besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, daß bei dem erfindungsgemäßen
Schallschutzwall große bepflanzbare Flächen vorhanden sind, weil die Tiefe der bepflanzbaren
Flächen pro Seite des Schallschutzwalles nicht nur gleich der halben Tiefendifferenz
zwischen den aufeinander-gesetzten Kastenelementen ist, sondern zusätzlich durch
die Verjüngung der Kastenelemente nach beiden Seiten hin vergrößert wird.
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Ganz besonders vorteilhaft gestaltet sich der erfindungsgemiBe Schallschutzwall,
wenn gemäß einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung die Kastenelemente im Querschnitt
die Form von Sechsecken haben. Die einzelnen Kastenelemente sind dann besonders
einfach herstellbar, da sie von graden Flächen begrenzt sind. Weiterhin haben die
jeweils nächsthöheren Kastenelemente eine große Auflagefläche auf jeweils zwei nebeneinanderstehenden
Kastenelementen. Wenn die Kastenelemente zum Beispiel rech t eckigen Querschnitt
hätten, und mit ihren Stirnseiten aneinander stünden, könnten die um eine halbe
Breite versetzt angeordneten nSchsthuheren Kastenelemente wie eine Wippe auf den
Stoßkanten der beiden tiefer gelegenen Kastenelementen schaukeln, so daß zusätzliche
Abstützungen erforderlich würden.
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Vorteilhaft ist auch eine andere Ausgestaltung der Erfindung, gemäß
der in die Kastenelemente Böden eingelegt sind, welche auf jeweils zwei der nächsttieferen
Kastenelemente aufliegen. Durch diese MaBnahme benötigen die KastenproFile keine
festen Böden, was ihre Herstellungskosten wiederum senkt. Die vorgesehenen Böden
brauchen
nicht in den Kastenelementen befestigt zu werden, da sie
auf den nächattiefer gelegenen Kastenelementen aufliegen können, Günstig ist es
auch, wenn bei den Baden zumindest ein Teil des von den nächsttiefer gelegenen Kastenelementen
abgedeckten Querschnitts ausgespart ist. Durch diese Maßnahme erhält die in den
Schallschutzwall verfüllte Erde aller Kastenelemente miteinander Verbindung, so
daß Feuchtigkeit in alle Kastenelemente ziehen kann. Dadurch ist ein guter Pflanzenwuchs
in den Pfianzniachen geiährleistbt.
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Wenn auf den obersten Kastenelementen Schallschutzplatten aufgestellt
werden, kann mit wenig Aufwand der Schallschutzwall um beispielsweise einen Meter
erhöht werden.
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Um zu verhindern, daß Schall unmittelbar durch die Vertikalfugen des
Schallschutzwalles treten kann, ist es vorteilhaft, die Vertikalfugen zwischen den
Kastenelementen einer Reihe durch einschiebbare Fugenabsperrungen zu verschließen.
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Falls der Schallschutzwall auf eine Fläche von mehr als fünf Prozent
Neigung errichtet werden soll, ist es gemaß einer vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung zieckmäßig, zur Erzeugung eines Höhenversprungs Kastenelemsnte vorzusehen,
welche halbseitig eine H5henau9nehmung haben.
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Die Standfestigkeit der Kastenelemente auf den nächsttieferen Kastenelementen
kann gemäß einer anderen Aus-
gestaltung der Erfindung durch Auflagerplatten
in 9uerrichtung der Kastenelemente vergrößert werden. Diese Maßnahme ist bei dem
erfindungsgemäßen Schallschutzwall in aller Regel jedoch nur für die obersten Kastenelemente
erforderlich.
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Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsmöglichkeiten zu. Eine davon
ist schematisch in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es
zeigen Figur 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäß gestalteten Schallschutzwalles,
Figur 2 eine Draufsicht auf einen Teil des Schallschutzwalles gemäß Figur 1, Figur
3 eine Vorderansicht eines Teiles eines Schallschutzwalles gemäß den Figuren 1 und
2, Figuren 4 - 8 Kastenelemente zur Erzeugung des Schallschutzwalles gemäß den Figuren
1 - 3, Figuren 9 - 12 Böden zum Einlegen in die Kastenelemente gemäB den Figuren
5 - 8.
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Die Figur 1 zeigt eine Schallschutzwand, welche aus übereinandergesetzten
Kastenelementen 1 - 5 und auf den obersten Kastenelementen 5 montierten, zum Beispiel
festgeschraubten, Schallschutzplatten 6 besteht. Man erkennt, daß jeweils das nächsthöhere
Kastenelement schmaler ist als das Kastenelement, auf welchem es steht. Als zweckmäßig
hat sich herausgestellt, wenn das unterste Kastenelement 1 eine Breite von 3,10
Metern und das oberste Kastenelement eine Breite von 70 Zentimetern hat Die Draufsicht
auf den erfindungsgemäßen Schallschutzwall, welche in Figur 2 dargestellt ist, zeigt,
daß die Kastenelemente 1 - 5 im querschnitt sechseckig sind. In jeder Reihe stoßen
die Kastenelemente mit ihren Kanten spitz aneinander, so daß dort Vertikalfugen
7 entstehen. Diese Vertikalfugen werden - was nicht dargestellt wurde -durch bekannte
Fugenabsperrmittel verschlossen, so daß kein Schall unmittelbar durch diese Vertikalfugen
7 hindurchtreten kann.
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Die in Haupterstreckungsrichtung des Schallschutzwalles verlaufende
Lange aller Kastenelemente 1 - 5 ist stets gleich. Die Kastenelemente 2, 2', 2"
usw. der zweiten Reihe von unten sind gegenüber den Kastenelementen 1, 1', 1" usw.
der untersten Reihe jeweils um eine halbe Länge der Kastenelemente versetzt. Ebenso
sind die Kastenelemente 3 gegenüber den Kastenelementen 2, die Kastenelemente 4
gegenüber den Kastenelementen 3 und die Kastenelemente 5 gegenüber den Kastenelementen
4 versetzt.
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Figur 3 zeigt den Schallschutzwall von vorn. Im rechten Teil der Figur
3 ist zu erkennen, daß zur Erzeugung
eines Höhenversprungs die
Kastenelemente 1 - 5 von oben her zur Hälfte auagenommen sein können. Die Figuren
4 -8 zeigen eine Draufsicht auf die einzelnen Kastenelemente 1 - 5 zur Erzeugung
des Schsllschutzwslles gemäß den Figuren 1 -- 2. Man erkennt, daß die Kastenelemente
1 - 5 in einer Richtung stets gleich groß sind, während sie in der anderen Richtung
von Kastenelement zu Kastenelement schmaler sind.
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Die Figuren 9 - 12 zeigen Böden 8 - 11, welche in die Kastenelemente
2 - 5 einlegbar sind. Man erkennt, daß die Böden nicht den gesamten Querschnitt
der Kastenelemente ausfüllen. Die Bedeutung dieser Maßnahme erkennt man leicht anhand
der Figur 2. Der Boden 8 im Kastenelement 2 läßt in der in der Figur geeehen linken
Ecke des Kastenelementes 2 einen dreiecklgm.Querschnitt frei. Auf diese Weise hat
das Erdreich im Kastenelement 2 Verbindung mit dem Erdreich im Kastenelement 1,
so daß Feuchtigkeit von einem Element ins andere sickern oder ziehen kann. Da die
übrigen Böden ebenfalls nicht den vollen Querschnitt der jeweiligen Kastenelemente
aus füllen, hat das Erdreich aller Kastenelemente im Schallschutzwall miteinander
Verbindung.
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Die Figur zeigt weiterhin, das die Kestenelemente 2 fest und sicher
auf jeweils zwei Kastenelementen 1, 1 stehen können. Ebenso haben die Kastenelemente
3 auf den Kastenelementen 2, und die Kastenelemente 4 auf den Kastenelementen 3
genügend Auflagefläche. Bei dem Kastenelement 5, welches auf zwei Kastenelementen
4 steht, ist die AuflEgçfläche jedoch möglicherweise zu gering. Dem kann man dadurch
begegnen, daß man in die Kastenelemente 4
jeweils zwei Auflageplatten
12,, 13 legt, so daß die Kastenelemente 5 außer auf den oberen Kanten der Kastenelemente
4 auf diesen Auflageplatten 12, 13 gut aufliegen.
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Die Montage des erfindungsgemäßen Schallschutzwalles ist äußerst einfach.
Zunächst werden die Kastenelemente 1 auf das gewachsene Erdreich nebeneinander aufgestellt,
so daß sie sich mit ihren Spitzen berühren, dann setzt man jeweils um die helbe
Länge der Kastenelemente versetzt die Kastenelemente 2 auf die Kastenelemente 1
und legt von oben her die Böden 8 in diese Kastenelemente. Es folgt das Aufsetzen
der Kastenelemente 3 auf die Kastenelemente 2, wobei wiederum die Böden 9 einfach
in die Kastenelemente 3 einzulegen sind. Die Kastenelemente 5 und 4 werden auf gleiche
Weise aufgesetzt, wobei vor dem Aufsetzen der Kastenelemente 5 in die Kastenelemente
4 die Auflageplatten 12, 13 zu setzen sind. Als letztes werden die Schallschutzplatten
6 auf die Kastenelemente 5 geschraubt.. Die Verfüllung der einzelnen Kastenelemente
mit Erdreich geschieht vorteilhafterweise bei den einzelnen Kastenelementen, bevor
die nächsthöheren Kastenelemente aufgesetzt werden. Da die Pflanznischen relativ
großen freien Querschnitt haben, ist jedoch auch eine nachträgliche Befüllung des
erfindungsgemäßen Schallschutzwe,lles möglich.