DE3029788C2 - - Google Patents
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- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der
Temperaturwechselbeständigkeit eines keramischen Gegen
standes gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei keramischen Produkten, wie hitzebeständigen Ziegeln,
wie sie zum Einbau in Stahlöfen dienen, treten bei raschen
Temperaturwechseln Temperaturwechselrisse auf, die zum
Zersprengen oder Abplatzen eines Teils des keramischen
Produkts führen.
Diese Temperaturwechselrisse sind dadurch bedingt, daß
bei raschen Temperaturwechseln das keramische Produkt
einer äußeren Temperaturdifferenz und damit einem Temperatur
gradienten in seinem Inneren ausgesetzt ist, der so groß
ist, daß die dabei entstehenden Spannungen die Bruchfestigkeit
des keramischen Produkts übersteigen.
Um dem Entstehen von Temperaturwechselrissen entgegenzu
wirken, wurden bereits mehrere Maßnahmen vorgeschlagen.
In der DE-OS 25 49 652 wird ein Verfahren vorgeschlagen,
bei dem bei der Herstellung eines keramischen Produkts
in das Matrixmaterial des Körpers Partikel eines Einlage
rungsmaterials eingelagert werden, welche bei Brenntempe
ratur und bei Raumtemperatur in verschiedenen Festmodi
fikationen vorliegen, deren Dichten deutlich verschieden
sind. Beim Abkühlen des keramischen Produkts von Brenn
temperatur auf Umgebungstemperatur, wobei die Partikel
des Einleitungsmaterials bei einer gegebenen Umwandlungs
temperatur in eine andere Modifikation mit geringerer
Dichte als bei der Brenntemperatur übergehen, entstehen
im Matrixmaterial um die eingelagerten Partikel herum
erhebliche Zugspannungen, durch die bezüglich ihrer
Ausrichtung isotrop verteilte Mikrorisse erzeugt werden.
Durch diese Mikrorisse wird die Bruchfestigkeit und damit
die Temperaturwechselbeständigkeit des keramischen Produkts
erhöht.
Der Nachteil dieses bekannten Verfahrens besteht darin,
daß es auf die Zusammensetzung des verwendeten Keramik
materials gerichtet ist, wodurch es nicht möglich ist,
die Temperaturwechselbeständigkeit von bereits hergestellten
Keramikgegenständen oder von Keramikgegenständen mit gege
bener Materialzusammensetzung zu erhöhen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zur Erhöhung der Temperaturwechselbeständigkeit
eines keramischen Gegenstandes anzugeben, welches unabhängig
von der Materialzusammensetzung des keramischen Gegenstands
und auch bei bereits hergestellten oder bei bereits für die
bestimmungsgemäße Verwendung installierten Keramikprodukten
vielseitig und kostengünstig anwendbar ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
Nach diesem Verfahren wird der keramische Gegenstand bei
seiner erstmaligen Sinterung oder bei einem erneuten Sinter
vorgang einer Wärmebehandlung unterzogen, bei der der
Fremdkörper einem äußeren Temperaturgradienten ausgesetzt
wird, der z . B. zwischen 200°C und 1200°C betragen kann.
Während des zumindest in einem Teil des Gegenstands hervor
gerufenen Sintervorgangs können die durch den Temperatur
gradienten hervorgerufenen Spannungen abgebaut werden. Bei
der langsamen Abkühlung nach dem Sintern kann dann der
Temperaturgradient abgebaut und dadurch eine bleibende
Restspannungsverteilung aufgebaut und "eingefroren" werden,
die der Spannungsverteilung eines unbehandelten Körpers
beim Aufheizen, d. h. unter einem äußeren Temperaturgradien
ten, im wesentlichen entgegengesetzt ist. Durch das Verfahren
wird also im keramischen Gegenstand bei Raumtemperatur und
ohne äußeren Temperaturgradienten eine den gesamten Körper
umfassende anisotrope Spannungsverteilung hervorgerufen,
die eine bestimmte Richtung aufweist. Ein Vorteil des
Verfahrens besteht darin, daß die Eigenschaften des Materials
in bezug auf sein Spannungsverhalten ausschließlich durch
die thermische Behandlung bestimmt werden, wobei das Ver
fahren sowohl nachträglich wie auch bei der Herstellung des
keramischen Gegenstandes angewendet werden kann.
An bevorzugten Ausführungsbeispielen wird die Erfindung
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Schamotte-
Ziegels;
Fig. 2 die Temperaturverteilung innerhalb eines Ziegels;
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht des Ziegels, wobei
das Auftreten von Rissen dargestellt ist;
Fig. 4 und 5 perspektivische Ansichten zur Erläuterung
der Erfindung in Anwendung auf eine Düse für geschmolzenen
Stahl;
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht zur Erläuterung einer
Wärmebehandlung bei der Herstellung von Ziegeln;
Fig. 7 die Temperaturverteilung innerhalb des Ziegels
während des Kühlens gemäß Fig. 6;
Fig. 8 die Spannungsverteilung innerhalb des Ziegels;
Fig. 9 eine vergleichende Aufstellung für das Auftreten
von Rissen bei einem erfindungsgemäß behandelten Ziegel
und bei Vergleichsbeispielen;
Fig. 10 eine graphische Darstellung des Temperaturbereichs,
innerhalb dessen die Erfindung bevorzugt einsetzbar ist.
Es wurden vielfältige Untersuchungen durchgeführt, um die
Ursache für Temperaturwechselrisse bei hitzebeständigem
Material zu ergründen. Fig. 1 zeigt die Form eines
Schamotte-Ziegels, wie er zu experimentellen Zwecken ver
wendet wurde. Dabei betrugen die Abmaße H = 10 cm,
W = 18 cm, L = 30 cm. Dieser Ziegel wird als Auskleidung
für metallurgische Öfen eingesetzt. Unter normalen Betriebs
bedingungen werden die Ziegel auf der Seite A mit etwa
2 K/min erwärmt. Es wurde gefunden, daß dann, wenn diese
Seite mit mehr als 5 K/min erwärmt wird, unabhängig von
den Ofenbedingungen ein thermisches Abplatzen auftritt,
wodurch der Betrieb des Ofens behindert wird. Bei der
Seite B handelt es sich um die Kühlseite.
Temperaturwechselrisse resultieren daraus, daß die Zug
spannung an der Stelle 1 in Fig. 3 innerhalb des Ziegels
groß wird, wenn die Temperaturverteilung innerhalb des Zie
gels der Kurve b in Fig. 2 folgt (die Kurve b bezeichnet
die Temperaturverteilung, die durch eine Temperatur
steigerung von 5 K/min hervorgerufen wird). Es ergeben
sich Risse 2 gemäß Fig. 3. Wenn andererseits die Er
wärmungsgeschwindigkeit gering ist, folgt die Temperatur
verteilung der Kurve c in Fig. 2. Vergleicht man die
Verteilungskurve c mit der Kurve b, so ergibt die erstge
nannte Kurve einen kleineren Temperaturgradienten und
eine geringere thermische Spannung, woraus folgt, daß keine
Temperaturwechselrisse auftreten.
Es sei also darauf hingewiesen, daß das Auftreten von
Temperaturwechselrissen in wirksamer Weise dadurch verhin
dert werden kann, daß man vorher eine Spannungsverteilung
mit einer bleibenden Druckspannung innerhalb des Ziegels
erzeugt und mit dieser bleibenden Druckspannung die Zug
spannung ausgleicht, die sich während des Erwärmens er
gibt.
Bei einem ersten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird ein Schamotte-Ziegel vor seinem Einbau an
seiner einen Seite mit so geringer Geschwindigkeit erwärmt,
daß keine Temperaturwechselrisse auftreten. Er wird acht
Stunden lang unter Bedingungen gehalten, bei denen die
Maximaltemperatur an der erwärmten Seite 1200°C und an
der gegenüberliegenden Seite 200°C beträgt. Die Temperatur
verteilung innerhalb des Ziegels ändert sich von der Kurve
a zu c, zu d, zu e und zu f gemäß Fig. 2. Eine vergleichs
weise große thermische Spannung tritt innerhalb des Zie
gels auf, kurz nachdem die Temperaturverteilung die Kurve
f erreicht, nämlich die Kurve der konstanten Temperatur
verteilung. Jedoch mäßigt sich die thermische Spannung
beim Fortschreiten einer beim Erreichen der Sintertempera
tur einsetzenden Sinterung.
Für das hier beschriebene Verfahren gilt: Je höher die
Temperatur auf der Heizseite A, desto kürzer die Haltezeit
für die Wärmebehandlung, und umgekehrt. Die Erwärmungs
geschwindigkeit kann hierbei größer sein, wenn der Ziegel
kleiner ist. Ist der Ziegel jedoch größer, so sollte die
Erwärmungsgeschwindigkeit niedriger liegen, da sonst
leicht Temperaturwechselrisse während des Erwärmens ent
stehen.
Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird der Ziegel mit
solcher Geschwindigkeit gekühlt, daß keine Temperatur
wechselrisse auftreten. Es ist vorteilhaft, die Kühlge
schwindigkeit des Ziegels annähernd gleich der Erwärmungs
geschwindigkeit zu wählen. Im Falle dieses Ausführungs
beispiels wird der Ziegel mit 2 K/min gekühlt.
Wenn der Ziegel auf Raumtemperatur abgekühlt ist, wird die
Spannungsverteilung, die sich durch die Sinterung ergibt,
sofern der Ziegel dem entsprechenden Temperaturgradienten
ausgesetzt ist, als bleibende Spannungsverteilung gespei
chert, und dementsprechend wirkt die bleibende Druckspan
nung bzw. Restspannung innerhalb des Ziegels. Die Vertei
lung der Restspannung wirkt derart, daß die Spannung in
jedem Teil des Ziegels nachläßt, wenn derselbe Temperatur
gradient wie beim Sintern vorgegeben wird. Dies bedeutet,
daß die Rest-Druckspannung an der Stelle 1 in Fig. 3
wirkt und ausgeglichen wird durch die Zugspannung, die bei
Erhöhung der Temperatur auftritt. Selbst wenn also der
Ziegel nach der Wärmebehandlung mit 5 K/min auf einer Seite
erwärmt wird und die Temperaturverteilung entsprechend der
Kurve b in Fig. 2 erhält, so ist die Spannung innerhalb
des Ziegels kleiner als diejenige innerhalb eines nicht
wärmebehandelten Ziegels, und es treten keine Temperatur
wechselrisse auf.
Diese Verhältnisse ergeben sich im einzelnen aus Fig. 8.
Wenn ein Riß auftritt, entspricht die Temperaturverteilung
der Kurve b in Fig. 2. Die entsprechende Spannung entlang
der Mittellinie des Ziegels ist als Kurve k in Fig. 8
wiedergegeben. Die Maximalspannung beträgt 1300 N/cm2. Bei
diesem Versuch wird angenommen, daß der Schamotte-Ziegel
Risse bei mehr als 1200 N/cm2 aufweist. Das Auftreten der
Risse kann bei einer Erwärmung von 5 K/min beobachtet wer
den.
Die Kurve 1 zeigt die auftretende Spannung unter der An
nahme, daß bei dem Temperaturgradienten der Wärmebehandlung
entsprechend der Kurve f in Fig. 2 keine Sinterung auf
tritt. Tatsächlich jedoch findet gemäß dem hier beschrie
benen Verfahren eine Sinterung statt, und die Spannung
geht immer näher gegen Null, je länger die Wärmebehandlung
dauert. Die Kurve m zeigt die Restspannung, die sich bei
Raumtemperatur nach der Wärmebehandlung ergibt.
Die Kurve n stellt die im wärmebehandelten Ziegel bei einer
Erwärmung von 5 K/min erzeugte Spannung dar, wobei die
Temperaturverteilung der Kurve b in Fig. 2 folgt. Diese
Spannung ergibt sich aus einer Addition der Kurven k und
m. Die maximale Zugspannung beträgt 570 N/cm2, und es
treten keine Risse auf, da dieser Wert sehr viel kleiner
als 1200 N/cm2 ist.
Beim Betrieb eines Ofens mit einer Auskleidung aus wärme
behandelten Ziegeln traten keine Temperaturwechselrisse
auf.
Im Falle eines größeren Ziegels wurde die Wärmebehandlung
mit 0,5 K/min durchgeführt, wobei sich der gleiche Effekt
ergab.
Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel des Verfahrens wird
dieses angewendet auf eine Düse 3 für geschmolzenes Metall
gemäß Fig. 4. Bei einer solchen Düse treten häufig direkt
nach der Inbetriebnahme Risse auf. Der Grund liegt darin,
daß das hitzebeständige Material von dem durch die Düse
fließenden Stahl rasch erwärmt wird. Die Kurve g in
Fig. 4 zeigt die Temperaturverteilung über der Düse für
den Fall, daß Temperaturwechselrisse auftreten.
Um das Entstehen dieser Temperaturwechselrisse zu verhin
dern, wird der gebrannte Stein folgendermaßen behandelt:
Es wird ein Heizelement 4 gemäß Fig. 5 in den Hohlraum der Düse 3 eingesetzt, woraufhin man die Düse an ihrer Innenseite 5 erwärmt und gleichzeitig an ihrer Außenseite 6 kühlt. Die Temperaturbedingungen werden aufrechterhalten, wobei sich eine Temperaturverteilung ergibt, die der Kurve h in Fig. 4 entspricht. Es ist erforderlich, die Düse mit einer solchen Geschwindigkeit zu erwärmen, daß kein ther misches Abplatzen auftritt, und sie auf einer Temperatur zu halten, die hoch genug ist, um während des Verfahrens einen Sintervorgang zu bewirken. Im vorliegenden Fall wird der gebrannte Stein mit 1 bis 2 K/min auf 1200°C erwärmt und acht Stunden lang unter Bedingungen gehalten, bei denen die Heizseite auf 1200°C und die gegenüberliegende Seite auf 200°C liegt. Es ist ferner erforderlich, daß keine Temperaturwechselrisse auftreten. Im vorliegenden Fall wird mit einer Geschwindigkeit von 3°C/min gekühlt.
Es wird ein Heizelement 4 gemäß Fig. 5 in den Hohlraum der Düse 3 eingesetzt, woraufhin man die Düse an ihrer Innenseite 5 erwärmt und gleichzeitig an ihrer Außenseite 6 kühlt. Die Temperaturbedingungen werden aufrechterhalten, wobei sich eine Temperaturverteilung ergibt, die der Kurve h in Fig. 4 entspricht. Es ist erforderlich, die Düse mit einer solchen Geschwindigkeit zu erwärmen, daß kein ther misches Abplatzen auftritt, und sie auf einer Temperatur zu halten, die hoch genug ist, um während des Verfahrens einen Sintervorgang zu bewirken. Im vorliegenden Fall wird der gebrannte Stein mit 1 bis 2 K/min auf 1200°C erwärmt und acht Stunden lang unter Bedingungen gehalten, bei denen die Heizseite auf 1200°C und die gegenüberliegende Seite auf 200°C liegt. Es ist ferner erforderlich, daß keine Temperaturwechselrisse auftreten. Im vorliegenden Fall wird mit einer Geschwindigkeit von 3°C/min gekühlt.
In der auf Raumtemperatur abgekühlten Düse wirkt die blei
bende Spannungsverteilung derart, daß die in jedem Teil
der Düse erzeugte Spannung klein wird, wenn der Temperatur
gradient der Kurve h in Fig. 4 entspricht. Wenn sich also
eine Temperaturverteilung über der Düse entsprechend der
Kurve g in Fig. 4 ergibt, besitzt die wärmebehandelte Düse
eine geringere Spannung als eine nicht wärmebehandelte Düse.
Daher entstehen keine Temperaturwechselrisse.
Bei den Beispielen 1 und 2 wurden Fertigprodukte der Wärme
behandlung unterworfen. In einem dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird die bleibende Spannungsverteilung im Zuge
des Herstellungsverfahrens des Produkts erzeugt. Der Gegen
stand und die Verwendungsbedingungen dieses Ausführungsbei
spiels stimmen mit denen des Beispiels 1 überein. Bei der
Herstellung des Ziegels wird kalte Luft während der Kühl
stufe im Anschluß an die Brennstufe unter ein Ofenbett 7
gemäß Fig. 6 eingebracht. Die Temperatur des Ofenbettes
7 ist niedriger als die der Atmosphäre innerhalb des Trocken
ofens. Die Wärme wird an der Unterseite der Ziegel 8 abge
führt, wobei die Temperatur auf der Oberseite höher als die
auf der Unterseite ist. In Fig. 7 zeigt die Kurve i den
Temperaturverlauf an der oberen Fläche und die Kurve j
den Temperaturverlauf an der unteren Fläche.
Bei diesem Ausführungsbeispiel kann ein Brenner verwendet
werden, um den Ziegel dem Temperaturgradienten auszusetzen.
Das Endprodukt besitzt eine bleibende Spannungsverteilung
entsprechend der des wärmebehandelten Ziegels nach Beispiel
1, und man erhält dementsprechend eine gleichwertige Wider
standsfähigkeit gegen Temperaturwechselrisse.
Wie es sich aus dem vorliegenden Beispiel ergibt, kann die
erfindungsgemäße Wärmebehandlung auf eine Vielzahl von
Ziegeln angewendet werden. Dieses Ausführungsbeispiel ist
daher praxisgerechter im Vergleich zu den Beispielen 1,
2 und dem (noch zu beschreibenden) Beispiel 4. Auch ist
es kostengünstiger. Im vorliegenden Fall wurde der Ziegel
an der Ober- und Unterseite markiert, um die "Richtung"
der Druckspannungsverteilung kenntlich zu machen.
Bei dem vierten Ausführungsbeispiel wird die Wärmebehandlung
ausgeführt, nachdem die Ziegel für ihre bestimmungsgemäße
Verwendung, z. B. in einem Stahlofen, bereits installiert
sind. Für das Experiment werden die Schamotte-Ziegel in
einen Elektroofen eingebaut, woran sich eine Erwärmung
mit 5 K/min bis 1300°C anschließt. Die Temperatur wird
zwanzig Stunden lang gehalten, dann wird mit einer
Geschwindigkeit von 5 K/min gekühlt. Während der Haltezeit
bei 1300°C ergibt sich in den Ziegeln der Temperaturgra
dient entsprechend Beispiel 1, und es wird die gleiche
bleibende Restspannungsverteilung erzielt. Dementsprechend
kann die Erfindung also auch nach diesem Verfahren durch
geführt werden.
Fig. 9 zeigt einen Vergleich zwischen einem erfindungsge
mäß wärmebehandelten Ziegel (Beispiel 1) und einem nicht
behandelten Ziegel, und zwar unter dem Gesichtspunkt der
Zeit bis zum Auftreten der Risse. Die Proben A bis C be
treffen nicht behandelte Ziegel, während es sich bei den
Proben D und E um behandelte Ziegel handelt. Aus diesem
Vergleich ergibt sich, daß die Widerstandsfähigkeit gegen
Temperaturwechselrisse wesentlich verbessert wird.
Bei der Wärmebehandlung gemäß dem hier beschriebenen Ver
fahren ist es erforderlich, die Temperatur des gebrannten
Steins auf einen höheren Wert zu bringen als denjenigen,
bei dem eine Sinterung auftritt, und der im Falle von
Schamotte-Ziegeln etwa 800°C beträgt. Der bevorzugte Tem
peraturbereich für Schamotte-Ziegel ergibt sich aus Fig. 10.
Die Erfindung ist nicht auf Schamotte-Ziegel eingeschränkt,
sondern läßt sich auf sämtliche keramischen Produkte anwen
den, bei denen die Gefahr für das Auftreten von Temperatur
wechselrissen besteht. In solchen Fällen hängt der Tempera
turgradient ebenso wie weitere Parameter zur Erzielung der
bevorzugten Restspannung von den Eigenschaften der zu ver
wendenden Materialien ab.
Claims (8)
1. Verfahren zur Erhöhung der Temperaturwechselbeständigkeit
eines keramischen Gegenstandes, wobei in diesem bleibende
mechanische Spannungen hervorgerufen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der keramische Gegenstand bei Sintertemperatur
einem äußeren Temperaturfeld mit einem Gradienten ausge
setzt, dieses Temperaturfeld eine vorgegebene Zeit aufrecht
erhalten und danach der keramische Gegenstand langsam unter
Abbau des Temperaturgradienten abgekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem quaderförmig ausgebildeten keramischen Produkt
eine Seite erwärmt und die gegenüberliegende Seite gekühlt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem als Hohlzylinder ausgebildeten keramischen
Produkt dessen Innenseite erwärmt und dessen Außenseite
gekühlt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Herstellung des keramischen Gegenstandes der
Temperaturgradient durch Kühlung einer Seite des keramischen
Gegenstandes in der sich dem Brand anschließenden Kühlstufe
eingestellt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei bereits eingebautem keramischem Gegenstand der Tempe
raturgradient durch einseitige Erwärmung auf Sinter
temperatur eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß als keramisches Produkt Schamotte-Ziegel verwendet
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das keramische Produkt mit einer Geschwindigkeit
von 0,5°C/min bis 5°C/min erwärmt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das keramische Produkt mit einer der Erwärmung
entsprechenden Geschwindigkeit gekühlt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP54099423A JPS5919906B2 (ja) | 1979-08-06 | 1979-08-06 | 熱的スポ−リングの防止方法 |
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| DE3029788A1 DE3029788A1 (de) | 1981-02-26 |
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Family Applications (1)
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Also Published As
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |