DE3025278A1 - Schienengebundenes elektrisches triebfahrzeug - Google Patents
Schienengebundenes elektrisches triebfahrzeugInfo
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Description
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT Unser Zeichen Berlin und München VPA 80 P 3746 DE
Schienengebundenes elektrisches Triebfahrzeug*
Die Erfindung betrifft ein schienengebundenes elektrisches Triebfahrzeug, bei dem der elektrische Fahrmotor über Getriebe
jeweils ein Treibrad antreibt, wobei beide Treibräder auf getrennten Wellenabschnitten befestigt sind,
die, gegeneinander geführt, eine Treibachse bilden.
Ein derartiges Triebfahrzeug ist aus der EP-OS 0 005 777 bekannt. In dieser ist beschrieben, daß die einer Treibachse
zugehörigen beiden Treibräder eines elektrischen Triebfahrzeuges jeweils separat von einem elektrischen
Fahrmotor angetrieben werden. Jedes Treibrad ist auf einer Hohlwelle befestigt und die beiden Hohlwellen sind jeweils
auf einer gemeinsamen stehenden Starrachse gelagert. Dadurch erreicht man eine mechanische Entkopplung der beiden Treibräder
und der sonst bei Kurvenfahrten auftretende Schlupf eines dei* Räder wird vermieden. Bei der bekannten Anordnung
steht aber an der Lagerung der Hohlwellen auf der Starrachse stets die volle Drehzahl der Treibräder an, was die
Verwendung von fett- oder ölgeschmierten Lagern, insbesondere Wälzlagern, erforderlich macht. Dadurch muß der
Außendurchmesser der Hohlwellen verhältnismäßig groß gewählt werden. Weiterhin ist keine Federung der Hohlwellen mit
dem Großrad und auch des Fahrmotors gegeben, wodurch sich die Laufeigenschaften verschlechtern.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem schienengebundenen elektrischen Triebfahrzeug
die mechanische Entkopplung der Treibräder so vorzunehmen, daß ihr Raumbedarf und der Wartungsaufwand gering
sind.
D 3 Win / 30.06.1980
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* VPA 80 P 3746 DE
Zur Lösung dieser Aufgabe läuft bei einem schienengebundenen elektrischen Triebfahrzeug der eingangs beschriebenen
Art gemäß der Erfindung einer der getrennten Wellenabschnitte zu einem Wellenzapfen aus, während der andere
einen Hohlwellenstumpf aufweist und der Wellenzapfen ist
über Gleitlager innernalb des Hohlwellenstumpfes gelagert. Die beiden getrennten Wellenabschnitte, die ineinander
gesteckt werden, bilden selbst die Treibachse. An dem Gleitlager zwischen beiden Wellenabschnitten, d. h. zwischen
dem Wellenzapfen und dem Hohlwellenstumpf, treten jeweils nur geringe Drehzahldifferenzen auf, nämlich nur die, die
dem bei Kurvenfahrten oder durch unterschiedliche Abnutzung entstehenden Schlupf entsprechen wurden. Dadurch ist die
Belastung der Gleitlager sehr gering und sie können entsprechend für geringen Raumbedarf und Wartungsaufwand ausgelegt
werden.
Es ist besonders vorteilhaft, das Gleitlager zwischen Wellenzapfen und Hohlwennstumpf trocken geschmiert auszubilden,
weil dann keinerlei lagerbedingte Wartung notwendig ist.
Eine derartig mechanisch entkoppelte Treibachse eines Triebfahrzeuges kann sowohl bei Einzelachsantrieben als
auch bei Zweiachsantrieben eingesetzt werden. Jede Treibachse erfordert zum Antrieb Jeweils zwei unabhängige elektrische
Fahrmotoren, die allerdings auch als Doppelläufermotor ausgebildet sein können. Um bei einem Triebfahrzeug
mit einem Zweiachslängsantrieb eine mechanische Kopplung ebenfalls zwischen den beiden parallel liegenden, jeweils
mechanisch entkoppelten Treibachsen zu erzielen, empfiehlt es sich, jeden der beiden längsliegenden elektrischen Fahrmotoren
ebenfalls als Doppelläufermotor auszubilden, dessen Doppelläufer ineinander gelagert sind.
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-^- VPA 80 P 3746 DE
Im folgenden sei die Erfindung noch anhand der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiele näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch dargestellt einen senkrechten
Schnitt durch die Treibachse eines Einzelachsantriebes. In Fig. 2 ist der Teil eines Längsschnittes durch einen
Zweiechsantrieb dargestellt und Fig. 3 zeigt, ohne die dazugehörigen Fahrmotoren, teilweise im Schnitt, den
Aufbau einer für einen im Drehgestell befestigten Antrieb geeigneten Treibachse.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten einachsigen Querantrieb eines schienengebundenen elektrischen Triebfahrzeuges
ist der elektrische Fahrmotor 1 als Doppelläufermotor ausgebildet, d. h. die beiden in nicht dargestellter Weise
unabhängig voneinander gelagerten und Jeweils ein Ritzel 2 bzw. 3 antreibenden Läufer liegen innerhalb eines gemeinsamen
Ständers und unterliegen somit einer gemeinsamen Erregung. Jedes Ritzel 2 bzw. 3 treibt über das Großrad
bzw. 5 einen Wellenabschnitt 6 bzw. 7 der Treibachse 8 an. Der Fahrmotor 1 ist mit Hilfe von Tatzlagern 9 und
auf beiden Wellenabschnitten 6, 7 gelagert.
Auf jeden Wellenabschnitt 6 bzw. 7 der Treibachse 8 ist ein Treibrad 11 bzw. 12 befestigt. Der Wellenabschnitt
läuft an seinem dem Wellenabschnitt 7 zugewandten Ende zu einem Wellenzapfen 13 aus, der in das Innere des Hohlwellenstumpfes
14 hineinragt, den der Wellenabschnitt 7 aufweist. Zur zentrierenden Lagerung des Wellenzapfens
in dem Hohlwellenstumpf 14 dienen die beiden trocken geschmierten Gleitlager 15· An diesen steht jeweils nur die
infolge Kurvenfahrt oder unterschiedliche Abnutzung der Treibräder 11 und 12 entstehende Schlupfdrehzahl an, so
daß die Gleitlager 15 nur in ganz geringem Maß belastet werden.
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-if- VPA 80 P 3746 DE
Durch diesen besonderen Aufbau der Treibachse 8 ist eine
mechanische Entkopplung der beiden Treibräder 11 und 12 erreicht, wodurch die beim Betrieb des Triebfahrzeuges
auftretende Geräuschentwicklung verringert ist und der Wartungsabstand für das Egalisieren der Treibraddurchmesser
vergrößert werden kann.
Fig. 2 zeigt die Verwendung einer derartigen mechanisch entkoppelten Treibachse 8 bei einem Zweiachslängsantrieb.
Für gleiche Teile wurden die gleichen Bezugszeichen beibehalten. Als elektrischer Fahrmotor für den Antrieb der
beiden mechanisch entkoppelten benachbarten Treibachsen 8 dient ein Doppelläufermotorpaar, bestehend aus zwei in
einem gemeinsamen Ständer 16 mit gemeinsamen Lagerschild 17 liegenden Doppelläufermotoren. Dadurch erzielt man
eine Gewichtsersparnis und kann die Blechpakete in einem gemeinsamen Schnitt herstellen. Die beiden Läufer 18 und
19 bzw. 20 und 21 Jedes Doppelläufermotors sind über einen Wellenzapfen 22 bzw. 23 ineinander gelagert. Dadurch ist
auch für die durch Jeden Doppelläufermotor angetriebenen benachbarten Wellenabschnitte 6 bzw. 7 der benachbarten
Treibachsen eine mechanische Entkopplung gegeben.
Die Läuferwelle 24 Jedes Doppelläufermotors treibt jeweils über ein als Kegelrad ausgebildetes Ritzel 25 ein auf einem
Wellenabschnitt 6 bzw. 7 angeordnetes Großrad 26 an. Das für Jede Treibachse 8 gemeinsame Getriebegehäuse 27 ist
über Wälzlager 28 auf den bgiden Wellenabschnitten 6 bzw. 7 gelagert.
30
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Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung der Kegelräder und 26 ist den Läufern 18 bzw. 20 der nebeneinander liegenden
Doppelläufermotoren eine gegenläufige Drehrichtung vorgegeben. Im Fall gleichsinniger Drehrichtung der nebeneinander
liegenden Doppelläufermotoren müßte ein Großrad 26 um 180° gedreht montiert werden, dann ergäben sich auch
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- $ - VPA 80 P 3746 DE
völlig identische Getriebe. Die mechanisch entkoppelten Treibachsen 8 lassen sich bei allen Längsantriebsprinzipien
mit Doppelläufermotor anwenden, auch wenn diese einen
anderen konstruktiven Aufbau als im Ausführungsbeispiel dargestellt
aufweisen.
Bei den in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen sind die Antriebsmassen des elektrischen Triebfahrzeuges
nur beschränkt abfederbar, indem entsprechende Gummielemente in den Treibrädern selbst vorzusehen sind.
Ein Ausführungsbeispiel, bei dem der elektrische Fahrmotor im Drehgestell befestigt oder, bei Zweiachslängsantrieben,
schwebend angeordnet sein kann, um die Antriebsmassen abzufedern, ist mit der in Fig. 3 darstellten Treibachse 8
ausführbar, bei dem ebenfalls für mit den bisherigen Ausführungsbeispielen übereinstimmende Teile die bisherigen
Bezugszeichen beibehalten werden.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Großräder 26 nicht auf den Wellenabschnitten 6 bzw. 7
der Treibachse 8 selbst gelagert, sondern jeweils auf einer Hohlwelle 29 bzw. 30, welche die Treibachse 8 mit Spiel umgibt.
Die Hohlwelle 29 trägt einen Ansatz 31 geringeren Durchmessers, der in das Innere der Hohlwelle 30 hineinragt
und dort mit Lagern 32 gelagert ist. Diese Lager 32 sind als trockengeschmierte wartungsfreie Gleitlager ausgebildet,
da auch die Relativdrehzahl zwischen beiden Hohlwellen 29 bzw. 30 sehr gering ist. Außerdem ist jede Hohlwelle
29 bzw. 30 über eine zentrierende und elastische Kupplung 33 mit dem zugehörigen Wellenabschnitt 6 bzw. 7
verbunden. Die Kupplung 33 ist als Gummiringfederkupplung dargestellt, es sind aber auch andere elastische Kupplungen,
wie z. B. Lenkerkupplungen, geeignet. Infolge des Vorhandenseins dieser Kupplungen 33 ist die Masse der Hohlwellen 29»
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- JIf - VPA 80 P 3746 DE
30 mit dem nicWt dargestellten Antriebsteilen gegenüber der Treibachse 8 mit den Treibrädern 11 und 12 primär abgefedert.
7 Patentansprüche
3 Figuren
3 Figuren
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Leerseite
Claims (7)
- VPA 80 P 3746 DEPatentansprüche\1J Schienengebundenes elektrisches Triebfahrzeug, bei dem der elektrische Fahrmotor über Getriebe jeweils ein Treibrad antreibt, wobei beide Treibräder auf getrennten Wellenabschnitten befestigt sind, die, gegeneinander geführt, eine Treibachse bilden, dadurch gekennzeichnet, daß einer der getrennten Wellenabschnitte (6,7) zu einem Wellenzapfen (13) ausläuft, während der andere einen Hohlwellenstumpf (14) aufweist und daß der Wellenzapfen (13) über Gleitlager (15) innerhalb des Hohlwellenstumpfes (14) gelagert ist.
- 2. Triebfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch g e kennzeichnet, daß das Großrad (4,5,26) des Getriebes jeweils auf den getrennten Wellenabschnitten (6,7) befestigt ist.
- 3. Triebfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch g e kennzeichnet, daß das Großrad (26) des Getriebes jeweils auf einer die getrennten Wellenabschnitte (6,7) mit Spiel umgebenden Hohlwelle (29,30) befestigt ist, von denen eine mit einem Ansatz (31) in der anderen gelagert ist und daß die Hohlwellen (29,30) über je eine zentrierende und elastische Kupplung (33) mit einem Wellenabschnitt (6,7) verbunden sind.
- 4. Triebfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Fahrmotor (1) als Doppelläufermotor ausgebildet und über Tatzlager (9,10) auf jeden der beiden Wellenabschnitte (6,7) gelagert ist.130063/0503- Jg - VPA 80 P 3746 DE
- 5. Triebfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2 mit einem Zweiachslängsantrieb, dadurch gekennzeichnet, daß zwei längsliegende elektrische Fahrmotoren (1) jeweils als Doppelläufermotor ausgebildet sind, von denen ein Motor jeweils einen Wellenabschnitt (6,7) der beiden Treibachsen (8) antreibt und daß die Doppelläufer (18,19, 20,21) ineinander gelagert sind.
- 6. Triebfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch ge-10kennzei chnet , daß das Gleitlager (15) zwischen Wellenzapfen (13) und Hohlwellenstumpf (14) trockengeschmiert ausgebildet ist.
- 7. Triebfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch ge-15kennzeichnet , daß die beiden längsliegenden Fahrmotoren einen gemeinsamen Ständer aufweisen.130063/0503
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