-
Stabzuförderer für Profilstahlstapelvorrichtung
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Stabzufördervorrichtung, die Walzstahlstäue,
insuesondere auch Winkelprofile einer nachgeschalteten Stapelvorrichtung Stab für
Stab genau quer zur Förderrichtung ausgerichtet zuführt, und zwar auch dann, wenn
die auf Verkaufs längen geschnittenen Stäbe vom Scherenrollgang auf einem Querförderer
in Gruppen derart unausgerichtet angefördert werden, daß die Stäbe teils dicht an
dicht, teils mit unterschiedlichen Abständen und zum Teil in erheblicher Schräglage
nebeneinanderliegen. Da die Stäbe beim Stapeln genau parallel nebeneinander und
übereinander abgelegt werden müssen, müssen die auf dem Querförder unausgerichtet
zugeförderten Stäbe vor der Einführung in die Stapelanlage genau ausgerichtet werden.
-
Dabei ergeben sich, besonders bei Winkelprofilstäben durch unterschiedliche
Stababstände und starke Schräglagen erhebliche Schwierigkeiten und Störungsmöglichkeiten,
die bisher noch nicht in oefriedigender Weise behoben werden konnten.
-
Es ist bekannt, die Stäbe auszurichten und dicht an dicht aneinanderzuschieben,
indem man die zugeförderte Stabgruppe vor einen Vorstoß fährt. Hierbei neigen Winkelprofile
aber dazu, übereinanderzuklettern. Um das flbereinanderklettern der Winkel vor dem
Vorstoß zu verhindern, sieht die Dt P 2 219 541 üuer der Sammelstelle genau einstellDare
Bügel als Niederhalter vor.
-
Bei kleinen Profilabmessungen können dabei durch Toleranzabweichungen
Durchbiegungen und Richtfehler leicht Verklemmungen entstehen. Außerdem wird durch
die ttberbauung die Zugänglichkeit der Anlage stark beeinträchtigt und der konstruktive
Aufwand erheblich erhöht. Nach der Dt P 1 555 235 (Fig. 1) ist ferner bekannt, zur
Vermeidung des ttbereinanderkletterns der Winkelprofile die Stäbe mittels Ketten
mit keilförmigen Daumen auf Gleitschienen gegen den Vorstoß zu schieben. Durch das
Darunterweggleiten der Daumen unter den gestauten Stäben gerät dabei Jedoch die
Stabzuförderung außer Taktkontrolle.
-
Eine weitere Möglichkeit zum Ausrichten von Winkelprofilen ist durch
Dt P 2 328 696 bekannt. Bei dieser Ausführung sind gewissermaßen
für
jeden Stab eigene Vorstoßkanten vorgesehen. Durch stufenweises Anheben kommen diese
nacheinander zum Einsatz. Beim Zuführen einer sehr ungeordneten Stabgruppe wird
hierbei jedoch selbst bei sorgfältiger Steuerung ein zeitweiser Stau vor einer Vorstoßkante
nicht zu vermeiden sein. Vor allem aber müssen die stufenförmigen Vorstoßschablonen
bei Jeder Umstellung auf eine andere Profilbreite ausgewechselt werden.
-
Der Erfinder hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung
zu schaffen, die Walzstahlstäbe, insbesondere auch Winkelprofilstäbe, die gruppenweise
zugefördert werden ohne die Gruppe vor einen Vorstoß zu fahren, auch die Stäbe auf
dem Zubringer in unterschiedlichem Abstand und in unterschiedlicher zum Teil sehr
beträchtlicher Schräglage liegen.
-
Zur Erreichung dieses Zieles sieht die Erfindung vor, daß die als
Greifer dienenden Haken und/oder Magnete unter den zugeförderten Stäben entlangfahren
und unabhängig voneinander einzeln beim Erreichen der Vorderkante des jeweils vordersten
Stabes durch Anheben an den Stab und/oder durch Einschalten des Magnetes den Stab
erfassen. Bei starker Schräglage der Stäbe wird dabei zuerst das zurückltegende
Stabende erfaßt und vorgezogen, bis der Stab quer zur Förderrichtung ausgerichtet
ist und dann von den übrigen Greifern erfaßt wird.
-
Damit die Greifer nicht bereits die hinteren Stäbe, sondern erst die
Vorderkante des jeweils vordersten Stabes erfassen, sind in Förderrichtung vor den
Greifern mechanische Taster oder elektronische Sensoren angeordnet, die die Förderebene
daraufhin abtastein, ob sich vor den Greifern noch Stäbe befinden, und die die Greifer
einzeln zeitgerecht steuern.
-
Je nachdem, ob man als Greifer Haken, Permanentmagnete oder ein-und
ausschaltbare Elektromagnete einsetzt und ob man mechanische Taster oder elektrische
Sensoren anwendet und ob man die Greifer auf Schlitten hin- und herführt oder ob
man die Greifer an Ketten umlaufen läßt, bieten sich unterschiedliche Ausführungsmöglichkeiten
der Erfindung. Die Abbildungen Fig. 1 bis Fig. 6 zeigen einige beispielsweise Ausführungen.
-
Fig. 1 zeigt ein Beispiel, bei dem als Greifer dienende Elektromagnete
(1) an als Taster arbeitenden Schwenkarmen (2) in hin- und hergehenden Schlitten
(5) gelagert sind.
-
Fig. 2 zeigt eine Ausführung, bei der auf hin- und hergehenden Schlitten
(27) als Greifer dienende Elektromagnete (2) befestigt sind, denen als Taster an
Parallelogrammlenkern aufgehängte Gleitkufen (29) vorgeschaltet sind.
-
Fig. 3 unterscheidet sich von Fig. 2 dadurch, daß statt Elektromagneten
als Greifer Haken (49) vorgesehen sind.
-
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, beim auf Schlitten angeordnete
Elektromagnete (52) zum Erfassen der Stäbe durch vorgeschaltete Sensoren (53) gesteuert
werden.
-
Fig. 5 veranschaulicht eine Ausführung, bei der die Greifer an umlaufenden
Ketten (66) angeordnet sind, und zwar sind dabei als Greifer dienende Permanentmagnete
(62) zusammen mit den Gleitkufen (63) mit Parallelogrammlenkern (64, 65) an den
Ketten gelenkig angeschlossen.
-
Fig. 6 zeigt schematisch die Möglichkeit, als Greifer dienende Elektromagnete
(83) an umlaufenden Ketten zu befestigen und durch mitumlaufende Sensoren (84) zu
steuern.
-
Nachfolgend werden diese Ausführungsbeispiele anhand der Abbildungen
Fig. 1 bis Fig. 6 näher beschrieben.
-
Bei der Ausführung nach Fig. 1 sind ein- und ausschaltbare Elektromagnete
(1) am Ende von Schwenkarmen (3) angeordnet, deren Rücken vor den Magneten als Gleitkufe
(3) ausgebildet sind und die vor der Haftfläche der Magnete einen stufenförmigen
Absatz bilden. Die Schwenkarme (2) sind auf Zapfen (4) in Schlitten (5) gelagert.
Zugfedern (6) drücken die Schwenkarme (2) gerade so stark nach oben, daß darüberliegende
Stäbe nicht angehoben werden, sondern diese die Schwenkarme nach unten drücken.
Beim Rücklauf der Schlitten (5) werden die Schwenkarme (2) durch Magnetdrücker (7)
unter die Förderebene heruntergedrückt. Die Schlitten (5) laufen auf Schienen (8)
und werden über Schubstangen (9), die Kurbelschwingen (10) durch Pleuel (11) von
den
auf der Welle (12) angeordneten Exzentern (13) hin- und hergeschoben.
Auf Zapfen (14) sind in den Schlitten (5) Klinken (15) schwenkbar gelagert. Diese
werden durch Gegengewichte (16) gegen Anschläge (17) gedrückt.
-
Das Zufördern der Winkelprofilstäbe (18) erfolgt durch Trageketten
(19), die von der Welle (So) über Ritzel (21) angetrieben und durch Kettenräder
(22) und (23) umgelenkt werden. Die von den Elektromagneten (1) vorgezogenen Stäbe
(18) werden anschließend beim nächsten Hub durch die Klinken (15) auf nachgeschaltete
Daumenketten (24) aufgeschoben, wo sie in Jeweils abgezählter Anzahl zu Lagen gesammelt
werden, indem die Daumenketten (24) nach jedem aufgeschobenen Stab um eine Profilbreite
weitergefahren werden. Nach Bildung einer Lage wird der nächste Daumen eingefahren.
Im Stabeinlauf sind Schalter (25) vorgesehen, Wenn diese Schalter an beiden Stabenden
betätigt wurden, wird die Stabzuförderung gestoppt und der Schlittenantrieb eingeschaltet.
-
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 sind auf hin- und hergehenden
Schlitten (27) ein- und ausschaltbare Elektromagnete (28) befestigt. Die davor angeordneten
Gleitkufen (29) sind an Je zwei Parallelogrammlenkern (3) und (31) auf- und abbeweglich
angelenkt. An den Lenkern (30) greifen Zugfedern (32) an und drücken diese gegen
Anschläge (33) sowie gegen die Schalter ()4), die die Magneteinschaltung bewirken.
An den Lenkern (31) sind Gegengewichte (35) angebracht. Beim Rücklauf der Schlitten
(27) werden die Gleitkufen (29) durch Magnetdrücker (36) unter die Förderebene heruntergedrückt.
Auf den Zapfen (37) sind in den Schlitten (27) Klinken (38) schwenkbar gelagert,
die durch Gegengewichte (39) und Zugfedern (40) gegen Anschläge (41) gedrückt werden.
Die Schlitten (27) laufen auf Schienen (42) und werden über Zahnstangen (43) durch
Ritzel (44) angetrieben.
-
Das Zufördern der Winkelprofilstäbe (45) erfolgt auf Trageketten (46).
Zur Steuerung der Stabzuförderung sowie des Schlittenantriebes sind im Stabeinlauf
und am Zahnstangentrieb Schalter (47) und (48) vorgesehen.
-
Die Ausführung nach Fig. 3 weicht von der Ausführung nach Fig. 2 dadurch
ab, daß alle Greifer keine Magnete, sondern einfache Haken (49) verwandt werden.
Diese sind direkt am Ende der Gleitkufen (29) angebracht und greifen beim Hochfedern
der Gleitkufen hinter die Vorderkante der Doppel-T-Profile (50). Zum Greifen von
Flacheisenstäben oder von U-Profilen, die auf dem RUkken liegen, sind hakenförmige
Greifer jedoch wenig geeignet, so daß man meist Magnetgreifern den Vorzug geben
wird.
-
Fig. 4 zeigt schematisch eine Ausführung der Erfindung, bei der die
auf Schlitten (51) befestigten und als Greifer dienenden Elektromagnete (52) durch
unmittelbar von diesen angebrachte Sensoren (53) gesteuert werden. Diese Sensoren
(53) ertasten die Lage der Vorderkante des vordersten Stabes der zugeförderten Stabgruppe
bereits beim Rücklauf der Schlitten (51).
-
Mindestens zwei möglichst an den Enden der Stäbe positionierte Sensoren
(53) geben ihre Tastimpulse in den Speicher eines nicht gezeichneten Steuergerätes
und fixieren damit die Schlittenposition, in der der zugeordnete Elektromagnet eingeschaltet
wird. Falls in der Zwischenzeit die Stäbe (54) auf der Zuförderkette (55) weiter
vorgezogen oder neue Stäbe angefördert werden, so wird der Vorlaufweg der Stäbe
nach Passieren der Sensoren (53) im Steuergerät ebenfalls registriert.
-
Die Schlitten (51) laufen auf Schienen (56) und werden durch Ritzel
(57) über Zahnstangen (58) angetrieben. In den Schlitten (51) sind auf Zapfen (59)
Klinken (60) schwenkbar gelagert, die die durch die Elektromagnete vorgezogenen
Stäbe weiter auf nachgeschaltete Daumenketten (61) zum Bilden von Stablagen aufschieben.
-
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit umlaufenden Greifern.
-
Die Greifer sind dabei als Permanentmagnete (62) ausgebildet und an
den Gleitkufen (63) angebracht, die ihrerseits mit Parallelogrammlenkern (64) und
(65) an umlaufenden Ketten (66) angelenkt sind. Durch Zugfedern (67) werden die
Gleitkufen (63) beim Lauf im oberen Kettentrumm in die Förderebene der Stäbe gedrückt.
Zum Abstreifen der Stäbe von den Permanentmagneten (62)
sind in
der Förderstrecke Vorstoßkanten (68) vorgesehen. Der Antrieb der Ketten (66) erfolgt
durch die Welle (69) über die Kettenräder (70). Am anderen Ende laufen die Ketten
(66) über die Umlenkräder (71).
-
Auf der Welle (66) ist eine Stabübergabevorrichtung mit umlaufenden
Taschen (72) und Abschiebedaumen (73) angeordnet. Diese Taschen (72) sind an exzentrisch
zueinander umlaufenden dreiarmigen Drehsternen (74) und (75) angelenkt, von denen
die Drehsterne (74) auf der Welle (66) befestigt sind, während die Drehsterne (75)
auf Exzentern (76) umlaufen.
-
Das Zufördern der Stabgruppen erfolgt auf Trageketten (77), und zwar
derart, daß jeweils eine ganze Stabgruppe in den Bereich der an den Ketten (66)
umlaufenden Greifer eingeführt wird, wo dann kontinuierlich Stab für Stab abgetragen
wird, ohne daß die Stäbe zwischendurch durch die Trageketten (77) weiter nach vorne
gebracht werden müssen. Die Trageketten (77) werden durch die Welle (78) über Ritzel
(79) angetrieben und über Räder (80) und (81) umgelenkt und gespannt.
-
Fig. 6 zeigt im Schema eine weitere Ausführungsmöglichkeit mit umlaufenden
Greifern. An umlaufenden Ketten (82) sind hierbei Elektromagnete (83) angebracht,
die durch ebenfalls mitumlaurende Sensoren (84) gesteuert werden. Dabei muß der
Abstand zwischen Sensor (84) und dem nachfolgenden Elektromagneten (83) größer sein
als der maximal zulässige Abstand zwischen den Enden zweier benachbarter Stäbe.
Die Elektromagnete und die Sensoren müssen beim Umlauf innerhalb des Jeweiligen
Wirkbereiches über Kontaktfinger (85) und (86) mit zugeordneten Kontaktschienen
(87) und (88) in Verbindung stehen.
-
Können mehrere hintereinander angeordnete Elektromagnete (83) und/oder
Sensoren (84) gleichzeitig in Funktion stehen, so müssen auch Kontaktschienen (87)
und/oder (88) in entsprechender Anzahl zur Verfügung stehen.
-
Der Antrieb der Ketten (82) erfolgt durch die Welle (89) über Kettenräder
(90). Umgelenkt werden die Ketten (82) durch die Kettenräder (91), die auf Zapfen
(92) umlaufen.
-
Zugefördert werden die Winkelprofilstäbe (93) durch Trageketten (94),
die von der Welle (89) über Kettenräder (96) angetrieben werden. Die von den Elektromagneten
(83) auf Schienen (97) vorgezogenen Stäbe (83) werden am Auslauf der Ketten (82)
durch Abschalten der Magnete abgelegt und dann durch Abschiebearme (98), die mit
der Welle (89) umlaufen, aus dem Bereich der Ketten herausgeschoben.
-
Durch die Erfindung wird es somit möglich, Profilstahlstäbe, insbesondere
Winkelprofile auch dann griffgerecht in automatisch arbeitende Stapelvorrichtungen
einzuführen, wenn die Stäbe vom Scherenrollgang her in unterschiedlichen Schräglagen
und Abständen angellerert werden. Dabei lassen sich die Stäbe leicht in abgezählter
Anzahl parallel ausgerichtet dicht aneinanderliegend in Lagen sammeln, um anschließend
lagenweise gewendet und/ oder abgelegt zu werden. Bei Profilstahlstapelvorrichtungen,
bei denen die Stäbe einzeln nacheinander gewendet und abgelegt werden, müssen die
Stäbe auch entsprechend einzeln im Takt zugerührt werden. Da bei den erfindungsgemäß
ausgeführten Stabzuförderern die Greifer im Takt bewegt werden, benötigen diese
in diesem Fall gar keinen eigenen Antrieb, sondern können zusammen mit den Ablege-
und/oder Wendegliedern der Stapelvorrichtung angetrieben werden. Der Fortfall eines
Antriebes bedeutet nicht nur eine erhebliche Reduzierung des mechanischen Aufwandes,
sondern vereinfacht auch die Steuerung ganz erheblich.