DE3012894C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Verhindern des Zutritts von Eisschollen und anderem Treibgut in das Dockbecken von Dockschiffen, insbesondere von Leichtertransportschiffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Verhindern des Zutritts von Eisschollen und anderem Treibgut in das Dockbecken von Dockschiffen, insbesondere von LeichtertransportschiffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verhindern des Zutritts von Eisschollen und anderem Treibgut in
das Dockbecken von Dockschiffen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens.
Eines der schwersten Probleme bei Dockschiffen, insbesondere bei Leichtertransportschiffen, ist der Eintritt
von Fremdkörpern in das Dockbecken bei geöffnetem Docktor, insbesondere beim Ein- und Ausdocken von
Leichtern. Diese Fremdkörper, und zwar insbesondere Eisschollen, aber auch anderes Treibgut, können dann
erhebliche Schaden verursachen.
Das eingangs genannte, bekannte Verfahren (FI-AS 511) versucht diesem Problem dadurch abzuhelfen,
daß durch eine starke Pumpanlage bei einem Leichtertransportschiff während des Ein- oder Ausdockens eines
Leichters die von diesem in das Dockbecken gedrückte bzw. aus dem Dockbecken gesaugte Wassermenge ab-
bzw. eingepumpt wird. Hierdurch soll verhindert werden, daß während des Ein- und Ausdockens zwischen
den Seiten des geöffneten Docktores und den Bordwänden des Leichters eine Strömung entsteht, welche das
Treibgut, insbesondere die Eisschollen, in das Innere des Dockbeckens fördern könnte,
Durch das bekannte Verfahren und die bekannte Vorrichtung wird aber nicht verhindert, daß duich den abgeflachten
Bug eines Leichters Treibgut mitgeführt und unmittelbar in das Dockbecken eingebracht wird.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt daher der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das bekannte Verfahren
und die bekannte Vorrichtung dahingehend zu verbessern, daß das Eindringen von Treibgut in das
Dockbecken noch weitgehender verhindert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 sowie die Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens gemäß Anspruch 4 gelöst
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens und der Vorrichtung sind in den dazugehörigen Unteransprüchen
angegeben.
Hierbei wird dutch eine Pumpanlage Wasser Düsen
zugeführt die außerhalb des Docktores und beiderseits von diesem etwa auf Wasserlinienhöhe angebracht sind.
Es wird somit mittels dieser Düsen jeweils eine schmale, starke Oberflächenströmung gebildet wobei die Oberflächenströmung
auf der einen Seite des Docktores als Längsströmung senkrecht zu diesem und von diesem
weg verläuft, während die andere Oberflächenströmung als Querströmung winklig zum Docktor geneigt ist und
von der anderen Seite des Docktores weg und zur Längsströmung hin verläuft
Das durch die Düsen ausströmende Wasser muß hierbei auf eine solche Weise angesaugt werden, daß die
Längs- und Querströmung durch die beim Ansaugen sich bildende Wasserströmung nicht gestört werden.
Das oben genannte Problem tritt nicht nur bei Leichtertransportschiffen
oder sonstigen Dockschiffen auf, sondern — wenn auch in abgemilderter Form — auch
an Schwimmdocks sowie den Toren von Trockendocks oder Schleusen. Das erfindungsgemäße Verfahren und
die erfindungsgemäße Vorrichtung sind daher auch vorteilhaft bei Schwimmdocks, Trockendocks und Schleusen
einsetzbar und umfassen diese Anwendung.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten,
schematischen Zeichnungen beispielsweise noch näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 die Draufsicht auf das Heck eines Leichtertransportschiffes,
Fig. 1 die Draufsicht auf das Heck eines Leichtertransportschiffes,
F i g. 2 die Anordnung der erfindungsgetnäßen Düsen am Heck eines Leichtertransportschiffes, im Schrägbild,
F i g. 3 das erfindungsgemäße Verfahren in Draufsicht beim Eindocken eines Leichters aus in das Dockbecken
eines Leichtertransportschiffes, und
Fig.4 das Heck eines mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgestatteten Schiffes, in Seitenansicht
Das in F i g. 1 dargestellte Leichtertransportschiff weist Seiten 10 auf, die zwischeneinander ein Dockbekken
11 einschließen, dessen hinterer Rand mit 12 bezeichnet ist und mit einem Docktor 13 (deutlichkeitshalber
nicht dargestellt) versehen ist. Dieses Docktor wird geschlossen, nachdem die erforderliche Anzahl von
Leichtern 21 in das Dockbecken 11 hineingeschoben wurde. Das Ausdocken geschieht durch öffnen des
Docktores und durch Herausschieben von Leichtern.
Auf beiden Seiten des Docktores 13 des Dockbeckens 11 sind bei dem Leichtertransportschiff Düsen 14a und
15a zur Erzeugung einer Oberflächenströmung Vl. Vt
angeordnet.
Die durch die genannten Düsen 14a, 15a erzeugten starken und schmalflächigen Oberflächenströmungen
Vt und V/. und ihre Hauptrichtungen sind in F i g. 1
durch Vektoren dargestellt. Hierbei wird von einer Seite des Docktores 13 ausgehend mit der Düse 14a eine
Querströmung Vr über das Docktor 13 gerichtet, während die zweite Oberflächenströmung eine Längsströmung
Vl ist, die aus der Düse 15a auf der anderen Seite
des Docktores 13 austritt und im wesentlichen unmittelbar nach hinten gerichtet ist Durch Zusammenwirken
der beiden Strömungen wird wirksam der Zugang der im umgebenden Wasserbereich W schwimmenden Eis- ίο
schollen / oder der im Wasser treibenden Gegenstände durch das Docktor 13 in das Dockbecken 11 beim Eindocken
von Leichtern 21 in der aus F i g. 3 ersichtlichen Weise verhindert
Wie Modellversuche erbracht haben, liegt der in F i g. 1 dargestellte Winkel χ (Neigungswinkel der
Querströmung Vr zum Docktor 13) zwischen 15° und 35°, bevorzugt zwischen 20° und 30°, um die beabsichtigte
Wirkung zu erzeugen. Die Längsströmung Vi ist
im wesentlichen unmittelbar nach hinten gerichtet, kann
aber auch etwas in Richtung des Docktores 13 abweichen. Außerdem hat man festgestellt, daß das asymmetrische
Strömungsgebilde der Oberflächenströmungen Vt, Vl eine genügende Leistung haben muß, damit die
gewünschte Wirkung erzielt werden kann. Die Leistung zum Erzeugen der Oberflächenströmungen Vr und Vt
wurde auf zirka 300 bis 600 kW geschätzt Außerdem hat man als vorteilhaft gefunden, daß die Leistung der
Querströmung Vr im wesentlichen größer als die Leistung
der Längsströmung Vl sein soll, bevorzugt zweimal so groß.
Wenn der Winkel λ auf die obenerwähnte Weise gewählt
wird, kann der Zugang von Eisschollen und anderem Treibgut wirksam verhindert werden. Wenn der
Winkel α zu klein wird, dann können Eisschollen und Treibgut zu nahe an den Einlauf des Docktores 13 gelangen
und somit z. B. durch einen Leichter 21 in das Dockbecken 11 hineingeschoben werden. Ist der Winkel
dagegen zu groß, dann müßte die Querströmung Vreine übermäßig ho'.ie Leistung aufweisen. Die Längsströmung
Vl soll die von der Seite kommenden Eisschollen
zurückhalten und zusammen mit der Querströmung Vr ein solches Strömungsfeld bilden, das durch Zusammenwirken
in allen Situationen in der Praxis mit einer genügend großen Sicherheit den Zugang von Eisschollen und
entsprechendem Treibgut in das Dockbecken 11 verhindert
Bei Modellversuchen hat sich das erfindungsgemäße Verfahren als sd wirksam erwiesen, daß auch das Ein-
und Ausdocken sehr schnell durchgeführt werden kann, was in der Praxis sehr wichtig ist. Außerdem hat man
festgestellt, daß eine gewisse Bewegungsbahn beim Eindocken von Leichtern in das Dockbecken 11 vorteilhaft
ist. So hat man z. B. die in F i g. 3 dargestellte Vorgehensweise als vorteilhaft gefunden, bei welcher ein ss
Leichter 21 in das Dockbecken 11 nahe der Seite 10 des
Schiffes hineingeschoben wird, auf welcher auch die Düsen für die Längsströmung V/. liegen.
In F i g. 3 ist dargestellt, wie ein Leichter 21 gerade in das Dockbecken 11 hineingeschoben wird. Bei dieser
Eindockung bilden die aus den Düsen 14a, 15a heraustretenden Oberflächenströmungen Vr und V^ ein Strömungsfeld
auf die in F i g. 3 ersichtliche Weise und verhindern den Zutritt von Eisschollen / in das Dockbekken.
_
In F i g. 2 sind die die Oberflächenströmungen Vt, Vl
erzeugenden Vorrichtungen und ihre Anordnung bei dem Einlauf des Docktore: 13 dargestellt. Das Wasser
der Strömungen wird aus tinem Bodenteil z. B. an der Stelle 16 so entnommen, daß diese Entnahme nicht die
genannten Oberflächenströmungen stört
In beiden Seiten 10 des Schiffes sind Pumpen 18 angeordnet, die durch ein Rohr 17 das Wasser aus der Entnahmestelle
16 und über Rohre 19 durch Ventile 20 in die Düsen 14a, 146, 15a, 156 leiten, wobei durch die
Ventile die Stärke der Strömung eingestellt werden kann und außerdem gewählt werden kann, weiche von
den Düsen 14a oder 146 bzw. 15a oder 156 in Gebrauch genommen werden. Somit kann das Düsenpaar 14a und
15a zur Erzeugung der genannten Strömungen eingesetzt werden. Durch Schließen der Ventile 20 für die
Düsen 14a und 15a und durch öffnen anderer Ventile 20 können die Düsen 146 und 156 in Betrieb genommen
werden, wobei das Strömungsmuster seitenverkehrt fortgeführt wird. In gewissen Fällen können auch beide
Düsen 14a und 15a sowie 146 und 156 zusammen angewandt werden, jedoch so, daß das obenerwähnte Strömungsmuster
im wesentlichen so erhalten bleibt, wie es dargestellt ist
Wie aus F i g. 2 und 4 zu ersehen ist, befinden sich die
Düsen 14a, 146 und 15a, 156 unter der Wasseroberfläche 5 in deren unmittelbarer Nähe. Beim Eindocken von
Leichtern bleibt der Tiefgang des Fahrzeugs im wesentlichen konstant und somit bleiben die Düsen auch in der
Nähe der Wasseroberfläche. Wenn sich der Tiefgang aber ändert, können die Düsen 14 und 15 in Vorrichtungen
angeordnet werden, mit weichen die Höhe der Düsen entsprechend dem Tiefgang geändert werden kann.
Aufgrund von Schätzungen ist eine Gesamtströmungsmenge der Oberflächenströmungen Vt, Vl von
etwa 3000 bis 5000 m3/h bei einem Überdruck von 1,5 bar in den meisten Fällen ausreichend, wobei die
Strömungen verhältnismäßig spitz, also schmalflächig sein müssen. -
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zum Verhindern des Zutritts von Eisschollen und anderem Treibgut in das Dockbecken
von Dockschiffen, insbesondere von Leichtertransportschiffen,
durch Beeinflussen der Wasserströmung im Bereich des Docktores mittels einer Pumpanlage,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserströmung im Bereich des Docktores (13) aus
zwei schmalen, starken Oberflächenströmungen (Vu Vt) besteht, die jeweils von einer Seite des Docktores
(13) ausgehend sich nach außen erstrecken, wobei die eine als Längsströmung (Vl) senkrecht zum
Docktor (13) und die andere als Querströmung (Vt) zur Längsströmung (Vl) hin gerichtet ist, und die
Querströmung (Vt) mit dem Docktor (13) einen Winkel (λ) von etwa 15° bis 35° einschließt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel {«) etwa 20° bis 30° beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querströmung (VT) wesentlich,
bevorzugt zweimal, stärker ist als die Längsströmung (Vl).
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß auf beiden Seiten des Docktores (13) am Dockschiff auf der Höhe der jeweiligen Wasserlinie
(S) oder unmittelbar darunter Düsen (14a, 146; 15a, i5b) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf jeder Seite Düsen (14a, 14Z>; 15a,
15f>) zur Erzeugung sowohl der Querströmung (Vt)
als auch der Längsströmung (Vl) angeordnet sind, die über Ventile (20) wahlweise betätigbar sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (14a, 146; 15a, \5b)
am Dockschiff abnehmbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch Vorrichtungen zum Einstellen der
Höhe der Düsen (14a, XAb; 15a, \5b).
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