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DE3009932A1 - 1-methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin, verfahren zu dessen herstellung und daraus hergestellte arzneimittel - Google Patents

1-methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin, verfahren zu dessen herstellung und daraus hergestellte arzneimittel

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Publication number
DE3009932A1
DE3009932A1 DE19803009932 DE3009932A DE3009932A1 DE 3009932 A1 DE3009932 A1 DE 3009932A1 DE 19803009932 DE19803009932 DE 19803009932 DE 3009932 A DE3009932 A DE 3009932A DE 3009932 A1 DE3009932 A1 DE 3009932A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
methyl
isoindoline
tert
indapamide
rats
Prior art date
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Application number
DE19803009932
Other languages
English (en)
Other versions
DE3009932C2 (de
Inventor
Juan Boris Aldo Scalesciani
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Farmatis SpA
Original Assignee
Farmatis SpA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Farmatis SpA filed Critical Farmatis SpA
Publication of DE3009932A1 publication Critical patent/DE3009932A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE3009932C2 publication Critical patent/DE3009932C2/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom condensed with one carbocyclic ring
    • C07D209/44Iso-indoles; Hydrogenated iso-indoles
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61PSPECIFIC THERAPEUTIC ACTIVITY OF CHEMICAL COMPOUNDS OR MEDICINAL PREPARATIONS
    • A61P7/00Drugs for disorders of the blood or the extracellular fluid
    • A61P7/10Antioedematous agents; Diuretics

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Description

PATENTANWÄLTE ο Π Π Q Q Q O
7 3 Q υ 9 y ο ζ
J. REITSTÖTTER W. KINZEBACH
PROF. DR. DR. DIPL. ING. DR. PHIU DIPIj. CHE)M.
W. BUNTE 0958-1976) K. P. HÖLLER
DR, INO. DR. RBR. NAT. DIPL. CHBM.
TBLBPONl (OBS) 87 60 83 TBLBXl 021B208 ISAR D
BAUERSTRASSB se, 80OO München 40
München, den 14. März 1980 M/21 056
FARMATIS. S.p.A.
Corso Europa, 5
Mailand (Italien)
1-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin, Verfahren zu dessen Herstellung und daraus hergestellte
Arzneimittel
POSTANSCHRIFT 1 POSTFACH 780, D-SOOO MÜNCHEN 43
030039/0815
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Isoindolinderivat und auf ein neues Verfahren zu dessen Herstellung sowie weiterhin auf therapeutische Zusammensetzungen mit diuretischer, saluretischer und hypotonischer Wirksamkeit, die die oberwähnte Verbindung als Hauptbestandteil enthalten.
Die neue erfindungsgemäße Verbindung ist 1"-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin der Formel
NH C'
Diese Verbindung wird nach einem Verfahren erhalten, das im wesentlichen aus folgenden Stufen besteht: 1) Umsetzen von a-Methyl-a,a'-dibrom-o-xylol mit tert.-Butylcarbazat:
:H - Br
+ H-N-NH-COOC(CH-)
£. J
CH2Br
CH-
[-NH-COOC (CH3J3
2) Zersetzen des 1-Methyl-N-(tert.butyloxycarbonylamino)-isoindolins zur entsprechenden Aminoverbindung:
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3) Umsetzen des 1-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorids mit einem Halogenid der 4-Chlorsulfamidobenzoesäure:
°2NH2
-NH2.HCl + XOC
O2NH2
■NH—CO
Die Stufe 1) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise unter Verwendung von zwei Ausgangsmaterialien in stöchiometrischem Verhältnis in einem hoch polaren organischen Lösungsmittel, das mit Wasser mischbar ist, wie Tetrahydrofuran oder Dimethylformamid, durchgeführt. Die Reaktion wird vorzugsweise in Anwesenheit einer organischen Base durchgeführt, die die HBR, wenn sie gebildet wird, bindet, wobei diese Base der Lösung allmählich zumindest in stöchiometrischem Anteil in bezug auf die Ausgangsmateralien zugegeben wird.
Die Zersetzungsstufe 2) wird bewirkt, indem das Isoindolinde rivat in konz. HCl suspendiert und die Mischung so lange unter Rühren bei Umgebungstemperatur gehalten wird, bis'sie völlig gelöst ist. Die Lösung wird dann unter Vakuum zur Trockene eingedampft.
030039/0815
In Stufe 3) wird das in der vorherigen Stufe erhaltene 1-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorid in einem polaren organischen Lösungsmittel, wie Tetrahydrofuran, gelöst und ein Halogenid der 4-Chlor-3-sulfamidobenzoesäure wird in einem stöchiometrisch äquivalenten Anteil in Anwesenheit einer organischen Base, die das Isoindolin vom Hydrochlorid freisetzen und die bei der Umsetzung gebildete Halogenwasserstoffsäure anschließend binden kann, zugegeben. Die organische Base muß zumindest in stöchiometrischem Anteil, vorzugsweise aber in großem Überschuß, vorhanden sein.
Die Reaktion findet bei Umgebungstemperatur statt. Eine Mischung eines Halogenwasserstoffsalzes der organischen Base und von i-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin fällt aus, wobei letzteres durch Behandlung mit Wasser, das das Halogenwasserstoffsalz der organischen Base löst, ' isoliert wird. Ein weiterer geringer Anteil des Endproduktes kann durch Eindampfen der Tetrahydrofuranlösung und Mischen des Rückstandes mit Äthylalkohol isoliert werden.
Die Gesamtausbeute des Endproduktes beträgt hinsichtlich des eingesetzten α-Methyl-α,α'-dibrom-o-xylols etwa 40 %. Das als Ausgangsmaterial verwendete a-Methyl-α,α1-dibrom-o-xylol wird vorzugsweise aus 2-Carboxyacetophenon durch Reduzieren mit einem Hydrid und darauffolgendes Behandeln der dihydroxylierten Verbindung mit HBr gemäß folgendem Reaktionsschema hergestellt:
Hydridv
1COOH
Dieses Verfahren wurde im einzelnen von G. Pifferi et al. in Il Farmaco - Ed.Sei. 27, 30 (1972), beschrieben.
030039/0815
3009332
Das folgende Beispiel soll die vorliegende Erfindung näher erläutern, ohne daß diese hierauf beschränkt sein soll.
Beispiel : 5,6 ml Triäthylamin wurden zu einer Lösung von 5 g (0,018 Mol) a-Methyl-a,a'-dibrom-o-xylol und 2,38 g (0,018 Mol) tert.Butylcarbazat in 15 ml Dimethylformamid, auf 50 bis 60 C erhitzt, zugesetzt. Nach dem Zusetzen wurde die Mischung 3 h bei Umgebungstemperatur stehen gelassen, worauf das Volumen der Lösung durch Verdünnen mit H„O auf etwa 60 ml gebracht wurde. Die Lösung wurde dann eine weitere h gerührt. Der Feststoff, der sich abschied, wurde abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet, wobei 3,14 g (70 %) 1-Methyl-N-(tert.butyloxycarbonylamino)-isoindolin erhalten wurden, Fp. 143 bis 145°C. Das Produkt war ausreichend rein für die nächste Stufe.
Eine Suspension von 2,6 g (0,0104 Mol) des Isoindolinderivats in 7 ml konz.HCl wurde 1 h bei Umgebungstemperatur gerührt. Die erhaltene Lösung wurde unter Vakuum durch Erhitzen auf 60 bis 70 C eingedampft, wobei 1,97 g eines festen Rückstandes erhalten wurden, der aus ÄtOH + At3O (1/1) kristallisierte, wobei 1,5 g (77,6 %) i-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorid erhalten wurden, Fp. 140 bis 145°C. 3,44 g (0,0135 Mol) 4-Chlor-3-sulfamidobenzoesäurechlorid wurden zu einer Lösung von 2,5 g (0,0135 Mol) i-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorid und 3,5 g (0,0314 Mol) Triäthylamin in 30 ml Tetrahydrofuran zugesetzt. Die Mischung wurde 15 h bei Umgebungstemperatur gerührt. Der in großer Menge erhaltene Feststoff, der sich abschied, wurde abfiltriert und in Wasser suspendiert, um das vorhandene Triäthylaminhydrochlorid zu entfernen.
Der Rückstand wurde durch Filtrieren gesammelt und in einem Trockenschrank getrocknet, wobei 3,0 g 1-Methyl-2-(3l-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin erhalten wurden, Fp. 208 bis 210°C. Ein weiterer Anteil (0,4 g) des Produktes konnte durch Eindampfen der Tetrahydrofuranreaktionslösung, Mischen des öligen Rückstandes mit Äthylalkohol und Kristallisierenlassen in einem Gefrierschrank erhalten werden.
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Die Gesamtausbeute betrug 3,4 g, was 68,6 % entspricht.
Die analytische Probe kristallisierte aus 10 Volumsteilen Äthylalkohol und hatte einen Fp. von 210 bis 212°C.
Das IR-Spektrum wurde mit einem Perkin-Elmer-Spektrophotometer (Mod. 297) durch Emulgieren der Probe in Nujöl aufgezeichnet. Die Hauptabsorptionsbanden und die relativen Werte sind wie folgt: 3350 (SO„NH„), 3280 (NHCO), 1660
22
(HNCO), 1600 und 1560 (Phenyle), 1340 und 1180 (SO0NH0) cm"1.
Das NMR-Spektrum wurde mit einem Hitachi-Perkin Eimer R24-Spektrometer in einer Lösung von Deuteraceton mit TMS als Bezugsreferenz aufgezeichnet. Die Peaks (s = Singlett, d = Duplett, m = Multiplett) und die relativen Werte sind wie folgt: δ 1,43 (d, J=6Hz, CH3), 2,95 (s, das beim Zusetzen von D2O verschwindet, SO2NH2), 4,45 und 4,85 (m, CH in 1 und CH2 in 3), 6,85 (verbreiteres s, das beim Zusetzen von D3O verschwindet, NHCO), 7,20 (sichtbares s, 4 aromatischen des Isoindolinsystems), 7,60 bis 8,50 (m, 3 aromatische H des Sulfonamidsystems).
Wie bereits eingangs erwähnt, besitzt die neue Verbindung 1-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin (I) eine unerwartet starke diuretische, saluretische und hypotonische Wirksamkeit, wobei ihr Toxizität praktisch zur Gänze fehlt, welche Eigenschaften diese Verbindung zur Verwendung in der Humantherapie sehr interessant machen.
Das beste diuretisch-hypotonische Heilmittel, das derzeit bekannt ist und das auch vom strukturellen Gesichtspunkt aus der neuen Verbindung (I) am nächsten kommt, ist Indapamid, d.h. N-(3-Sul£amyl-4-chlorbenzamido)-2-methylindolin der Formel
NH
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Demgemäß wurden alle Versuche in bezug auf Wirksamkeit und Toxizität der neuen Verbindung im Vergleich mit Indapamid durchgeführt. Alle durchgeführten Versuche zeigen klar die Nützlichkeit der neuen Verbindung an, wobei im folgenden lediglich signifikante Daten angegeben sind.
Die neue Verbindung wird im folgenden der Einfachheit halber mit dem Symbol "CM/1" bezeichnet. Akute Toxizität
Die akute Toxizität wurde an Wistar-Ratten und Swiss-Mäusen beiderlei Geschlechts oral bestimmt.
Die Tiere wurden zumindest 12 h fasten gelassen, bevor die Versuche durchgeführt wurden, wobei ihnen jedoch Wasser zur Verfügung stand. Die Verbindung wurde in einem Gummi arabicum-Mucilagj homogen suspendiert und in bestimmten Dosen in einem Volumen von 40 ml/kg mittels einer gastrooesophagealen Sonde verabreicht.
Jede Dosis wurde an 10 Tieren getestet, von denen fünf männlich und fünf weiblich waren. Die Masse der Ratten variierte von 300 bis 350 g bei den Männchen und von 220 bis 250 g bei den Weibchen. Die Masse der Mäuse beiderlei Geschlechts variierte von 28 bis 35 g. Die Beobachtung dauerte 10 Tage.
Weder bei den Ratten noch bei den Mäusen wurden Todesfälle festgestellt; es wurde auch keinerlei spezielle toxische Symptomatologie in bezug auf die einzelnen Dosen bis zu 2500 mg/kg gefunden. Daher beträgt die DL50 mehr als diese Dosis.
Chronische Toxizität
Diese Versuche wurden an männlichen Wistar-Ratten mit einer Körpermasse von 188 bis 228 g durchgeführt. Die Tiere wurden willkürlich in Gruppen zu je 10 eingeteilt und auf folgende Weise behandelt:
Gruppe Ai Kontrollen - 10 % Gummi arabicum, 10 ml/kg/Tag durch orale Verabreichung unter Anwendung einer gastrooesophagealen Sonde während 28 aufeinanderfolgenden Tagen;
030039/081 S ^d1~-«m ^g;^
Gruppe B: CM/1 20 mg/10 ml 10 % Gummi arabicum pro kg/Tag durch orale Verabreichung unter Verwendung einer gastro-oesophagealen Sonde während 28 aufeinanderfolgenden Tagen;
Gruppe C: CM/1 40 mg/10 ml 10 % Gummi arabicum pro kg/Tag durch orale Verabreichung unter Verwendung einer gastro-oesophagealen Sonde während 28 aufeinanderfolgenden Tagen.
Bei allen getesteten Gruppen wurde die Körpermasse täglich zum Zeitpunkt der Verabreichung gemessen und in regelmäßigen Intervallen aufgezeichnet. Die allgemeinen Bedingungen und die Nahrungs- und Wasseraufnähme wurden festgehalten und jeder Todesfall sowie die Symptomatologie wurden aufgezeichnet.
Zwischen dem 25. und dem 27. Tag der Behandlung wurden alle getesteten Gruppen in geeigneten metabolischen Käfigen (einzeln) gehalten, um den spontan ausgestoßenen Harn zu sammeln und so dessen Zusammensetzung durch reaktionsfähige Bili-Labstix-Streifen von Arnes zu bestimmen.
Zwischen dem 27. und dem 29. Tag der Behandlung wurden alle Tiere, die 12h gefastet hatten, denen jedoch Wasser frei zugänglich war, durch Köpfen getötet (es wurde eine kleine Tierköpfvorrichtung der Amer.Instr.Corp. verwendet).
Aus dem vom Rumpf gesammelten Blut wurde folgendes bestimmt:
Azotämie (Dell'Aira in King. E. - Microanalisi nella Biochimica medica. I. Pensiero Sei. Ed., Rom 1951); Glykämie (Price D.J. - Analyst 92; 198, 1967);
Totalbilirubinämie (Jendrassik L. und Grof. P. - Biochem.
Z. 297; 81, 1938) ;
Totalcholesterinämie (Huan T.C. , Chen CP. , Wefler V. und
Battey A. - Anal. Chem. 33; 1405, 1961);
Totallipidämie (Zollner N. und Kirsch K. - Z.ges.Exp.Med.
135; 545, 1962);
SGOT- und SGPT-Transamihase (Reitman S. und Frankel E. Amer.J.Clin,Path. 28; 56, 1957);
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ORIGINAL INSPECTED
Gesamtprotidämie durch die Biuret-colorimetrische Methode unter Verwendung von gefriergetrocknetem Hyland-Serum
als Standard;
Natriumämie und Kaliumämie unter Verwendung der ßhotometrisehen Methode.
Eine makroskopische Prüfung wurde ebenfalls an den Hauptorganen durchgeführt, um jegliche Änderungen oder Tumormassen, die Neoplasie anzeigen könnten, festzustellen.
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Prüfung des Magens und des Darms der mit der höchsten Dosis behandelten Ratten geschenkt, um das Ausmaß der lokalen Verträglichkeit auf wiederholte Verabreichung von CM/1 während 28 Tagen durch die gastro-enterische Schleimhaut zu bestimmen. Zu diesem Zweck wurden der Magen und der Darm einer makro- und mikroskopischen Prüfung unterzogen, wobei diese längs der größeren Kurvatur (Magen) und längs der Hauptachse (Darm) geschnitten, mit lauwarmer physiologischer Lösung gewaschen, gestreckt und vorsichtig mit Vergrößerungslinsen beobachtet wurden, um Hyperämieζonen mit Geschwürbildungen oder mit anderen trophischen Änderungen der Schleimhaut zu bemerken.
Weder in den untersuchten Organen noch in der gastroenterischen Schleimhaut wurden Veränderungen festgestellt.
Die Ergebnisse sämtlicher Analysen und Beobachtungen können wie folgt zusammengefaßt werden: Während der 28 Tage dauernden Behandlung trat kein Todesfall auf. Es wurde keine besondere Symptomatologie festgestellt. Das Verhalten war normal, was die Futteraufnahme betrifft, während die Wasseraufnahme etwas größer war als bei den Kontrollen.
Die Daten bezüglich der Körpermasse der mit CM/1 behandelten Ratten war praktisch den Daten für die Kontrollen gleich. Die geprüften hämatischen biochemischen Konstanten waren alle innerhalb des Bereiches der Normalwerte für die Ratten dieses Stammes, sowohl bei den Kontrollen als auch bei den behandelten Tieren, mit Ausnahme der Natriumämie und der Kaliumämie, die eine leichte Verminderung zeigten. i
Die Hämogramme waren alle normal, ohne irgendeinen signifikan- | ten Unterschied zwischen den Kontrolltieren und den behandel- j
ι ten Tieren. '
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Die Urinzusammensetzung war für die Kontrolltiere und die behandelten Tiere praktisch gleich, d.h. es fehlten pathologische Elemente, wie Glucose, Ketonkörper, Bilirubin, und bei den meisten Kontrolltieren und behandelten Tieren waren Spuren von Proteinen und Blut vorhanden, die häufig in Rattenurin gefunden werden.
Zusammenfassend kann auf Grund der subakuten Toxizitätsuntersuchungen, die mit dem Produkt CM/1 an männlichen Ratten durchgeführt wurden, festgestellt werden, daß Dosen von 20 mg/kg und 40 mg/kg, an 28 aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht, zu keinen schädlichen Nebenwirkungen führen, mit Ausnahme einer leichten Verminderung der Natriumämie und der Kaliumämie,wobei diese Änderungen unter die normalen durchschnittlichen Änderungen von Ratten dieses Stammes fallen, so daß gesagt werden kann, daß das Produkt CM/1 eine sehr niedrige Toxizität besitzt, die in der Praxis völlig ignoriert werden kann.
Diuretische und saluretische Wirksamkeit
Diese Untersuchungen wurden an Wistar-Ratten beiderlei Geschlechts mit einer Körpermasse, die in jedem Fall in den folgenden Tabellen angegeben ist, durchgeführt, in welchen Tabellen die Ergebnisse mit Indapamid verglichen werden. Sowohl das CM/1 als auch das indapamid wurden oral verabreicht, nachdem sie im folgenden Lösungsmittel geeignet gelöst worden waren:
Polyäthylenglykol 400 30 ml
96° Alkohol 10 ml
0,2 %ige wässerige Natriummeta-
bisulfitlösung 30 ml
Zitronensäure 0,075 g
Natriumphosphat.12H2O 0,45 g
destilliertes Wasser auf " 100 ml.
Die Kontrollen wurden mit einem gleichen." Lösungsmittelvolumen behandelt. Die Versuche wurden an Tieren durchgeführt, die regelmäßig mindestens 12 h gefastet hatten,, jedoch freien Zugang su Wasser hatten. Das Natrium und das Kalium im Urin wurden durch eine photometrische Methode bestimmt.
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Die Wirkung auf die Ausscheidung einer wässerigen Kochsalzbelastung wurde zuerst geprüft.
18 weibliche Wistar-Ratten wurden in drei Gruppen geteilt, eine mit 8 und zwei mit 5 Tieren, und diese wurden auf folgende Weise behandelt:
Gruppe A: Kontrollen 1 ml Lösungsmittel, mit 0,9 % Natriumchloridlösung auf 50 ml gebracht, verabreicht durch eine Magensonde, pro kg Körpermasse (= 50 ml/kg, bezogen auf das Volumen);
Gruppe B: Indapamid 5 mg/kg in 1 ml/kg Lösungsmittel, mit Natriumchloridlösung auf 50 ml/kg gebracht, verabreicht durch eine Magensonde; Gruppe C: CM/1 5 mg/kg unter Anwendung der gleichen Methode,
wie für Indapamid beschrieben.
Die Ratten wurden sofort in einzelne metabolische Käfige gebracht, um während der 3 der Belastung folgenden Stunden den Urin zu sammeln. Die Menge an ausgeschiedenem Urin wird als % der verabreichten Menge angegeben.
Das ausgeschiedene Natrium bzw. Kalium sind in mÄq/3 h ausgedrückt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle I gezeigt. Der Standardfehler e wurde aus den mittleren Werten berechnet und, wo geeignet, wurde die Signifikanz unter Verwendung der Student t-Rechnung bestimmt.
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Tabelle
Ratte Nr. n=8 rc=5 n=5 Körper ml verabreicht Urinausscheidung der Belastung in % Stunden (kumulative den fol- Natrium Kalium—
Gruppe B Gruppe C masse durch Magen der verabreichten Menge in 2 h Exkretion) ausschei ausschei—
1 1 g sande genden 3 h dung Il T iM fe^^^A A^^^^4
dung
2 2 1 h 25 mSq/3h mÄq/3 h
Gruppe A 3 3 40 58.3
1 Λ 4 4 240 12.0 0 32 76 0.98 0.25
2 5 5 250 . 12.5 16 50 60 1.06 0.17
3 250 12.0 8 0 66.6 0.67 0.22
4 240 12.0 . 16.7 29.4 46.2 0.75 0.30 ·
O 5 260 13.0 0 14.8 59.3 . 0.51 0.32
(O 6 270 13.5 8 14.8 44.4 0.88 0.24
O 7 270 13.5 0 83 25.75+4.39 51.9 0.66 0.20
co 8 270 13.5 14.8 57.76+3.69 0.99 0.27
co 256 7.94+1. 50.0 0.8125+0.068 0.24625+0.0177
%, 37.5 83.3
O 240 12.0 16.7 26.1 81.2 1.50 0.36
OO 320 16.0 12.5 30.8 65.2 1.45 0.38
—» 230 11.5 8.7 52.2 69.2 1.33 0.28
260 13.0 6.7 .77 39.32+5.15 100.0 1.61 0.31
230 11.5 8.7 79.78+6.11 1.55 0.33
256 10.66+1 68.3 1.488+0.047 0.332+0.0177
32.2 108.8
240 12.0 16.7 48.5 94.5 1.81 0.297
vf ·' 270 13.5 14.8 64.5 109.2 1.77 0.310
V / 260 13.0 11.5 48.7 94.8 1.56 0.276
■ί\ 220 11.0 9.1 31 52.44+6.46 90.4 1.68 0.280
310 15.5 12.9 99.54+3.93 1.73 0.284 Q
4 ' 260 13.0+1. 1.71+0.043 0.2894+0.062 o
i I CO
Ί
ή ■00
ι NJ
(S 3009S32
Werte von P von weniger als 0,05 wurden als signifikant angesehen. Wie aus Tabelle I leicht ersichtlich ist, besitzen sowohl das Indapamid als au das Produkt CM/1 eine signifikante diuretische und saluretische Wirkung im Vergleich mit den Kontrollen, jedoch ist die Wirkung des CM/1 erheblich größer.
Während im Falle der Kontrollen 50 % der wässerigen Belastung nach etwa 3 h ausgeschieden werden, erreicht die Ausscheidung bei Indapamid etwa 80 % und steigt mit dem CM/1 auf 99,5 %.
Der Unterschied zwischen Indapamid und CM/1 ist statistisch signifikant. Das ausgeschiedene Natrium und Kalium sind ebenfalls signifikant höher als bei den Kontrollen, doch scheint die saluretische Wirkung des CM/1, die insgesamt höher ist als jene von Indapamid, mehr zum Natrium hin zu neigen, so daß das Verhältnis des ausgeschiedenen Natriums zum ausgeschiedenen Kalium während der 3 h im Falle der Kontrollen 3,3, im Falle der mit Indapamid behandelten Tiere 4,48 und im Falle der mit CM/1 behandelten Tiere 5,91 beträgt. Diese Tatsache ist von großer Wichtigkeit. Tatsächlich gibt, wie bekannt ist, die Verwendung von Diuretika in der Therapie entweder wegen ihrer diuretischen Wirkung oder wegen ihrer antihypertonischen Wirkung (diese Wirkung steht mit der diuretischen Wirkung in engstem Zusammenhang) zum Kaliumverlust als einem der unerwünschten Nebeneffekte Anlaß.
Die Serumspiegel von Kalium sind schlechte Indices der Modifikationen im gesamten austauschbaren Kalium, doch spiegeln sie den Entzug des gesamten organischen Kaliums wieder, wenn der Patient eine derartige Kaliummenge verloren hat, daß sich klinische Manifestationen zeigen (Anorexie, Nausea, Müdigkeit, Schwindel). Da die Behandlung von arterieller Hypertonie während sehr langer Zeiträume durchgeführt wird, kann dieser Nebeneffekt (Verminderung der Gesamtmenge an Kalium im Organismus) auftreten. Imstande zu sein, eine Verbindung zur Behandlung ·<οη arterieller Hypertonie verwenden zu können, wie jene gemäß vorliegender Erfindung, die eine hohe natriuretische Wirkung (die fundamentale Wirkung sowohl vom Gesichtspunkt der diuretischen Wirksamkeit als auch vom Gesichtspunkt der
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antihypertonischen Wirksamkeit), begleitet von einer kaliuretischen Wirkung, die geringer als jene von Indapamid ist, besitzt, stellt zweifellos eine wichtige Bereicherung des Gebietes der Pharmacotherapie von Hypertonie und von Wasser-Salzretentionszuständen im allgemeinen dar.
Dieses spezielle Merkmal der neuen Verbindung gemäß vorliegender Erfindung wurde auch durch Messen der Wirkungen der Ausscheidung einer Belastung mit destilliertem Wasser bestätigt.
Diese Versuche wurden an der gleichen Gruppe von fünf Ratten durchgeführt, um die Wirksamkeit der zu prüfenden Verbindungen besser zu charakterisieren und damit irgendwelche individuellen Variationen maximal zu vermeiden. Das Verfahren war wie folgt: die Gruppe der 5 gewählten Ratten (männliche Ratten mit der in der Tabelle angegebenen Körpermasse) wurden auf die vorhergehend beschriebene Weise oral mit 1 ml Lösungsmittel + 49 ml destilliertem Wasser pro kg Körpermasse behandelt. Dann wurden die Ratten sofort in einzelne metabolische Käfige gebracht. Der Urin wurde während 4 h gesammelt. Die Menge wurde auf übliche Weise als % des verabreichten Volumens ausgedrückt. Natrium und Kalium wurden ebenfalls analysiert und diese wurden als mÄq/4 h ausgedrückt.
Nach 2 Tagen wurden die gleichen Ratten auf die vorher beschriebene Art und Weise mit Indapamid und nach weiteren 2 Tagen mit dem Produkt CM/1 behandelt. In dem Intervall zwischen den einzelnen Versuchen befanden sich die Ratten in Käfigen und wurden auf normale Weise gefüttert=
Die für beide Verbindungen verwendete Dosis war wie vorher, d.h. 5 mg/kg. Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben .
030039/0815
Tabelle
II
Ratte Körper- ml oral ver Kumulative Ausscheidung in den der 3 h % 4 h 109.7 83.9 116.1 116.2 138.7 Natriumaus-
Nr. masse abreicht Belastungen ί folgenden Stunden in - nur wässerige Belastung 75.0 92.8 107.2 107.2 107.2 scheidung
g 109.7 71.4 42.9 85.8 85.7 114.4 mSq/4 h
1 h 2 h 75.0 85.8 82.8 110.4 134.5 110.4
A) KEINE BEHANDLUNG 42.8 74.3 101.7 121.1 145.2 140.5
1 310 15.5 58.1 109.7 85.8 83.24+7.05 80.82 108.12 117.76 122.24+4.47 0.00473
2 280 14.0 50.0 75.0 64.6 0.CC202
3 280 14.0 0.0 21.4 75.58" B) INDAPAMIDE 5 τηκ/kp; oral +wäss.Belastung 5 ms/kR oral +wäss. Belastung 0.00101
4 290 14.5 24.1 73.4 25.8 109.7 116.2 0.00156
5 310 15.5 19.4 64.6 35.7 78.6 121.4 0.00113
30.32 68.82 0.0 57.1 ' 114.3 0.00209+
27.6 110.4 134.5 0.00068
51.6 125.8 167.8
1 28.14 96.32 130.84+9.89 0.01808
2 0.00771
3 C) Cty1 0.01403
4 58.1 0.01077
5 , 50.0 0.02694
7.1 0.01551+
55.2 0.00333
51.6
1 44.4 0.01374
2 0.01362
3 0.01250
4 0.01671
5 0.04889
0.02109+
0.00698"
Kaliumausscheidung mSq/4 h
co
O CO CO
OO
cn
Verhältnis
Na/K » 0.896
1.6764
2.6955
0.00350
0.00239
0.00135
0.00179
0.00263
0.002332+
0.000368"
0.00998
0.00543
0.00814
0.00692
0.01579
0.009252+
0.001796""
0.00542
0.00512
0.00603
0.00856
0.01399
0.007824+
0.001656
Diese Tabelle zeigt, daß sowohl Indapamid als auch das Produkt CM/1 eine signifikante diuretische und saluretische Wirkung aufweisen. Das Produkt CM/1 scheint"aktiver zu sein als das Indapamid, doch liegt die Hauptbedeutung in der Tatsache, daß das Verhältnis des ausgeschiedenen Natriums zum ausgeschiedenen Kalium beim Produkt CM/1 deutlich günstiger ist, wobei dieses Verhältnis durchschnittlich 0,0896 für die Kontrollen, 1,6764 nach Behandlung mit Indapamid und 2,6955 nach Behandlung mit CM/1 beträgt.
Schließlich wurde die Wirkung des neuen Produktes auf spontane Diurese bestimmt.
Die betreffenden Untersuchungen wurden an 15 weiblichen Wistar-Ratten mit einer Körpermasse von 230 bis 260 g durchgeführt, wobei die Tiere willkürlich in drei Gruppen zu je 5 geteilt wurden. Die Tiere wurden über Nacht während 12 h in einzelnen metabolischen Käfigen gehalten, um den spontan ausgeschiedenen Urin zu sammeln. Eine Gruppe wurde wie üblich mit 1 ml/kg Lösungsmittel mittels einer Magensonde behandelt und die anderen beiden Gruppen wurden mit 5 mg/kg Indapamid bzw. 5 mg/kg CM/1 behandelt. Das Kalium und das Natrium wurden wie üblich im gesammelten Harn analysiert.
Die Ergebnisse sind in Tabelle III angegeben.
030039/0815
Tabelle
III
Patte ml Urin in 12 h Nr. gesaranelt
Natriunausscheidung mSq/12 h
Kaliunausscheidung mKq/12 h
Verhältnis ausgeschiedenes Natrium/Kalium
1
2
3
4
5
Gruppe A-Kontrollen 9.0 6.0 4.0 8.0
· 16.0
'. 8.6+2.03
Gruppe B -Indapamid,
1 11.5
2 13.7
3 18.6
4 14.5
5 15.5
14.76+1.16 (+71.6%) Gruppe C - CM/1
1 10.5
2 17.5
3 21.0
4 16.6
5 15;0
~ 16.12+1.1
1.278 1.782 0.892 1.552 1.424
2.601 1.776 1.808 2.728 2.384
0.491 1.003 0.493 0.569 0.597
O O CO
1.3856+0.148
5.335 4.756 6.780 7.775 6.767
2.2594+0.198
4.560 3;356 3.760 5.776 4.352
0.6306+0.0954
1 "70 1.+17 1.803 1.346 1.555
6.2826+0.544
6.123 6.880 8.906
7.675 5.989
4.3608+0.413
3.708 3.042 3.911 3.508 3.430
1.4582+0.106.
1.651 2.262 2.277 2.188 1.746
7.114+0.539
3.5198+0.145
2.0248+0.134
C+87.4%)
CO CD OJ K)
Diese Tabelle zeigt, daß sowohl das Indapamid als auch das Produkt CM/1 eine bemerkenswerte diuretische Wirkung aufweisen, die im Falle des Produktes CM/1 stärker ist (Diurese steigt bei Indapamid um etwa 72 % und bei CM/1 um etwa 87 % hinsichtlich der Kontrollen). Die Natrium- und Kaliumexkretion wird durch beide Produkte ebenfalls erhöht, doch wiederum ist das Verhältnis der Ausscheidung von Natrium zu Kalium bei der mit dem Produkt CM/1 behandelten Gruppe höher und das Unterschied erreicht statistische Signifikanz.
Hypotonische Wirksamkeit
Die Wirkungen der subakuten oralen Behandlung mit CM/1 auf den Arteriendruck der Ratte mit spontaner Hypertonie (SHR) wurden an 10 genetisch hypertonischen (SHR) männlichen Ratten (Charles River) beobachtet.
Die Tiere wurden willkürlich in zwei Gruppen zu je 5 geteilt und auf die folgende Art und Weise behandelt: Gruppe A: Kontrollen 10 % Gummi arabicum, 5 ml/kg/Tag durch orale Verabreichung unter Verwendung einer gastrooesophagealen Sonde;
Gruppe B: CM/1 2,5 mg/5 ml Gummi arabicum/kg/Tag durch orale Verabreichung unter Verwendung einer gastro-oesophagealen Sonde.
Die Behandlung wurde an 28 aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Der Arteriendruck wurde in regelmäßigen Intervallen nach der blutlosen Methode unter Verwendung der "BP-Recorder 8005"-Vorrichtung der "W+W Electronic" aufgezeichnet. Das Messen erfolgte auf folgende Weise: Der Schwanz der Tiere wurde vorsichtig enthaart und dann in eine Manschette mit geeignetem Durchmesser gesteckt, die durch ein Rohr mit einer Pumpe und einer Druckmeßvorrichtung verbunden war. Dann wurde der Schwanz in einen kreisförmigen Umsetzer gesteckt, der mit einem Impulszähler in Verbindung stand. Als die Vorrichtung eingeschaltet wurde, stieg der Druck in der Manschette, bis der Blutstrom zum Stillstand kam. Nun wurden die Drücke von der Druckmeßvorrichtung abgelesen.
030039/0815
3009&32
Vor Beginn der Versuche waren die Tiere eine Woche lang diesem Verfahren unterworfen worden, um sie daran zu gewöhnen. Die die Druckmessungen betreffenden Daten für die zehn Ratten sind im einzelnen in Tabelle IV gezeigt.
ORIGINAL INSPECTED
030039/0815
Tabelle
IV
Ratte ii=5 π*5 Systolischer Basis Systolischer Arteriendruck (mm Hg), an Q 210 14. Tag en der Behandlunc ] ro±genden
Gruppe A Gruppe B arteriendruck Tagen blutlos gemessen 205
1 1 mm Hg 7. Tag 245 105 21. Tag 28. Tag
2 2 . 210 235
3 3 220 235 225 270 215 200
4 4 245 255 219.0+7.31 245 235 235
5 5 270 280 240 260 260
225 240 239..0+10.41 240 235
<*> . 240 ."235 240 245
O 240.0+8.80 249.0+8.75 195 238.0+7.17 235.0+9.87
215
<D 235 235 195 185
215 200 210 210 <
O 260 220 220 205
OD 265 213.0+7.17 180 185
in 250 210 205
245.0+9.08 203.0+7.00 198.0+5.38
CO CO K)
Wie zu ersehen ist, vermindert die Behandlung mit CM/1 den systolischen Arteriendruck signifikant um ein Maximum von 20 % (abgelesen am 28. Tag).
Auf Grund der Ergebnisse der hier angegebenen Versuche kann somit folgendes festgestellt werden:
1) Das Produkt CM/1 ist eine neue Verbindung, die praktisch frei von akuter Toxizität ist (LDj.- beträgt mehr als 2,5 g/kg Körpermasse von Ratten und Mäusen bei oraler Verabreichung)
und auch praktisch frei von subakuter Toxizität ist (tägliche Dosen bis zu 40 mg/kg bei oraler Verabreichung werden 4 Wochen lang gut vertragen, wobei diese Dosen 560-mal größer sind als die maximale tägliche therapeutische Dosis für Menschen).
2) Das Produkt CM/1 zeigt bei der Ratte antihypertonische Wirksamkeit bei' spontaner Hypertonie (SHR).
3) Das Produkt CM/1 besitzt eine diuretische und eine saluretische Wirksamkeit, die jene von Indapamid übersteigt, insbesondere hat jedoch das Produkt CM/1 gegenüber Indapamid die Fähigkeit gezeigt, eine markante natriuretische Wirkung und eine weniger intensitve kaliuretische Wirkung zu besitzen, so daß seine Verwendung in der Humantherapie frei von jenen unerwünschten Nebenwirkungen ist, die durch übermäßigen.Kaliumverlust verursacht werden, welche die anderen antihypertonischen Diuretika gewöhnlich induzieren.
Diese Eigenschaften definieren das 1-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin somit als Produkt, das in bezug auf andere analoge Produkte, die bereits in der Therapie verwendet werden, absolut neu ist. Das neue Produkt kann oral in einer Dosis von 2,5 bis 5 mg/Tag verabreicht werden, je nachdem ob seine hypotonische oder diuretische Wirkung ausgenützt werden soll. Es kann in Form von Pillen oder Tabletten verabreicht werden.
030039/0815

Claims (6)

Patentansprüche :
1. 1 -Methyl-2- (3' -sulf amyl-4 ' -chlorbenzamidcj-isoindolin
der Formel
SO2NH2
—NH CO
2. Verfahren zur Herstellung von 1-Methyl-2-(3'-sulfamyl-4'-chlorbenzamido)-isoindolin, dadurch gekennzeichnet, daß man
a) a-Methyl-ct^a'-dibrom-o-xylol mit tert.Butylcarbazat umsetzt,
b) das 1-Methyl-N-(tert.butyloxycarbonylamino)-isoindolin zum entsprechenden Aminoderivat zersetzt,
c) das 1-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorid mit einem Halogenid der 4-Chlor-3-sulfamidobenzoesäure umsetzt und
schließlich das 1 -Methyl-2- (3 '-sulf amyl-4 '-chlorbenzamidoisoindolin, das im Reaktionsmedium unlöslich ist, abtrennt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Stufe a) unter Verwendung der Reagentien in stöchiometrischen Anteilen in einem polaren organischen Lösungsmittel in Anwesenheit einer organischen Base durchführt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Stufe b) durch Suspendieren des 1-Methyl-N-(tert.-butyloxycarbonyland.no)-isoindolins in konz. Salzsäure und Halten der Suspension bei Umgebungstemperatur unter Rühren, bis das Lösen beendet ist, durchführt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Stufe c) durch Umsetzen des i-Methyl-2-aminoisoindolinhydrochlorids mit einem Halogenid der 4-Chlor-3-sulfamidobenzoesäure in stöchiometrischem Anteil in einem polaren organischen Lösungsmittel in Anwesenheit einer organischen Base durchführt.
030039/0815
6. Arzneimittel, enthaltend die Verbindung gemäß Anspruch 1 oder ein Salz davon mit einer pharmazeutisch verträglichen Säure in einem üblichen Arzneimittelträger.
ORiGiNAL INSPECTED
030039/081S
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