DE3003329C2 - Kernbrennstoffelement mit einem Markierungsgas - Google Patents
Kernbrennstoffelement mit einem MarkierungsgasInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ei> Kernbrennstoffelement
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Bei einem solchen Brennstoffelement wird das bei einem Bruch des Umhüllungsrohres austretende Markierungsgas
meßtechnisch erfaßt Auf diese Weise kann ein Bruch des Umhüllungsrohres schon in einem frühen
Stadium festgestellt werden.
Ein Brennstoffelement nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 ist bereits bekannt (DE-OS 23 32 958). Als
Träger für das Markierungsgas wird dabei eine Kapsel verwendet die mit einem Material abgedichtet ist,
dessen Schmelzpunkt tiefer als die Betriebstemperatur des Reaktors liegt, beispielsweise mit Zinn oder Blei.
Das Dichtmaterial tendiert jedoch dazu, sich bei Stoßen oder Schwingungen, die beim Herstellen des Brennstoffelementes
auftreten, zu lösen. Weiterhin läßt die Wärmeübertragung auf das Dichtmaterial zu wünschen
übrig, so daß es manchmal nicht schmilzt
Aus der US-PS 41 24 802 ist es bekannt, Reaktorabgase, wie Kr85, durch Ionenimplantation in Metallfolien zu
fixieren, um die radioaktiven Gase für einen möglichst langen Zeitraum zu lagern.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kernbrennstoffelement nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 zu
schaffen, mit dem eine hohe Zuverlässigkeit hinsichtlich der Fixierung des Markierungsgases bei Normaltemperatur
sowie der Freisetzung des Markierungsgases bei Betriebstemperatur des Kernbrennstoffelementes gewährleistet
ist.
Diese Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Kernbrennstoffelement wird das eingeschlossene Markierungsgas nur bei
Erwärmung der Metallfolie abgeschieden oder freigegeben. Mit anderen Worten, das eingeschlossene Markierungsgas
wird nicht durch Stoße oder Schwingungen bei der Herstellung oder dem Transport des Brennstoffelementes
freigegeben, wodurch das Brennstoffelement leichter handhabbar ist
Vorteilhafterweise können Metallfolien von unterschiedlicher
Gestalt zum gesonderten Einschließen von unterschiedlichen Markierungsgaskomponenten verwendet
werden, was ermöglicht die Markirningsgaskomponente
an der Gestalt der Metallfolie zu erkennen. In diesem Fall können die Markierungsgaskomponenten
sehr einfach in einem gewünschten Verhältnis gemischt werden.
Das in die Metallfolie implantierte Markierungsgas wird aus der Metallfolie bei Erhöhung der Temperatur
der Metallfolie wieder abgeschieden, welche sich beim Betrieb des Reaktors einstellt Als Folge davon wird das
Umhüllungsrohr mit dem Markierungsgas in einer zum meßtechnischen Erfassen ausreichenden Menge gefüllt
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert Es zeigt
Fig. I einen Längsschnitt durch ein Kernbrennstoffelement
mit einer durch ein Markierungsgas implantierten Metallfolie;
F i g. 2 ein Schema einer Vorrichtung zum Herstellen einer mit Markierungsgas implantierten Metallfolie, und
Fig.3 ein Diagramm, welches die Verteilung des implantierten Markierungsgas in einer Metallfolie
darstellt
F i g. 1 zeigt ein Kernbrennstoffelement, bei dem in ein Umhüllungsrohr 1 das-Kernbrennstoff material in
Form von Tabletten 2 eingeführt ist die durch Formen von Uran-Dioxid und nachfolgendes Sintern hergestellt
sind. In einen Hohlraum 3 des Umhüllungsrohres 1 ist eine Metallfolie 5, die mittels eines lonen-lmplantationsverfahrens
mit einem Markierungsgas implantiert ist, sowie eine Feder 4 eingebracht Beide offenen Enden
des Umhüllungsrohres 1 sind mittels Anschlagstopfen 6 und 7 abgedichtet Die Feder 4 dient dazu, die Tabletten
2 und die Metallfolie 5 korrekt positioniert zu halten. Bei der Ausführung nach F i g. 1 ist Metallfolie 5 auf den zu
einem Paket geschichteten Tabletten 2 angeordnet Die Metallfolie kann jedoch auch unter oder zwischen den
Tabletten angeordnet sein.
Die mit Markierungsgas implantierte Metallfolie kann durch eine lonen-Implantationsvorrichtung gemäß
Fig.2 hergestellt werden. Dabei wird Krypton aus einem Gasbehälter 10 durch ein Druckregelventil in
eine Ionenquelle W geschickt und dort ionisiert. Die Krypton-Ionen (Kr+) werden mittels eines Beschleunigers
12 auf eine Energie von 50 keV beschleunigt und laufen durch eine Magnet-Ablenkvorrichtung 13, um in
eine Aluminium-Metallfolie 15 implantiert zu werden, die in einer Implantationskammer 14 angeordnet ist
Um die Ionenquelle 11, den Beschleuniger 12 und die Implantationskammer 14 zu evakuieren, ist eine
Evakuierungsvorrichtung 16 vorgesehen.
Bei der Implantation in eine Aluminiumfolie dringt Kr+ bei einer Beschleunigungsenergie von 50 keV etwa
30 nm in die Folie ein und hat darin über die Tiefe der Folie eine Verteilung, wie sie in F i g. 3 dargestellt ist.
Die maximale Markierungsgasmenge, die in eine Metallfolie implantiert werden kann, das heißt die
Sättigungsmenge, ist durch die Beschleunigungsenergie bestimmt, welche dem Markierungsgas mitgeteilt wird.
Wenn ein Markierungsgas mit einer Beschleunigungsenergie von 50 keV in eine Aluminiumfolie implantiert
wird, beträgt die Sättigungsmenge des Markierungsgases etwa 1 · 1017 Kr/cm2.
Das lmplantierungsgas, welches in der Metallfolie implantiert ist, wird in der Metallfolie in Form von
individuellen Atomen oder in Form einer Anhäufung von Atomen zurückgehalten, die Blasen bilden; diese
Atome diffundieren und werden aus der Folie nach außen hin abgeschieden, wenn die Folie erwärmt wird.
Die Abscheidung des Implantierungsgases wird mit Erhöhung der F^ wärmungstemperatur gefördert. Durch
das Erwärmen wird jedoch nicht alles in der Metallfolie implantierte Markierungsgas stets abgeschieden oder
wieder freigegeben. Zum Beispiel wird bei einer Temperatur von 4500C, weicher der Hohlraum eines
Brennstoffelementes im Anfangsstadium des Betriebes eines Kernreaktors ausgesetzt wird, etwa 55% des in
eine Aluminiumfolie implantierten Kr-Gases wieder abgeschieden, so daß etwa 45% des Kr-Gases in der
Aluminiumfolie zurückgehalten werden. Natürlich sollte die Restmenge, die in der Folie verbleibt, in Betracht
gezogen werden, wenn die Menge an Markierungsgas bestimmt wird, die in die Folie zu implantieren ist. Mit
anderen Worten sollte die Folie soviel Impfc:Uierungsgas
abscheiden, daß es zu einer Erfassung durch eine Meßvorrichtung ausreicht. Wenn Kr-Ionen auf ein
Energieniveau von 500 keV beschleunigt und in eine rostfreie Stahlfolie in einer Menge von 2 · 1015 Kr/cm2
implantiert werden, beginnt eine Abscheidung implantierten Kr-Gases aus der Folie erst bei 8200C, und alle
Kr-Atome werden sogar erst bei 12000C wieder abgeschieden.
Im allgemeinen wird eine Menge an Markierungsgas in eine Metallfolie implantiert, welche etwa dem
Zweifachen der zur Erfassung ausreichenden Menge entspricht. Die erforderliche Fläche einer Metallfolie
wird durch die Sättigungsmenge des Markierungsgases bestimmt, die ihrerseits durch die dem ionisierten
Markierungsgas mitgeteilte Beschleunigungsenergie definiert ist. Wenn ein Markierungsgas in beide
Oberflächen einer Metallfolie implantiert wird, kann die Folienfläche halbiert werden.
Eine Metallfolie mit einer Dicke, die größer als die 4u
Eindringtiefe des ionisierten Markierungsgases ist, kann die gewünschte Funktion erfüllen. F i g. 3 zeigt, daß für
eine Metallfolie die Dicke von etwa 100 nm hinsichtlich ihrer Markierungsgasaufnahmefunktion ausreicht. Es ist
jedoch ir,.· Hinblick auf die Herstellung und die mechanische Festigkeit zweckmäßig, eine Metallfolie
von etwa 1 bis 3 μπι Stärke zu verwenden. Auch die Form der Metallfolie ist beliebig, sofern sie nur in ein
Umhüllungsrohr hineingebracht werden kann und das Kernbrennstoffmaterial wärmeleitend berührt. Zum -,0
Beispiel können mehrere kreisrunde Einzelfolien von etwa 5,5 mm Durchmesser als Paket oder getrennt
voneinander in ein Umhüllungsrohr mit einem Innendurchmesser von 5,6 mm eingebracht werden.
Markierungsgas kann in eine Metallfolie beliebiger Gestalt implantiert werden, oder es kann eine mit
Markierungsgas implantierte Metallfolie in beliebige Gestalt gebracht werden, sofern gewährleistet ist, daß
die Metallfolie das Kernbrennstoffmaterial wärmeleitend berührt Wenn ein Markierungsgas in eine rostfreie
Stahlfolie implantiert ist, sollte die Folie zweckmäßig zwischen Kernbrennstoff-Tabletten angeordnet werden,
weil eine ziemlich hohe Temperatur zum Abscheiden des implantierten Markierungsgases erforderlich
ist
Im allgemeinen werden Isotope von Kr und Xe in Form einer Mischung oder unabhängig voneinander als
Markierungsgas verwendet. Es ist möglich, ein Mischgas in eine Metallfolie zu implantieren. Es ist auch möglich,
die Markierungsgaskomponenten einzeln und nacheinander
in eine Metallfolie zu implantieren.
Vorteilhafterweise wird jede 'Komponente des Markierungsgases getrennt in eine einzige Metallfolie
besonderer Form implantiert, und mehrere mit Gas implantierte Folien werden dann in Kombination in ein
Umhüllungsrohr eingebracht Dabei ist es möglich, die Art der Markierungsgas-Komponente aufgrund der
Form der Metallfolie zu unterscheiden. Dadurch kann die gewünschte Menge eines gewünschten Markierungsgases
bzw. das Mischungsverhältnis der Komponente durch Abzählen der Anzahl der Metallfolien exakt
eingestellt werden.
Ein Markierungsgas aus Kr wurde mittels eines Ionen-Implantationsverfahrens in eine bandförmige
Aluminiumfolie von 3 μπι Stärke, 2 cm Breite und 650 cm Länge implantiert Das Volumen der Folie
betrug 2 cm · 650 cm · 0,0003 cm = 039 cm3. Das
Kr-Gas wurde mit einer Beschleunigungsenergie von 50 keV in beide Oberflächen der Folie implantiert. Kr
wurde in die Folie in einer Menge von 4 · 1016 Kr/cm2 implantiert, was einer etwas kleineren Menge als der
Sät«igungsmenge bei einer Beschleunigungsenergie von 50keV, d.h. 1 · 1017 Kr/cm2, entspricht. In diesem Fall
ist die Gesamtmenge des implantierten Kr-Gases für die gesamte Folie etwa 1 ■ 1020 Kr (die gesamte Folienoberfläche
beträgt 2 cm · 650 cm · 2 = 2,600 cm2}. Etwa 5,5 ■ 10" Kr-Atome werden aus der Folie abgeschieden,
wenn sie 5 Minuten lang auf 4500C erwärmt wird. 2 cm3
Kr-Gas enthalten bei Normalbtdingungen 5,4 ■ 1019 Kr-Atome,
was für die Verwendung als Markierungsgas ausreicht. Mit anderen Worten reicht die aus der Folie
bei dem oben beschriebenen Experiment freigegebene Menge an Kr-Atomen für die Verwendung üs
Markierungsgas.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Kernbrennstoffelement mit einem Umhüllungsrohr, das das Kernbrennstoffmaterial und einen in
wärmeübertragender Verbindung mit dem Kernbrennstoffmaterial
stehenden Träger aufnimmt, der ein bei Normaltemperatur fixiertes Markierungsgas
enthält, das bei der Betriebstemperatur des Kembrennstoffelements
freigesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger aus einer m
Metallfolie besteht, die das Kernbrennstoffmaterial wärmeleitend berührt, und daß das Markierungsgas
bei Normaltemperatur ionenimplantiert in der Metallfolie ist
2. Kernbrennstoffelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfolie aus
Aluminium, Aluminiumlegierungen, Zirkon, Zirkonlegierungen oder rostfreiem Stahl besteht.
3. Kernbrennstoffelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Markierungsgas in
beide Oberflächen der Metallfolie implantiert ist.
4. Kernbrennstoffelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallfolie in Form eines Stapels von Einzelfolien vorliegt
5. Kernbrennstoffelement nach Ansprach 4, dadurch gekennzeichnet daß die Einzelfolien von
unterschiedlicher Gestalt sind und unterschiedliche Markierungsgaskomponenten enthalten.
JO
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