DE3001806C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung und Wiederverwertung
von Methylmercaptan und Cyanwasserstoff aus Abgas, das im
Hydantoinsynthesereaktor bei der Methioninsynthese, bei
der unter anderem eine Hydantoinreaktion erfolgt, angefallen.
Zur Hydantoinsynthese bei der geschilderten Methioninherstellung
bedient man sich beispielsweise eines Verfahrens,
bei welchem das Hydantoin aus durch Umsetzen von Methylmercapton
mit Acrolein in Gegenwart eines geeigneten Katalysators,
von Cyanwasserstoff und eines im wesentlichen
aus Ammoniak und Kohlendioxid gebildeten Produktes, z. B. Ammoniumcarbonat,
Ammoniumbicarbonat, als Ausgangsmaterialien
gebildetem Methylmercaptopropionaldehyd
gebildet wird, oder eines Verfahrens, bei welchem das Hydantoin
einstufig unter Verwendung von Methylmercaptan,
Acrolein, Cyanwasserstoff und eines im wesentlichen aus
Ammoniak und Kohlendioxid gebildeten Produktes, wie Ammoniumcarbonat,
Ammoniumbicarbonat, als Ausgangsmaterialien
in Gegenwart eines geeigneten Katalysators
hergestellt wird. Bei diesen Umsetzungen wird, um
die Reaktion vollständig ablaufen zu lassen, der Cyanwasserstoff
in der Regel gegenüber Methylmercaptopropionaldehyd,
Acrolein oder Methylmercaptan im Überschuß verwendet.
Obwohl der überschüssige Cyanwasserstoff teilweise in der
Hydantoinlösung gelöst wird, liegt ein größerer Teil des
Cyanwasserstoffs in gasförmiger freier Form vor.
Zum Aufarbeiten dieses gasförmigen Cyanwasserstoffs sind
bereits ein oxidatives Zersetzungsverfahren unter Verwendung
eines aus Chlor oder Hypochlorit bestehenden
Oxidationsmittels, oder ein katalytisches Hydrolyseverfahren
unter Verwendung eines auf einem Träger, z. B.
Aluminiumtrioxid oder Siliciumdioxid, aufgetragenen Alkalimetallhydroxids
bekannt (vgl. JA-OS 59 074/1974). Wenn das
bei der Hydantoinsynthese entstandene Gas nach einem der
genannten Verfahren direkt behandelt wird, benötigt man
eine große Menge Oxidationsmittel bzw. Katalysator. Da
Cyanwasserstoff teuer ist, sind die Verfahren, bei denen
der Cyanwasserstoff nicht rückgewonnen, sondern zersetzt
wird, unwirtschaftlich. Bei ersterem Hydantoinsyntheseverfahren
wird das wichtigste Ausgangsmaterial Methylmercaptopropionaldehyd
in der Regel nach folgenden Reaktionsgleichungen
aus Methylmercaptan und Acrolein hergestellt:
In diesem Falle verbleibt das Zwischenprodukt Hemithioacetal
teilweise im Methylmercaptopropionaldehyd. Wenn dieses
Zwischenprodukt in die Hydantoinsynthese rückgeführt
wird, zersetzt es sich unter Freisetzung einer äquimolaren
Menge Methylmercaptan. Methylmercaptan bildet sich auch
dann, wenn im Reaktor Methylmercaptopropionaldehyd zersetzt
wird. In letzterem Falle geht das nicht-umgesetzte Methylmercaptan,
so wie es gebildet wird, in das Abgas über. Somit
enthält also das aus der Hydantoinsynthese stammende
Abgas neben Cyanwasserstoff auch noch Methylmercaptan.
Zur Aufarbeitung dieses Methylmercaptans gibt es bereits
ein oxidatives Zersetzungsverfahren unter Verwendung eines
aus Chlor oder Hypochlorit bestehenden Oxidationsmittels
oder ein Verfahren zur oxidativen Behandlung des Methylmercaptans
mit einem Gemisch aus einem Eisensalz, einem
Amin und einem Acetat (vgl. JA-OS 1 17 690/1975). Wenn jedoch
das bei der Hydantoinsynthese gebildete Gas nach
irgendeinem der geschilderten Verfahren direkt behandelt
wird, benötigt man eine große Menge Oxidationsmittel. Da
ferner das Methylmercaptan kostspielig ist, sind Verfahren,
bei denen das Methylmercaptan nicht rückgewonnen,
sondern zersetzt wird, unwirtschaftlich.
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur (Rück-) Gewinnung und Wiederverwertung des im Abgas
aus der Hydantoinreaktion im Rahmen des Methioninsynthese
enthaltenen Cyanwasserstoffs oder Methylmercaptans
zu schaffen. Der Erfindung lag die Erkenntnis
zugrunde, daß sich Cyanwasserstoff mittels einer wäßrigen
Ammoniumbicarbonatlösung
oder eines hydantoinhaltigen flüssigen
Reaktionsgemischs, bei denen es sich, ähnlich wie bei
Cyanwasserstoff, um Ausgangsmaterialien zur Synthese von
Hydantoin handelt, selektiv und stabil absorbieren (und dabei
rückgewinnen und wiederverwerten) läßt und daß Methylmercaptan
wirksam rückgewonnen und wiederverwertet werden
kann, wenn man das Methylmercaptan enthaltende Abgas im
Gegenstrom mit Methylmercaptopropionaldehyd in Berührung
bringt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht bei der eine
Hydantoinreaktion in einer ihrer Stufen umfassenden Methioninsynthese
eine Rückgewinnung brauchbarer Verbindungen
aus dem bei der Methioninsynthese angefallenen Abgas, indem
das bei der Hydantoin entstandene Abgas mit
Methylmercaptopropionaldehyd gewaschen und die Waschflüssigkeit
b) in die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
rückgeführt und/oder das Abgas mit einer
ein Ausgangsmaterial der Hydantoinsynthese darstellenden
wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung
oder mit einem hydantoinhaltigen flüssigen Methioninreaktionsgemisch
gewaschen und die Waschflüssigkeit a) in die Hydantoinsynthese
rückgeführt wird.
Erfindungsgemäß läßt sich Cyanwasserstoff oder Methylmercaptan
wirksam in das System rückführen, so daß sich der
Verbrauch an Methylmercaptan und Cyanwasserstoff stark
senken läßt und die zu ihrer Unschädlichmachung durchzuführenden
Maßnahmen wirtschaftlich gestaltet werden können.
Folglich ist also das Verfahren gemäß der Erfindung den
einschlägigen bekannten Verfahren weit überlegen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Im einzelnen zeigen
Fig. 1 und 2 Fließbilder einer Ausführungsform eines Verfahrens
gemäß der Erfindung zur Gewinnung und Wiederverwertung
von Cyanwasserstoff bzw. Methylmercaptan.
Gemäß Fig. 1 wird Cyanwasserstoff über eine Leitung 2
einem Hydantoinsynthesereaktor 1 zugeführt. Über Leitungen
4 und 5 wird eine wäßrige
Ammoniumbicarbonatlösung eingeleitet.
Über eine Leitung 3 werden Methylmercaptopropionaldehyd
(oder Acrolein und Methylmercaptan) sowie ein Katalysator
zugeführt. In der Regel erfolgt diese Umsetzung bei einer
Temperatur von 30° bis 100°C und einem Manometerdruck von
höchstens 98,1 kPa.
Das im Reaktor 1 entstandene Gas besteht vornehmlich aus
Kohlendioxid, Cyanwasserstoff und Methylmercaptan. Es wird
über eine Leitung 9 einem Absorptionsturm 7 zugeführt. In
dem Absorptionsturm 7 wird es im Gegenstrom mit einer wäßrigen
Ammoniumbicarbonatlösung
oder mit einem hydantoinhaltigen
flüssigen Methioninreaktionsgemisch in Berührung gebracht, wobei
der Hauptteil des Cyanwasserstoffs absorbiert wird.
Die wäßrige Ammoniumbicarbonatlösung
wird dem Absorptionsturm 7
über eine Leitung 6, das hydantoinhaltige flüssige Methioninreaktionsgemisch
über eine Leitung 11 zugeführt. In jedem
Falle gelangt das fließfähige Absorptionsmittel über eine
Leitung 12 in den Reaktor 1 zurück.
Wie in der Zeichnung dargestellt, wird ein Teil
der als Ausgangsmaterial der Hydantoinsynthese
dienenden wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung
als Absorptionsmittel verwendet. Andererseits
kann auch seine dem kontinuierlich arbeitenden System
zugeführte Gesamtmenge als Absorptionsmittel verwendet
werden.
Die Rückgewinnung des Methylmercaptans erfolgt gemäß dem
in Fig. 2 schematisch dargestellten Verfahren. Das im
Hydantoinsynthesereaktor entstandene Gas wird über eine
Leitung 16 einem Wasserwaschturm 13 zugeführt. In diesem
Turm wird es im Gegenstrom mit über eine Leitung 17 vom
oberen Ende des Turms zugeführtem Wasser in Berührung gebracht,
wobei eine geringe Menge Ammoniak absorbiert wird.
Das im Hydantoinsynthesereaktor entstandene Gas enthält
Methylmercaptan, Cyanwasserstoff und Ammoniak. Obwohl Methylmercaptopropionaldehyd in Gegenwart von Ammoniak in
der Regel instabil ist und in ein hochsiedendes Material,
z. B. ein Polymerisat, übergeht, kann man auf den Wasserwaschturm
13 verzichten, wenn die Ammoniakmenge sehr gering
ist oder wenn die Aufenthaltsdauer des Methylmercaptopropionaldehyds
in einem Methylmercaptanabsorptionsturm
14 der folgenden Stufe so kurz ist, daß eine Absorption
einer geringen Menge Ammoniak keine merkliche Beeinträchtigung
hervorruft. Das hauptsächlich Methylmercaptan
enthaltende Gas wird über eine Leitung 19 dem Methylmercaptanabsorptionsturm
14 zugeführt. Darin wird es im Gegenstrom
mit dem Methylmercaptopropionaldehyd, der in den
Turm von seinem oberen Ende her über eine Leitung 20 eintritt,
in Berührung gebracht. Hierbei wird der Hauptteil
des Methylmercaptans absorbiert. Der Wasserwaschturm 13
und der Absorptionsturm 14 werden vorzugsweise unter
einem Manometerdruck von 0 bis 196,2 kPa und bei einer
Temperatur von 0° bis 50°C betrieben.
Da es sich, wie erwähnt, bei dieser Absorption um eine
chemische Absorption handelt, kann der das chemisch absorbierte
Methylmercaptan enthaltende Methylmercaptopropionaldehyd
rückgeführt und wiederverwendet werden (vgl.
hierzu die Zeichnung). Ferner kann an den "Todteil"
des Absorptionsturms oder die Rückführleitung eine
Einrichtung zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer angeschlossen
werden, um die Umsetzung wirksamer ablaufen zu
lassen. Ferner kann auch noch eine geeignete Kühleinrichtung
angeschlossen werden, um die Dampfkondensationswärme
im Gas oder die Reaktionswärme abzuführen.
Das in Methylmercaptopropionaldehyd absorbierte Methylmercaptan
gelangt über eine Leitung 22 in einen Reaktor für die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
15, in dem es mit dem in den Reaktor
über eine Leitung 24 zuströmenden Acrolein in Gegenwart
eines geeigneten Katalysators zu Methylmercaptopropionaldehyd
reagiert.
Andererseits fließt das von Methylmercaptan befreite Gas
aus einer Leitung 23 ab. Da es als Hauptbestandteil Kohlendioxid
enthält, kann es wirksam zu anderen Zwecken, z. B.
als Ausgangsmaterial für die Synthese der wäßrigen
Ammoniumbicarbonatlösung wiederverwendet
werden.
Insbesondere bei letzterer Ausführungsform des Verfahrens
gemäß der Erfindung, bei der das Hydantoin ohne vorherige
Synthese von Methylmercaptopropionaldehyd einstufig synthetisiert
wird, ist es selbstverständlich auch möglich,
das Cyanwasserstoff und Methylmercaptan enthaltende Abgas
aus der Methylhydantoinsynthese mit einer wäßrigen
Ammoniumbicarbonatlösung
oder dem hydantoinhaltigen flüssigen Methioninreaktionsgemisch
(Waschflüssigkeit a) zu waschen, die Waschflüssigkeit a) in die
Hydantoinsynthese rückzuführen, danach das Abgas,
aus dem der Cyanwasserstoff entfernt wurde, zur Entfernung
von Methylmercaptan mit Methylmercaptopropionaldehyd (Waschflüssigkeit b) zu
waschen und schließlich den das absorbierte Methylmercaptan
enthaltenden Methylmercaptopropionaldehyd in die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
rückführen.
Zweckmäßig an diesem Verfahren ist, daß sowohl Methylmercaptan
als auch Cyanwasserstoff entfernt und wiederverwertet
werden können.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
Durch kontinuierlichen Zusatz von Cyanwasserstoff und
einer wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung zu Methylmercaptopropionaldehyd
wird Hydantoin synthetisiert. Die Molverhältnisse
Cyanwasserstoff und NH₄HCO₃ zu Methylmercaptopropionaldehyd
betragen 1,2 : 1 bzw. 3 : 1. Das entstandene
Abgas enthält 4 Vol.-% Cyanwasserstoff, 2,6 Vol.-%
Methylmercaptan und 93,4 Vol.-% Kohlendioxid.
30 Nl/h des entstandenen Abgases werden in einem Absorptionsturm
bei einer Temperatur von 30°C unter Atmosphärendruck
bei einem Flüssigkeits/Gas-Verhältnis (Gewicht
einer 13 gew.-%igen wäßrigen Lösung von Ammoniumbicarbonat/Gewicht
des Abgases) von 10 im Gegenstrom mit einer
wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung kontinuierlich in Berührung
gebracht. Das erhaltene Gas enthält 100 ppm Cyanwasserstoff
und 2,5 Vol.-% Methylmercaptan sowie, zum Rest,
im wesentlichen Kohlendioxid.
Unter Verwendung der wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung,
die in der geschilderten Weise im Absorptionsturm zur Absorption
von Cyanwasserstoff verwendet wurde, von Cyanwasserstoff,
von dessen Menge die im Absorptionsturm absorbierte
Cyanwasserstoffmenge abgezogen wurde, einer wäßrigen
Ammoniumbicarbonatlösung, von deren Menge die zur
Absorption verwendete Menge Ammoniumbicarbonatlösung abgezogen
wurde, und von Methylmercaptopropionaldehyd wird
erneut eine Hydantoinsynthese durchgeführt. Das flüssige
Reaktionsgemisch der ersten Synthese und das flüssige
Reaktionsgemisch der späteren Synthese unter Verwendung
der zur Absorption verwendeten Lösung werden getrennt mit
Natriumhydroxid hydrolysiert und mit Schwefelsäure neutralisiert.
Die in beiden Fällen erhaltene Ausbeute an
Methionin beträgt 90%.
Das Abgas des Beispiels 1 wird bei einer Temperatur von
40°C unter Atmosphärendruck bei einem Flüssigkeits/Gas-Verhältnis
von 10 im Gegenstrom mit einem 10 Gew.-% Hydantoin
enthaltenden flüssigen Reaktionsgemisch in Berührung
gebracht. Das aufgefangene Gas enthält 200 ppm
Cyanwasserstoff und 2,6 Vol.-% Methylmercaptan.
1 Nm³/h Abgas aus einem Hydantoinsynthesereaktor, das
100 ppm Cyanwasserstoff, 2,5 Vol.-% Methylmercaptan und,
zum Rest, Kohlendioxid enthält, wird in einem Wasserwaschturm
bei einer Temperatur von 20°C unter Atmosphärendruck
bei einem Flüssigkeits/Gas-Verhältnis von 3 direkt im Gegenstrom
mit Wasser in Berührung gebracht. Das aufgefangene
Gas enthält 2,4 Vol.-% Methylmercaptan und Spurenmengen
Cyanwasserstoff.
Nun wird das aufgefangene Gas in einem Methylmercaptanabsorptionsturm
bei einer Temperatur von 15°C unter Atmosphärendruck
bei einem Flüssigkeits/Gas-Gewichtsverhältnis
von 0,7 im Gegenstrom mit Methylmercaptopropionaldehyd
in Berührung gebracht. Die Konzentration an Methylmercaptan
in dem aus dem Absorptionsturm abgelassenen Gas beträgt
nur noch 100 ppm.
Nun wird die erhaltene, Methylmercaptan enthaltende Methylmercaptopropionaldehyd-Lösung
mit 0,4 Gew.-% eines
Katalysators (25 Gew.-% Pyridin, 75 Gew.-% Essigsäure)
versetzt und gründlich vermischt, worauf unter Aufrechterhalten
einer Temperatur von 40°C Acrolein in äquimolarer
Menge zu dem absorbierten Methylmercaptan zugesetzt
wird. Die hierbei erhaltene farblose durchsichtige Flüssigkeit
wird gaschromatographisch analysiert, um die Erhöhung
der Menge an Methylmercaptopropionaldehyd zu ermitteln.
Bezogen auf das zugesetzte Acrolein erreicht man
eine Ausbeute von 97%.
Die Maßnahmen des Beispiels 3 werden wiederholt, wobei
jedoch bei der kontinuierlichen Aufarbeitung das Abgas
und Methylmercaptopropionaldehyd bei einer Temperatur von
20°C unter Atmosphärendruck und bei einem Flüssigkeits/Gas-Verhältnis
von 4 im Gegenstrom in Berührung gebracht
werden, die Menge an frisch zugeführtem Methylmercaptopropionaldehyd
1/20 des rückgeführten Methylmercaptopropionaldehyds
beträgt und die Aufenthaltsdauer des Methylmercaptopropionaldehyds
auf 30 h eingestellt wird. Die
Konzentration an Methylmercaptan im abgelassenen Gas beträgt
400 ppm.
Unter Verwendung der zur Absorption von Methylmercaptan
verwendeten Lösung wird die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
entsprechend Beispiel 3 durchgeführt. Bezogen auf
das eingesetzte Acrolein beträgt die Ausbeute an Methylmercaptopropionaldehyd
96,5%.
Claims (3)
1. Verfahren zur Gewinnung von Methylmercaptan und Cyanwasserstoff
aus Abgasen der über eine Hydantoinreaktion verlaufenden
Methioninsynthese durch Waschen des im Hydantoinsynthesereaktor
entstandenen Methylmercaptan und Cyanwasserstoff
enthaltenden Abgases, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Waschflüssigkeit a) für den Cyanwasserstoff
eine wäßrige Ammoniumbicarbonatlösung oder ein hydantoinhaltiges
flüssiges Methioninreaktionsgemisch und als
Waschflüssigkeit b) für das Methylmercaptan Methylmercaptopropionaldehyd
verwendet und daß man nach der Wäsche die
Waschflüssigkeit a) in die Hydantoinsynthese und die
Waschflüssigkeit b) in die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
rückführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
das Abgas zunächst mit der wäßrigen Ammoniumbicarbonatlösung
oder mit dem hydantoinhaltigen flüssigen Methioninreaktionsgemisch
wäscht und die erhaltene Waschflüssigkeit a) in die
Hydantoinsynthese rückführt und daß man danach das derart
behandelte Abgas mit Methylmercaptopropionaldehyd wäscht
und die erhaltene Waschflüssigkeit b) in die Methylmercaptopropionaldehyd-Synthese
rückführt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
man das Abgas vor dem Waschen mit Methylmercaptopropionaldehyd
mit Wasser spült.
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