DE3051010C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit passen
dem Flachschlüssel von der im Oberbegriff des Anspruchs 1
angegebenen Art.
Bei einem aus DE-OS 25 33 494 bekannten Schließzylinder
dieser Art sind die in zwei Reihen beiderseits der Mitten
ebene des Schlüsselkanals angeordneten Kernstifte kegel
förmig zugespitzt und treffen mit ihren Spitzen auf je
eines von zwei nebeneinander an der Schlüsselschmalseite
ausgebildeten Codeprofilen auf. Dies setzt voraus, daß die
Achsen der Kernstifte innerhalb der Breite des Codeprofils
liegen und anders ausgedrückt, daß die Kernstifte mit
mehr als der Hälfte ihres Durchmessers in den Schlüssel
schlitz hineinragen müssen. Da die Kernstifte aus Festig
keitsgründen nicht beliebig dünn gemacht werden können,
setzt diese Bedingung eine Grenze für eine häufig er
wünschte Verkleinerung der Abmessungen des Schließzy
linders. Auch liegt bei dem bekannten Schließzylinder
eine Punktberührung zwischen den Spitzen der Kernstifte
und den Steuer- und Übergangsflächen des Codeprofils vor,
wodurch eine vorzeitige Abnützung der Kernstifte des
Codeprofils begünstigt wird.
Aus DE-OS 26 37 831 ist ein Schließzylinder mit passen
dem Flachschlüssel anderer Gattung bekannt, bei dem
Codevertiefungen in die Breitseite des Schlüssels einge
arbeitet sind und von senkrecht zur Schlüsselebene und
ggf. auch von unter 45° zu dieser angeordneten Kernstif
ten abgetastet werden. Ein solcher Schlüssel bietet nur
einen sehr begrenzten Bereich von verschiedenen Stufungs
tiefen der Codevertiefungen, da diese Stufungstiefen inner
halb der Schlüsselbreite Platz haben müssen. Auch bei
diesem Schließzylinder sind die Kernstifte kegelförmig
zugespitzt.
Aus US-PS 19 05 177 und US-PS 21 97 673 sind Schließzylin
der mit mehreren im Winkel zueinander angeordneten Schlüs
selschlitzen bekannt, in die mehrere getrennte Schlüssel
oder ein Schlüssel mit mehreren kreuz- und sternförmig
angeordneten Steuerteilen einzuführen sind. Jedem dieser
Schlüsselschlitze ist eine Reihe von parallel und mittig
zur Ebene des Schlüsselschlitzes angeordneten Kernstif
ten zugeordnet, die kegelförmig zugespitzt oder kugel
förmig abgerundet sind.
Die US-PS 19 71 596 betrifft einen Schließzylinder, dessen
Kernstifte in diametral durch den Schließzylinder verlaufen
den, den Schlüsselschlitz im Winkel schneidenden Bohrungen
geführt sind und mit an einer Einschnürung gebildeten ke
gelförmigen Schulterflächen das Codeprofil des Schlüssels
abtasten.
Bei einem aus DE-OS 27 39 799 bekannten Schließzylinder
mit einer Reihe von parallel und mittig zur Mittelebene
des Schlüsselkanals angeordneten Kernstiften ist einer
der Kernstifte mit zwei den Schlüssel gabelförmig um
fassenden, zylindrischen Stiftfortsätzen versehen, die
mit ihren stumpf abgeschnittenen Endflächen eine seitlich
an der einen oder anderen Schlüsselbreitseite vorstehen
de Profilrippe abtasten. Diese Stiftfortsätze ragen mit
weniger als der Hälfte ihres Durchmessers in den Schlüs
selkanal. Die von ihnen abgetastete Profilrippe weist
jedoch keine in verschiedenen Höhen liegende Steuerflächen
und Übergangsflächen auf.
Aus DE-AS 12 60 340 und DE-OS 23 51 310 sind jeweils
Schließzylinder bekannt, die außer einer Reihe von parallel
und mittig zur Ebene des Schlüsselkanals angeordneten
Kernstiften zusätzliche, im Winkel zur Schlüsselebene
beweglich gelagerte Sperrglieder in Form von Kugeln oder
kugelförmig abgerundeten Stiften auf, welche zusätzliche
Sperrvertiefungen in der Schlüsselbreitseite abtasten.
Die AT-PS 3 47 285 beschreibt einen Schließzylinder mit
einer Reihe von parallel und mittig zur Mittenebene des
Schlüsselkanals angeordneten Kernstiften, bei dem der
Schlüssel und entsprechend der Schlüsselkanal eine der
artig zick-zack-förmige Querschnittsform haben, daß die
von Kerben in der Schlüsselschmalseite gebildeten Steuer
flächen nur auf einer Seite der Schlüsselmittenebene zu
liegen kommen und an den kugelförmig abgerundeten Kern
stiften am exzentrisch zur Stiftachse liegenden Punkt an
greifen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schließzylinder mit
Schlüssel der angegebenen Art so weiterzubilden, daß eine
verbesserte, gleichmäßigere und abnutzungsfreiere Führung
der Kernstifte am Codeprofil des Schlüssels erreicht wird,
und zwar insbesondere auch dann, wenn aufgrund der Platz
verhältnisse, die sich aus einem relativ kleinen Durchmes
ser des Schließzylinders und einem relativ großen Durch
messer der Kernstifte ergeben, die Kernstifte nur mit weniger
der Hälfte ihres Durchmessers in den Schlüsselkanal ragen.
Die Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Die
Unteransprüche beziehen sich auf vorteilhafte weitere Aus
gestaltungen. Wegen der an die Kernstifte angepaßten kon
kaven Form der Übergangsflächen erfolgt eine Linienberührung
zwischen diesen Übergangsflächen und der Umfangskante des
jeweiligen Kernstiftes entlang einem erheblichen Teil des
Umfangs des Kernstiftes. Die dadurch erzielte Verteilung
des Kontaktdruckes auf eine relativ große Fläche sorgt für
eine leichtgängige und verschleißarme Führung der Kernstifte
an dem Codeprofil. Auch wird aufgrund der exzentrischen An
lage der Übergangsflächen an den Kernstiften bei jedem Ein
stecken und Herausziehen des Schlüssels ein Drehmoment auf
die Kernstifte ausgeübt, wodurch diese verdreht werden, so
daß immer neue Umfangsteile am Codeprofil zur Anlage ge
langen. Eine einwandfreie Führung der Kernstifte am Code
profil ist auch dann noch gewährleistet, wenn die Achsen der
Kernstifte einen beträchtlichen seitlichen Versatz gegenüber
der Mittelebene des Schlüsselkanals aufweisen. Es können
daher auch in einem Schließzylinder mit relativ kleinem
Durchmesser auch mehrere Reihen von Kernstiften relativ großer
Dicke untergebracht werden, was sich günstig auf die Festig
keit des Schließzylinders und auf die Zahl der realisierba
ren Schließkombinationen auswirkt.
Die Herstellung des Codeprofils mit den erfindungsgemäß aus
gestalteten Übergangsflächen am Schlüssel weicht von der bis
her üblichen Art des Fräsens, Schneidens oder Bohrens von
Steuervertiefungen am Schlüssel ab, wodurch ein unbefugtes
Kopieren von Schlüsseln von Dritter Seite erschwert wird.
Ausführungsformen der Erfindung werden anhand der Zeichnungen
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 einen Schließzylinder gemäß der Erfindung in per
spektivischer Ansicht und teilweise im Schnitt;
Fig. 2a und 2b einen Schlüssel und einen Kern-
Stift für einen Schließzylinder gemäß Fig. 1 in perspektivischer
Ansicht;
Fig. 3 den Schließzylinder gemäß Fig. 1 im
Schnitt;
Fig. 4 den Schließzylinder in einer Ansicht gemäß Fig. 3 mit im
Schloß steckenden Schlüssel und gedrehtem Zylinder-Absperr
glied;
Fig. 5 und 6 den Herstellungsvorgang eines Schlüssels für den Schließ
zylinder gemäß der Fig. 1 bis 4 in der Seitenansicht und
im Schnitt ent
lang der Linie VI-VI;
Fig. 7 einen Schließzylinder mit zwei Reihen Kernstiften;
Fig. 8 einen Schließzylinder gemäß der Erfindung mit
einer Reihe seitlich versetzter Kernstifte, die mit einer seitlichen
Sperrleiste
zusammenwirken;
Fig. 9 den Schließzylinder gemäß Fig. 8 mit eingestecktem Schlüs
sel und gedrehtem Zylinderkern;
Fig. 10 und 11 im Schnitt einen Schließzylinder
mit zwei Reihen Stiften, die mit je einer
Sperrleiste zusammenwirken;
Fig. 12 und 13 Schlüsselrohlinge
zur Herstellung von erfindungsgemäßen Schlüsseln.
In den Fig. 1 bis 4 ist ein Schließzylinderschloß 1 dargestellt, der
ein Schloßgehäuse 3 mit einem Zylinderkern
4 aufweist, welcher im Gehäuse drehbar
aufgenommen ist. Im Zylinder
kern erstreckt sich parallel zu dessen Drehachse
ein Schlitz 5 zur Aufnahme eines Schlüssels 2. Der Schlüssel
hat einen Kopf 2 a zum Anfassen, einen Bart 2 b und eine seitliche
Schulter 2 c am Bart. Der Schlitz 5 im Zylinderkern 4 weist
einen Teil 5 b zur Aufnahme des Bartes des
Schlüssels, einen Teil 5 c zur Aufnahme der Schulter 2 c
des Schlüssels und einen Teil 5 a zur Aufnahme des Bodens
von Bart und Schulter auf.
Der Zylinderkern ist mit einer Reihe von Bohrungen 6 ver
sehen, in denen Kernstifte 7 mit kreisförmigem Quer
schnitt aufgenommen sind und die bei dem in der Fig. 3 gezeig
ten Zustand mit Bohrungen 17
im Gehäuse 3 fluchten, die eine Anzahl von oberen Zuhaltungsstif
ten 9 aufnehmen. Diese oberen Zuhaltungsstifte 9 weisen
kegelstumpfförmige Enden auf und sind durch eine Feder 16
nach unten gedrückt, die am oberen Ende der Bohrungen 17
im Gehäuse anliegt. Die Kernstifte 7 haben ebene
obere und untere Endflächen 7 c und 7 d.
Die Achsen der Kernstifte 7 bilden eine Ebene, die parallel und
im Abstand zum Teil 5 b des Schlitzes, in dem der Bart
des Schlüssels aufgenommen wird, liegt. Nur ein Teil
der unteren Stirnfläche 7 d eines jeden Stiftes ragt in den
Teil 5 c des Schlitzes, der die Schulter 2 c des Schlüssels auf
nimmt. Die Schulter 2 c trägt ein Codeprofil, das zur
einen Seite hin offen ist, um die Kernstifte 7 in
entsprechende Positionen innerhalb ihrer Bohrungen 6 einzustel
len, wobei das Codeprofil Steuerflächen 2 c′ in Form von Absätzen,
die mit den unteren Stirnflächen der
Kernstifte 7 zusammenwirken, wenn der Schlüssel voll in den Zylin
derkern eingesteckt ist, und zwischen den Steuerflächen
schräg an- und absteigende Übergangsflächen 2 c′′ zum Bewegen der Stifte inner
halb ihrer Bohrungen aufweist. Wie allgemein bei Schließzylindern
üblich, sind die Höhen der Steuerflächen
2 c′ der Schlüsselcodefläche bei korrekt eingestecktem
Schlüssel so auf die Länge der Zuhaltungsstifte 7 abgestimmt, daß
die oberen Stirnflächen 7 c der Kernstifte 7 im wesentlichen fluch
tend zur Umfangsfläche des Zylinderkerns liegen, so daß
der Zylinderkern gedreht werden kann.
Wenn die Position eines Stiftes durch eine der Steuerflächen
2 c′ der Schulter des Schlüssels eingestellt ist,
besteht eine ebene Flächenberührung zwischen dem Schlüssel
und dem Stift in Form eines Segmentes an der unteren Stirn
fläche 7 d des Stiftes. Die Übergangsflächen 2 c′′ der Codeflä
che 2 c haben über ihre Länge einen konkav
gekrümmten Querschnitt, derart daß, wenn ein Stift an der Übergangs
fläche anliegt, eine bogenförmige Linienberührung gegeben ist.
Dies hat bei Einstecken oder Herausziehen des Schlüssels 2
in oder aus dem Schlitz 5 im Zylinderkern 4 die Wirkung,
daß die Stifte in ihren Bohrungen leicht
nach oben und unten bewegt werden können und schließlich
in den Bohrungen genau bestimmte Positionen einnehmen kön
nen. Weiterhin ist eine geringere Abnutzung gegeben,
weil zwischen dem Schlüssel und den Stiften immer eine rela
tiv große Berührfläche gegeben ist.
Jede Übergangsfläche des Schlüssels ist geometrisch ein Teil
einer Fläche, die erzeugt ist durch einen Punkt, der mit fest
stehendem Abstand um eine Achse, die sich parallel zu einer
Achse der Stifte bewegt, rotiert, wobei diese Achse relativ
zur Längsrichtung des Schlüssels bewegt wird und dabei
einen gleichbleibenden Abstand und eine gleichbleibende Aus
richtung zum Schlüssel beibehält. Der feststehende Abstand, mit
dem der Punkt rotiert, ist im wesentlichen gleich dem Radius
der Stifte oder etwas größer. Der beste Ein
griff zwischen den Stiften und dem Schlüssel würde dann
erreicht werden, wenn der Radius der Bewegung des Punktes
gleich dem Stiftradius ist und die Achse in einer Ebene
bewegt wird, die die gleiche Stellung relativ zum Schlüs
sel
wie die Ebene einnimmt, in der die Stiftachsen liegen.
Anders gesagt ist die Bewegung des Punktes, der die Übergangs
fläche des Schlüssels erzeugt, relativ zum Schlüssel im
wesentlichen die gleiche, wie die Relativbewegung, die zwi
schen den Kernstiften und dem Schlüssel auftritt, wenn der
Schlüssel in den Zylinderkern eingesetzt oder aus diesem
herausgezogen wird.
Praktisch ausgedrückt kann das Codeprofil des Schlüssels
durch ein Schneidwerkzeug erzeugt werden, welches der gleichen
Bewegung wie die der Stifte relativ zum Schlüssel unterzo
gen wird. Dies ist aus den Fig. 5 und 6 ersichtlich.
Der Schlüssel wird aus einem Schlüsselrohling mit einem
Bart 2 b und einer seitlichen Schulter 2 c hergestellt, und die Code
teile 2 c′ und Übergangsteile 2 c′′ werden an der Schulter durch
ein Fräs- oder Bohr-Schneidwerkzeug 25 erzeugt, welches um
eine Achse rotiert, die relativ zum Schlüssel parallel zu
den Stiftachsen ausgerichtet ist. Der Radius des Werkzeuges 25
ist vorzugsweise der gleiche, wie der Radius des Stiftes, und
die Achse liegt in der Ebene der Stiftachsen. Das Werkzeug
wird dann in Rotation versetzt, und es wird eine Relativbe
wegung zwischen dem Werkzeug und dem Schlüsselrohling ent
lang der Werkzeugdrehachse und entlang dem Schlüssel erzeugt.
Während dieses Vorgangs wird der Schlüsselrohling in einer
geeigneten Befestigung gehalten, so daß die Ausrichtung des
Schneidwerkzeuges und Schlüsselrohlings und der Abstand der
Drehachse des Werkzeuges zum Bart des Schlüsselrohlings
sich nicht verändern können.
Fig. 6 ist ein Schnitt entlang der Linie VI-VI der Fig. 5
und zeigt ebenfalls die Relativbewegung zwischen dem Schlüs
selrohling und dem Schneidwerkzeug.
Der Bart 2 b des Schlüssels kann an seiner Schmalseite mit einer Codefläche 2 b′
konventioneller Art versehen sein, um einen konventionellen
Satz Kernstifte zu betätigen. Diese Codefläche kann vor
oder nach der Codefläche 2 c′ an der Schulter des Schlüssels hergestellt
werden. Wie aus Fig. 5 ersichtlich, ist der Code 2 b′
vom Code 2 c′ verschieden.
Weitere Modifikationen des Schlosses sind in den Fig.
7 bis 11 dargestellt.
In der Fig. 7 ist ein Schloß mit zwei Reihen von Kernstiften 7,
die symmetrisch zum Zylinderkern 4 angeordnet sind, gezeigt.
Jeder der Stifte 7 wirkt mit einem oberen Stift 9 in einer
Bohrung 17 zusammen und ist durch eine Feder 16 vorgespannt.
Der zugehörige Schlüssel (nicht dargestellt) hat zwei Schultern an den einander
gegenüberliegenden Seiten seines Bartes, wobei
die Schultern in den Teilen 5 c des Schlitzes im Zylinder
schloß aufgenommen werden. Jede Schulter weist eine Code
fläche auf, die so ausgebildet ist, daß sie mit den Kern-
Stiften 7 auf die gleiche Art und Weise, wie vorstehend
beschrieben, zusammenwirkt.
Die Fig. 8 und 9 zeigen eine Ausführungsform, bei der
der Zylinderkern 4 des Schlosses einen Satz konventioneller
Stiftzuhaltungen aufweist (mit oberen Stiften 9 in Bohrungen
19 im Gehäuse und unteren Kern-Stiften 8 in
Bohrungen 18 im Zylinderkern sowie Vorspannfedern 16), die
durch die Schmalseite des Schlüsselbartes betätigt werden.
Die Kernstifte 8 ragen somit in den Teil 5 b des Schlitzes im
Zylinderkern ein, der dem Bart des Schlüssels entspricht.
Im Zylinderkern sind ferner Kern-Stifte 7, versetzt zur Achse
des Zylinderkerns gelagert und durch Federn 15 vorgespannt, die mit
der Codefläche an der seitlichen Schulter des Schlüssels zusammenwirken. Die
Stifte 7 sind jeweils mit RingnutenTeilen 7 a, 7 b
versehen und wirken mit einer seitlichen Sperrleiste 10 zusammen, die
in einer längsverlaufenden Aussparung 20 in der Seite des Zylin
derkerns aufgenommen ist. Die Sperrleiste 10 hat einen äu
ßeren Teil 10 a mit V-förmigem Querschnitt, der in eine V-förmige
Aussparung im Gehäuse 3 ein
greift.
Wenn die Stifte 8 und 9 in den geeigneten Öffnungscode
eingestellt sind, um den Zylinder für eine Drehbewegung
freizugeben, bewirkt das Drehen des Zylinderkerns durch den
Schlüssel eine nach innen gerichtete Verschiebung der Sperrleiste
10, die dadurch ermöglicht wird, daß die Stifte 7
in den entsprechenden Positionen sind, daß eine Anzahl von
Schultern oder Anschlägen 10 b an der Innenseite der Sperrleiste 10
in die Ringnuten 7 a an den
Kernstiften 7 eintreten können. Diese nach innen verscho
bene Position der Sperrleiste ist in der Fig. 9 dargestellt.
Alle Stifte 7 sind identisch und haben wenigstens eine
Ringnut 7 a ausreichender Tiefe, um den Anschlag
10 b der Sperrleiste aufnehmen zu können. Die Anschläge
10 b sind in verschiedenen Höhen an der Sperrleiste angeordnet,
so daß die Stifte 7 durch das Codeprofil des Schlüssels
innerhalb ihrer Bohrungen in verschiedener Höhe positioniert
werden müssen, um ein Zurückziehen der Sperrleiste und
damit eine Drehung des Zylinderkerns zu ermöglichen.
Die Anschläge 10 b, die in die Ringnuten 7 a der
Stifte 7 eintreten, sind parallel zu den Stiftachsen betrach
tet, bogenförmig, so daß sie einen wesentlichen Teil der
Umfangsfläche der Stifte berühren können. Wenn ein Versuch
gemacht wird, das Schloß gewaltsam zu öffnen, wird der von der
Sperrleiste auf die Kernstifte ausgeübte Druck, wenn
die Anschläge nicht in die Ringnuten eingrei
fen, über eine große Fläche verteilt, wodurch ein Aufbre
chen erschwert und die Abnutzung verringert wird. Zwischen
den Anschlägen 10 b an der Sperrleiste 10 befinden sich Teile
10 c, die mit Führungsflächen im Zylinderkern zwischen den
Stiften 7 zusammenwirken. Diese tragen dazu bei, die Sperrleiste
in ihrer Aussparung während der Rückzugsbewegung
zu führen, um einem möglichen Kippen und Verkeilen
entgegenzuwirken.
Die Ringnuten 7 b an den Stiften sind flacher
als die Ringnut 7 a. Wenn der Versuch gemacht
wird, daß Schloß gewaltsam zu öffnen, können diese flache
ren Ringnuten vortäuschen,
daß die Stifte in die richtige Öffnungs-Position bewegt worden sind,
aber sie
erlauben tatsächlich nicht ein volles Zurückziehen der Sperrleiste.
Dies macht ein gewaltsames Aufbrechen schwieriger. Wenig
stens einer der Stifte kann zwei oder mehr Ringnuten
7 a von ausreichender Tiefe für das Zurückziehen der
Sperrleiste aufweisen, um die Anwendung eines Haupt
schlüssels in der bekannten Art und Weise zu ermöglichen.
Die Fig. 10 und 11 zeigen Ansichten im Schnitt entspre
chend der Fig. 8 und 9 einer modifizierten Ausführungs
form mit einer zusätzlichen Reihe von Stiften 7, die mit
einer weiteren Sperrleiste in der oben beschriebenen Art und Weise
zusammenwirken und die auf der
gegenüberliegenden Seite des Zylinder
kerns angeordnet sind. Die Schultern 2 c des Schlüssels
2 können mit verschiedenen Codes 2 c′ versehen sein. Die
Betätigung jeder Sperrleiste, für sich betrachtet, ist
die gleiche wie oben beschrieben.
Die Fig. 14 und 15 zeigen Schlüsselrohlinge, die zur
Herstellung von Schlüsseln gemäß der vorliegenden Erfindung
geeignet sind. Es können jedoch auch andere Schlüsselroh
linge verwendet werden; beispielsweise kann der Bart durch
Entfernen von Material am Schlüssel bei der Herstellung der
Schultern oder während der Herstellung
des Codes an der Schulter erzeugt werden. Bei allen gezeigten
Ausführungsformen ist der Bart mit einem rechteckigen Quer
schnitt dargestellt, was aber nicht notwendig ist, d. h. der Bart
kann auch gekrümmt oder mit in Längsrichtung sich erstreckenden
Nuten, wie allgemein bekannt, versehen sein.
Obwohl es wünschenswert ist, daß die Ausrichtung des Schneid
werkzeuges relativ zum Schlüsselbart identisch mit der Aus
richtung der Stifte sein soll, ist eine absolute Identität
nicht unbedingt erforderlich und kleine Winkelabweichun
gen können toleriert werden, ohne die vorstehend beschrie
bene Funktionsweise aufs Spiel zu setzen.
Bei den dargestellten Ausführungsformen liegt die Codeflä
che 2 b′ am Bart 2 b höher als die Codefläche 2 c′ an der Schulter
des Schlüssels. In gewissen Fällen können jedoch die
beiden Codeflächen auch ineinander übergehende Teile sein.
Claims (5)
1. Schließzylinder mit passendem Flachschlüssel (2) mit
folgenden Merkmalen:
- a) ein in einem Gehäuse (3) drehbar gelagerter Zylinderkern (4) mit einem Schlüsselschlitz (5);
- b) eine Reihe von in Bohrungen des Zylinderkerns verschieb
bar gelagerten, im Querschnitt kreisrunden Kernstiften (7),
die
- b1) im wesentlichen parallel zur Ebene des Schlüsselschlit zes und senkrecht zu dessen Längsachse verschiebbar sind,
- b2) und seitlich versetzt zur Mittelebene des Schlüssel schlitzes (5) liegen und nur mit einem Teil ihres Durchmessers in den Schlüsselschlitz (5) ragen;
- c) ein am Schlüssel (2) ausgebildetes, mit den Enden der Kern
stifte (7) zusammenwirkendes Codeprofil, welches
- c1) an der den Kernstiften zugewandten Schulterfläche (2 c) einer seitlich versetzt auf der einen Seite der Mit telebene liegende Schulter des Schlüssels (2) ausge bildet ist und
- c2) Steuerflächen (2 c′), die von der Schulterfläche (2 c) aus auf unterschiedlichen Stufungstiefen entsprechend der Öffnungskombination der Kernstifte (7) liegen,
- c3) und diese Steuerflächen (2 c′) schräg an- oder ab steigend verbindende Übergangsflächen (2 c′′) aufweisen,
- c4) wobei die Achsebene der Kernstifte von der Mitte der Breite des Codeprofils seitlich versetzt ist,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- d) die Kernstifte (7) weisen flache, ebene Stirnflächen (7 d) auf;
- e) für das Zusammenwirken mit den Umfangskanten der Stirn
flächen (7 d) der Kernstifte (7) weist jede Übergangsflä
che (2 c′′) des Codeprofils des Schlüssels (2) ein zur
Breitseite des Schlüssels hin offenes, den Kernstiften (7)
zugewandtes konkaves Profil auf, wobei
- e1) die Höhenlinien des Profils Kreisbögen sind,
- e2) der Radius der Kreisbögen annähernd gleich dem Radius der Kernstifte (7) ist und
- e3) die Mittelpunkte der Kreisbögen in der Ebene der Ach sen der Kernstifte (7) liegen.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Umfangskanten der Stirnflächen (7 d)
der Kernstifte (7) abgerundet oder abgeschrägt sind.
3. Schließzylinder mit Schlüssel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche
Reihe Kernstifte (7) im Zylinderkern (4) derart angeordnet
ist, daß eine Mittenebene des Schlüssels (2) symmetrisch
zwischen den Achsebenen der beiden Stiftreihen liegt und
daß an einer in Längsrichtung sich erstreckenden Schulter
(2 c) des Schlüssels auf der anderen Seite von dessen Mittel
ebene ein zweites Codeprofil entsprechend dem ersten Code
profil zum Bewegen der Kernstifte der zusätzlichen Reihe
vorgesehen ist, wobei zwischen den beiden Codeprofilen eine
sie überragende Innenwand am Schlüssel vorgesehen ist (Fig.
10 bis 13).
4. Verfahren zum Herstellen eines Schlüssels für einen
Schließzylinder nach Anspruch 1, wobei mit einem rotieren
den spanabhebenden Werkzeug, dessen Achse mindestens an
nähernd rechtwinklig zur Schlüssellängsachse steht, von
der einen Längsschmalseite des Schlüsselrohlings her die
Steuer- und Übergangsflächen eingefräst werden und dabei
zur Herstellung der schräg an- oder absteigenden Übergangs
flächen eine Relativbewegung zwischen dem Werkzeug und dem
Schlüsselrohling parallel zur Schlüsselebene sowohl längs
als auch quer zur Schlüssellängsachse erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Werkzeug
verwendet wird, dessen Radius etwa gleich dem der Kernstifte
ist, und daß das Werkzeug beim Fräsen so gehalten und ge
führt wird, daß seine Achse mindestens annähernd in
einer zur Schlüsselebene parallelen Ebene liegt, deren
Abstand von der Schlüsselmittelebene annähernd der
gleiche ist wie der Abstand der Achsen der Kernstifte
von der Schlüsselmittelebene bei in den Schlüsselkanal
eingestecktem Schlüssel.
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