-
"Koksofen-Füllwagen"
-
Die Erfindung betrifft einen Koksofen-Füllwagen mit einer einenheb-
und senkbaren sowie drehantreibbaren Reinigungsbär aufweisenden Füllochreinigungsvorrichtung.
-
Die Beschickung eines Koksofens erfolgt bekanntlich durch Füllöcher,
die in der Ofendecke vorgesehen und durch Füllochdeckel verschlossen sind. Die Füllöcher
erstrecken sich im wesentlichen zylindrisch durch die Ofendecke bis in die Verkokungskammern
und weisen an der Oberseite einen sich flachkegelig erweiternden Füllochrahmen auf,
auf dem der Füllochdeckel durch Schwerkraftwirkung aufliegt. Zum Füllen der Verkokungskammern
werden die eisernen Füllochdeckel mit einer am Koksofen-Füllwagen angeordneten Deckelabhebevorrichtung
abgehoben, die im wesentlichen aus einem mittels einer Zylinderkolbenanordnung od.
dgl. vertikal verfahrbaren Hubwagen, einer am Hubwagen drehbar gelagerten Welle
und einem am unteren Ende der Welle befestigten Hubmagneten besteht; die Welle und
der Hubmagnet sind drehantreibbar, am die Füllochdeckel beim Abheben durch Drehen
zu lockern.
-
Beim Verkokungsvorgang werden in beträchtlichen Mengen Koks- und Verbrennungsgase
freigesetzt, die in erheblichem Maße Staub, mehr oder minder feinteilige Feststoffe,
bituminöse Bestandteile usw. enthalten. Diese Verunreinigungen der Koks- und Verbrennungsgase
schlagen sich im Bereich der Fülllöcher und an den Füllochdeckeln nieder mit der
Folge, daß eine einwandfreie Abdichtung nicht mehr gewährleistet ist. Dies hat die
weitere Folge, daß Koks- und Verbrennungsgase in die Umgebung entweichen, was aus
den verschiedensten Gründen unerwünscht ist, und daß sich außerdem Beeinträchtigungen
beim Füllvorgang einstellen.
-
Bei dem Koksofen-Füllwagen, von dem die Erfindung ausgeht, wird der
Reinigungsbär in ein zu reinigendes Fülloch abgesenkt, wo er unter Drehung die störenden
Rückstände an den Dichtflächen des Füllochrahmens, ggf. auch in der Wandung des
Füllochs abträgt, und anschließend wieder angehoben, so daß der Füllochdeckel aufgesetzt
werden kann. Dabei werden nicht nur die
Abdichtung beeinträchtigende
Rückstände an den Dichtflächen beseitigt, sondern auch Ablagerungen im Fülloch,
die eine einwandfreie Beschickung mit Kohle stören können. In zahlreichen Fällen
genügt es, in entsprechender Weise nur eine Füllochreinigung vorzunehmen und den
Füllochdeckel mit der Deckelabhebevorrichtung gegenüber den Dichtflächen des Füllochrahmens
zu drehen.
-
Optimale Ergebnisse werden indessen erreicht, wenn sowohl das Fülloch
als auch der Füllochdeckel eine Reinigung erfahren. Der Erfindung liegt folglich
die Aufgabe zugrunde, den eingangs beschriebenen Koksofen-Füllwagen so auszugestalten
und weiterzubilden, daß die Füllochreinigungsvorrichtung in besonders einfache Weise
auch die Realisierung eine Deckelreinigungsvorrichtung zuläßt, - wenn eine solche
Deckelreinigungsvorrichtung auch nicht unbedingt verwirklicht werden muß.
-
Der erfindungsgemäße Koksofen-Füllwagen, bei dem die zuvor aufgezeigte
Aufgabe gelöst ist, ist zunächst dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungsbär mit
einer Antriebswelle an einem Hubwagen gelagert und der Hubwagen mittels Rollenführungen
gegenüber dem Koksofen-Füllwagen vertikal verfahrbar ist. Der Antrieb des Hubwagens
kann mittels einer Zylinderkolbenanordnung erfolgen; eine in dieser Hinsicht besonders
vorteilhafte Ausführungsform wird nachfolgend noch im einzelnen beschrieben. Um
mögliche Ungenauigkeiten der Positionierung gegenüber dem zu reinigenden Fülloch
auszugleichen, empfiehlt es sich, den Reinigungsbären an der Antriebswelle kardanisch
und selbstverständlich drehfest aufzuhängen.
-
Bei dem erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagen ist der Reinigungsbär
entsprechend dem kreisförmigen Querschnitt der Füllöcher drehsymmetrisch aufgebaut;
er besteht vorzugsweise aus einem unteren zylindrischen Wandreinigungsabschnitt,
der die F3llochwandung im Bereich der Ofendecke bearbeitet, und einem oberen, sich
nach oben konisch erweiternden Rahmenreinigungsabschnitt, der die Dichtfläche des
Füllochrahmens bearbeitet. Wand- und Rahmenreinigungsabschnitt sind umfangsseitig
mit einer Mehrzahl von Reinigungsmessern besetzt, die selbstverständlich an die
Kontur von Fülloch bzw. Dichtfläche
angepaßt und im übrigen in
entlang Mantellinien des Reinigungsbären verlaufenden Reihen untereinander angeordnet
sind. Die Reinigungsmesser unterschiedlicher Reihen sind dabei vorzugsweise gegeneinander
versetzt angeordnet, so daß eine lückenlose Bearbeitung der zu reinigenden Flächen
gewährleistet ist. Als vorteilhaft erweist es sich dabei, wenn die am Wandreinigungsabschnitt
angeordneten untersten Reinigungsmesser in axialer Richtung über den Rand nach unten
vorstehen und nach unten hin konisch verjüngte Schneidkanten aufweisen. Mit dieser
Ausbildung wird erreicht, daß beim Absenken des Reinigungsbären in ein Fülloch die
Ablagerungen von oben her fortschreitend wirkungsvoll und mit geringem Kraftaufwand
abgetragen, gleichsam abgefräst werden können.
-
Im übrigen empfiehlt es sich, bei dem erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagen
die Füllochreinigungsvorrichtung an einem Reinigungswagen anzuordnen, der parallel
zur Verfahrrichtung zur Koksofen-Füllwagens verfahrbar am Koksofen-Füllwagen geführt
ist.
-
Um Beschädigungen an den den Dichtflächen des Füllochrahmens zu vermeiden,
kann es zweckmäßig sein, dafür zu sorgen, daß die Bearbeitung nicht unter der Wirkung
des vollen Eigengewichts von Reinigungsbär, Hubwagen usw., sondern mit kontrolliertem
Andruck erfolgt. Dazu sieht die Erfindung mit einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
vor, daß der Hubwagen in seiner unteren Endstellung durch ein Gewichtsausgleichsglied
gehalten ist. Das Gewichtsausgleichsglied kann beispielsweise als federbelasteter
Kolben, als hydraulische Federeinheit od. dgl. ausgeführt sein und ist vorzugsweise
hinsichtlich Anordnung und/oder Federkraft einstellbar. Das Absenken erfolgt dabei
in jedem Fall so weit, daß der Hubwagen, ggf. mit einem entsprechenden Ausleger,
durch das Gewichtsausgleichsglied abgestützt und damit in vorgebbarem Maße gewichtsentlastet
ist. Das Gewichtsausgleichsglied wird am Koksofen-Füllwagen oder ggf. am Reinigungswagen
fest angeordnet.
-
Bei einem erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagen, bei dem eine Deckelabhebevorrichtung
und eine Deckelreinigungsvorrichtung vorgesehen sind, empfiehlt es sich, die Deckelabhebevorrichtung,
die Deckelreinigungsvorrichtung und die Füllochreinigungsvorrichtung an einem gemeinsamen
Reinigungswagen anzuordnen, der in bereits erläuterter Weise gegenüber dem Koksofen-Führungswagen
parallel zu dessen Verfahrrichtung verfahrbar ist. Bei dieser Ausführungsform besteht
weiter die besonders vorteilhafte Möglichkeit, die Deckelab-hebevorrichtung und
die Füllochreinigungsvorrichtung durch eine gemeinsame Zylinderkolbenanordnung zu
heben und zu senken, die dabei nur in einer, nämlich in Hubrichtung an der Deckelabhebevorrichtung
und der Füllochreinigungsvorrichtung angreift. Dies läßt sich beispielsweise dadurch
ausführen, daß die Zylinderkolbenanordneung die Hubwagen der Deckelabhebevorrichtung
und der Füllochreinigungsvorrichtung mit jeweils einem zugeordneten Hubfinger unterfaßt.
Die Deckelabhebevorrichtung und die Füllochreinigungsvorrichtung sind dabei in ihrer
oberen Endstellung wahlweise arretierbar. Bei dieser Ausführungsform wird durch
Absenken der Zylinderkolbenanordnung die Abwärtsbewegung der jeweils nicht arretierten
der beiden Vorrichtungen freigegeben, während die nicht benötigte in ihrer oberen
Endstellung arretiert bleibt.
-
Bei dem erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagen läßt sich ein besonders
einfacher Arbeitsablauf erreichen, wenn der Reinigungswagen, an dem die verschiedenen
in Rede stehenden Vorrichtungen angeordnet sind, auf dem Koksofen-Füllwagen entlang
einem durch Anschläge, die beispielsweise auch durch den begrenzten Hub einer als
Antrieb vorgesehenen Zylinderkolbenanordnung gebildet sein können, begrenzten Verfahrweg
verfahrbar ist. Die Länge des Verfahrweges entspricht dabei dem Achsabstand von
Deckelabhebevorrichtung, d. h. des Hubmagneten, einerseits und Reinigungsbär andererseits.
Damit ist gewährleistet, daß - nach ordnungsgemäßer Positionierung des Koksofen-Füllwagens
- Deckelabhebevorrichtung und Deckelreinigungsvorrichtung einerseits und Füllochreinigungsvorrichtung
andererseits in einfacher Weise in ihre jeweilige Arbeitsposition überführt werden
können. Dabei bietet sich
in besonders eleganten Weise auch eine
Möglichkeit, die Deckelabhebevorrichtung und die Füllochreinigungsvorrichtung in
ihrer oberen Endstellung gleichsam selbsttätig am Koksofen-Füllwagen zu arretieren.
Dies läßt sich dadurch erreichen, daß die Deckelabhebevorrichtung und die Füllochreinigungsvorrichtung
Arretieranschläge sowie der Koksofen-Füllwagen Arretierwiderlager aufweisen und
in den Endstellungen des Reinigungswagens jeweils einer der Arretieranschläge auf
einem der Arretierwiderlager absetzbar ist.
-
Wird beispielsweise der Reinigungswagen in die Stellung "Deckelreinigung"
überführt, so wird die Füllochreinigungsvorrichtung aufgrund entsprechender Anordnung
von Arretieranschlag und -widerlager selbsttätig arretiert, während beim Absenken
der gemeinsamen Zylinderkolbenanordnung allein die Deckelabhebevorrichtung abgesenkt
wird. Entsprechendes gilt für die Stellung "Füllochreinigung". In der Praxis empfiehlt
es sich dabei, zuerst die Deckelreinigung und erst anschließend die Füllochreinigung
vorzunehmen, damit die bei der Deckelreinigung anfallenden Reinigungsreste nicht
auf den bereits gereinigten Füllochrahmen failen.
-
Vorstehend ist nicht die Beschickung der Verkokungskammern des Koksofens
mit Kohle behandelt worden, die selbstverständlich gleichfalls mit dem erfindungsgemäßen
Koksofen-Füllwagen erfolgt. In jedem Fall läßt die Anordnung sich so treffen, daß
ohne gegenseitige Störung eine Verkokungskammer gefüllt wird, während an einer anderen
Verkokungskammer die beschriebenen Reinigungsvorgänge vorgenommen werden.
-
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigt Fig. 1 ausschnittsweise eine Seitenansicht
einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kokosofen-Füllwagens, Fig.
2 einen Schnitt durch den Gegenstand der Fig.1 längs der Linie II-II,
Fig.
3 in vereinfachter Darstellung, verschiedene Arbeitstellungen des Gegenstandes der
Fig. 1 und Fig. 4 in einer der Fig. 1 entsprechenden Darstellung eine zweite Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagen.
-
Die Fig. 1, 3 und 4 zeigen zunächst die Arbeitsbühne 1 eines auf der
Ofendecke 2 eines Koksofens verfahrbaren Koksofen-Füllwagens. In der Ofendecke 2
ist ein Fülloch 3 vorgesehen, das an seiner Oberseite einen Fülllochrahmen 4 aufweist
und durch einen Füllochdeckel 5 abgeschlossen ist.
-
Das Fülloch 3, der Füllochrahmen 4 und der Füllochdeckel 5 sind im
Grundriß kreisförmig.
-
Auf der Arbeitsbühne 1 des Koksofen-Füllwagens ist ein Reinigungswagen
6 mittels Laufrollen 7 horizontal in einer zur Verfahrrichtung des Koksofen-Füllwagens
parallelen Richtung (Pfeil 8) verfahrbar angeordnet und durch eine Zylinderkolbenanordnung
9 antreibbar. Am Reinigungswagen 6 sind eine Deckelabhebevorrichtung 10, eine Deckelreinigungsvorrichtung
11 und eine Füllochreinigungsvorrichtung 12 angeordnet, die nachfolgend im einzelnen
beschrieben werden.
-
Die Deckelabhebevorrichtung 10 besteht in ihrem grundsätzlichen Aufbau
aus einem Hubwagen 13, der mit beidseitig angeordneten Laufrollen 14 in einer Führung
15 geführt und vertikal verfahrbar ist. Eine senkrecht angeordnete Welle 16 ist
am Hubwagen 13 drehbar gelagert und durch einen Getriebemotor 17 drehantreibbar.
Am unteren Ende der Welle 16 ist mit einem Kardangelenk 18 ein Hubmagnet 19 drehfest
angeschlossen.
-
Die Deckelreinigungsvorrichtung 11 weist zunächst einen Reinigungskopf
20 auf, der als ringförmige Reinigungswanne mit einer zentralen Durchlaßöffnung
21 ausgebildet ist. Innerhalb des Reinigungskopfes 20 sind auf einem Kreis insgesamt
vier feststehende Reinigungsmesser 22 gleichmäßig
verteilt angeordnet.
An der Oberseite des Reinigungskopfes 20 sind zur Führung des Füllochdeckels 5 bei
der nachfolgend im einzelnen erläuterten Reinigung Führungsrollen 23 vorgesehen,
die um je eine senkrechte Achse drehbar und im übrigen an ihrer Oberseite konisch
ausgebildet sind, um das Einführen des Füllochdeckels 5 zu erleichtern.
-
Der Reinigungskopf 20 ist bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
an insgesamt vier Lenkern 24 aufgehängt, die zusammen zwei als Parallelogrammlenker
wirkende Lenkerpaare bilden und iherseits an einer Traverse 25 des Reinigungswagens
6 angelenkt sind. Die Betätigung der Lenker 24 erfolgt durch eine Zylinderkolbenanordnung
26, die einerseits in im einzelnen nicht dargestellter Weise mit den Reinigungswagen
6 verbunden ist und andererseits an einem oberen Hebelarm 27 eines der Lenker 24
angreift.
-
Die Füllochreinigungsvorrichtung 12 weist zunächst einen Hubwagen
28 auf, der mittels Laufrollen 29 in einer Führung 30 geführt und vertikal verfahrbar
ist. Eine senkrecht angeordnete Welle 31 ist am Hubwagen 28 drehbar gelagert und
durch einen Getriebemotor 32 drehantreibbar. Am unteren Ende der Welle 31 ist mittels
eines Kardangelenkes 33 ein Reinigungsbär 34 schwenkbar und drehfest angeordnet.
An einer unteren Traverse 35 des Reinigungswagens 6 ist ein in senkrechter Richtung
wirkendes hydraulisches Gewichtsausgleichsglied 36 angeordnet. In der nachfolgend
noch im einzelnen beschriebenen abgesenkten Stellung der Füllochreinigungsvorrichtung
12 ist diese mit einem Anschlag 37 auf der Kolbenstange 38 des Gewichtsausgleichsgliedes
36 abgestützt, so daß das Eigengewicht der Füllochreinigungsvorrichtung 12 teilweise
kompensiert ist.
-
Zum Heben bzw. Senken der Deckelabhebevorrichtung 10 und der Füllochreinigungsvorrichtung
12 ist zwischen diesen eine gemeinsame Zylinderkolbenanordnung 39 an den Reinigungswagen
6 angeschlossen, die den Hubwagen 13
der Deckelabhebevorrichtung
10 einerseits bzw. den Hubwagen 28 der Füllochreinigungsvorrichtung 12 andererseits
mit einem Hubfinger 40 unterfaßt und folglich nur in Hubrichtung wirksam ist.
-
In der in Fig. 1 dargestellten Stellung befinden sich die Deckelabhebevorrichtung
10 und die Füllochreinigungsvorrichtung 12 in ihren oberen Endstellungen. Die Füllochreinigungsvorrichtung
12 ist in dieser Stellung durch den bereits erwähnten Anschlag 37 arretiert, der
auf einem mit der Arbeitsbühne 1 fest verbundenen Arretierwiderlager 41 aufliegt.
Die Deckelabhebevorrichtung 10 ist in Fig. 1 zwar durch die Zylinderkolbenanordnung
39 in ihrer oberen Stellung gehalten, weist im übrigen aber einen entsprechenden
Arretieranschlag 42auf, dem gleichfalls ein an der Arbeitsbühne 1 angeordnetes Arretierwiderlager
43 zugeordnet ist. -Der Reinigungswagen 6 ist um einen durch den Hub der Zylinderkolbenanordnung
9 begrenztenVerfahrweg X-verfahrbar, der-dem Achsabstand des Hubmagneten 19 einerseits
und des Reinigungsbärs 34 andererseits entspricht. Wird der Reinigungswagen 6 aus
der in Fig. 1 dargestellten Stellung-um den Verfahrweg X nach rechts verfahren,
so wird die Deckelabhebevorrichtung 10 arretiert, während die Füllochreinigungsvorrichtung
12 zum Absenken mittels der Zylinderkolbenanordnung 39 freigegeben ist. Die Anordnung
ist dabei so getroffen, daß jeweils nur diejenige der beiden Vorrichtungen abgesenkt
werden kann, die sich über dem Fülloch 3 befindet.
-
Der Deckelabhebevorrichtung 10 ist eine Reinigungsauslösevorrichtung
44 zugeordnet, die im wesentlichen aus einer am Reinigungswagen 6 senkrecht geführten
Schaltstange 45 mit einem am oberen Ende angeordneten Schaltkopf 46 und einem durch
den Schaltkopf 46 betätigbaren Endschalter 47 besteht. Die Schaltstange 45 ist am
Hubmagneten 19 vprbeigeführt und so angeordnet, daß sie durch einen vom Hubmagneten
19 ergriffenen, diesem gegenüber im Durchmesser größeren Füllochdeckel 5 betätigt
wird, wenn die Deckelabhebevorrichtung 10 ihre obere Endestellung erreicht hat.
Der Schaltkopf 46 ist längeneinstellbar, so daß in der vorgesehenen oberen
Endstellung
der Endschalter 47 betätigt wird und ein Signal auslöst bzw.
-
selbsttätig die Deckelreinigungsvorrichtung 11 in Gang setzt.
-
Nachfolgend wird die Funktion des Beschriebenen anhand einzelner Arbeitsstellungen
erläutert: In der in Fig. 1 dargestellten Ausgangsstellung befinden sich sowohl
die Deckelabhebevorrichtung 10 als auch die Füllochreinigungsvorrichtung 12 in ihrer
jeweiligen oberen Endstellung, ist die Deckelreinigungsvorrichtung 11 unter die
Deckelabhebevorrichtung 10 eingeschwenkt und ist das Fülloch 3 durch den Füllochdeckel
5 geschlossen.
-
Die anschließenden Arbeitsstellungen sind schematisch in den Fig.
3 a) bis d) dargestellt.
-
Die Fig. 3 a) zeigt zunächst die Arbeitstellung "Füllochöffnen". Die
Deckelreinigungsvorrichtung Ii ist durch die Zylinderkolbenanordnung 26 in einer
senkrechten und zur Verfahrrichtung des Koksofen-Füllwagens parallelen Ebene ausgeschwenkt.
Während die Füllochreinigungsvorrichtung 12 in ihrer oberen Endstellung arretiert
bleibt, ist die Deckelabhebevorrichtung 10 durch die Zylinderkolbenanordnung 39
so weit abgesenkt, daß der Hubmagnet 19 auf dem eisernen Füllochdeckel 5 aufsitzt.
In dieser Stellung wird der Hubmagnet 19 erregt und durch den Getriebemotor 17 gedreht,
um den Füllochdeckel 3 zu lockern.
-
Anschließend wird die Deckelabhebevorrichtung 10 durch die Zylinderkolbenanordnung
39 wieder angehoben und dabei der Füllochdeckel 5 aus dem Fülllochrahmen 4 entfernt.
Die Deckelabhebevorrichtung 10 wird bis in ihre obere Endstellung angehoben, in
der durch den Füllochdeckel 5 die Schaltstange 45 und damit der Endschalter 47 betätigt
und ein Signal für das Einschwenken der Deckelreinigungsvorrichtung 1i gegeben wird.
-
In Fig. 3 b) ist dargestellt, wie durch Betätigung der Zylinderkolbenanordnung
26 die Deckelreinigungsvorrichtung 11 unter den Füllochdeckel 5 eingeschwenkt und
dieser durch die Zylinderkolbenanordnung 39 wieder abgesenkt ist, bis er auf dem
Reinigungskopf 20 aufsitzt. Diese Absenkbewegung zur Reinigung des Füllochdeckels
5 wird durch einen Anschlag 4ß begrenzt, der an einem der Lenker 24 angeordnet und
folglich nur bei diesem Arbeitsgang w-irksam ist. Der Anschlag 48 ist so eingestellt,
daß zwischen den Reinigungsmessern 22 des Reinigungskopfes 20 und der DichtFläche
des Fülllochdeckels 5 ein vorgegebener Sicherheitsabstand verbleibt und eine Beschädigung
der Dichtfläche sicher vermieden wird. Ist diese Arbeitsstellung für die Reinigung
des Füllochdeckels 5 erreicht, so wird der Füllochdeckel 5 durch den Getriebemotor
17 rotierend angetrieben, so daX durch die Reinigungsmesser 22 die Ablagerungen
von der Dichtfläche des Füllochdeckels 5 abgetragen werden. Ist dies geschehen,
so wird der Getriebemotor 17 stillgesetzt und die Deckelabhebevorrichtung 10 in
ihre obere Endstellung gefahren.
-
Anschließend wird durch Betätigung der Zylinderkolbenanordnung 9 der
Reinigungswagen 6 um den Verfahrweg X nach rechts in die in Fig. 3 c) dargestellte
Stellung gefahren, in der die Füllochreinigungsvorrichtung 12 sich über dem Fülloch
3 befindet. In dieser Stellung ist die Deckelabhebevorrichtung 10 durch den Arretieranschlag
42 und das Arretierwiderlager 42 an der Arbeitsbühne 1 arretiert, während die Füllochreinigungsvorrichtung
12 -durch die Zylinderkolbenanordnung 39 abgesenkt wird.
-
Der Reinigungsbär 34 der Füllochreinigungsvorrichtung 1? weist einen
unteren Wandreinigungsabschnitt 49 zur Bearbeitung des sich durch die Ofendecke
2 erstreckenden zylindrischen Wandabschnitts des Füllochs 3 sowie einen oberen,
an die Kontur der Dichtfläche des Füllochrahmens 4 angepaßten Reinigungsabschnitt
50 auf und ist umfangsseitig mit Reinigungsmessern 51 besetzt, die in Reihen, in
unterschiedlichen Reihen gegeneinander in Achsrichtung versetzt, angeordnet sind
und eine Kontur aufweisen, die im
Wandreinigungsabschnitt 49 zylindrisch,
im Rahmenreinigungsabschnitt 50 dagegen entsprechend der Kontur der Dichtfläche
des Füllochrahmens 4 sich nach oben konisch erweiternd verläuft. Die untersten Reinigungsmesser
51 des Wandreinigungsabschnittes 49 stehen axial über und weisen an ihren Außenseiten
konisch verjüngte Schneidkanten auf.
-
Der Reinigungsbär 34 wird mittels der Zylinderkolbenanordnung 39 in
das Fülloch 3 abgesenkt, bis der Anschlag 37 durch die Kolbenstange 38 des Gewichtsausgleichgliedes
36 aufgehalten und damit das Eigengewicht der Füllochreinigungsvorrichtung 12 bis
auf einen vorgebbaren Andruck kompensiert ist, so daß Beschädigungen des Füllochrahmens
4 vermieden werden.
-
Beim Absenken oder ggf. nach Erreichen der unteren Endstellung wird
der Reinigungsbär 34 durch den Getriebemotor 32 rotierend angetrieben, so daß durch
die Reinigungsmesser 51 Ablagerung vom zylindrischen Wandabschnitt und von der Dichtfläche
des Füllochrahmens 4 abgetragen werden. Ist dies geschehen, so wird der Getriebemotor
32 stillgesetzt und die Füllochreinigungsvorrichtung 12 wieder in ihre obere Endstellung
angehoben.
-
Anschließend wird der Reinigungswagen 6 durch die Zylinderkolbenanordnung
9 in die in Fig. 3 d) dargestellte Stellung gefahren, in der sich wieder die Deckelabhebevorrichtung
10 über dem Fülloch 3 befindet und die Füllochreinigungsvorrichtung 12 an der Arbeitsbühne
1 arretiert ist. Die Deckelreinigungsvorrichtung 11 wird ausgeschwenkt, und der
Füllochdeckel 5 wird auf das Fülloch 3 abgesenkt. Anschließend wird zunächst der
Füllochdeckel 5 durch Drehung mittels des Getriebemotors 17 gleichsam in den Füllochrahmen
4 eingerieben und damit abgedichtet. Ist dies geschehen, so wird der Hubmagnet 19
erregt, die Deckelabehebevorrichtung 10 in ihre obere Endstellung gefahren und schließlich
die Deckelreinigungsvorrichtung 11 wieder eingeschwenkt. Damit ist die in Fig. 1
dargestellte Ausgangsstellung wieder erreicht.
-
In Fig. 4 ist eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer anderen
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Koksofen-Füllwagens gezeigt, in der die
Deckelreinigungsvorrichtung 11 nicht schwenkbar, sondern mittels Führungsrollen
in einer an der unteren Traverse 35 angeschlossenen Führung 53 geführt und durch
die Zylinderkolbenanordnung 26 horizontal verfahrbar ist.
-
Die Fig. 4 zeigt ausgezogen die eingefahrene Arbeitsstellung der Deckelreinigungsvorrichtung
11; andeutungsweise ist daneben strichpunktiert die ausgefahrene Stellung dargestellt,
in der der Hubmagnet 19 auf den Füllochdeckel 3 abgesenkt werden kann.