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Sitzbalken für Hängebahnen insbesondere des untertägigen Bergbaus
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Die Erfindung betrifft einen Sitzbalken für Hängebahnen insbesondere
des untertägigen Bergbaus mit einer oberen,an zwei Laufwerken aufgehängten Traverse,
einer unteren Traverse für die Sitze und die Traversen verbindenden parallelen Lenkern
sowie gegebenenfalls einer Dämpfung zur Reduzierung von Pendelbewegungen der unteren
Traverse.
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Derartige Sitzbalken werden zum untertägigen Personentransport an
Einschienen- Hängebahnen eingesetzt. Die über die Lenker in Fahrtrichtung pendelnd
an der oberen Traverse aufgehngte untere Traverse weist eine Sitzbank für die darauf
rittlings hintereinander sitzenden Personen auf, die ihre Füße auf parallel zur
Sitzbank verlaufenden Trittbrettern abstützen können.
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Die Dämpfung soll verhindern, daß starke Beschleunigungen oder Verzögerungen
unmittelbar auf die zu befördernden Personen über tragen werden. Nichtsdestoweniger
führt dabei die untere, als Sitzbalken dienende, Traverse Pendelbewegungen aus und
bei hinreichend großen Beschleunigungen oder Verzögerungen werden die auf der Sitzbank
rittlings sitzenden Personen zusammengeschoben.
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Das passiert auch dann, wenn der Sitzbalken über einen Streckenabschnitt
mit stärkerem Einfallen gefahren wird. Dann verschiebt sich zwar die untere, als
Sitzbank dienende Traverse parallelogrammartig gegenüber der oberen Traverse, gleichzeitig
nimmt aber auch diese untere Traverse die Neigung der oberen Traverse an, so daß
die zu befördernden Personen auf einer schiefen Ebene sitzen. Deshalb ist der insoweit
bekannte Sitzbalken für Hängebahnen amtlich nur für solche Strecken zugelassen,
bei denen
das Einfallen weniger als 30 gon beträgt. Bei stärkerem
Einfallen müssen Sessellifte verwendet werden, die neben der zum Materialtransport
dienenden Einschienen-Hängebahn eingebaut werden müssen und entsprechende Kosten
verursachen. Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Sitzbalken der eingangs beschriebenen
Gattung so zu gestalten, daß er auch bei stärkerem Einfallen eingesetzt werden kann.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine Mehrzahl von Lenkern rings
der Traversen angeordnet ist und daß jeder Sitz an einem zugeordneten Lenker angebracht
ist.
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Der erfindungsgemäße Sitzbalken hat keine durchgehende Sitzbank mehr
sondern Einzelsitze, die jeweils an einem zugeordneten Lenker angebracht sind und
deren Lage im Raum sich folglich nach der Lage der Lenker richtet. Da diese Lenker
aber nach wie vor ene parallelogrammartige Verbindung zwischen oberer Traverse und
unterer Traverse herstellen und ihre Anschlußgelenke an die obere bzw. untere Traverse
auch bei stärkerer Neigung der Traversen stets vertikal übereinander liegen,ist
damit auch sichergestellt, daß die Lage der Sitze im Raum sich auch dann nicht verändert,
wenn der Sitzbalken über einen Streckenabschnitt mit stärkerem Einfallen gefahren
wird. Dementsprechend verändert sich auch die Lage im Raum der auf dem Sitzbalken
zu-befördernden Personen nicht oder nur unwesentlich.
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Um diesen Personen hinreichenden Halt zu geben, sollte jeder Sitz
eine Sitzfläche, eine Lehne und Fußrasten aufweisen.
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Das Ein- und Aussteigen wird erleichtert, wenn die Form der die Sitze
tragenden Lenker in einer Seitenansicht den aneinander anschließenden Konturen von
Lehne, Sitzfläche und Fußrasten angepaßt ist, wobei die Anschlußgelenke zwischen
Lenkern und unterer Traverse im Bereich der Übergänge von Sitzfläche zu Lehne angeordnet
sind. Anders ausgedrückt folgt die Kontur jedes Lenkers der Kontur des zugeordneten
Sitzes, so daß die Sitze von der Seite her frei zugänglich sind.
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Eine praktische Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Lenker aus zwei im Abstand voneinander angeordneten Stäben besteht. Das ermöglicht
unter anderem eine bessere Abstützung des Sitzes am zugeordneten Lenker. Wenn darüberhinaus
die obere Traverse rahmenartig und als Schutzdach für die Sitze ausgebildet ist,
können die Stäbe an den Seiten der Traverse angelenkt sein.
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Der gegenseitige Abstand der Stäbe eines Lenkers im Bereich der Lehnen
sollte kleiner sein als eine Schulterbreite bzw. die Sitzbreite und größer als eine
Kopfbreite. Dann dienen diese Stäbe der Lenker zusätzlich zur Abstützung der auf
dem Sitz befindlichen Person, sie behindern die Person aber nicht, wenn der Sltzbalken
über eine einfallende Strecke gefahren wird und dabei die obere Traverse und die
untere Traverse sowie die Lenker sich gegeneinander parallelogrammartig verschwenken.
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Um den zur Verfügung stehenden Platz zur Beförderung möglichst vieler
Personen ausnutzen zu können, werden bei einer Ausführungsform die Sitze in Richtung
der Traverse ausgerichtet. Dann können die beiden Fußrasten eines Sitzes beidseits
des nächsten Sitzes angeordnet sein. Es versteht sich, daß der gegenseitige Abstand
der Traversenbzw. die Länge der Lenker und der Abstand der Sitz fläche von der unteren
Traverse so eingerichtet sind, daß auch
bei Fahrt durch stärkeres
Einfallen die Köpfe und Beine der zu befördernden Personen nicht mit der oberen
Traverse in Berührung kommen.
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Bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform ist der Abstand der
Sitze in Traversenlängsrichtung so gewählt, daß in allen Schwenkstellungen der Sitze
ein ausreichender Abstand zwischen der Brust einer auf einem Sitz sitzenden Person
und der Rücklehne des vorangehenden Sitzes verbleibt.
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Da es jedoch in der Praxis gelegentlich vorkommt, daß die zu befördernden
Personen auf ihrer Brust verhältnismäßig große Geräte mit sich führen, sind bei
einer zweiten bevorzugten Ausführungsform die Sitze schräg zu den Traversen ausgerichtet
und beide Fußrasten eines Sitzes sind einseitig neben dem nächstfolgenden Sitz angeordnet.
Bei dieser Anordnung können die zu befördernden Personen auch größere Gegenstände
auf der Brust mit sich tragen, ohne daß die Gefahr bestünde, daß diese Gegenstände
mit der Rücklehne des vorderen Sitzes in Berührung kommen.
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Sie letztgenannte Ausführungsform läßt sich derart weiterbilden, daß
die Lenker mit ihren Sitzen oder die Sitze um vertikale Achsen schwenkbar und in
bestimmten Schwenkstellungen verriegelbar sind. Diese Verschwenkbarkeit der Sitze
ermöglicht es, die Sitze jeweils im wesentlich in Fahrtrichtung zu stellen, wenn
die Fahrtrichtung des Sitzbalkens umgekehrt wird. Diese Fahrtrichtungsänderungen
des Sitzbalkens lassen sich im untertëgigen Betrieb nicht vermeiden.
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Zum Verschwenken der Lenker bzw. Sitze um ihre vertikalen Achsen kann
neben der unteren Traverse eine dazu parallele Stange angeordnet sein, an die Querlenker
gelenkig angeschlossen sind, welche an zugeordneten Lenkern bzw. Sitzen befestigt
sind. Die Stange kann beispielsweise von einer Stirnseitedes Sitzbalkens aus betätigt
werden und mit geeigneten tiegeln in bestimmten Stellungen festgelegt werden, denen
bestimmte Schwenkstellungen der Sitze um horizontale Achsen zugeordnet sind.
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Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Aufuhrungsbeispiel
der Erfindung erläutert; es zeigen: Figur 1 eine Seitenansicht eines Sitzbalkens
für eine untertägige Einschienen-Hängebahn, Figur 2 eine Ansicht in Richtung des
Pfeils II auf den Gegenstand nach Figur 1, Figur 3 in schematischer Darstellung
einen Horizontalschnitt durch eine andere Ausführungsform des Gegenstandes nach
Figur 1.
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Der in der Zeichnung dargestellte Sitzbalken weist zunächst eine an
zwei Laufwerken 1, 2 hängende obere Traverse 3 auf, die -mhmezartig aus U-Profilen
aufgebaut und in üblicherweise versteift ist.
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Die Traverse 3 ist über Gelenke 4 bzw. 5 an die Laufwerke 1, 2 angeschlossen.
Außerdem weist die obere Traverse 3 an ihren stirnseitigen Enden nicht dargestellte
Kuppelelemente zum Anschluß von Kuppelstangen oder dergleichen auf.
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An den stirnseitigen Enden der oberen Traverse 3 sind jeweils auf
beiden Seiten der Traverse 3 Traglenker 6 bzw. 7 gelenkig gelagert, von denen in
der Projektion nach Figur 1 jeweils nur einer sichtbar ist. Die unteren Enden der
Traglenker 6, 7 sind gelenkig an eine untere Traverse 8 angeschlossen sowie zusätzlich
ueber hydraulische Dämpfer9 bzw. lo an der unteren Traverse abgestützt.
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Die untere Traverse. 8 besteht, wie aus Figur 2 ersichtlich,aus zwei
parallel zueinander verlaufenden U-Profilen.
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Zwischen den beiden U-Profilen der unteren Traverse 8 ist eine Reihe
von Gelenken 11 mit daran gelagerten Konsolen 12 angeordnet.
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Die Konsolen 12 erstrecken sich in Richtung auf die obere Traverse
3 und sind mit ihren freien Enden an zugeordnete Lenker 13 angeschlossen, die an
der oberen Traverse 3 in entsprechenden Gelenken 14 gelagert sind. Die Gelenke der
Traglenker 6 bzw. 7 einerseits und die Gelenke 11, 14 der Lenker 13 sind insgesamt
so angeordnet, daß die untere Traverse 8 gegenüber der oberen Traverse 3 parallelogrammartig
beweglich ist.
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An jedem Lenker 13 ist ein Sitz mit Lehne 15, Sitzfläche 16 und Fußrasten
17 befestigt. Lehne 15 und Sitzfläche 16 sind von einer Schale gebildet. Die Fußrasten
17 sind kastenartig ausgebildet, so daß sie die darin abgestellten Füße schützen.
Im übrigen besitzen die Lenker 13 eine Form, die der Kontur des zugeordneten Sitzes
folgt, d.h. sie sind außerhalb der die Lehne 15 und die Sitzfläche 16 bildenden
Schale angeordnet.
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Im Übergangsbereich zwischen Lehne 15 und Sitzfläche 16 ist die Konsole
12 an den zugeordneten Lenker 13 und damit auch an den entsprechenden Sitz angeschlossen.
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Wie man aus Figur 2 entnimmt, besteht jeder Lenker 13 aus zwei Stäben
18, 19, die mit ihren oberen Enden an Gelenke 14 längs der beiden Seiten der oberen
Traverse 3 angeschlossen sind.
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Im Bereich der Lehne 15 sind die Stäbe 18, 19 im wesentlichen parallel
zueinander geführt, wobei ihr Abstand geringer ist als die Sitzbreite bzw. die Schulterbreite
der auf dem Sitz transportierten Person, jedoch größer als eine Kopfbreite. Dadurch
dienen die Stäbe 18, 19 zumindest im Bereich oberhalh der Sitzlehne als zusätzliche
Abstützung für die auf dem Sitz befindliche Person, ohne daß sie jedoch den Kopf
dieser Person behindert. Im übrigen sind die Stäbe 18, 19 hinter bzw. unter dem
Sitz bis in den Bereich des nächsten Sitzes geführt, wo die beiden Stäbe 18, 19
auf unterschiedlichen Seiten dieses nächstfolgenden
Sitzes enden
und dort die kastenartigen Fuftrasten 4' tragen.
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Dementoprechend sind bei der in den Figuren 1 und 2 dargestellte-Ausführungsform
die Sitze in Richtung der Traversen 2, 8 aisgerichtet und so angeordnet, daß die
beiden Fußrasten 17 -edes Sitzes beidseits des nächsten Sitzes angeordnet sind.
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?ird der in den figuren 1 und 2 dargestellte Sitzbalken zur er.-Strecke
mit stärkerem Einfallen gefahren, dann verschieben sich die obere Traverse 3 und
die untere Traverse 8 parallelogrammartig zueinander. Pendelbewegungen werden durch
die Dämpfer 9, lo reduziert und gedämpft. Die an den Lenkern 13 befestigten Sitze
behalten jedoch ihre Lage im Raum bei, weil bei der parallelogrammartigen Verschiebung
der Traversen 3, 8 die Gelenke 11 bzw.
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" der Lenker 13 stets vertikal übereinander bleiben. Es versteht sich,
daß der Abstani der Traversen 3 und 8 so einger chteist, daß bei Fahrt durch e£n
vorgegebene Einfallen die Köpfe und Beine der beforderten Personen nicht mit der
oberen Traverse -in Berührung kommen.
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Bei der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform sind die Sitze 1S,
16, 17 um vertikale Achsen 20 an ihren zugeordneten Lenkern gelagert. Gegebenenfalls
können auch die Lenker 13 mit ihren zugeordneten Sitzen um die horizontalen Achsen
20 verschwenkbar gelagert sein. Dementsprechend sind die Sitze 15, 16, 17 schräg
zu den Traversen bzw. zur Fahrtrichtung so ausgerichtet, daß die nunmehr nebeneinander
liegenden beiden Fußrasten 17 sich einseitig naben dem nächstfolgenden Sitz befinden.
Die Verschwenkung der Sitze 15, 16 um die horizontalen Achsen 2o erfolgt mit Hilfe
einer Stange 21, die sich neben der unteren Traverse 8 und parallel zu dieser erstreckt.
An dieser Stange 21 sind Querlenker 22 gelagert,
deren andere Enden
an den zugeordneten Sitzen 15, 18 bzw. am ensprechenden Lenker 13 befestigt sind.
Die Stange 21 kann von einer Stirnseite des Sitzbalkens aus betätigt, d.h. in wichtung
des Sitzbalkens hin- oder hergeschoben und in bescimmten Positionen verriegelt werden.
Den Riegelpositionen entsprechen Schwenkstellungen der Sitze 15, 16. In Figur 3
ist dargestellt, daß die Sitze aus der mit durchgezogenen Linien dargestellten Position
in die mit gestrichelten Linien gezeichnete Position verschwenkt werden können.
Das entspricht einem Schwenkwinkel von mehr als 90°.
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C in Figur 3 dargestellte Ausführungsform eignet sich insbesndere
für Strecken mit sehr starkem Einfallen, weil dann die zze 15, '6 auf der Hinfahrt
beispielsweise die mit durchgezogenen Linien gezeichnete Stellung einnehmen und
auf der Rückfahrt die mit gestrichelten Linien gezeichnete Stellung.
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