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Hydraulische Bremsanlage für ein Zugfahrzeug
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mit Anhänger Stand der Technik Die Erfindung geht aus von einer hydraulischen
Bremsanlage für ein Zugfahrzeug mit Anhänger nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Es ist schon eine solche Bremsanlage aus der DE-OS 27 26 504 bekannt, bei der Druckmittel
aus einem hydraulischen Kreis auf dem Zugfahrzeug über eine Hydrokupplung in die
hydraulische Anlage des Anhängers gesteuert wird. Auf dem Anhänger ist neben dem
Anhängerbremszylinder für die Funktion der Abreißbremse ein Hydrospeicher sowie
ein Umschaltventil angeordnet. Nachteilig bei dieser Lösung ist, daß das Umschaltventil
elektromagnetisch betätigt wird und über eine elektrische Steckkupplung mit auf
dem Zugfahrzeug angeordnet ten Schaltkreisen in Verbindung stehen muß. Der Aufwand
für die elektromagnetische Betätigung des Umschaltventils
ist relativ
hoch und lohnt insbesondere nicht bei land- und forstwirtschaftlichen Anhängern.
Dies gilt besonders dann, wenn an das Zugfahrzeug mehrere Anhänger angekuppelt werden
sollen. Außerdem kann bei derartigen Anlagen die genormte elektrische Steckkupplung
meist nicht mehr verwendet werden.
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Ferner ist aus der DE-PS 1 630 917 eine Auflauf- und Fallbremsvorrichtung
für Anhängerfahrzeuge bekannt, bei der unabhängig von der Winkelstellung der Gabel
eine gleichbleibende Bremswirkung erreicht werden soll. Nachteilig bei dieser Lösung
ist, daß diese Bremsvorrichtung rein mechanisch arbeitet und die Bremskräfte von
Federn aufgebracht werden, weshalb sie sich weniger für Anhänger mit größerem Gesamtgewicht
eignet. Zudem benötigt die Bremsvorrichtung ein relativ aufwendiges mechanisches
Gestänge. Eine hydraulische Betriebsbremse ist hier nicht vorgesehen.
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Bekannt ist ferner aus dem ersten Zusatz zur FR-PS 1 376 689 eine
mit Druckaufbau arbeitende hydraulische Bremsanlage für ein Zugfahrzeug mit Anhänger,
bei der für die Funktion der Abreißbremse ein hydraulisch spannbarer Federspeicher
auf dem Anhänger angeordnet ist. Der Federspeicher steht über eine mechanische Spanneinrichtung
mit Reißleine mit dem Zugfahrzeug in Verbindung, so daß bei ungewolltem Trennen
der Zugverbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger der Federspeicher ausgelöst
wird und seine sich entspannende Feder ein Ansprechen der Bremse bewirkt. Diese
Bremsanlage hat den Nachteil, daß gerade durch das häufige Wechseln der verschiedenen
Anhängefahrzeuge in der Landwirtschaft die Gefahr besteht,
daß das
Einhängen der Reißleine an der Zugmaschine vergessen wird. Die Folge davon ist eine
fehlende Abreißbremsfunktion.
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Vorteile der Erfindung Die erfindungsgemäße Bremsanlage für ein Zugfahrzeug
mit Anhänger mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber
den Vorteil, daß bei ihr die Funktion einer Abreißbremse ohne elektrische Mittel
erreichbar ist und sie sich für Anhänger mit größerem Gesamtgewicht eignet. Sie
kann daher vorteilhaft bei landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Anhängern
verwendet werden sowie bei Zügen mit mehreren Anhängern. Die erfindungsgemäße Bremsanlage
baut relativ einfach und kommt ohne Abreißleine aus. Bei dieser Bremsanlage brauchen
bereits vorhandene Kupplungen, hydraulische wie elektrische, nicht geändert zu werden.
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Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Bremsanlage
möglich.
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Zeichnung Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Fig.
1 eine hydraulische Bremsanlage für ein Zugfahrzeug mit Anhänger in teilweise vereinfachter
Darstellung sowie Fig. 2 eine Seitenansicht des Anhängers mit einem Teil der Anlage
nach Fig. 1.
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Beschreibung des Ausführungsbeispiels Die Fig. 1 zeigt eine hydraulische
Bremsanlage für ein Zugfahrzeug 10 und einen Anhänger 11. Auf dem Zugfahrzeug 10
ist ein Bremspedal 12 mit einem zugehörigen Hauptzylinder 13 angeordnet, dessen
hydraulischer Druck einerseits einer Zugfahrzeugbremse 14 und andererseits zum Ansteuern
einem Bremsventil 15 zugeleitet wird. Das Bremsventil 15 ist als solches aus der
DE-PS 2 055 801 bekannt. Das Bremsventil 15 wird von einer Pumpe 16 mit Druckmittel
versorgt und leitet dieses weiter zu einem hydraulischen Verbraucher 17, der meist
der Kraftheber eines Traktors ist. Das Bremsventil 15 steuert ferner proportional
zu der am Bremspedal 12 aufgebrachten Kraft den Druck in einer Bremsleitung 18,
die zu einer Hydrokupplung 19 führt.
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Auf dem Anhänger 11 führt von der Hydrokupplung 19 eine Leitung 21
zu einem ersten Anschluß 22 des Umschaltventils 23. Ein zweiter Anschluß 24 des
Umschaltventils 23 ist über ein Druckminderventil 25 mit einem Eingang eines Anhängerbremszylinders
26 verbunden, der mit der Anhängerbremse 27 in Wirkverbindung steht. Von einem dritten
Anschluß 28 des Umschaltventils 23 führt eine Leitung 29 zu einem Hydrospeicher
31. Vom Hydrospeicher 31 führt eine Leitung 32 zu einem vierten Anschluß 33 am Umschaltventil.
Der Druck im Hydrospeicher 31 wird von einem Rückschlagventil 34 in der Leitung
29 abgesichert sowie von einem elektrohydraulischen Druckschalter 35 überwacht.
Das Umschaltventil 23 hat ein Steuerglied 36, das in der gezeichneten Fahrtstellung
37 den ersten Anschluß 22, den zweiten Anschluß 24 und den dritten Anschluß 28 miteinander
verbindet und den vierten Anschluß 33 blockiert. Eine auf das Steuerglied 36 wirkende
Feder 38 belastet es in Richtung einer Abreißbremsstellung 39,
in
der der erste und dritte Anschluß 22 bzw. 28 blockiert sind und der zweite Anschluß
24 mit dem vierten Anschluß 33 verbunden sind.
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Wie Fig. 1 in Verbindung mit Fig. 2 näher zeigen, ist dem Umschaltventil
23 eine mechanische Betätigungseinrichtung 41 zugeordnet. Letztere besteht im wesentlichen
aus einem auf dem Anhänger drehbar gelagerten Schwenkhebel 42 sowie einer Stange
43 mit Federelement 44. Der Schwenkhebel 42 liegt mit einem Exzenter 45 am Steuerglied
36 an, während an seinem freien Ende die Stange 43 angelenkt ist.
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Wie Fig. 2 näher zeigt ist die Stange 43 mit ihrem anderen Ende an
einem Hebel 46 angelenkt, der auf der Deichsel 47 des Anhängers befestigt ist. Am
Hebel 46 greift zusätzlich eine Haltefeder 48 an, die mit ihrem anderen Ende am
Aufbau des Anhängers 11 befestigt ist. Wie Fig. 2 näher zeigt ist das Umschaltventil
23 am Boden des Aufbaus vom Anhänger befestigt und in der Nähe der Lagerung der
Deichsel 47 angeordnet. Das Umschaltventil 23 ist zu der zugehörigen Betätigungseinrichtung
41 am Anhänger 11 so angeordnet, daß bei horizontaler Lage der Deichsel 47 - wie
dies bei am Zugfahrzeug angekuppelten Anhänger der Fall ist - das Steuerglied 36
gegen die Kraft der Feder 38 in seiner Fahrtstellung 37 gehalten wird. Dagegen kann
bei in Notbremsstellung befindlicher Deichsel 47 die Feder 38 das Steuerglied 36
in seine Abreißbremsstellung 39 drücken.
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Die Wirkungsweise der Bremsanlage wird wie folgt erläutert, wobei
nur soweit darauf eingegangen wird, als zum Verständnis der Erfindung notwendig
ist. Dabei wird die Funktion des Bremsventils 15 aus der zuvor erwähnten Druckschrift
als bekannt vorausgesetzt.
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Ist der Anhänger 11 am Zugfahrzeug 10 angekuppelt, so befindet sich
die Deichsel 47 in ihrer horizontalen Lage.
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Über die Stange 43 und den Schwenkhebel 42 wird dabei das Steuerglied
36 gegen die Kraft der Feder 38 in seiner wahrtstellung 37 gehalten, in der die
Verbindung von der Hydrokupplung 19 zum Anhängerbremszylinder 26 offen ist.
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Wird nun durch Niederdrücken des Bremspedals 12 die Zugfahrzeugbremse
14 betätigt, so steuert das Bremsventil 15 den Druck in der Bremsleitung 18 proportional
zu der zum Bremsen des Zugfahrzeugs 10 aufgebrachten Kraft. Dieser Druck kann sich
über die Hydrokupplung 19, das Umschaltventil 23 und das Druckminderventil 25 auch
im Anhänger-Bremszylinder 26 aufbauen, so daß bei einer Betriebsbremsung des Zugfahrzeugs
auch der Anhänger entsprechend gebremst wird. Bei einer solchen Betriebsbremsung
kann zugleich über das Rückschlagventil 34 der Hydrospeicher 3; aufgeladen werden.
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Wird nun der Anhänger 11 in ungewollt er Weise vom Zugfahrzeug 10
getrennt, so fällt die Deichsel 47 nach unten in eine Notbremsstellung und betätigt
über die Stange 43 den Schwenkhebel 42. Dessen Exzenter 45 wird dabei so verstellt,
daß die Feder 38 das Steuerglied 36 in seine Abreißbremsstellung 39 drücken kann.
Vom geladenen Hydrospeicher 31 strömt nun Druckmittel über die Leitung 32 und das
Umschaltventil 23 zum Anhänger-Bremszylinder 26, worauf die Anhängerbremse 27 betätigt
wird. Somit wird durch die fallende Deichsel 47 ein Steuersignal für das Umschalten
des mschaltventils 23 ausgelöst, welches Jie Abreißbremse auf dem Anhänger in Funktion
setzt.
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Mit der Haltefeder '48 kann die untere Lage der Deichsel 45 begrenzt
sowie das Gewicht der Deichsel 47 zumindest
teilweise entlastet
werden, da sie lediglich ein Steuersignal zum Betätigen des Umschaltventils 23 aber
nicht die bei einer Abreißbremsung notwendige Energie zum Bremsen des Anhängers
11 liefern muß. Unabhängig von der hydraulischen Betätigung der Anhängerbremse 27
kann letztere auch durch die Handbremse 49 betätigt werden.
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Nach erfolgter Abreißbremsung kann die Anhängerbremse 27 wieder gelöst
werden, wenn die Deichsel 47 aus ihrer unteren Notbremsstellung in ihre horizontale
Lage gebracht wird. Dabei wird über die Betätigungseinrichtung 41 das Steuerglied
36 wieder in seine Fahrtstellung 37 gebracht, wodurch der Anhänger-Bremszylinder
26 über das Umschaltventil 23, die Hydrokupplung 19 und das Bremsventil 15 entlastet
werden kann.
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Selbstverständlich sid Änderungen an der gezeigten Ausführungsform
möglich, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So kann anstelle der gezeigten
mechanischen Betätigungseinrichtung 41 auch ein anderes Gestänge verwendet werden.
Die Betätigungseinrichtung und das Umschaltventil können ohne weiteres so aufeinander
abgestimmt werden, daß das von der fallenden Deichsel abgeleitete Steuersignal be-
oder entlastend wirken kann. Ebenso kann die Betätigungseinrichtung auch so abgewandelt
werden, daß sie anstelle eines Wegsignals ein Kraftsignal auf das Umschaltventil
leitet.
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Die erfindungsgemäße Bremsanlage ist auch nicht auf die gezeigten
Bauarten von Umschaltventil und Bremsventil beschränkt.