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DE2938353A1 - Verfahren zur herstellung von olefinischen doppelbindungen durch halogenwasserstoffabspaltung - Google Patents

Verfahren zur herstellung von olefinischen doppelbindungen durch halogenwasserstoffabspaltung

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DE2938353A1
DE2938353A1 DE19792938353 DE2938353A DE2938353A1 DE 2938353 A1 DE2938353 A1 DE 2938353A1 DE 19792938353 DE19792938353 DE 19792938353 DE 2938353 A DE2938353 A DE 2938353A DE 2938353 A1 DE2938353 A1 DE 2938353A1
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Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
  • gegebenenfalls halogenierten Verbindungen mit wenigstens einer olefinischen Doppelbindung durch Abspaltung von Halogenwasserstoff aus der entsprechenden, Halogen und Wasserstoff enthaltenden gesättigten Verbindung durch Radikalkettenreaktion.
  • Es ist bekannt, daß viele chemische Reaktionen sowohl in der Gasphase als auch in der flüssigen Phase in Form einer sogenannten Kettenreaktion ablaufen. Eine Reaktionskette erhält ran, wenn als Folge eines einzigen Aktivierungsschritts eine große Zahl von Molekülen umgesetzt wird.
  • Schreibt man stabile Ausaangsprodukte als A1, A2..., Endprodukte als B1, B2... und aktive Zwischenprodukte als xl Y.2..., so gilt das allgemeine Schema: Kettenstart Kettenfortführung Kettenfortführung (für n>l mit Kettenverzweigung) Da sich die Zyklen b) und c) im Prinzip beliebig oft wiederholen können läuft die Reaktionsfolge ab, wenn ein aktives Teilchen X1 in die Reaktion eingetreten ist, bis das Teilchen X1 schließlich nach einer Reaktion verbraucht und nicht wieder reaeneriert wird. Die Zahl der pro eingeführtes Teilchen X1 ablaufenden Schritte b) und c) bezeichnet man als Kettenlänge. Diese kann mehrere Zehnerpotenzen betraaen.
  • Bei den vorwiegend angewandten technischen Verfahren, in denen Kettenreaktionen eine Rolle spielen, werden die aktiven Teilchen X1 überwiegend thermisch, d. h. durch unspezifische Aufheizung (sogenannte "Pyrolyse") in den Reaktionsablauf eingeführt. Hierzu sind im allgemeinen relativ hohe Temperaturen erforderlich. Die zur Pyrolyse notwendigen hohen Temperaturen erfordern einen großen Energieaufwand und führen zudem häufig zu unerwünschten Nebenreaktionen. Der Hauptenergieanteil wird bei den thermischen Verfahren zur Spaltung der Reaktanden und damit zur Freisetzung der aktiven Teilchen, d. h. für die ketteneinleitende Reaktion aufgebraucht. Die Reaktionen, welche die Kette fortführen (b) und c)) und entsprechend der Kettenlänge den weitaus größeren Anteil an dem gesamten Reaktionsumsatz ausmachen, sind im allgemeinen bereits bei erheblich niedrigeren Temperaturen als den zur Pyrolyse notwendigen hinreichend schnell. Hieraus ist ersichtlich, daß eine effiziente Methode zur Bereitstellung der aktiven Teilchen X1 bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen eine Reihe erheblicher Vorteile mit sich bringen würde.
  • Es ist bekannt, derartige aktive Teilchen, z. B durch Zuführung von Zusätzen, die relativ leicht aktive Teilchen X1 thermisch freisetzen, zu erzeugen. Als Beispiel dafür sei z. B. der Zusatz von Cl2 (allg. X2) genannt, wenn X1 ein freies Chloratom ist. Solche Zusätze beinhalten jedoch häufig Nachteile, wie zusätzliche Kosten und z. B. Korrosionsprobleme. Andere bekannte Verfahren erzeugen die Radikale X1 durch Photolyse mit herkömmlichen Lichtquellen z. B. mit Quecksilber-Hochdrucklampen. Diese Lichtquellen haben jedoch nur eine relativ geringe Ausnutzung der zugeführten Energie in für den gewünschten Prozeß nutzbarer Photonenenergie. Außerdem liefern diese Lichtnuellen nur eine relativ geringe Photonendichte in einem engen Spektralbereich.
  • Die vorstehend erläuterten Schwierigkeiten treten besonders auf bei der Herstellung von Verbindungen, welche eine oder mehrere olefinische Doppelbindungen aufweisen durch Halogenwasserstoffabspaltung aus der entsprechenden, Halogen und Wasserstoff enthaltenden gesättigten Verbindung.
  • Die erhaltene olefinisch ungesättigte Verbindung kann dabei noch ein oder mehrere weitere Halogenatome enthalten.
  • Ein typisches Beispiel hierfür ist die Herstellung von monomerem Vinylchlorid (VCM) aus Dichloräthan.
  • Bei diesem großtechnisch durchgeführten Verfahren wird 1,2-Dichloräthan in einem mehrere hundert Meter langen Pyrolyseofen bei etwa 5000C ZU Vinylchlorid und Chlorwasserstoff gespalten. Wegen der dabei erforderlichen hohen Reaktionstemperatur sind nicht nur große Wärmemengen für die Aufheizung erforderlich, sondern es entsteht auch eine Reihe unerwünschter Nebenprodukte, die bei dem weiteren Ablauf des Prozesses erheblich stören und deshalb mit aufwendigen Verfahren abgetrennt werden müssen.
  • Unter den oben angegebenen Bedingungen beträgt dabei die Umwandlung etwa 50 bis 6o % und die Selektivität 96 bis 99 t (vgl. Hydrocarbon processing, ärz 1979, Seite 75-88).
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei welchem die zur Erzielung der Radikalkettenreaktion erforderliche Energie herabgesetzt wird, Umwandlung und Selektivität erhöht sind, praktisch keine störenden Nebenprodukte gebildet werden, zur Inaktivierung bzw. Vergiftung neigende Katalysatoren nicht erforderlich sind und die Reaktionsdauer verkürzt wird.
  • Gelöst werden diese Aufgaben erfindur.asaemäß durch ein Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls halogenierten Verbindungen mit wenigstens einer olefinischen Doppelbindunq durch Abspaltung von Halogenwasserstoff aus der entsprechenden, Halogen und Wasserstoff enthaltenden gesättigten Verbindung, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man die gasförmige gesättigte Verbindung in einem Reaktionsraum mit gepulste kohärentem Licht bestrahlt und die Wellen länge des eingestrahlten Lichts und die Druck-und Temperaturbedingungen im Reaktionsraum so wählt, daß -15 -25 2 sich ein Einfangquerschnitt von 10 15 bis io 25 cm2/Molekül ergibt.
  • Ein erstes wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Verwendung von kohärentem Licht (Laser).
  • Hierdurch wird es möglich, eine sehr hohe Photonendichte und hohe Leistung zu erzielen und monochromatisches Licht sehr scharfer Wellenlänge zu erzeuaen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sehr kurze Lichtimpulse hoher Leistung zu erhalten. Diese vorstehend aufgefilhrten Eigenschaften der kohärenten Laserlichtquellen ermöglichen eine selektive und effektive Erzeugung von aktiven Teilchen X1 (wie oben beschrieben) unter Bedingungen, bei denen dies mit herkömmlichen Lichtquellen nicht oder nur in sehr oeringem Umfang möglich ist. Die hohe Nonochromasie der Laserstrahlung erlaubt eine sehr selektive Anregung der die aktiven Teilchen X1 freisetzenden Stoffe durch die Auswahl geeigneter Energieübergänge (Absorptionslinien). Die hohe Photonendichte der Laserstrahlung gestattet es, zusätzlich durch Laserphotolyse in kurzer Zeit eine sehr hohe Konzentration reagierender aktiver Teilchen X1 für die gewünschte Kettenreaktion in einem relativ großen Volumen in einer weiten Temperatur- und Druckbereich homcoen zu erzeugen. Dadurch ist ein rascher Reaktionsumsatz möglich. Die hohe Photonendichte von Laserlichtquellen läßt nun nicht nur die auch bei herkömmlichen Lichtquellen bekannte Anregung durch Einzelphotonenabsorption zu; es sind auch Zwei- und Mehrfachphotonenabsorptionen möglich.
  • Durch Zwei- und Mehrfachphotcnenabsorption lassen sich Moleküle in höher Energiezustänce anregen als dies bei Einfachphotonenabsorption von Licht der gleichen Wellenlänge geschieht. Die höhere Anregung bewirkt, daß die angeregten Moleküle schneller zerfallen.
  • Ein zweites wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die Wellenlänge des eingestrahlten Laserlichts und die Druck- und Temperaturbedingungen im Reaktionsraum so gewählt werden, daß man den oben bereits erwähnten Einfangquerschnitt von wo 15 bis ?o 25 cm2/Molekül erhält. Anders ausgedrückt wird erfindungsgemäß bei Wellenlängen gearbeitet, die von den jeweiligen ttclekülen nur wenig absorbiert werden. Oberraschenderweise wurde nämlich gefunden, daß ein relativ kleiner Absorptionsquerschnitt wesentlich günstiger ist, obwohl man bisher stets einen möglichst großen Absorptionsquerschnitt angestrebt hat in der Annahme, damit die beste Energieausbeute erzielen zu können.
  • Allgemeiner ausgedrückt muß erfindungsgemäß eine solche Wellenlänge für das Laserlicht verwendet werden, die es ermöglicht, den gesamten Reaktionsraur, praktisch gleichmäßig zu durchleuchten. Auf diese Weise wird verhindert, daß das eingestrahlte Licht infolge eines hohen Absorptionsquerscheitts schon nach Durchlaufen nur eines Teils des Reaktionsraums vollständig absorbiert ist. Letzteres ist jedoch der Fall, wenn, wie bisher angestrebt wurde, die Wellenlänge der eingestrahlten Strahlung möglichst gut der Absorptionswellenlänge der urazusetzenden Verbinduna entspricht. Erfindungsgemäß wird von diesen Bedingungen erheblich abgewichen und nur eine relativ geringfügige Absorption angestrebt.
  • Die Einfi4hrung eines aktiven Teilchens X1 in ein solches Reaktionssystem wird also erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß für die jeweils interessierende Reaktion ceeignete Moleküle durch Laserstrahlung derart anaeregt werden, daß sie unter Bildung von aktiven Teilchen X1 zerfallen:
    A1 + nhtLaser )A1 (angeregt)--+X1 + B1 (n 1)
    "n" bedeutet dabei die Zahl der pro Molekül der gesättigten, Halogen und Wasserstoff enthaltenden Verbindung A1 absorbierten Laserquanten. Dieser Vorgang wird als Laserphotolyse bezeichnet. Als Laserlichtquelle kommt dabei eines der zahlreichen bekannten Lasersysteme sowohl im ultravioletten, sichtbaren als auch im infraroten Spektralbereich zur Anwendung. Bevorzugt wird ein Excimerenlaser.
  • Die Wellenlänge der dabei zweckmaßiaersveise eingesetzten Laserstrahlung hängt in der oben schon erläuterten Weise ab von den spektroskopischen und photochemischen Eioenschaften des Moleküls A1 sowie von dem Druck und der Temperatur. Sie kann sowohl im Vakuum-Ultraviolett-Bereich, im sichtbaren als auch im infraroten Spektralbereich liegen.
  • Gemäß einer speziellen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrers kann man den Einfangquerschnitt auch durch Zusatz kleiner Mengen an höher halogenierten Verbindunge, Halogenwasserstoff oder Halogen regeln.
  • Im folgenden soll die Erfindung und ihre bevorzugten Ausführungsformen anhand der VCN-Uerstellung näher erläutert werden.
  • Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren der Laserphotokatalyse gelingt eine schnelle quantitative Abspaltung von Chlorwasserstoff aus 1,2-Dichloräthan bereits bei erheblich niedrigeren Temperaturen als in einem rein thermischen Verfahren. Die Umsetzung verläuft zusätzlich weitgehend frei von störenden Nebenreaktionen, die zu anderen Produkten als Vinylchlorid und Chlorwasserstoff führen.
  • Die als Beispiel aufgeführte Reaktion läuft unter den Bedingungen einer Laserphotokatalyse etwa nach folgendem Schema ab: Zunächst erfolgt die Einleitung der Reaktionskette durch Laserphotolyse von 1,2-Dichloräthan (C2H4Cl2)
    1) C2H4C12 + nhvLaSer Anreun> (C2H4Cl2)angeregt Zerfall,
    z.B. C2H4Cl + Cl Die durch die Laserphotolyse entstehenden freien Cl-Atome entsprechen den aktiven Teilchen X1 im vorstehend angeaebenen allgemeinen Reaktionsschema und können nun in einer Kettenreaktion Dichloräthan unter Bildung von Vinylchlorid umsetzen: wobei das zunächst entstehende Zwischenprodukt C2H3C12 . nach zu Vinylchlorid zerfällt, wodurch das in Schritt 2) verbrauchte freie Cl-Atom gleichzeitig wieder in die Reaktionskette zurückaeführt wird.
  • Vorzugsweise wird eine Strahlung einer Impulsdauer bis herab zu wo 15 Sekunden und einer Energie von o,ol bis 100 Joule verwendet. Dies gilt auch für analoge, unter Halogenwasserstoffabspaltung verlaufende Reaktionen mit anderen gesättigten Ausgangsprodukten. Im Pahmen der Erfindung werden dabei unter Halogen Chlor, Brom, Jod und Fluor verstanden.
  • Bei der VCM-Herstellung aus Dichloräthan beträgt die remperatur zweckmäßig 200 bis 550°C, vorzugsweise 230 bis 32o0C. Der Druck liegt zweckmäßig zwischen 50 und 3000 kpa, vorzugsweise o,1 bis 1 NPa. Jedoch kann auch außerhalb der angegebenen Bereiche gerarbeitet werden. So läßt sich die Umsetzung bei Temperaturen zwischen 10 und 700°C durchführen. Wie bereits erwähnt, werden vorzugsweise Excimerenlaser verwendet, wobei nicht nur solche in Betracht kommen, die im UV-Bereich liegen, sondern auch solche im sichtbaren oder infraroten Spektralbereich. Zur Regelung des Einfangquerschnitts können beispielsweise C12, HCl, CFCl3, CF2Cl2 zugesetzt werden. Diese Zusätze erhöhen den Einfangquerschnitt und spalten freie Cl-Atome ab, welche als Radikalketteninitiatoren wirksam werden. Sie ermöglichen es damit, die Zahl der Reaktionsketten und damit auch die Länge der $Reaktionsketten zu variieren. Strebt man z. B.
  • eine Kettenlänge von 104 an, d.h. 104-Abspaltungsvorgänge pro initiierendem Radikal, so würde das Verhältnis Dichloräthan zu Zusatzstoff höchstens lo 4 Mol pro Mol Dichloräthan betragen. Als Ausganesstoff eignet sich besonders 1,2-Dichloräthan, es kann aber auch 1,1-Dichloräthan verwendet werden.
  • Für diese bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ceeigrete Laserstrahlungsquellen sind beispielsweise Nd:YAG (# = 265 nm); KrF ()L= 249 nm); KrCl (, = 225 nm); ArF (W = 193 nm). Andere geeianete Laser sind z. B. ein Farbstcfflaser in sichtbaren Spektralbereich oder ein CO2-Laser im Infrarotbereich.
  • In der beigefügten Zeichnung zeigt Fig. 1 eine Vorrichtung, bei der dem Ausgangsmaterial zunächst Energie in Form von Wärme zugeführt werden kann.
  • Sie besteht aus einem Reaktor 1, der auf der einen Seite durch ein für das jeweilige Laserlicht durchlässiges Fenster 2 abgeschlossen ist. Außerhalb dieses Fensters befindet sich dann ein Laser 3, dessen Strahlung durch das Fenster 2 in den Reaktionsraum 1 eintritt. Die optimale Wellenlänge der benutzten Laserstrahlung hängt von den spektroskopischen und photochemischen Eigenschaften der jeweiligen Reaktionspartner ab und kann zwischen lo nm und 5000 nm liegen. Die Laserstrahlung kann aepulst oder kontinuierlich sein, d. h. zwischen 10'15 Sekunden oder Qo Sekunden einwirken. Die umzusetzende Substanz wird über ein Ventil sowie entsprechende Rohrleitungen bei 4 in den Reaktionsraum eingeleitet. Die Reaktanden können sowohl durch den Reaktionsraum strömen als auch in ihm stehen. Ein Manometer dient nach dem Ventil zur Druckkontrolle. Nach Ablauf der chemischen Reaktion wird das Reaktionsgemisch bei 5 abgezogen und aufgearbeitet.
  • Selbstverständlich sind weitere Varianten im Aufbau solcher Vorrichtungen möglich. Auch Kombinationen verschiedener Laser können vorteilhaft sein, ebenso wie er Zusatz von Hifssubstanzen, die leicht durch Bestrahlung mit Lasern aktive Radikalkettenträger bilden.
  • Eine spezielle Ausführungsform der obigen Vorrichtung für die Vinylchloridherstellung (VCM) zeigt Fig. 2 der Zeichnung. Sie besteht aus einem elektrisch aufheizbarefl Quarzreaktor 11 von 15 x 2,5 cm. Der Reaktor ist an den Enden mit Quarzscheiben 12 versehen, durch die die Strahlung eines KrF Excimerenlasers 13 (Wellenlänge 249 nm; Impulsdauer 10 8 Sekunden, Impulsenergie 16c mJ) in den Reaktionsraum eintritt. Die Dichloräthanzufuhr erfolgt bei 14, der Abzug des Reaktionsgemisches zu einem Gaschromatographen bei 15. Die Reaktionstemperatur wird durch den Ofen 16 geregelt. Hinter dem Strahlungsaustrittsfenster ist ein Laserenergiemesser 17 angeordnet. Der Druck im Reaktor wird durch einen bei 18 angeschlossenen Manometer geressen.
  • Fig. 3 der Zeichnung zeigt in graphischer Darstellung die Abhängigkeit der VCM-Ausbeute von der Zahl der Laserpulse bei den im Beispiel angegebenen Bedingungen.
  • Als besonders vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Anwendung auf die VCM-Herstellung wurde ein Zusatz von Sauerstoff oder Nitromethan, cqfs.
  • in Mischung mit Inertgas mit einem Partialdruck von 1 Pa bis 6,5 kPa gefunden. Hierdurch läßt sich eine sehr lange Kettenlänge erzielen, die pro Anregung 105 bis 106 Umsetzungen beträgt.
  • Verwendet man entgegen der erfindungsgemäßen Lehre kchärentes Licht mit höherem Ein fan gquerschnitt, beispielsweise die der Anregungswellenlä.nge des Dichloräthans entsprechende Wellenlänge des Argonlasers mit 193 nm, so sind zwar infolge des höheren Energiegehalts weniger Lichtblitze erforderlich, andererseits kann dann aber auch das Vinylchlorid selbst schon absorbieren, so daß unerwünschte Polymerisationsreaktionen auftreten können. Arbeitet man hingegen unter den erfindungsgemäßen Bedingungen, so beträgt die Reinheit des Reaktionsprodukts mehr als 99,9 %. Auch gaschromatographisch lassen sich keine Verunreinigungen nachweisen.
  • Das Verfahren eignet sich sowohl für Reaktionen in der Gasphase als auch in der flüssigen Phase. Andere Beispiele für erfindungsgemäße Umsetzungen sind die Darstellung von Vinylfluorid Tetrafluoräthylen Chloropren Propylen Vinylidenchlorid Gegenüber dem bekannten Verfahren ermöglicht daher die Erfindung die Durchführung der angestrebten Reaktion bei vergleichsweise niedrigerer Temperatur mit erheblich größerer Geschwindigkeit unter Ausschaltung unterwnschter ebenreaktionen. Da keine Festphasen-Katalysatoren erforderlich sind, besteht auch nicht die Gefahr einer Katalysatorvergiftung.
  • Im Veraleich zu anderen laserphotochemischen Verfahren weist das erfindungsgemäße Verfahren eine um Größenordnung bessere Ausnutzung der Laserphotonen durch entsprechend der jeweilicten reaktionskettenlänge vielfachen L setzunq der primär durch die Laserstrahlung erzeugten -.ktiven Teilchen auf. Durch die erfindunqsqemäße Kombination der Laserphotolyse mit einer Kettenreaktion wird daher auch die Wirtschaftlichkeit eines laserphetochemischen Verfahrens um ein Vielfaches gesteigert.
  • Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung anhand der Herstellung von Vinylchloridmonomer (VCM).
  • Beispiel Die Temperatur im Reaktor betrug 300°C, der Druck. etwa 70 kPa. Bei 20 Laserpulsen von 10-8 Sekunden Sauer und 160 mJ prc Puls wurde 50% Umsetzung zu VCM erzielt. Unter diesen Bedingungen und ei einer Absorptionsstrecke von 15 cm werden etwa 1 % des Kryptonfluorid-Laserlichts, d. h. etwa 2,1 1015 KrF Lasserphotonen absorbiert. Unter diesen Bedingungen werden jedoch 1019 Vinylchloridmoleküle pro Laserpuls gebildet, d. h. es werden mindestens 5000 Vinylchloridmoleküle pro absorbiertes Laserquant erzeugt, entsprechend einer Kettenläge einer Radikalreaktion von > 5000 . Gaschromatographisch lassen sich keine Verunreiguncen nachwei sen. Verunreinigungen müssen dher unter 1 # liefer.
  • Der Energieaufwand zur Erzeugung, der Laserphotonen beträgt nur etwa 5 % der Energie, die erforderlich ist, um das D-chlorithan von 300°C auf die 500°C des bekannten technischen Verfahrens aufzuheizen. Le e r s e i t e

Claims (9)

  1. Verfahren zur Herstellung von olefinischen Doppelbindungen durch Halogenwasserstoffabspaltung P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls halog geni@ erten Verbindungen mit wenigstens einer olefinischen Doppelbindung durch Abspaltung von Halogenwasserstoff aus der entsprechenden, Halogen und Wasserstoff enthaltenden gesättigten Verbindung, dadurch g e k e n n z e i c h -n e t , daß man die gasförmige gesättigte Verbindung in einem Reaktionsraum mit gepulstem kohärentem Licht bestrahlt und die Wellenlänge des eingestrahlten Lichts und die Druck- und Temperaturbedingungen im Reaktionsraum so wählt, daß sich ein Einfangquerschnitt von lo bis -25 cm2/Molekül ergibt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , daß man eine Strahlung einer Impulsdauer bis herab zu 10-15 Sekunden und einer Energie von o,ol bis 100 Joule verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , daß man den Einfangquerschnitt durch Zusatz kleiner Mengen an höher halogenierten Verbindungen, Halogenwasserstoff oder Halogen regelt.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß man Dichloräthan einsetzt und Vinylchlorid herstellt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch g e k e n n - ? z e i c h n e t , daß man eine Temperatur zwischen 200 und 500°C anwendet.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , daß man eine Temperatur von 230 bis 350°C anwendet.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß man bei einem Druck zwischen 50 und 3000 kPa anwendet.
  8. 8, Verfahren nach Anspruch 7, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , daß man einen Druck zwischen o,1 und 1 MPa anwendet.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß man dem Dichloräthan Sauerstoff oder Nitromethan, geaehenenfalls in Mischung mit Inertgas, einem Partialdruck zwischen 1 Pa bis 6,5 kPa zusetzt.
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