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Einrichtung zum Überleiten einer Flüssigkeit von einem
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Flüssigkeitslager, z.B. einer Offshore-Produktionsanlage, an eine
Abgabestelle, z.B. einen übergabeturm od.dgl.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Überleiten einer
Flüssigkeit von einem Flüssigkeitslager, z.B.
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einer Offshore-Produktionsanlage, an eine Offshore-Abgabestelle, z.B.
einen Übergabeturm od.dgl., für den Transport der Flüssigkeit zu Tankern, insbesondere
Transportsystem für verflüssigte Gase, z.B. Erdgas u.dgl., von einer auf See auf
einer Plattform angeordneten Verflüssigungsanlage mittels Förderleitungen zu dem
übergabeturm od.dgl. oder von einem an der Küste befindlichen Flüssigkeitslager
zu einem Ofrshore-übergabeturm.
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In den Schelfgebieten der Meere, in denen Erdgas u.dgl.
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gewonnen wird, hat es sich als zweckmäßig herausgestellt, daß das
Erdgas u.dgl. in der Nähe der Gewinnungsstelle einer stationär oder schwimmend angeordneten
Verflüssigungsanlage zugeführt und als tiefkalte Flüssigkeit abtransportiert wird.
Bei der übergabe der Flüssigkeit von
der Offshore-Produktionsanlage
zu Tankern beträgt der Abstand zwischen der Offshore-Verflüssigerplattform und dem
Übergabeturm aus Sicherheitsgründen ca. 2.000 m, um dem Tanker einen ausreichenden
Manövrierraum zur Verfügung zu stellen. Dabei liegt die Wassertiefe im allgemeinen
zwischen ca. 50 m und 200 m.
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Gegenwärtig wird noch kein flüssiges Erdgas, welches für den flüssigen
Aggregatzustand eine Temperatur von ca.
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-1620C haben muß, Offshore erzeugt und weitergeleitet.
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Der Transport von Erdöl oder Erdgas durch Stahlrohrleitungen,beispielsweise
zwischen einer Produktionsplattform und einem Offshore-Verladeturm, ist bekannt.
Die zu fördernden Medien haben jedoch etwa die Umgebungstemperatur des Wassers,
so daß Temperatureinflüsse eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Es können zum
Transport von Erdgas und Erdöl sehr einfache Stahlrohre eingesetzt werden, deren
Material einzig und allein den Festigkeitsansprüchen für unterseeische Rohrleitungen
genügen muß. Diese Stahlrohre erhalten nur den üblichen Korrosionsschutz zusammen
mit einem Betonmantel, der den positiven Auftrieb der Rohrleitung ohne Ballastgewicht
in einem negativen Auftrieb umkehrt. Derartig einfache Rohrleitungen bedingen auch
sehr unkomplizierte Bau- und Verlegeverfahren. So werden diese Rohrleitungen entweder
durch Rohrverlegeschiffe auf den Meeresboden gebracht - ein bei langen Rohrleitungen
angewendetes Verfahren - oder bei verhältnismäßig kurzen Rohrleitungen wird das
gesamte Rohr vom Landbauplatz zur Offshore-Betriebsstätte geschleppt.
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Die Inspektion und Wartung derartig einfacher Rohrleitungen kann von
außen durch Taucher und Taucherglocken vorgenommen und Dichtigkeitsprüfungen einer
Rohrleitung
für Erdgas oder Erdöl können in bestimmten zeitlichen
Intervallen durch Rohrsonden, die durch die Leitung gezogen werden, durchgeführt
werden.
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Die Erfindung befaßt sich mit der Schaffung einer neuen Leitungsart
im Offshore-Bereich für den Transport tiefkalter Medien, die eine starke Isolierung
gegen die aus der Umgebung einströmende Wärme besitzen muß. Da derartige isolierte
Förderleitungen sich unter der Wasseroberfläche befinden, ist die druck- und feuchtigkeitsempfindliche
Isolierung gegen den Wasserdruck und gegen das Benetzen durch Wasser zu schützen.
Zugleich sind die beachtlichen Schrumpfungen und Dehnungen, die die Leitung ausführt,
zu berücksichtigen, wenn sie auf ihren Betriebszustand abgekühlt oder wenn der Betrieb
unterbrochen wird und die Leitung sich wieder erwärmen kann. Eine sehr erschwerende
Forderung ist dabei, daß die Leitung am Meeresgrund einer Inspektion und sogar den
Wartungsarbeiten zugänglich sein muß, ohne daß die Isolierung dem Wasserdruck und
dem Benetzen durch Wasser ausgesetzt wird. Auf die sonst übliche Unterwasserarbeit
von Tauchern kann also nicht zurückgegriffen werden.
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Trotzdem muß es möglich sein, permanent Inspektionen und falls erforderlich
Reparaturen an jedem Punkt einer isolierten Medienleitung ohne Beeinträchtigung
der Arbeitsverfahren durchzuführen.
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Zur Bewältigung der genannten schwierigen Bedingungen, Anforderungen
und Besonderheiten ist entsprechend der Erfindung vorgesehen, die Transportleitung
als Doppel-oder Mehrfach-Rohrleitung auszubilden, die aus einem äußeren Mantelrohr
mit einer Betonballasthülle und einem oder mehreren isolierten, sich im Inneren
dieses Man-
telrohres befindenden Rohren zum Transport tiefkalter
Medien besteht. Das Mantelrohr übernimmt u.a. die Schutzfunktion gegenüber dem Druck
und der Benetzung durch das Wasser.
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Während die innere aus kaltzähem Stahl bestehende isolierte Leitung
starke temperaturabhängige Längenänderungen ausführen soll, wird die äußere Mantelrohrleitung
diese Längenänderung nicht mitmachen. Dazu wird die Innenleitung in bestimmten Abständen
an der Innenwand des Mantelrohres verschieblich gelagert. Diese Lagerpunkte, die
am Umfang der isolierten Leitung befestigt sind, haben eine sehr geringe Reibung
zur Innenwand des Mantelrohres hin. Als Lagerpunkte können Rollen, Kugeln oder Gleitschuhe
mit geringem Reibungswiderstand eingesetzt werden. Die Innenleitung kann sich ohne
wesentliche Behinderung aus dem Mantelrohr herausdehnen oder kann in das Mantelrohr
hineinschrumpfen. Dabei ist das Mantelrohr an seinen beiden Enden in wasserdichten
Stahl- oder Stahlbetongehäusen, die sich am Fuße von Plattform und z.B. Ubergabetower
befinden, eingespannt.
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Die freie Dehnung oder Schrumpfung der Innenleitung kann entweder
in den Gehäusen an beiden Enden der Verbindungsleitung erfolgen und auf der einen
Seite durch einen Endanschlag so eingestellt sein, daß sich die Dehnungs-bzw. Schrumpfbeträge
etwa halbieren oder die Längenänderung ist durch ein Festlager an einem Leitungsende
nur zur gegenüberliegenden Seite hin möglich.
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Innerhalb der Gehäuse werden Verbindungen zwischen den horizontalen
Medienleitungen und den senkrechten zu den Decks hinauf führenden Medienleitungen
hergestellt.
Diese Verbindungen können aus mehreren Drehgelenken
bestehen, die von den tiefkalten Medien durchströmt werden.
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Derartige Gelenkkonstruktionen gestatten ein freies Ausdehnen und
Schrumpfen der Transportleitung in dem schützenden Mantelrohr.Auf diese Weise werden
die bei Leitungen an Land üblichen Faltenbälge, die konstruktiv sehr aufwendig und
störanfällig sind, entlang der Leitung vermieden.
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Die für das Schrumpfen und Dehnen der Transportleitung benötigte freie
Verschiebbarkeit ist auch für einen weiteren Zweck sehr wichtig. Um genaue Inspektionen
und evtl.
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nötig werdende Reparaturen der Medientransportleitung durchführen
zu können, kann erfindungsgemäß die Leitung leicht aus dem Mantelrohr in die Arbeitsräume
der Gehäuse gezogen werden. Um die Transportleitung nicht stückweise, sondern vollständig
ziehen zu können, ist gegenüber der Einziehöffnung für das Mantelrohr in Rohrachsenflllinie
ein zweites Mantelrohr aber ohne Transportleitung angeordnet. Dieses Leerrohr hat
die gleichen Abmessungen wie das Mantelrohr der Verbindungsleitung.
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Über Seilzug und Umlenkrollen im Leerrohr kann die gesamte isolierte
Transportleitung durch die Arbeitsräume des Gehäuses in das Leerrohr hineingezogen
werden.
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Durch die erfindungsgemäße Anordnung besteht die einfache Möglichkeit
der Inspektion und Wartung, ohne daß die Transportleitung dem Wasserdruck und der
Feuchtigkeit ausgesetzt ist, und ohne daß Taucher bei diesen Arbeiten zugegen sein
müssen Neben der Verwendung eines Leerrohr kann auch an jedem Gehäuse je ein Leerrohr
von etwa halber Länge des bisher nur einseitig verwendeten h*~ zur Anwendung gelangen
Somit kann man den un-
günstigen Fall vermeiden, evtl. bei einer
Reparatur die gesamte Transportleitung in das einseitige Leerrohr ziehen zu m-zzen,weil
sich zufällig ein Schaden am entgegengesetzten Ende der Leitung befand.
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Der Ringspalt zwischen den isolierten Transportleitungen und dem Mantelrohr
ist so breit, daß er bequem die in den erforderlichen Abständen nötigen Detektoren
zur Aufspürung von Undichtigkeiten und die Signalleitungen aufnehmen kann. Um bei
einem Schaden an der Transportleitung nicht den Verladebetrieb einstellen zu müssen,
sind zweckmäßig alle Transport- und Leerrchrleitungen paarweise angeordnet. Beide
Leitungspaare existieren vollkommen getrennt nebeneinander.Dadurch ist die Möglichkeit
gegeben, beide Leitungsführungen, falls erforderlich, auch getrennt mit Inertgas
zu spülen. Weiterhin gehört zu jedem Leitungssystem je ein Arbeitsraum, der ebenfalls
gut mit Inertgas gespült werden kann, ohne daß ein Zusammenhang mit der anderen
in Betrieb befindlichen Leitung sowie ihren Arbeitsräumen gegeben ist.
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Die sich in den Gehäusen befindenden Gelenke, die die freie Bewegung
der Transportleitung in bestimmten Grenzen ermöglichen, können unter besonderen
Bedingungen entfallen.
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Hierzu ist der üblicherweise verwendete kaltzähe Chrom-Nickel-Stahl,
der für die Transportleitung eingesetzt wird, auszutauschen. Als Austauschmaterial
mit einem wesentlich geringeren Wärmedehnungskoeffizienten steht der vergleichsweise
wesentlich teurere 36%ige Nickelstahl (Invar oder Ni 36) zur Verfügung. Es kann
nun statt der Gelenke je ein Festlager in die Gehäuse eingebaut werden. Die im
warmen
Zustand spannungslose Transportleitung erhält dann im kalten Zustand eine aufgrund
der geringen Wärmedehnzahl des Invarstahls verhältnismäßig kleine Zugspannung, die
von dem Rohrquerschnitt und den Festpunkten leicht aufgenommen wird.
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Bei der Ausgleichsgelenkanordnung im Gehäuse existiert nur eine wasserdichte
Durchführung der tiefkalten Transportleitung durch ein horizontales Abschluß schott
zur Steigleitung hin. Der Fortfall der Gelenke und die Anordnung eines Festpunktes
im Gehäuse ermöglicht auch den Einbau eines wasserdichten Druckschottes zur Durchführung
der horizontalen Transportleitung.In diesem Fall kann bei einem evtl Leck in der
Mantelleitung im Gegensatz zur mit Ausgleichsgelenken ausgerüsteten Transportleitung
kein Wasser in den Arbeitsraum des Gehäuses eindringen.
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Der Arbeitsraum im Gehäuse ist bei der Verwendung von Invarstahlrohren
kleiner.
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Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
nachstehend erläutert.
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Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Einrichtung zum Überleiten
einer Flüssigkeit von einer Offshore-Produktionsanlage zu einer Abgabestelle mittels
eines übergabeturmes in Ansicht und im Schema, Fig. 2 stellt die Einrichtung der
Fig. 1 in Draufsicht schematisch dar, Fig 3 ist ein Schnitt nach der Linie III-III
der Fig. 1, Fig. 4 zeigt die Verbindung der Produkt-Rohrleitung mit der Zuführungsleitung
der Plattform in Ansicnt und im Schema,
Fig. 5 stellt die Verbindung
der Produkt-RohrBeltung~ mit der zur Plattform führenden Leitung im größeren Maßstab
schematisch dar, Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform der Verbindung der Produkt-Rohrleitung
mit der senkrechten Leitung nach Fig. 5, Fig. 7 veranschaulicht ein Stahl- bzw.
Stahlbetongehäuse in Draufsicht und im Schnitt schematisch, Fig. 8 und 9 zeigen
eine weitere Ausführungsform der Einrichtung nach Fig. 1 in Ansicht und in Draufsicht
sowie im Schema, Fig. 10 ist ein Querschnitt nach der Linie X-X der Fig. 8, Fig.
11 zeigt eine Einrichtung zur überleitung von kalten Flüssigkeiten zwischen einer
Offshore-Abgabestelle und einem Küstentanklager.
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Die Einrichtung zum Uberleiten einer Flüssigkeit von einer Offshore-Produktionsanlage
zu einer Abgabestelle, z.B.
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einem Ubergabeturm, weist eine Plattform 1 auf, auf der eine (nicht
dargestellte) Verflüssigungsanlage aufgestellt ist. Die Plattform 1 ist durch Säulen
2 fest in dem Meeresboden 3 verankert und ragt über die Meeresoberfläche 4 in bekannter
Weise. Ein Übergabeturm 5 ist in einer Entfernung von ca. 2.000 m von der Plattform
1 vorgesehen und kann in dem Meeresboden fest verankert sein. Am Fuß der Plattform
1, 2 und des übergabeturmes 5 ist je ein Stahl- oder Stahlbetongehäuse 6 und 7 vorgesehen
und fest verankert. Das Gehäuse weist trockene Arbeitsräume auf, in welchen normalerweise
Atmosphärendruck herrscht. Diese Arbeitsräume können gasdicht voneinander abgeschlossen
werden. Sie können mit Atemluft gefüllt werden. Eine Luftzirkulations-und Absauganlage
gestattet es, daß in diesen Räumen ohne Gefährdung für das Personal Reparaturarbeiten
durchgeführt werden können. Die entsprechenden hochempfindlichen Gasprüfeinrichtungen
sind vorhanden.
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Die Gehäuse 6,7 sind durch einen senkrechten Schacht 8,9 mit der Plattform
1 bzw. dem oberen Teil des übergabeturms 5 verbunden, so daß die Arbeitsräume der
Gehäuse 6,7 durch den senkrechten Schacht 8,9 mittels Fahrstuhl erreicht werden
können. Anstelle von Schächten für die Personenbeförderung können auch Tauchkapseln
eingesetzt werden, die sich mit besonderen Dichtelementen auf die Einstiegöffnungen
aufsetzen und nach dem Leerpumpen der Verbindungsschleusen einen Ein- bzw. Ausstieg
von Personen in die bzw. aus den Arbeitsräumen gestattet. Zwischen den Gehäusen
6,7 befinden sich Verbindungsleitungen 10,11, die als Doppelrohr ausgebildet sind.
Jedes Doppelrohr weist ein Mantelrohr 12 auf, das in die Arbeitsräume der Gehäuse
6und 7 hineingeführt ist, ortsfest im Meeresboden versenkt verläuft und gegenüber
dem Wasserdruck an der Durchführungsstelle zu den Gehäusen abgedichtet ist.
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Das Mantelrohr 12 erhält zweckmäßig einen Korrosionsschutz und ist
mit Beton ummantelt, im wesentlichen, um den Auftrieb des Mantelrohres aufzuheben.
Innerhalb des Mantelrohres 12 sind eine oder mehrere das Produkt aufnehmende Rohrleitungen
13 angeordnet, die in axialer Richtung beweglich, d.h. verschiebbar, in dem Mantelrohr
12 gelagert sind. Dies kann mittels Gleitstücken 14 erfolgen, die als Rollen, Kugeln,
Gleitschuhe o.dgl. ausgebildet sein können, sich am freien Ende von Haltern 15 befinden
und in vorbestimmten Abständen an lagermäßig günstigen Punkten entlang der Länge
der Produkt-Rohrleitung 13 angeordnet sind. Die Produkt-Rohrleitung 13 ist mit einer
Isolierung 16 versehen. Die Gleitstücke ermöglichen eine geringe Reibung bei der
Längsbewegung der isolierten Produkt-Rohrleitung 13 in dem Mantelrohr 12 und gestatten
nur wenig Wärmeeinströmung in die Produkt-Rohrleitung 13. Das Stahl-oder Stahlbetongehäuse,
welches durch die zwei angeschlossenen Verbindungsrohrleitungen doppelte Arbeitsräume
enthält, kann auch in zwei Stahl- oder Stahlbetongehäuse aufgeteilt werden, wobei
jedes Gehäuse dann nur ein Rohrleitungssystem, bestehend aus Verbindungsleitung
und Leerrohr, besitzt
An einer Seite eines der Gehäuse 6,7 ist
ein Mantelrohr 12 als Leerrohr in Verlängerung der Verbindungsleitung zwischen den
Gehäusen 6 und 7 ebenfalls im Meeresboden 3 angeordnet, welches mindestens eine
Länge aufweist, die dem Abstand zwischen den beiden Gehäusen 6 und 7 entspricht.
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Auf diese Weise ist es ermöglicht, die Produkt-Rohrleitung 13, 16
nach einer Seite ganz aus dem Mantelrohr 12, das sich zwischen den Gehäusen 6 und
7 befindet, herausfahren zu können, so daß jede Stelle der Produkt-Rohrleitung in
dem Arbeitsraum des Gehäuses 6 kontrolliert und gegebenenfalls repariert werden
kann. Da sich zwischen den Gehäusen 6 und 7 zwei Verbindungsleitungen 10 und 11
befinden, kann eine Verbindungsleitung stets betriebsfähig gehalten werden.
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Während die Produkt-Rohrleitung im warmen Montagezustand ihre größte
Länge hat, schrumpft z.B. eine 2000 m lange Produkt-Rohrleitung um ca. 5 m, wenn
tiefkaltes Flüssiggas gefördert wird. Die aus kaltzähem Stahl gebildete Produkt-Rohrleitung
13, 16 kann in dem Mantelrohr 12 sich frei zusammenziehen oder sich frei ausdehnen.
Die in dem Arbeitsraum des Gehäuses 7 hineinragenden Rohrenden sind in diesem Falle
unverrückbar durch ein Festlager 33 gehalten, so daß nur in dem Arbeitsraum 17 des
anderen Gehäuses 6 eine Bewegung der verschiebbar gelagerten Produkt-Rohrleitung
13 auftreten kann. Das Zusammenziehen oder die Dehnung der Produkt-Rohrleitung 13
wird über elastische oder gelenkige Glieder 18 ausgeglichen, die zwischen die horizontale
Produkt-Rohrleitung 13 und die vertikale Leitung 19 geschaltet sind.
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Zwei oder mehr als zwei Rohrstücke 20 sind hierbei durch Drehgelenke
21 miteinander beweglich verbunden. Der vertikale Strang der Rohrleitung 19 kann
durch ein Festlager
22a am unteren Ende festgehalten werden. Mit
23 ist eine Unterstützung des Mantelrohres 12 in dem Raum 17 des Gehäuses 6 bezeichnet,wobei
die Unterstützung 23 von dem Fundament 24 getragen wird. Die strichpunktiert eingezeichneten
Stellungen der Gelenkverbindung 18 zwischen dem horizontalen und dem vertikalen
Strang der Produkt-Rohrleitung veranschaulichen die Größe der axialen Bewegungsmöglichkeit,
die bis zu 5 m und mehr betragen kann.
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Fig. 7 veranschaulicht die Einteilung eines Stahlbeton-Pr&dukt-Rohrleitung
gehäuses 6. Die axial verschiebbare Produkt-Rohrleitung 13 tritt in einem Vorraum
25 aus dem ortsfest gelagerten Mantelrohr 12 heraus. In dem anschließenden Raum
17 befindet sich hinsichtlich des Längenausgleiches das Kompensatorelement 18, das
jeweils an einen vertikalen Strang 19 angeschlossen ist. In einen Vorraum 26 des
Gehäuses 6 münden die leeren Mantelrohre 12 von einer der Verbindungsleitung zwischen
den Gehäusen 6 und 7 entsprechenden Länge.
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Die Kompensatorelemente können wegfallen, wenn für die Produktrohrleitung
ein Stahl mit sehr niedriger Wärmedehnung, d.h. mit 36% Nickel eingesetzt wird.
Dann befinden sich im Raum 17 nur die beiden Festlager 22,22a für das horizontale
und vertikale Stück der Produktrohrleitung und der erforderliche Rohrkrümmer ( Fig.6).
Die Durchführung der Produkt-Rohrleitung durch die Zwischenwand 6a des Vorraumes
25 in den Raum 17 ist dann druckdicht ausgeführt.
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Mit 27 ist der Arbeitsraum bezeichnet, in dem eine Winde 28 verschiebbar
angeordnet ist. Diese Winde wird zu einer der Durchlässe 29 geführt, so daß nach
Abkuppeln der Kompensatorelemente 18 oder des Rohrkrümmers die Produkt-
rohrleitung
13 aus dem zwischen den Gehäusen 6,7 gelegenen Mantelrohr 12 herausgezogen und in
dem Arbeitsraum 27 kontrolliert und gegebenenfalls repariert werden kann.
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Das freie Ende der Produkt-Rohrleitung 13 wird durch die leeren Mantelrohre
12 aufgenommen. Die Winde kann sich auch auf dem Plattformdeck befinden. über Seilzug
und Umlenkrollen kann dann die Produkt-Rohrleitung gezogen werden, wobei die Seilführungen
vollkommen trccken durch Rohrkanäle erfolgen. In dem Ringspaltraum zwischen der
Produkt-Rohrleitung 13 und in der Innenwand des Mantelrohres 12 können in günstig
gewählten Abständen Detektoren zur Aufspürung von Undichtigkeiten der Produkt-Rohrleitung
13 vorgesehen werden. Wenn eine der Produkt-Rohrleitungen 13 inspiziert und repariert
wird, kann der Betrieb mit der zweiten, vorher außer Betrieb befindlichen Produkt-Rohrleitung
durchgeführt werden.
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Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 8 bis 10 ist der übergabeturm
5a mittels eines Gelenkes 31 gelenkig gelagert. Hierbei kann der Arbeitsraum des
Gehäuses 7 z.B.
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über Tauchkapseln erreicht werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind auf beiden, voneinander abgekehrten Seiten der Gehäuse 6 und 7 leere Mantelrohre
12 angeordnet, die mindestens die Hälfte der Länge der Produkt-Rohrleitung 13 aufweisen.
Hierbei kann die Produkt-Rohrleitung 13 nach der einen oder nach der anderen Seite
horizontal verschoben werden, und zwar so weit, daß die Mitte der Produkt-Rohrleitung
bis zum Arbeitsraum entweder des Gehäuses 6 oder des Gehäuses 7 verschoben werden
kann.
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Wenn beide Enden der Produkt-Rohrleitung 13 freigegeben sind, sind
in jedem Gehäuse 6 und 7 Kompensatorelemente 18 angeordnet. Dabei sind Endanschläge
in jedem Arbeitsraum der Gehäuse 6,7 vorzusehen, die das normale Zusammen-
ziehen
oder die Dehnung an jeder Seite der Produkt-Rohrleitung 13 begrenzen. Diese Begrenzung
muß#mindestens die Hälfte des Gesamt-Schrumpf- bzw. Dehn-Betrages ausmachen.
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Bei Verwendung eines Stahles mit geringem Wärmedehnungskoeffizienten
entfallen die Kompensatorelemente 18. Anstelle dieser Elemente befinden sich dann
Krümmer und Festlager in den Gehäusen.
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Wie die Querschnitte durch die Doppelrohre 10 und 11 gemäß Fig. 10
zeigen, sind als Gleitstücke Rollen 32 an der Produkt-Rohrleitung 13,16 zum leichteren
axialen Verschieben in dem Mantelrohr 12 vorgesehen. Statt der Rollen können auch
Kugelbüchsen verwendet werden.
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Bau und Montage des Transportsystems für tiefkalte Medien kann wie
folgt durchgeführt werden. Verbindungsleitungen zwischen Plattform und übergabeturm
können in ihrer gesamten Länge auf einem Landbauplatz montiert werden, wobei während
dieser Montage die isolierte und beweglich gelagerte Transportleitung für tiefkalte
Medien in das Mantelrohr eingebracht wird. Die Verbindungsleitung wird an den Enden
wasserdicht verschlossen und im ganzen Stück vom Land zum Lagerort auf dem Meeresgrund
oder in seiner Nähe schwebend geschleppt. Am Montageort werden die Leitungsenden
mit bekannten Verfahren in die jeweilige Gehäuseöffnung am Fuß von Plattform und
Ubergabetower eingezogen.
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Sobald die Rohrenden in die trichterförmigen Einzugsöffnungen bis
zu ihrer endgültigen Position eingezogen sind, verschließen Dichtungen den Ringspalt
zwischen Außenwandung des Mantelrohres und der Einzugsöffnung. Die nun zunächst
auf dem Meeresboden liegenden Verbindungsleitungen werden durch Spülverfahren in
den Meeresboden eingespült.
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Eine andere Möglichkeit der Versenkung der Rohrleitung kann darin
bestehen, daß schon vor dem Einziehen der flohrl##tungen Gräben gepflsigt worden,
in welche die Rnbrleitungen beim Einziehen in die Gehäuseöffnungen abgesenkt werden.
Die Einziehseile werden im Inneren der Gehäuse von den Rohrenden abgehängt. Die
Gehäuse stehen durch Schächte und Schleusen mit den Decks der Plattform bzw. des
übergabeturmes in Verbindung oder können durch Tauchkapseln und Tauchboote erreicht
werden.
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Eine weitere Möglichkeit ist, die beiden Gehäuse schon an der Baustelle
außerhalb des Wassers mit sämtlichen Rohrleitungen wasserdicht zu verbinden und
das gesamte System dann zur Lokation hinzubewegen. Somit entfallen dann die Unterwassereinzieharbeiten
der horizontalen Verbindungsleitung. Der Anschluß der Gehäuse an die Steig- bzw.
Fallleitung der Plattform bzw. des übergabeturmes erfolgt dann in Abhängigkeit vom
gewählten Schleppverfahren entweder bevor unter Wasser die horizontalen Rohrleitungen
eingezogen wurden oder nachdem das ganze System (Gehäuse + Rohrleitungen) zum Betriebsort
geschleppt wurde.
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Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 11 ist eine Anlage dargestellt,
bei der der Be- oder Entladeturm 5b auf dem Meeresboden in Küstennähe aufgestellt
ist. Dieser Turm ist mittels eines Stahl- oder Stahlbetongehäuses 7 durch eine Rohrleitung
34 in Form eines Doppel- oder Mehrfachrohres mit einem Flüssigkeitstanklager 35
auf dem Land verbunden. Die Rohrleitung 34 ist in gleicher Weise aufgebaut wie die
Verbindungsleitungen 10 und 11 der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen. Die
Tanker können an dem Turm 5b oder einer entsprechend ausgebildeten Boje anlegen
und entweder beladen oder entladen werden. Es ergibt sich somit eine Einrichtung
zur
übergabe von kalten Flüssigkeiten an einer Offshore-Abgabestelle
von oder zu einem Küstentanklager.
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Entsprechend der Länge der benötigten Leitung 34 können Ausdehnungskompensatoren
18a nur am Ende der Leitung, und zwar schon auf Land, vorgesehen sein. Bei sehr
langen Verbindungsleitungen können am Meeresboden noch ein oder mehrere Zwischengehäuse
mit entsprechenden Dehnungskompensatoren vorgesehen sein. Eventuell erforderliche
Reparaturen und Inspektionen der isolierten Innenleitung werden ermöglicht, wenn
die Innenleitung im Arbeitsraum 7 am Verladeturm abgekuppelt wird.
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Diese kann sodann zur Landseite hin aus der Mantelrohrleitung herausgezogen
werden.
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