DE2925439A1 - Verfahren zum loeschen eines erhitzten schuettgutes - Google Patents
Verfahren zum loeschen eines erhitzten schuettgutesInfo
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Description
HUBERT BAUER
Deutsches Patentamt Zweibrückenstr. 12
8000 München 2
TELEFON (0241) 0O4S00
B/Du (626/79) 22. Juni 1979
Anm.t Eschweiler Bergwerks-Verein (Rechtsnaturχ Aktiengesellschaft),
Roermonder Str. 63, 5120 Herzoqenroth-Kohlscheid
030064/0139
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Löschen eines erhitzten Schüttguts, insbesondere Koks, mittels einer von oben nach unten
durch das Schuttgut strömenden Flüssigkeit, wobei das Schüttgut
gegen die Außenluft abgeschirmt ist und der sich aus der Löschflüssigkeit bildend« Dampf im Gleichstrom mit der Löschflüssigkeit
abgeleitet wird.
Das Löschen erhitzter Schüttgüter, insbesondere Koks, erfolgt in offenen oder geschlossenen Löschgefäßen, wobei über das Schüttgut
eine gleichmäßige Berieselung mit Löschflüssigkeit vorgenommen wird. Hierbei verdampft die Löschflüssigkeit teilweise und entzieht
dem erhitzten Schüttgut Wärme. Der sich aus der Löschflüssigkeit bildende Dampf wird über einen Kamin ins Freie geführt.
Diese Verfahrensweise hat insbesondere bei der Kokslöschung folgende
Nachteilet
Der sich im Schüttgut bildende Löschdampf reißt staubförmiges
Feinstkorn mit in die Atmosphäre.
Infolge ablaufender Vergasungsreaktionen zwischen Löschmittel und Schüttgut bilden sich z. B. bei Koks H2, CO, CO-,
H.S und SO2, welche ebenfalls in die Atmosphäre abgeführt
werden und überdies als Energie verloren sind.
Da das Löschmittel dampfförmig ins Freie entweicht, muß es immer wieder durch neues Löschmittel, oft durch kostspieliges
Trinkwasser, ersetzt werden.
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Ein besonders gravierender Nachteil besteht darin, daß die
Umgebung der Löschanlage in weitem Umkreis von Wasserdampfschwaden
mit stark saurem Charakter belästigt wird und es im Einflußbereich der kondensierenden Löschdämpfe zu erheblichen
Korrosionen kommt.
Bei der Kokslöschung ist der saure Charakter der Dämpfe auf folgende
Zusammenhänge zurückzuführen:
Bei Hochtemperaturkoks liegt der vorhandene Schwefel in der Masse überwiegend in organischer Bindung vor. Der während des Löschvorgangs
infolge der Wassergasreaktion gebildete Wasserstoff ist anfangs, d. h. im status nascendi, in der Lage, den Schwefel oberflächennah
aos der Kohlenstoffverbindung zu reduzieren. Dieser
Vorgang läuft beim Kokslöschen sowohl in offenen als auch in geschlossenen Löschgefäßen ab. Z. B. wurde beobachtet, daß bei einem
Koks, der vor dem Ablöschen ca. 10 kp Schwefel je Tonne enthielt, nach beendetem Löschvorgang ca. 0,1 kp Schwefel verloren hatte.
Diese Schwefelmenge ist in Schwefelwasserstoff umgesetzt worden.
Bei den traditionellen offenen Löschwagen brennt während des Löschvorgangs
das Wassergas und mit ihm der vorgenannte Schwefelwasserstoff zum Teil ab. Etwa 50 % des Schwefelwasserstoffs wenden zu
S0~ umgesetzt. Die restlichen 50 % verlassen den Kamin sogar als
H2S.
In bezug auf das gebildete SO. sind mit der vorhandenen Temperatur,
den Kondensationsvorgängen und dem Sauerstoffangebot im Löschturm die wesentlichsten Bedingungen einer Naßkatalyse erfüllt. Daraus
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— ο —
resultiert der niedrige PH-Wert und die stark korrosiven Wirkungen
der Löschschwaden.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zum Löschen
eines erhitzten Schüttguts zu schaffen, bei dem keine belästigenden Löschmitteldämpfe zu umweltschädigenden Emissionen führen,
sondern bei dem statt dessen in den Löschmitteldämpfen enthaltene
Wärme, Staub und Gas verwertet und/oder vernichtet werden kann.
Ausgehend von dem eingangs beschriebenen Verfahren wird zur Lösung
der gestellten Aufgabe vorgeschlagen, die Überhitzungswärme des
ohne Einschluß von Luft kanalisiert abgeleiteten Löschdampfs zur Erzeugung von in Verbrauchern nutzbarem Betriebsdampf zu verwenden
und den Löschdampf anschließend vollständig zu kondensieren, wobei die im Löschdampf enthaltenen Feststoffe mit dem Kondensat
niedergeschlagen werden.
Nach einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der
abgeleitete Löschdampf zunächst zur Vorentstaubung einem Abscheider zugeleitet, bevor dem Löschdampf die Überhitzungswärme entzogen
wird.
Die dem Löschdampf nach dem Entzug der Überhitzungswärme noch verbleibende
Kondensationswärme läßt sich in besonders vorteilhafter Weise einem Heißwasserkreislauf übertragen.
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niedergeschlagenen Feststoffe ohne besondere Schwierigkeiten ausschalten, so daß das Kondensat als Löschmittel erneut Verwendung
finden kann.
Nach einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
die im Löschdampf enthaltenen permanenten Gase ausgeschieden, aufgefangen, einer Reinigung unterzogen und chemischen Prozessen
nutzbar gemacht oder zu Aufheizzwecken verwendet.
Die aus dem Löschdampf ausgeschiedenen permanenten Gase lassen sich in vorteilhafter Weise auch kontinuierlich in Kokereirohgas
einleiten und nach einer Reinigung für Unterfeuerungszwecke verwenden .
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe, nämlich umweltschädigende
Emissionen zu vermeiden und statt dessen die im Löschdampf enthaltenen Energien zu verwerten, läßt sich bei einem Verfahren
zum Löschen von Koks mit von oben nach unten durch den Koks strömendem Wasser, wobei der Koks gegen die Außenluft abgeschirmt ist,
•rfindungsgemäß auch dadurch lösen, daß der sich aus dem Wasser
bildende Dampf ohne Einschluß von Luft kanalisiert und unmittelbar einer Wassergasanlage zugeleitet wird, wobei die vom Dampf mitgeführten
nicht der Vergasung unterworfenen Verunreinigungen in einer nachgeschalteten Reinigungsstufe zusammen mit den Verunreinigungen
im erzeugten Gat ausgeschieden und die im Dampf enthaltenen
Gase dem erzeugten Wassergas zugeführt werden.
Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielbaren Vorteile bestehen
insbesondere bei der Kokslöschung in folgendem!
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Umweltschädigende Stäube und Gase gelangen nicht in die Atmosphäre.
Das Gas wird von Schwefelverbindungen gereinigt und dann im Sinne der Energiesparung als Heizgas oder fUr chemische Prozesse
verwendet.
Die Umgebung der Löschanlage wird nicht von kondensierenden Löschdämpfen mit stark korrodierender Wirkung belästigt.
Die kondensierte Löschflüssigkeit kann erneut für Löschzwecke eingesetzt werden. Daraus ergibt sich eine erhebliche
Wasserersparnis.
Die in den Löschdämpfen enthaltene Uberhitzungs- und Kondensationswärme
kann fast vollständig gewonnen werden.
Hit einem Berechnungsbeispiel soll die umweltfreundliche und energiewirtschaftliche
Bedeutung des erfindungsgemäßen Verfahrens verdeutlicht werden:
Eine Kokerei mit einer mittleren Kapazität von 2.000 tato Koks
wird nach der konventionellen Löschtechnik mit folgenden Energieverlusten und Emissionen betrieben:
in den Löschdämpfen enthaltene
r 9 -
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| Emissionen: | Form von: | 200 | kp/24 | h |
| Staub | H2S | |||
| Schwefel in | so2 | 100 | kp/24 | h |
| 100 | kp/24 | h | ||
Die o. a. Energien können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu 80 /C nutzbar gemacht und die umweltschädlichen Emissionen vollständig
vermieden werden.
In der Zeichnung ist als Ausfuhrungsbeispiel zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens eine Kokslöschanlage schematisch dargestellt und im folgenden näher beschrieben:
Intermittierend anfallende Kokslöschdämpfe verlassen etwa mit 700 C
einen Löschbehälter 1 und werden in einem Abscheider 2 weitgehend vorentstaubt. Vom Abscheider 2 aus werden die Dämpfe einem Abhitzekessel
3 zugeleitet, wobei der freie Leitungsquerschnitt mit Hilfe eines Absperrorgans 13 regulierbar ist. Im Abhitzekessel 3
wird die Uberhitzungswärme des Löschdampfs zur Erzeugung von Betriebsdampf genutzt. Dabei sinkt die Löschdampftemperatur auf ca.
300° C. Der Betriebsdampf (12 bar Sattdampf) wird in einem Behälter 4 gespeichert und von diesem aus nicht dargestellten Verbrauchern
zugeleitet.
In einem dem Abhitzekessel 3 nachgeschalteten Kondensator 5 wird der Löschdampf vollständig kondensiert und der restliche Staub mit
dem Kondensat niedergeschlagen.
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In einem Filter 6 werden die Feststoffe vom Kondensat getrennt und
das Kondensat einem Löschwasservorratsbehälter 7 zugeleitet, aus
dem es als Löschmittel für den Löschbehälter 1 entnommen wird.
In dem Kondensator 5 wird im Löschdampf etwa noch vorhandene Uberhitzungswärme
und die Kondensationswärme an einen Heißwasserkreislauf übertragen. Dabei wird das Heißwasser in einem Behälter 8
gesammelt und von dort aus durch Wärmeverbraucher 16 gedrückt, über die es die aufgenommene Wärme abgibt, und gelangt in einen
Stapelbehälter 9, von wo es für den nächsten Umlauf zur Verfugung gehalten wird.
Die im Löschdampf enthaltenen permanenten Gase werden in einen Behälter
10 aufgefangen und von dort aus über eine Schwefelreinigungseinrichtung
11 geleitet. Das auf diese Weise gereinigte wasserstoffhaltige
Gas steht für chemische Prozesse oder für Beheizungszwecke zur Verfügung.
Die permanenten Gase können auch ohne Zwischenschaltung eines Gasbehälters
10 direkt über eine Reinigungseinrichtung 12 Kokereirohgas zugeleitet ond nach einem üblichen Reinigungsprozeß für Unterfeuerungszwecke
eingesetzt werden.
Als Alternative besteht auch die Möglichkeit, den ungereinigten Löschdampf sofort nach dem Verlassen des Löschbehälters 1 z. B.
einer gestrichelt dargestellten Wassergasanlage 14 zuzuleiten. Di·
vom Löschdampf mitgeführten Verunreinigungen werden, soweit sie nicht der Vergasung unterworfen sind, in einer nachgeschalteten
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Reinigungsstufe 15 zusammen mit den Verunreinigungen des erzeugten
Gases entfernt. Die in dem Löschdampf enthaltenen Gase werden dem erzeugten Wassergas zugeschlagen. Auch bei dieser alternativen
Verfahrensweise werden staub- und Gasemissionen sowie Belästigungen der Umgebung durch Löschschwaden auf wirksamste Weise vermieden
.
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Leerseite
Claims (7)
1. Verfahren zum Löschen eines erhitzten Schüttguts, insbesondere Koks, mittels einer von oben nach unten durch das Schottgut
strömenden Flüssigkeit, wobei das Schüttgut gegen die Außenluft abgeschirmt ist und der sich aus der Löschflüssigkeit bildend«
Dampf im Gleichstrom mit der Löschflüssigkeit abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Uberhitzungswärme des ohne
Einschluß von Luft kanalisiert abgeleiteten Löschdampfs zur Erzeugung von in Verbrauchern nutzbarem Betriebsdampf verwendet
und der Löschdampf anschließend vollständig kondensiert wird, wobei die im Löschdampf enthaltenen Feststoffe »it dem Kondensat
niedergeschlagen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der abgeleitete
Löschdampf zunächst zur Vorentstaubung einen Abscheider zugeleitet wird, bevor den Löschdampf die uberhitzungswärme
entzogen wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Löschdampf nach dem Entzug der Uberhitzungswärme
verbliebene Kondensationswärme einem Heißwasserkreislauf Übertragen
wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die im Kondensat niedergeschlagenen Feststoffe ausgeschieden
werden und das Kondensat als Löschmittel erneut verwendet wird.
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5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die im Löschdampf enthaltenen permanenten Gase ausgeschieden,
aufgefangen, einer Reinigung unterzogen und chemischen Prozessen nutzbar gemacht oder zu Aufheizzwecken verwendet werden.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die aus dem Löschdampf ausgeschiedenen permanenten Gase kontinuierlich in Kokereirohgas eingeleitet und nach einer
Reinigung für Unterfeuerungszwecke verwendet werden.
7. Verfahren zum Löschen von Koks mit von oben nach unten durch den Koks strömendem Wasser, wobei der Koks gegen die Außenluft
abgeschirmt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der sich aus dem Wasser bildende Dampf ohne Einschluß von Luft kanalisiert und
unmittelbar einer Wassergasanlage zugeleitet wird, wobei die vom Dampf mitgefUhrten nicht der Vergasung unterworfenen Verunreinigungen
in einer nachgeschalteten Reinigungsstufe zusammen «it den Verunreinigungen im erzeugten Gas ausgeschieden und die
im Dampf enthaltenen Gase dem erzeugten Wassergas zugeführt werden.
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