DE2916869C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Fliehkraftdrehzahlregler für Brenn
kraftmaschinen nach dem gattungsbildenden Oberbegriff des Patentan
spruchs 1.
Aus der CH-PS 2 31 322 ist bereits ein solcher Fliehkraftdrehzahl
regler bekannt, bei dem die Fliehgewichtsmasse des winkelförmigen
Fliehgewichts an einem etwa parallel zur Längsachse des Reglers an
geordneten Hebelarm eines Winkelhebels festgeschraubt ist. Der die
Fliehgewichtsmasse tragende Hebelarm stellt die äußerste radiale Be
grenzung des Fliehkraftdrehzahlreglers dar und muß dementsprechend
eine mindestens teilweise einem Zylindermantel angenäherte Außen
kontur aufweisen, wenn der Fliehkreisdurchmesser optimal ausgenutzt
werden soll. Aus diesem Grund muß dieser Winkelhebel aus einem
Stahlschmiede- oder Stahlgußteil hergestellt sein und eine ent
sprechende Nachbearbeitung erfahren. Dies ergibt allein für den
Winkelhebel eine aufwendige und teuere Bearbeitung und entsprechend
hohe Herstellungskosten. Die bekannte Bauform hat überdies den Nach
teil, daß der über die gesamte Länge des Fliehgewichts ragende und
die Fliehgewichtsmasse tragende Hebelarm kerb- und biegeempfindlich
ist und keine großen Fliehkräfte übertragen kann, d. h. die Einsatz
möglichkeit des Reglers ist sehr eingeschränkt.
Es ist auch aus der DE-AS 10 32 028 ein Fliehkraftdrehzahlregler
ähnlicher Bauart bekannt, der zwei winkelförmige Fliehgewichte ent
hält. Die aus zwei parallelen Schenkeln bestehenden, die Fliehge
wichtsmassen tragenden Hebelarme jedes Fliehgewichts umfassen den
Flansch des Fliehgewichtsträgers im Bereich der Lagerstellen und sind
allerdings einteilig mit den Fliehgewichtsmassen, d. h. aus einem
Guß- oder Stahlschmiederohteil gefertigt. Ihre Herstellung ist des
halb äußerst kostspielig und werkstoffintensiv. Auch andere bekannte
winkelförmige Fliehgewichte für Fliehkraftdrehzahlregler von Brenn
kraftmaschinen sind entweder vollständig aus Gußeisen, aus einem
Stahlschmiedestück oder Profilstahlabschnitt hergestellt und erfor
dern eine aufwendige zusätzliche Bearbeitung. Diese Fliehgewichte
haben aus Festigkeitsgründen auch im Bereich des Winkelhebeldreh
punkts eine relativ große Masse, was eine ungünstige Auswirkung auf
die Fliehkraftkennlinie hat. Um ein bestimmtes Regelverhalten des
Reglers zu erreichen, kann es jedoch erforderlich sein, der über der
Drehzahl aufgetragenen Fliehkraftkennlinie eine nach oben gewölbte
Form zu geben, wozu der Schwerpunkt der Fliehgewichtsmasse sich
möglichst weit vom Drehpunkt entfernt im Bereich des äußersten Endes
des Hebelarms des Winkelhebels befinden muß.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
einen Fliehkraftdrehzahlregler der gattungsgemäßen Bauart derart
auszugestalten, daß bei einer billigen, für die Massenfertigung ge
eigneten Herstellbarkeit der Fliehgewichte eine in weiten Grenzen frei wählbare bzw.
anpaßbare Fliehkraftkennlinie erreichbar ist, so z. B. eine nach
oben gewölbte, d. h. nur anfänglich steil ansteigende Kennlinie, und
daß die Befestigung der jeweiligen Fliehgewichtsmasse unter Gewährleistung
der erforderlichen Materialgüte der beteiligten
Bauteile den hohen, bei Dieselbrennkraftmaschinen auf
tretenden Beschleunigungskräften standhalten kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichenteil des
Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Bei der durch die getrennte Bauweise von Winkelhebel und Fliehge
wichtsmasse möglichen freien Wahl des Fliehgewichtsmassenwerkstoffs
und dessen Formgebung ergibt sich der Vorteil, den Schwerpunkt der
Fliehgewichtsmasse so weit vom Winkelhebeldrehpunkt entfernt an
bringen zu kön
nen, daß sich die gewünschte Fliehkraftkennlinie mit ei
nem anfänglich steilen Kraftanstieg ergibt. Die erfin
dungsgemäße Bauart der Fliehgewichte ermöglicht außer
dem eine billige Herstellung in großen Stückzahlen ohne
kostspielige Nacharbeit und teure Fertigungseinrichtungen.
Da die Verschraubung der Fliehgewichtsmasse am Bügel
mit extrem hoher, von der Streckgrenze des Schrauben
werkstoffs bestimmter Vorspannkraft erfolgt, ist die ge
forderte Sicherheit gegen Lösen der Verbindung gewähr
leistet (zu "Streckgrenzengesteuertes Anziehen" siehe den
Aufsatz "Optimale Schraubverbindung in der Werkstatt",
VDI-Nachrichten Nr. 9/2, März 1979, S. 4).
Eine absolut sichere Befestigung der
Fliehgewichtsmasse läßt sich dabei durch das
streck
grenzengesteuerte Anziehen verwirklichen, wobei auch Fehler
in der aus Sinterstahl hergestellten Fliehgewichtsmasse auf einfache
Weise erkannt werden.
Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den
Unteransprüchen hervor. So ist durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 2
die Montage der Fliehgewichtsmasse erleichtert, und
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 3 kann
der Winkelausschlag des Fliehgewichts begrenzt werden.
Durch die im Anspruch 4 angegebene Verbindung der
Schenkel des Winkelhebels mit dem Lagerbolzen sind die
Fliehgewichte extrem hoch belastbar, sicher befestigt
und besonders verschleißarm gelagert. Durch die Warm
nietung wird im Winkelhebel eine gezielte Vorspannung
erzeugt, die die Beanspruchbarkeit des Winkelhebels
noch weiter verbessert.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der
Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschrei
bung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine teilweise
nach der Linie I-I in Fig. 2 geschnittene Seitenansicht
der erfindungswesentlichen Bauteile des ersten Ausfüh
rungsbeispiels,
Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des
Pfeiles A in Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt durch
das zugehörige Fliehgewicht im Bereich der Befestigungs
schraube und
Fig. 4 einen Schnitt längs der Linie IV-IV
in Fig. 3 und
Fig. 5 eine teilweise entsprechend der
Linie I-I in Fig. 2 geschnittene Seitenansicht eines
zu dem zweiten Ausführungsbeispiel gehörenden Flieh
gewichts.
Auf einer Antriebswelle 10 des erfindungsgemäßen Flieh
kraftdrehzahlreglers ist ein Fliehgewichtsträger 11 be
festigt, der in einem Flansch 12 zwei im Abstand und
rechtwinklig zur Längsachse des Fliehkraftdrehzahlreg
lers angeordnete Querbohrungen 13 aufweist. In diesen
Querbohrungen 13 sind Lagerbolzen 14 drehbar gelagert,
welche an ihren über den Flansch 12 des Fliehgewichts
trägers 11 hinausragenden Enden je eine als Lagerstelle
dienende Lagerbohrung 15 eines aus Stahlblech gefertig
ten Winkelhebels 16 trägt. Der Winkelhebel 16 ist ein
Teil eines aus zwei Bauteilen zusammengesetzten Flieh
gewichts 17, dessen mit 18 bezeichnete Fliehgewichtsmasse aus Sinterstahl
gefertigten und durch Befestigungsschrauben 19 an einem Steg 16 e eines
Hebelarms 16 a des Winkelhebels 16 festgeschraubt ist
(siehe auch Fig. 3 und 4). Der die Fliehgewichtsmasse
18 tragende Hebelarm 16 a des Winkelhebels 16 ist als ein
zum Fliehgewichtsträger 11 hin offener U-förmiger Bügel gestaltet,
dessen zueinander parallele Schenkel 16 c und 16 d den
Flansch 12 des Fliehgewichtsträgers 11 seitlich umfassen
und je eine der als die Lagerstelle dienenden Lagerbohrun
gen 15 enthalten und dessen die beiden Schenkel 16 c und
16 d verbindender Steg 16 e eine von den Lagerbohrungen
15 wegweisende und in der Ruhelage der Fliehgewichte 17
(siehe Fig. 1) mindestens annähernd senkrecht zur Längs
achse des Drehzahlreglers sich erstreckende Stirnfläche
16 f aufweist, gegen die die Fliehgewichtsmasse 18 durch
die zwei Befestigungsschrauben 19 unter extrem hoher,
bis an die Streckgrenze des Schraubenwerkstoffs ausgeleg
ter mechanischer Vorspannung festgeschraubt ist.
Diese hohe mechanische Vorspannung der Befestigungs
schrauben 19 wird durch "streckgrenzengesteuertes
Anziehen" erreicht. Dieses Verfahren gestattet die Wahl
relativ klein dimensionierter Schrauben und ergibt die
größtmögliche Sicherheit gegen Lösen der Befestigungs
schrauben, da beim streckgrenzengesteuerten Anziehen
das Anziehdrehmoment von untergeordneter Bedeutung ist
und der Einfluß der Reibung ebenfalls nicht beteiligt
ist. Dieses Verfahren hat den weiteren Vorteil,
daß durch das elektronisch kontrollierte Anziehen Ma
terialfehler der Fliehgewichtsmasse erkennbar werden,
da dann das theoretische Anziehdrehmoment nicht erreicht
wird. Es werden somit
Fehler durch zu geringe Dichte der aus
Sinterstahl hergestellten Fliehgewichtsmassen 18 erkannt, wo
bei, von der Formgebung und Festigkeit her gesehen, das
Sinterpreßverfahren den großen Vorteil aufweist, daß es
in der Massenfertigung billige und genaue Teile ergibt.
Eine genügend große Festigkeit wird z. B. durch Sinter
stahlteile mit einer Werkstoffdichte < 70 N/cm2 er
zielt.
Die Fliehgewichtsmasse 18 ist mit einer über den Steg
16 e des Winkelhebels 16 fassenden Nut 21 versehen, deren
Nutgrund 21 a gegen die Stirnfläche 16 f des Steges 16 e
des Winkelhebels 16 gespannt ist, wodurch die Anbaulage
der Fliehgewichtsmasse 18 formschlüssig festgelegt ist.
Die Nut 21 hat aber keine Haltefunktion, da die gesamte
Haltekraft von der durch das streckgrenzengesteuerte
Anziehen der Befestigungsschrauben 19 zwischen dem Nut
grund 21 a und der Stirnfläche 16 f erzeugten Haftreibung
aufgebracht wird. Während der eine Schenkel 16 d des He
belarms 16 a des Winkelhebels 16 nur die Lagerbohrung 15
trägt, ist der andere Schenkel 16 c mit einem zweiten
Hebelarm 16 b verbunden, der an seinem freien Ende einen
Kopfbolzen 22 trägt, über dessen gehärtete feingedrehte
Mantelfläche 22 a die Fliehkraft der Fliehgewichte 17 auf
eine Reglermuffe 23 (siehe dazu wieder Fig. 1) übertra
gen wird.
Die Reglermuffe 23 überträgt die Regelbewegung der
Fliehgewichte 17 über ein von einem Axialnadellager
gebildete Drucklager 24 und einen Druckbolzen 25 auf
einen hier nur strichpunktiert angedeuteten Regelhebel
26 des Reglers.
Die Fliehgewichtsmasse 18 weist eine
unter einem dem Schwenkwinkel entsprechenden
Winkel geneigte und dem Flansch 12 des Fliehgewichts
trägers 11 zugewandte schräge Anschlagfläche als Hubanschlag 27 auf,
die mit einer Gegenanschlagsfläche 28 am Flansch 12
des Fliehgewichtsträgers 11 zusammenwirkt.
Bei einem zu einem nicht näher dargestellten zweiten
Ausführungsbeispiel gehörenden und in Fig. 5 im Teil
schnitt dargestellten Fliehgewicht 17′ ist der mit der
Gegenanschlagsfläche 28 des Fliehgewichtsträgers 11
zusammenwirkende Hubanschlag 31 durch eine Anschlagschraube
gebildet, die in eine Gewindebohrung 32 der hier
mit 18′ bezeichneten, aus Sinterstahl hergestellten, Fliehgewichtsmasse des Fliehgewichts
17′ lagegesichert eingeschraubt ist. Als Verdrehsiche
rung für diese Anschlagschraube kann z. B. eine kleb
stoffähnliche flüssige Verdrehsicherung dienen oder an
dere bekannte Sicherungsmittel. Anstelle der Anschlag
schraube können selbstverständlich auch entsprechend
ausgebildete Anschlagbolzen in der Fliehgewichtsmasse
18′ befestigt werden, die durch verschiedene Längen des
über die Fliehgewichtsmasse 18′ vorstehenden Kopfes oder
durch Unterlegen von Scheiben zur Einstellung des ge
wünschten Schwenkwinkels des Fliehgewichts 17′ variiert
werden können.
Wie aus Fig. 2 deutlich zu ersehen ist sind die beiden
Schenkel 16 c und 16 d des Winkelhebels 16 im Bereich ihrer
Lagerstellen 15 durch Warmnieten mit dem Lagerbolzen 14
fest verbunden, der seinerseits in der Querbohrung 13
am Flansch 12 des Fliehgewichtsträgers 11 drehbar gela
gert ist. Diese Art der Verbindung hat zwei Vorteile:
die Lagerbolzen 14 und damit die Fliehgewichte 17 sind
auf einer genügend breiten Lagerlänge in der Querbohrung
13 gelagert, die zur Verbesserung der Schmierwirkung
auch noch über eine der Schmiermittelzufuhr dienende
Bohrung 33 im Flansch 12 des Fliehgewichtsträgers 11
geschmiert wird, und die Warmnietverbindung, die unter
Zwischenfügung von gehärteten Scheiben 34 erfolgt, ver
hindert ein Aufspreizen des bügelförmigen Hebelarms
16 a des Winkelhebels 16 unter den vor allem bei hoher
Drehzahl auftretenden und an den Winkelhebeln angrei
fenden Beschleunigungskräften. Diese Verbindungsart er
leichtert die wirtschaftliche Fertigung der Winkelhebel
16, da deren Wandstärke so dünn gewählt werden kann, daß
die Winkelhebel 16 aus Stahlblech ausgestanzt und danach
gebogen werden können.
Claims (4)
1. Fliehkraftdrehzahlregler für Brennkraftmaschinen,
mit mindestens zwei winkelförmigen Fliehgewichten, deren
als gesondert gefertigtes Teil ausgebildete Fliehge
wichtsmasse jeweils durch Befestigungsschrauben an ei
nem Hebelarm eines Winkelhebels festgeschraubt ist, des
sen anderer Hebelarm auf eine Reglermuffe wirkt und der
im Bereich der Verbindung beider Hebelarme eine Lager
stelle aufweist, mit der jedes Fliehgewicht über einen
Lagerbolzen an einem Flansch eines Fliehgewichtsträgers
schwenkbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß der
die aus Sinterstahl hergestellte Fliehgewichtsmasse (18; 18′) tragende Hebelarm (16 a)
des als Biegeteil aus Stahlblech gefertigten Winkelhebels (16) als ein
zum Fliehgewichtsträger (11) hin offener U-förmiger Bügel gestal
tet ist, dessen zueinander parallele Schenkel (16 c,
16 d) den Flansch (12) des Fliehgewichtsträgers (11) seit
lich umfassen und je eine als die Lagerstelle dienende
Lagerbohrung (15) enthalten und dessen die beiden parallelen Schen
kel (16 c, 16 d) verbindender Steg (16 e) eine von den
Lagerbohrungen (15) wegweisende und in der Ruhelage der
Fliehgewichte (17; 17′) mindestens annähernd senkrecht
zur Längsachse des Drehzahlreglers sich erstreckende
Stirnfläche (16 f) aufweist, gegen die die Fliehgewichts
masse (18; 18′) unter extrem hoher, bis an die Streck
grenze des Schraubenwerkstoffs ausgelegter mechanischer
Vorspannung festgeschraubt ist, wobei
die hohe mechanische Vorspannung der
Befestigungsschrauben (19) durch streckgrenzengesteuertes
Anziehen erreicht wird.
2. Fliehkraftdrehzahlregler nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß die Fliehgewichtsmasse (18; 18′)
des Fliehgewichts (17; 17′) eine über den Steg (16 e)
des Winkelhebels (16) fassende Nut (21) aufweist, deren
Nutgrund (21 a) gegen die Stirnfläche (16 f) des Steges
(16 e) gespannt ist.
3. Fliehkraftdrehzahlregler nach Anspruch 1
oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fliehgewichts
masse (18, 18′) in an sich bekannter Weise einen mit
einer Gegenanschlagsfläche (28) am Flansch (12) des
Fliehgewichtsträgers (11) zusammenwirkenden Hubanschlag
(27; 31 ) aufweist und daß als Hubanschlag (31) eine in die
Fliehgewichtsmasse (18′) lagegesichert eingeschraubte
Anschlagschraube (31) dient.
4. Fliehkraftdrehzahlregler nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schenkel
(16 c, 16 d) des Winkelhebels (16) an den Lagerstellen
(15) durch Warmnieten mit dem Lagerbolzen (14) fest ver
bunden sind, der seinerseits in einer Querbohrung (13)
am Flansch (12) des Fliehgewichtsträgers (11) drehbar
gelagert ist.
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