DE2911595A1 - Anordnung an einer sprengkapsel einer niedrigenergiezuendschnur - Google Patents
Anordnung an einer sprengkapsel einer niedrigenergiezuendschnurInfo
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Description
Glawe, DeIfß, Moll & Partner - ρ 9163/79 - Seite Z
Beschreibung
Die Erfindung trifft eine Anordnung an einer Sprengkapsel für eine Niedrigenergieztindschnur.
Eine Niedrigenergieztindschnur besteht aus einer Kunststoffröhre
oder einem Kunststoffschlauch mit einem Außendurchmesser von normalerweise ca» 3,0 mm und einem Innendurchmesser
von etwa 1,3 mm. Ein zweckmäßiger Werkstoff für den Kunststoffschlauch
kann Surlyn 1554 sein, der von DuPont zum Verkauf angeboten wird. Ein derartiger Kunststoffschlauch oder
eine derartige Kunststoffröhre ist inwendig mit einem Sprengmittel ausgefüllt. Das Sprengmittel kann beispielsweise aus
einem Gemisch von Cyclotetramethylentetranitramin und Aluminiumpulver bestehen, und das Gemisch kann aus ca. 91 % der
ersteren Substanz und ungefähr 9 % der anderen Substanz bestehen. Wird eine derartige Zündschnur an ihrem Ende zur Zündung
gebracht, erhält man durch die Sprengmittelfüllung eine Stoßwelle oder eine Detonation, die sich vom genannten Ende
der Zündschnur bis zu deren anderen Ende fortpflanzt. Am anderen Ende der Zündschnur ist eine Sprengkapsel angeordnet,
die aus einer Hülse bestehen kann, die an einem Ende geschlossen ausgebildet ist. Ein geeigneter Werkstoff für die
Hülse ist Aluminium, Kunststoff oder ein anderes Material.
Die Hülse enthält - von Boden aus gerechnet - eine Hauptladung, die aus einem Gemisch von Cyclotrimethylentrinitraniin
und Trinitrotoluol bestehen kann. Die Gemische können aus 85 % der ersteren Substanz und 15 % der letzteren Substanz
bestehen. Hinter der Hauptladung ist eine Primärladung angeordnet, die im Normalfall aus Bleiazid besteht. Darin kann
sich - sofern erwünscht - ein Verzögerungssatz anschließen, der aus einem Gemisch von Silicium, Siliciumdioxid, Bleioxid
und Eisenoxid bestehen kann. Dahinter ist eine Dichtungshülse
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 9163/79 - Seite 4"
angeordnet. Die Dichtungshülse ist rohrförmig und liegt mit ihrer äußeren Mantelfläche der Sprengkapselhülse an.
Der Innenraum der Dichtungshülse ist zur Aufnahme der genannten Zündschnur vorgesehen. Wenn die Zündschnur der
Sprengkapsel eine Stoßwelle oder eine Detonation zuführt - vielleicht sollte die Bezeichnung korrekterweise ein
Stoßwellensignal sein -, werden nacheinander der Verzögerungssatz, die Primärladung und die Hauptladung gezündet. Fehlt
der Verzögerungssatz, wird stattdessen die Primärladung direkt
initiiert. Der Schlauch oder die Röhre, aus der die Zündschnur hergestellt ist, muß eine bestimmte mechanische
Widerstandskraft aufweisen. Beinhalten die Anforderungen eine hohe mechanische Widerstandskraft, ist es schwierig, eine
hohe Diffusionsdichte zu erreichen. Steigert man die Diffusionsdichte, verringert sich die mechanische Widerstandskraft.
Da aber der mechanischen Widerstandskraft die große Bedeutung zugemessen wird, bedeutet dies, daß der Schlauch eine bestimmte
Menge Feuchtigkeit durchläßt. Das ist besonders in einem tropischen Klima mit konstanter hoher Luftfeuchtigkeit
und verhältnismäßig starken Temperaturschwankungen von Bedeutung. Die eindringende Feuchtigkeit kann das Sprengmittel
in der Sprengkapsel beeinträchtigen, dies gilt insbesondere für den Verzögerungssatz in der Form, daß die Zeit, in der
die Sprengung erfolgen soll, verzögert wird oder daß das der Sprengkapsel zugeführte Stoßwellensignal nicht in der Lage
ist, die Sprengkapsel zu zünden.
Die Erfindung hat zur Aufgabe, die Sprengkapsel unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit zu gestalten, die die Zündschnur infolge
der gewünschten mechanischen Festigkeit aufnehmen muß. Das wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß in der Zündschnur
zwischen dem eingeführten Zündschnurende und der gegenüberliegenden Fläche des Sprengmittels oder des Verzögerungssatzes eine Feuchtigkeitssperre angeordnet ist, die die genannte
Sprengmittelflache bzw. die Fläche des Verzögerungssatzes gegen Feuchtigkeit schützt.
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Glawe, DeIfs, Moll S Partner - ρ 9163/79 - Seite d
Die Feuchtigkeitssperre nach der Erfindung besteht aus
einer diffusionsdichten, transversal angeordneten Haut oder Folie. Die Haut - der Überzug - oder die Folie
sind ferner so beschaffen, daß sie von einer durchlaufenden Stoßwelle penetriert werden kann. Die Folie oder die
Haut kann aus einem beliebigen Werkstoff bestehen und es besteht lediglich die Voraussetzung, daß die Folie oder
Haut durchdringbar und diffusionsdicht ist. Als ein geeigneter Werkstoff bieten sich Aluminium urid Stahl an.
Beim Einsatz von Aluminium kann die Haut oder Folie eine Dicke von 7 - 20 um haben. Wenn die Haut oder Folie in
Stahl ausgebildet ist, liegt die Dicke der Haut unter 7 μΐη.
Die Haut oder Folie ist erfindungsgemäß am Ende einer Röhre
aus steifem Werkstoff angesetzt. Das genannte Röhrenende ist mit einem Umkreisflansch ausgestattet. Die Röhre mit dem Umkreisflansch
ist aus einem festen Werkstoff hergestellt, wobei es sich um Aluminium, Messing, Hart-Kunststoff, keramisches
Material und damit vergleichbar handeln kann.
Die Folie oder die Haut ist verschweißt oder verklebt und kann um den genannten Flansch gefaltet - gebördelt sein.
Die Röhre mit Flansch hat einen Außendurchmessex, der dem Innendurchmesser der Zündschnurröhre entspricht, und die Röhre
mit dem Flansch ist vorzugsweise so weit in die Zündschnur eingeführt, daß der Flansch am Zündschnurende anliegt.
Der Flansch an der Röhre kann an seiner Außenkante oder an seinen Kanten abgeschrägt oder abgerundet sein.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und den Patentansprüchen. Die
Zeichnungen zeigen:
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Glawe, DeIfsr Moll & Partner - ρ 9163/79 - Seite ^
Fig. 1 eine Sprengkapsel zusammen mit einem Ende einer
Zündschnur in Röhrenform, die mit Sprengmittel oder einem reaktiven Stoff beschichtet ist und
Fig. 2 eine ähnliche Sprengkapsel mit Zündschnur, die mit einer Feuchtigkeitssperre versehen ist.
In Fig. 1 ist 1 ein Kunststoffschlauch, der beispielsweise aus dem weiter vorstehend genannten Werkstoff hergestellt
ist. Der Schlauch ist inwendig mit einem Sprengmittel 2 beschichtet, auch dieser beispielsweise in einer der vorstehend
erwähnten Materialart. Der Schlauch 1 ist in eine Hülse 3 aus Aluminium eingezogen und der Schlauch ist dabei
in das Oberteil 13 einer Dichtungshülse 11 eingeführt, die im oberen, offenen Ende der Hülse 3 angeordnet ist. Die Hülse
3 ist am oberen Ende profiliert oder geschrumpft, um die Dichtungshülse 11 am Sitz zu halten. Die Dichtungshülse 11
ist rohrförmig und kann zweckmäßigerweise in Gummi ausgebildet
sein. Die Dichtungshülse hat eine Verjüngung 15 zwischen dem oberen Teil 13 und dem unteren Teil 14. Das untere
Teil 14 grenzt an ein rohrförmiges Teil 10, das zweckmäßigerweise
aus Aluminium besteht und das einen Verzögerungssatz einer bereits genannten Komposition enthält. Hinter dem Verzögerungssatz
ist eine aus Bleiazid bestehende Primärladung angeordnet. An diese zuletzt genannte Ladung schließt sich
die Hauptladung 8 an, die sich aus einer bereits eingangs erwähnten Komposition zusammensetzt. Wie schon einleitend angeführt
worden ist, besitzt der Schlauch 1 die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, die weiter zu der Ladung geleitet
wird, die vor dem unteren Teil 14 der Dichtungshülse liegt. Die Feuchtigkeit hat einen negativen Einfluß auf die Funktion
der Sprengkapsel. Aus diesem Grund wird bei dem eingeführten Ende der Zündschnur 1 eine Feuchtigkeitssperre angebracht,
die aus einer Röhre 16 eines harten Werkstoffes besteht. Die
Röhre hat einen Außendurchmesser, der dem Innendurchmesser der Zündschnur 1 entspricht. Die Röhre kann in Aluminium,
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Glawe, DeIfsr Moll & Partner - ρ 9163/79 - Seite tf
Messing, Kunststoff oder Keramik ausgebildet sein. An
ihrem rechten Ende ist die Röhre 16 mit einem Umkreisflansch 17 bestückt, wobei die Kante des Flansches nach
rechts abgefast ist, wie es aus der vergrößerten Abbildung ersichtlich ist. Der Flansch 17 liegt an der
rechten Quersaumfläche der Zündschnur 1 an. über den Flansch ist eine Feuchtigkeitssperre 18 gelegt. Die Feuchtigkeitssperre
kann um den Flansch gefaltet bzw. gebördelt sein. Sie kann auch, abhängig von der Werkstoffwahl,
am Flansch verschweißt oder geklebt sein. Die Feuchtigkeitssperre hat den Charakter eines Überzuges oder einer
Folie und kann aus Metall oder einem beliebigen anderen Werkstoff bestehen, vorausgesetzt, daß die Feuchtigkeitssperre
diffusionsdicht und von einer Stoßwelle penetrierbar ist. Im Bild besteht die Feuchtigkeitssperre zweckmäßigerweise
aus Aluminium einer zwischen 7 .- 20 μπι liegenden Dicke. Bei der Wahl einer Feuchtigkeitssperre aus Stahl
wird die Dicke unter 7 μπι liegen. Die Röhre 16 und der
Flansch 17 können in Aluminium, Messing, Hartkunststoff oder einem keramischen Material ausgelegt sein. Durch die
Röhre - da sie aus einem harten Werkstoff hergestellt ist gewinnt man den Vorteil, daß beim Anklemmen der Hülse 3
keine Formveränderung am Innendurchmesser der Zündschnur entsteht, da die Röhre 16 beim Anwürgen wie ein Gegenhalter
wirkt. Dieser Ausbildungsform kommt große Bedeutung zu, wenn die Brenngeschwindigkeit des Verzögerungssatzes
druckabhängig ist. Die Röhre gewährleistet gleiche Bedingungen für jede Sprengkapsel.
Die Membran der Feuchtigkeitssperre hindert ferner losen
Sprengstoff in der Zündschnur daran, auf den Verzögerungssatz zu fallen, wo der Sprengstoff verursachen kann, daß die
Aluminiumhülse 3 gesprengt wird, was zur Folge haben kann, daß der Verzögerungssatz erlischt.
8098V2/067S
Durch die vorliegende Erfindung wird demnach eine Feuchtigkeitssperre
bereitgestellt / ' . die ausgesprochen einfach in der Anwendung ist und darüber hinaus den Vorteil
hat, daß sie als Gegenhalter beim Festklemmen wirkt, gleichartige Brennbedingungen gewährleistet und verhindert, daß
loser Sprengstoff auf den Verzögerungssatz fällt.
909841/0670
■-J-
Leerseite
Claims (7)
1. Anordnung an einer Sprengkapsel für eine Niedrigenergiezündschnur,
die aus einem Schlauch - beispielsweise einem Kunststoffschlauch - besteht, der von seinem einen Ende
eine Stoßwelle oder Detonation zum anderen Ende überträgt, wobei die Sprengkapsel aus einer an einem Ende offenen Hülse
aus beispielsweise Metall oder Kunststoff besteht und wobei die Hülse ein oder mehrere verschiedenartige Sprengmittel
enthält, von denen ein Sprengmittel ein Verzögerungssatz sein kann und das eine Ende der genannten Zündschnur in das
offene Ende der Hülse einführbar und zu befestigen ist, dadurch gekennzeichnet, daß in die Sprengkapsel zwischen dem
Sitz für eine eingeführte Zündschnur und der gegen den Sitz gerichteten Sprengstofffläche eine feste Peuchtigkeitssperre
eingebaut ist, die so beschaffen ist, daß deren Wirkung durch_ eine der Kapsel zugeführten Stoßwelle unterbunden wird, wobei die
Feuchtigkeitssperre vorzugsweise aus einer diffusionsdichten,
festen Röhre besteht, die in das eine Ende der Zündschnur eingezogen ist, die wiederum in eine Sprengkapsel eingezogen i
liegt, und wobei diese Röhre einen nach außen gerichteten Endflansch
aufweist, der an der Endfläche der Zündschnur anliegt oder nahezu anliegt und die Röhre am Endflansch dicht mit einem
diffusionsdichten Überzug oder einer Folie verschlossen ist, der bzw. die durch eine Stoßwelle penetrierbar ist«,
903842/0676 .,.2
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 9163/79 - Seite
2. !Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der zur Zündschnur gerichtete äußere Flansch an der Aussenkante abgeschrägt oder abgerundet ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die genannte Haut bzw. der überzug oder die Folie um den Flansch gefaltet bzw. gebördelt ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie oder der überzug durch Kleben oder Schweißen am Flansch befestigt ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Röhre mit Flansch aus Aluminium,
Messing, Hartkunststoff, keramischem Material od. dgl. besteht.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Folie in einem Werkstoff ausgebildet ist, den man zwischen Aluminium, Stahl oder mit diesen vergleichbar
gewählt hat.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Folie eine unter 20 μτα liegende Dicke aufweist.
90^847/0676
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