DE29916798U1 - Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen aus Wasser - Google Patents
Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen aus WasserInfo
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Description
Beschreibung
Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen aus Wasser
Die Neuerung betrifft eine Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen aus Wasser, bei der das die Feststoffe enthaltende Wasser von einem Wasserzulauf über eine zumindest in etwa senkrecht angeordnete Siebwand strömt und dabei aufgrund von Adhäsionskräften durch die Siebwand hindurch in einen Reinwassersammler gelangt, während die Feststoffe von der Siebwand zurückgehalten werden und sich auf der dem Reinwassersammler abgewandten Seite der Siebwand nach unten bewegen.
Eine Vorrichtung der vorstehenden Art ist beispielsweise in der DE 38 12 136 als Regenwasser-Erfassungsvorrichtung beschrieben. Bei ihr strömt von einer Dachrinne innerhalb eines Fallrohres abfließendes Regenwasser in dem Fallrohr innenseitig entlang der Siebwand. Dabei gelangt Reinwasser durch die Siebwand hindurch in einen die Siebwand ummantelnden Reinwassersammler, während die Feststoffe, insbesondere Blätter, sich entlang der Siebwand in dem Fallrohr nach unten bewegen und dadurch in das Schmutzwasser gelangen.
Das Erfordernis, aus Wasser Feststoffe abzuscheiden, besteht nicht nur bei der Regenwassernutzung sondern auch auf zahlreichen anderen Gebieten. Gebäudedächer sind beispielsweise in der Regel mit Regenrinnen versehen, in die das Regenwasser vom Gebäudedach fließt und von der es durch Fallrohre zum Schmutzwasser gelangt. In der Praxis lässt es sich nicht vermeiden, dass auf Gebäudedächer Blätter und andere Feststoffe gelangen, die bei Regen vom Regenwasser weggespült werden und in die Dachrinne gelangen. Sehr häufig werden dadurch die Dachrinnen vollstän-
dig gefüllt, so dass das Regenwasser aus den Dachrinnen herausläuft, anstatt in das Fallrohr zu gelangen. Eine regelmäßige Reinigung der Dachrinne erfordert jedoch viel Zeit und ist oftmals mit erheblichen Unfallgefahren verbunden. Häufig werden Blätter und Feststoffe sogar in einem solch hohen Maße in die Fallrohre gespült, dass sich diese verstopfen und auch dort eine aufwendige Säuberung erforderlich wird. Man begegnet diesem Missstand zwar dadurch, dass man im Einlauf des Fallrohres ein Sieb anordnet, jedoch verstopft ein solches Sieb sehr rasch.
Bei Kläranlagen benötigt man Siebeinrichtungen, welche aus Rohwasser Feststoffe abscheiden. Bei den bisher bekannten Siebeinrichtungen tritt das Problem auf, dass die Siebflächen in relativ kurzen Abständen von den Verunreinigungen befreit werden müssen, um funktionstüchtig zu bleiben. Das in der genannten DE 38 12 136 C2 beschriebene Prinzip der Ausbildung einer Siebfläche als Adhäsionswand wurde bislang für Kläranlagen noch nicht angewandt, weil dort wesentlich größere Wassermengen pro Zeiteinheit gereinigt werden müssen als bei der Regenwassernutzung.
Der Neuerung liegt das Problem zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zum Abtrennen von Feststoffen aus Wasser so auszubilden, dass sie für große Wassermengen ausgelegt werden kann, ohne dass dabei der Anteil des gefilterten Wassers in Bezug auf das Rohwasser wesentlich absinkt.
Dieses Problem wird neuerungsgemäß dadurch gelöst, dass der Reinwassersammler als sich in etwa horizontal erstreckende Rinne ausgebildet ist, dass sich die Siebwand über die Länge der Rinne von einer äußeren Wandfläche der Rinne nach oben hin und sich der Wasserzulauf quer zur Rinne über sie hinweg zur Außenseite der Rinne erstreckt.
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Durch diese neuerungsgemäße Gestaltung kann man den Wasserzulauf beliebig breit und damit auch die Rinne entsprechend lang ausbilden, so dass sich das zufließende Wasser auf eine sehr große Fläche verteilt und deshalb das zufließende Wasser einen geringen Wasserstand hat, so dass es vollständig durch die Siebwand hindurch gelangen kann. Da der Wasserzulauf über die Rinne hinweg erfolgt, ist diese nach oben hin abgedeckt, so dass keine Verunreinigungen in die Rinne gelangen können und in sie nur gefiltertes Reinwasser hinein fließt. Die Anordnung der zumindest in etwa senkrecht ausgerichteten Siebwand an der Außenseite der Rinne führt dazu, dass Verunreinigungen frei von der Siebwand herab nach unten fallen können, so dass ein Verstopfen der Siebwand nicht zu befürchten ist.
Die neuerungsgemäße Vorrichtung lässt sich besonders vorteilhaft einsetzen, wenn sie als Siebeinrichtung für eine Abwasser-Reinigungsanlage ausgebildet ist. Eine solche Siebeinrichtung vermag große Abwassermengen zu sieben, ohne dass die Siebwand sich durch Verschmutzungen zusetzt und ohne dass Kratzer oder andere Mittel zum periodischen Abreinigen der Siebwand notwendig werden.
Im ganz besonders hohen Maße kommen die Vorteile der neuerungsgemäßen Vorrichtung zum Tragen, wenn gemäß einer anderen Weiterbildung der Neuerung die Vorrichtung als Ersatz für eine übliche Regenrinne eines Gebäudedaches ausgebildet ist. Durch eine solche Vorrichtung werden sehr gravierende Nachteile der bisherigen Dachentwässerung behoben. Insbesondere wird dank der Neuerung ausgeschlossen, dass wie bei einer herkömmlichen Dachrinne Verunreinigungen in die Rinne gelangen und diese oder das an sie angeschlossene Fallrohr verstopfen können.
Verwendet man die neuerungsgemäße Vorrichtung als Ersatz für eine herkömmliche Dachrinne, dann ist es günstig, wenn ihr Wasserzulauf zur Anordnung unter einem Dachvorsprung und damit zugleich als Fortsetzung der Dachneigung ausgebildet ist. Durch diese Gestaltung entsteht eine innenliegende Dachrinne. Dadurch wird nicht nur die Gefahr einer Verschmutzung der Dachrinne behoben, vielmehr verbessert sich auch die Optik von Dächern. Weiterhin wird erreicht, dass die Dachkante nicht mehr am Beginn der Rinne in diese hineinragen muss, damit am gegenüberliegenden Ende die Rinne nicht unerwünscht starken Abstand vom Dachrand erhält, um mit ausreichendem Gefälle verlaufen zu können. Durch das bisher erforderliche Hineinragen des Dachrandes in die Dachrinne wird ihr Querschnitt oftmals unzulässig stark eingeengt.
Eine andere, vorteilhafte Weiterbildung der Neuerung liegt darin, dass die Rinne auf der Gebäudeinnenseite einer parallel zur Dachkante verlaufenden Blendleiste angeordnet ist. Eine solche Blendleiste verhindert vollständig einen Blick auf die als Dachrinne dienende Rinne. Sie kann deshalb mit deutlichem Gefälle verlaufen, ohne dass das für den Betrachter aufgrund eines zunehmend großen Spaltes zwischen der Dachkante und der Dachrinne sichtbar wird. Weiterhin erleichtert die Verwendung einer solchen Blendleiste die Ausbildung von Gefälle in einem um 90° abgewinkelten Bereich des Rinnenverlaufs.
Vorteilhaft ist es auch, wenn auf dem Wasser zulauf nach oben gerichtete Schneeauffangstifte angebracht sind. Hierdurch kann man die Anordnung üblicher Schneeauffanggitter auf den Dachziegeln vermeiden, wodurch der bisher hohe Aufwand für die Befestigung solcher Schneeauffanggitter entfällt.
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Die Neuerung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist in der Zeichnung eine neuerungsgemäße Vorrichtung als Ersatz für eine herkömmliche Dachrinne in perspektivischer Schnittdarstellung gezeigt und wird nachfolgend beschrieben.
Die Zeichnung zeigt einen Teilbereich eines Daches 1, von dem zwei Dachziegel 2, 3 zu erkennen sind. Das Dach 1 hat eine durch das untere Ende der Dachziegel 2, 3 gebildete Dachkante 4, an der sich mit gleichem Gefalle wie das Dach ein als Blechteil ausgebildeter Wasserzulauf 5 anschließt. Dieser Wasserzulauf 5 geht in eine senkrecht nach unten ausgerichtete, beispielsweise als Gewebe ausgebildete Siebwand 6 über, der sich eine winkelförmige Blendleiste 7 anschließt. Unmittelbar hinter der Blendleiste 7 ist als Reinwassersammler eine Rinne 8 angeordnet, deren Außenseite mit der Siebwand 6 Verbindung hat. Die Rinne 8 hat nach einer Seite hin geringes Gefalle, so dass in sie gelangendes Wasser auf übliche Weise über ein nicht gezeigtes Fallrohr abfließen kann. Auf dem Wasserzulauf 5 erkennt man mehrere nach oben gerichtete Schneeauffangstifte 9.
Regnet es, dann fließt das Regenwasser die Dachziegel 2, 3 herunter über den Wasserzulauf 5 und dann außenseitig über die Siebwand 6. Durch Adhäsionskräfte gelangt dieses Wasser so gut wie vollständig durch die Siebwand 6 hindurch in die Rinne 8, in der es abfließt. Mit dem Regenwasser mitgeführte Blätter oder andere Verunreinigungen vermögen nicht durch die Siebwand 6 hindurchzutreten und fallen von ihr nach unten hin herunter.
Bezugszeichenliste
1 Dach
2 Dachziegel
3 Dachziegel
4 Dachkante
5 Wasserzulauf
6 Siebwand
7 Blendleiste
8 Rinne
9 Schneeauffangstifte
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen aus Wasser, bei der das die Feststoffe enthaltende Wasser von einem Wasserzulauf über eine zumindest in etwa senkrecht angeordnete Siebwand strömt und dabei aufgrund von Adhäsionskräften durch die Siebwand hindurch in einen Reinwassersammler gelangt, während die Feststoffe von der Siebwand zurückgehalten werden und sich auf der dem Reinwassersammler abgewandten Seite der Siebwand nach unten bewegen, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinwassersammler als sich in etwa horizontal erstreckende Rinne (8) ausgebildet ist, dass sich die Siebwand (6) über die Länge der Rinne (8) von einer äußeren Wandfläche der Rinne (8) nach oben hin und sich der Wasserzulauf (5) quer zur Rinne (8) über sie hinweg zur Außenseite der Rinne (8) erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Siebeinrichtung für eine Abwasser-Reinigungsanlage ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Ersatz für eine übliche Regenrinne eines Gebäudedaches (1) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ihr Wasserzulauf (5) zur Anordnung unter einem Dachvorsprung und damit zugleich als Fortsetzung der Dachneigung ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rinne (8) auf der Gebäudeinnenseite einer parallel zur Dachkante (4) verlaufenden Blendleiste (7) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Wasserzulauf (5) nach oben gerichtete Schneeauffangstifte (9) angebracht sind.
Priority Applications (2)
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