DE29897C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
BAIN ELECTRIC COMPANY in CHICAGO
(County of Cook, Illinois, V. S. A.).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. Januar 1884 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Regulator für dynamo- oder magnet-elektrische
Maschinen, um den Arbeitsstrom derart zu reguliren, dafs stets das richtige Vefhältnifs zwischen
der Arbeitsleistung des äufseren Stromkreises und der erzeugten und in die Arbeitsleitung geschickten Strommenge besteht und
somit der möglichst gröfste Nutzeffekt erzielt wird.
Der Regulator basirt auf der automatischen Verstellung der Commutatorbiirsten, lind es wird
hierzu einestheils die mechanische Triebkraft der Maschine, anderentheils die elektrische
Kraft des Arbeitsstromes selbst oder eines Zweigstromes desselben benutzt. Die geringste
Schwankung einer dieser beiden Kräfte übt sofort den entsprechenden Einflufs auf den Regulator
aus, so dafs dieser augenblicklich wieder das. richtige Verhältnifs im Arbeitsstrome herstellt.
Sobald also die Geschwindigkeit des Ankers bezw. der Feldmagnete infolge einer Schwankung der Triebkraft der Maschine sich
ändert oder aber im Arbeitsstrome selbst irgend welche Aenderung eintritt, wird durch jede
dieser Aenderungen automatisch auch sogleich die Thätigkeit des Regulators in entsprechender
Weise modificirt.
Der Regulator besteht im wesentlichen aus einer auf der Ankerwelle befestigten Frictionsscheibe
und einem darauf befindlichen Bremsring aus weichem Eisen, der mit zwei Schenkeln
versehen ist, von denen der eine am Ende rechtwinklig nach dem anderen zu umgebogen
ist. An den Schenkeln sind Einrichtungen getroffen, um die erforderliche bezw. erwünschte
Anfangsreibung des Ringes auf der Scheibe erzielen und den Normalabstand der beiden
Schenkel von einander reguliren zu können. An dem einen Schenkel ist ein Gewicht oder
eine Feder angebracht, welche den Frictionsring mit seinen Armen in normaler Lage zu
erhalten bestrebt ist und entgegengesetzt der Reibung auf der Frictionsscheibe wirkt, welch
letztere beständig (je nach der Reibung zwischen Ring und Scheibe und der Schnelligkeit ihrer
Rotation) den Frictionsring mit herumzudrehen sucht.
Auf dem umgebogenen Ende des zweiten Schenkels befindet sich eine Drahtspule, welche
entweder direct oder mittelst einer Zweigleitung in die Leitung des Arbeitsstromes eingeschaltet
ist. Mit dem Bremsring ist der Bürstenhalter derart verbunden, dafs die Bürsten das Maximum
an erzeugtem Strome ableiten, wenn der Ring und seine Schenkel sich in normaler Lage
befinden. Ferner ist der Bürstenhalter noch mit einer hydraulischen Bremse verbunden,
welche einer zu plötzlichen unruhigen Bewegung der Bürsten vorbeugt.
Es folgt aus dieser Construction, dafs die Regulirung der Stellung der Bürsten auf dem
Commutator und dementsprechend auch der letzterem durch die Bürsten entnommenen Strommenge
sich automatisch vollzieht, und zwar in Abhängigkeit von zwei Kräften, erstens und
hauptsächlich der zwischen Frictionsring und Scheibe bei der Rotation entstehenden mechanischen
Reibung, und zweitens einer von dem
Zustande im Arbeitsstrome abhängigen Kraft, welche entsprechend diesem Zustande die
Schenkel des Bremsringes mehr oder weniger zusammendrückt und dadurch die Reibung
zwischen Ring und Scheibe je nach den Aenderungen im Arbeitsstromkreis verringert oder
vergröfsert und dadurch die entsprechende Verstellung der Bürsten veranlafst. Auf diese
Weise wird also die Regulirung im grofsen Ganzen von der mechanischen Triebkraft der
Maschine selbst verrichtet, während der erzeugte Strom eigentlich mehr zur feinen und zuverlässigen
Controlirung der Thätigkeit jener mechanischen Kraft dient.
Auf beiliegender Zeichnung ist ein solcher Apparat in Fig. ι in Vorderansicht und in
Fig. 2 in Endansicht dargestellt. Fig. 3 veranschaulicht eine Modification.
Auf der Commutatorwelle A sitzt lose der Bürstenhalter B, welcher isolirt die Zapfen C
mit den auf dem Commutator D schleifenden Bürsten E trägt. Auf dieser Welle A ist mittelst
Keiles α eine Frictionsscheibe F befestigt, auf
welcher ein nicht ganz geschlossener Bremsring G aus weichem Eisen sitzt, von dem zwei
Schenkel G' und G" ausgehen, von denen der eine am Ende rechtwinklig nach dem anderen
Schenkel zu umgebogen ist.
Auf diesem umgebogenen Schenkelende ist eine Drahtspule H angebracht, welche entweder
direct oder durch eine Zweigleitung eingeschaltet ist und das Schenkelende beim Stromdurchgang
somit in einen Elektromagneten verwandelt, welcher dann den als Anker dienenden zweiten Schenkel G" anzieht. An diesem
zweiten Schenkel oder an sonst einem geeigneten Theil des Bremsringes bezw. des Bürstenhalters
ist ein Gewicht J oder eine Feder angebracht, welche den Bremsring mit seinen
Schenkeln beständig in der normalen Lage zu erhalten suchen.
Zwischen den Schenkeln des Ringes ist eine Feder J angeordnet, welche in dem dargestellten
Falle einfach, über den Schaft einer Justirschraube K geschoben ist und in Verbindung
mit letzterer dazu dient, die Anfangsreibung des Ringes und die Lage des Ankers G" zum
Elektromagneten G' H richtig einzustellen. Zu diesem Zwecke könnte natürlich auch irgend
eine andere geeignete Einrichtung verwendet werden.
Der Bürstenhalter C ist mit dem Bremsring G
durch einen Stift b oder in sonst passender Weise fest verbunden. Die Drahtspule H steht
durch einen isolirten nachgiebigen Leitungsdraht c mit einer der Bürsten E in leitender
Verbindung und ist durch Draht d an eine der Klemmschrauben der Maschine angeschlossen
und somit hier direct in die Leitung eingeschaltet. Es kann jedoch zuweilen vortheilhafter
sein, eine feindrähtige Spule anzuwenden und dieselbe in einen Zweig der Hauptleitung
einzuschalten. Ferner ist es zweckmäfsig, den Bürstenhalter noch mit einer hydraulischen
Bremse oder einer anderen geeigneten Bremseinrichtung zu verbinden, um jede zu plötzliche
Verstellung der Bürsten zu verhindern.
Die Wirkungsweise des Regulators ist folgende:
Im Ruhezustande hängt derselbe infolge seiner
Schwere vertical, wie in Fig. 1 gezeichnet, wobei sich die Bürsten in derjenigen Stellung auf
dem Commutator befinden, in welcher sie das Maximum an Strom ableiten. Sobald aber die
Ankerwelle zu rotiren beginnt und der erzeugte Strom die gewünschte Stärke erreicht, wird der
Bremsring durch die Reibung an der Frictionsscheibe ein Stück mitgenommen, bis Reibung
und Schwere sich das Gleichgewicht halten, so dafs die ganze Einrichtung dann vielleicht die
in Fig. ι punktirt gezeichnete Lage einnimmt und die Bürsten in diejenige Stellung auf dem
Commutator verschoben sind, wo sie gerade die für die Arbeitsleistung erforderliche Strommenge
ableiten.
Aendert sich nun die Geschwindigkeit der Ankerwelle infolge einer Schwankung der Betriebskraft
etc., so dafs beispielsweise von den Bürsten ein stärkerer Strom, als erforderlich, abgeleitet
wird, so verstärkt derselbe bei seinem Durchgang durch die Drahtspule H auch den
Elektromagneten G' H, der Schenkel G" wird kräftiger angezogen, damit zugleich auch der
Bremsring G' stärker angedrückt, und die so vermehrte Reibung an der Frictionsscheibe veranlafst
ein weiteres Mitnehmen des Bremsringes nebst Schenkel und Bürstenhalter, so dafs sich
die Bürsten noch mehr oder weniger den neutralen Punkten des Commutators nähern und
somit der Arbeitsstrom stets gleichmäfsig erhalten wird.
Ebenso verändert sich natürlich auch die Attraktionskraft des Magneten G' H, sobald der
Strom in der Arbeitsleitung selbst irgend welche Aenderung erleidet; die Pressung des Bremsringes
auf die Frictionsscheibe wird dementsprechend verringert oder vergröfsert, und die
Bürsten auf dem Commutator derart verschoben, dafs sie genau die stets erforderliche Strommenge
ableiten.
Es wird also das Gleichgewicht des Stromes im Arbeitskreis ununterbrochen erhalten, gleichviel
ob der Widerstand in dieser Leitung oder die Drehungsgeschwindigkeit des Ankers sich
ändert.
Es leuchtet ein, dafs bei der beschriebenen Einrichtung nur ein verschwindend kleiner
Bruchtheil des erzeugten Stromes zur Regulirung
der Bürsten verbraucht wird, da die Aenderung der Reibung zwischen Bremsring und Frictionsscheibe
äufserst wenig Kraftaufwand erfordert und die zur Verschiebung der Bürsten auf dem
Commutator nöthige Arbeit durch die zur Drehung des Ankers dienende Kraft selbst geleistet
wird.
Die Folge hiervon ist, dafs der Regulator äufserst rasch functionirt. und schon für verhältnifsmäfsig
sehr geringe Aenderungen empfindlich ist, ohne dafs derselbe dabei schwächend oder sonst nachtheilig auf den Arbeitsstrom einwirkte.
Wie bereits oben angedeutet, wird also die Regulirung durch zwei Kräfte ausgeführt, und
zwar wird, wie beschrieben, durch die elektrische Energie die Bremsvorrichtung in entsprechender
Weise in Thätigkeit gesetzt, während die betreffende Einstellung der Theile des Regulators
dann durch die mechanische Kraft der Maschine selbst bewirkt wird.
Fig. 3 zeigt eine Modification der Regulirvorrichtung.
Hier ist auf der Maschinenwelle eine Frictionsscheibe J/befestigt, an welche ein
zweites Frictionsrad JV, entsprechend der Stärke des durch die Drahtspule O hindurchgehenden
Stromes, mehr oder minder stark angedrückt wird. Die Scheibe JV ist in dem einen
Schenkelende des um Q schwingenden Hebels JP gelagert.
Von dem Bürstenhalter geht eine Schnur aus, welche um eine mit der Scheibe JV verbundene
Trommel geschlungen ist, während der Bürstenhalter selbst wiederum mit einem Gegengewicht
oder einer Gegenfeder in Verbindung steht.
Selbstredend können in ähnlicher Weise die Details der Construction noch vielfach modificirt
werden, ohne an dem Wesen der Erfindung selbst etwas zu ändern, welches, wie erwähnt,
hauptsächlich darin besteht, dafs der Arbeitsstrom automatisch durch die Energie des elektrischen
Stromes selbst und durch die mechanische Thätigkeit der Maschine regulirt wird,
indem erstere die letztere gewissermafsen controlirt.
Claims (5)
1. Die Regulirung des Arbeitsstromes eines elektrischen Generators mittelst eines direct
auf der Ankerwelle montirten und mit den Stromabnahmebürsten verbundenen Bremsapparates,
welcher von dem Strom der Maschine selbst derart in Thätigkeit gesetzt wird, dafs die Bremsreibung gemäfs den
Aenderungen im Arbeitsstrom geregelt und hierdurch wiederum die Stellung der Bürsten
auf den Commutator in entsprechender Weise verändert wird.
2. Ein Regulator für elektrische Generatoren, bestehend aus einer direct auf der rotirenden
Ankerwelle montirten und mit dem Bürstenhalter verbundenen Bremsvorrichtung
und einem in die äufsere Leitung der Maschine eingeschalteten Elektromagneten,
welcher die Bremswirkung gemäfs der Stärke des äufseren Stromkreises controlirt.
3. Eine Bremsvorrichtung für Regulatoren dynamo- oder magnet -elektricher Maschinen,
bestehend aus einer auf der Ankerwelle befestigten, mitrötirenden Frictionsscheibe F
und einem dieselbe umspannenden und mit dem Bürstenhalter B verbundenen Bremsring
G, dessen Reibung durch einen in die Aufsenleitung eingeschalteten Elektromagneten
gemäfs der Aenderung der Stärke des Arbeitsstromes geregelt wird.
4. Die Anordnung zweier paralleler eiserner Schenkel G' und G" am Bremsring G, von
denen der eine den Kern einer in die Aufsenleitung des Generators eingeschalteten
Inductionsspule, der andere Schenkel den Anker des so entstehenden Elektromagneten
bildet, so dafs durch die mehr oder minder starke Erregung des letzteren, entsprechend
den Schwankungen im Arbeitsstrom, auch die Bremswirkung von G in gleichem Mafse
-verändert wird.
5. Die Anordnung einer Vorrichtung zum Justiren der Normalreibung des Bremsringes, bestehend
aus einer die Schenkel G' und G" verbindenden Stellschraube K mit dazwischenliegender
Spiralfeder J.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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|---|---|
| DE29897C true DE29897C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT29897D Active DE29897C (de) |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE29897C (de) |
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