DE29813921U1 - Vorrichtung zur Besamung von Tieren, insbesondere Sauen - Google Patents
Vorrichtung zur Besamung von Tieren, insbesondere SauenInfo
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Description
(A:KISG2_T5.TAT)
Vorrichtung zur Besamung von Tieren,. insbesondere
Sauen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Besamung von Tieren, insbesondere Sauen, umfassend einen zur Führung der
Samenflüssigkeit geeigneten Katheter zur Einführung in die 15
Vagina, der einen Wulst im Bereich seines einzuführenden Endes und einen in den Beginn der Vagina einführbaren
Hohlkörper aufweist, durch den Wulst und Katheter ^n die
Vagina einschiebbar sind.
Eine derartige Vorrichtung ist dem DE-GM 295 05 177.9 des
Anmelders zu entnehmen. Der Katheter, der im wesentlichen aus einem relativ stpi f &rgr;&tgr;&iacgr; Kunststoffrohr besteht.+, geht an_
seinem Ende in einen Wulst über, der das Zurückfließen der
Samenflüssigkeit bei der Besamung verhindern soll. Ferner 25
ist gemäß vorgenanntem Stand der Technik ein Hohlkörper,
_ _3üoxzugsw.eise_in_Form-ei-ner—Hü-l-se-^vorgesehen-;—derJ"den~Würst
und den Katheter umgibt und der bei Einführen des Katheters in die Vagina durchstoßen wird, so daß eine Verbesserung
gegenüber infektiöser Kontamination gegeben ist, wie aus der Beschreibung des vorgenannten Standes der Technik
hervorgeht.
Es hat sich gezeigt, daß ein mit einem bestimmten Durchmesser versehener Wulst zu Verletzungen der Vagina führen
kann, da je nach Lebensalter der Tiere das Lumen der Vagina verschieden weit ist. Es ist auch schon der Vorschlag
gemacht worden, einen Katheter nach Art der sogenannten Ballonkatheter mit einem aufblasbaren Wulst zu versehen, der
nach Einführen mit Hilfe einer Luftpumpe oder dergleichen aufgeblasen wird (vgl. DE-AS 1766902). Diese Art eines
veränderbaren Wulstes hat jedoch den Nachteil, daß die Handhabung im Tierstall und im Bereich der sich ungebärdig
verhaltenden Tiere sehr schwierig ist, so daß eine Anwendung praktisch ausgeschlossen ist.
Es stellt sich daher die Aufgabe, eine Besamungsvorrichtung
anzugeben, die einerseits die Vorteile des Gebrauchsmusters 295 05 177 besitzt, andererseits das Zurückfließen der
Samenflüssigkeit weitgehend verhindert, ohne daß eine komplizierte Handhabung erforderlich ist.
Dies Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Wulst aus einem Schaumkunststoff oder
dergleichen besteht und sich vor der Einführung in die Körperhöhle auf einen, das Lumen der Körperhöhle unterschreitenden
Querschnitt zusammendrücken läßt und sich bei Erreichen der dem Muttermund des Tieres entsprechenden
Endposition nach einer Expansionszeit soweit ausdehnt, daß die Tierkörperhöhle mit einem weichen, zurückziehbaren
Pfropfen verschlossen ist.
Vorzugsweise ist der Wulst torus- oder zylindrischhülsenförmig
ausgebildet und auswechselbar am einzuführenden Ende des Katheters angebracht. Eine zusätzliche Luftführung
QQ ist nicht erforderlich. Eine entsprechende
Kunststoff-Schaummasse kann so eingestellt werden, daß nach dem Zusammendrücken, was beispielsweise manuell oder aber
durch die Außenwandung des Hohlkörpers geschehen kann, eine ausreichende Zeit verbleibt, bis sich der Wulst wieder
soweit gedehnt hat, daß er die Innenwandung der Vagina abschließt. Das verwendete Material - Schaumkunststoff - ist
so weich, daß es leicht wieder aus der Vagina zurückgezogen
3
werden kann, ohne daß es zu Verletzungen kommt.
werden kann, ohne daß es zu Verletzungen kommt.
Um den Wulst genau zu plazieren und unverrückbar zu machen, wird vorgeschlagen, daß das Ende des Katheters eine nach
außen gerichtete Verdickung aufweist, an der sich der Wulst abstützt. Vorzugsweise kann auch eine zweite Verdickung
vorgesehen sein, die in einem, etwa einer Wulstlänge entsprechenden Abstand von der ersten Verdickung angeordnet
ist. Die Außendurchmesser der Verdickung sind so bemessen, daß sie das Lumen der Vagina unterschreiten und damit nicht
zu Verletzungen führen können.
Für das Material des Wulstes eignen sich weichelastische Schaumkunststoffe, die zusammendrückbar sind und sich nach
dem Loslassen in einer bestimmten Zeit, beispielsweise innerhalb von 10 bis 45 Sekunden erweitern und wieder dehnen
und die ursprüngliche Form wieder annehmen. Beispielsweise haben Schaumkunststoffe aus Polyurethan diese Eigenschaft.
Es werden hierzu Weichschaumstoffe gemäß DIN 7726 verwendet, die bei Druckbelastung einen relativ geringen '
Verformungswiderstand aufweisen. Das langsame Retadieren kann mit Hilfe von Weichmachern und dem Fachmann bekannten
Rezepturen eingestellt werden. :.
Das Zusammendrücken und Aufrechterhalten des komprimierten Wulstes vor der eigentlichen Besamung kann in
unterschiedlicher Weise erreicht werden. Beispielsweise kann eine abreißbare Folienhülse verwendet werden. Der
freigegebene Wulst erweitert sich zu seiner ursprünglichen Form, wobei innerhalb einer bestimmten Zeit, die ausreicht,
daß die Katheterspitze den Muttermund erreicht, die Form wieder angenommen wird.
Der Wulst kann entsprechend den Bedürfnissen und unter Berücksichtigung von Herstellungskosten an seiner Außenseite
glatt-zylindrisch sein; es ist aber auch möglich, ihn in
Form einer Spirale oder mit lamellenartigen Unterbrechungen
zu versehen, so daß er an seiner Außenseite einer ring- oder
spiralförmige, periphere Ausnehmung aufweist.
Darauf hinzuweisen ist, daß der vor Beginn der Besamung den Wulst umgebende, vor infektiöser Kontamination schützender
Hohlkörper nach der Einführung am Beginn der Vagina verbleibt, während das mit dem Wulst versehene Ende des
Katheters in Richtung Gebärmutter verschiebbar ist und aus dem Hohlkörper ausschiebbar ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus den Ausführungsbeispielen hervor, die anhand der Zeichnung näher
erläutert werden. Die Figuren der Zeichnung zeigen im einzelnen:
Figur 1 einen axialen Halbschnitt der Vorrichtung,
mit einem in den Hohlkörper eingeschobenen Wulst,
Figur 2 eine Besamung-Vorrichtung mit einem die
peripheren Ausnehmungen aufweisenden Wulst, der komprimiert und freigegeben gezeigt ist,
Figuren weitere Ausführungsformen des Wulstes, '25 3 und 4
Figur 5 eine künstliche Besamung einer1Sau unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
In Figur 1 ist eine Vorrichtung 100 zur künstlichen Besamung von Sauen dargestellt, die sich aus einem Katheter 1 und
einem an ein Rohrende 1.1 des Katheters eingesetzten, hülsenförmigen Wulst 2.1 zusammensetzt.
Das Ende 1.1 des Katheters weist eine nach außen gerichtete, kegelförmige Verdickung 4.1 auf, an der sich der an dem
Katheter aufgesetzte Wulst 2.1 abstützt. Am Katheter! ist
• ft * ft··« · · <
, noch eine zweite Verdickung 4.2 angebracht, die in einem
etwa einer Wulstlänge L entsprechenden Abstand A von der ersten Verdickung 4.1 angeordnet ist. Damit ist die axiale
Lage des Wulstes 2.1 gegenüber dem Katheter durch die Anordnung der beiden Verdickungen 4.1, 4.2 festgelegt. In
gleicher Weise sind am Katheter 1 die Wülste 2.2, 2.3 und 2.4 (vgl. Figuren 2 bis 4) aufgesetzt. Angesicht der hohen
Anforderungen an Sterilität ist der Katheter.1 mit Wulst
2.1, 2.2, 2.3, 2.4 als Einweg-Vorrichtung konzipiert. Die Wülste 2.1, 2.2, 2.3,2.4 können auch als auswechselbare
Einweg-Elemente verwendet werden.
In Figur 2 ist eine ähnliche (Bezugszahl 200) Vorrichtung dargestellt, bei der der auswechselbare Wulst 2.2 mehrere
peripheren Ausnehmungen 3.1 aufweist. Wie das obere Teil der Figur zeigt, nimmt der vorher komprimierte Wulst 2.2 ein
wesentlich vergrößertes Volumen an und verwandelt sich in einen Pfropfen 20, der auch in Figur 5 zu sehen ist.
Ferner sind in den Figuren 3 und 4 andere Ausführungsformen
(Bezugszahlen 2.3, 2.4) des Wulstes gezeigt, bei denen der
erweiterte Wulst (Pfropfen) Abrundungen 9 oder Abschrägungen Il aufweist, damit die Katheterspitze leichter geführt
werden kann und das Tier nicht verletzt; wird!
Der in Fig.3 gezeigte Wulst besitzt eine einzige, spiralförmige
Ausnehmung 3.2. Der Wulst 2.1, 2.2, 2.3, 2.4 ist aus einem weichen, geschlossenzelligen Polyethylen oder
Polyurethan einer Dichte etwa von 40 kg/mn angefertigt,
wobei mit Hilfe von Weichmachern und anderen Additiven die Rückstellzeit des Schaumstoffes so eingestellt ist, daß der
Pfropfen so zusammendrückbar ist, daß der Querschnitt das Lumen der Körperhöhle unterschreitet. Zunächst wird der
Muttermund des Tieres erreicht. Innerhalb der Endposition wird das Ende der Expansionszeit abgewartet, wobei der
Pfropfen sich soweit ausdehnt, daß die Tierkörperhöhle mit einem weichen, zurückziehbaren Pfropfen 20 verschlossen ist.
Die Einstellung der Expansionzeit entsprechend der Temperatur der Körperhöhlung und der Größe, kann nach
fachmännischem Ermessen mit entsprechenden , Schäumstoffkörpern erfolgen.
■ . .
Ist der günstigste Zeitpunkt für die Belegung festgelegt,
wird die künstliche Besamung bzw. Befruchtung wie folgt
durchgeführt: .
Zuerst ist die Scham 21 (vgl. Fig. 5) sehr intensiv zu
reinigen. Danach wird auf den Wulst nach dessen Einreiben mit Parafinöl (Gleitmittel) der Hohlkörper 6, gezogen.
Danach wird das Äußere des Hohlkörpers 6 ebenfalls mit dem Parafinöl gleitfähig gemacht. Andere Gleitmittel sind nicht
zu verwenden, da sie das Sperma schädigen können.
Danach wird die Vorrichtung, wie sie die Fig. 1 zeigt, mit dem Hohlkörper 6 voran in die Scheide 31 eingeführt. Der
sterile Hohlkörper 6 ist so weit in die Scheide 31 einführbar, bis sein nach außen ragender Kragen 6.1 auf der
äußeren Scham aufliegt. Beim Weiterschieben der Vorrichtung stößt die Verdickung 4.1 gegen einen Kegelstumpf 6.2 des
Hohlkörpers 6 und öffnet seine Dünnfilmverschlüsse 6.3 und läßt den Wulst passieren. Dieser wird nun vollkommen
keimfrei bis hin zum Muttermund 31' geführt. 'Der zunächst
komprimierte Wulst erweitert sich innerhalb etwa 20 Sekunden, nimmt sein größtes Volumen an und verschließt den
Kanal, so daß das Sperma zurück nicht fließen kann.
Um das Zurückfließen des Sperma durch den Katheter 1 zu verhindern, ist es vorgesehen, an seinem dem Wulst gegenüberliegenden
Ende eine Knickstelle 12 einzubringen. Durch das einfache Knicken des Katheters und Einklemmen mit einer
Klammer, Clipverschluß oder dgl. wird erreicht, daß dieser unmittelbar nach der Besamung verschlossen bleibt. Es ist
auch möglich, an dem Katheter l ein einfaches, aus Kunststoff hergestelltes Ventil (nicht dargestellt)
anzubringen. _ '.
Die Sau muß die Vorrichtung dabei "halten", d. h., beim Zurückziehen des Wulstes muß ein leichter Widerstand
festzustellen sein. Der erfahrene Halter weiß dabei, bis zu welchem Punkt die Kathetereinheit zu führen hat. Danach wird
an das Ende ein Samenbehälter 18 (vgl. Fig. 5) angeschlossen. Durch leichten Druck auf den Behälter 18 wird
dafür gesorgt, daß das Sperma in die Gebärmutter 41 fließen kann. Die gesamte Zeit der Besamungsdauer sollte mindestens
3 Minuten dauern. Die Sau wird während und nach der Besamung entsprechend stimuliert.
Nach der Leerung des Samenbehälters 18 ist die Katheterspitze
nicht sofort zurückzuziehen. So wird unnötiger Spermärückfluß vermieden. Ist eine gewisse Zeit abgelaufen,
werden der Katheter 1 mit dem Wulst und zugleich der Hohlkörper 6 mit entfernt.
Claims (10)
1. Vorrichtung (100) zur Besamung von Tieren, insbesondere Sauen, umfassend einen zur Führung der Samenflüssigkeit
geeigneten Katheter (1) zur Einführung in die Vagina, der einen Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4) im Bereich seines
einzuführenden Endes (1.1) und einen in den Beginn der Vagina einführbaren Hohlkörper (6) aufweist, durch den Wulst
,_ und Katheter in die Vagina einschiebbar sind, 15
dadurch gekennzeichnet, daß der Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4)
aus einem Schaumkunststoff oder dergl. besteht:und sich vor
der Einführung in die Körperhöhle auf einen, das Lumen der Körperhöhle unterschreitenden Querschnitt zusammendrücken
läßt und sich bei Erreichen der dem Muttermund des Tieres entsprechenden Endposition nach einer Expansionszeit soweit
ausdehnt, daß die Tierkörperhöhle mit einem weichen, zurückziehbaren Pfropfen (20) verschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Katheter (1) im Endbereich (1.1) eine nach außen gerichtete Verdickung (4.1) aufweist, an der sich der Wulst
(2.1, 2.2, 2.3,'2.4) abstützt. :
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, U
daß der Katheter mit einer zweiten Verdickung (4.2) versehen ist, die in einem etwa der Wulstlänge (L) entsprechenden
Abstand (A) von der ersten Verdickung (4.1) angeordnet ist, so daß die axiale Lage des Wulstes (2.1, 2.2, 2.3) gegenüber
dem Katheter durch die Anordnung der beiden Verdickungen 35
(4.1, 4.2) festgelegt ist.
A2
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die erste, am Ende (1.1) des Katheters angeordnete Verdickung (4.1) kegelstumpfförmig ausgebildet
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4)
auswechselbar ist.
6. Vorrichtung nach Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4) torus-
oder hülsenförmig ist.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4) aus einem weichen, vorzugsweise geschlossenzelligen
Schaumkunststoff auf Polyurethanbasis besteht.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wulst (2.2, 2.3, 2.4) an seiner Außenseite wenigstens eine ring ^ oder
spiralförmige, periphere Ausnehmung (3.1, 3.2) aufweist.
9. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Katheter (1) an seinem dem Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4) gegenüberliegenden
Ende eine Sollbruch- oder Knickstelle (12) aufweist.
10. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der vor Beginn der Besamung den Wulst (2.1, 2.2, 2.3, 2.4) umgebende, vor
infektiöser Kontamination schützende Hohlkörper (6) nach der Einführung am Beginn der Vagina verbleibt, während das mit
dem Wulst versehene Ende (l.l) des Katheters (1) in Richtung
Gebärmutter veschiebbar ist und aus dem Hohlkörper (6) ausschiebbar ist.
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