DE29711024U1 - Kabel mit zugfesten Elementen aus einem Faserwerkstoff - Google Patents
Kabel mit zugfesten Elementen aus einem FaserwerkstoffInfo
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Description
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kabel mit einem oder mehreren Leitern, einer äußeren Hülle und zugfesten
Elementen, die aus einem Faserwerkstoff bestehen.
Kabel umfassen neben einem oder mehreren, ggf. isolierten Leitern und einer äußeren Hülle bzw. einem Mantel zum
Schutz häufig zugfeste Elemente, die aus einem Faserwerkstoff bestehen. In der Regel dienen die Elemente
gleichzeitig zur Füllung von Hohlräumen im Kabelquerschnitt, um eine gegenseitige Verschiebung von
Leitern, Hüll- und Schutzelementen wie Bewehrungen, Beilaufen, Schirmen oder Isolierungen zu vehindern und
die Druckbelastbarkeit des Kabels zu erhöhen.
Zugfeste Elemente sind insbesondere bei Lichtwellenleiterkabeln von erheblicher Bedeutung, um
eine ausreichende mechanische Belastbarkeit zu erreichen, wie sie speziell bei der Verlegung notwendig ist. Daher
bestehen die Elemente aus mechanisch hoch belastbaren Werkstoffen, beispielsweise glas- oder
kohlefaserverstärkten Kunststoffen oder Aramidfasern, die
zu einem Garn versponnen sind. Ferner sind auch aus Stahl gefertigte zugfeste Elemente bekannt. Die Anordnung kann
sowohl in der Kabelseele, vorzugsweise in einem Zentralstrang, als auch in der äußeren Hülle des Kabels
erfolgen. Unterschiedliche Kabelaufbauten sind beispielsweise beschrieben in "Lichtwellenleiterkabel",
2
G. Mahlke und P. Gössing, Siemens AG, Berlin, 1993.
G. Mahlke und P. Gössing, Siemens AG, Berlin, 1993.
Auch bei Kabeln mit elektrischen Leitern, insbesondere bei Kabeln für Spezialanwendungen, werden gelegentlich
zugfeste Elemente eingesetzt, die meist aus Stahldrähten bestehen. Im Fall elektrischer Kabel sind zudem Jutegarne
als äußere Schutzhüllen und Isolierung bekannt, die jedoch auf Grund einer sehr geringen Zugfestigkeit zur
mechanischen Verstärkung ungeeignet sind (Artbauer, "Kabel und Leitungen", VEB Verlag Technik, Berlin 1961,
S. 153 ff) .
Viele der in einem Kabel verwendeten Werkstoffe sind in ökologischer Hinsicht bedenklich und erschweren die
Wiederverwertung defekter oder nicht mehr benötigter Kabel erheblich. Vielfach ist eine aufwendige Zerlegung
und Aufbereitung der Komponenten oder ihre kostenintensive Deponierung erforderlich. Zudem ist der
Preis vieler gebräuchlicher Werkstoffe zur Zugentlastung vergleichsweise hoch.
Davon ausgehend besteht die Aufgabe der Erfindung in der Schaffung eines Kabels, dessen Werkstoffe seine
Entsorgung erleichtern und die eine preisgünstige Alternative zu gebräuchlichen Werkstoffen darstellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Fasern des Faserwerkstoffes natürliche Fasern sind.
Vorzugsweise sind die Fasern zu Strängen, beispielsweise Seilen oder Garnen, verarbeitet. Ihre hohe
Zugbelastbarkeit wird durch eine gute Haftung der Fasern
eines Strangs untereinander gewährleistet, die durch eine sorgfältige Verspinnung erreichbar ist. Die natürlichen
Fasern können grundsätzlich in beliebigen Kabeltypen eingesetzt werden, beispielsweise elektrischen, optischen
oder Hybridkabeln mit runden, flachen oder anders
3
geformten Querschnitten. Geringe Unterschiede in der
geformten Querschnitten. Geringe Unterschiede in der
Zugbelastbarkeit gegenüber bisher gebräuchlichen Faserwerkstoffen lassen sich dabei gegebenenfalls durch
eine Querschnittsvergrößerung der zugfesten Elemente ausgleichen. Wenn ein Kabel mehrere zugfeste Elemente
umfaßt, ist es zweckmäßig, sie sämtlich aus natürlichen Fasern herzustellen.
Der Vorteil der natürlichen Fasern besteht insbesondere in ihren guten ökologischen Eigenschaften. Sie
erleichtern das Recycling der Kabel erheblich, wobei ökologische Schäden ausgeschlossen sind und sich
Deponierungskosten aufgrund der biologischen Abbaubarkeit des Materials wesentlich vermindern lassen. Auch eine
Verbrennung ist unbedenklich und ohne Schadstoffe möglich. Durch Nutzung der Fasern im industriellen
Maßstab sind auch Kostenvorteile gegenüber synthetischen Fasern erreichbar, speziell solchen aus teuren
Rohstoffen.
Obwohl sich auch tierische Fasern zu zugfesten Elementen verarbeiten lassen, sind pflanzliche Fasern bevorzugt, da
sie sich in großen Mengen zu günstigen Preisen produzieren lassen. Aufgrund ihrer vorteilhaften
mechanischen Eigenschaften sind dabei insbesondere Hanfund Flachsfasern geeignet. Auch die Verwendung von
Jutefasern oder anderen landwirtschaftlich anbaubaren
Faserpflanzen wie z. B. Baumwolle ist möglich. Denkbar ist schließlich der Einsatz von Mischungen
unterschiedlicher Faserarten, die eine breite Variation der Werkstoffeigenschaften gestatten.
Der Einsatz natürlicher Faserwerkstoffe bietet sich insbesondere in Kabeln mit Lichtwellenleitern an,
beispielsweise um metallfreie optische Kabel herzustellen. Auch die Verwendung in Kabeln mit
elektrischen Leitern ist jedoch möglich, speziell wenn die zugfesten Elemente auch zur Ausfüllung des
Kabelquerschnitts dienen.
Auch im Hinblick auf die Art der Festlegung der Fasern im Kabel bestehen unterschiedliche Möglichkeiten. Einerseits
können zugfeste Elemente lose im Kabel verlaufen, d. h. ihre Fixierung in Längsrichtung des Kabels erfolgt
lediglich durch Verseilung bzw. Reibschluß mit anderen Elementen des Kabels. Gegebenenfalls können dabei
einzelne Stränge der zugfesten Elemente in axialer Richtung gegeneinander verschiebbar sein. Alternativ
lassen sich zugfeste Elemente auch mit anderen Elementen des Kabels verkleben.
Vielfach erweist es sich als zweckmäßig, die zugfesten Elemente in eine Matrix einzubetten, vorzugsweise einen
ökologisch unbedenklichen Kunststoff. Im Ergebnis sind die zugfesten Elemente in diesem Fall faserverstärkte
Kunststoffteile, die auch Druck- oder Stauchbelastungen
aufzunehmen vermögen. Durch geeignete Abstimmung des Materials der Matrix, beispielsweise die Verwendung von
Kunststoffen wie Polyurethan, das mit Hydroxylgruppen an der Faseroberfläche reagiert, lassen sich dabei
hochbelastbare Verbindungen zwischen dem Kunststoff der Matrix und dem Fasermaterial erzeugen.
Zweckmäßig ist es, die zugfesten Elemente in eine Hülle im Kabel einzubringen, wobei der Werkstoff der Hülle eine
Matrix zum Einbetten des zugfesten Elementes ist. Zugfeste Elemente lassen sich beispielsweise in eine
Hüllschicht eines Leiters einbringen, etwa die äußere Coatingschicht eines optischen Leiters, in die
Schutzhülle von Hohl- oder Bündeladern, in eine Seelenbewicklung des Kabels oder in den Kabelmantel.
Denkbar ist auch, daß zugfeste Elemente ohne Matrix eine Hüllschicht im Kabel, etwa eine Seelenbewicklung, bilden.
Alternativ oder ergänzend können zugfeste Elemente einen Kernstrang des Kabels bilden oder darin eingebettet sein.
Der folgende Beschreibungsteil erläutert ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer
prinzipienhaften Zeichnung.
Sie stellt den Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes
Kabel dar.
Das gezeigte Lichtwellenleiterkabel besteht aus Lichtwellenleitern 1, die in Bündeladern mit Hüllen 2
verlaufen, welche um einen Kernstrang 3 zur Kabelseele verseilt sind. Außenseitig wird das Kabel durch die
Seelenbewicklung 4 und den darüber befindlichen Mantel 5 abgeschlossen. Sowohl die Hüllen 2 als auch der
Kernstrang 3 und der Mantel 5 sind mit zugfesten Elementen 6-8 versehen, welche aus versponnenen
natürlichen Fasern, beispielsweise Hanf oder Flachs, bestehen. Dabei sind die zugfesten Elemente 6 und 8
jeweils in das Material von Hülle 2 und Mantel 5 eingegossen, so daß sie jeweils eine Faserverstärkung des
Materials bilden. Weitere zugfeste Elemente 9, die gleichfalls aus natürlichen Fasern bestehen, sind mit den
Hüllen 2 verseilt. Auch die Seelenbewicklung 4 kann aus pflanzlichen Fasern bestehen.
Auf diese Weise entsteht ein Kabel, das sich bei guter Zugbelastbarkeit leicht und preiswert entsorgen läßt.
Claims (10)
1. Kabel mit einem oder mehreren Leitern, einer äußeren
Hülle und zugfesten Elementen {6 - 9) , die aus einem Faserwerkstoff bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fasern des Faserwerkstoffes natürliche Fasern sind.
2. Kabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fasern pflanzliche Fasern sind.
3. Kabel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fasern Hanf- oder Flachsfasern umfassen.
4. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Leiter ein
Lichtwellenleiter (1) ist.
5. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Leiter ein elektrischer Leiter ist.
6. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zugfeste Elemente
{6 - 9) lose im Kabel verlaufen.
7. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zugfeste Elemente
(6 - 9) mit anderen Bauelementen des Kabels verklebt
sind.
8. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zugfeste Elemente
{6 - 9) in eine Matrix eingebettet sind.
9. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zugfeste Elemente
{6 - 9) oder ihre Matrix eine Hülle (2) im Kabel bilden.
10. Kabel nach einem der vorhergehendene Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zugfeste Elemente
(6 - 9) einen Kernstrang (3) des Kabels bilden oder in einen Kernstrang (3) eingebettet sind.
Priority Applications (1)
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| DE29711024U DE29711024U1 (de) | 1997-06-25 | 1997-06-25 | Kabel mit zugfesten Elementen aus einem Faserwerkstoff |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE29711024U1 true DE29711024U1 (de) | 1997-08-28 |
Family
ID=8042094
Family Applications (1)
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| DE29711024U Expired - Lifetime DE29711024U1 (de) | 1997-06-25 | 1997-06-25 | Kabel mit zugfesten Elementen aus einem Faserwerkstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE29711024U1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006004011A1 (de) * | 2006-01-27 | 2007-08-09 | CCS Technology, Inc., Wilmington | Optisches Kabel und Verfahren zur Herstellung eines optischen Kabels |
| DE102015106357A1 (de) | 2015-04-24 | 2016-10-27 | Lisa Dräxlmaier GmbH | Elektrische Leitung mit Radialausgleichsfederelement und Fahrzeug-Bordnetz |
| DE102017124028A1 (de) | 2017-10-16 | 2019-04-18 | Phoenix Contact E-Mobility Gmbh | Kabelbaugruppe mit einer Kühlleitung und Zugentlastung |
| DE102018125835A1 (de) | 2017-10-20 | 2019-04-25 | Phoenix Contact E-Mobility Gmbh | Kabelbaugruppe mit einer Kühlleitung und einer Zugentlastungsbaugruppe |
-
1997
- 1997-06-25 DE DE29711024U patent/DE29711024U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006004011A1 (de) * | 2006-01-27 | 2007-08-09 | CCS Technology, Inc., Wilmington | Optisches Kabel und Verfahren zur Herstellung eines optischen Kabels |
| DE102015106357A1 (de) | 2015-04-24 | 2016-10-27 | Lisa Dräxlmaier GmbH | Elektrische Leitung mit Radialausgleichsfederelement und Fahrzeug-Bordnetz |
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| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19971009 |
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Owner name: ALCATEL, FR Free format text: FORMER OWNER: ALCATEL ALSTHOM COMPAGNIE GENERALE D ELECTRICITE, PARIS, FR Effective date: 19990407 |
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| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20000919 |
|
| R157 | Lapse of ip right after 6 years |
Effective date: 20031231 |