DE29700941U1 - Sensor-Aktor-System - Google Patents
Sensor-Aktor-SystemInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
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- G05D7/01—Control of flow without auxiliary power
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Description
Anmelder: Technische Universität Dresden 01062 Dresden
Erfinder: Prof. Dr. rer. nat. habil. Karl-Friedrich Arndt
Klobikauer Straße 2 06217 Merseburg
Dipl.-Ing. Jürgen Vollbarth Wiesenstraße 31 01277 Dresden
Dr.-Ing. Lothar Schulze Baumwiesenweg 8 01139 Dresden
Vertreter: ILBERG . WEIßFLOH Patentanwälte European Patent Attorneys
Am Weißiger Bach 01474 Schönfeld-Weißig
Titel:
Sensor-Aktor-System
Schönfeld-Weißig, den 18.01.1997
• j : . ·..: .· 296074iDE-2 (9)
Sensor-Aktor-System zum Steuern und Regeln des Durchsatzes an Fluida und Aerosolen, insbesondere Ventil
Die Erfindung betrifft ein Sensor-Aktor-System für Fluida und Aerosole, insbesondere ein Ventil.
Seit langem sind Ventile bekannt, die in Abhängigkeit von Stellgrößen, wie Temperatur, Beschleunigung, Füllstand, den
Durchfluß von Medien steuern, indem anstelle eines Handbetätigungsorgans geeignete Stellglieder auf den Ventilkegel einwirken,
beispielsweise Thermoelemente, Fliehkraftregler, Schwimmer. Der Ventilaufbau selbst entspricht dabei im
wesentlichen altbekannten Konstruktionen, was bedeutet, daß oft eine Schraubenspindel aufwendig mit einer sogenannten
Stopfbüchse abzudichten ist, damit keine Substanz nach außen gelangt und für den Ventilkegel der Ventilsitz durch Bearbeitungsprozesse,
wie Einschleifen oder Fräsen, im Ventilgehäuse sorgfältig hergerichtet werden muß.
Für Sonderzwecke, nämlich für die Belüftung einer Landmine oder eines entsprechenden militärischen Wirkkörpers, ist auch
schon ein automatisch wirkendes Belüftungsventil beschrieben worden, dessen Durchtrittsöffnung für ein Fluid sich in Abhängigkeit
des Feuchtigkeitsgehaltes des im Ventilgehäuse enthaltenen Fluids ändert (EP 0 424 749 Al) . Hierzu ist in den
Ventilkörper ein hochverdichteter Naturschwamm eingesetzt, der im mit Wasser vollgesogenem Zustand eine federbelastete
Gummischeibe gegen die Durchtrittsöffnung im Ventilkörper drückt, wodurch der Wasserdurchlaß gedrosselt wird. Bei trokkener
Witterung verdunstet das Wasser etwa innerhalb eines Tages nach außen und das Ventil wird wieder gasdurchlässig.
296074iDE-3(9)
Nachteilig an letzterem Ventil ist, neben dem für ein Ventil
immer noch erheblichen konstruktiven Aufwand, die sehr lange Reaktionszeit bis zum erneuten Öffnen des Ventils und die
Notwendigkeit, den Schwamm direkt bis zum Vollsaugen in das Wasser zu tauchen. Auch sind keine definierten Durchflußzwischenwerte
einstellbar. Ferner kann es zu Störungen kommen, indem sich zwischen die relativ starre Gummischeibe und den
Rand des Auslasses größere Partikel absetzen, die die Dichtwirkung mindern. Das Ventil arbeitet zudem nur richtungsabhängig.
Die Eignung ist im wesentlichen auf Flüssigkeiten eingeschränkt. Da die Feder ständig gegen die Gummiplatte im
Sinne des Offenhaltens des Ventils wirkt, muß beim Schließen der Schwamm gegen die Feder arbeiten, was eine sorgfältige
Berechnung der Kräftebilanz erfordert.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein selbsttätiges Ventil zu schaffen, daß relativ schnell und hochempfindlich ist und
demnach auch auf kleinste Mengen von vielerlei Flüssigkeiten und Aerosolen anzusprechen vermag. Das Ventil soll sehr klein
gehalten sein können, mechanisch denkbar einfach aufgebaut sein und an eine Durchflußrichtung nicht gebunden sein. Es
soll außerdem ein hinreichend häufiges Ventilspiel zulassen, betriebssicher, alterungsbeständig und mechanisch absolut unempfindlich
gegen Erschütterungen, Schwingungen, Korrosion, usw. sein. Es soll geeignet sein, den Durchfluß auch auf einstellbare
Zwischenwerte zu stabilisieren.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen
Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Anwendungen sind in den Ansprüchen 2 bis 11 angegeben.
Infolge des sehr einfachen Aufbaus, ein mit dem Sensor-Aktor-System
aufgebautes Ventil besteht praktisch nur aus einem durchbohrten Ventilkörper und einem im Durchlaßkanal liegenden
Schwellkörper, ist das System für einen massenhaften Einsatz prädestiniert. Irgendwelche störanfälligen Zusatzteile,
«- 4 ·—
wie Gummischeiben, Drahtgitterplatten oder Schraubenfedern,
können ersatzlos entfallen. Der Durchlaßkanal ermöglicht im offenen Zustand ein unbehindertes, laminares Durchströmen des
Ventils.
Der Quellkörper besteht aus einem (polymeren) Material, dessen Volumenausdehnung von den Eigenschaften des Fließmediums
abhängig ist, ohne von diesem angegriffen zu werden, beispielsweise einem Silikongummi, der gut auf eine aromatische
Verbindung, beispielsweise Toluol, reagiert.
Aufgrund vielfältiger sensitiver Eigenschaften kann sich das Ventil selbständig auf veränderte Umgebungsgrößen oder Eigenschaften
des Durchströmungsmediums mit dem Regulieren der Durchlaßrate reagieren. So kann der Quellkörper materialseitig
so gewählt werden, daß sich eine vorbestimmte Durchlaßkennlinie, bezogen auf den Aromaanteil des zu führenden
Mediums, ergibt.
Der Quellkörper kann den Durchlaßkanal unmittelbar begrenzen. Zwischen dem Quellkörper und dem Durchlaßkanal kann sich aber
auch eine flexible, mikroporöse Kapillare befinden, die vom Quellkörper mehr oder weniger beaufschlagt wird.
Das Sensor-Aktor-System ist vielseitig einsetzbar als direkt wirkendes Ventil oder Vorsteuerventil. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet
ist der Einsatz als Sicherheits- und Mischventil.
Durch geignetes Zusammenspiel von Quellkörpermaterial und Aromat kann eine bevorzugte Sensibilität zu pH-Werten, zur
Temperatur, zum Ionengehalt, und/oder zu Stoffzusammensetzungen
erzielt werden. Das Maß der Sensibilität läßt sich einstellen und es lassen sich auch unterschiedliche Sensibilitäten
kombinieren. Bei der Auswahl bestimmter Quellwerkstoffe kann z.B. eine vom Temperatureinfluß unabhängige Steuerung
erreicht werden. Die Anwendung der Erfindung ist deshalb nicht unmittelbar auf Ventile begrenzt, sondern eröffnet wei-
tere Felder auf dem Gebiet der Sensor-Aktor-Systeme.
Je nach Materialwahl und Parametern des Fließmediums können sowohl annähernd sprunghafte als auch kontinuierliche Volumenänderungen
des Quellwerkstoffs und damit Querschnittsveränderungen der Durchlaßkanäle voreingestellt werden.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigt
Fig. 1 den prinzipiellen Aufbau eines chemomechanischen Ventils nach der Erfindung,
Fig. 2 ein Diagramm mit verschiedenen Kennlinien in Abhängigkeit zum Aromatanteil des Fluids.
Im Gehäusekörper 1 eines Ventils nach Fig.l befindet sich ein
Durchlaßkanal 2. Mindestens ein Abschnitt 3 im Durchlaßkanal 2 ist sacklochartig aufgeweitet. In dieses Sackloch ist ein
chemomechanisches Sensor-Aktor-Element nach Art eines Quellkörper 4 eingelassen, der in Fortsetzung des Durchlaßkanals 2
ebenfalls durchbohrt ist.
Anhand der Fig. 2 soll dessen Wirkungsweise näher erläutert werden.
Im Diagramm ist auf der Ordinate die Durchflußrate eines
Fluids in ml/min aufgetragen und auf der Abszisse die Zeit in min. Es soll angenommen werden, daß bei einem Aromatanteil
von 0% durch den Durchlaßkanal im Ventil die definierte Fluidmenge von 10 ml/min fließt (Kennlinie a).
Verändert sich bei dem Fluid der Aromatanteil, ohne einen bestimmten
Grenzwert zu übersteigen, verkleinert sich der Kanaldurchmesser des chemomechanischen Ventils, so daß es zu einer
Verringerung der Fluid-Durchlaßrate kommt, die sich nach einer
gewissen Zeit in Abhängigkeit vom Aromatanteil auf eine Rate stabilisiert (Kennlinie b bei 25% Aromatanteil im
Fluid).
t. 6 *v.
Überschreitet der Aromatanteil einen bestimmten Grenzwert, so unterbricht das chemomechanische Ventil in kurzer Zeit den
Fluidfluß. Die Ventilschließzeit beträgt beispielsweise ca. zwei Minuten (Kennlinie c bei 50% Aromatanteil im Fluid).
Im Beispiel wurde als Fluid Alkohol und als Aromat Toluol
verwendet. Der Quellkörper bestand aus einem Silikongummi-Formteil, gefüllt mit 30% Aerosil. Der Kanaldurchmesser betrug
0,9mm.
' .· *: .: : &Iacgr; . ·..: .·" 2960741de-7(9)
1 Gehäusekörper
2 Durchlaßkanal
3 Abschnitt im Durchlaßkanal 2
4 Quellkörper
Claims (13)
1. Sensor-Aktor-System zum Steuern und Regeln des Durchsatzes
an Fluida und Aerosolen, insbesondere Ventil, mit einem in einem Gehäusekörper angeordnetem Quellkörper, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
a) In dem Gehäusekörper (1) befindet sich mindestens ein Durchlaßkanal (2),
b) mindestens ein Abschnitt (3) des Durchlaßkanals (2) führt durch einen chemomechanisch sensitiven Quellkörper (4),
c) mit dem Ansprechen des Quellkörpers (4) verändert sich der Querschnitt des Durchlaßkanals (2) innerhalb des Abschnitts
(3) .
2. Sensor-Aktor-System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Quellkörper (4) innerhalb des Abschnitts (3) unmittelbar
den Durchlaßkanal (2) begrenzt.
3. Sensor-Aktor-System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Quellkörper (4) innerhalb des Abschnitts (3)
über eine oder mehrere flexible, mikroporöse Kanäle mittelbar den Durchlaßkanal begrenzt.
4. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß der Quellkörper aus einem Gel mit temperaturabhängiger Quellung besteht.
5. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß der Quellkörper aus einem Gel mit pH-abhängiger Quellung besteht.
6. Sensor-Aktor-System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Quellkörper auf eine aromatische Verbindung sensibilisiert ist.
7. Sensor-Aktor-System nach Anspruch 6, gekennzeichnet da-
&Iacgr; .: : &Iacgr; . ·..! .·" 296074iDE-9(9)
durch, daß er auf Toluol anspricht.
8. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß der Quellkörper aus einem polymeren, plastisch-elastischen Werkstoff besteht.
9. Sensor-Aktor-System nach Anspruch 8, gekennzeichnet dadurch, daß der Quellkörper aus einem Silikongummi-Formteil
besteht.
10. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung als direkt wirkendes Ventil.
11. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung als Vorsteuerventil.
12. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung als Sicherheitsventil.
13. Sensor-Aktor-System nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung als Mischventil.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29700941U DE29700941U1 (de) | 1997-01-21 | 1997-01-21 | Sensor-Aktor-System |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE29700941U DE29700941U1 (de) | 1997-01-21 | 1997-01-21 | Sensor-Aktor-System |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29700941U1 true DE29700941U1 (de) | 1998-05-28 |
Family
ID=8034814
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29700941U Expired - Lifetime DE29700941U1 (de) | 1997-01-21 | 1997-01-21 | Sensor-Aktor-System |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29700941U1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19929734B4 (de) * | 1998-06-29 | 2005-10-06 | Agilent Technologies, Inc. (n.d.Ges.d.Staates Delaware), Palo Alto | Mikrofluidvorrichtung |
| DE102010044399A1 (de) * | 2010-09-04 | 2012-03-08 | Deutz Ag | Rohr |
| US8894848B2 (en) | 2006-12-22 | 2014-11-25 | Aquis Wasser-Luft-Systeme Gmbh, Lindau, Zweigniederlassung Rebstein | Water filter device with control unit for setting a cutting ratio |
| DE102013114544A1 (de) * | 2013-12-19 | 2015-06-25 | Endress & Hauser Meßtechnik GmbH & Co. KG | Druckmessstelle |
-
1997
- 1997-01-21 DE DE29700941U patent/DE29700941U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US8985155B2 (en) | 2010-09-04 | 2015-03-24 | Deutz Aktiengesellschaft | Pipe |
| DE102013114544A1 (de) * | 2013-12-19 | 2015-06-25 | Endress & Hauser Meßtechnik GmbH & Co. KG | Druckmessstelle |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980709 |
|
| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20000405 |
|
| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years |
Effective date: 20030123 |
|
| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years |
Effective date: 20050204 |
|
| R071 | Expiry of right |