DE29605370U1 - Hochspannungs-Hochleistungssicherung - Google Patents
Hochspannungs-HochleistungssicherungInfo
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Description
Dn.-Ing. Reiman/KöKiä ;· »ÖiRL-JI^ Klaus Bergen
Wilhelm-Tell-Stn. 1 &Lgr; AOS. 1 S DüsseldonfVel. O21 1-93O2SO Patentanwälte
20.März 1996
41 022 B
41 022 B
Fritz Driescher KG Spezialfabrik für
Elektrizitätswerksbedarf GmbH & Co.,
Industriestraße 2, 41844 Wegberg
"Hochspannungs-Hochleistungssicherung"
Die Erfindung betrifft eine Sicherung, insbesondere eine Hochspannungs-Hochleistungssicherung mit einer
Schlagstifteinrichtung und mit einem Schmelzleiter.
Derartige Sicherungen .sind vielfach bekannt/ so zum
Beispiel aus der deutschen Offenlegungsschrift 1 920 825. Dieser bekannte Vorschlag beschäftigt sich
mit dem grundsätzlichen Problem, daß Sicherungen dieser Art bei Belastung mit relativ kleinen Überströmen,
die nicht oder erst nach längerer Dauer zum Abschmelzen des Schmelzleiters führen, sich derart
stark erwärmen, daß dadurch die Sicherungsfunktionen beeinträchtigende Schaden entstehen können, wie beispielsweise
Risse im Sicherungsgehäuse. Zur Lösung wird dort vorgeschlagen, den Schmelzleiter über eine
selektive Lötstelle mit einem einen Schlagstift gegen eine Federkraft haltenden Draht zu verbinden, wodurch
erreicht wird, daß bei Erwärmung der Sicherung auf
eine für das Sicherungsgehäuse noch nicht kritische Temperatur durch Verflüssigen des selektiven Lots der
Schlagstift freigegeben wird und einen Schalter betätigt, der den Stromkreis der Sicherung automatisch
unterbricht.
Mit grundsätzlich demselben Problem befassen sich auch bekannte Vorschläge,- bei denen neben einem
Hauptschmelzleiter ein Hilfsschmelzleiter vorgesehen ist, der mit einem die den Schlagstift vorspannende
Feder zurückhaltenden Haltedraht verbunden ist. In Fällen von Überströmen, die noch unterhalb des Imin
der Sicherung liegen, können nach geraumer Zeit zum Beispiel kleine Lichtbogen in den Lochungen des
Hauptschmelzdrahtes entstehen, so daß durch durch Erwärmung und/oder durch Spannungsabfall im Hilfsschmelzleiter
bewirkten Stromfluß der Hilfsschmelzleiter oder Widerstandsdraht schmilzt und dadurch
direkt (sofern der Hilfsschmelzleiter selbst auch Haltedraht für die Schlagstiftfeder ist) oder indirekt
(sofern der Hilfsschmelzdraht mit einem Haltedraht verbunden ist) die den Schlagstift vorspannende
Feder freigibt, so daß der Schlagstift dann eine Abschaltung über den nachgeordneten Lasttrennschalter
bewirken kann.
Zwar haben sich derartige Sicherungen seit Jahrzehnten bewährt, jedoch beruht das Durchschmelzen des Widerstandsdrahtes
auf dem Spannungsabfall an den ersten auftretenden Schmelzlichtbogen innerhalb des
Schmelzdrahtes, d.h. erst beim Erreichen einer bestimmten Lichtbogenspannung schmilzt der Widerstands-
draht durch. Es besteht daher ein Bedürfnis, unnötige thermische Belastungen innerhalb der Sicherung zu
vermeiden.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Sicherung zu schaffen, bei der die Auslösung unabhängig
von dem Schmelzprinzip erfolgt. Dieses Problem wird mit den im Hauptanspruch angegebenen Merkmalen
gelöst.
Durch die temperaturgesteuerte Schlagstiftarretierung, die vorzugsweise federgesteuert ist, wird ein
zusätzlicher Thermoschutz geschaffen, der bei erhöh-^ ter Temperatur für die Freigabe des Schlagstifts
sorgt, ohne daß dazu ein Haltedraht oder dergleichen durchschmilzt, d.h. die Sicherung auch in besonders
einfacher Weise wieder in Einsatzbereitschaft gebracht werden kann'.
Die Erfindung schafft somit eine zusätzliche Steuerungsmöglichkeit
für die Auslösung des Schlagstiftes, und zwar unabhängig vom Zustand des Haltedrahts bzw.
Widerstandsdrahts oder Hilfsschmelzleiter.
Wenn die Steuerfeder der Arretierung aus einer Formgedächtnis-Legierung
besteht, ergibt sich für die vorliegende Sicherung der überraschende Vorteil, daß
der zusätzliche Thermoschutz nur wenige Bauteile benötigt, da die aus einer Formgedächtnis-Legierung bestehende
Feder Sensor und Stellglied zugleich ist. Damit kann unabhängig vom Auftreten einer Lichtbogenspannung
das Problem von Überströmen thermisch gelöst
-A-
werden, wobei besonders vorteilhaft ist, daß die Sicherung
thermisch nicht überlastet werden kann, zumal der Umwandlungspunkt, d.h. die Ansprechtemperatur des
Formgedächtnis-Bauteils sich durch geeignete Legierung exakt vorausbestimmen läßt. Ein ganz besonderer
Vorteil der Erfindung liegt schließlich darin, daß bestehende Konstruktionen ohne Änderungen umgerüstet
werden können.
Bei einem speziellen Ausführungsbeispiel, bei dem der
Schlagstift durch eine Kugelverrastung arretiert wird und ein für die Kugelbewegungen maßgeblicher Sperrstift
beidseitig druck-, insbesondere federbeaufschlagt ist, wobei die eine Feder im Falle des Durchbrennens
des Halte- bzw. Widerstandsdrahtes öffnend wirkt, während die andere, entgegengesetzt wirkende
Feder im wesentlichen Positionieraufgaben erfüllt, wird letztere erfindungsgemäß aus einer Formgedächtnis-Legierung
hergestellt und ist mit dem Sperrstift fest verbunden, so daß sie bei Erwärmung den Sperrstift
in die Richtung bewegt, in die ihn die erstgenannte Feder im Falle des Durchbrennens des Haltedrahts
bzw. des Widerstandsdrahtes zur Freigabe der Kugelarretierung ebenfalls schieben würde, d.h. somit
diese Erwärmung bereits zur Schlagstiftbetätigung führt, ohne daß ein Durchschmelzen erfolgt.
Anhand des in der beiliegenden Zeichnung teilweise geschnitten dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiels
wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert:
Das aus Isolierstoff bestehende, in der Zeichnung nur am im vorliegenden Zusammenhang interessierenden Ende
dargestellte rohrförmige Gehäuse 1 ist an seinen Enden je mit einer Kappe 2 verschlossen, die an der
hier dargestellten Seite eine zentrische Führung 3 trägt, in der ein axial beweglicher Schlagstift 4 gehalten
ist. In der gezeichneten Position ist der Schlagstift 4 verrastet, und zwar gegen die Wirkung
einer starken, außenseitig zentrisch um die Führung 3 gelegten Druckfeder 5, die sich einerseits am Boden 6
des durch die Führung 3 innerhalb der Kappe mit der Innenwand des Gehäuses 1 gebildeten Ringraums und andererseits
an einem Federteller 7 abstützt, der über einen den Schlagstift 4 quer zu seiner Längsachse
durchdringenden Stift 8, dessen freie Enden in nicht dargestellten Schlitzen in der Führung 3 geführt
sind, kraftschlüssig mit dem Schlagstift.4 verbunden ist.
Wie aus der Figur ersichtlich, besteht die Schlagstiftarretierung im wesentlichen aus mehreren peripher
angeordneten Kugeln 9, die in senkrecht zur Längsachse des Schlagstifts 4 in dessen Fuß verlaufenden
Kanälen bewegbar gelagert sind. Diese Kanäle münden nach außen fluchtend zu in der Führung 3 vorgesehenen
Bohrungen, die, wie die Zeichnung zeigt, in der Arretierposition die Kugeln 9 teilweise aufnehmen,
so daß eine Relativbewegung zwischen dem Schlagstift 4 und der Führung 3 nicht möglich ist, d.h. der
Schlagstift 4 entgegen der auf diesen in der Darstellung nach links wirkenden Kraft der Feder 5 gehalten
wird.
Zur Positionierung der Kugeln 9 ist ein Sperrstift 11 vorgesehen, der zentrisch in einem koaxialen Kanal im
Fuß des Schlagstifts 4 beweglich untergebracht ist und zumindest über einen Teil seiner Umfangsfläche
konisch verläuft, so daß bei Bewegung des Sperrstifts
11 nach links die Kugeln 9 sich zum Zentrum hin bewegen, da die Druckfeder 5 auf den Schlagstift 4 einwirkt,
was dazu führt, daß die Kugeln durch das Bestreben des Schlagstifts 4, sich nach links zu bewegen,
aus ihren Arretierbohrungen in der Führung 3 in das Innere des Schlagstifts 4 gedrückt werden.
An seinem dem Fuß des Schlagstifts 4 zugekehrten Ende trägt der Sperrstift 11 einen Zapfen 12, der in Verriegelungsposition
durch die Fußfläche des Schlagstifts 4 nach außen ragt.
Auf der dem Zapfen 12 gegenüberliegenden Seite wirkt auf den Sperrstift 11 eine Druckfeder 13, die einerseits
am Boden der, für den Sperrstift 11 vorgesehenen Sackbohrung und andererseits am Sperrstift 11 befestigt
ist und eine sichere Lage des Sperrstifts 11 und somit die Verrastung des Schlagstifts 4 über die
Kugeln 9 garantiert.
In der Führung 3 befindet sich schließlich auf der Seite des Sperrstiftzapfens 12 ein ebenfalls axial in
der Führung beweglicher Auslösebolzen 14, der in nachfolgend noch zu erläuternder Weise auf den Zapfen
12 einwirken kann und in Richtung auf den Sperrstift 11 unter der Wirkung einer Druckfeder 15 steht, gegen
deren Kraft er mittels eines an ihm befestigten Hai-
tedrahts 16 gehalten wird, der entweder mit einem parallel zum Schmelzleiter (Hauptschmelzdraht)
gewickelten Widerstandsdraht verbunden oder letzterer selbst sein kann. Die Kraft der Druckfeder 15 ist so
gewählt, daß sie gegebenenfalls den Sperrstift 11 entgegen der Wirkung der Feder 13 bewegen kann.
Aus dem zuvor erläuterten Aufbau der Hochspannungs-Hochleistüngssicherung
ergeben sich für deren Schaltverhalten im hier interessierenden Fall folgende Möglichkeiten:
Wie eingangs bereits erwähnt, kann sich ein Auslösevorgang dann einstellen, wenn sich bei Überströmen
nach einiger Zeit beispielsweise in den Lochungen des Schmelzdrahtes kleine Lichtbogen bilden, wodurch der
parallel zum Schmelzleiter 17 gewickelte Widerstandsdraht 16 abschmilzt und dadurch die nur eine relativ
geringe Federkraft besitzende Auslösefeder 15 freigibt, die sich nunmehr nach links auf den Sperrstift
11 zu bewegen kann und auf deren über den Schlagstiftfuß hinausragenden Zapfen 12 trifft, wodurch der
Sperrstift 11 sich entgegen der Kraft der Feder 13 nach links bewegt. Die Feder 13 sorgt dafür, daß im
arretierten Zustand der Zapfen 12 über das Fußende des Schlagstifts 4 hinausragt. Sobald die konische
Verengung des Sperrstifts 11 in den Bereich der Kugeln 9 gelangt und diese nun in ihren Kanälen aus den
Bohrungen der Führung 3 nach innen zur Mittelachse des Sperrstifts 11 gedrückt werden, und zwar aufgrund
der auf den Schlagstift 4 wirkenden starken Druckfeder 5, die den Schlagstift 4 aus seiner Führung her-
aus nach links zu drücken versucht, wird der Schlagstift 4 schlagartig freigegeben, d.h. der Kraft
der Feder 5 ausgesetzt nach links bewegt. Dadurch kann dann ein nachgeordneter Lasttrennschalter
betätigt werden, der den betroffenen Stromkreis abschaltet.
Der zusätzliche Thermoschutz wird dadurch erreicht, daß die auf den Sperrstift 11 in Verrastungsrichtung
wirkende Feder 13 aus einer Formgedächtnis-Legierung besteht, die bewirkt, daß bei Temperaturerhöhung
- die Größe der erforderlichen Temperaturdifferenz kann durch entsprechende Wahl der Legierung auf das
gewünschte Maß eingestellt werden - die Feder sich zusammenzieht, d.h. im vorliegenden Fall wegen ihrer
festen Verbindung mit einerseits dem Boden der Sackbohrung und andererseits dem Sperrstift 11 diesen
nach links zieht, also eine Wirkung auf den Sperrstift 11 ausübt, als wäre der Haltedraht bzw. der Widerstandsdraht
16 durchgeschmolzen, wodurch dann die bereits beschriebene Entriegelung des Schlagstiftes 4
erreicht wird mit der Folge der gewünschten Abschaltung bei erhöhter Temperatur, ohne daß ein Bauteil
durchschmilzt.
Claims (10)
- Schutzansprüche:■1. Sicherung, insbesondere Hochspannungs-Hochleistungssicherung, mit- einem Schlagstift (4),- einem Schlagstiftantrieb,- einem Schmelzleiter (17),- einem Haltedraht (16) und- einer temperaturgesteuerten Schlagstiftarretierung .
- 2. Sicherung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Federsteuerung (13) der Arretierung.
- 3. Sicherung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Federsteuerung (13) unabhängig vom Haltedrahtzustand arbeitet.
- 4. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerfeder (13) aus einer Formgedächtnis-Legierung besteht.
- 5. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlagstiftantrieb aus einer Druckfeder (5) besteht.
- 6. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Kugelverrastung als Schlagstiftarretierung.- 10 -
- 7. Sicherung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet/ daß die im Schlagstift (4) gelagerten Kugeln (9) in Eingriff mit der Schlagstiftführung (3) gebracht werden können.
- 8. Sicherung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch senkrecht zur Längsachse des Schlagstifts (4) in dessen Fuß verlaufende Kugelaufnahmekanäle, die nach außen gegenüber fluchtenden Bohrungen münden, die einen maximal dem Kugeldurchmesser entsprechenden Durchmesser besitzen, und durch einen konzentrisch im Innern des Schlagstifts (4) gelagerten, in Richtung dessen Längsachse bewegbaren, druckbeaufschlagten, zumindest über einen Teil seiner Länge konisch geformten Sperrstift (11), der zentrisch in die kreisförmige Kugelanordnung hineinragt.
- 9. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbeaufschlagung der Schlagstiftarretierung mittels der Steuerfeder (13) erfolgt, die entgegen der Richtung des Schlagstiftantriebs (5) wirkt und mit dem Sperrstift (11) verbunden ist.
- 10. Sicherung nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch einen der druckbeaufschlagten Seite abgewandten, den Schlagstiftfuß durchragenden Zapfen- Ii -(12) am Sperrstift (11), der mit einem entgegen der Druckbeaufschlagung des Sperrstifts (11) federbelasteten, am Haltedraht (16) befestigten Auslösebolzen (14) zusammenwirkt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29605370U DE29605370U1 (de) | 1996-03-22 | 1996-03-22 | Hochspannungs-Hochleistungssicherung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE29605370U DE29605370U1 (de) | 1996-03-22 | 1996-03-22 | Hochspannungs-Hochleistungssicherung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29605370U1 true DE29605370U1 (de) | 1996-05-30 |
Family
ID=8021543
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29605370U1 (de) |
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- 1996-03-22 DE DE29605370U patent/DE29605370U1/de not_active Expired - Lifetime
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Legal Events
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| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
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Effective date: 20020912 |
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| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years |
Effective date: 20040708 |
|
| R071 | Expiry of right |