DE29603279U1 - Komposter für Laboruntersuchungen - Google Patents
Komposter für LaboruntersuchungenInfo
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Description
Komposter für Laboruntersuchungen
Die Erfindung betrifft einen Komposter zur Untersuchung des Rotteverhaltens von kompostierbaren Materialien.
Es sind verschiedene behälterartige Komposterkonstruktionen
bekannt, bei denen entweder das zu kompostierende Material durch eine .oben liegende Klappe eingebracht wird, dieses dann im
Behälter abwärts sinkt und unten, ebenfalls durch eine öffnung, fertiger Kompost abgezogen wird oder, als diskontinuierliches
Verfahren, der Komposter einmal mit dem Rottgut beschickt wird. Nach Entnahme des Rottegutes wird die Komposterhülle mit neuem
Material befüllt. Bin großes Problem bei den Komposterkonstruktionen ist die Unbestimmtheit des Luftkreislaufes. Durch
ungleichmäßige Durchlüftung des Rottematerials kommt es zu einem ungleichmäßigen Abbau des Rottematerials. In der Patentschrift
DB 42 37 874 Al wird ein aus mindestens zwei horizontalen
durchlöcherten Rohren bestehendes Belüftungssystem dargestellt. Dabei erfolgt die Luftzufuhr von außen durch freie Strömung in
das Innere des Komposters. Durch Anordnung der Luftaustrittsöffnungen
an der Unterseite der Rohre entsteht eine der Thermik im Komposter entgegengerichtete Strömung.
Die Erfindung gemäß der Patentschrift DE 37 18 990 Cl verwendet
in den Komposterinnenraum hineinragende Roststäbe, welche zur Entnahme des verrotteten Materials herausgeschwenkt werden
können oder im eingeschwenkten Zustand das Rottematerial in einer belüfteten Stellung halten. Eine Belüftung erfolgt jedoch
nur durch unkontrolliert einströmende Außenluft. Auch die Erfindung gemäß DE 43 14 786 C2 stellt einen Kompostbereiter
dar, welcher durch Ausnutzung der Thermik belüftet wird, wobei eine Regulierung der Luftzufuhr durch einfache
Klappen erreicht wird. Allen diesen Kompostiereinrichtungen ist gemeinsam nachteilig, daß eine geregelte und kontrollierbare
Verrottung von organischen Materialien nur mit sehr ungenauen Ergebnissen möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kompostiervorrichtung
zu schaffen, bei der die Rotteparameter Feuchtigkeit, Temperatur und Belüftung optimal variiert werden können und
somit vergleichende Untersuchungen zum Rotteverhalten von
verschiedenen Materialien durchführbar sind. Die Aufgabe wird durch die Vorrichtung gemäß den Patentansprüchen 1 bis 3 gelöst.
Der Komposter als Rottegefäß stellt einen würfel- oder quaderförmigen
Behälter aus einem gegenüber aggressiven Medien widerstandsfähigen Material dar. Die Doppelwandung ermöglicht über
ein Kühl- bzw. Heizmedium die Variation der Außentemperatur, wodurch z.B. die Simulation verschiedener Jahreszeiten möglich
ist. Die Temperatur wird im Innern des Komposters und Im Rottegut gemessen. Sie kann über einen Thermostaten geregelt werden.
Das Rottegefäß wird mit einem Deckel mit Dichtung geschlossen. Im Deckel befindet sich eine Gasabführung, um bei Belüftung die
entweichende Luft aufzufangen und einer Analyse zuzuführen oder über einen Schlauch nach außen abzuleiten. Eventuell auftretende
Geruchsemissionen aus dem Gefäß in das Labor werden so vermieden. Das eingebrachte Rottemedium liegt auf einem durchlässigen
Boden auf, durch den eventuell austretendes Sickerwasser ablaufen kann. Die Entsorgung des Sickerwassers erfolgt
über einen Ablauf am Boden des Rottegefäßes.
Der Innenraum wird durch zwei lneinandergesteckte Trennwände
in vier gleichgroße Kammern unterteilt, in denen jeweils unterschiedliche Materialien bei gleichen äußeren Bedingungen, oder
aber Versuche an einem Material unter variablen Rottebedingungen durchführbar sind. Die Trennwände können auch entfernt werden,
um das Gefäß als große Kammer zu nutzen. Es sind auch mehrere Trennwände einsetzbar.
Die Belüftung des Komposters erfolgt über eine Belüftungsspinne, welche über einen in den Behälterinnenraum hineinragenden zentralen
Anschluß mit Luft versorgt wird. Die Belüftungsspinne besteht aus modular zusammengesetzten Begasungsrohren, welche
nach oben weisende Luftaustrittsöffnungen in Form von Bohrungen
oder Schlitzen aufweisen und durch welche die eingeblasene Luft in das zu kompostierende Material einströmt. Die Belüftungsspinne
liegt am Boden des Komposters über dem durchlässigen Boden und durch die Thermik wird der Energieaufwand der aktiven
Belüftung gering gehalten. Außerdem wird durch eine gute SauerstoffVersorgung am Boden das Rottegut, welches am weitesten
von der Oberfläche entfernt ist, am stärksten zersetzt.
Um einem verstärkten Austrocknen des Rottegutes durch die eingeblasene Luft entgegen zu steuern, kann diese vorher mit
Wasser unter kontrollierten Bedingungen angefeuchtet werden. Der modulare Aufbau des Belüftungssystems ermöglicht die Montage
anderer Belüftungselemente, wie z.B. Düsen, Brausen u.a. an den
Verteiler. Ebenso kann über einen Blinddeckel oder Verteiler mit geringer Lochzahl die Belüftung in den Kammern variiert werden.
Die Luftzufuhr erfolgt über einen Druckluftanschluß au8erhalb des Gerätes und wird über ein Rotameter eingestellt.
Durch die Variation der im Innenraum des Komposters eingestellten Trennwände können wahlweise mehrere gleich oder
verschieden große bzw. ein einheitlicher Rotteraum geschaffen werden. Somit besteht die Möglichkeit, unterschiedlich kompostierbare
Materialien unter wesentlich gleichen äußeren Rottebedingungen zu untersuchen, um dadurch vergleichbare
Ergebnisse zu erreichen.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Beispiel näher erläutert. F1Ig. 1 stellt einen Querschnitt durch den Komposter für
Laboruntersuchungen und Flg. 2 eine Draufsicht bei entferntem Deckel dar.
Der als Doppelmantel 1 mit Wasserzu- und ablauf 2 gestaltete
Komposter hat zentral am Boden eine Entwässerung 3 sowie einen Eintrittsstutzen 4 für die Gaszufuhr 12. Das Rottegut liegt auf
einem durchlässigen Boden 5 aus einem Drahtgeflecht auf. über diesem befindet sich die Belüftungsspinne 6, von welcher vier
Begasungsrohre 7 sternförmig abgehen, die sich jeweils in weitere Begasungsrohre aufgliedern und an der Oberseite Gasaustrittsöffnungen
aufweisen. Der Innenraum des Komposters ist oberhalb des Begasungssystemes durch die Trennwände 8 in die
gleich großen Kammern A, B, C und D unterteilt. Der Komposter ist durch einen Deckel 9 mit einem Gasaustritt 10 dichtend verschlossen
.
-A-
Zur Austestung des Komposters wurden die Kammern mit verschiedenen
Rottemischungen befüllt und Baumwollstreifen eingegraben:
Kammer A: 25 1 Blumenerde, ohne Luftzufuhr Kammer B: 25 1 Blumenerde, Luftzufuhr (Blindprobe)
Kammer C: 25 1 Blumenerde, 200 g Kompostierhilfsmittel
Maiblü, Luftzufuhr
Kammer D: 25 1 Blumenerde, 200 g Kompostierhilfsmittel Biorott, Luftzufuhr
Kammer D: 25 1 Blumenerde, 200 g Kompostierhilfsmittel Biorott, Luftzufuhr
Anhand der Zugprüfungswerte der Baumwollstreifen wurde festgestellt,
daß mit dem Komposter unterschiedliche Bedingungen in den einzelnen Kammern eingestellt werden können. Dazu wurden
monatlich Ausgrabungen vorgenommen. Schon nach einem Monat Rottezeit waren die Streifen in den Kammern mit Kompostierhilfsmitteln
stark zerfallen. Die Streifen in den Kammern A und B zeigten ebenfalls Schädigungen, diese waren aber weniger
stark.
Zugprüfungswerte nach einem Monat Bingrabungszeit
| Kammer | I Zugfestigkeit N/mm2 |
| Nullprobe | 32,6 |
| A | 1,6 |
| B | 2,0 |
| C | 0,6 |
| D | 0,3 |
Claims (3)
1. Komposter für Laboruntersuchungen zur Kompostierung von rottefähigem
Material mit einem durch Wände und Boden umschlossenen Rotteraum, einem entfernbaren Deckel, einem das Rottegut
haltenden gasdurchlässigen Boden sowie einem unterhalb des.Rottegutes angebrachten Begasungssystem,
gekennzeichnet dadurch, daß
die Wände (1) und der Boden doppelwandig ausgebildet sind und Flüssigkeitsein- bzw. Austrittsstutzen
(2) aufweisen,
der Rotteraum durch Trennwände (8) in gleich oder unterschiedlich
große Kammern geteilt ist,
das Begasungssystem sich modular aus Begasungsrohren
(7) mit nach oben gerichteten Gasaustrittsöffnungen (11) zusammensetzt und eine Gaszufuhr (12)
aufweist und
der Komposter durch einen Deckel (9) mit einer Gasabführung (10) verschlossen ist,
2. Komposter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Begasungsrohr (7) unterhalb einer Kammer weitere Begasungsrohre trägt.
3. Komposter nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Begasungsrohre unter den Kammern verschieden modular
zusammengesetzt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29603279U DE29603279U1 (de) | 1996-02-23 | 1996-02-23 | Komposter für Laboruntersuchungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29603279U DE29603279U1 (de) | 1996-02-23 | 1996-02-23 | Komposter für Laboruntersuchungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29603279U1 true DE29603279U1 (de) | 1996-04-25 |
Family
ID=8019971
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29603279U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1151975A1 (de) * | 2000-05-04 | 2001-11-07 | HERHOF UMWELTTECHNIK GmbH | Verfahren und Vorrichtung zum Kompostieren von Abfällen |
-
1996
- 1996-02-23 DE DE29603279U patent/DE29603279U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1151975A1 (de) * | 2000-05-04 | 2001-11-07 | HERHOF UMWELTTECHNIK GmbH | Verfahren und Vorrichtung zum Kompostieren von Abfällen |
| WO2001083399A1 (de) * | 2000-05-04 | 2001-11-08 | Herhof Umwelttechnik Gmbh | Verfahren und vorrichtung zum kompostieren von abfällen |
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|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19960605 |
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| R156 | Lapse of ip right after 3 years |
Effective date: 19991201 |