DE29600317U1 - Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges - Google Patents
Vorrichtung zur Stabilisierung eines WasserfahrzeugesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen Rollbewegungen
.
Wasserfahrzeuge wie bspw. Segelboote und -Jachten
werden durch äußere Einflüsse wie insbesondere Seegang zur Ausführung von periodischen oder aperiodischen
Rollbewegungen angeregt, das sind Bewegungen um die Längsachse des Wasserfahrzeuges. Je nach dem Eigenschwingungsverhalten
des Bootstyps und dem herrschenden Seegang können derartige Rollbewegungen ein äußerst
unangenehmes Ausmaß annehmen, insbesondere wenn das Wasserfahrzeug vor Anker liegt.
Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden bereits verschiedene Vorrichtungen vorgeschlagen. In der deutschen
Patentschrift 174728 ist eine Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen Rollbewegungen
beschrieben, die zwei seitlich an dem Schiffsrumpf angebrachte Klappen aufweist, welche jeweils um eine
parallel zur Längsachse des Wasserfahrzeuges verlaufende Achse schwenkbar an dem Schiffsrumpf angelenkt
sind. In dem Schiffsrumpf selbst ist ein pendelartiger Körper gelagert, welcher über ein Gestänge die jeweils
an der eintauchenden Schiffsseite vorgesehene Klappe in eine seitwärts vom Schiffsrumpf abstehenden Stellung
verschwenkt. Auf diese Weise soll ein weiteres Eintauchen der entsprechenden Seite gebremst und somit
eine Rollbewegung vermindert werden. Nachteilig an der bekannten Vorrichtung ist insbesondere, daß sie
bauliche Veränderungen am Schiffsrumpf erfordert. Zudem
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-2-
erhöht die Vorrichtung den Strömungswiderstand beträchtlich und bremst somit in unerwünschter Weise
die Fahrt. Aus der DE-PS 881453 ist eine weitere Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges
gegen Rollbewegungen bekannt, die für den Einsatz bei fahrenden Wasserfahrzeugen bestimmt ist. Dabei sind an
beiden Seiten des Schiffes unter die Wasserlinie absenkbare Ausleger mit einer oder mehreren Stabilisierungsflächen
vorgesehen, deren Neigung ständig in der Weise nachgeregelt wird, daß ein der Rollbewegung
entgegengerichtetes Moment erzeugt wird. Entsprechendes gilt für die aus der DE-PS 357644 bekannte Vorrichtung.
Die DE-PS 133916 hinwiederum beschreibt eine Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen
Rollbewegungen, bei der an jeder Seite des Schiffsrumpfes Klappen vorgesehen sind, welche um nach vorne
hin schräg aufsteigende Wellen drehbar sind. Die Klappen weisen jeweils einen Auftriebskörper auf und
sind durch ein den Schiffsrumpf durchsetzendes Drahtseil miteinander verbunden. Wird das Drahtseil
gelockert, stellen sich die Klappen infolge ihres Auftriebs seitwärts vom Schiffsrumpf ab und bremsen auf
diese Weise die Rollbewegung. Auch bei dieser Vorrichtung ist von Nachteil, daß ihr Einbau erhebliche
Veränderungen am Schiffsrumpf erfordert.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bei ruhendem Wasserfahrzeug wirksame Vorrichtung
zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen Rollbewegungen zu schaffen, deren Einsatz keinerlei bauliche
Veränderungen am Schiffsrumpf erfordert, die mühelos aktiviert werden kann und die bei Nichtbenut-
LU'*
zung die Vorwärtsbewegung des Wasserfahrzeuges nicht
bremst.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gelöst, welche einen steifen
Rahmen, ein sich über diesen erstreckendes Flächenelement, welches mindestens eine nach oben öffnende
Rückschlagklappe aufweist, und eine Aufhängeeinrichtung zur Anordnung des Rahmens seitwärts des Wasserfahrzeuges
unterhalb der Wasseroberfläche umfaßt. Anders als dies für sämtliche bekannten Vorrichtungen
zutrifft, ist somit die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen RoIlbewegungen
nicht ständig am Rumpf angebracht. Vielmehr wird ein Rahmen mit einem Flächenelement und mindestens
einer nach oben öffnenden Rückschlagklappe nur bei Bedarf durch eine Aufhängeeinrichtung seitwärts des
Wasserfahrzeugs angeordnet. Der Rahmen berührt dabei den Schiffsrumpf nicht. Er kann während der Nichtbenutzung
an Bord geholt und verstaut werden. Indem der Rahmen ein sich über ihn erstreckendes Flächenelement
mit mindestens einer nach oben öffnenden Rückschlagklappe aufweist, kann er bei einer entsprechenden
Neigung des Wasserfahrzeugs zur Seite durch sein Eigengewicht (bei geöffneten Rückschlagklappen) im Wasser
ungehindert absinken; beim Anheben infolge Rückdrehung des Schiffsrumpfes bildet das Flächenelement mit seinen
geschlossenen Rückschlagklappen hingegen einen beträchtlichen Strömungswiderstand, wodurch die der
Aufwärtsbewegung des Rahmens entsprechende Rollbewegung des Schiffes stark gebremst ist. Ersichtlich ist durch
die Aufhängeeinrichtung der Rahmen in einer Stellung
-4-
gehalten, daß er sich auch bei seitwärts geneigtem Schiff unterhalb der Wasseroberfläche befindet.
Indem in dem Flächenelement nach oben öffnende Rückschlagklappen vorgesehen sind, ergibt sich eine
Brems- und Dämpfungswirkung nur in einer Rollrichtung des Wasserfahrzeugs- Dies ermöglicht, wie weiter unten
in größerem Detail ausgeführt ist, eine besonders einfache Ausbildung der Aufhängeeinrichtung, weitgehend
aus Seilen bestehend.
Zweckmäßigerweise ist der Rahmen eben ausgebildet. Er kann, damit die erfindungsgemäße Vorrichtung auch bei
kleineren Schiffen bzw. Booten besser an Bord verstaubar ist, zerlegbar und/oder zusammenklappbar ausgeführt
sein. Das Flächenelement besteht bei einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung aus einer oder mehreren Kunststoffplatten.
Besonders bevorzugt weist das Flächenelement keine feststehenden Abschnitte auf, sondern setzt sich
vielmehr ausschließlich aus Rückschlagklappen zusammen. Auf diese Weise ist der Strömungswiderstand beim
Absinken des Rahmens im Wasser minimal, und der Rahmen sinkt ungehindert nach Maßgabe der entsprechenden Rollbewegung
ab. Der Rahmen kann bspw. eine rechteckige Grundform aufweisen, wobei die einander gegenüberliegenden
Rahmenabschnitte durch Stützstreben miteinander verbunden sein können. Diese Stützstreben
dienen nicht nur der Aussteifung des Rahmens sondern zugleich als Anschlag für die Rückschlagklappen. Bei
einem derartigen im wesentlichen rechteckigen Rahmen sind zweckmäßigerweise vier Rückschlagklappen vorgesehen,
von denen zwei an den Längsseiten und die
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anderen beiden an den Querseiten des rechteckigen Rahmens schwenkbar angelenkt sind. Die Rückschlagklappen
können dabei bspw. dreieckig sein; in gleicher Weise in Betracht kommen jedoch auch bspw. rechteckige
Rückschlagklappen.
Die Aufhängeeinrichtung kann bspw. eine Seilanordnung umfassen, welche den Rahmen, sofern er eben ist, in
einer horizontalen Stellung hält. Bei einem rechteckigen Rahmen umfaßt die Seilanordnung dabei zweckmäßigerweise
drei oder mehr am Rahmen befestigte, mittig zusammengeführte Seilabschnitte. An dem Mittelpunkt
greift ein weiteres Seil an, welches bei einem Segelboot insbesondere durch eines der ohnehin vorgesehenen
Falle gebildet sein kann. Durch einen Ausleger, welcher bei einem Segelboot ebenfalls durch vorhandenes
Material wie bspw. Spinnakerbaum, Großbaum oder dgl. gebildet sein kann, wird das Seil seitwärsts nach außen
gestellt, so daß der Rahmen entsprechend weit seitwärts des Schiffsrumpfes angeordnet ist.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es jedoch keineswegs zwingend, daß der Rahmen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung eben ausgeführt ist. In einem solchen Falle ist dementsprechend auch die Aufhängeeinrichtung
gegenüber der vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausgestaltung zu modifizieren.
Je nach den Anforderungen (Salzwasser oder Süßwasser, Größe des Wasserfahrzeugs) kommen für die Herstellung
des Rahmens unterschiedliche Materialien in Betracht. Geeignet sind insbesondere Stahl, Edelstahl und kohlefaserverstärkter
Verbundwerkstoff.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 eine Ansicht von vorn auf ein mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgerüstetes Segelboot
und
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Rahmen der Vorrichtung gemäß Fig. 1 samt vier das Flächenelement
bildenden Rückschlagklappen.
Gemäß Fig. 1 ist ein Segelboot 1, das in bekannter Weise einen Rumpf 2 sowie einen Mast 3 umfaßt, mit
einer Vorrichtung zu seiner Stabilisierung gegen RoIlbewegungen (Pfeile A und B) um die Längsachse L ausgerüstet.
Die Vorrichtung umfaßt einen - in Fig. 2 näher erläuterteten - ebenen rechteckigen Rahmen 4. Dieser
ist mittels einer Aufhängeeinrichtung 5 etwa mittschiffs seitwärts des Rumpfs 2 angeordnet, und zwar
unterhalb der Wasseroberfläche 6. Die Aufhängeeinrichtung
umfaßt dabei ein an dem Mast 3 angeschlagenes Seil 7. Dessen unteres Ende ist mit dem Verbindungspunkt
8 von vier Seilabschnitten 9 verbunden, welche ihrerseits mit den vier Ecken des Rahmens 4
verbunden sind. Die vier Seilabschnitte 9 sind dabei in der Weise miteinander verbunden, daß der Rahmen 4 sich
in einer horizontalen Ebene erstreckt. Über einen Ausleger 10, welcher sich am Mast 3 abstützt, wird der
Rahmen 4 auf Abstand zum Rumpf 2 gebracht.
Der Rahmen 4 weist zwei Längskanten 11 und zwei Querkanten 12 auf, welche durch ein Edelstahlband gebildet
sind. Zwischen den beiden Längskanten 11 erstreckt sich
ein mäanderförmig geschlungenes weiteres Edelstahlband,
das mit den beiden Längskanten fest verbunden ist. Es dient der Aussteifung des Rahmens, indem seine
einzelnen Abschnitte Stützstreben 13 bilden. An den beiden Längskanten 11 und den beiden Querkanten 12 des
Rahmens 4 ist jeweils eine im wesentlichen dreieckige Rückschlagklappe 14 in der Weise gelenkig angeschlagen,
daß die Rückschlagklappen nach oben angehoben werden können; hierzu sind die Rückschlagklappen 14 über
jeweils ein Gelenkband 15 mit der zugeordneten Kante bzw 12 des Rahmens 4 verbunden. Nach unten können die
Rückschlagklappen hingegen nicht durchschwenken, da sie in ihrer horizontalen Stellung auf den Stützstreben
aufliegen. Die vier Rückschlagklappen 14 bilden in ihrer horizontalen Stellung somit ein durchgehendes,
sich über den gesamten Rahmen 4 erstreckendes Flächenelement .
Rollt das in Fig. 1 dargestellte Boot entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil A) um seine Längsachse L, so sinkt
der Rahmen 4 aufgrund seines Eigengewichts ab, wobei sich zugleich die vier Rückschlagklappen 14 nach oben
öffnen. In Fig. 1 sind die Rückschlagklappen 14 in dieser Stellung strichliert dargestellt. Eine Rollbewegung
des Schiffes um seine Längsachse 4 mit dem Uhrzeigersinn (Pfeil B) ist demgegenüber wirksam
gebremst, indem die Rückschlagklappen 14 schließen, sobald der Rahmen 4 durch die entsprechende Rollbewegung
des Schiffes angehoben wird.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges gegen Rollbewegungen, umfassend einen
steifen Rahmen (4), ein sich über diesen erstreckendes Flächenelement, welches mindestens
eine nach oben öffnende Rückschlagklappe (14) aufweist,
und eine Aufhängeeinrichtung (5) zur Anordnung des Rahmens (4) seitwärts des Wasserfahrzeuges
unterhalb der Wasseroberfläche (6).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen (4) sich in einer Ebene erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen zerlegbar und/oder zusammenklappbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen Stützstreben (13) aufweist, welche als Anschlag für die mindestens eine Rückschlagklappe
(14) dienen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flächenelement aus Kunststoffplatten besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flächenelement sich ausschließlich aus Rückschlagklappen (14) zusammensetzt.
-2-
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängeeinrichtung (5) eine Seilanordnung
(7, 8, 9) und einen Ausleger (10) umfaßt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29600317U DE29600317U1 (de) | 1996-01-10 | 1996-01-10 | Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29600317U DE29600317U1 (de) | 1996-01-10 | 1996-01-10 | Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29600317U1 true DE29600317U1 (de) | 1996-03-14 |
Family
ID=8017840
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29600317U Expired - Lifetime DE29600317U1 (de) | 1996-01-10 | 1996-01-10 | Vorrichtung zur Stabilisierung eines Wasserfahrzeuges |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29600317U1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2769578A1 (fr) * | 1997-10-13 | 1999-04-16 | Yvon Julian | Dispositif pour stabiliser l'assiette d'un navire en situation de mouillage ou de derive |
| CN102910264A (zh) * | 2012-10-09 | 2013-02-06 | 哈尔滨工程大学 | 一种船舶系泊状态的减摇装置 |
-
1996
- 1996-01-10 DE DE29600317U patent/DE29600317U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2769578A1 (fr) * | 1997-10-13 | 1999-04-16 | Yvon Julian | Dispositif pour stabiliser l'assiette d'un navire en situation de mouillage ou de derive |
| WO1999019205A1 (fr) * | 1997-10-13 | 1999-04-22 | Yvon Julian | Dispositif pour stabiliser l'assiette d'un navire en situation de mouillage ou de derive |
| CN102910264A (zh) * | 2012-10-09 | 2013-02-06 | 哈尔滨工程大学 | 一种船舶系泊状态的减摇装置 |
| CN102910264B (zh) * | 2012-10-09 | 2015-09-30 | 哈尔滨工程大学 | 一种船舶系泊状态的减摇装置 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19960425 |
|
| R156 | Lapse of ip right after 3 years |
Effective date: 19991103 |