DE29520969U1 - Fahrradsattel - Google Patents
FahrradsattelInfo
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Description
• *
Karl Jörg Urban, 70374 Stuttgart, Bundesrepublik Deutschland
Fahrradsatte1
Die Erfindung bezieht sich auf die Konstruktion eines Fahrradsattels,
die auf den Schutz der Weichteile des Daiambereiches
und auf die anatomische Anpassung seines Sitzes an die Bewegungen des Radfahrers gerichtet ist.
Bei einem Fahrradsattel sollen gleichzeitig zwei entgegengesetzte Forderungen erfüllt werden. Einerseits muß der Radfahrer
sitzen und gleichzeitig komplizierte Bewegungen mit dem Körper, speziell mit den Beinen (Unterkörper), ausführen. Außerdem
ist es aus rein anatomischen Gründen erforderlich, ab und zu die Körperhaltung zu wechseln. Dadurch verändert sich
die Belastung des Sattels, dessen Reaktion meistens ungünstig für den Fahrradfahrer ist.
Bei herkömmlichen Sätteln werden diese Bedingungen und Forderungen
nur insofern berücksichtigt, in dem eine Federung der Sättel gegenüber der Sattelstütze oder der Sattelstütze gegenüber
dem Fahrradrahmen gewährleistet wird. Dabei bleibt der Sattel selbst ein fast starres Element mit den fraglichen
Nachteilen. Die Situation Sitzen und mit den Beinen die Pedale zu drehen führt in der Tatsache zwangsläufig zu einer solchen
Form des Sattels, bei der die weichen Teile des perinäischen Bereiches am meisten belastet werden, während die vielmehr
belastbaren Sitzteile (Sitzbeine, Schambeine, Backen) einen ungenügenden Teil der Belastung übernehmen.
Eine technische Teillösung zu dieser Problematik ist der deutschen Offenlegungsschrift P 43 27 234 entnehmbar. Sie
beschreibt einen Fahrradsattel, dessen Sitz einen U-förmigen Bügel aus gepolstertem federfähigem Material darstellt, der
an einem Federträger horizontal konsolenartig befestigt ist. Die zwei Schenkel des Bügels stellen freistehende, nahezu parallel
verlaufende, unabhängig voneinander federfähige Bügelteile dar. Seinerseits ist der Federträger an einem Sattelhalter
befestigt, der über eine Sattelstütze am Fahrradrahmen verstellbar angeordnet ist und kann, ebenso wie der U-förmige
Bügel, aus federfähigem Material bügelartig geformt und konsolenartig am Sattelhalter befestigt sein.
Eine genauere Betrachtung der menschlichen Anatomie im Zusammenhang
mit dem Fahrradfahren zeigt, daß in der Fahrposition die Genitalien weiter hervorgewölbt liegen, als der gesammte
Dammbereich. Die Belastungsflächen der herkömmlichen Sättel
von der Sattelnase bis zum Sattelende verlaufen in einer nahezu horizontalen Ebene und außerdem sind sie zur Anatomie
des perinäisehen Bereiches gegenläufig gewölbt. Dies führt dazu, daß der Weichteilbereich des Fahrers erst komprimiert
und verformt werden muß, um sich danach auf die Fläche des Sitzes anzupassen. Am Scheitelpunkt dieser SattelWölbungen
finden die größten Verformungen und Belastungen dieser empfindlichen Gewebe statt. Die Folgen daraus sind Nervenreizungen
(Schmerz), Mangeldurchblutung und, auf längere Sicht betrachtet,
werden dadurch Voraussetzungen für körperliche Beschwerden geschaffen. Weiterhin wird beim Aufsitzen auf solche
Sättel der Hodensack des Fahrers aus seiner ursprünglichen anatomischen Lage angehoben und in der Folge zwischen
den pedalierenden Schenkeln, sowie auf der Sattelnase, gedrückt und gequetscht. Besonders spürbar ist dies beim Übergang
von einer aufrechten Körperhaltung vorwärts in die sportlichere Tiefposition. Diese Gegebenheiten werden selten
und nur insofern berücksichtigt, in dem im Bereich der Sattelnasen horizontale, längst liegende Vertiefungen ausgeformt
werden.
Es liegt daher im Aufgabenbereich der Erfindung, die Lösung des Problems gleichzeitigen Sitzens und Fahrradfahrens unter
den genannten, sich widersprechenden, Bedingungen und Forderungen technisch zu optimieren und vor allem die Belastung im
perinäisehen Bereich des menschlichen Körpers, mit seinen empfindlichen Geweben und Organen, wie Schamleiste, Harnleiter,
Prostata usw. zu reduzieren. Ebenso wichtig ist es, eine Abgrenzung zwischen Schutz des perinäisehen Bereiches und Ge-
• · I
nitalienschutz zu schaffen, sowie den Sattel so auszugestalten, daß seine Reaktion auf das gesammte Sitzfleisch, infolge
des Körpergewichtes, optimal verteilt wird. Diese Kräfteverteilung sollte entsprechend der unterschiedlichen
Belastbarkeit der hier beteiligten Gewebe, Muskeln und Knochen gewährleistet sein.
Eine dementsprechende erfindungsgemäße technische Lösung liegt dadurch vor, in dem der Sitz eines Fahrradsattels einen
nahezu U-förmigen Bügel aus gepolstertem federfähigem Material darstellt, der an einem Federträger horizontal konsolenartig
befestigt ist und seine Schenkel zwei freistehende, nahezu parallel verlaufende, unabhängig voneinander federfähige,
Bügelteile darstellen. Weiterhin sind die Schenkel des Bügels so ausgeformt, daß der Bereich zwischen der Berührungsfläche
für das Steißbein und dieser für die Genitalien nahezu kreisbogenförmig nach unten ausgewölbt ist und daß der
Bereich für die männlichen Genitalien, im unmittelbaren Anschluß daran, abgesenkt ist. Auch der Bereich der Sattelnase
ist nach unten, tiefer als der Genitalbereich, abgesenkt. Seinerseits ist der Federträger an einem Sattelhalter befestigt,
der über eine Sattelstütze am Fahrradrahmen verstellbar angeordnet wird und kann, ebenso wie der U-förmige Bügel, aus
federfähigem Material bügelartig geformt und konsolenartig am Sattelhalter befestigt sein.
Eine weitere Ausgestaltung dieser Erfindung sieht vor, daß der Sitz des Fahrradsattels dem Federträger gegenüber gleitfähig
angeordnet ist, bspw. im Bereich der Sattelnase. Gleit-
«· K mm
verbindungen hierbei können Dämpfungselemente, wie z.B. Federn und Elastomere, enthalten.
Als erfinderisch werden alle Kombinationen der unterschiedlichen Varianten von Sitzbügeln, Federträgern, sowie Gleitverbindungen
und Därapfungselemente zwischen ihnen, angesehen.
Die kreisbogenförmige Berührungsfläche ist im Dammbereich in der Fahrtrichtung rinnenförmig ausgestaltet. In dieser
Rinne ist mittig eine zweite tieferliegende Längsrinne ausgeformt
.
In der Steißbeinzone befindet sich ein sogenannter Steißkeil.
Weitere Ausgestaltungen dieser Erfindung sehen vor, daß in oder unter der Polsterung des Sattels verschiedene Formstücke
angeordnet und beweglich, sowie verstellbar, gelagert sind. Für die Aufnahme des Schambogenknochens, bzw. Sitzbeins, können
auswechselbare Formstücke verschiedener Härte vorgesehen sein.
Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich, wenn die symmetrischen
Teile des Bügels und/oder des Federträgers über einen Mechanismus horizontal beweglich und verstellbar sind.
Über einen Neigungsmechanismus ist der ganze Sattel um die Querachse verstellbar. Über eine Fixiervorrichtung ist dieser
Mechanismus auch vom Lenker aus betätigbar.
Die nach der Erfindung gefertigten Sättel haben den herkömmlichen gegenüber den Vorteil, daß ihr Federungsverhalten in
weiten Grenzen, besonders im perinäischen Bereich, veränder-
bar ist. Ihre wichtigsten Vorteile liegen jedoch im Bereich des Fahrkomforts, wobei der Fahrradsattel als Ganzes seine
annähernd klassische Form behält, sich gleichzeitig an die Anatomie anpaßt und dem Bewegungsablauf entgegenkommt.
Die Beweglichkeit der zwei symmetrischen Hälften des Sitzbügels ist kleiner im Bereich der Sitzbeine, bzw. Schambeine,
und größer im perinäischen Bereich und im Bewegungsbereich der Oberschenkel, wobei der perinäische Bereich des Radfahrers
nahezu unbelastet bleibt.
So auf die menschliche Anatomie angepaßt, gewährleistet dieser Sattel ein bequemes und gesundes Fahrradfahren. Jede daran
beteiligte, bzw. belastete Körperregion findet ihren vorgeformten Platz und übernimmt einen ihr passenden Teil von
der gesammten Sitzbelastung.
Da hierbei jeder QuadratZentimeter für die Körpergewichtaufnahme
wichtig ist, leistet auch der Steißkeil durch Oberflächenvergrößerung einen Beitrag dafür.
Durch die verstellbaren Formstücke, sowie durch die horizontale Verstellbarkeit der Schenkel des Bügels, kann der Sattel
individuell in Hinsicht auf Form (Wölbung) und Härte angepaßt werden.
Durch den Neigungsmechanismus wird dem Bewegungsablauf des Fahrens bei verschiedenen Neigungspositionen des Körpers
schnell und abwechslungsreich entsprochen.
Zwei Ausführungsbeispiele nach der Erfindung sind in der bei-
liegenden Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. Figuren 1. bis 4. zeigen axonometrisch verschiedene
Varianten des bügelförmigen Sitzes. Figuren 4. und 5. stellen Seitenansichten von zwei Varianten des erfindungsgemäßen
Sattels und seine Befestigung am Fahrradrahmen dar.
Der Sitz (1) des Fahrradsattels stellt einen nahezu U-förmigen Bügel (6) aus gepolstertem federfähigem Material dar und
ist über einen Federträger (2) an einem Sattelhalter (3) konsolenartig angeordnet, so daß die Schenkel (6' und 6") des
Bügels (6) frei stehen und in Richtung zum Lenker des Fahrrads ausgerichtet sind. Über eine Sattelstütze (4) ist der
ganze Sattel an einem Fahrradrahmen (5) befestigt. All diese Teile sind einander gegenüber verschiebbar, verstellbar und
festspannbar.
Die Schenkel (6'und 6") des Bügels (6) sind so gebogen und
die Polsterung (7) so ausgeformt, daß der Dammbereich (D) zwischen der Berührungsfläche für das Steißbein (8) und diesem
für die männlichen Genitalien (G) - nahezu kreisbogenförmig nach unten ausgewölbt ist, und daß der Bereich für die
männlichen Genitalien (G) abgesenkt ist. Die Sattelnase (9) liegt tiefer als der Genitalbereich (G) und ist nach unten
abgesenkt. Im hinteren Teil des Sattels (8) ist ein Steißkeil (12) ausgeformt. Am Bügel (6), unter der Polsterung (13) sind
bewegliche Formstücke (14) angeordnet. Ein Spreizbolzen (15) ist in der Biegung des Bügels (6) zwischen dem Genitalbereich
(G) und dem Dammbereich (D) mit den Schenkeln (6'und 6") gelenkig verbunden. Ein, über eine Fixiervorrichtung, vom Len-
ker aus betätigbarer, Neigungsmechanisraus (16) ist am Sattelhalter
(3) angeordnet. In der Sattelnase (9) ist eine Gleitverbindung (10) zwischen dem Sitzbügel (6) und dem Federträger
(2) untergebracht. Die Gleitverbindung (10) ist mit einer Feder als Dämpfungselement (11) ausgestattet.
Beim Fahren mit diesem Sattel gewährleisten Sitz (1) und Federträger
(2) in Zusammenarbeit die vertikale Federung des Körpers. Dabei federn die Schenkel (6'und 6") des Bügels
(6) entsprechend den Unterkörperbewegungen des Radfahrers. Durch seine Bogenform wandelt der Sitz (1) einen wesentlichen
Teil der vertikalen Beanspruchungen in horizontale Kräfte um, die über die Gleitverbindungen (10) von den Dämpfungselementen
(11) aufgefangen werden.
Claims (10)
1. Fahrradsattel, bestehend aus einem Sitz (1), der über einen Federträger (2), einen Sattelhalter (3) und eine Sattelstütze
(4) an einen Fahrradrahmen (5) horizontal konsolenartig befestigbar ist, wobei der Sitz (1) einen nahezu
U-förmigen Bügel (6) aus gepolstertem federfähigem Material darstellt, dessen Schenkel (6' und 6") zwei freistehende,
nahezu parallel verlaufende, unabhängig voneinander federfähige, Bügelteile darstellen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schenkel (6' und 6") und/oder die Polsterung (7) des Bügels (6) so ausgeformt sind, daß der Dammbereich
(D) - zwischen der Berührungsfläche für das Steiß-
bein (8) und diesem für die laänniichen Genitalien (G) nahezu
kreisbogenförraig nach unten ausgewölbt ist, und daß der Bereich für die männlichen Genitalien (G) abgesenkt
ist.
2. Fahrradsattel nach Anspruch 1., dadurch gekennzeichnet,
daß,die Sattelnase (9) nach unten, tiefer als der Genitalbereich (G), abgesenkt ist.
3. Fahrradsattel nach Anspruch 1. oder 2., dadurch gekennzeichnet,
daß sein Sitz (1) dem Federträger (2) gegenüber gleitfähig angeordnet ist, bspw. im Bereich der Sattelnase
(9).
4. Fahrradsattel nach Anspruch 3., dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleitverbindungen (10) zwischen dem Sitz (1) und dem Federträger (2) Dämpfungselemente (11) enthalten.
5. Fahrradsattel nach einem der Ansprüche 1. bis 4., dadurch gekennzeichnet, daß die kreisbogenförmige Sitzfläche für
den Damm (bereich) (D) in der Fahrtrichtung rinnenföriaig
ausgestaltet ist und daß in dieser Rinne mittig eine zweite tieferliegende Längsrinne ausgeformt ist.
6. Fahrradsattel nach einem der, Ansprüche 1. bis 5., dadurch
gekennzeichnet, daß in der Steißbeinzone ein nach oben gewölbter Steißkeil (12) ausgeformt ist.
7. Fahrradsattel nach einem der Ansprüche 1. bis 5., dadurch
gekennzeichnet, daß in oder unter der Polsterung (13) des Sitzes (1) Formstücke (14) angeordnet und beweglich, sowie
verstellbar, gelagert sind.
• ·
• ■
8. Fahrradsattel nach einem der Ansprüche 1. bis 5., dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich für die Sitzknochen, bzw. Schambeine, auswechselbare Formstücke verschiedener Härte
vorgesehen sind.
9. Fahrradsattel nach einem der Ansprüche 1. bis 5., gekennzeichnet
durch veränderbare und verstellbare Wölbung und/oder Spreizung (15) des ü-förmigen Bügels (6) und/oder
des Federträgers (2).
10. Fahrradsattel nach einem der Ansprüche 1. bis 5., gekennzeichnet
durch einen verstellbaren Neigungsmechanismus (16), der über eine Fixiervorrichtung vom Lenker aus betätigbar
ist.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| PCT/EP1995/001086 WO1995025662A1 (de) | 1994-03-23 | 1995-03-22 | Fahrradsattel |
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|---|---|---|---|
| DE29520969U Expired - Lifetime DE29520969U1 (de) | 1995-03-22 | 1995-03-22 | Fahrradsattel |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29520969U1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006100564A1 (en) * | 2005-03-24 | 2006-09-28 | Selle Royal | An integrated human body support structure, particularly a saddle or seat for a vehicle |
| CN103373412A (zh) * | 2012-04-26 | 2013-10-30 | 曾诗元 | 自行车的座弓结构 |
| CN103419862A (zh) * | 2012-05-24 | 2013-12-04 | 曾诗元 | 自行车的座椅改良结构 |
-
1995
- 1995-03-22 DE DE29520969U patent/DE29520969U1/de not_active Expired - Lifetime
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| US7549698B2 (en) | 2005-03-24 | 2009-06-23 | Selle Royal S.P.A. | Integrated human body support structure, particularly a saddle or seat for a vehicle |
| CN100562456C (zh) * | 2005-03-24 | 2009-11-25 | 塞莱皇家股份公司 | 一种整体式人体支承构件,特别是鞍座或车座 |
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| CN103373412B (zh) * | 2012-04-26 | 2015-10-21 | 曾诗元 | 自行车的座弓结构 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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Effective date: 19970515 |
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| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
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