DE29500885U1 - Verjüngtes Tau - Google Patents
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Description
Aktenzeichen: 295 OO 885.7
Anmelder: Friedrich Rosenberger KG
Akte: 646-13
Datum: 20.09.1995
BESCHREIBUNG
Die Erfindung betrifft ein verjüngtes Tau, insbesondere
ein Segeltau.
In der Praxis ist es bekannt, ein Großfall als verjüngtes Tau herzustellen, indem an ein dünnes Drahtseil ein
dickerer Vorlauf aus Tau angespleißt wird. Solche Fallen haben den Nachteil, daß die Drähte ohne Vorwarnung
brechen. Außerdem erfordert das Spleißen einen erhöhten Herstellungsaufwand. Ungünstig ist zudem auch das Gewicht
des Falls.
Bekannt sind ferner verdickte Spinnakerschoten, bei denen die Verdickung aus einer Verstärkung im Außenmantel, d.h.
einer Material- bzw. Garnzugabe, besteht. Die Flechtmaschine muß dazu während des Herstellungsprozesses
angehalten werden, damit die Zusatzgarne eingesetzt werden können. Der Dickenübergang ist dadurch ziemlich abrupt.
Das DE-U 73 15 621 zeigt ein Schlepp- und Festmachetau mit
einer endseitigen Verjüngung. Hierbei handelt es sich um ein zugelastisches Tau, das auftretende Kraftspitzen
ausgleichen soll. Die Dehnbarkeit wird durch die Einlage eines Gummistrangs einreicht, der zu einer gewissen
Verdickung führt. Der Gummistrang hat über die gesamte Länge eine gleichbleibende Dicke und an den Enden
allenfalls einen spitzen Auslauf. Das vorbekannte Tau besteht aus zwei Komponenten. Eine gemeinsame Verjüngung
von Außenmantel und Seele ist nicht vorhanden.
Die DE-A 35 05 791 befaßt sich mit einem aus mehreren Lagen bestehenden Segeltau ohne Verjüngungen. Bei dem
vorbekannten Tau geht es darum, die Seele abschnittsweise aus unterschiedlichen Materialien herzustellen, um das Tau
an die äußeren Begebenheiten und Erfordernisse an verschiedenen Stellen seiner Länge anzupassen. Der Kern
kann in dem weniger belasteten Seilbereich durch ein Material ersetzt werden, das leichter ist und weniger
Wasser aufnimmt.
Die DE-A 26 26 659 offenbart ein Seil mit einer endseitigen Verjüngung. Die Verjüngung wird nachträglich
durch Abtrennen des äußeren Mantels geschaffen, wobei an der Übergangsstelle anschließend noch eine Befestigung
aufgebracht wird.
Die DE-A 27 46 026 zeigt eine flexible Verbindung für
Tauenden, wobei auf das Tauende eine geflochtene Drahthülse aufgebracht wird. Die Verbindung erfolgt durch
Vernähen, Verspleißen oder Verhaken.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein besseres verjüngtes Tau aufzuzeigen, das besonders für den
Einsatzbereich als Fall geeignet und optimierbar ist.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen im Hauptanspruch.
Das erfindungsgemäße Tau kann durch die Einlage einen erheblichen Dickenunterschied an der Verjüngungsstelle
erhalten. Die Größenunterschiede sind beliebig wähl- und einstellbar, wobei sich auch die Länge und der Grad der
Verjüngung, d.h. eine allmählicher oder abrupter Übergang, frei bestimmen lassen.
Dabei kann das Tau trotzdem eine sehr hohe Festigkeit und Dehnungsarmut aufweisen. Außerdem kann es in einem
kontinuierlichen Verfahren und aus einem einheitlichen Material hergestellt werden. Die erfindungsgemäße
Gestaltung eröffnet modernen hochfesten und dehnungsarmen Hochleistungsfasern aus Kunststoff, wie z.B. Dyneema oder
Vectran neue Einsatzbereiche, wobei die Eigenschaften des Fasermaterials besonders gut zur Geltung kommen.
&iacgr;&ogr; Ein besonders bevorzugter Einsatzbereich des
erfindungsgemäßen Taus sind Fallen an Segelschiffen. Hier
kommen die großen realisierbaren Dickenunterschiede besonders zum Tragen. Im Mastbereich kann das Tau sehr
dünn und leicht sein, was das Toppgewicht des Mastes wirkungsvoll verringert. Dies spielt in der Segeltechnik
moderner Yachten eine entscheidende Rolle. Der dicke Tauabschnitt befindet sich vorzugsweise nur im
Arbeitsbereich an Deck des Segelschiffs und hat vorzugsweise einen so großen Durchmesser, daß er ohne
Schlupf (Nachrutschen) in Klemmen oder auf Winschen festgesetzt werden kann und beim Durchholen sehr gut in
der Hand liegt. Die große Taudicke wirkt sich auch günstig auf die Verschleißarmut aus. Für ein Fall ist es besonders
günstig, wenn zumindest die lasttragende Seele aus den 5 vorerwähnten modernen Hochleistungsfasern besteht. Es
ergeben sich trotz der großen Dickenunterschiede und des niedrigen Gewichts hohe Bruchlasten und eine geringe
Dehnung.
in den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
Das erfindungsgemäße Tau ist in den Zeichnungen
beispielsweise und schematisch dargestellt. Im einzelnen zeigen
Figur 1 das Tau in einer abgebrochenen Seitenansicht mit zwei Querschnitten am dicken und dünnen
Bereich und
&iacgr;&ogr; Figur 2 das Tau in einem an der Verjüngung
aufgebrochenen Längsschnitt.
Die Zeichnungen zeigen ein Tau (1) mit einem dicken Abschnitt (3) und einem dünnen Abschnitt (4), bei dem sich
an der übergangssteile eine im wesentlichen konischen Verjüngung (2) befindet. Das Tau besteht aus einem
vorzugsweise geflochtenen Außenmantel (5) und einer vorzugsweise über die gesamte Seillänge durchgehenden
Seele (6), die geflochten oder gedreht ist. Der Außenmantel (5) und die Seele (6) erstrecken sich
gemeinsam über die Verjüngung (2) hinweg. Sie bestehen vorzugsweise über ihre gesamte Länge aus einem
einheitlichen Material und haben eine homogene Struktur, 5 d.h. Lagendicke, Flechtmuster etc..
Die Verjüngung (2) wird bei der Tauherstellung durch eine Einlage (7) geschaffen, die kürzer als die Gesamtlänge des
Taus ist. Wie aus dem Längsschnitt von Figur 2 und dem 0 linken Querschnitt von Figur 1 hervorgeht, erhöht die im
dicken Bereich (3) des Taus (1) befindliche Einlage (7) den Taudurchmesser. Sie ist ebenfalls als vorzugsweise
geflochtenes, gedrehtes oder ungedrehtes Seil ausgebildet. Die Einlage befindet sich konzentrisch im Inneren der
Seele (6) und besitzt im wesentlichen die gleiche Biegeweichheit oder Lehnigkeit wie die umgebende Seele (6)
und der Außenmantel (5).
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Die Einlage (7) hat vorzugsweise eine konische Spitze (8). Über die Länge und den Konuswinkel der Spitze (8) wird die
Form' der Verjüngung (2) bestimmt. Die durch die Einlage (7) im Durchmesser erweiterten Außenmantel (5) und Seele
(6) schrumpfen über der Spitze (8) wieder auf ihren normalen Durchmesser zusammen. Dadurch liegen der
Außenmantel (5), die Seele (6) und die Einlage (7) stets dicht aneinander.
Der Außenmantel (5) und die Seele (6) bestehen aus natürlichen oder synthetischen Faserwerkstoffen. Zumindest
für die lasttragende Seele (6) gelangen moderne Hochleistungs-Kunststoffasern zum Einsatz, die eine
extreme Reißfestigkeit und Dehnungsarmut aufweisen und außerdem ein niedriges Gewicht haben. Der Außenmantel (5)
kann je nach Anwendungszweck aus dem gleichen Material
bestehen. Häufig wird auch ein Endlos-Faserwerkstoff aus Polyester verwendet.
Die Einlage (7) kann aus dem gleichen oder einem geeigneten anderen Material bestehen. Im bevorzugten
Ausführungsbeispiel handelt es sich aus Gewichtsgründen um
Polypropylen. Geeignet ist aber auch Polyester oder dgl..
Das dargestellte Tau (1) ist besonders als Fall für Segelschiffe geeignet und vorgesehen. Es eignet sich
sowohl als Großfall, wie auch als Fockfall oder Spinnakerfall. Die Tauabmessungen und die Lage der
Verjüngung (2) sind dabei so gewählt, daß sich der dünne Taubereich (4) in Anschlagstellung des Taus (1) im
Mastbereich befindet. Die Verjüngung (2) liegt dann an einer Stelle, wo das Tau (1) aus dem Mast wieder austritt
und in den Arbeitsbereich an Deck gelangt. Der dicke Taubereich (3) befindet sich dann in diesem
Arbeitsbereich, d. h. im Bereich der Klemmen, Winschen oder sonstigen Befestigungs- bzw. Holepunkte. Die größere
Taudicke ist auf die Erfordernisse an diesen Befestigungsoder Holepunkten abgestimmt.
In der bevorzugten Ausführungsform als Fall hat
standardmäßig der dünne, am Mast befindliche Bereich (4) einen Durchmesser von vorzugsweise ca. 6-9 mm. Der dicke
und im Arbeitsbereich an Deck befindliche Tauabschnitt (3) hat dann einen Durchmesser von vorzugsweise ca. 8 - 11 mm.
Daneben sind beliebige andere Durchmesserpaarungen möglich.
In Abwandlung des beschriebenen Ausführungsbeispiels kann das Tau (1) auch für andere Einsatzzwecke ausgebildet und
abgewandelt werden, z. B. als Schot für Leichtsegel, wie Spinnaker oder Blister. Ferner sind beliebige andere
Einsatzbereiche außerhalb des Segeins möglich.
Weitere Abwandlungen ergeben sich auch hinsichtlich der
Einlage. Sie kann aus einem beliebig geeigneten Material bestehen und muß auch nicht als geflochtenes oder
gedrehtes Seil ausgebildet sein. Es kann sich alternativ auch um einen gespritzten biegeweichen Kunststoffstrang
oder dgl. handeln. Außerdem kann die Einlage in sich aus mehreren Teilen oder Schichten bestehen. Gleiches gilt
auch für die Ausbildung der Seele und der Außenhaut.
Alternativ ist ferner eine Anordnung der Einlage zwischen der Seele und der Außenhaut möglich. Zusätzlich sind bei
Bedarf Strukturänderungen (Garnzugabe etc.) im Außenmantel (5) bzw. der Seele (6) im Verjüngungsbereich möglich, etwa
0 ähnlich wie bei der vorbekannten verjüngten Schot.
- 6 BEZUGSZEICHENLISTE
1 ' Tau, Fall
5 2 Verjüngung
3 dicker Bereich, Decksbereich
4 dünner Bereich, Mastbereich
5 Außenmantel
6 Seele &iacgr;&ogr; 7 Einlage
8 Spitze
Claims (7)
1.) Verjüngtes Tau, insbesondere Segeltau, dadurch
gekennzeichnet, daß das Tau (1) einen Außenmantel (5) und eine Seele (6) mit einer
gemeinsamen Verjüngung (2) aufweisen, wobei im dicken Taubereich zusätzlich eine Einlage (7)
angeordnet ist.
2.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tau (1) aus
natürlichen oder synthetischen Faserwerkstoffen, insbesondere zumindest teilweise aus hochfesten und
dehnungsarmen Kunststoffasern besteht.
3.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (7) im
Inneren der Seele (6) angeordnet ist.
4.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (7) eine
konische Spitze (8) aufweist.
5.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Seele (6) und/oder die Einlage (7) geflochten, gedreht oder ungedreht sind.
6.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
das Tau (1) als Fall ausgebildet ist, wobei die Verdickung (3) im Arbeitsbereich an Deck und die
Verdünnung (4) im Mastbereich angeordnet ist.
7.) Verjüngtes Tau nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
das Tau (1) im dicken Bereich (3) einen Durchmesser
von ca. 8 - 11 mm und im dünnen Bereich (4) von ca. 6-9 mm aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE29500885U1 true DE29500885U1 (de) | 1995-10-26 |
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ID=8002746
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE29500885U Expired - Lifetime DE29500885U1 (de) | 1995-01-20 | 1995-01-20 | Verjüngtes Tau |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29500885U1 (de) |
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- 1995-01-20 DE DE29500885U patent/DE29500885U1/de not_active Expired - Lifetime
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