DE2943729A1 - Arbeitsverfahren fuer eine selbstzuendende brennkraftmaschine - Google Patents
Arbeitsverfahren fuer eine selbstzuendende brennkraftmaschineInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Arbeitsverfahren
für eine selbstzündende Brennkraftmaschine mit Merkmalen entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Die CH-PS 107 453 offenbart beispielsweise in Fig. 4 eine Brennkraftmaschine mit einem mit Stauaufladung arbeitenden
Abgasturbolader, bei dem der Zuströmquerschnitt von dessen Abgasturbine durch ein Stellorgan veränderbar
ist. Dieses Stellorgan ist Teil einer Stelleinrichtung und einerseits unter Zwischenschaltung eines Gestänges
an einen Drehzahlregler der Brennkraftmaschine sowie andererseits an einen vom Ladeluftdruck beeinflußten
Druckregler angekoppelt. Der Drehzahlregler bringt das Stellorgan dabei in eine Grobeinstell-Lage, in der
jeweils einer bestimmten Drehzahl zugeordnet der Zuströmquerschnitt der Abgasturbine einen bestimmten Wert einnimmt,
mithin die Zunahme oder Abnahme der Drehzahl unmittelbar zur Vergrößerung bzw. Verkleinerung des Zuströmquerschnittes
führt, während der auf den Ladedruck ansprechende Regler das Stellorgan in seine jeweilige
Endlage entsprechend dem momentanen Ladeluftdruck bringt. In einem bestimmten Lastbereich der Brennkraftmaschine
ist somit ein bestimmter, größenmäßig angepaßter Zuströmquerschnitt zur Abgasturbine freigegeben,
wodurch sich in diesem Lastbereich aufgrund der vorhandenen Abgasmenge und der daraus resultierenden Abgasenergie
ein bestimmter Ladeluftdruck einstellt. In dieser Vorveröffentlichung ist jedoch weder etwas über
das Verhalten der Brennkraftmaschine in Bezug auf den Brennstoffverbrauch noch etwas über eine bestimmte Art
der Steuerung des Zuströmquerschnittes zur Erzielung eines minimalen Brennstoffverbrauches ausgesagt.
130020/OU6
Es ist demgegenüber daher Aufgabe der Erfindung, bei einer selbstzündenden Brennkraftmaschine der eingangs genannten
Art ein Arbeitsverfahren anzugeben, durch das ein optimaler Brennstoffverbrauch über den gesamten
Lastbereich ohne Überschreitung des für Vollast vorgegebenen maximalen Zünddruckes erzielbar ist.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch das im Anspruch 1
angegebene Arbeitsverfahren gelöst; Details desselben sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Arbeitsverfahrens
ist ein Brennstoffverbrauch erzielbar, der erheblich unter dem einer Brennkraftmaschine liegt, die mit unverstellbarem
Durchlaßquerschnitt des Leitapparates in der Hochdruckturbine des Abgasturboladers arbeitet. Für die
Brennstoffverbrauchsreduzierung im oberen Lastbereich ist die Einbindung der Einspritzpumpe in das erfindungsgemäße
Verfahren mit der Möglichkeit der Änderung des EinspritzZeitpunktes maßgebend beteiligt. Die Brennstoffverbrauchsreduzierung
und damit auch die hieraus resultierende erhebliche Betriebskostenreduzierung ist
dabei in der Praxis weitgehend durch sinnfällige Ausnutzung der in der Brennkraftmaschine ohnehin vorhandenen
Aggregate und ohne unzulässige Überschreitung bestimmter konstruktiv vorgegebener Grenzwerte realisiert,
so daß für eine Anwendung des erfindungsgemäßen Arbeitsverfahrens auch bei bereits bestehenden Betriebseinheiten
nur geringfügige Umbaumaßnahmen im Bereich der Steuerung und der Einspritzpumpe erforderlich sind.
130020/OUe
Nachstehend ist das erfindungsgemäße Arbeitsverfahren für eine selbstzündende Brennkraftmaschine der eingangs
genannten Art anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten zweistufigen Abgasturboladers und verschiedener
Funktionsdiagramme näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen zweistufigen Abgasturbolader in
schematischer Darstellung mit verschiedenen Einrichtungen zur Durchführung
des Arbeitsverfahrens,
Fig. 2 ein Diagramm, das die Beeinflussung der Einspritzpumpe bei Anwendung des Arbeitsverfahrens
zeigt,
Fig. 3 ein Diagramm mit den Leistungsbereichen der Brennkraftmaschine und einer
Abszisse, auf der die Leistung in Prozent aufgetragen ist und als Abszisse für die in den Fig. 3 bis 7
dargestellten weiteren Diagramme dient,
Fig. 4 ein Diagramm, das die Querschnittsveränderungen des Leitapparates bei Ausführung
des Arbeitsverfahrens zeigt,
Fig. 5 ein Diagramm, das den Verlauf des Zünddruckes bei Ausführung des Arbeitsverfahrens
zeigt,
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Fig. 6 ein Diagramm, das den Verlauf des Ver-
brennungsluftverhältnisses bei Anwendung
des Arbeitsverfahrens zeigt,
Fig. 7 ein Diagramm, das die Kurve des effektiven Brennstoffverbrauches bei Anwendung
des Arbeitsverfahrens zeigt.
Es sei eingangs erwähnt, daß das erfindungsgemäße Arbeitsverfahren
bei Brennkraftmaschinen mit ein- oder mehrstufigem Abgasturbolader anwendbar ist, die Erläuterung
desselben jedoch anhand eines zweistufig ausgebildeten Abgasturboladers durchgeführt ist, da diese Art der Aufladung
in stärkerem Maße bei selbstzündenden Brennkraftmaschinen und insbesondere Großdieselmotoren angewandt
ist.
Der in Fig. 1 dargestellte zweistufige Abgasturbolader besitzt eine Hochdruckstufe 1 mit einer Hochdrucktrubine
und einem hiervon angetriebenen Hochdruckverdichter 3, sowie einer Niederdruckstufe 4 mit einer Niederdruckturbine
5 und einem hiervon angetriebenen Niederdruckverdichter 6. Die Hochdruckturbine 2 sowie die Niederdruckturbine
5 sind als axial durchströmte Turbinen ausgebildet und koaxial nebeneinander angeordnet. Die
Hochdruckturbine 2 und der Hochdruckverdichter 3 der Hochdruckstufe 1 sowie die Niederdruckturbine und der
Niecerdruckverdichter 6 der Niederdruckstufe 4 sind jeweiJs
auf einer zur andern axial fluchtenden Welle 7 bzw. 8 angeordnet; außerdem ist der Abgasauslaß 9 der
Hochdrucktrubine 2 ohne Zwischenschaltung einer Umlenkvorrichtung unmittelbar in den Abgaseinlaß 10 der ent-
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gegengesetzt gerichtet sich drehenden Niederdruckturbine einmündend angeordnet. Die Hochdruckturbine 2 der
Hochdruckstufe 1 besteht aus einem Turbinenrad 11, einem
Leitapparat 12 und einer Zuführspirale 13 mit Ansaugstutzen 14, der in nicht dargestellter, an sich bekannter
Weise über einen Plansch direkt mit der Abgassammelleitung einer ebenfalls nicht dargestellten selbstzündenden
Brennkraftmaschine verbunden ist. Die Hochdruckturbine 2 der Hochdruckstufe 1 wird im Betrieb
mit durch einen Pfeil 15 gekennzeichneten Abgasen der Brennkraftmaschine beaufschlagt, wobei diese Abgase
aus der AbgasSammelleitung kommend über den Einlaßstutzen
14 in die Zuführspirale 13 der Hochdruckturbine 2 eingespeist werden. Letztere dient zur gleichmäßigen
Beaufschlagung der über den gesamten Umfang des Turbinenrades 11 der Hochdruckturbine 2 verteilten
Schaufeln 16 durch die ankommenden Abgase sowie zur Erzeugung einer hohen Abgasgeschwindigkeit. Der Hochdruckverdichter
3 besteht aus einem Radialverdichterrad 17 mit entsprechend angeordneten Schaufeln 18 und
einem Radialverdichtergehäuse 19 mit Abführspirale 20,
welches Radialverdichtergehäuse eingangsseitig an einen dem Radialverdichterrad 17 vorgedichtete Luft
- gemäß Pfeil 21 - zuführenden Zuführkanal 22 und ausgangsseitig über einen Auslaßstutzen 23 an einer
Leitung 24 angeschlossen ist, durch welch letztere in Richtung des Pfeiles 70 den Brennräumen der Brennkraftmaschine
jene im Hochdruckverdichter 3 hochverdichtete Ladeluft zuführbar ist. Die Leitung 24 ist
dabei in nicht dargestellter Weise unter Zwischenschaltung eines ebenfalls nicht dargestellten Kühlers
mit den entsprechenden Einlassen an den Zylindern der Brennkraftmaschine verbunden.
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- sr-
Der Abgasauslaß 9 der Hochdruckturbine ist unter Zwischenschaltung
eines Uberleitkanales 25 mit dem Abgaseinlaß der Niederdruckturbine 5 verbunden, die aus einem Turbinenrad
26 mit axial durchströmten, gleichmäßig am Umfang verteilten Schaufeln 27 und einem Axialverdichtergehäuse
28 mit Abführspirale 29 besteht. Das Axialverdichtergehäuse 28 ist über einen Auslaßstutzen 30 in
nicht dargestellter Weise mit dem Auspuff der Brennkraftmaschine
verbunden, dem nach vollständiger Auswertung ihrer kinematischen Energie die Abgase in Richtung
des Pfeiles 31 zugeführt werden.
Der Niederdruckverdichter 6 besteht aus einem Radialverdichterrad 32 mit entsprechend ausgebildeten Schaufeln
33 und einem spiralig ausgebildeten Radialverdichtergehäuse 34. Die Ladeluft wird durch den Niederdruckverdichter
6 in Richtung des Pfeiles 35 über ein Gehäuse mit Schalldämpfer und Luftfilter angesaugt, durch das
Radialverdichterrad 32 des Niederdruckverdichters 6 vorverdichtet und ausgangsseitig des Radialverdichtergehäuses
34 über eine Leitung 37 in Richtung des Pfeiles 38 einem Zwischenkühler 39 zugeführt. Letzterer ist
ausgangsseitig an den zum Hochdruckverdichter 3 führenden Luftzuführkanal 22 angeschlossen.
Bei diesem vorbeschriebenen zweistufigem Abgasturbolader erfolgt die Verwertung der Abgasenergie sowie die Verdichtung
der Ladeluft in zwei Stufen. Das von der Brennkraftmaschine über die AbgasSammelleitung in Richtung
des Pfeiles 15 ankommende Abgas wird in der Hochdruckstufe 1 erstmals ausgenutzt und von dort zur weiteren
Verwertung der Niederdruckstufe 4 zugeführt. Die der Hochdruckturbine 2 der Hochdruckstufe zugeführten
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- 40-
Abgase verlieren in dieser Stufe einen ersten Teil ihrer Energie und treten ausgangsseitig derselben unmittelbar
in den sich konisch erweiternden Überleitkanal 25 und von dort in den Abgaseinlaß 10 der Niederdruckstufe
ein. Aufgrund der Tatsache, daß die Hochdruckstufe 1 und die Niederdruckstufe 4 mit den Stirnseiten ihrer
Turbinen 2 bzw. 5 aneinandergrenzen, ist der vom Abgas zwischen den beiden Turbinenstufen zurückzulegende Weg
sehr kurz. Die konische Erweiterung des Überleitkanales
25 dient zur Anpassung der Durchflußquerschnitte an die Druckverhältnisse im Abgas. Das Turbinenrad 26 ist
an seinem Umfang mit Schaufeln 27 bestückt, die gegenüber den Schaufeln 16 des Turbinenrades 11 der Hochdruckstufe
1 entgegengesetzt gerichtet und gegen die Strömung des Abgases angestellt sind, wodurch sich ein
entgegengesetzter Lauf der Hochdruckstufe gegenüber der Niederdruckstufe ergibt; außerdem wird durch diese
Anordnung dem Abgas beim Austritt aus der Hochdruckturbine 2 genau jene Richtung erteilt, die beim Eintritt
in die Niederdruckturbine 5 erwünscht ist. Infolge nicht vorhandener Umlenkung sowie äußerst platzsparender
Bauweise entfallen somit im Bereich zwischen den beiden Turbinenstufen Leistungsverluste nahezu vollständig.
In der Niederdruckturbine 5 der Niederdruckstufe 4 werden die Strömungsenergie der eingespeisten
Gase durch das Turbinenrad 26 in Bewegungsenergie umgesetzt und anschließend die Abgase über die Abführspirale
29 in Richtung des Pfeiles 31 der nicht dargestellten Auspuffleitung zugeführt. Die Bewegungsenergie der Niederdruckturbine 5 wird im starr angekoppelten
Niederdruckverdichter 6 zur Vorverdichtung
130020/QUS
der in Richtung des Pfeiles 35 angesaugten Ladeluft ausgenützt. Die vorverdichtete Ladeluft wird über die Leitung
37 dem Zwischenkühler 39 zugeführt, dort abgekühlt und anschließend über die Leitung 22 dem Hochdruckverdichter
3 der Hochdruckstufe 1 zugeführt. Diese zugeführte, vorverdichtete Ladeluft wird im Hochdruckverdichter
3 durch das Radialverdichterrad 17 noch weiter verdichtet und anschließend über die Abführspirale 20
und den Auslaßstutzen 23 des Radialverdichtergehäuses sowie über die Leitung 24 den Zylindern der Brennkraftmaschine
zugeführt.
Bei einem Abgasturbolader dieser Gattung ergeben sich
unter der Voraussetzung eines über den gesamten Lastbereich gleichbleibenden Durchlaßquerschnittes des Leitapparates
12 - entsprechend der in Fig. 4 gestrichelt dargestellten Linie 40 - und eines über den gesamten
Lastbereich gleichbleibenden Einspritzzeitpunktes entsprechend der in Fig. 2 gestrichelt eingezeichneten
Linie 41, die in den Diagrammen der Fig. 5, 6 und 7 gestrichelt eingezeichneten Funktionskurven, nämlich
42 für den Zünddruck pz (Fig. 5), 43 für das Verbrennungsluftverhältnis
X (Fig. 6) und 44 für den effektiven Brennstoffverbrauch be (Fig. 7). In Fig. 3 sind dabei
die Lastbereiche der Brennkraftmaschine eingezeichnet; ein unterer Lastbereich ULB ist dabei als von 0
bis ca. 15 % der Vollast bezeichneter Lastbereich, in dem die Brennkraftmaschine mit einem mittleren effektiven
Druck ρ von etwa 4,5 bis 5,5 bar gefahren wird, definiert. Der mittlere Lastbereich MLB ist als Bereich
zwischen ca. 15 bis ca. 80 % der Leistung bei Vollast definiert, während der obere Lastbereich OLB
als der über ca. 80 % der Vollastleistung liegende
130020/OUe
- Al-
- «r-
Lastbereich definiert ist. Für den Fall, daß der Durchflußquerschnitt
des Leitapparates 12 in der Hochdruckturbine 2 der Hochdruckstufe 1 des Abgasturboladers über
den gesamten Lastbereich entsprechend der in Fig. 4 gestrichelt eingezeichneten Linie 40 unverändert bleibt
und auch der Einspritzzeitpunkt über dem gesamten Lastbereich entsprechend der in Fig. 2 gestrichelt eingezeichneten
Linie 41 unverändert bleibt, stellt sich bei Vollast ein Ladeluftdruck ein, der höher ist als
dies für den günstigsten Brennstoffverbrauch notwendig wäre. Durch diesen höheren Ladeluftdruck ergibt sich
zwangsläufig insbesondere im oberen Lastbereich OLB ein für den Brennstoffverbrauch ungünstiges, relativ
hohes Verbrennungsluftverhältnis λ entsprechend der in Fig. 6 gestrichelt eingezeichneten Linie 43. Der
Zünddruck p„ steigt dabei entsprechend der in Fig. 5 gestrichelt eingezeichneten Linie 42 ausgehend von
einem Minimum stetig bis zu einem durch die Konstruktion der Maschine vorgegebenen Maximum an. Aufgrund
der in den Fig. 5 und 6 eingezeichneten charakteristischen Kurven 42 für den Zünddruck p„ und 43 für das
Verbrennungsluftverhältnis \ ergibt sich ein charakteristischer
Brennstoffverbrauch b entsprechend der in Fig. 7 gestrichelt eingezeichneten Kurve 44. Dieser
Brennstoffverbrauch ergibt sich aus den thermodynamischen Werten, die innerhalb der Arbeitsprozesse ablaufen,
und insbesondere aus dem Verhältnis des Zünddruckes pz zum mittleren effektiven Druck pme.
Diesen in Fig. 7 durch die Kurve 44 dargestellten Brennstoffverbrauch
galt es durch entsprechende Maßnahmen um einen nennenswerten Betrag zu reduzieren. Zur Lösung
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dieses Problems sind an der Brennkraftmaschine folgende Maßnahmen vorgenommen, die anhand von Fig. 1 erläutert
sind.
Der Leitapparat 12 in der Hochdruckturbine 2 der Hochdruckstufe
1 des Abgasturboladers ist verstellbar ausgebildet, so daß dessen wirksame Durchlaßquerschriittsflache
QL veränderbar ist. Diesem verstellbaren Leitapparat 12 ist eine Stelleinrichtung 45 zugeordnet,
deren Stellsignal, wie schematisch durch die Linie 46 dargestellt, in den Leitapparat 12 zu dessen Verstellung
einleitbar ist. Die Stelleinrichtung 45 wiederum reagiert auf Signale, die ihr von einer Steuereinrichtung
47 über einen Kanal 48 zugeführt werden. Die Steuereinrichtung 47 wiederum reagiert auf zwei verschiedene
Signale, die ihr an zwei Eingängen, nämlich einem ersten Eingang 49 und einem zweiten Eingang
50, zugeführt werden. An den ersten Eingang 49 ist eine Ladeluftdruckmeßeinrichtung 51 über einen Kanal
52 angeschlossen. Die Ladeluftdruckmeßeinrichtung 51 ist eingangsseitig über ein Meßrohr 53 mit der
Leitung 24 verbunden, durch welche den einzelnen Zylindern der Brennkraftmaschine ausgangsseitig des
Hochdruckverdichters 3 hochverdichtete Ladeluft zuführbar ist. Die Ladeluftdruckmeßeinrichtung 51 nimmt
den jeweiligen Ladeluftdruck auf und wandelt diesen anschließend in ein entsprechendes elektrisches Signal
um, das der Steuereinrichtung 47 über den Kanal 52 zugeführt wird. Mit ihrem zweiten Eingang 50 ist die
Steuereinrichtung 47 an ein schematisch dargestelltes Führungsgestänge 54 angeschlossen, das eingangsseitig
von einem Regler 55 beeinflußt zur Verstellung des
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Pümpenkolbens einer nachgeordneten Brennstoffeinspritzpumpe
56 dient. Letztere ist mit ihrer Zulaufleitung 57 in nicht dargestellter Weise mit einem Brennstoffreservoir
und mit ihrer Ausgangsleitung 58 an einen ebenfalls nicht dargestellten Hochdruckspeicher angeschlossen,
von dem BrennstoffZuleitungen in an sich bekannter Weise zu den Einspritzventilen an den Zylindern der
Brennkraftmaschine wegführen. Der Steuerkolben der Brennstoffeinspritzpumpe 56 besitzt in nicht dargestellter
Weise eine schräge Steuerkante, durch die im oberen Lastbereich OLB - siehe Fig. 3 - der Einspritzzeitpunkt
gegenüber jenem des unteren und mittleren Lastbereiches später verlegbar ist, entsprechend der
in Fig. 2 durchgezogenen Linie 57. Vom Führungsgestänge 54 werden in Abhängigkeit von dessen Verschiebung
und momentaner Lage Signale abgeleitet, die dem zweiten Eingang 50 der Steuereinrichtung 4 7 über einen
Kanal 59 zuführbar sind.
Unter Ausnutzung dieser vorbeschriebenen Einrichtungen ist bei der Brennkraftmaschine zum Erhalt eines reduzierten
Brennstoffverbrauches das nachstehend beschriebene erfindungsgemäße Arbeitsverfahren anwendbar. Der Durchlaßquerschnitt
QL des verstellbaren, in der Hochdruckturbine
2 der Hochdruckstufe 1 des Abgasturboladers angeordneten
Leitapparates 12 wird dabei derart eingestellt, daß er
a) im unteren Lastbereich ULB - entsprechend Fig. 3 auf maximalen Durchlaßquerschnitt Qt1J13x gestellt ist
- siehe Fig. 4 das mit 60 bezeichnete durchgezogene Linienteil -,
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- Ve- -
b) im mittleren Lastbereich MLB auf minimalen Durchlaßquerschnitt QLmin (ca. 60 bis 70 % des maximalen
Durchlaßquerschnittes QLn13x) gestellt ist - siehe
Fig. 4 das mit 61 bezeichnete durchgezogene Linienteil -, und
c) im oberen Lastbereich OLB auf maximalen Durchlaßquerschnitt ÜLmax gestellt wird - siehe das in Fig.
durchgezogene Linienteil 62 -.
Darüber hinaus wird im oberen Lastbereich OLB gleichzeitig auch der EinspritzZeitpunkt gegenüber jenem im
mittleren Lastbereich später verlegt, was in Fig. 2 durch das schräge, durchgezogene Linienteil 63 dargestellt
ist. Der übergang von einem Durchlaßquerschnitt des Leitapparates 12 in einen anderen erfolgt
vorzugsweise stetig, um einen Rückstau im Abgasturbolader mit der Folge eines etwaigen Pumpens desselben
zu verhindern. Die Steuerung dieser Vorgänge erfolgt durch die Steuereinrichtung 47, die beim Übergang vom
unteren in den mittleren Lastbereich aufgrund der ihren Eingängen 49 und 50 zugeführten Signale ein Steuersignal
über den Kanal 48 an die Stelleinrichtung 45 abgibt, die den Leitapparat 12 daraufhin in verstetigter
Weise - entsprechend dem durchgezogenen Linienteil 64 von Fig. 4 - vom vorherigen maximalen
Durchlaßquerschnitt Q.Lmax auf minimalen Durchlaßquerschnitt
QLmin und beim übergang vom mittleren in den
oberen Lastbereich wiederum verstetigt auf den maximalen Durchlaßquerschnitt einstellt. Durch das Späterlegen
des Einspritzzeitpunktes und das Einstellen des Leitapparates auf maximalen Durchlaßquerschnitt,
130020/OUe
welch letzteres ein Absinken des Ladeluftdruckes hervorruft,
ist in den Zylindern der Brennkraftmaschine ein Zünddruck erzielbar, der im oberen Lastbereich OLB
konstant einen sich bei Vollast einstellenden Wert beibehält; dieser Zustand ist in Fig. 5 durch das
durchgezogene Linienteilstück 65 gekennzeichnet. Darüber hinaus ergibt sich aufgrund dieser Maßnahme im
oberen Lastbereich OLB ein sich von einem Maximum bis hin zum Vollastwert stetig verringerndes Verbrennungsluftverhältnis
λν, das in Fig. 6 durch das durchgezogene
gekrümmte Kurventeil 66 gekennzeichnet ist. Aufgrund dieser Verringerung des Verbrennungsluftverhältnisses
λ - hervorgerufen durch die Abnahme des Ladeluftdruckes - tritt im oberen Lastbereich zwangsläufig
auch ein niedrigerer Kompressionsenddruck ρ beim Arbeitsprozeß
auf. Der Brennstoffverbrauch ergibt sich aus den thermodynamisehen Abläufen und Verhältnissen
während des Arbeitsprozesses und insbesondere aus den Verhältnissen des Zünddruckes p2 zum mittleren effektiven
Druck ρ und dem Verhältnis pz / pc. Da das Verhältnis
pz / ρ bei Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens aufgrund vorhandener thermodynamisch günstigerer Arbeitsprozeßparameter im betrachteten oberen
Lastbereich OLB größer wird, ergibt sich ein niedrigerer Brennstoffverbrauch, der in Fig. 7 durch das durchgezogene
Linienteil 67 gekennzeichnet ist. Bei Nennlast (100 %), wo p„ und ρ durch die Konstruktion festgelegt
sind, gestattet das erfindungsgemäße Verfahren die Verbesserung des Brennstoffverbrauchs durch die
Einstellung des optimalen Verhältnisses pz / pc. Aus
dem Diagramm gemäß Fig. 7 ist außerdem ersichtlich, daß bei Anwendung des erfindungsgemäßen Arbeitsver-
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fahrens etwa in einem bei 80 % der Vollast liegenden Lastbereich - mithin beim übergang vom mittleren Lastbereich
MLB in den oberen Lastbereich OLB - die größte durch Pfeile markierte Brennstoffverbrauchsreduzierung
gegenüber einer Brennkraftmaschine zu erzielen ist, deren Abgasturbolader einen Leitapparat mit unveränderbarem
Querschnitt aufweist. Dieser niedrigere Brennstoffverbrauch tritt jedoch bei Anwendung des erfindungsgemäßen
Arbeitsverfahrens nicht nur im oberen Lastbereich OLB, sondern,wie in Fig. 7 durch das durchgezogene
Linienteil 68 gekennzeichnet, auch im mittleren Lastbereich MLB auf. Letzteres deshalb, weil in diesem
mittleren Lastbereich MLB die Durchflußquerschnittsfläche
des Leitapparates 12 auf minimalen Durchgang gestellt ist und somit den Brennräumen der Brennkraftmaschine
trotz geringerer, dem Abgasturbolader zugeführter Abgasmenge, Ladeluft mit einem höheren Druck
zuführbar ist, durch das sich ein Zünddruck p„ ergibt, der entsprechend dem in Fig. 5 eingezeichneten durchgezogenen
Linienteil 69 zwar gegenüber jenem Zünddruck bei Vollast abfällt, jedoch immer noch um ein gewisses
Maß höher als jener durch die gestrichelte Linie 42 dargestellte Zünddruck liegt, der sich bei einem in
diesem Lastbereich auf maximalen Durchgang gestellten Leitapparat ergibt. Da demgegenüber somit auch
im mittleren Lastbereich MLB bei Anwendung des erfindungsgemäßen Arbeitsverfahrens der Zünddruck pz höher
ist, ergibt sich zwangsläufig auch in diesem Bereich ein größeres Verhältnis des Zünddruckes zum mittleren
effektiven Druck (pz / Pme) als Kriterium für den
auch in diesem Lastbereich niedrigeren Brennstoffverbrauch b .
1 30020/0U6
Im untersten Lastbereich - kleiner als 10 % Last - ist
gegenüber bekannten Verfahren kein nennenswerter Vorsprung hinsichtlich des Brennstoffverbrauches realisierbar,
da in diesem Lastbereich infolge der relativ geringen Abgasmenge, mithin mangels hinreichend verwertbarer
Abgasenergie, die Vorteile eines Abgasturboladers kaum zum Tragen kommen können.
Aus den vorstehenden Erläuterungen ist ersichtlich, daß sich bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens die
Vorteile desselben insbesondere im mittleren und oberen Lastbereich sowie bei Vollastbetrieb der Brennkraftmaschine
- mithin von ca. 15 % bis 100 % Last - ergeben. Da es sich hierbei aber wie allgemein bekannt um die
am meisten benützten Lastbereiche einer Brennkraftmaschine handelt, kommen die Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens, insbesondere der dadurch erzielbare niedrigere Brennstoffverbrauch, praktisch voll zum
Tragen.
1 3 0 U 2 0 / 0 U β
e e r s e 11 e
Claims (6)
- Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg Aktiengesellschaft Stadtbachstraße 1, 8900 AugsburgPB 3020 26.10.79Arbeitsverfahren für eineselbstzündende BrennkraftmaschinePaten tanspr iicl ie:1y Arbeitsverfahren für eine selbstzündende Brennkraftmaschine mit einem mit Stauaufladung arbeitenden Abgasturbolader, dessen in der Abgasturbine dem Turbinenrad in Abgasrichtung vorgeschalteter Leitapparat zwecks Änderung des Durchlaßquerschnittes verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaßquerschnitt. (QL) des Leitapparates (12) derart eingestellt wird, daß era) im unteren Lastbereich (ULB) auf maximalen Durchlaßquerschnitt (Q_Lmax) gestellt,b) im mittleren Lastbereich (MLB) auf minimalen Durchlaßquerschnitt (Q.Lmin) gestellt und130020/0U6c) im oberen Lastbereich (OLB) wieder auf maximalen Durchlaßquerschnitt (Q;Lmax) gestellt und außerdem in diesem Lastbereich gleichzeitig der Einspritzzeitpunkt gegenüber jenem des mittleren Lastbereiches (MLB) später gelegt wird.
- 2. Arbeitsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergang von einem Durchlaßquerschnitt des Leitapparates (12) auf einen anderen, um einen Rückstau im Abgasturbolader mit der Folge eines etwaigen Pumpens desselben zu verhindern, stetig erfolgt.
- 3. Arbeitsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung des Leitapparates (12) beim übergang von einem Lastbereich in einen anderen automatisch in Abhängigkeit von verschiedenen Betriebsparametern der Brennkraftmaschine erfolgt.
- 4. Arbeitsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung des Leitapparates (12) durch eine diesem zugeordnete Stelleinrichtung (45) durchgeführt wird, die entsprechende Steuerbefehle von einer Steuereinrichtung (47) , die die Steuerbefehle aufgrund von zwei in sie eingespeisten Betriebsparametern, nämlich dem Ladeluftdruck und der Lage des den Pumpenkolben einer Einspritzpumpe (56) verstellenden Füllungsgestänges (54) bei Auftreten bestimmter Größen derselben abgibt, erhält.130020/OU629A3729
- 5. Arbeitsverfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ladeluftdruck durch eine Druckmeßeinrichtung (51) gemessen, in dieser in einen entsprechenden elektrischen Wert umgewandelt und in dieser Form der Steuereinrichtung (47) zugeführt wird.
- 6. Arbeitsverfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweilige Lage des Füllungsgestänges (54) durch in Abhängigkeit von dieser erzeugte elektrische Signale nachgebildet ist, die der Steuereinrichtung (47) zur Weiterverarbeitung zugeführt werden../■130020/0U6
Priority Applications (7)
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