DE2839772C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Ausformung von Fleisch oder fleischähnlichen Produk
ten mit hautähnlicher Oberflächenausbildung gemäß Oberbe
griff des Patentanspruches 1.
Eine derartige Vorrichtung ist nach dem DE-GM 74 27 855
bekannt, bei der Wurstfleisch unter Druck durch ein un
durchlässiges, als Formhohlraum dienendes Rohr gepreßt
wird. Eine koagulierende Flüssigkeit wird der Oberfläche
des Wurstfleisches zugeführt bzw. in diese eingeführt und
zwar bei Passage durch ein kurzes durchlässiges Wand
stück, ehe das Fleisch in das die Form bildende insgesamt
flüssigkeitsundurchlässige und hinten offene Rohr ge
langt. Bei einer solchen Extrusionsmethode besteht jedoch
die Tendenz, daß das Fleisch zum Koagulieren neigt, ehe
es zu seiner gewünschten zylindrischen Form ausgeformt
wird, und zwar deshalb, weil das Fleisch der Flüssigkeit
ausgesetzt wird, ehe die eigentliche Ausformung stattge
funden hat. Dies führt aber zu einer unegalen Hautbildung,
wobei dieses Problem noch durch die Relativbewegung zwi
schen dem Fleisch und Rohr während der Hautbildung verstärkt
wird.
Bei einem einschlägigen Verfahren nach der US-PS
31 21 638 muß die zu behandelnde Fleischmasse, wie jede
andere Wurstmasse in bekannter Weise mit einer Pelle in
die gewünschte Wurstform gebracht werden, was vor der
Kochbehandlung erfolgt und wobei nicht Darm oder Kunst
darm, sondern eine Hülle auf Cellulosebasis verwendet
wird. Diese "Fertigwürste" werden dann zwecks "Kochbe
handlung" mit Hilfe eines Endlosförderers durch eine Kam
mer geleitet, wo die Behandlung in einem entsprechend
aufgeheizten, gasförmigen und mit Dampf versetzten Medium
erfolgt, um die hüllennahe Fleischschicht zum Koagulieren
zu bringen. Die Hülle aus Cellulose muß dann nachträglich
abgepellt bzw. abgezogen werden.
Schließlich ist nach der GB-PS 14 22 344 ein Verfahren
bekannt, bei dem eine gefüllte, permeable Hülle mit einer
genießbaren Säure behandelt wird, welche mit dem Protein
im Bereich der Oberfläche der Fleischpaste reagiert, um
eine Haut zu bilden, und zwar vor der Entfernung der
Hülle. Dies mag zwar die Notwendigkeit einer Heißbehand
lung vermeiden, um eine koagulierte Haut zu erhalten,
aber die verfügbaren Hüllen sind relativ teuer und ihre
Anwendung ist arbeitsintensiv. Nach der Säurebehandlung
muß dann die permeable ursprüngliche Hülle ebenfalls wie
der entfernt werden, um ein insoweit hautloses Produkt zu
erhalten.
Ausgehend von einer Vorrichtung der gattungsgemäßen Art,
die die Herstellung von Fleischprodukten mit hautähnli
cher Oberfläche zuläßt und zwar ohne vorherige Einbrin
gung der Füllung in eine nachträglich wieder abzuziehende
Pelle, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
solche Vorrichtung dahingehend zu verbessern, daß die Zu
fuhr der zu einer hautähnlichen Oberfläche führenden Be
handlungsflüssigkeit erst dann und gleichzeitig auf die
ganze Oberfläche der Füllung ermöglicht sein soll, wenn
sich die Füllung insgesamt bereits in der Form befindet,
die der gewünschten Endform des Produktes entspricht.
Diese Aufgabe ist mit einer Vorrichtung der gattungsgemä
ßen Art nach der Erfindung durch die im Kennzeichen des
Patentanspruches 1 angeführten Merkmale gelöst. Vorteil
hafte Ausgestaltungen ergeben sich nach den Unteransprü
chen.
Das mit einer solchen Vorrichtung durchzuführende Verfah
ren weicht dann insofern von den bisherigen Behandlungs
methoden ab, als hierbei die Produktmasse in den am ande
ren Ende verschlossenen, aus flüssigkeitsdurchlässigen
Wänden gebildeten Formhohlraum eingeführt und diesem und
damit der Produktmasse durch die durchlässigen Wände die
Behandlungsflüssigkeit zugeführt wird.
Wie beim Gegenstand des DE-GM′s 74 27 855 kommt man also
auch hierbei ohne Zwischenbenutzung einer formgebenden
und später wieder zu entfernenden Pelle aus, dies jedoch
mit dem Vorteil, daß die Behandlungsflüssigkeit erst dann
und auf die gesamte Oberfläche wirkend zugeführt wird,
wenn sich die zu behandelnde Füllung in der gewünschten
Endform befindet, was, wie sich gezeigt hat, zu einer we
sentlich verbesserten Oberflächenbeschaffenheit der End
produkte führt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung, das mit dieser durch
führbare Verfahren und vorteilhafte Ausgestaltungen wer
den nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung von
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt schematisch
Fig. 1 in Seitenansicht eine erste Ausführungsform der
Vorrichtung;
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß
Fig. 1;
Fig. 3 vergrößert eine Seitenansicht von Teilen der
Vorrichtung gemäß Fig. 1, 2;
Fig. 4 einen Teilschnitt längs Linie IV-IV gemäß
Fig. 3;
Fig. 5 einen Teilschnitt längs Linie V-V gemäß
Fig. 3;
Fig. 6 einen Teilschnitt längs Linie VI-VI gemäß
Fig. 3;
Fig. 7 einen Teilschnitt längs Linie VII-VII gemäß
Fig. 3;
Fig. 8 eine rückwärtige Ansicht einer Grundplatte für
die Verwendung in einer modifizierten Ausfüh
rungsform der Vorrichtung gemäß Fig. 1-7;
Fig. 9 einen Teilschnitt längs Linie IX-IX gemäß Fig. 8
und
Fig. 10 teilweise im Schnitt eine andere Ausführungsform
der Vorrichtung.
Wie aus Fig. 1 bis 7 ersichtlich, besteht die Vorrichtung
aus einem Rahmen 1, an dem eine drehbare, zylindrische
Trommel 2 auf einer Achse 3 gelagert ist, und zwar für
eine Drehrichtung im Gegenuhrzeigersinn, wie mit Dreh
richtungspfeilen in den Fig. 1 und 3 angegeben. Die Trom
mel 2 ist bspw. aus hochverdichtetem Polyäthylen gebildet
und flüssigkeitsundurchlässig.
Gleichmäßig in der Trommel 2 verteilt sind vierundzwanzig
zylindrische, offen endende Formhohlräume 4 mit Kreisquer
schnitt angeordnet. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ist in
jedem Formhohlraum 4 ein zylindrischer Formkörper 5 in Form
eines offenen Rohres mit Kreisquerschnitt angeordnet, wo
bei der Außendurchmesser des Formkörpers 5 etwas kleiner
als der Durchmesser des jeweiligen Formhohlraumes 4 bemessen
ist, um einen Aufnahmeraum 6 zwischen diesen beiden Tei
len zu bilden. Die Enden dieses Aufnahmeraumes 6 sind mit
einer Dichtung 7 bzw. einem O-Ring 8 abgedichtet.
Die Formhohlräume 4 sind zu paarigen Gruppen zusammengefaßt,
wobei jedem Paar ein Injektor für die Behandlungsflüssig
keit (geeignete Säure) zugeordnet ist, der mit einem Ku
gelventil (nicht dargestellt) versehen ist. Die Injektor
zuspeiser 9 stehen jeweils mit zwei zugeordneten Aufnah
meräumen 6 durch Leitungen 10 in Verbindung (Fig. 5), die
ihrerseits mit einer sich axial erstreckenden Leitung 11
(Fig. 3) verbunden sind und über Querbohrungen 12 mit dem
Aufnahmeraum 6 in geeigneter Zuordnung längs zum Formhohlraum
4.
Jeder Formkörper 5 besteht aus rostfreiem Stahl mit einer
durchlässigen Wand 13 aus gesintertem Material und aus
einem undurchlässigen Teil 14. Innerhalb jedes Formkör
pers 5 ist abgedichtet und gleitbar ein Kolben 15 ange
ordnet, der bspw. ebenfalls aus rostfreiem Stahl besteht.
Das Ende des Kolbens 15 ist aus einem gesinterten und
ebenfalls durchlässigen Aufsatz 16 gebildet, der in eine
entsprechende Ausnehmung 17 des Kolbens 15 geschraubt
ist. Dieser Aufsatz 16 hat eine konkave Fläche, um das
Ende des Produktes entsprechend ausformen zu können. Die
Ausnehmung 17 steht durch Querbohrungen 18 mit einer
Ringnut 19 in der äußeren Fläche des Kolbens 15 in Ver
bindung. Bohrungen 20 erstrecken sich durch das undurch
lässige Teil 14 des Formkörpers 5 und kommunizieren mit
einer Ringnut 21, die für ein Zusammenwirken mit der
Ringnut 19 im Kolben 15 vorgesehen ist. Auf diese Weise
ergibt sich eine Flüssigkeitsverbindung zwischen dem Auf
nahmeraum 6 und der Ausnehmung im Kolben 15. O-Ringdich
tungen 22, 23 im Kolben 15 bzw. im Formkörper 5 verhin
dern einen Flüssigkeitsaustritt während der Injektion.
Im Betrieb wird die Trommel 2 schrittweise gedreht, um
die Paare zusammengehöriger Formkörper 5 mit ihren zuge
ordneten Kolben 15 zu einer Anzahl von Arbeitsstationen
zu bringen. Diese sind in Fig. 3 mit A, B, C und D be
zeichnet. In der Station A befindet sich der Kolben 15 in
einer Stellung gemäß Fig. 4. Ein Paar von Injektorröhren
24 wird in die Formkörper 5 eingeführt und zwar mittels
einer geeigneten Einrichtung, die einen Arm 25 mit einem
Rahmen 26 bewegt (Fig. 2), an dem die Injektorröhren 24
befestigt sind. Diese Injektorröhren sind durch Öffnungen
in einer stationären Platte 27 geführt (Fig. 4).
Eine Emulsion (bspw. Wurstmasse) wird durch die Injektor
röhren 24 mittels einer geeigneten Dosiervorrichtung 28′
gleichzeitig eingespeist. Die Injektorröhren 24 ziehen
sich während der Injektion zurück, wobei sich der Rahmen
26 von der Trommel 2 entfernt. Die Injektion der Emul
sion, in der Salz und wasserlösliches Protein des Flei
sches während eines vorherigen Mischprozesses extrahiert
worden sind, erzeugt einen Proteinfilm an der inneren
Fläche der Formkörper 5. Wenn die Hohlräume der Formkör
per 5 mit Masse gefüllt sind, sind auch die Injektorröh
ren 24 voll zurückgezogen, und die Trommel 2 bewegt sich
weiter, um das gefüllte Formenpaar zur Station B zu brin
gen, in der sich eine Stellung gemäß Fig. 5 ergibt. Eine
Verschlußeinrichtung 29, getragen an der Platte 27, wird
hierbei in eine Stellung gegen beide Formkörper durch
eine Pneumatikeinheit 30 (siehe Fig. 2) gedrückt. Diese
Einrichtung 29 besteht aus einem Block 31, versehen mit
einem Paar gesinterter und flüssigkeitsdurchlässiger Ein
sätze 32, deren formseitige Flächen ebenfalls konkav ge
formt sind, um dem diesbezüglichen Ende der Produkte eine
entsprechende Form zu vermitteln. Die Einsätze 32 stehen
mit einer Leitung 32′ zur Flüssigkeitszufuhr in Verbin
dung.
Zur gleichen Zeit, wenn die Verschlußeinrichtung 29 in
Stellung gebracht wird, wird eine Platte 33 (siehe Fig.
2) durch geeignete Elemente bewegt, um die Kolben 15 in
die Formen zu drücken, wodurch die Masse zusammengedrückt
und verdichtet wird, um das Produkt auszuformen, bspw. in
Form von Würsten 34 (siehe Fig. 5).
Die Aufnahmeräume 6, die Aufsätze 16 an den Kolben 15 und
die Einsätze 32 in der Verschlußvorrichtung 29 sind schon
mit einer geeigneten Säure gefüllt (PH-Wert bspw. 1,5).
Wenn die Produkte ausgeformt sind, wird eine Injektordüse
35 (Fig. 1) betätigt, um zusätzliche Säure in den Aufnah
meraum 6 und die Ausnehmung 17 zu pressen. Die Injektor
düse 35 befindet sich dabei in dichtem Anschluß am Injek
tor 9, das mit einem Dichtungsring versehen ist. Diese
Bewegung wird bspw. durch eine Pneumatik 37 am Rahmen 1
bewirkt. Das Säureinjektorsystem steht auch mit der Ver
schlußeinrichtung 29 über eine äußere Leitung (nicht dar
gestellt) in Verbindung, und zusätzliche Säure wird hier
demgemäß ebenfalls eingespeist. Auf diese Weise tritt
Säure durch alle gesinterten Elemente, die die Formhohl
räume begrenzen, ein und gelangt damit an die Oberflächen
der Produkte 34, um mit deren Protein zu reagieren und
eine zusammenhängende Oberfläche zu bilden.
Die Injektordüse 35, der Block 31 und die Platte 33 wer
den dann zurückgezogen, und die Trommel 2 wird durch Dre
hung weiterbewegt, bis die beiden Formkörper eines Paares
mit dem darin enthaltenen Produkt 34 die Station C errei
chen. Während dieser Periode, die bspw. sechs oder sieben
Sekunden betragen kann, durchdringt die Säure die erfor
derliche Tiefe der Oberfläche des Produktes, um eine an
gemessene zusammenhängende, hautähnliche Schicht zu bil
den.
Benachbart von Station C ist eine zweite zylindrische
Trommel 38 angeordnet, gelagert auf einer Achse 39 für
eine Drehung in Pfeilrichtung gemäß Fig. 1, 3 und zwar
achsparallel zur Trommel 2. Diese zweite Trommel 38 ist
mit vierundzwanzig achsparallelen, offenen Hohlräumen 40
ausgestattet, und zwar mit Kreisquerschnitt, entsprechend
dem der Hohlräume in der Trommel 2. Die radiale Anordnung
der Hohlräume 40 und ihre Umfangsdistanzierung ist mit
der der Formhohlräume 4 in der Trommel 2 identisch. Diese
Hohlräume 40 haben glatte innere Oberflächen, und ihr
Durchmesser ist um wenige Millimeter größer als der der
Produkte 34, d. h. als der Innendurchmesser der Formkörper
5.
Die Trommeln 2 und 38 werden synchron weitergerückt, so
daß, wenn ein Paar von Formhohlräumen 4 mit den geformten
Produkten 34 die Station C erreichen, sie mit einem Paar
leerer Hohlräume 40 fluchten, wie dies in Fig. 3, 6 ver
deutlicht ist. In dieser Stellung werden Stangen 41 (siehe
auch Fig. 2) durch geeignete Mittel betätigt, um die Kol
ben 15 längs der Formkörper 5 zu bewegen und damit die
ausgeformten Produkte in die leeren Hohlräume 40 der
Trommel 38 zu schieben. In Fig. 6 ist ein Zwischenstadium
dieses Verschiebevorganges der Produkte 34 verdeutlicht.
Darauf folgend werden die Stangen 41 aus den Hohlräumen
40 zurückgezogen und die Trommel 2 wird weitergerückt, um
die Formkörper 5 in den Bereich der Station D zu bringen.
In dieser Stellung werden gemäß Fig. 7 ein Paar von Rück
stellstangen 42, getragen am Rahmen 26 und geführt durch
Öffnungen in der Platte 27, in die Formkörper eingestoßen
und stellen die Kolben 15 in ihre ursprüngliche Stellung
gemäß Fig. 4 zurück. Die Rückstellstangen 42 werden dann
zurückgezogen, und die Trommel 2 wird so bewegt, daß die
Formkörper wieder in den Bereich der Station A gelangen,
so daß der ganze Vorgang wiederholt werden kann.
Zur gleichen Zeit, wenn sich die Formkörper 5 von der
Station C zur Station D nach der Produktausstoßung bewe
gen, wird die Trommel 38 so gedreht, daß ein nächstes
Paar von Hohlräumen 40 fluchtend zum nächsten Paar von
Formkörpern gestellt werden kann, und zwar im Bereich der
Station C an der Trommel 2. Die Hohlräume in der Trommel
38 werden dann weitergedreht, wenn sie die Produkte 34
aufgenommen haben.
Der untere Teil der Trommel 38 läuft durch ein Bad 43
(siehe Fig. 3), das eine Waschflüssigkeit enthält. Da
durch werden die Produkte 34, die lose in den Hohlräumen
40 liegen, bei Drehung der Trommel 38 gewaschen. Bei Wei
terdrehung der Trommel 38 treten die Produkte 34 aus dem
Bad 43 aus und gelangen zur Station E. Während dieser Pe
riode läuft Überschußwasser in das Bad 43 zurück. Dabei
können Elemente vorgesehen sein, um die Produkte 34 in
den Formhohlräumen 4 sicher zu halten.
In der Station E wird das Produktpaar, das entsprechend
zusammen behandelt und gewaschen wurde, auf ein Förder
band 44 (Fig. 1, 3) durch Stangen (siehe Fig. 2) ausge
stoßen, die an einem Fortsatz 46 des Rahmens 26 sitzen.
Die Stangen 45 werden dann zurückgezogen und ein neues
Paar gewaschener Produkte wird für den Ausstoß bzw. die
Übergabe auf das Förderband in Stellung gebracht.
Das Förderband 44, das auf Rollen 47, 48 läuft, enthält
Tröge 49 für die Aufnahme von zwei Produktstücken, die
gleichzeitig in der Station E ausgestoßen werden. Diese
Produkte werden dann vom Förderband 44 für die Weiterver
arbeitung weitergefördert.
Die beschriebene Vorrichtung ist insbesondere geeignet
für Würste nach englischer Art oder für andere Produkte,
bei denen die Masse von relativ dicker Konsistenz ist. In
solchen Fällen, in denen die Konsistenz der Masse nicht
so dick ist, bspw. bei der Herstellung von Frankfurtern,
kann es nötig sein, das Ende der Formkörper 5 zu ver
schließen und zwar auch in anderen Stellungen als nur in
der Station B, in der die Kompression stattfindet. Es
kann insbesondere wünschenswert sein, die Masse während
der Bewegung des Produktes von der Station B zur Station
C unter Druck zu halten, d. h. während der Säurebehand
lung.
Bei einer modifizierten Ausführungsform der beschriebenen
Vorrichtung ist in Rücksicht darauf die Verschlußeinrich
tung 29 durch eine kreisförmige Grundplatte 50 gemäß Fig.
8 ersetzt. Die Trommel 2 gleitet dabei über diese Grund
platte, wodurch, abgesehen von bestimmten Stellungen, die
Formen 5 geschlossen sind. Bogenförmige Schlitze 51, 52
sind für die Stationen D und A und für die Ausstoßein
richtung in der Station C vorgesehen. Die Platte 50 ist
zwischen den Trommeln 2 und 38 im Bereich der Station C
angeordnet.
Um auch hierbei die Produkte mit abgerundeten Enden her
stellen zu können, ist die Platte 50 mit einer ringförmi
gen Nut 53 versehen, die eine entsprechend konkave Ober
fläche hat (Fig. 9). Diese Nut 53 ist Teil eines Ein
satzes 54 aus gesintertem Material. Falls gewünscht, kann
die Nut im Bereich zwischen den Stationen C und B in Weg
fall kommen. Säure kann durch den Einsatz 54 injiziert
werden, wie bei der Verschlußeinrichtung 29, oder es kann
eine Verbindung für die Säurezufuhr von der Wand 13 des
Formkörpers 5 vorgesehen sein, um Säure in den Einsatz 54
zu bringen.
Bei der Herstellung von Frankfurtern kann die Säure einen
PH-Wert von 1,5 haben, wenn die Injektion in der Station
B erfolgt, um eine hautähnliche Schicht zu erzeugen. Das
Bad 43 kann dann mit einer Säure von einem PH-Wert von
2,5 gefüllt werden, um eine Koagulation am ganzen Produkt
zu erzeugen. Alternativ kann anfänglich eine Säure mit
einem PH-Wert von 2,5 benutzt werden, wobei dann eine
längere Verweilzeit erforderlich ist. Die Drehzahl der
Trommel oder die Distanz zwischen der Säureinjektion und
der Produktausstoßung kann entsprechend gewählt werden.
Die Trommeln 2 und 38 werden beim oben beschriebenen Aus
führungsbeispiel durch geeignete Mittel synchron im
Schrittakt bewegt, und die Operationen in den verschie
denen Stationen sind entsprechend synchronisiert, so daß
ein kontinuierlicher Betrieb möglich ist. Obgleich bei
der obigen Beschreibung Produktpaare zugrundegelegt sind,
so können auch größere Stückzahlen gleichzeitig behandelt
werden, was abhängig ist von der erforderlichen Anzahl
von Produkten, die bspw. in einer Verpackung zusammenge
faßt werden sollen.
Bei der in Fig. 10 dargestellten und nach dem gleichen
Prinzip arbeitenden Ausführungsform sind eine Mehrzahl
von Formeinheiten 55 auf einer drehbaren Scheibe 56 ange
ordnet. Jede Einheit besteht dabei aus einer gesinterten
Form 57 in einem abgedichteten Gehäuse 58 für die Flüs
sigkeit. Der Boden der Hohlräume der Formen 57 steht mit
Pneumatikrohren 59 in Verbindung, die zu einer Luftzulei
tung führen. In der Station A′ injiziert ein Füllrohr 60
Masse 61 in den Hohlraum der Form 57. In der Station B′
ist ein Endformer für die Kompression des Materials vor
gesehen, und zur gleichen Zeit kommt eine Injektordüse 63
für die Injektion einer Säure in das Gehäuse 58 durch
einen Einlaß 64 zur Wirkung, so daß Flüssigkeit durch die
Form 57 an die Oberfläche des geformten Produktes gelan
gen kann. In der Station C′ wird Luft durch das Rohr 59
zugeführt, um das ausgeformte Produkt unter Luftdruck aus
der Form auszustoßen.
Die Teile, die aus gesintertem Material bestehen, können
jede gewünschte Durchlässigkeit haben, abhängig bspw. von
der Viskosität der Flüssigkeit, die sie passieren lassen
sollen. Eine typische Durchlässigkeit würde 1,0 · 10-8 cm2
betragen, was zu einem Druck von bis zu ca. 1 psi führt,
um die Säure durch diese Teile zu treiben. Unterschiedli
che Durchlässigkeiten können für die Kolben und die End
verschlußelemente und für mögliche höhere Drücke bis ca.
9 psi erforderlich sein. Mindestens die Oberflächen der
durchlässigen Teile, die das Produkt berühren, sollten
glatt sein. Höhere Durchlässigkeiten (bis zu ca. 70 · 10-8
cm2) können bedeuten, daß die Behandlungsflüssigkeiten
einer Injektion bedürfen, da sie dann einfach ein- und
durchdringen würden. Demgemäß könnte eine gesinterte Form
lediglich durch ein Bad, bspw. Säurebad geführt werden.
Es kann auch wünschenswert sein, Behandlungsflüssigkeit
direkt in eine gesinterte Wand zu injizieren, ohne daß
dafür ein umgebendes Flüssigkeitsreservoir vorhanden sein
muß. Demgemäß könnten die Formkörper 5 vollständig ihre
Hohlräume 40 ausfüllen. Die Menge der zu injizierenden
Säure hängt von vielen Faktoren ab, aber es wurde gefun
den, daß eine Menge von ca. 1/2-1 cm3 ausreichend sein
kann, um eine 3 mm dicke koagulierte, hautähnliche
Schicht für ein Standardprodukt zu ergeben. Das Injek
tionssystem stellt sicher, daß nur eine bestimmte Menge
von Säure zur Wirkung kommt.
Obgleich Vorrichtungen mit drehenden Teilen beschrieben
sind, kann die Vorrichtung auch linear betrieben werden.
Das Verfahren und die Vorrichtung, wie beschrieben, sind
auch für eine Produktbehandlung dahingehend anwendbar,
daß tiefer als nur auf die Oberfläche des ausgeformten
Produktes eingewirkt wird.
Claims (9)
1. Vorrichtung zur Ausformung von Fleisch oder
fleischähnlichen Produkten mit hautähnlicher Oberflä
chenausbildung, bestehend aus einem Formhohlraum mit
Massezufuhrelementen und einer flüssigkeitsdurchläs
sigen Wand, zwischen der und äußeren Umschließungs
wänden mit den Flüssigkeitszufuhrelementen in Verbin
dung stehende Flüssigkeitszufuhr- und -verteiler
räume angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der beidendig verschließbare Formhohlraum (4)
insgesamt aus flüssigkeitsdurchlässigen Elementen ge
bildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flüssigkeitsdurchlässigen Elemente gebildet
sind aus einer Wand (13) und aus einem an einem Ende
des Formhohlraumes (4) angeordneten Aufsatz (16) und
aus einem am anderen Ende angeordneten Einsatz (32),
wobei der Aufsatz (16) und der Einsatz (32) die ver
stellbaren Verschlüsse des Formhohlraumes (4) bilden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitszufuhr- und -verteilerräume ge
bildet sind aus einem Aufnahmeraum (6) und aus Lei
tungen und Querbohrungen (32′, 17, 18).
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wand (13) aus einer zylindrischen Hülse ge
bildet ist, daß der Aufsatz (16), die Leitung (17)
und die Querbohrung (18) am formhohlraumseitigen Ende
eines Kolbens (15) angeordnet sind und daß der Ein
satz (32) in einer Verschlußeinrichtung (29) angeord
net ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Formhohlräume (4) in einer schrittweise
an Arbeitsstationen (A, B, C, D) vorbeidrehbaren
Trommel (2) achsparallel in dieser angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trommel (2) eine mit einer entsprechenden An
zahl von Produktaufnahmeräumen (40) versehene Trommel
(38) zugeordnet ist, wobei die Produktaufnahmeräume
(40) mit den Formhohlräumen der Trommel (2) in einem
Überschneidungsbereich der beiden Trommeln (2, 38)
fluchten.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Formhohlräume (4) in einer schrittweise
an Arbeitsstationen (A′, B′, C′) vorbeidrehbaren
Trommel (56) radial orientiert angeordnet sind.
8. Verfahren zur Ausformung von Fleisch oder fleischähn
lichen Produkten mit hautähnlicher Oberflächenausbil
dung unter Verwendung der Vorrichtung gemäß Anspruch
1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Produktmasse in den am anderen Ende ver
schlossenen Formhohlraum eingeführt und diesem und
damit der Produktmasse durch die durchlässigen Ele
mente die Behandlungsflüssigkeit zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Behandlungsflüssigkeit unter Druck durchge
führt wird.
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