DE2831647C2 - Kupplung zum Anschließen von Versorgungsgasleitungen an metallurgischen Gefäßen - Google Patents
Kupplung zum Anschließen von Versorgungsgasleitungen an metallurgischen GefäßenInfo
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Description
Bei verschiedenen metallurgischen Verfahrensschritten wird ein Gas über einen porösen Spülstein in das
metallurgische Gefäß geblasen, wie z. B. Argon bei der Homogenisierung der Stahlschmelze in Stahlpfannen.
Die Kupplungen, die die Versorgungsgasleitung für das Behandlungsmedium mit dem Gefäß verbinden, müssen
schnell und sicher funktionieren.
Bei der Behandlung kann die Pfanne entweder in einem stationären Ständer oder auf einem V/agen, in
ihren Zapfen lagernd, abgesetzt sein. Dabei sind durch Turbulenz beim Spülvorgang, Reibschlußlockerung
durch Erschütterungen oder — bei einer auf einem Wagen abgesetzten Pfanne — durch Fahrstöße usw.
geringe Pendelungen möglich, die die Kupplung ausgleichen muß. Ebenso ist die Lage eines Kupplungsanschlusses von Pfanne zu Pfanne nicht genau.
Bekannt ist eine Kupplung für Blaslanzen und dergleichen zum Einsatz bei der Stahlnachbehandlung
in Pfannen oder ähnlichen metallurgischen Maßnahmen (DE-PS 25 02 977). Be; dieser Kupplungsvorrichtung ist
ein Hebel in einem Rahmen angeordnet, wobei der Hebel an einem Ende eine gabelförmige Kugelpfanne
und an dem anderen Ende ein Drehgelenk besitzt Die Kupplung weist weiterhin einen an dem Rahmen
angeordneten Druckzylinder auf, der mit dem Drehgelenk des Hebels verbunden ist An dem Rahmen ist
weiterhin eine Anschlußplatte für die Blaslanze angeordnet, die einen Dichtkonus aufweist Dieser
Konus wirkt mit dem konisch ausgebildeten Dichtkopf der Blaslanze zusammen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kupplung der eingargs genannten Art zu schaffen, deren Druckzylinder
mit dem Behandlungsmedium angetrieben wird, wobei sowohl der Kupplungs- oder Auskupplungsvorgang
als auch die öffnung oder Schließung der Gaszuführung durch eine einzige Bedienungshandlung
ausgelöst wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruchs
1 gelöst Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
Die erfindungsgemäße Kupplung weist vor allem den Vorteil auf, daß das geförderte Versorgungsgas
gleichzeitig das Arbeitsmedium für den Kupplungsvorgang bildet Sowohl die Zuschaltung der Kupplung als
auch die öffnung der Gasführung wird durch nur einen Betätigungsvorgang erreicht Ebenso ist es bei Abschaltung
der Kupplung und der Gasversorgung. Die Kupplung ist dank der quasi kardanischen Aufhängung
des beweglichen Kupplungsteils in vorgegebenen Grenzen dem an der Pfanne befindlichen Kupplungsteil
räumlich anpaßbar, so daß eine sichere Funktion der Kupplung gewährleistet wird.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Kupplungsvorrichtung mit angedeutetem
Anschluß an die Versorgungsgasquelle sowie mit der Pfanne,
F i g. 2 eine teilgeschnittene Seitenansicht der Kupplung und des Druckzylinders und
F i g. 3 ein Schema des Steuerteils gemäß Fig. 1.
Wie F i g. 1 zeigt, ist am Rahmen 19 eines Pfannenwagens (oder eines ortsfesten Ständers) ein Druckzylinder
1 angeschlossen. Am freien, aus dem Druckzylinder 1 herausragenden Ende der Kolbenstange 3 ist ein
beweglicher Kupplungsteil 4 vorgesehen, der mit einem später noch zu beschreibenden entsprechenden Kupplungsteil
5 zusammenwirkt Der Kolben, der den Zylinderraum in eine antriebsseitige Kammer Xa und
eine abtriebsseitige Kammer \b aufteilt, wobei die beiden Kammern veränderliche Volumina aufweisen.
wird in der Ausgangsstellung des Druckzylinders 1 durch eine vorgespannte Schraubenfeder 10 gegen den
Zylinderboden gepreßt
Aus der Fig. 1 ist weiterhin ein Steuerstand 14 ersichtlich, der hinter der Inertgasquelle 6 vorgesehen
ist Der Steuerstand kann z. B. mit einem Bedienungsstand
für den Pfannenwagen kombiniert sein. Der Steuerstand 14 enthält ein 3/2-Wegeventil 28, das in
dem dargestellten Beispiel mechanisch gegen Rückstellfeder betätigt wird. Das Ventil 28 ist das einzig zu
bedienende Schaltorgan für die Kupplungsvorrichtung und gleichzeitig für das öffnen oder Abstellen der
Gaszuführung. Das Ventil ist über eine Rohrleitung 11 mit einer Schlauchtrommel 18 mit Drehdurchführung
verbunden. Die Schlauchleitung 11a führt über eine
Schnellkupplung 16a in ein Steuerteil 21, das am Rahmen des Wagens fest angeordnet ist Das Steuerteil
wird später, bei der Beschreibung der Fig.3, näher
erläutert Aus dem Steuerteil 21 ist die Leitung 116 sowie eine abgezweigte Schlauchleitung 12 herausgeführt
und über Schnellkupplungen 166 an die Kupplungsvorrichtung
angeschlossen, und zwar die Leitung 116 nahe dem Boden des Druckzylinders 1 an der
antriebsseitigen Kammer la und die Leitung 12 an einem in dem beweglichen Kupplungsteil 4 angeordneten
Kanal 2Z
Der zweite Kupplungsteil 5 ist mit der Pfanne 27 fest
verbunden. Gegenüber dem Kanal 22 im Kupplungsteil 4 ist im Kupplungsteil 5 ein entsprechender Kanal 24
angeordnet, der über eine flexible Leitung 25 mit eir.sm
Spülstein 26 verbunden ist Der Kanal 22 mündet im Bereich einer durch einen Dichtungsring 23 abgedichteten
Kupplungskammer 31 aus. Dieser Bereich muß so groß gehalten werden, daß alle Lagedifferenzen für den
Anschluß des Kanals 24 am Kupplungsteil ausgeglichen werden.
Aus Fig.2 ist ersichtlich, wie der bewegliche Kupplungsteil 4 an der Kolbenstange gelenkig angeschlossen
ist nämlich über ein Gelenklager 7. Der Kupplungsteil wird in der Grundstellung mittels Federn
8 gehalten, die an einer mit der Kolbenstange 3 fest verbundenen, senkrecht zur Kolbenstange angeordneten
Platte 9 abgestützt sind. Die Feder 10 ist zwischen der Innenseite des Zylinderdeckels 30 sowie der
Kolbenrückseite abgestützt. Der Druckzylinder 1 ist am Rahmen 19 eines Pfannenwagens oder eines ortsfesten
Ständers über ein Gelenk 20 angeschlossen.
Das Steuerteil (Fig.3) ist in dem dargestellten Beispiel in einem am Rahmen des Pfannenwagens
befestigten Kasten untergebracht
In der Versorgungsgasleitung 11 ist ein 3/2-Wegeventil
29 angeordnet das als eine Sicherheitsschaltung dient um im Notfall die Gaszuführung direkt am Wagen
von Hand abschalten zu können.
Hinter dem Ventil 29 (in Richtung der Gaszuführung gesehen) verzweigt sich die Leitung in die Leitung 116
sowie die Leitung IZ Die Leitung 116 ist über ein Wechselventil 13 mit der antriebsseitigen Kammer des
Zylinderraumes 1 verbunden. Das Wechselventil 13 dient nach Beendigung des Spülvorgangs — wie noch
später näher erläutert wird — als SchnellentspannungsventiL
In der Leitung 12, die zu dem beweglichen Kupplungsteil 4 führt ist ein vorgespanntes Rückschlagventil
15 eingebaut Die Höhe der Vorspannung ist mit den Bedürfnissen des Spülvorganges abgestimmt und
beträgt im dargestellten Beispiel 6 bar. Das Rückschlagventil 15 kann auch im beweglichen Kupplungsteil 4
angeordnet sein.
Die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Kupplung ist wie folgt:
Nach Betätigung des Steuerventils (3/2 Wegeventil) 28 strömt das Gas durch die Leitung 11 über das
entsprechend eingestellte 3/2-Wegeventil 29 (Fig.3)
sowie das Wechselventil 13 und die Leitung 116 in die antriebsseitige Kammer la (F i g. 1) des Zylinders 1. Der
Kolben 2 bewegt sich entgegen der Wirkung der Federkraft der Feder 10 nach links. Kolbenstange 3 mit
dem angelenkten Kupplungsteil 4 fährt heraus und der Kupplungsteil 4 wird gegen den Kupplungsteil 5
angepreßt Dank der Gelenkverbindung 7 (F i g. 2) des Kupplungsteiles 4 mit der Kolbenstange 3 paßt sich der
bewegliche Kupplungsteil 4 in vorgegebenen Grenzen immer den relativen Bewegungen zwischen der Pfanne
und dem Rahmen räumlich an. Die Anlageflächen der beiden Kupplungsteile 4 und 5 sind im Augenblick des
Anlegens nicht immer planparallel; ebenso sind auch relative Bewegungen zwischen dem Wagen und der
Pfanne während des Spülvorgangs nicht ausgeschlossen. Diese Erscheinungen sind, wie bereits erwähnt, auf die
Elastizität des Wagens und der Pfanne zurückzuführen, ebenso wirken sich eventuell durch die Turbulenz des
Gases verursachte Erschütterungen aus usw.
Nachdem sich die Kupplungshälften 4 und 5 aneinander angepaßt haben, steigt der Druck im
Zylinder 1 sowie in dem Leistungssystem bis zu dem vorgespannten Druck an, das Ventil 15 öffnet, und das
Gas gelangt über die Kanäle 22, 24 und die Leitung 25 über den Spülstein 26 in die Pfanne 27.
Der Zylinder 1 muß so dimensioniert sein, daß sowohl der Druck in der Kupplungskammer 31 als auch der
durch die Kraft der Feder 10 hervorgerufene Druck überwunden wird.
Wenn das Gas abgestellt werden soll, wird das Ventil 28 im Steuerstand 14 abgeschaltet Dadurch wird der
Zylinder 1 sowie das gesamte Leitungssystem entspannt, und der Kolben 2 geht durch die Wirkung der
Druckfeder 10 in seine Ausgangsstellung zurück, wobei er die verbleibende Gasmenge aus der Kammer la in
die Leitung 116 verdrängt. Das Gas wird durch das als
Schnellentlüftungsventil funktionierende Wechselventil 13 abgelassen.
Durch die Betätigung des 3/2-Wegev%ntils (bzw. Steuerschiebers) wird gleichzeitig die Gaszufuhr für das
Spülen abgestellt.
Für den Fall, daß die Pfanne 27 beim Spülvorgang in einem stationären Ständer anstatt im Wagen abgesetzt
ist, kann das 3/2-Wegeventil 28, die Leitung 11, die Schlauchtrommel 18 und die Schnellkupplung 16a
entfallen. Die Inertgasquelle 6 wird in diesem Falle direkt an das 3/2-Wegeventil 29 des Steuerteils 21
angeschlossen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Kupplung zum Anschließen von Versorgungsgasleitungen an metallurgischen Gefäßen, insbesondere
Pfannen für flüssigen Stahl, mit einem am Gefäß fest angebrachten Kupplungsteil sowie einem
beweglichen, mit dem ersten Teil zusammenwirkenden, durch einen Druckzylinder betätigbaren zweiten
Kupplungsteil, wobei in geschlossenem Zustand der Kupplung zwischen den beiden Kupplungsteilen
ein abgedichteter Raum vorhanden ist, in den die in den beiden Kupplungsteilen aligeordneten Gasleitungen
einmünden, dadurch gekennzeichnet, daß die Versorgungsgasquelle (6) zum einen
durch eine Leitung (12) über ein vorgespanntes Sperrventil (15) mit dem am freien, aus dem
Druckzylinder (1) herausragenden Ende der Kolbenstange (3) angeschlossenen beweglichen Kupplungsteil
(4) und zum anderen durch eine zweite Leitung (lib) über ein Sperrventil (13) mit der antriebsseitigen
Kammer (\a) des Druckzylinders (1) zu- und abschaltbar verbunden ist, wobei der Druckzylinder
(1) so bemessen ist daß der durch die Vorspannung des Sperrventils (15) vorgegebene Druck sowohl
den bei geschlossener Kupplung (4, 5) in der Kupplungskammer (31) herrschenden Druck als
auch die Kraft einer in Richtung gegen den Arbeitshub des Kolbens (2) wirkenden Feder (10)
überwindet.
2. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das in der Leitung (12) von der Versorgungsquelle (6) zum beweglichen Kupplungsteil
(4) eingebaute Sperrventil (15) ein vorgespanntes Rückschlagventil ist.
3. Kupplung nach den Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vorgespannte
Rückschlagventil (15) im beweglichen Kupplungsteil (4) angeordnet ist.
4. Kupplung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das mit dem antriebsseitigen <o
Ende des Druckzylinders (1) in Verbindung stehende Wechselventil (13) als Schnellentspannungsvorrichtung
dient.
5. Kupplung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Kupplungsteil
(4) an der Kolibenstange (3) über ein Gelenklager (7) angeschlossen ist und in der Grundstellung mittels
Federn (8) gehalten wird, die an einer mit der Kolbenstange (3) fest verbundenen, senkrecht zur
Kolbenstange angeordneten Platte (9) abgestützt sind.
6. Kupplung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (10) zwischen dem
Zylinderdeckel (30) und dem Kolben (2) abgestützt ist.
7. Kupplung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckzylinder (1) am
Rahmen (19) eines Pfannenwagens oder eines ortsfesten Ständers über ein Gelenk (20) angeschlossen
ist.
Priority Applications (3)
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