DE2831118A1 - Verfahren zur herstellung von p-hydroxyphenylglycin und seiner n-alkyl- und n,n-dialkylderivate - Google Patents
Verfahren zur herstellung von p-hydroxyphenylglycin und seiner n-alkyl- und n,n-dialkylderivateInfo
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Description
PATENTANWALT DR. RICHARD KNEISSL Widenmayerstr. 46
D-8000 MÜNCHEN Tel. 089/295125
Mappe 24493
ICI Case PH 28597
2831118 Juli 1978
IMPERIAL CHEMICAL INDUSTRIES LTD. London, Großbritannien
Verfahren zur Herstellung von p-Hydroxyphenylqlycin
und seiner N-Alkyl- und •NyN-Dialkylderlvate
90 98 84/0448
BESCHREIBUNG:
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von p-Hydroxyphenylglycin ^-Amino^-p-hydroxyphenylessigsäure).
Aus den GB-PSen 1 353 612 und 1 371 896 ist es bekannt, daß p-Hydroxyphenylglycin durch Kondensation von Phenol,
Glyoxylsäure und Ammoniak hergestellt werden kann. Viele Beispiele dieses Verfahrens sind beschrieben worden, aber
in keiner Literaturstelle ist eine höhere Ausbeute als 50 % angegeben. Diese Arbeiten wurden wiederholt, wobei
bestätigt werden konnte, daß die Ausbeute an p-Hydroxyphenylglycin im allgemeinen ungefähr 35 % beträgt und daß
diese Ausbeute praktisch nicht verbessert v/erden kann. Außerdem muß zur Erzielung dieser Ausbeute ein beträchtlicher
Phenolüberschuß verwendet werden. In der GB-PS 1 371 896 ist angegeben, daß die Glyoxylsäure zunächst
mit dem Ammoniak reagiert und daß hierauf das dabei erhaltene Reaktionsprodukt mit dem Phenol reagiert.
In der Patentanmeldung 28 20 856 ist ein zweckmäßigesVerfahren
zur Herstellung von p-Hydroxymandelsäure (2-Hydroxy-2-p-hydroxyphenylessigsäure)
in Form ihres festen Natriumsalzes beschrieben. Dieses Salz kann leicht aus organischen
Verunreinigungen abgetrennt und in hoher Ausbeute erhalten werden.
Es wurde nunmehr gefunden, und hierin liegt die Erfindung, daß dieses Natriumsalz in hoher Ausbeute in p-Hydroxyphenylglycin
überführt werden kann, wobei unter den bevorzugten Bedingungen Ausbeuten von mehr als 90 % erhalten werden.
,;,. -v.
p-Hydroxyphenylglycin ist ein wertvolles Zwischenprodukt' für die Verwendung in der pharmazeutischen Industrie« Es
909884/0448
kann zur Herstellung von Amoxycillin verwendet werden,
wobei es sich um das Amid von p-Hydroxyphenylgly.cin mit
6-Aminopenicillansäure handelt. Außerdem eignet es sich, wie es in der Patentanmeldung 28 20 852 beschrieben ist,
zur Herstellung von p-Hydroxybenzylcyanid, dessen Wert
in dieser Patentanmeldung beschrieben ist.
Gemäß der Erfindung wird nunmehr ein Verfahren zur Herstellung von p-Hydroxyphenylglycin und seiner N-Alkyl-
und Ν,Ν-Dialkylderivate vorgeschlagen, welches dadurch
ausgeführt wird, daß man p-Hydroxymandelsäure oder ein Salz davon mit Ammoniak oder einem Alkyl- oder Dialkylamin
oder einem Salz davon umsetzt.
Ein geeignetes Alkyl- oder Dialkylamin ist beispielswei- " se ein solches Amin, in dem die eine oder in dem jede Alkylgruppe
bis zu 6 Kohlenstoffatome aufweist. Beispiele hierfür sind Methylamin, Dimethylamin und Diäthylamin..
Vorzugsweise wird die p-Hydroxymandelsäure als Alkalimetallsalz,
insbesondere als Natriumsalz, verwendet. Es wird weiterhin bevorzugt, den Ammoniak oder das Amin überwiegend
als Säureadditionssalz, beispielsweise als Chlorid-, Sulfat- oder Acetatsalz, zu, verwenden. Es wird jedoch bevorzugt,
daß etwas freier Ammoniak oder etwas freies Amin vorliegt, und zwar entweder als solcher bzw. solches oder
aufgrund einer Hydrolyse eines Salzes mit einer schwachen Säure, wie z.B. Essigsäure.
Die Reaktion wird zweckmäßig in einer wäßrigen Lösung bei
einer erhöhten Temperatur ausgeführt, vorzugsweise in siedendem Wasser mit 100°C,oder bei einer noch höheren Temperatur
von beispielsweise bis zu 135°C bei Atmo-sphärenüberdruck
in einem verschlossenen Behälter, beispielsweise bei einem Druck bis zu 1,8 kg/cm . · ' '*'" " ,
90988Ä/0U8
Es wird angenommen,, daß die hohe Ausbeute deshalb erhalten
wird, da unter den bevorzugten Bedingungen, gemäß welchen sowohl die p-Hydroxymandelsäure als auch der Ammoniak
oder das Amin in Form der Salze verwendet werden, aber etwas freier Ammoniak oder etwas freies Amin anwesend
ist, die Konzentration der gelösten Stoffe und der pH-Wert des Reaktionsnediuias derart sind, daß das gewünschte Produkt
schwach löslich ist und deshalb kontinuierlich aus dein Medium ausfällt. Das Gleichgewicht der Aminoradikal/
Hydroxyradikal-Austauschreaktion wird deshalb kontinuierlich,
in die gewünschte Richtung verschoben.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert:
Ein Gemisch aus 10,6 g p-Hydroxymandelat-monohydrat, 5,35 g
Ammoniumchlorid, 0,5 ml konzentrierter wäßriger Ammoniumhydroxidlösung und 10 ml Wasser wird 21 st auf Rückfluß
erhitzt (Innentemperatur 114 C) und dabei gerührt. Das feste
Produkt fällt während dieser Zeit fortlaufend aus der Lösung aus. 15 ml Wasser werden zugegeben, und das Gemisch
wird gerührt, abgekühlt und dann filtriert. Der feste Rückstand wird 3mal mit je 2 ml Wasser und dann reichlich mit
Acton gewaschen. Auf diese Weise werden 6,91 g p-Hydroxyphenylglycin (83 % Ausbeute), Fp 225-227°C (unter Zersetzung)
, erhalten. Es kann gezeigt werden", daß das Produkt frei von Verunreinigungen durch Ammoniumchlorid ist, wenn
ein Test mit einer wäßrigen Silbernitratlösung angewendet wird.
Das mit den Waschflüssigkeiten vereinigte Filtrat. wird auf 17 ml konzentriert, 0,25 ml konzentrierte'wäßrige-Ammoniumhydroxidlösung
werden zugegeben, und das Gemisch wird 20 st gerührt und auf Rückfluß erhitzt. Das Gemisch wird
mit 13 ml Wasser verdünnt, abgekühlt, mit Essigsäure auf
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pH 5 eingestellt und dann filtriert. Der feste Rückstand wird 2mal mit jeweils 2 ml Wasser und dann mit reichlich
Aceton gewaschen. Auf diese Weise werden weitere 0,66 g p-Hydroxyphenylglycin erhalten, so daß die Gesamtausbeute
auf St % steigt.
Ein Gemisch aus 1,04 g Natrinm-p-hydroxymandelat-monohydrat,
2,0 g Ammcniumacetat und 0,5 ml Wasser wird 2,5 st auf Rückfluß erhitzt (Innentemperatur 125°C) und dabei
gerührt. 3 ml Wasser werden zur so erhaltenen dicken Aufschlämmung zugegeben, das Gemisch wird abgekühlt und filtriert,
und der feste Rückstand wird zweimal mit Wasser und dann mit Aceton gewaschen. Auf diese Weise werden
0,56 g p-Hydroxyphenylglycin (Ausbeute 66 %) erhalten.
Ein Gemisch aus 2,08 g Natrium-p-hydroxymandelat-monohydrat,
13,2 g Ammoniumsulfat, 1 ml konzentrierter wäßriger Ammoniumhydroxidlösung und 15 ml Wasser wird 3o st gerührt
und auf Rückfluß erhitzt (Innentemperatur 103 C).
10 ml Wasser werden der so erhaltenen dicken heißen Aufschlämmung
zugegeben, und das Gemisch wird dann abgekühlt und filtriert. Der feste Rückstand wird mit Wasser und
Aceton gewaschen. Auf diese Weise werden 1,08 g p-Hydroxyphenylglycin (65 % Ausbeute) erhalten.
Ein Gemisch aus 52,0 g Natrium-p-hydroxymandelat-monphydrat,
37,5 g Ammoniumchlorid, 2,5 ml konzentrierter wäßriger Ammoniumhydroxidlösung und 40 ml Wässer w'ird in einem
verschlossenen Behälter unter einem Druck von 1 "/6 kg/cm
4 st lang auf 135°C erhitzt und gerührt. Die Temperatur
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wird auf 100°C abgesenkt, der Druck wird auf atmosphärischen Druck zurückgeführt und 75 ml kaltes Wasser werden
zugegeben. Das Gemisch wird auf 15-20Oc abgekühlt, 30 min
gerührt und dann filtriert. Das feste Produkt wird
mit 50 ml und dann mit 25 ml und dann mit Aceton gewaschen und schließlich bei 70 C getrocknet..-Auf diese Weise werden
37,6 g p-Hydroxyphenylglycin <9Ö % Ausbeute) erhalten.
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Claims (10)
1. //erfahren zur Herstellung von p-Hydroxyphenylglycin
/' und seiner N-Alkyl- und Ν,Ν-Dialkylderivate, dadurch
gekennzeichnet, daß man p-Hydroxyitiandelsäure oder ein
Salz derselben mit Ammoniak oder einem Alkyl- oder Dialkylamin oder einem Salz davon umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Alkyl- oder Dialkylamin die eine oder jede
der beiden Alkylgruppen bis zu 6 Kohlenstoffatome aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Amin Methylamin, Dimethylamin oder Diäthylamin
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche T, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die p-Hydroxymandelsäure als Alkalimetallsalz verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Salz aus dem Natriumsalz besteht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ammoniak oder das Amin überwiegend
als Säureadditionssalz verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Salz ein Chlorid-, SuIfat-oder Acetatsalz ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß etwas freier Ammoniak oder ,freies
Amin anwesend ist. .' '- '■ ' >
* t'
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch'
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ORIGINAL INSPECTED
■J-
gekennzeichnet, daß es in einer wäßrigen Lösung bei einer Temperatur zwischen 100 und 135°C ausgeführt
wird.
10. Verfahren zur Herstellung von p-Hydroxyphenylglycin
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge kennzeichnet, daß man Natrium-p-hydroxymandelat mit
Ammoniak und einem Ammoniumsalz in einer wäßrigen Lösung bei einer Temperatur zwischen 100 und 135 C
umsetzt.
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1980
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