DE2818118C2 - Bahnbildungseinheit zur Herstellung einer Papierbahn, beispielsweise einer Teilbahn von Mehrschichtkarton - Google Patents
Bahnbildungseinheit zur Herstellung einer Papierbahn, beispielsweise einer Teilbahn von MehrschichtkartonInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bahnbildungseinheit zur Herstellung einer Papierbahn, beispielsweise
einer Decklage=Bahn von Mghrschichtkarton, gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Es ist aus der FR-PS 22 89 671 eine Bahnbildungseinheit oben angegebener Art bekannt, bei der sich hinter
einem sehr kurzen, unter Schwerkrafteinwirkung entwässernden Siebtisch ein gekrümmter Entwässerungs-Führungsschuh
anschließt, der eine geschlossene Oberfläche aufweist, so daß die Entwässerung dort
ausschließlich zur Bahnoberseite hin erfolgt Beim Obergang vom Siebtisch zum Entwässerungs-Führungsschuh
findet somit bei der bekannten Vorrichtung eine schlagartige Umkehr der Entwässerungsrichtung statt
Um diese Umkehrung der Entwässerungsrichtung so sanft wie möglich zu gestalten, wird das Tragsieb mit
dem Obersieb über eine relativ lange Strecke in gemeinsamem Lauf über den zunehmend gekrümmten
Entwässerungs-Führungsschuh geführt, sa daß die Pressung zwischen den beiden Sieben mit zundhmendem
Trockehgehalt der Papierbahn ebenfalls zunimmt Weil allerdings die beiden, die Papierbahn zwischen sich
führenden Siebe im gesamten ausgedehnten Bereich ihres gemeinsamen Laufs mit unveränderlichen Gegenflächen
zusammenwirken, kann auf die Papierbahneigsnschaften
nur sehr beschränkt Einfluß genommen werden. Insbesondere bei der Herstellung von Mehrschichtkartonbahnen
ist es aber von besonderem Vorteil, die Oberflächenbeschaffenheit der Papierbahn
zu variieren. Allerdings sollte diese Einflußnahme mit geringstem vorrichtungstechnäschen Mehraufwand realisierbar
sein.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Bahnbildungseinheit gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 zu schaffen, die bei räumlich kompaktem Aufbau die Möglichkeit eröffnet mit
einfachen Mitteln Einfluß auf zeitliche und örtliche Entwässerungspararaeter zur Realisierung spezifisch
geforderter Qualitätsmerkmale insbesondere von Kartonbahnen zu nehmen.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst
Die erfindungsgemäße Ausbildung des Entwässerungs-Führungsschuhs mit einer durchbrochenen
Streichleisten-Abdeckung und einer sich anschließenden, geschlossenen Abdeckung, deren Erstreckung, d. h.
deren Anteil an der Gesamt-Entwässerungsstrecke veränderbar ist, ermöglicht eine zeitlich genau abgestufte
und dosierte Entwässerung der Bahn, je nach dem welche speziellen Eigenschaften gewünscht sind. Spezifisch
geforderte Eigenschaften der τα bildenden Bahn —
beispielsweise eine Kartonbahn für Mehrschichtkarton — können durch Anpassung des Auflaufpunkts zwischen
Obersieb und Tragsieb an die Ausdehnung der geschlossenen Abdeckung erzielt werden. Die auf diese
Weise abgestuft einstellbare Trennung der Entwässerungsrichtungen sorgt beispielsweise dafür, daß die
Oberflächenbeschaffenheit der Papierbahn genau beeinflußbar ist Für die Herstellung einer Kartonbahn
bedeutet dies insbesondere, daß sowohl die Deckfläche als auch die später mit einer unteren Kartonschicht in
Verbindung tretende Kontaktfläche den sich teilweise entgegenstehenden Anforderungen entsprechend ausgebildet
werden können.
Durch die bekannte Krümmung des Entwässerungs-Führungsschuhs wird diese Beeinflussung der Bahnstruktur
genau kontrollierbar, weil diese Krümmung eine langsame Umkehr der Entwässerungsrichtung und
eine sanfte Einleitung des Preßdrucks des Obersiebs ermöglicht.
Mit der erfindungsgemäßen Bahnbildungseinheit kann die Papierbahn im Auflaufpunkt des Obersiebs
noch nach zwei Seiten entwässert werden, so daß eine schlagartige Umkehr der Entwässerungsrichtung vermieden
wird. Mit der Weiterbildung gemäß Ur.'.cranspruch
2 wird mit einfachsten Maßnahmen in vorteilhafter Weise die Möglichkeit eröffnet, die Lage des
Auflaufpunkts des Obersiebs an die jeweils erwünschte ι Ausdehnung der durchbrochenen Abdeckung des
Führungsschuhs optimal anzupassen, auch wenn dieser < Führungsschuhabschnitt extrem kurz bzw. extrem lang
sein sollte. Man erhält auf diese Weise eine weitere Feineinstellmöglichkeit des Entwässerungsverlaufs entlang
des Führungsschuhs, um auf diese Weise die sanfte Einleitung des Preßdrucks vom Obersieb an die bereits
vorliegende Papierbahnkondition anzupassen. Die vertikale und horizontale Verstellbarkeit der Siebführungswalze
ermöglicht es darüber hinaus, die Länge der vom Ober- und Tragsieb im Zusammenführungspunkt
gebildeten keilförmigen öffnung unabhängig von der Lage des Auflaufpunkts und von der Obersiebspannung
einzustellen, so daß eine fein dosierbare Abstimmung
der entlang des Führungsschuhs aufeinanderfolgenden Entwässerungsphasen erfolgen kann, die den verschiedenen
zu reiaisierenden Papierqualitäten stets gerecht wird.
Zwar ist aus der DE-OS 26 47 295 eine für ein Obersieb vorgesehene Siebführungswalze bekannt, die
so angeordnet ist, daß das Obersieb im Bereich eines gekrümmten Gleitschuhs auf das Tragsieb auflaufen
kann. In dieser Druckschrift ist allerdings kein Zusammenhang zwischen einer horizontalen und
vertikalen Verstellbarkeit der Siebführungswalze und einem variablen Bereich einer durchbrochenen Abdekkung
der Gleitschuh-Gleitfläche offenbart bzw. angedeutet
Mit der Weiterbildung gemäß Unteranspruch 4 wird die Wartung der Bahnbildungseinheit vereinfacht, weil
nur eine Fülleistengröße benötigt wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der übrigen Unteransprüche.
Nachstehend wird anhand schematischer Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert Es zeigt
F i g. 1 eine Bahnbildungseinheit in Seitenansicht,
F i g. 2 einen Aufgabeteil einer Bahnbildungseinheit in größerem Maßst.ib, und
Fig.3 verschiedene Phasen der Bahnbildung und
Entwässerung.
Eine in F i g. 1 dargestellte Bahnbildungseinheit besteht aus einem Tragsieb 20, einer innerhalb einer
Schleife des Bildungssiebes 20 befindlichen Brustwalze 21 und aus ein^r Entwässerungswalze 2*\ Die Brustwalze
21 kann von beliebiger als Brustwaize verwendeter Konstruktion sein, kann eine offene Oberfläche haben,
die gewöhnlichste Ausführung ist jedoch eine steife glattflächige Walze. Die Etitwässerungswalze 24 kann
eine glattem steife, gerillte oder eine offene Walze sein. Sie kann auch eine mit einer oder mehreren Saugzonen
ausgerüstete Saugwalze sein.
Innerhalb einer Bildungssiebschleife 20 befinden sich zwei Tragsieb-Führungswalzen 26 und 27, von denen 26,
d. h. in Richtung des Laufes der Siebschleife gesehen die erste Walze, vorteilhaft gerillt sein kann. Zwischen
diesen beiden Walzen 26 und 27 können eine oder mehrere Walzen 26a, die am zweckmäßigsten kleine
Durchmesser haben, das Tragsieb 20 gegen ein darunter befindliches Grundsieb 40 pressen.
Nach F i g. 1 und 2 befinden sich zwischen den Walzen 21 und 24 innerhalb der Tragsiebschleife zwei zum
Entwässern bestimmte Vorrichtungen 22 und 23. Die Vorrichtung 22 ist ein Siebtisch, dessen Deckelkonstruktion
dicht, mit Oberflächenlöchern versehen oder eine Tragleistenkonstruktion 22t sein kann.
Die Leistenbreite kann variieren und dementsprechend kann die Anzahl der Schlitze unterschiedlich sein.
Die Oberfläche eines Siebtisches ist am zweckmäßigsten, eben. Nach dem Leisten-Siebtisch 22a folgt ein
Foildeckel-Siebtisch 22b. Die Entwässerung mit dem Siebtisch mit offener Oberfläche geschieht am zweckmäßigsten
in freier Form, es kann jedoch auch ein Saugeffekt damit verbunden werdea Austretendes
Wasser wird in ein Wassersammelbecken 28 geführt, von dem ein Abwasserkanal 29 abgeht Die nächste
Entwässerungsvorrichtung 23 nach einem Siebtisch 22 ist eine Kombination aus einem Naßsaugkasten und
einem Entwässerungs-Führungsschuh. Die Länge des Siebtisches 22 in Sieblaufrichtung gemessen ist in etwa
so groß wie die Länge der Entwässerungsvorrichtung
23. Ein Naßsaugkastendeckel wird aus foilförmigen Leisten gebildet Der Deckel des Entwässerungs-Führungsschuhs
ist dicht In seiner Gesamtheit ist die Entwässerungsvorrichtung 23 bogenförmig. Ein leistendeckelförmiger
Anteil ist so konstruiert, daß die Schlitze zwischen den Leisten mit gesonderten Fülleisten
ausgefüllt werden können. Auf diese Vwise wird aus
einem schlitzdeckeiförmigen EntwässerunsSKiemcr.t ein
dichtes Element gebildet und der Anteil eines dichten Entwässerungselements kann so in gewünschtem
Umfang erweitert werden.
Weiterhin gehört zu einer Bahnbildungseinheit ein Obersieb 30, innerhalb dessen Schleife sich eine in ihrer
Lage verstellbare Siebführungswalze 31 und eine Reihe von Führungswalzen 32 und 33 befindet Die Siebführungswalze
31 befindet sich am zweckmäßigsten annähernd in einem Bereich zwischen den Entwässerungsvorrichtungen
22 und 23, aber ihre Lage ist auf die im folgenden beschriebene Weise einstellbar. Innerhalb
einer Schleife eines Obersiebs 30 befindet sich außerdem ein Wassersammelbecken 34, von dem ein
Abwasserrohr 35 ausgeht
An einer Stelle, wo sich die Läufe der Siebe 20 und 30 trennen, d. h. im Bereich einer Walze 32, befindet sich
innerhalb einer Tragsiebschleife 20 ein Saugkasten /S.
Nach einem Saugkasten 25 folgt eine Teilbahn W dem Tragsieb und gelangt im Bereich einer geführten Walze
26 auf ein Grundsieb 40, mit dem eine Teilbahn W mit einer Rohrbahn IVp zusammengebracht wird. Zwischen
Walzen 26 und 27 haben eine Rohbahn 40 und ein
*i Bildungssieb 20 einen gemeinsamen Lauf E und in
diesem Bereich befindet sich innerhalb einer Schleife eines Grundsiebes 40 eine Walze oder ein Saugkasten
41 und 42, die mit zur Festigung einer aus Bahnen Wund Wp gebildeten kombinierten Bahn W, beitragen.
In der Bahnbildungseinheit befindet sich zuerst eine
vorgeschaltete einsiebije, am zweckmäßigsten gerade Bahnbildungszone F und danach ein zweiter Bildungsteil
D, der zweisiebig ist, worauf auf der Entwässerungswaizf
24 e.ne Bahnfestigungszone folgt, nach der sich die Siebe 20 und 30 voneinander trennen und eine
Teilbahn IV dem Trags.eb 20 folgt und zu einem Bereich
S gelangt, wo eine Rohbahn Wp mit der Teilbahn W vereint wird.
Im folgenden wird die Funktion des Verfahrens und der Bahnbildungseinheit beschrieben.
Die Entwässerung geschieht aus einer Bahn Win drei Phasen so, daß während der Dauer der beiden ersten
Phasen gleichzeitig in gewünschter Weise auf die konstruktiven Eigenschaften der herzustellenden Kartons
eingewirkt werden kann, wie auf Basisbildung, Faserorientierung und auf Festigkeitseigenschaften,
insbesondere auf die Steifigkeit
Eine erste Entwässerungsphase findet nach einem
Auflaufkasten im einsiebigen Aufgabeteil F einer Bahnbildungseinheit statt, dessen Funktion im wesentlichen
die gleiche ist wie die Funktion eines normalen Langsiebteils. Dieser Teil Fkann mit herkömmlichen am
Langsieb verwendeten Entwässerungselementen ausge- s rüstet sein, welche z. B. Brustwalze, Siebtisch, Foils oder
deren verschiedene Kombinationen sind. Mit deren Hilfe erfolgt die Entwässerung so vorsichtig, daß die für
die optischen und für die Druckeigenschaften wichtige Feinstoff- und Füllstoffretention möglichst vollständig
erreicht wird. In diesem Aufgabeteil F der Bildungseinheit einer Bahn Verfölgen auch die den Papierherstellern
der Praxis gut bekannten Regelmaßnahmen, z. B. Regelung des Verhältnisses von Halbstoffstrahlgeschwindigkeit
eines Auflaufkastens 10 zur Geschwindigkeit des Tragsiebs 20, Richtungsregelung eines aus
einem Auflaufkasten 10 ausströmenden Halbstoffstrahls, Regelung von Entwässerungsgeschwindigkeit
auf den ganz am Anfang liegenden Metern eines Siebes 20 usw.; mit diesen Regelmaßnahmen ist es möglich, auf
die Basisbildung einer Faserbahn Wund auf Faserorientierung einzuwirken, von denen Steifigkeit und spezifisches
Volumen eines Kartons abhängig sind.
Der Teil des Laufes des Tragsiebes 20, in dem eine erste Entwässerungsphase stattfindet, ist am zweckmäßigsten
gerade. Er kann vorteilhaft leicht ansteigend (Fig.2, Winkel λ) ausgebildet sein, wodurch die
Beherrschungsmöglichkeiten der Faserorientierung vergrößert werden.
Eine Entwässerungsphase beginnt nach dem Ende eines erwähnten geraden Bereiches F. Im zweiten
Entwässerungsbereich ist unter dem Sieb der sich über die ganze Maschinenbreite erstreckende Entwässerungs-Führungsschuh
23 angeordnet, der eine Spezialkonstruktion mit bogen· örmiger Oberfläche darstellt. Er
setzt sich aus einer aus Streichleisten 23t/ bestehenden
Abdeckung einer geschlossenen Abdeckung 236 zusammen.
Im Bereich dieses Entwässerungs-Führungsschuhs wird ein Obersieb 30 der Bahnbildungseinheit auf das ·»<
> Sieb 20 und eine darauf gebildete Bahn Ungeführt. Diese Siebe bilden so gemeinsam ein keilförmiges Maul. In
welchem Winkel das Obersieb 30 auf das Tragsieb bzw. den Maulwinkel trifft, hängt von der Lage einer dem
Entwässerungs-Führungsschuh 23 am nächsten liegen- *s
den Siebführungswalze 31 des Obersiebs 30 ab. Diese Walze 31 kann in ihrer Lage sowohl horizontal (Pfeil H)
als auch vertikal (Pfeil V) geregelt werden. Mit Hilfe einer Horizontalregelung Wkann sowohl die Maullänge
als auch die Länge, mit der Tragsieb 20 und Obersieb 30 » gemeinsam auf einem Bildungsschuh 23 laufen, geregelt
werden. Die vertikale Regelung V der betreffenden Walze 31 bestimmt ihrerseits die Pressung, der die nasse
Bahn W im Bereich dieses Entwässerungs-Führungsschuhs 23 stufenweise ausgesetzt wird.
Die im Bereich des Entwässerungs-Führungsschuhs 23 stattfindende Entwässerung hängt bezüglich Menge
und Richtung von der angewendeten Konstruktion ab. Wie vorher beschrieben ist der Aufgabeteil der
Abdeckung des Führungsschuhs 23 in Laufrichtung des Siebes gesehen durchbrochen, anschließend folgt eine
geschlossene Abdeckung 236. Eine aus F i g. 2 hervorgehende vorteilhafte Konstruktion ist von der Art, daß der
Entwässerungs-Führungsschuh 23 teilweise aus sich über die ganze Siebbreite erstreckenden Streichleisten
23</ gebildet wird, zwischen denen für das Entwässern
Spalte 23c von bestimmter Geometrie und Form verbleiben. Diese Spalte sind einander gleich, so daß in
diese Spalten 23c als Ersatzteile lieferbare Fülleisten 23e
z. B. abgestützt auf Stützschienen 23A eingelegt werden können; mit Hilfe der Leisten 23e kann eine Spaltfläche
auf gewünschte Weise und in gewünschtem Bereich abgedichtet werden und die Lage des Punktes B
geändert werden. Mit Hilfe dieser Deckelkonstruktion des Entwässerungs-Führungsschuhs 23 kann auf die
Entwässerungsmenge und -richtung und die Verteilung in gewünschter Weise Einfluß genommen werden.
Wenn sich eine halbstoffbahn W auf vorher beschriebene Weise zwischen den Sieben 20,30 befindet
und eine Sandwich-Konstruktion bildet, kann die Entwässerung aus einer Bahn W auch durch das
Obersieb 30 hindurch oder in der entgegengesetzten Richtung wie an einem vor dem Entwässerungs-Führungsschuh
23 gelegenen Siebteil Ferfolgen. Im Bereich des Entwässerungs-Führungsschuhs 23, der durchbrochen
ist, erfolgt die Entwässerung in zwei Richtungen. Im geschlossenen Bereich 236 erfolgt die Entwässerung
nur durch das Obersieb 30 hindurch. F.ine auf diese Weise erreichte symmetrische und vorsichtige Entwässerung
sichert die Homogenität der Faserstruktur einer entstehenden Bahn.
Mit dieser Umkehrung der Entwässerungsrichtung wird der wesentliche Vorteil erzielt, daß die im
Halbstoff befindlichen Feinfasern und Füllstoffe, die sich im ersten Entwässerungsbereich F an der Unterseite
einer entstehenden Bahn konzentriert haben, aus einer entstehenden Bahn W nicht in bemerkenswertem
Umfang entweichen können. Handelt es sich um eine die Kartondeckschicht bildende Teilbahn, so dient die
Unterseite dieser Teilbahn als Oberfläche des fertigen Kartons, deren Glätte und Druckeigenschaften wichtig
sind.
Der Einfachheit halber kann z.B. V4- V3 des
Entwässerungs-Führungsschuhs generell massiv bzw. geschlossen und der andere Teil durchbrochen sein, daß
er auf beschriebene Weise in eine dichte und geschlossene Oberfläche umgestaltet werden kann.
Wenn die Entwässerungsvorrichtungen 22 und 23 von ihren Ausmaßen in Laufrichtung der Bahn im wesentlichen
gleich lang sind, bedeutet dies, daß von einer Entwässerungszone (F + D) zwischen der Brustwalze
21 und der Entwässerungswalze 24 V6-V8 (12—17%)
ständig dicht bzw. geschlossen ist.
Der dichte Anteil kann jedoch auf beschriebene Weise durch Füllen (Fülleisten 23e;der Spalte zwischen
den Leisten 23c/ bis zu 30—40% der erwähnten Länge
erweitert werden. Der Entwässerungsbereich (Länge eines Entwässerungselements 22), in dem die Entwässerung
nur in einer Richtung oder durch das Tragsieb hindurch erfolgt, stellt ca. 50% des erwähnten
Entwässerungsbereiches (F + D) dar. Diese Länge der einseitig entwässernden Zone kann jedoch mit Hilfe von
Regelmaßnahmen (H + V) einer Siebführungswalze :n gewissem Maß in den Bereich eines Entwässerungselements
23 verlängert werden.
Unter Hinweis auf F i g. 3 können zusammenfassend folgende verschiedene Möglichkeiten zum Bau einer
Entwässerungszone zwischen der Brustwalze 21 und der Entwässerungswalze 24 unter Berücksichtigung verschiedenartiger
Entwässerungsphasen festgestellt werden:
Entwässerung im wesentlichen nach unten dx
das Tragsieb 20 hindurch in einer Richtung, aufca. 45—60% der Länge des betreffenden Entwässerungsbereichs (bis zum Punkt A),
das Tragsieb 20 hindurch in einer Richtung, aufca. 45—60% der Länge des betreffenden Entwässerungsbereichs (bis zum Punkt A),
2. Entwässerung symmetrisch durch zwei Siebe 20,30 hindurch auf ca. 15—28% der Länge des betreffenden
Bereichs (bis zum Punkt B),
3. Entwässerung nuv durch das Obersieb hindurch auf
ca. 12—40% der Länge des betreffenden Bereichs.
Wie vorher ausgeführt wurde, können die Lagen der Punkte /, und B und gleichzeitig die Längen von
Entwässerurigsbereichen in den vorher beschriebenen Grenzen geändert werden.
Der im Bereich des Entwässerungs-Führunjjsschuhs
23 stattfindende Bahnbildungsprozeß ist auch insofern bedeutungsvoll, daß auf diese Weise sowohl der Aufbau
der Bahn Wals auch die Oberflächenbeschaffenheit der Teilbahn W beeinflußt werden können. Eine nach
diesem Verfahren hergestellte Kartonteilbahn wird in einer späteren Phase zur Vereinigung mit einer
Rohbahn Wp geführt, und somit ist nötig, daß die Teübähnobcrfiächc. die gegen die Rohbahn gerät,
Eigenschaften besitzt, die ein Anheften einer Teilbahn an die Rohbahn günstig beeinflußt.
Die Eigenschaften der Oberfläche der Teilbahn W können sowohl auf beschriebene Weise durch Regelung
der im Bereich des Entwässerungs-Führüngsschuhs 23 stattfindenden Entwässerung als auch so beeinflußt
werden, daß als Obersieb 30 ein Sieb gewählt wird, dessen Gewebeaufbau der betreffenden Teilbahn W
eine gewünschte Oberfläche gibt.
Als dritte Entwässerungszone hat die beschriebene Bahnbildungseinheit den Sektor β einer Entwässerungswalze
24. Auf dieser Walze 24 gerät die Bahn VV zwischen das Tragsieb 20 und das Obersieb 30 unter
starken Druck, dessen Stärke von der Spannung des Obersiebes 30 abhängt.
Die Oberflächen- und Aufbaueigenschaften, die eine Bahn W erhält, sind teils vom Typ des Obersiebes, teils
von dem in dieser Phase auf eine Bahn gerichteten Druck abhängig. Durch den Einfluß dieses Druckes
scheidet weiterhin aus einer Bahn W Wasser aus, das dann durch Zentrifugalkraftwirkung von der Entwässe- *o
rungswalze 24 weg abgeht, wenn die betreffende Walze
24 eine massive Walze mit dichter Oberfläche ist. Die Entwässerungswalze 24 kann auch eine Saugwalze mit
gelochter Oberfläche sind, die ein Entwässern in die Walze hinein zuläßt. In dieser Zone β ist die austretende *s
Wassermenge jedoch relativ klein verglichen mit den zwei Entwässerungszonen vorher. Ihre wesentliche
Bedeutung hat diese Zone als Verdichter des Bahnaufbaus.
In dem Fall, daß aufgrund von Arbeitsbedingungen so einer Bahnbildungseinheit, speziell wegen großer
Geschwindigkeit und der Dicke einer herzustellenden Teilbahn, im Teil einer dritten Zone nach bemerkenswerte
Wassermengen aus einer Bahn W zu entfernen sind, und wenn die Konstruktion einer Walze 24 dabei
von dichter Oberfläche ist, kann festgestellt werden, daß in dem Bereich, in dem sich Siebe 20, 30 von der
Oberfläche der Walze 24 lösen, im Maul zwischen dieser
Oberfläche und den Sieben 20, 30 ein starker Sog entsteht und sich ein Wasserfilm bildet Dieser Saßt sich
mit Hilfe einer passenden Schabervorrichtung (nicht dargestellt), die in dem betreffenden Maul angeordnet
wird, entfernen.
Von der Entwässerungswalze 24 setzt sich der Lauf der Siebe 20, 30 und der zwischen diesen befindlichen
Bahn Wnach unten in einem Winkel von ca. 90°—60°
bezogen auf die Rohbahn Wp fort, die nach F i g. 1 unterhalb der Bildungseinheit einer Teilbahn W im
wesentlichen waagerecht weiterläuft.
An einer konstruktiv günstigen Stelle wird die Obersiebschleife 30 von dem erwähnten Sandwich-Aufbau
mit Hilfe einer Siebführungswalze 32 gelöst. Das Tragsieb 20 transportiert seinerseits ohne die Richtung
zu ändern die Bahn W auf eine unterhalb befindliche Rohbahn Wp. An der Stelle, an der sich das Obersieb 30
von der Bahn W löst, befindet sich innerhalb der Tragsiebschleife 20 ein Saugkasten 25, der sicherstellt,
daß die Bahn Wnach der erwähnten Ablösungsstelle am Tragsieb 20 haften bleibt.
Die Teilbahn W wird mit der Rohbahn Wp so vereinigt, daß das Tragsieb 20 und die an diesem
befindliche Bahn W mit Hilfe einer innerhalb der Tragsiebschleife 20 befindlichen Walze 26 gegen die
Rohbahn Wp gepreßt wird.
An dieser Stelle kann z. B. ein Saugkasten oder eine Walze 41 unterhalb eines die Rohbahn Wp tragenden
Siebes 40 vorhanden sein. Die betreffende Walze 41 kann vorteilhafterweise eine Wasser aufnehmende
Walze sein, z. B. eine gerillte Walze, mit deren Hilfe eine Vereinigungspreßstelle »weich« bekommen wird ohne
daß die Gefahr der Zerstörung einer nassen Bahn besteht.
Im Bereich der erwähnten Vereinigungspreßstelle 26, 41 wird ein zweiter Sandwich-Aufbau gebildet, dessen
Außenschicht vom Basissieb 40 und dem Tragsieb 20, und dessen Zwischenschicht von der Rohbahn Wp und
der Teilbahn W gebildet wird. Walzen 26 und 27 bestimmen die Länge der zu diesem Bahnbildungsverfahren
gehörigen Festigungszone S, mit der angestrebt wird, das Haftenbleiben einer Teilbahn W an einer
Rohbahn Wp unter Verwendung geeigneter Hilfsgeräte zu sichern.
Im Bereich des Basissiebs 40 befinden sich nach Fig. 1 ein Saugkasten 42 sowie eine Walze 41. Anstatt
dieser Einrichtungen kann vorteilhafterweise auch ein Rotabelt oder Gürtelsauger (nicht dargestellt) vorgesehen
werden, dessen Konstruktion dem Fachmann bekannt ist. Ein Rotabelt wird, wie bekannt, von einer
Gummimatte mit gelochter Oberfläche gebildet, innerhalb deren Schleife Saugkästen angeordnet sind; die
Deckel der Saugkästen werden somit von einer beweglichen perforierten Gummimatte gebildet.
Innerhalb der Tragsiebschleife 20 befinden sich zwischen Walzen 26 und 27 eine oder mehrere
Hilfswalzen 26a, die einen erwähnten zweiten Sandwich-Aufbau 20, W, Wp, 40 pressen und somit das
Haftenbleiben der Teilbahn IV an der Rohbahn VVp
unterstützen. Damit wird angestrebt, daß im fertigen Karton keine Spaltungserscheinungen auftreten oder
sich die Teilschichten des Kartons voneinander ablösen.
Claims (6)
1. Bahnbildungseinheit zur Herstellung einer Papierbahn, mit einem Stoffauflaufkasten und einem
für die frisch gebildete Papierbahn vorgesehenen j Tragsieb, das vom Stoffauflauf kommend zu einer
Entwässerungswalze geführt ist, der ein zum Tragsieb hin entwässernder Siebtisch vorgeschaltet
ist, hinter dem ein über eine versteilbare Siebführungswalze
geführtes Obersieb auf die Papierbahn aufläuft, wobei zwischen Siebtisch und Entwässerungswalze
ein Entwässerungs-Führungsschuh eingegliedert ist, der zumindest in dem der Entwässerungswalze
zugewandten Endabschnitt bezüglich dieser gleichsinnig gekrümmt ist, dadurch ge- is
kennzeichnet, daß der Entwässerungs-Führungsschuh (23) in Bahn-Durchlaufrichtung gesehen
eine durchbrochene, aus Streichleisten (23d) bestehende Abdeckung [23a) und daran anschließend eine
geschlossene, an die Entwässerungswalze (24) angrenzende Abdeckung (236; aufweist, dessen
Ausdehnung in Bahn-Durehläufrichtung durch Einlegen
bzw. Herausnehmen von Fülleisten (23e) unter Abstimmung auf den Auflaufpunkt (A) des Obersiebs
(30) auf das Tragsieb (20) veränderbar ist
2. Bahnbildungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebföhrungswalze (31) für
das Obersieb (30) im Bereich zwischen dem Siebtisch (22) und dem Entwässerungs-Führungsschuh (23)
angeordnet und in vertikaler und horizontaler M Richtung (H, V) in der Weise verstellbar ist, daß das
Obersieb (30; Im Bereich der aus Streichleisten {23d) bestehenden durchbrochenen Abdeckung (23a) auf
das Tragsieb (20) aufläuft
3. Bahnbildungseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Siebtisch (22) in
einen Leisten-Abschnitt (72a) mit veränderlicher
Leistenbreite und in einem durch Folie abgedeckten Abschnitt (22tyunterteilt ist.
4. Bahnbildungseinheit nach einem der Ansprüehe
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet daß auf der Unterseite der im gleichen Abstand angeordneten
Streichleisten (23d) seitlich verlaufende und am Entwässerungs-Fühmngsschuh (23) befestigte Stützschienen
(23/? angebracht sind, auf denen sich die Streichleisten (23d) abstützen.
5. Bahnbildungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Siebtisch (22) und der Entwässerungs-Führungsschuh (23) im wesentlichen gleiche Erstreckung in so
Bahn-Transportrichtung aufweisen.
6. Bahnbildungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Entwässerungswalze (24) eine massive Walze ist.
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