DE2814032C2 - - Google Patents
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- A61K31/715—Polysaccharides, i.e. having more than five saccharide radicals attached to each other by glycosidic linkages; Derivatives thereof, e.g. ethers, esters
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08B—POLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
- C08B31/00—Preparation of derivatives of starch
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
als Blutplasmaexpander geeigneter Hydroxyäthylstärke sowie
einen Blutplasmaexpander, der die erfindungsgemäß hergestellte
Stärke enthält.
Schon 1934 synthetisierte W. Ziese, Z. Physiol. Chem.
229, 213 (1934); 235, 235 (1935), Hydroxyätheylstärken (HES)
und prüfte sie als Substrate für Amylasen verschiedener Her
kunft; 1956 synthetisierten Husemann und Resz, J. of Polym.
Science 19, 389 (1956), HES als Modellsubstanz für Amylase
zum Studium fermentativen Abbaus und zur Feststellung etwai
gen Abbaus bei verschiedenen Reaktionen. Verfahren für die
Herstellung von HES für industrielle Zwecke sind noch länger
bekannt und in zahlreichen Patentschriften niedergelegt. Die
Verwendung von HES für medizinische Zwecke als Blutplasmaer
satz wurden erstmals von Wiedersheim, Arch. Int. Pharmacodyn.
Therap. 111, 353-61 (1957), an Tieren beschrieben. Für die
Herstellung von HES benützt Wiedersheim das bekannte Ver
fahren der Hydroxyäthylierung von Stärke in alkalisch-wäß
rigem Medium mittels Äthylenoxyd. Um jedoch eine HES zu
erhalten, die als Blutplasmaersatz geeignet ist, verwendete
er hydrolytisch zu niedrigeren Molekulargewichten abgebaute
Maisstärke als Hydroxyäthylierungssubstrat. In der Folge er
schienen zahlreiche Arbeiten und Patente, die sich die
Wiedersheim'sche Entdeckung zunutze machten und sich mit
der Herstellung von HES für die Humanmedizin beschäftigten.
Wie bereits erwähnt, wurde bisher die Hydroxyäthyl
stärke, die in jüngster Zeit als Blutplasmaexpander Verwen
dung gefunden hat, durch alkalische Hydroxyäthylierung von
Stärke hergestellt. Das dabei erhaltene Reaktionsgemisch
ist zunächst stark alkalisch und muß zur weiteren Aufarbei
tung zunächst neutralisiert werden. Durch diesen Neutralisa
tionsvorgang entsteht nun im Reaktionsgemisch eine relativ
große Menge an Salzen, in erster Linie Kochsalz. Zur Ent
fernung des Salzes wurden zunächst Dialyseverfahren vorge
schlagen. Ein derartiges Verfahren ist zeitlich, apparativ
und energetisch äußerst aufwendig und birgt außerdem die
Gefahr der Infektion des Reaktionsgemisches in sich.
Ein anderes Verfahren zur Reinigung der Hydroxyäthylstärke
wird in der DE-AS 18 13 571 vorgeschlagen. Gemäß diesem Ver
fahren erfolgt die Reinigung der Hydroxyäthylstärke durch
Extraktion mit Lösungsmitteln, wie beispielsweise Aceton
oder Isopropanol. Die Ausfällung der Hydroxyäthylstärke mit
organischen Lösungsmitteln wird in der DE-OS 22 60 785 be
schrieben.
Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, dieses umständ
liche Verfahren durch ein einfacheres Aufarbeitungsverfahren
zu ersetzen. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, die Neu
tralisation der Reaktionslösung mit Kationenaustauschern
durchzuführen. Dieses Verfahren ist zwar apparativ einfacher,
es bannt jedoch nicht die Gefahr einer biologischen Verschmut
zung (Infektion) des Präparates infolge der großen, leicht
von Bakterien und Pilzen besiedelten Oberfläche der Austau
scherharzpartikel.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß es nach
den bisher bekannten Verfahren nur äußerst schwer möglich
war, Hydroxyäthylstärke mit der für die Verwendung als
Blutplasmaersatzmittel notwendigen Reinheit und Keimfreiheit
zu erhalten.
Es wurde nun ein relativ einfaches und überraschend wirk
sames Verfahren gefunden, durch welches die oben aufgezeig
ten Probleme sicher vermieden werden und durch welches
Hydroxyäthylstärke in pyrogenfreier Form mit der zur Ver
wendung als Blutplasmaexpander notwendigen Reinheit erhal
ten werden kann.
Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstel
lung von Hydroxyäthylstärke durch alkalische Hydroxyäthylie
rung von Stärke und darauffolgende Neutralisierung des
Reaktionsgemisches, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
die gebildete Hydroxyäthylstärke aus der Reaktionsmischung
mit Dimethylformamid als Lösungsmittel extrahiert und an
schließend durch Zusatz eines Fällmittels ausgefällt wird.
In dem Dimethylformamid sind die durch die Neutralisa
tion entstandenen Salze nur wenig bis gar nicht löslich.
Die Erfindung betrifft weiterhin einen Blutplasmaexpan
der, der dadurch gekennzeichnet ist, daß er neben üblichen
Träger- und Zusatzstoffen die erfindungsgemäß hergestellte
Hydroxyäthylstärke enthält.
Im einzelnen wird das erfindungsgemäße Verfahren wie
folgt durchgeführt:
Nach der Hydroxyäthylierung der Stärke, welche zweck
mäßig in der von Husemann und Resz angegebenen Weise vorge
nommen wird, wird die neutralisierte, mit Aktivkohle druck
filtrierte Reaktionslösung im Vakuum eingedampft und der
dicke Sirup durch Trocknung im Vakuum entwässert. Das Trock
nungsprodukt wird in einem Extraktionslösungsmittel gelöst,
wobei sich der Großteil des von der Neutralisation herrühren
den Natriumchlorids ungelöst abscheidet. Nach Filtration er
hält man ein Filtrat, das im wesentlichen aus einer Lösung
von Hydroxyäthylstärke in Lösungsmittel besteht und außer
einem geringen Restnatriumchloridgehalt Äthylenglykole ent
hält, die als Nebenprodukte der Hydroxyäthylierung entstanden
sind. Vorteilhaft wird dabei aus dem Filtrat durch Einrühren
in ein Fällmittel, in dem Hydroxyäthylstärke wenig bis un
löslich ist, Roh-Hydroxyäthylstärke ausgefällt; es ist dabei
günstig, als Fällmittel Aceton einzusetzen; zur Reinigung
wird die Lösung in Wasser mit Aktivkohle behandelt und in
Aceton gefällt. Das reine Produkt ist pyrogenfrei und ent
hält wenig Natriumchlorid, das potentiometrisch bestimmt
wird. Bei der Weiterverarbeitung zu einer 6%igen isotoni
schen Hydroxyäthylstärke-Plasmaexpanderlösung wird die be
rechnete fehlende Natriumchloridmenge zugewogen.
Als Extraktionslösungsmittel wird vorteilhaft Dimethylform
amid eingesetzt, wobei sich in der Praxis ergibt, daß der Rest
natriumchloridgehalt unter dem einer Hydroxyäthylstärke-Plasma
expanderlösung mit 0,9% Natriumchlorid liegt und nur auf diesen
Wert ergänzt werden muß.
Die nach dem vorstehenden Verfahren gewonnene Hydroxyäthyl
stärke weist aufgrund des bei der Hydroxyäthylierung angewandten
molaren Alkali-Stärke-Verhältnisses von 4 : 1 ein molares 2-O-Hy
droxyäthylanhydroglucose zu 6-O-Hydroxyäthylanhydroglucose-Ver
hältnis von etwa 1 auf; sie wird daher relativ leicht durch körper
eigene Amylasen gespalten und in vertretbarer Zeit aus dem Organis
mus ausgeschieden.
243 g einer durch Säurehydrolyse teilweise ab
gebauten Wachsmaisstärke mit η = 2,35 cP (c = 6, Wasser, 37°C)
werden unter Stickstoffbegasung bei Zimmertemperatur in einer Lö
sung von 240 g Natriumhydroxyd in 6 l Wasser unter Rühren gelöst.
In die mit Wasser gekühlte, gelbe, alkalische Abbaustärkelösung
werden unter weiterer Stickstoffbegasung 317 g Äthylenoxyd im
Verlauf von 2 bis 3 Stunden gasförmig eingeleitet. Nach mehrstün
digem Stehen unter Stickstoff wird mit verdünnter Salzsäure (aus
480 ml konz. Salzsäure, d = 1,19, 37%ig und 3 l Wasser) unter Was
serkühlung neutralisiert (pH etwa 6). Nach dem Einrühren von 15 g
Aktivkohle (Norit SX plus) wird druckfiltriert und das Filtrat
im Vakuum bei 60°C eingedampft. Zur Trocknung wird 15 bis 20 Stun
den im Ölpumpenvakuum auf 60°C erhitzt. Das Trocknungsprodukt
wird in 900 ml Dimethylformamid bei 80°C bis zur homogenen, trüben
Lösung rotiert. Nach Abkühlung auf Zimmertemperatur wird abge
saugt, das auf dem Filter verbliebene Natriumchlorid mit Dimethyl
formamid ausgewaschen und das Filtrat in etwa 10 l Aceton einge
rührt. Die als gelbes Granulat ausgefallene Roh-HES wird abge
saugt, mit Aceton ausgewaschen und im Vakuum bei 60°C zu einer
glasig-blasigen Masse aufgetrocknet. Ausbeute 352 g.
Zur Reinigung wird in 2 l Wasser unter schwachem Erwärmen ge
löst, mit 22 g Aktivkohle filtriert, das Filtrat im Vakuum bei
60°C auf 900 ml eingeengt und in 9 l Aceton eingerührt. Die aus
gefallene harzige Masse wird zweimal mit frischem Aceton verknetet
und im Vakuum bei 60°C getrocknet. Ausbeute 272 g.
Zur weiteren Reinigung werden die Ausbeuten aus fünf derar
tigen Ansätzen, zusammen etwa 1350 g, in 9,5 l Wasser unter Rühren
gelöst und nach dem Einrühren von 64 g Aktivkohle druckfiltriert.
Das Filtrat wird mit derselben Menge Aktivkohle verrührt und noch
mals druckfiltriert. Anschließend wird im Vakuum bei 60°C auf
etwa 4 l eingeengt und in 20 l Aceton eingerührt. Das weiße Harz
wird dreimal mit frischem Aceton verknetet und danach im Vakuum
bei 60°C getrocknet. Ausbeute 1173 g schaumig-weiße, feste Sub
stanz mit η = 2,95 cP (c = 6, Wasser, 37°C); Substitutionsgrad
= 0,71; Natriumchloridgehalt = 5,2%, Pyrogentest: negativ.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Hydroxyäthylstärke
durch alkalische Hydroxyäthylierung von Stärke und darauf
folgende Neutralisierung des Reaktionsgemisches, dadurch
gekennzeichnet, daß die gebildete Hydroxy
äthylstärke aus der Reaktionsmischung mit Dimethylformamid
als Lösungsmittel extrahiert und anschließend durch Zusatz
eines Fällmittels ausgefällt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Fällmittel Aceton eingesetzt
wird.
3. Blutplasmaexpander, dadurch gekennzeich
net, daß er neben üblichen Träger- und Zusatzstoffen
nach Anspruch 1 oder 2 hergestellte Hydroxyäthylstärke
enthält.
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