DE281405C - - Google Patents
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Classifications
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E04—BUILDING
- E04H—BUILDINGS OR LIKE STRUCTURES FOR PARTICULAR PURPOSES; SWIMMING OR SPLASH BATHS OR POOLS; MASTS; FENCING; TENTS OR CANOPIES, IN GENERAL
- E04H12/00—Towers; Masts or poles; Chimney stacks; Water-towers; Methods of erecting such structures
- E04H12/30—Water-towers
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vr 281405 KLASSE 37/. GRUPPE
in BERLIN.
Wasserturm mit Preßluft-Wasserhochbehälter. Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Oktober 1911 ab.
Es ist allgemein üblich, zur Aufstellung von Wasserbehältern Türme zu bauen, die eine
dem erforderlichen Wasserdruck entsprechende Höhe besitzen müssen, und deren Herstellung
wegen dieser großen Höhe erhebliche Kosten verursacht. Man hat daher versucht, solche AVassertürme durch Preßluft-Wasserbehälter
zu ersetzen. Wenn letztere zu ebener Erde als Preßluft-Niederbehälter angeordnet
ίο werden, ist ihre Leistungsfähigkeit sehr gering.
Auch die bereits vorgeschlagene Konstruktion eines Preßluft-Niederbehälters, bei
der der Wasserspiegel so hoch liegt, daß das Wasser zum Straßenhydranten drucklos gerade
noch austreten kann, wenn der Flüssigkeitsspiegel mit nur atmosphärischem Luft-'
druck belastet ist, ergibt nur eine ganz geringe Steigerung der Leistungsfähigkeit, so daß
auch diese Konstruktion keinen erfolgreichen Wettbewerb mit gewöhnlichen Hochbehältern
zuließ. Erst die Ausführung von Preßluft-Hochbehältern ergab eine wesentliche Steigerung
der Leistungsfähigkeit von Preßluft-Wasserbehältern, jedoch ist damit der Nachteil
verbunden, daß bedeutende Kosten für die zum Tragen des Preßluft-Hochbehälters erforderliche
Baukonstruktion sowie für die als Wärmeschutz zur Einhüllung des Behälters erforderliche Baukonstruktion entstehen, so·
daß auch diese Ausführung nicht wettbewerbsfähig ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein pneumatischer Wasserturm, der in der
Konstruktion dem gewöhnlichen, allgemein bekannten Wasserturm entspricht, jedoch eine
seine Wasserspiegelhöhe erheblich überschreitende Druckwirkung besitzt, weil er nicht nur
wie ein gewöhnlicher Wasserturm, sondern auch nach Art eines Preßluft-Wasserbehälters
wirkt, indem der ganze Turm anstatt mit Luft von atmosphärischer Spannung mit Preßluft
gefüllt ist.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. ι stellt den mit Preßluft betriebenen Wasserturm in Ansicht dar und gilt für
zwei verschiedene Ausführungsformen nach Fig. 2 und 3, da beide äußerlich übereinstimmen.
Beide unterscheiden sich äußerlich gemäß dieser Ansicht. Fig. 1 in nichts von einem
gewöhnlichen Wasserturm. Fig. 2 stellt die dem Patentanspruch 1 entsprechende Ausführungsform
im Schnitt dar. Fig. 3 zeigt im Schnitt eine ähnliche Ausführungsform, welche dem Patentanspruch 2 entspricht.
Die Wandungen des Preßluft-Wasserturmes sind aus Eisenblech oder anderem Stoff luftdicht
und fest hergestellt und nach außen hin allseitig dicht geschlossen.
Beide Ausführungsformen Fig. 2 und 3 unterscheiden sich laut zeichnerischer Darstellung
durch die Anordnung des Wasserbehälters. Der Boden desselben wird bei beiden
Ausführungen durch die Steigleitung b, ,die zugleich Falleitung sein kann, mit einer
Wasserpumpe verbunden. Durch die Rohrleitung c wird vor Inbetriebsetzung des
Wasserturmes mittels einer Luftpumpe Preß-
luft in den Wasserturm gepumpt, so daß der Wasserspiegel des Wasserbehälters unter dem
Druck dieser Preßluft steht.
Wenn nunmehr die Wasserpumpe in den Behälter α Wasser fördert, vermindert sich
der Rauminhalt der in dem Wasserturm eingeschlossenen Preßluft um den Rauminhalt
des geförderten Wassers, wodurch der Druck der Preßluft nur um ein sehr Geringes steigt,
ίο weil die Verminderung des Luftraumes im
Verhältnis zum Gesamtrauminhalt der eingeschlossenen Preßluft nur unbedeutend ist.
Wenn nach Füllung des Wasserbehälters α der Betrieb der Wasserpumpe abgestellt und das
im Behälter aufgespeicherte Wasser verbraucht wird, sinkt der Druck der Preßluft
durch Ausdehnung wieder auf das ursprüngliche Maß. Es ist also zwischen gefülltem
und entleertem Preßluftbehälter wegen der verhältnismäßig bedeutenden Größe des für
die Preßluft zur Verfügung stehenden Raumes nur ein sehr kleiner Preßluftdruckunterschied
möglich. Hieraus ergibt sich ein wirtschaftlicher Betrieb des Wasserwerkes mit annähernd gleich groß bleibendem Druck.
Dagegen muß bei gewöhnlichen Preßluft-Wasserbehältern dieser Druckunterschied sehr
bedeutend sein, wenn eine wirtschaftlicher Verwertbarkeit entsprechende Wassermenge
in Preßluftbehältern aufgespeichert werden soll, zumal auch deren Abmessungen wirtschaftlicher Verwertbarkeit entsprechend
nicht übermäßig groß sein können.
Obwohl die Wandungen des Preßluft-Wasserturmes bei dem gegenwärtigen Stand
der Technik vielleicht nur von Metall hergestellt werden können, ist bei der Ausführung
nach1 Fig. 3 der Schutz des Wasserbehälters und bei beiden Ausführungen Fig. 2 und 3 der
Schutz der Steige- und Falleitung gegen Einfrieren und gegen Erwärmen von außen doch
ein erheblich besserer als bei der üblichen Ausführung von Wassertürmen, weil der vollkommen
luftdichte Abschluß der eingeschlossenen Preßluftmenge keinen Austausch mit
der Außenluft zuläßt und daher sowie im Hinblick auf die bekannte sehr geringe
Wärmeleitung von Luft die wirksamste Art des Wärmeschutzes ergibt.
Im allgemeinen wird die Ausführungsform nach der Schnittzeichnung· Fig. 3 wegen der
beschriebenen Vorteile des sehr wirksamen Wärmeschutzes des Wasserbehälters und des
sehr geringen, also wirtschaftlichen Druck-Unterschiedes nur allein in Betracht kommen.
Denn die als Wärmeschutz des Wasserbehälters dienende bedeutende Preßluftmenge ergibt
einen sehr großen Gesamtrauminhalt der Preßluft im Verhältnis zuni Wasserraum, also
sehr kleinen Druckunterschied. In einzelnen Fällen, in denen eine geringe Ersparnis an Anlagekosten
mehr als die genannten Vorteile ins Gewicht fallen sollte, kann jedoch die in
der Schnittzeichnung Fig. 2 dargestellte Aus7 führung Anwendung finden.
Bei dieser Ausführung Fig. 2 ist ein besonderer Wasserbehälter gespart worden, indem
der obere Teil des Preßluftbehälters als
Wasserbehälter mitbenutzt wird. Dies ergibt zwar den Fortfall des Wärmeschutzes und
einen im Verhältnis zum Wasserraum weniger großen Preßluftraum, also größeren, weniger
wirtschaftlichen Druckunterschied, trotzdem ist aber auch diese Ausführungsform Fig. 2
noch ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der bislang nur bekannt gewesenen Aufstellung
von Preßluft-Hochbehältern auf besonderem Unterbau, der zur Erzielung der Aufstellungshöhe
erforderlich war. Während dieser den Hochbehälter tragende Unterbau bislang in keiner anderen die. Wirkung und Leistungsfähigkeit
des Behälters steigernden) AVeise verwendbar war, wird er bei der vorliegenden
Ausführung nach Fig. 2 von Eisenblechen o. dgl. als luftdichter und fester Preßluftbehälter
hergestellt und durch das offene Rohr / mit dem Preßluft-Wasserbehälter zu gemeinsamer Wirkung verbunden; er ergibt
auf diese Weise eine erhebliche Vergrößerung des Preßluftraumes. Dadurch ergibt sich auch
für die Steigleitung b ein gleich vollkommener Wärmeschutz wie bei der Ausführung nach
Fig-3·
Wenn das Anlassen und Abstellen der Wasserpumpe nicht bei einem gewissen
Wasserspiegelunterschied des Wasserbehälters ausgeführt wird, sondern, wie es jetzt
vielfach üblich ist, durch selbsttätige Druckunterschiedschaltungsvorrichtung zwischen gewissen Druckgrenzen, so ist es nicht ohne wei-
teres möglich, durch Anwendung von gewöhnlichen Meßinstrumenten zu beurteilen, ob
durch Undichtigkeit der Wandungen oder durch Aufsaugung Preßluft verloren gegangen
und eine Ergänzung der eingeschlossenen Preßluftmenge durch Zupumpen von Luft notwendig ist. Man müßte hierzu in üblicher
Weise am Wasserbehälter ein Wasserstandsglas mit Druckmesser anbringen. Bei der bedeutenden
Höhe des Wasserbehälters, die im no Durchschnitt der Verhältnisse für die günstigste
wirtschaftliche Verwendbarkeit und für nur 3V2 bis 4 Atmosphären Leitungsdruck
etwa 20 m betragen wird, wäre ein derartig hoch abzulesender Wasserstand sehr unbequem.
Um trotzdem die Notwendigkeit einer Preßluftergänzung feststellen zu können, kann
in folgender Weise verfahren werden:
Man bringt an dem untersten, bequem zugänglichen Teil des Turmes ein Wasserstandsglas
d an, wie in Fig. 3 dargestellt, oder man verbindet den untersten Teil des Wassertur-
mes wie in Fig. 2 durch eine Leitung mit einem an anderer bequem zugänglicher Stelle
aufgestellten und mit Wasserstandsglas d versehenen geschlossenen Sammelbehälter. Wenn
Preßluft in einer gewissen Menge verloren gegangen ist, steigt bei dem der manometrischen
Druckschaltung entsprechenden Höchstdruck (Ausschaltungsdruck der Pumpe) der Wasserspiegel des oben offenen Wasserbehälters
Fig. 3 bis über den Rand dieses Behälters, der Wasserspiegel des Preßluftbehälters Fig. 2
bis über den oberen Rand des offenen Rohres f, und es ergießt sich nunmehr Wasser in
den unteren Teil des Turmes bei Fig. 3 und in den besonderen Überlaufsammelbehälter bei
Fig. 2. Man ist zwar außerstande, in der üblichen Weise mit dem Wasserstandsglas den
jeweiligen Wasser- und Preßluftverlust des Wasserturmes unmittelbar zu messen; indessen
ermöglicht es das Wasserstandsglas, daß damit die Menge des Überlaufwassers gemessen werden kann. Hieraus ergibt sich
eine Beurteilung der in dem Wasserturm noch vorhandenen Wasser- und. Preßluftmenge!
Wenn man in dem Wasserstandsglas Überlaufwasser bemerkt, weiß man, daß bei dem
der selbsttätigen Druckschaltung, entsprechenden Höchstdruck der Wasserbehälter bis zum
Rand und der übrige Rauminhalt des Turmes abzüglich der Überlaufwassermenge mit Preßluft
angefüllt ist. Hiernach kann man dann beurteilen, wie lange eine zu der Anlage gehörige
Luftpumpe in die Luftleitung c arbeiten muß, um die zu geringe Luftmenge wieder
auf das richtige Maß zurückzuführen. Das Ablaufen des Überlaufwassers aus dem hierfür
angeordneten besonderen Überlaufwasser-Sammelbehälter oder aus dem Untersatz des
AVasserturmes erfolgt unter dem Druck der Preßluft durch öffnen eines Ablaßhahnes e,
der am tiefsten Punkt anzubringen ist.
Claims (4)
1. Wasserturm mit Preßluft-Wasserhochbehälter,
dadurch gekennzeichnet, daß die den Hochbehälter tragende hohle Turmsäule als Preßluftbehälter ausgebildet
ist.
2. Wasserturm mit Preßluft-Hochbehälter, dadurch gekennzeichnet, daß der
Wasserraum zum Schutz gegen Wärme- und Kälteeinflüsse als besonderes Gefäß (α) inmitten eines Preßluftbehälters angeordnet
ist, dessen beständige Preßluftmenge ohne Luftpumpe durch' Wasseraufnahme
des Behälters zusammengepreßt wird und bei Wasserabgabe sich ausdehnt.
3. Wasserturm nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß am unteren
Teil des Turmes oder in einem Nebenraum ein Sammelbehälter für Überlaufwasser
mit Wasserstandsanzeiger angebracht ist, der aus der Menge des Überlaufwassers den Preßluftverlust erkennen läßt.
4. Wasserturm nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpensteigeleitung
(b) durch den Preßluftraum geführt ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE281405C true DE281405C (de) |
Family
ID=537149
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT281405D Active DE281405C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE281405C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1114999B (de) * | 1957-09-30 | 1961-10-12 | Licentia Gmbh | Entleerungseinrichtung fuer insbesondere in Bodennaehe installierte Warmwasserspeicher |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1114999B (de) * | 1957-09-30 | 1961-10-12 | Licentia Gmbh | Entleerungseinrichtung fuer insbesondere in Bodennaehe installierte Warmwasserspeicher |
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