DE2808339A1 - Elektrochemische vorrichtung zum aufspueren und/oder ueberwachen einer komponente in einem fluid - Google Patents
Elektrochemische vorrichtung zum aufspueren und/oder ueberwachen einer komponente in einem fluidInfo
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Description
PATENTANWALT RICHARD KNEISSL Widgnmayorstr. 46 -
MÜNCHEN 089/295125
Mappe 24 402 - Dr.K/rm ICI Case Nr. Mt) 29378
IMPERIAL CHEMICAL INDUSTRIES LIMITED London, Großbritannien
Elektrochemische Vorrichtlang zum Aufspüren und/oder Überwachen
einer Komponente in einem Fluid
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Die Erfindung "bezieht sich auf eine elektrochemische Vorrichtung
für die Analyse eines Fluids und insbesondere auf eine elektrochemische Vorrichtung zum Aufspüren und/oder Überwachen einer
Komponente eines Fluids. Eine spezielle Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht aus einer elektrochemischen
Vorrichtung zum Aufspüren und Überwachen von Chlor in einem Gasstrom.
In der Industrie ist es häufig nötig, rasch und genau die Anwesenheit
und die Konzentration einer Komponente in einem Fluid, insbesondere in Gasen, aufzuspüren bzw. zu überwachen. Beispielsweise
besteht ein Bedarf für das rasche Aufspüren und genaue Überwachen von giftigen Stoffen, wie z.B. Chlor, Brom, Stickoxide,
Chlordioxid und Ozon, in einzuatmender Luft oder in Prozeßgasströmen. Für diesen Zweck wurden bereits zahlreiche Vorrichtungen
bekannt, darunter auch elektrochemische Vorrichtungen, bei welchen die aufzuspürende und zu überwachende Substanz chemisch
mit einem Reagens reagiert, das mit Elektroden in Kontakt steht, an welchen eine niedrige Spannung angelegt ist. Als Ergebnis der
Änderung der Zusammensetzung des Reagenses aufgrund der chemischen Reaktion wird ein elektrischer Strom zwischen den Elektroden
erzeugt. Die vorliegende Erfindung befaßt sich nunmehr mit dieser Type von elektrochemischen Vorrichtungen.
Vorrichtungen dieser Art können ein statisches Reagens oder ein fließendes Reagens enthalten. Bei der ersteren Type ist das Reagens
in bezug auf die Elektroden statisch, und bei der letzteren Type fließt es über die Elektroden. Mit beiden Typen ist es
möglich, ein rasches und genaues Ansprechen auf die im Fluid aufzuspürende und zu überwachende Komponente zu erzielen, jedoch
besitzen beide Nachteile. Bei den Vorrichtungen mit statischem Reagens besteht das Reagens üblicherweise aus einer Lösung, oftmals
einer wäßrigen Lösung. Wenn nun eine solche Vorrichtung
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längere Zeit Gasströmen ausgesetzt ist, dann verdampft das Lo=
sungsmittel und trocknet die Vorrichtung aus. Solche Vorrichtungen erfordern- deshalb eine häufige Yfertung, um ein zuverlässiges
Arbeiten sicherzustellen. Vorrichtungen mit fließendem Reagens unterliegen weniger einem Austrocknen, da frisches Reagens kontinuierlich
zu den Elektroden geführt wird. Sie sind jedoch teurer, da bei ihnen eine kontinuierliche Zufuhr von Reagens nötig ist,
die Reagensfließgeschwindigkeit gemessen werden muß und die Reagensfließgeschwindigkeit
häufig überwacht werden muß, um sicherzustellen, daß die Reagenszufuhr zufriedenstellend arbeitet.
Vorrichtungen mit statischem Reagens sind billiger zu installieren
und zu betreiben als Vorrichtungen mit fließendem Reagens, weshalb ein Bedarf für eine Vorrichtung mit statischem Reagens
einfacher Bauweise besteht, welche nicht die durch Austrocknen bedingten Schwierigkeiten ergibt und lange Zeiten ohne häufige Wartung
betrieben werden kann. Die vorliegende Erfindung schafft nunmehr eine solche Vorrichtung. Diese beruht auf der Verwendung
einer wäßrigen Lösung einer zerfließlichen Substanz als Reagens .
Gegenstand der Erfindung ist also eine elektrochemische Vorrichtung
mit statischem Reagens zum Aufspüren und/oder Überwachen einer Komponente eines Fluids, welche zwei oder mehr Elektroden
aufweist, die mit einem Reagens in Kontakt stehen, das chemisch mit der aufzuspürenden und/oder zu überwachenden Komponente des
Fluids reagiert, so daß ein elektrischer Strom fließen kann. Das Neue der'Vorrichtung besteht darin, daß sie eine wäßrige Lösung
einer zerfließlichen Substanz enthält.
Bei der Verwendung der Vorrichtung, welche zweckmäßig die Form einer Sonde aufweist, wird eine niedrige Spannung an die Elektroden
angelegt. Eine Änderung der Zusammensetzung des Reagenses, die sich aus dessen Reaktion mit der aufzuspürenden bzw. zu überwachenden
Fluidkomponente ergibt, verursacht einen meßbaren
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elektrischen Strom zwischen den Elektroden. Die Größe dieses elektrischen
Stroms steht in direktem Verhältnis zur Menge der mit dem Reagens umgesetzten Fluidkomponente und ergibt somit ein Anzeichen
der Konzentration dieser Komponente im Fluid. Da das Reagens eine zerfließliche Substanz enthält, wird der Neigung
der Vorrichtung, durch Verlust von Wasser aus dem Reagens auszutrocknen, aufgrund von Absorption von Wasser aus dem zu analysierenden
Fluid, beispielsweise atmosphärische Luft, entgegengewirkt.
Die erfindungsgemäße elektrochemische Vorrichtung kann die Form aufweisen, wie sie bisher für die bekannten Vorrichtungen üblich
war. Beispielsweise kann sie eine Zelle besitzen, welche das Reagens enthält, in das die Elektroden vollständig oder teilweise
eintauchen, wobei das zu analysierende Fluid über die Oberfläche des Reagenses geführt wird. Jedoch besitzt die Vorrichtung
vorzugsweise die Form einer Sonde mit Drahtelektroden, die außen und im Abstand voneinander rund um ein absorbierendes Teil,
z.B. Filterpapier, das mit dem Reagens gesättigt ist, gewickelt sind. Solche Sonden können einfach in das zu analysierende Fluid
eingehängt werden und bieten den Vorteil, daß jegliches durch das zerfließliche Reagens gesammelte zusätzliche Wasser, wenn
das zerfließliche Reagens mit einem einen hohen Feuchtigkeitsanteil enthaltenden gasförmigen Fluid in Berührung kommt, ohne
wesentliche Beeinflussung des Ansprechens oder der Genauigkeit der Sonde verkraftet werden kann. Eine äußere kontinuierliche Zufuhr
von Reagens ist nicht erforderlich.
Durch eine geeignete Auswahl eines Reagenses, welches mit der aufzuspürenden bzw. zu überwachenden Fluidkomponente chemisch
reagiert, kann die elektrochemische Vorrichtung zum Aufspüren bzw. Überwachen einer großen Reihe von Fluidkomponenten eingerichtet
werden. Beispielsweise kann durch eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung Chlor in Gasen
aufgespürt und überwacht werden, wobei in der Vorrichtung das
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Reagens aus einer wäßrigen Lösung eines zerfließlichen Halogenid=
salzes, wie z.B. Calciumbromid, besteht.
Da eine besonders nützliche Reaktion eine solche ist, bei der
ein Halogen, insbesondere Brom oder Jod, in Freiheit gesetzt wird, wird es bevorzugt, zerfließliche Halogenidsalze als Reagens
zu verwenden. Beispiele für geeignete Reagentien sind die zerfließlichen Bromide und Jodide von Calcium, Lithium und Magne=
sium.
Oxidierende Gase, wie z.B. Chlor, Broms Chlordioxid, Ozon und
Stickoxide, wie Stickstoffdioxid, können mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung aufgespürt bzw. überwacht werden» Es wurde beispielsweise gefunden, daß Calciumbromid das bevorzugte Reagens
zum Aufspüren bzw. Überwachen von Chlor ist und daß Lithiumiodid zum Aufspüren bzw. Überwachen von Stickoxiden bevorzugt wirdo
Die Elektroden können aus jedem leitenden Material hergestellt werden, das unter den Reaktionsbedingungen chemisch inert ist,
d.h., daß es gegenüber dem Reagens, dem aufzuspürenden bzw» zu überwachenden Gas und den durch die Reaktion gebildeten Verbindungen
inert ist. Platin ist das bevorzugte Material für die Elektroden, obwohl auch andere Materialien, wie zoBe Platin/
Rhodium-Legierungen, gegebenenfalls verwendet werden können.
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Eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nun
anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen
zeigen-:
Fig. 1 eine geschnittene Seitenansicht einer Sonde zum Aufspüren
und Überwachen von Chlor in einem Gasstrom; und
Fig. 2 die Sonde von Figur 1 in einem Wetterschutz für die Verwendung im Freien.
Gemäß den Zeichnungen besitzt die Sonde Platindrahtelektroden 1
und 2, die getrennt, aber dicht aneinander in ein absorbierendes Faserrohr 3 gewickelt sind, welches mit einer wäßrigen Calciumbromidlösung
gesättigt ist. Das Rohr ist zwischen einem zylindrischen Sondenkopf 4 aus Polyvinylchlorid und einem absorbierenden
Rohr 5 mit Hilfe einer Gewindestange 6 aus rostfreiem Stahl und
einer Kiemmutter 7 aus Polyvinylchlorid eingeklemmt. Die freien Enden der Drahtelektroden 1 und 2 gehen durch Löcher 8 und 9 im
Sondenkopf 4 hindurch und führen zu Anschlüssen 10 und 11 auf dem Sondenkopf 4, zum Anschluß der Elektrode an eine Spannungsquelle, und zwar über eine geeignete elektrische Schaltung (nicht
gezeigt), die ein Meßinstrument, wie z.B. einen Amperemeter, aufweist. Eine dicht-sitzende Hülse.12, wie z.B. ein Gummirohr, umgibt
das absorbierende Rohr 5 und das Ende des absorbierenden Rohrs 3, wie dies dargestellt ist, so daß ein Reservoir 13 in der
Unterseite der Sonde gebildet wird, worin der Reagensüberschuß, der nicht durch die Rohre 3 und 5 aufgenommen wird, gesammelt
wird. Ringförmige Einsätze 14 und 15 in der Sonde ergeben Befestigungspunkte für die Drahtelektroden 1 und 2, verstärken die
Rohrenden 3 und 5 und schützen die Stoßverbindung zwischen den Rohren 3 und 5.
Bei der Verwendung der Sonde werden die absorbierenden Rohre 3 und 5 mit einer wäßrigen Lösung von beispielsweise Calciumbromid
gesättigt, und eine niedrige Spannung von beispielsweise 0,6 V wird an die Elektrodenanschlüsse 10 und 11 angelegt. Die Sonde
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wird in den zu analysierenden Gasstrom eingeführt. Ein gegebenenfalls
anwesendes Chlor in dem Gas reagiert mit dem Calciumbromid, wodurch ein elektrischer Strom zwischen den Elektroden 1 und 2
durch eine entsprechende elektrische Schaltung fließt, wobei der Strom direkt mit der Konzentration des Chlors im Gasstrom In Beziehung
steht.
Gemäß Figur 2 ist die Sonde mit einem Wetterschutz 16 für die Befestigung
im Freien versehen. Der Wetterschutz 16 ist an einem Wetterschutzkopf 17 mit Hilfe von Schrauben 18 befestigt. Ein
Deckel 19 und eine Dichtung 20 dichten den Wetterschutzkopf 17 gegen den Eintritt von Wasser aus der Atmosphäre ab. Der Wetterschutz
16 ist mit Öffnungen 21 versehen, welche die Zirkulation der Luft innerhalb des Wetterschutzes 16 um die Sonde verbessern.
Die Anschlüsse 10 und 11 auf dem Sondenkopf sind durch ein Signalkabel
22 über eine Stopfbüchse 23 mit einem Anschlußkasten 24
zum Zwecke des Anschlusses mit einer Meßschaltung (nicht gezeigt) verbunden. Ein Halter 25 ist vorgesehen, mit welchem die geschützte
Sonde an einer geeigneten Wandung oder an einem geeigneten Behälter an irgendeiner gewünschten Stelle befestigt werden
kann.
Bei der Verwendung der Sonde zum Aufspüren bzw. Überwachen einer Komponente eines Gasstroms, wie z.B. Luft, wird die Sonde einfach
in den Gasstrom eingeführt, worauf eine niedrige Spannung an den Elektroden 1 und 2 angelegt wird» Wenn der Feuchtigkeitsgehalt
des Gasstroms niedrig ist oder während des Gebrauchs der Sonde absinkt, dann wird Feuchtigkeit aus den freiliegenden Oberflächen
des absorbierenden Rohrs 3 verdampfen. Um diesen Feuchtigkeitsverlust zu ersetzen, wird Reagens durch Kapillarwirkung vom
absorbierenden Rohr 5, welches in das Reservoir 13 eintaucht, zum absorbierenden Rohr 3 überführt. Wenn umgekehrt der Feuchtigkeitsgehalt des Gasstromes hoch ist oder während der Verwendung der Sonde zunimmt, dann wird Feuchtigkeit durch das zer~
fließliche Reagens auf der freien Oberfläche des Rohrs 3 absorbiert, wobei jegliche überschüssige Feuchtigkeit in das Rohr 5
und das Reservoir 13 fließt.
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Es ist leicht einzusehen, daß durch eine geeignete Auswahl von Reagens und Elektroden die in der Zeichnung dargestellte Sonde
zum Aufspüren- und Überwachen der verschiedensten gasförmigen Komponenten, wie z.B. Chlordioxid, Ozon und Stickoxide, in Gasen
angepaßt werden kann. Außerdem ist es leicht einzusehen, daß der Signalstrom, der durch die Sonde erzeugt wird, für die verschiedensten
Zwecke verwendet werden kann. Beispielsweise kann er zum Auslösen eines sichtbaren und/oder hörbaren Alarms verwendet
werden, wenn eine bestimmte Konzentration der überwachten Komponente erreicht oder überschritten wird. Außerdem kann er in ein
Aufzeichnungssystem, wie z.B. einen Schreiber, eingegeben werden, so daß eine sichtbare Aufzeichnung der Änderungen in der Konzentration
der Komponente mit der Zeit erhalten wird.
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L e e r s e i ί
Claims (7)
- PatentansprücheElektrochemische Vorrichtung mit statischem Reagens zum Aufspüren und/oder Überwachen einer Komponente eines Fluids, mit zwei oder mehr Elektroden, die mit einem Reagens in Kontakt stehen, das chemisch mit der aufzuspürenden und/oder zu überwachenden Fluidkomponente reagiert, so daß ein elektri«= scherStrom zwischen den Elektroden fließen kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Reagens aus einer wäßrigen Lösung einer zerfließlichen Substanz besteht.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung die Form einer Sonde aufweist, welche Drahtelektroden besitzt, die außen und im Abstand voneinander um ein mit dem Reagens gesättigtes absorbierendes Teil gewickelt sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das absorbierende Teil, um welches die Elektroden gewickelt sind, aus einem Faserrohr besteht.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Reservoir des Reagenses vorgesehen ist, das mit"dem absorbierenden Teil in Verbindung steht, um welches die Elektroden gewickelt sind.
- 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlüsse zum Anschluß der Vorrichtung an ein Meß-, Alarm- oder Aufzeichnungssystem vorgesehen sind.
- 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reagens aus einer wäßrigen Calciumbromidlösung besteht.809836/0601- 2 - 28Ü8339
- 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch g e kennzeichnet, daß das Reagens aus einer wäßrigen Lithiumjodidlösung besteht.
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