DE2800098C3 - Abwickelvorrichtung für Warenbahnen in Form von Abwickelrollen - Google Patents
Abwickelvorrichtung für Warenbahnen in Form von AbwickelrollenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Abwickelvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs I.
Der besondere Vorteil einer solchen Abwickelvorrichtung mit doppelarmigen Drehkreuzen (DE-OS
12 635) gegenüber zwei hintereinander angeordneten Einzelabwickelvorrichtungen mit voneinander unabhängig
betätigbaren Schwenkarmpaaren besteht darin, daß das Ende der Warenbahn der ersten
Wickelrolle an den Anfang der Warenbahn der zweiten Wickelrolle bei voller Wickelgeschwindigkeit angeheftet
werden kann. Mit Einzel-Wickelvorrichtungen können zwar Warenbahnen unterschiedlicher Breite
abgewickelt werden, doch jeweils auf jeder Rahmenscite nur eine einzige Wickelrolle. Dieser Nachteil besteht
nicht bei anderen bekannten, unabhängig voneinander verschwenkbare Arme aufweisenden, hintereinander
angeordneten, Einzelabwicketvorrichtungen. Bei Abwickelvorrichtungen ist zwischen den beiden äußeren
Schwenkarmen ein weiterer Schwenkarm angeordnet.
Soll eine Warenbahn großer Breite verarbeitet werden, wird der dritte Schwenkarm hochgeschwenkt. In dieser
hochgeschwenkten Stellung stört dieser Arm nicht, weil bei dieser Vorrichtung bei der Abwicklung ein
Wickelrollenwechsel bei voller Arbeitsgeschwindigkeit nicht vorgesehen ist. Bei der Abwickelvorrichtung der
eingangs genannten Art dagegen würde ein derartiger hochschwenkbarer Arm in der hochgeschwenkten
Stellung die Führung der Warenbahn beim Übergang von der einen Wickelrolle auf die andere Wickelrolle
stören.
Ferner ist eine Abwickelvorrichtung mit zwei im Abstand voneinander angeordneten äußeren doppelarmigen
Drehkreuzen und einem weiteren, zwischen den
is beiden Drehkreuzen angeordneten Drehkreuz bekannt.
Das mittlere, doppelarmige Drehkreuz ist mit Schraubenbolzen an der gemeinsamen zentralen Drehachse
lösbar befestigt. Mit einer solchen Abwickelvorrichtung lassen sich Abwickelrollen unterschiedlicher Breite
abwickeln. An Stelle von zwei kurzen Abwickelrollen, die jeweils zwischen dem mittleren Arm und einem
äußeren Arm eingespannt werden, läßt sich nach Demontage des mittleren Armes auch eine lange
Abwickelrolle zwischen den äußeren Armen einspannen. Abgesehen davon, daß eine solche Abwickelvorrichtung
nur für maximal drei Abwickelrollenlängen passend ist, erfordert die Umsteliung von einer
Abwickelrollenlänge auf die andere eine aufwendige Demontage des mittleren Drehkreuzes (US-PS
ω 14 49 093).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abwickelvorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die nicht nur den Übergang von der ablaufenden Wickelrolle zur vollen Wickelrolle bei
J5 voller Arbeitsgeschwindigkeit und die Abwicklung verschiedener Warenbahnbreiten ermöglicht, sondern
auch die gleichzeitige Abwicklung verschiedener Warenbahnbreiten, wobei der Durchmesser der Abwikkelrollen
noch unterschiedlich groß sein kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Kennzeichens des Patentanspruchs 1 gelöst.
Ausgestaltungen der Erfindung sind in Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, daß bei der Abwicklung breiter Warenbahnen nicht notwendigerweise
die beiden äußeren Tragarme unmittelbar die Wickelrolle tragen müssen, sondern daß auch der
mittlere Tragarm dazu in der Lage ist, wenn er in die sonst übliche Position des einen äußeren Tragarmes
so verfahrbar ist und dessen Funktionen übernehmen kann.
Damit erreicht man gleichzeitig, daß er nicht länger störend im Wege liegt. Die Verwendung einer
Spannhülse ist denkbar einfach, weil sie derjenigen bei aufgesteckter Wickelrolle entspricht. Sofern ein äußerer
Tragarm über seine eigentliche Endposition hinaus nach außen verfahrbar ist, ist gewährleistet, daß die ohne
mittleren Tragarm zur Verfügung stehende volle Breite der Abwickelvorrichtung auch mit mittlerem Tragarm
ausgenutzt wird.
w Im folgenden wird die Erfindung anhand eines
Ausführungsbeispicls mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigt
F i g. I eine Abwickelvorrichtung in Seitenansicht,
F i g. 2 die Abwickelvorrichtung gemäß F i g. I in
F i g. 2 die Abwickelvorrichtung gemäß F i g. I in
fi1» Aufsicht mit jeweils einer Wickelrolle auf jeder Seite
des Rahmens und
Fig. 3 die Abwickelvorrichtung gemäß Fig. I in Aufsicht mit jeweils zwei auf jeder Seite des Rahmens
28 OO 098
angeordneten Wickelrollen.
In zwei Seilenständern 1, 2 ist jeweils mittels einer
Welle 3,4 ein Drehkreuz auf Armen 5,6, 7, 52 gelagert, dessen Armenden über Traversen 8, 9 miteinander
verbunden sind. Die vier Arme 5, 6, 7, 52 des Drehkreuzes und die beiden Traversen 8,9 bilden einen
Rahmen. Auf jeder Seite dieses Rahmens sind zwei äußere und ein innerer Tragarm 10, 11, 12, 13, 14, 15
axial verschiebbar angeordnet Jeder Tragarm weist ein Paar Ausleget 16, 17 auf. Der Ausleger 16 trägt ein
längsgeschlitztes Rohrstück 18, mit dem er auf der als Rohr ausgebildeten Traverse 8 dem Tragarm 13 die
gewünschte Parallelführung gibt. Der andere Ausleger 17 greift mit einem insbesondere mit einer Rolle
bestückten Vorsprung 19 in eine Führungsnut der anderen Traverse 9, z. B. in eine auf der Traverse 9
befestigte U-Schiene ein, wodurch der Tragarm 13 abgestützt wird. Die beiden übrigen auf derselben Seite
des Rahmens angeordneten Tragarme 14, 15 sind entsprechend an den Traversen 8, 9 geführt bzw.
abgestützt. Die auf der gegenüberliegenden Seite des
Rahmens angeordneten Tragarme 10, 11, 12 dagegen haben ebenfalls Ausleger 21, 20 mit Rohrstücken 22 als
Parallelführungen und Vorsprüngen 23 als Abstützung. Die Anordnung der an den Tragarmen 10, U und 12
befindlichen Rohrstücke 22 und Vorsprünge 23 ist jedoch umgekehrt zu den Rohrstücken 18 und
Vorsprüngen 19 der auf der gegenüberliegenden Seite liegenden Tragarme 13, 14, 15. Dadurch wird erreicht,
daß die gegenüberliegenden Tragarme 10 bis 12 und 13 bis 15 ungehindert aneinander vorbeibewegt werden
können.
Zum Zwecke der axialen Verstellung und Festlegung der Tragarme 13 bis 15 ist jedem Tragarm ein
Stellmotor 24,25,26 zugeordnet, der über ein Getriebe
28, 29, 30 mit einer von den Drehkreuzarmen 5, 7 tragenden Spindel 32 gekuppelt ist. Ebenso geschieht
das mit den Tragarmen 10 bis 12, die über Stellmotoren 27 und Getriebe 31 mit einer von den Drehkreuzarmen
6,52 getragenen Spindel 53 gekuppelt sind.
Die Tragarme 10, 11, 13, 14 tragen an ihren freien Enden jeweils einen Spannkopf 33, 34, 35, 36, der mit
einer nicht dargestellten Bremse versehen ist und durch einen ebenfalls nicht dargestellten Motor bis auf eine
gewünschte Drehzahl beschleunigt werden kann. Die beiden Tragarme 12, 15 zwischen den äußeren
Tragarmen 10,11,13,14 tragen auf gegenüberliegenden
Seiten Spannköpfe 37,38,39,40, die frei drehbar in den
Tragarmen 12, 15 gelagert sind, wobei die Spannköpfe 37 und 38 bzw. 39 und 40 paarweise, z. B. mittr Λ einer
Steckverbindung oder elektromagnetischen Kupplung, drehfest miteinander verbunden, aber auch zueinander
gelöst sein können. Im betriebsfall gemäß F i g. 3 sind sie
gelöst, damit Abwickelrollen verschiedenen Durchmessers gleichzeitig abgewickelt werden können.
Zur Bahnführung tragen die Enden der Drehkreuzarme 5, 6, 7, 52 Umlenkwalzen 41, 42. Weitere Umlenkwalzen 43, 44 zur Führung der ablaufenden Warenbahn sind in einem vorgeordneten Ständer 45 drehbar gelagert. Der Ständer 45 trägt ferner an einem verschwenkbaren Arm 46 eine Walze 47, mit der die
Zur Bahnführung tragen die Enden der Drehkreuzarme 5, 6, 7, 52 Umlenkwalzen 41, 42. Weitere Umlenkwalzen 43, 44 zur Führung der ablaufenden Warenbahn sind in einem vorgeordneten Ständer 45 drehbar gelagert. Der Ständer 45 trägt ferner an einem verschwenkbaren Arm 46 eine Walze 47, mit der die
ίο Warenbahn einer fast abgewickelten Wickelrolle an
eine neune Wickelrolle andrückbar ist.
In Fig. 2 sind die Tragarme 12, 15 in Richtung der
äußeren Tragarme 10,13 verfahren. Die Spannköpfe 33, 35 sind über Spannhülsen 48, 49 drehfest mit den
Spannköpfen 37, 39 der Tragarme 12, 15 verbunden. Außerdem sind in diesem Betriebsfall die paarigen
Spannköpfe 37 und 38 bzw. 39 und 40 drehfest miteinander verbunden. Auf diese Weise können die
Bremsen und die Antriebsmotoren der Spannköpfe 33, 35 auf die Spannköpfe 38, 40 wirken, so daß die
zwischen den Spannköpfen 34 38 bzw. 36, 40 eingespannte Abwickeiroiie 50, 5i beidseitig gebremst
bzw. beschleunigt werden kann. Beim Abwickeln befindet sich die Abwickelrolle 50 zunächst in der
Position der Umlenkwalze 41 gemäß Fig. 1. Während des A'wickelns können die Tragarme für die Abwickelrolle
51 ungehindert seitwärts verfahren werden. Die leere Hülse kann entnommen und eine neue, volle
Abwickelrolie eingespannt werden. Sobald die Warenbahn auf der Abwickeiroile, von der gerade abgewickelt
wird, zu Ende geht, wird der Rahmen mit den Tragarmen entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt,
so daß die Wickelrolle 50 die Position einnimmt, wie Fig. 1 zeigt. Die Warenbahn W läuft dann über die
Umlenkwalze 41. Die volle Wickelrolle befindet sich
dann an der Stelle der Abwickelrolle 51. Der Anfang dieser vollen Wickelrolle 51 ist mit einem Klebestreifen
versehen. Sobald die Wickelrolle 50 zu Ende geht, wird die geteilte Andrückwalze 47 entgegen dem Uhrzeigersinn
verschwenkt und die Warenbahn W gegen den Klebestreifen auf der Oberfläche der inzwischen durch
die Motoren auf Gleichlauf gebrachten Wickelrolle 51 gedrückt. Damit wird das Ende der einen Warenbahn an
den Anfang der nächsten Warenbahn angeheftet, so daß die Warenbahn ohne Betriebsunterbrechung abrollen
kann.
Um auf derselben Seite des Rahmens zwei Wickelrollen gleicher oder unterschiedlicher Breite verarbeiten
zu können, wird der mittlere Tragarm 15 zur Mitte hin verfahren, so daß die Tragarme die in Fig. 3 gezeigte
Position beim Einspannen einnehmen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Abwickelvorrichtung für Warenbahnen in Form von Abwickelrollen, bestehend aus zwei im Abstand
voneinander angeordneten, doppelarmigen Drehkreuzen, deren Armenden über Traversen miteinander
verbunden sind, und aus zwei Paar auf gegenüberliegenden Seiten eines aus den Armen der
Drehkreuze und den Traversen gebildeten Rahmens angeordneten, insbesondere mit Bremsen versehene
Spannköpfe zur stirnseitigen Aufnahme der Abwikkelrollen aufweisenden Tragarme, wobei jedes
Tragarmpaar an einer Traverse derart gehalten und auf dieser zur Einstellung auf eine gewünschte
Wickelrollenbreite axial verschiebbar und über ein Auslegerpaar auf der jeweils anderen Traverse
abgestützt ist, daß die Tragarme des einen Paares mit ihren Auslegern an denjenigen des gegenüberliegenden
Pp.nres ungehindert aneinander vorbeibewegbar sind, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Tragarmen (10, 14, 11, 14) eines jeden Paares ein weiterer Tragarm (12, 15)
angeordnet ist, der wie die beiden benachbarten, äußeren Tragarme (10, 11, 13, 14) auf der einen
Traverse (8 bzw. 9) axial verschiebbar und auf der anderen Traverse (9 bzw. 8) über einen Ausleger
abgestützt ist und an beiden Seiten Spannköpfe (37, 38, 39, 40) aufweist, von denen jeder mit dem
zugeordneten gegenüberliegenden Spannkopf (33, 35,34,36) des benachbarten äußeren Tragarmes (10,
13, bzw. 11, 14) über ein Verbindungsglied (48, 49) drehfest verbindbar isi.
2. Abwickelvorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Verb' idungsglied (48, 49)
eine Spannhülse ist.
3. Abwickelvorrichtung nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der benachbarte,
äußere Tragarm (10, 13), dessen Spannkopf (33, 35) mit dem gegenüberliegenden Spannkopf (34,36) des
mittleren Tragarmes (12, 15) Jrehfest kuppelbar ist, seitlich über die für die maximale Warenbahnbreite
maßgebende Position zusätzlich mindestens um die Breite hinaus verfahrbar ist, die der an ihm
angekuppelte Tragarm (12,15) einnimmt.
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