DE2853575C3 - Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Legierungskörpern aus hydrierten Metallpulverchargen - Google Patents
Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Legierungskörpern aus hydrierten MetallpulverchargenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum pulvermetallurgischen
Herstellen von Legier ".ngskörpern auf der Basis wenigstens eines der Metalle Titan, Zirkonium,
Hafnium, Tantal, Niob, Uran oder "*.ltener Erden mit
besonders feinem, gleichachsigen Korn. Aus »Metal Hydrides«, 1968, Seiten 675 ff, ist die Herstellung und
Verwendung von Metallhydriden bekannt. Es ist bekannt, daß pulverförmige Metallhydride trotz ihrer
brüchigen Natur so weit verdichtet werden können, daß sie eine für ihre Handhabe ausreichende Festigkeit
besitzen. Ferner ist aus dem genannten Aufsatz bekannt, daß Metallhydride bis zu 98% ihrer theoretischen
Dichte verdichtet werden können, beispielsweise mit Hilfe des isostatischen Heißpressens. Diese bekannten
Verarbeitungsweisen beziehen sich jedoch sämtlich darauf, daß die Metallhydride in chemisch veränderter
Form, also in Form von Metallhydriden verwendet werden. Für den Fall, daß die Metallhydride in
zersetzter Form bzw. nach ihrer Zersetzung weiterverwendet werden, nennt der Aufsatz »Metal Hydrides«
das Sintern im Vakuum oder unter Schutzgas.
Werkstoffe, beispielsweise für Teile moderner Strahltriebwerke und dergleichen, erfordern eine Gefügefeinheit
und -homogenität, die mit Hilfe der herkömmlichen pulvermetallurgischen Erzeugungsverfahren nicht mehr
gewährleistet werden können. Dabei sind ein extrem feinkörniges und gleichachsiges Korn einerseits bei der
Werkstoffverarbeitung mittels modernster Technologien, wie dem superplastischen Umformen und dem
isothermen Schmieden, erforderlich und sind andererseits die gleichen extremen Gefüge- bzw. Korneigenschaften
beim ungeformten Fertigerzeugnis von entscheidender Bedeutung im Hinblick auf gesteigerte
Festigkeil, insbesondere Warmfestigkeit, sowie im Hinblick auf eine verbesserte Dauerfestigkeit.
Es ist bekannt, daß Spezial- und Superlegierungen auf der Basis von Tilan, Zirkonium, Hafnium, Tantal, Niob,
Uran und seltenen Erden auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrttechnik erhöhte Bedeutung erlangt haben.
Die Erfinder haben sich das Ziel gesteckt, die bisher übliche pulvermetallurgische Legierungserzeugung auf
ϊ der Grundlage der vorstehend aufgezählten Metalle so zu verbessern, daß Fertigerzeugnisse erhalten werden,
die das angestrebt besonders feine und gleichachsige Korn aufweisen.
Somit liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunu«, ein
in Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von verdichteten Metallerzeugnissen auf der Basis wenigstens
eines der Metalle Titan, Zirkonium, Hafnium, Tantal, Niob, Uran oder seltener Erden mit besonders
feinem, gleichachsigen Kern zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst
Der mit Hilfe der Erfindung erzielbare technische Fortschritt ergibt sich in erster Linie daraus, daß als
Folge der Verarbeitung von Metallhydriden bedeutend feineres und dabei gleichachsigeres Korn erzeugt
werden kann als mit Hilfe der herkömmlichen pulvermetallurgischen Herstellungsprozesse. Es sei
bereits auf die beigefügten Figuren verwiesen, wo in den F i g. 1 und 3 Schliffaufnahmen herkömmlich pulvermetailurgisch
erzeugter Werkstoffe und in den übrigen Figuren Schliffbilder von erfindungsgemäß unter
Verwendung von Metallhydriden hergestellten Werkstoffen gleicher chemischer Zusammensetzung dargestellt
sind. Ein Vergleich der Figuren zeigt deutlich, daß der erfindungsgemäße Herstellungsweg über die Hydride
zu einem besonders feinen und gleichachsigen Korn führt.
Im Anspruch 2 ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beschrieben.
Entscheidend für das Zustandekommen der angestrebten Feinkörnigkeit beim erfindungsgemäßen Verfahren
dürfte der Umstand sein, daß beim Heißpressen die Hydrid-Netzstruktur zerstört wird, so daß die
ursprünglich vergleichsweise groQen Körner der PuI-vercharge in eine Vielzahl von «leinen Körnern
unterteilt werden. Nach dem Debydrieren bleiben voneinander getrennte feine Körner zurück, die zuvor
von der Hydridphase umgeben worden waren. Bei der abschließenden Erwärmung und erneuten Verdichtung
auf im wesentlichen vollständige Dichte werden die beim Dehydrieren gebildeten Hohlräume geschlossen,
so daß ein gänzlich dichter, aus feinsten, gleichachsigen Körnern bestehender Legierungskörper erhalten wird.
Die Erfindung w'rd im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen - und unter Bezug auf die
Zeichnung näher beschrieben. In dieser zeigt
Fig. 1 eine photographische Schliffaufnahme bei 250facher Vergrößerung, welche das Gefüge herkömmlicher
Erzeugnisse aus einer Titanlegierung mit 6% Aluminium und 4% Vanadium darstellt,
F i g. 2a und 2b photographische Schliffaufnahmen bei 500facher Vergrößerung, die das Gefüge einer zusammensetzungsmäßig
mit der in Fig. 1 dargestellten Legierung übereinstimmenden Legierung zeigt, welche
ho jedoch auf erfindungsgemäße Weise erzeugt wurde,
Fig,3 eine photographische Schliffaufnahme bei 25Ofacher Vergrößerung eines anderen auf herkömmliche
Weise hergestellten Erzeugnisses aus einer Titanlegierung mit 5% Aluminium, 2% Zinn, 2%
■ ■ Zirkonium, 4% Molybdän, 4% Chrom. Rest Titan,
F i g. 4 eine photographische Schliffaufnahme bei 250facher Vergrößerung einer zusammensetzungsmäßig
mit der in F i g. 3 dargestellten Legierung überein-
•stimmenden Legierung, wobei letztere jedoch auf
erfindungsgemäße Weise erzeugt wurde,
Fig.5 eine photographische Schliffaufnahme bei 250facher Vergrößerung, welche das Gefüge der in
F i g. 4 dargestellten Legierung nach Glühen im Vakuum bei einer Temperatur von 800° C zeigt, und
Fig.6 eine photographische Schliffaufnahme bei
25Ofacher Vergrößerung der in Fig.5 dargestellten
Legierung nach einer zusätzlichen Glühung bei 900" C und Abschrecken in Wasser.
Beim Verfahren nach der Erfindung wird eine Charge einer pulverförmigen Legierung aus einem hydridbildenden
Metall, vorzugsweise eine Titanlegierung, verwendet Hydridbildende Legierungen außer Titanlegierungen
sind beispielsweise solche auf Basis von Zirkonium, Hafnium, Tantal, Niob, Uran und seltenen
Erden. Da Titanlegierungen zum Durchführen des Verfahrens nach der Erfindung am meisten bevorzugt
sind, wird die Erfindung anhand von Titanlegierungen
erläutert:
Eine Charge aus Titanlegierungspulver wird auf einen Wasserstoffgehalt von wenigstens etwa 1 bis 4 Gcw.-°/o
hydriert Zum Hydrieren des Titanlegierungspulvers kann jegliche herkömmliche Arbeitsweise benutzt
werden, aber bevorzugterweise wird nach dem im US-Patent 40 09 233 beschriebenen Verfahren gearbeitet
Das hydrierte Pulver wird in einen leicht verformbaren Behälter eingebracht, der vorzugsweise
aus weichem Flußstahl besteht Der Behälter kann jedoch aus jeglichem Material bestehen, welches bei
Druck leicht nachgibt Außerdem kommt es darauf an, daß der Behälter dichtend verschließbar ist und daß
Wasserstoff eine geringe Diffusionsneigung und eine niedrige Löslichkeit im Behälterwerkstoff aufweist Der
mit Pulver gefüllte Behälter wird dicht verschlossen und auf eine für das Heißpressen ausreichende erhöhte
Temperatur erwärmt Temperaturen in der Größenordnung von 677 bis 982°C sind geeignet.
Vorzugsweise wird zum Heißpressen das isostatische Heißpressen in einem autoklav durchgeführt, obgleich
andere Arbeitsweisen, wie Schmieden und Extrudieren, benutzt werden können. Beim isostatischen Heißpressen
in einem fluidgefüllten Autoklav werden Drücke im Bereich von 700 bis 2800 bar angewandt.
Das Verdichten erfolgt, um ein im wesentlichen gänzlich verdichtetes Erzeugnis zu erzielen. Der
Heißpreßkörper wird sodann dehydriert, was auf herkömmliche Weise durch Erwärmen im Vakuum oder
in einer Inertgasatmosphäre, wie einer Argon- oder Heliumatmosphäre, erfolgen kann, in welcher ein
niedriger Wasserstoff-Partialdruck aufrechterhalten wird. Nach dem Dehydrieren wird der Körper wieder
erwärmt und erneut verdichtet, wobei diese Verdichtungsstufe erforderlich ist, um Hohlräume oder
Leerstellen in Form von Rissen zu schließen, welche sich während des Dehydrierens gebildet haben. Das
Heißpressen des dehydrierten Körpers erfolgt bei einer Temperatur unterhalb der sog. Beta-Umwandlungstemperatur
der das Erzeugnis bildenden Legierung. Dieses ist zu beachten, um das Erzielen des angestrebten feinen
Korns zu gewährleisten. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich bei Titanlegierungen
Korngrößen von weniger als 10 μηι erzielen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von erfindungsgemäß hergestellten Titanlegierungspulvern
bzw. Legierungskörpein aus diesen Pulvern noch weiter
erläutert, wobei das Erzeugen der Pulver entsprechend der Lehre des bereits genau,iten US-Patentes 40 09 433
erfolgte. Die Zusammensetzungen dieser Pulver sind in der folgenden Tafel zusammengestellt
Tafel
Zusammensetzungen (Gew.-%)
6—4 Legierung
6% Aluminium 5% Aluminium
4% Vanadium 2% Zinn
Rest Titan 2% Zirkonium
4% Vanadium 2% Zinn
Rest Titan 2% Zirkonium
4% Molybdän
4% Chrom
Rest Titan
ii Die in der Tafel aufgeführten Legierungspulver
wurden in 100 g-Chargen verwendet und besaßen einen Wasserstoffgehalt von 2,3 bis 3,1 Gew.-%
Die Chargen wurden jeweils in einen zylindrischen Flußstahlbehälter eingebracht, in demselben dichtend
eingeschlossen und 8 Stunden lang auf eioe Temperatur von 954° C in einem Druckmittel-Autoklav erhitzt in
welchem das Verdichten bei einem Druck von 1055 bar erfolgte. Der im wesentlichen vollständig verdichtete
Preßkörper wurde in technischem Vakuum bei einer Temperatur von 700 bis 80l°C etwa 8 Stunden lang zum
Zwecke de* Dehydrierens geglüht Die metallographische
Untersuchung der dehydrierten Probekörper zeigte Rißbildungen, was ein weiteres isostatisches
Heißpressen erforderlich machte.
Alle Proben zeigten das angestrebte feine Gefüge, insbesondere im Vergleich mit dem herkömmlichen
Gefüge der zusammensetzungsgleichen sog. 6—4 Legierung, die in F i g. 1 als Schliffaufnahme dargestellt
ist. Im Gegensatz dazu zeigen die Fig.2a und 2b das
Gefüge einer 6—4 Legierung, die auf erfindungsgemäße Weise hergestellt wurde und spezifischerweise bei der
gleichen Temperatur isostatisch heißgepreßt wurde, wie das Erzeugnis, dessen Gefüge in Fig. 1 dargestellt ist.
Der deutliche Unterschied der beiden Gefüge fällt selbst
■40 bei der stärkeren Vergrößerung der F i g. 2a und 2b ins
Auge.
Eine vergleichbare Folge von Gefügebildern ist in den Fig.3 bis 6 für die sog. Ti-17 Legierung dargestellt.
F i g. 3 zeigt das Gefüge einer auf herkömmliche Weise
J5 erzeugten Ti-17 Legierung und das grobe Korn sowie
die höchst unerwünschten Alpha-Ausbildungen in den Korngrenzen sind deutlich zu erkennen. Das Gefüge
einer solchen Legierung nach anfänglichem isostatischen Heißpressen im hydrierten Zustand, d.h. bei
so erfindungsgemäßer Herstellung, ist in F i g. 4 dargestellt. Nach dem Dehydrieren liegt ein Feinkorn-Gefüge mit
gleich achsigem Alpha-Bereich vor, wie in F i g. 5 dargestellt. Noch deutlicher wird dieses in Fig.6,
welche iis Gefüge des erfindungsgemäß hergestellten
v> Erzeugnisses nach einer kurzen Beta-Glühung bei
899° C und anschließender Wasserabschreckung zyigt.
Das Dehydrieren nach dem Verdichten verursacht eine Nettovolumen-Kontraktion in den Körpern mit der
Wirkung, daß die Körper Risse und Hohlräume
Wi aufweisen. Demzufolge ist es von entscheidender
Bedeutung, daß die Körper nach dem Dehydrieren einem weiteren Verdichtungsvorgang, wie eil,em
isostatischen Heißpressen, einem Schmiecien oder Extrudieren unterworfen werdf n. um Oicse Risse und
<'">
Hohlräume zu schließen, so daß der angestrebte homogene oder einheitliche Körper erhalten wird.
Die Ausbildung des mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens erzielten Feinkorneefüges läßt sich wie folet
erklären. Das relativ grobkörnige Pulver ist durch ein Netzwerk von sich schneidenden Hydridphasen gekennzeichnet.
Beim isostatischen Heißpressen werden die Lücken zwischen den Pulverpartikelii als Folge der
Verformung beseitigt, womit eine entsprechende Verwerfung des Hydridnetzwerkes in den Körnern
einhergeht. Wird der Körper sodann dehydriert, so bilden sich gesonderte Körner zwischen den ehemaligen
Hydridphasengebieten. Dieses is·, eine Folge der in diesen Gebieten während des isostatischen Heißpressens
aufgetretenen Verwerfungen oder Störungen, da beim Verpressen die Matrix-Gitterabstände so gestört
werden, daß nach dem Dehydrieren die Gitterebenen benachbarter Gebiete, die zuvor exakt nacheinander
ausgerichtet waren, keine gemeinsame Orientierung mehr aufweisen und hohe Winkelgrenzen, d. h. Korngrenzen,
diese Regionen voneinander trennen. Da es der störende Einfluß des isostatischen Heißpressens auf
die Hydridphase zu sein scheint, der für das Zustandekommen der angestrebten Wirkung ausschlaggebend
, ist, wird angenommen, daß jedes eine entsprechende
Beeinflussung hervorrufende Verformungsverfahren.
wie das extrudieren, in gleicher Weise tür diesen twcck
geeignet ist.
Sowohl in der Beschreibung als auch in den
ο Patentansprüchen ist von »Metall« die Rede. Es versteh!
sich jedoch, daß damit Legierungen dieser Metalle gemeint sind, in welchen das genannte Metall die
Grundkomponente bildet. Im Rahmen der Erfindung wird mit dem Begriff »Hydrieren« das Bilden wasser-
, stoffhaltiger Verbindungen angesprochen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnunsen
Claims (2)
1. Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Legierungskörpern auf der 3asis wenigstens
eines der Metalle Titan, Zirkonium, Hafnium, Tantal, Niob, Uran oder seltener Erden mit besonders
feinem, gleichachsigem Korn, dadurch gekennzeichnet, daß eine hydrierte Metallpulvercharge
in einem Behälter in an sich bekannter Weise bei erhöhter Temperatur zu einem dichten
Körper warmverdichtet und der Körper durch Glühen im Vakuum dehydriert wird, worauf der
Körper erneut erwärmt und zum Schließen der beim Dehydrieren gebildeten Hohlräume verdichtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß hydriertes Titanlegierungspulver mit
einem Wasserstoffgehalt von 1 bis 4% in einen leicht verformbaren Behälter eingebracht, der Behälter
abgedichtet nnd das Ganze auf eine Temperatur von 677 bis 982"'C erwärmt, das Pulver in einem
Autoklav bei einem Druck von 700 bis 2800 bar isostatisch heißgepreßt, der Heißpreßkörper dehydriert
und wieder erwärmt und bei einer Temperatur unterhalb der Beta-Umwandlungstemperatur heiß
verdichtet wird.
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Owner name: COLT INDUSTRIES OPERATING CORP., 15230 PITTSBURGH, |
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