DE2852209C2 - Senkwerkzeug - Google Patents
SenkwerkzeugInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Senkwerkzeug mit mehreren am Umfang angeordneten Umsetzschncn'-platten
viereckiger, insbesondere quadratischer, Gesta.t mit von der vorderen Brustfläche zur Rückenfläche hin
abfallenden Schmalflächen und zwischen letzteren und der Brustfläche im Kantenbereich gebildeten Schneidkanten,
wobei jeweils zwei über Eck aneinandergrenzende Schmalflächen und Hie Rückenfläche beim
Einspannen der Schneidplatte den Sitz sichernde Anlageflächen bilden und wobei die an die Schneidkanten
angrenzenden Schmalflächen als mit Freiwinkel zur Rückenfläche hin abgeschrägte Freiflächen gestaltet ao
sind.
Umsetzschneidplatten genannter Art werden in der Praxis meist als sog. Wendeschneidplatten bezeichnet.
Sie sind eben, bestehen aus Hartmetall, HSS oder anderen Schneidstoffen und werden z. B. mittels
eingesenkter Kegelkopfschrauben am Senkwerkzeug lösbar befestigt. Meist wird das Senkwerkzeug mit zwei
oder auch mehr Umsetzschneidplatten ausgerüstet, die im wesentlichen innerhalb einer Diametralen verlaufen
und z. B, mit einem Spanwinkel von 0" parallel zur
Werkzeugmittelachse und in axialer Richtung ausgerichtet sind. Jeweils eine Längskante der Umsetzschneidplatten
steht dabei geringfügig axial über das stirnseilige Ende des Senkwerkzeuges über und bewirkt
mit ihrer Schneidkante die Zerspanung. Die andere, an letztere über Eck angrenzende und radial außen
verlaufende Längskante steht radial über und überfährt beim Senk- oder Bohrvorgang die bereits hergestellte
Bohrungswandung. Bekannte Senkwerkzeuge sind mit Umsetzschneidplatten ausgerüstet, die an allen drei
oder vier Längskanten mit Schneidkanten versehen sind, so daß also alle vier Schneidkanten durch
Umsetzen genutzt werden können. Jede an die Schneidkante rückseitig angrenzende Schmalfläche ist
als Freifläche gestaltet, die zur Rückenfläche hin unter einem Freiwinkel von z. B. 5" oder 7° abfallend verläuft.
Der Freiwinkel ist standardisiert und für die Freifläche der entsprechend der jeweiligen Einspannung die
Zerspannungsarbeit ausführenden Schneidkante notwendig.
Dies bedingt, daß dann auch die rückseitig der radial außen verlaufenden Längskante jeder Umsetzschneidplatte
befindliche Freifläche diesen Freiwinkel hat, sich somit also in sehr geringem Abstand von der
Wandung der erzeugten Bohrung befindet. Bei Werkzeugmaschinen mit aicht besonders steifer und aufwendiger
Spindellagerung und/oder bei vor allem kleineren, herzustellenden Bohrungen kann dieser geringe Radialabstand
zwischen Bohrungswandung und äußerer Freifläche dazu führen, daß letztere in Berührung mit
der Bohrungswandung gelangt, mit evtl. starker Preßwirkung und Hitzeentwicklung dazwischen, bedingt
durch den starken Reibungskontakt. Daraus können Beschädigungen der Bohrungswandung, unpräzise
Bohrungen und vorzeitiger Verschleiß oder Brüche der Umsetzschneidplatten resultieren. Will man derartiges
vermeiden, müssen Werkzeugmaschinen mit besonders steifer und somit aufwendi£ir Spindellagerung
eingesetzt werden, die eine genaue Zentrierung des Werkzeuges im Bohrloch sicherstellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Senkwerkzeug der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit dem auch unter Einsatz von hinsichtlich der Spindellagerung weniger aufwendigen Werkzeugmaschinen
oder bei großer Werkzeugausladung hochpräzise Aufsenkungen bzw. Bohrungen ohne Gefahr von
Beschädigung der Bohrungswandung und vorschnellem Verschleiß oder gar Brüchen der Schneidplatten
hergestellt werden können.
Die Aufgabe ist bei einem Senkwerkzeug der eingangs genannten Art gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß die Schmalflächen von zwei einander gegenüberliegenden Längskanten schneidkantenfrei
sind und jeweils eine von der Längskante ausgehende und sich über einen Teil der Schmalfläche zur
Rückenfläche hin erstreckende Führungsfläche aufweisen, die im Querschnitt mit zu den Schneidkanten
paralleler Schnittebene gesehen entlang dem Abschnitt eines Kreisbogens verläuft, dessen Radius zumindest im
wesentlichen auf denjenigen der herzustellenden Bohrung abgestimmt ist.
Durch die erfindungsgemäße Gestaltung ist erreicht, daß beim Zerspanen die jeweils radial außen befindliche,
rückseitig an die Längskante anschließende .Schmalfläche mit ihrer fasenartigen Führungsfläche, deren
Krümmung an die Zylinderwandung der herzustellenden Bohrung angepaßt ist, entlang der Zylinderwan-
dung der Bohrung rr" Radiaiabstützung und führung
umläuft. Das Senkwerkzeug wird somil über diese
bogenförmigen, fasenartigen Führungsflächen radial zentriert und geführt. Dadurch können auch auf weniger
aufwendigen Werkzeugmaschinen, deren Spindellagerung nicht besonders hochwertig und steif, und somit
teuer, gestaltet ist, hochpräzise Zerspanung^arbeiten
durchgeführt werden, ohne Gerahr von Beschädigungen der hergestellten Bohrungswandung oder eines vorzeitigen
Verschleißens oder gar Bruches der Umsetzschneidplatten.
Eh is? ~n Aufbohrkopf bekannt (DE-AS 23 20 876),
der mit einer einzigen Umsetzschneidplatte sowie zwei Stützleisten versehen ist und mit Vorzug zum
Tieflochbohren bestimmt ist. Die Umsetzschneidplatte ist als unregelmäßiges Sechseck ausgebildet, dessen
Seiten je einen Teil der Seiten von zwei gedachten gleichseitigen Dreiecken bilden, die um einen spitzen
Winkel gedreht übereinander gelegt sind. Dabei bilden die Teile der Seiten des einen Dreiecks Hauptschneiden
der Umsetzschneidplatte, während die Teile der Seiten des anderen Dreiecks Nebenschneiden der Umsetzschneidplatte
bilden. Die Umsetzschneidpiatte hat aiso in Form der drei Hauptschneiden und drei Nebenschneiden
insgesamt sechs Schneiden, von denen jo nach Einspannung eine Hauptschneide und eine über Eck
daran angrenzende Nebenschneide wirksam sind. Die Freiflächen der Hauptschneiden sind eben. Die Freiflächen
der Nebenschneiden sind als Rundschliffasen ausgebildet. Ein derartiger Aufbohrkopf ermöglicht
keine Senkbearbeitung und bewirkt auch keine Selbstzentrierung des Werkzeuges selbst allein durch
Schneidplatten. Zur Führung sollen die zwei gegenüber der Schneidplatte axial zurückversetzten Stützleisten
und eine in Grenzen achsparallele Nebenschneide mit Rundschliffase dienen. Beim Bearbeitungsvorgang sind
zunächst nur die Hauptschneide und Nebenschneide in Eingriff, während die Stützleisten noch keine Abstützung
in der Bohrung erfahren. Es fehlt daher in diesem Stadium eine Zentrierung durch die Stützflächen, wobei
eine Führung und Zentrierung allein durch eine ausmittig liegende Nebenschneide nur unzureichend ist
Der Einsatz eines derartigen Aufbohrkopfes macht aufwendige Werkzeugmaschinen mit hochwertiger,
steifer Spindellagerung nötig. Auch ist ein derartiger Aufbohrkopf hinsichtlich der Stützleisten und des
Halters mit Schneidplatten in seiner Einstellung auf eine Bohrung mit bestimmtem Durchmesser abgestimmt.
Auch ein anderer bekannter Bohrkopf (DE-AS 12 38 743), der zum Tieflochbohren bestimmt ist, ist
gleichermaßen mit zwei Führungsleisten und einer Schneidplatte versehen. Letztere ist am axial vorstehenden
Stirnende mit einer ausmittig sitzenden, vorstehenden Spitze versehen, die heim Tieflochbohren für die
Zentrierung nötig ist Auch ein derartiger Bohrkopf eignet sich nur zur Senkbearbeitung.
Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, daß sich an die bogenförmige Führungsfläche der Schmalfläche
d.er beiden Schneidkanten freien Längskanten jeweils eine zur Rückenfläche hin mit gleichem Freiwinkel wie
die Freiflächen abgeschrägte Teilfläche anschließt, die beim Einspannen der Umsetzschneidpiatte jeweils eine
Anlagefläche bildet. Hierdurch ist erreicht, daß die Umsetzschneidpiatte nach wie vor beim Einspannen mit
ihrer Teüf'äche Anlage und Abstützung an den werkzeugseitig vorgesehenen, dem Freiwinkel entsprechend
geschrägten Aufnahmen erfährt und somit eine zuverlässige und feste Einspannung garantiert ist, ohne
dazu werkaeüßseitig Hie Aufnahmen ändern zu müsse.;.
Dadurch ist auch die nachträgliche Ausrüstung vorhandener
Senkwerkzeuge, ·/. H, Scforidkupie, mit ierartigen
Umsetzsehr.eidplatten proiiitTiihü :;sö*jkh.
j Frije weitere vorteilhafte Ausführungsform besieht
darin, dall der sich an die bogenförmige Führungsfläche, isr.5b( sondere die abgeschrägte Teilfläche, der Sehmaifläche
der beiden schneidkantenfreien LängsKamen anschließende Flächenbereich mit gegenüber dem
ίο Freiwinkel größerer Schräge zur Rückenfläche hin überleitet Durch diesen Flächenbereich mit gegenüber
dem Freiwinkei größerer S-jhrege ist erreicht, ds3 bei
kleinen, herzustellenden Bohrungen jeglicher Berührungskontakt der radial äußeren Schmalflächen rückseitig
der bogenförmigen Führungsfläche, vor allem auch dort, wo die Schmalfläche an die Rückenfläche der
Umsetzschneidpiatte angrenzt, mit der Bohrungswandung ausgeschlossen ist Auch Bohrungen kleinen
Durchmessers sind daher ohne eingangs aufgezeigte Schwierigkeiten herstellbar.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsber >els näher erläutert
Es zeigi
F i g. 1 eine stirnseitige Ansicht auf das untere Ende eines Senkwerkzeuges mit gestrichelt angedeuteter
Bohrlochwandung,
Fig.2 eine vergrößerte Ansicht einer Umsetzschneidpiatte
in Richtung des Pfeües Il des Senkwerkzeuges in Fig. 1,
F i g. 3 einen Schnitt entlang der Linie IH-HI in F i g. 2 mit gestrichelt angedeutetem Teil des Seakwerkzeuges,
F i g. 4 einen Ausschnitt IV eines Teiles der Umsetzschneidpiatte in Fig.3, in demgegenüber größerem
Maßstab,
F i g. 5 einen Schnitt der Umsetzschneidpiatte entlang der Linie V-V in F i g. 2.
In Fig. 1 ist ein Senkwerkzeug 10 gezeigt, das einen Schaft 11 und einen Schneidkopf 12 am stirnseitigen
Ende aufweist. Der Schneidkopf 12 trägt zwei ebene ••ο Umsetzschneidplatten 13 und 14 z.B. aus Hartmetall,
die jeweils in zugeordneten Aufnahmen 15 bzw. 16 eingespannt und mittels nicht weiter gezeigter, eingesenkiir
Kegelkopfschrauben lösbar befestigt sind. Die Umsetzschneidpiatte 13 und 14 verlaufen im wesentli-4S
chen entlang einer Diametralen, d. h. mit Umfangswinkel von 180° voneinander. Sie sind mit einem
Spanwinkel von 0° parallel zur Mittelachse 17 und in axialer Richtung ausgerichtet Mittels der Umsetzschneidplatten
13 und 14 ist beim gezeigten Ausr'ührungsbeispiel eine nicht sichtbare, zuvor mit kleinerem
Durchmesser erstellte Bohrung auf die Bohrung 18 · (gestrichelt) mit entsprechend der Geometrie des
Werkzeuges 10 größerem Bohrlochdurchmesser aufbohrbar. Die Arbeitsrichtung verläuft gemäß F i g. 1 und
dortige'Vi Pfeil 19 im Gegenuhrzeigersinn.
Die besondere Gestaltung der Umsetzschneidplatten 13 und 14 ist nachfolgend der besseren Übersicht wegen
anhand von Fig.2—5 am Beispiel der Umsetzschneidpiatte
13 erläutert.
Die Umsetzschrreidpkue 13 besitzt viereckige, und
zwar quadratische Gestai'. Sie hat eine im wesentlichen ebene, vordere Brustfläche 20 und rückseitige Rückenfläche
21. Wie insbesondere F i g. 3 und 5 zeigen, besitzt die Umsetzscnneidpiatte 13 zwii -hen der Brustfläche 20
und Rückenfläche V an a;ien vier Seiten jeweils
Schnr'ilächen 2»—2a. die von der Brustflächc ?0 zur
Rückenfläche 2' hin abfallen. Jeweils zwei über hck
aneinandergrnnzende Schmalflächen, hier die Schmai·
flächen 23 und 25, und ferner die Rückenfläche 21 bilden beim Einspannen (Fig. 1) der Umsetzschneidplatte 13
den Sitz in der Aufnahme 15 sichernde Anlageflächen. Die Umsetzschneidplatte 13 liegt dabei mit ihrer
Rückenfläche 21 satt an einer zugeordneten Fläche der ί Aufnahme 15 an. Ferner steht die Umsetzschneidfläche
13 mit ihrer in F i g. 3 rechten Schmalfläche 25 in fester Anlageberührung mit einer Seitenfläche 26 der Aufnahme
15. Nicht sichtbar ist in Fig. !,daß ferner in gleicher
Weise, wie zuvor beschrieben, die Umsetzschneidplatte n> 13 auch mit ihrer in Fig.5 unteren Schmalfläche 23 in
fester Anlageberührung mit einer zugeordneten, in Fig. I nicht sichtbaren Seitenfläche der Aufnahme 15
steht.
Im Kantenbereich an allen vier Rändern zwischen der ι >
Brustfläche 20 und den vier Schmalflächen 22—25 sind jeweils vier Längskanten 27—30 gebildet, von denen die
jeweils einander gegenüberliegenden parallel zueinander verlaufen. In die Brustfläche 20 ist im Bereich jeder
Längskante 27—30 eine dazu im wesentlichen parallele, -11
ausgetiefte Spannut 31 —34 eingearbeitet.
Die Anordnung ist nun so getroffen, daß lediglich die
in Fig.2 und 5 obere Längskante 27 und die dieser gegenüberliegende, untere Längskante 28 als Schneidkante
ausgebildet und wirksam ist. Die Längskanten 27 und 28 sind daher nachfolgend als Schneidkanten
bezeichnet. Die an die Schneidkanten 27, 28 angrenzenden Schmalflächen 22 bzw. 23 sind als zur Rückenfläche
21 hin abgeschrägte Freiflächen gestaltet, die einem Freiwinkel von z. B. 7° besitzen. Demgemäß sind die jo
Schmalflächen 22 und 23 nachfolgend als Freiflächen bezeichnet. Beim in F i g.! gezeigten Werkzeug 10 wird
die Zerspanungsarbeit hinsichtlich der Umsetzschneidplatte 13 daher von der Schneidkante 27 geleistet, die in
Richtung der Mittelachse 17 über das stirnseitige Ende des Schneidkopfes 12 zumindest geringfügig übersteht,
was für die gesamte, rückseitig daran angrenzende Freifläche 22 gilt. Soll die gegenüberliegende Schneidkante
28 zur Zerspanungsarbeit herangezogen werden, wird die Umsetzschneidplatte 13, nach Lösen der *o
Befestigung, um !80" gedreht und wieder in der Aufnahme 15 fixiert. Dann erfolgt die Zerspanung durch
die andere, nun stirnseitig überstehende Schneidkante 28 mit rückseitiger Freifläche 23.
Die beiden übrigen Längskanten 29 und 30 haben hingegen nicht die Funktion von Schneidkanten. Die
sich rückseitig an diese Längskanten 29, 30 anschließenden Schmalflächen 24 bzw. 25 weisen jeweils eine
Führungsfläche 35 bzw. 36 auf. Jede Führungsfläche 35, geht von der zugeordneten Längskante 29 bzw. 30
aus und erstreckt sich über einen Teil der Schmalfläche bzw. 25 in Richtung zur Rückenfläche 21 hin. Das
Erstreckungsmaß in dieser Richtung ist in F i g. 3 mit a
angedeutet. Wichtig ist, daß jede Führungsfläche 35,36
im Querschnitt mit zu den Schneidkanten 27, 28 paralleler Schnittebene, also in F i g. 3 gesehen, entlang
dem Abschnitt eines Kreisbogens verläuft Der Kreisbogenabschnitt der Führungsfläche 35 ist in F i g. 3 gleich
demjenigen der Bohrung 18. Der Radius des Kreisbogenabschnittes der Führungsfläche 35 ist mit r\ M
eingezeichnet Der Radius der in Fig.3 rechten, kreisbogenförmigen Führungsfläche 36 ist genauso groß
gewählt und in F i g. 3 mit r2 eingezeichnet Die Radien r\
bzw. Γ2 sind generell zumindest im wesentlichen auf den
Radius der herzustellenden Bohrung abgestimmt also <" beim gezeigten Ausführungsbeispiei gemäß Fig.3
entsprechend dem Radius der Bohrung 18 gewählt Es versteht sich jedoch, daß mittels der beschriebenen
Umsetzschneidplatte 13 auch Bohrungen z. B. aufgebohrt werden können, die einen kleineren oder auch in
Grenzen größeren Radius besitzen, als die bogenförmigen Führungsflächen 35,36.
An die bogenförmigen Führungsflächen 35 und 36 der Schmalfläche 24 bzw. 25 schließt sich jeweils eine zur
Rückenfläche 21 hin mit gleichem Freiwinkel, wie die Freiflächen 22, 23 also mit 7° Freiwinkel, abgeschrägte
Teilfläche 37 bzw. 38 an. Das Erstreckungsmaß jeder Teilfläche 37 bzw. 38 ist in Fig.3 jeweils mit b
angedeutet. Ersichtlich ist, daß jede Teilfläche 37, 38 nicht mit Freiwinkel von 7" bis hin zur Rückenfläche 21
verläuft. Vielmehr schließt sich an jede Teilfläche 37, 38 ein weiterer Flächenbereich 39 bzw. 40 an, der zur
Rückenfläche 21 hin überleitet. Von besonderer Bedeutung ist, daß jeder Flächenbereich 39, 40 zur
Rückenfläche 21 hin mit beachtlich größerer Schräge abfällt, als dem Freiwinkel von 7^ z. B. der Teilflächen 37
bzw. 38. Der Erstreckungsbereich der Flächenbereichc 39,40 ist in Fi g. 3 mit cangedeutet.
Beim gezeigten Einspannzustand der Umsetzschneidplatte 13 steht von deren in F i g. 3 rechter Schmalfläche
25 zumindest die Teilfläche 38 mit Freiwinkel von 7" in fester Anlageberührung mit der entsprechend geschrägten
Seitenfläche 26 der zugeordneten Aufnahme 15. Betrachtet man in Fig.3 und 4 die beim Bohrvorgang
radial außen liegende, linke Schmalfläche 24 der Umset/sohneidplatte 13, so ist sofort erkennbar, daß
letztere mit ihrer bogenförmigen Führungsfläche 35 entlang der Wandung der Bohrung 18 mit Radialabstützung
und -führung umläuft. Da die andere Umsetzschneidplaite 14 in völlig gleicher Weise gestaltet ist,
sind die Verhältnisse auf der in Fig. I rechten Seite ebenso. Das Werkzeug 10 wird somit innerhalb der
Bohrung !8 radial einwandfrei zentriert und geführt. Dadurch können aucS« ϊ·ν.ΐ weniger aufwendigen
Werkzeugmaschinen, deren Spindellagerung nicht besonders steif und aufwendig gestaltet ist, qualitativ
hochwertige Bohrungen 18 mit hoher Oberflächengüte hergestellt werden, ohne die Gefahr einer Beschädigung
der hergestellten Bohrungswandung oder eines vorzeitigen Verschleißes oder gar Bruches der Umsetzschneidplatte
13 und 14.
Durch die bei der Umsetzschneidplatte 13 auf beiden Schmalseiten 24 «~d 25 vorgesehenen Teilflächen 37
bzw. 38 mit Freiwinke! von z. B. 7° ist erreicht, da£ jede
Umsetzschneidplatte nach wie vor beim Einspannen mit ihrer Teilfläche, z. B. der Teilfläche 38 der Umsetzschneidplatte
13, feste Anlage und Abstuuur.g an den
werkzeugseitig vorgesehenen, dem Freiwinkel entsprechend geschrägten Aufnahmen, z. B. der Seitenfläche 26
der Aufnahme 15, erfährt und somit eine zuverlässige, feste Einspannung garantiert ist, ohne dazu werkzeugseitig
die Aufnahmen nun besonders anpassen oder ändern zu müssen. Dies macht es möglich, vorhandene
Schneidköpfe auch nachträglich mit beschriebenen Umsetzschneidplatten 13,14 auszurüstea
Durch den stark abgeschrägten Flächenbereich 39,40 ist erreicht daß selbst bei kleinen herzustellenden
Bohrungen 18 jeglicher Berührungskontakt der radial äußeren Schmalflächen 24 bzw. 25, vor allem auch dort
wo der Übergang in die Rückenfläche 2:1 erfolgt mit der Wandung der Bohrung 18 ausgeschlossen ist Somit sind
Bohrungen auch sehr kleiner Durchmesser herstellbar, ohne daß die eingangs beschriebenen Schwierigkeiten
bestehen.
Wird die Umsetzschneidplatte 13, wie eingangs erläutert so umgesetzt daß statt der in F i g. 2 oberen
Schneidkante 27 nun die dortige, untere Schneidkante 28 die Zerspanungsarbeit leistet, so befinde! sich dann
die in Fig. 3 rechte, bogenförmige Führungsfläche 36
radial außen. Dann erfolgt die radiale Führung und Zentrierung in der Bohrung 18 durch die nun außen
liegende, bogenförmige Fiihrungsfläche 36. Die abgeschrägte Teilfläche 37 ist dann fest an die Seitenfläche
26 der Aufnahme 15 angepreßt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Senkwerkzeug mit mehreren am Umfang angeordneten Umsetzschneidplatten viereckiger,
insbesondere quadratischer. Gestalt mit von der vorderen Brustfläche zur Rückenfläche hin abfallenden
Schmalflächen und zwischen letzteren und der Brustfläche im Kantenbereich gebildeten Schneidkanten,
wobei jeweils zwei über Eck aneinandergrenzende Schmalflächen und die Rückenfläche
beim Einspannen der Schneidplatte den Sitz sichernde Anlageflächen bilden und wobei die an die
Schneidkanten angrenzenden Schmalflächen als mit
Freiwinkel zur Rückenfläche hin abgeschrägte Freiflächen gestaltet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmalflächen (24, 25) von zwei einander gegenüberliegenden Längskanten (29
bzw. 30) schneidkantenfrei sind und jeweils eine von der Längskante (29, 30) ausgehende und sich über
einen Teil der Schmalfläche (24 bzw. 25) zur Rüekenfiäehe (25) hin ersircckcr.de Führangsflächc
(35 bzw. 36) aufweisen, die im Querschnitt mit zu den Schneidkanten (27, 28) paralleler Schnittebene
(Fig.3) gesehen entlang dem Abschnitt eines Kreisbogens (18) verläuft, dessen Radius (n bzw. r2)
zumindest im wesentlichen auf denjenigen der herzustellenden Bohrung (18) abgestimmt ist.
2. Senkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich an die bogenförmige
Führungsfläche (35, 36) der Schmalfläche (24 bzw. 25) der beiden schneidkantenfreien Längskanten (29
bzw. 30) jeweils eine zur Rückenfläche (21) hin mit gleichem Freiwinkel wie die Freiflächen (22, 23)
abgeschrägte Teiifläche (37,38) anschließt, die beim
Einspannen der UmsetzschneiJplatte (13) jeweils eine Anlagefläche bildet
3. Senkwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der sich an die bogenförmige
Führungsfläche (35, 36), insbesondere die abgeschrägte Teilfläche (37, 38), der Schmalfläche (24 -to
bzw. 25) der beiden schneidkantenfreien Längskanten (29 bzw. 30) anschließende Flächenbereich (39
bzw. 40) mit gegenüber dem Freiwinkel größerer Schräge zur Rückenfläche (21) hin überleitet.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OAP | Request for examination filed | ||
| OD | Request for examination | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| 8320 | Willingness to grant licences declared (paragraph 23) |