DE2850560B1 - Haspel mit austauschbarer Wickeltrommel - Google Patents
Haspel mit austauschbarer WickeltrommelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Haspel zum Auf- und/oder Abwickeln von Bändern, bestehend aus einer
im Maschinengestell drehbar gelagerten Welle mit einem am freien Wellenstumpf angeordneten Anschlußflansch
und aus einer insbesondere spreizbaren Wickeltrommel mit einem entsprechenden Anschlußflansch,
der mittels einer einen Spannring aufweisenden Klauen-, insbesondere Bajonett-Verriegelung am Anschlußflansch
des Wellenstumpfes form- und kraftschlüssig befestigbar ist.
Bei Haspeln dieser Art ist die lösbare Verbindung zwischen den Anschlußflanschen durch das an der meist
frei vorstehenden Wickeltrommel wirkende Bundgewicht und/oder den Bandzug stark belastet. Um unter
Berücksichtigung dieser Verhältnisse eine sichere
ίο Verbindung zu schaffen, weist bei der bekannten Haspel
der eingangs genannten Art (DE-OS 14 99 101) der Spannring der Bajonettverriegelung keilförmige Nokken
auf, die entsprechende Nocken am Anschlußflansch der Wickeltrommel hintergreifen. Durch Verdrehen des
Spannringes werden die keilförmigen Nocken zur gegenseitigen Anlage gebracht, so daß auf diese Weise
die Anschlußflansche gegeneinander gedrückt werden. Damit sich diese Verspannung der Anschlußflansche im
Betrieb nicht löst, ist eine Sicherung in Form einer Schraubverbindung vorgesehen.
Nachteilig ist bei diesem bekannten Haspel, daß die notwendige Spannkraft zwischen den Anschlußflanschen
nur mit einem großen, am Spannring angreifenden Hebelarm oder mit einem schweren Hammer
aufzubringen ist. Entsprechend schwer ist es, die Bajonettverriegelung zu lösen. Neben diesem Aufwand
ist es noch erforderlich, die Bajonettverriegelung durch die Schraubverbindung gegen unbeabsichtigtes Lösen
zu sichern. Endlich erfordert die Herstellung der keilförmigen Nocken wegen der über den Umfang der
Anschlußflansche gleichmäßigen Spannkraft einen hohen Fertigungsaufwand.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Haspel der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem
sich mittels der Bajonettverriegelung die Anschlußflansche schnell mit der notwendigen Spannkraft verbinden
lassen und sich danach wieder leicht lösen lassen. Darüber hinaus soll der für die Bajonettverriegelung
erforderliche Fertigungsaufwand der Haspel vergleichsweise gering sein.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen dem Spannring und dem Anschlußflansch des Wellenstumpfes
eine Zylinderkolbenanordnung vorgesehen ist, die bei Druckbeaufschlagung die beiden Anschlußflansehe
gegeneinander drückt.
Bei dem erfindungsgemäßen Haspel wird allein durch Druckbeaufschlagung bzw. Druckentlastung der Zylinderkolbenanordnung
die für eine sichere Verbindung der beiden Anschlußflansche notwendige Spannkraft
erzeugt bzw. die Bajonettverriegelung so weit gelöst, daß die Wickeltrommel mit ihrem Anschlußflansch sich
leicht aus der Bajonettverriegelung abbauen läßt. Wegen des Wegfalls mehrerer keilförmiger Nocken ist
der Fertigungsaufwand gering. Die Zylinderkolbenan-Ordnung sorgt dafür, daß die notwendige Spannkraft
gleichmäßig über den Umfang auch bei geringfügigen Fertigungstoleranzen aufgebracht wird.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Zylinderraum in dem Spannring ausgebildet und der
Kolben wirkt auf die Rückseite des Anschlußflansches des Wellenstumpfes ein, aber auch die umgekehrte
Anordnung ist möglich.
Der Zylinderraum ist vorzugsweise ein Ringraum und der Kolben ein Ringkolben. Die Zylinderkolbenanordnung
kann aber auch aus mehreren, verteilt angeordneten Zylinderkolbeneinheiten bestehen.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn für die Druckmittelzufuhr der Zylinderraum über einen durch die Welle
ORIGINAL INSPECTED
geführten Kanal mit der Druckmittelquelle verbunden ist. Der Zylinderraum, insbesondere dessen Zufuhrkanal,
kann mit einem gegenüber der Druckmittelquelle wirkenden Rückschlagventil versehen sein und dem
Zylinderraum kann ein Druckentlastungsventil zugeordnet sein. In diesem Fall bleibt der im Zylinderraum
herrschende Druck, und damit auch die Spannkraft zwischen den Anschlußflanschen, auch nach Abklemmen
der Druckmittelquelle solange aufrecht erhalten, bis das Druckentlastungsventil betätigt wird. to
Die Druckmittelzufuhr läßt sich besonders einfach dann verwirklichen, wenn die Wickeltrommel mittels
eines axial bewegbaren Keilflächen aufweisenden Schiebestücks spreizbar ist, das über einen durch die
hohl ausgebildete Welle geführten Stößel betätigbar ist. In diesem Fall kann der Zufuhrkanal von einem von dem
Stößel und dem Innenmantel der hohlen Welle begrenzten Ringraum und von radialen Verbindungskanälen
in der hohlen Welle und im Spannring sowie von radialen und axialen Verbindungskanälen im Stößel
gebildet werden. Der derart gestaltete Zufuhrkanal erfordert somit keinen erheblichen zusätzlichen Aufwand.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist der Stößel an seinem flanschabgewandten Ende
einen Kolben einer von der hohlen Welle getragenen Zylinderkolbeneinheit auf, deren Zylinderraum über den
Zufuhrkanal mit dem Zylinderraum der Zylinderkolbenanordnung zwischen dem Spannring und dem Anschlußflansch
des Wellenstumpfes verbunden ist. Bei dieser Ausgestaltung wird durch Zuführung von Druckmittel
sowohl die Zylinderkolbenanordnung an der Bajonettverriegelung unter Druck gesetzt und damit die
Anschlußflansche miteinander verspannt, als auch der für die Spreizung der Wickeltrommel vorgesehene
Zylinderraum des Stößels unter Druck gesetzt. Sofern der Zufuhrkanal zum Zylinderraum der Bajonettverriegelung
mit einem Rückschlagventil versehen ist, kann der Zylinderraum des Stößels druckentlastet werden,
ohne daß damit auch ein Lösen der Anschlußflansche verbunden ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher
erläutert. Im einzelnen zeigt
F i g. 1 einen Haspel im Axialschnitt,
F i g. 2 den Haspel gemäß F i g. 1 im Querschnitt nach Linie I-I und
Fig.3 einen vergrößerten Ausschnitt des Haspels gemäß F i g. 1 im Axialschnitt im Bereich der Bajonettverriegelung.
In einem Maschinengestell 1, 2 ist mittels Lager 3, 4 eine hohl ausgeführte Welle 5 drehbar gelagert. Auf der
Welle 5 sitzt drehfest ein Stirnrad 5a, über das die Welle 5 angetrieben werden kann. Am freien Wellenstumpf
trägt die Welle 5 einen Anschlußflansch 6, an dem ein entsprechender Anschlußflansch 7 einer spreizbaren
Wiciceltrommel 8 unter axialer Vorspannung anliegt. Die beiden Anschlußflansche 6 und 7 sind durch eine
stirnseitig radial verlaufende Feder-Nut-Verbindung miteinander formschlüssig verbunden. Die axiale Spannkraft
wird von einem Spannring 9 aufgebracht.
Die Wickeltrommel 8 besteht aus einer Hülse 10, die einstückig mit dem Anschlußflansch 7 ausgeführt ist. Auf
dieser Hülse 10 sitzen in axialer Richtung bewegliche Schiebestücke 11 mit Keilflächen 12. Auf diesen
Keilflächen 12 stützen sich den Wickeltrommelmantel bildende Segmente 13 mit entsprechenden Keilflächen
14 ab. Die Schiebestücke 11 sind an einem Oberhaupt 15
befestigt, das seinerseits mittels eines Ansatzes 16 in einer in der Hülse 10 eingesetzten Führungsbüchse 17
geführt ist. An dem Ansatz 16 ist ein Bolzen 18 befestigt, der mit einem aufgesteckten Gleitring 19 in der Hülse 10
geführt ist. Der Bolzen 18 ist von einer Feder 20 beaufschlagt, die an der eingesetzten Führungsbüchse
17 abgestützt ist Über einen in der hohlen Welle 5 geführten Stößel 21 kann der Bolzen 18, und damit auch
die Schiebestücke 11, gegen die Kraft der Feder 20 axial
verschoben werden, wodurch die von nicht dargestellten, in radialer Richtung wirkenden Federn zusammengehaltenen
Segmente 13 der Wickeltrommel 8 wegen des Zusammenwirkens der Keilflächen 12, 14 radial
gespreizt werden.
Die hohle Welle 5 trägt auf dem der Wickeltrommel 8 zugekehrten Ende ein Zentrierstück 22 für die Hülse 10.
In dem Zentrierstück 22 sitzt eine Führungsbüchse 23 für den Stößel 21. Am anderen Ende ist der Stößel 21 in
einer entsprechenden Führungsbüchse 24 geführt. Die hohle Welle 5 trägt an diesem Ende eine Zylinderkolbeneinheit
25, deren Zylinderraum 26 über einen Drehanschluß 27 mit Druckmittel versorgt werden
kann. In dem Zylinderraum 26 der Zylinderkolbeneinheit 25 befindet sich ein auf dem Stößel 21 sitzender
Kolben 28.
Der Anschlußflansch 7 der Wickeltrommel 8 ist mit sternförmig angeordneten Vorsprüngen 32 ausgebildet.
Ein radial nach innen gerichteter Kragen 30 des Spannringes 9 weist entsprechende Ausnehmungen 31
zum Durchtritt der Vorsprünge 32 des sternförmigen Anschlußflansches 7 auf, so daß Spannring 9 und
Anschlußflansch 7 nach Art einer Bajonettverriegelung miteinander verbunden werden können, wie Fig.2
zeigt.
Auf der dem Kragen 30 gegenüberliegenden Seite weist der Spannring 9 einen ebenfalls nach innen
gerichteten eingeschraubten Kragen 33 auf, der in seiner dem Anschlußflansch 6 des Wellenstumpfes
zugekehrten Stirnseite eine als Zylinderraum 34 dienende ringförmige Ausdrehung mit einem darin
angeordneten ringförmigen Kolben 35 aufweist. Von einer zwischen einem auf der hohlen Welle 5 axial
festgelegten Anschlag 29 und dem Kragen 33 angeordneten Feder 37 wird der Kragen 33 bzw. der
Kolben 35 in Anlage an dem Anschlußflansch 6 des Wellenstumpfes gehalten. Der Zylinderraum 34 ist über
einen radialen Kanal 38 im Kragen 33 und einem radialen Kanal 39 in der hohlen Welle 5 und über einen
Ringraum 41 zwischen der hohlen Welle 5 und dem Stößel 21 sowie über radiale und axiale Kanäle im
Stößel 21 mit dem Zylinderraum 34 der Zylinderkolbeneinheit 25 verbunden. Ein Rückschlagventil 42 im Stößel
21 verhindert, daß in den Zylinderraum 34 im Kragen 33 eingeleitetes Druckmittel zurück in den Zylinderraum
26 der Zylinderkolbeneinheit 25 strömen kann. Zur Druckentlastung im Zylinderraum 34 ist ein Druckentlastungsventil
43 am Kragen 33 angeordnet. Der Ringraum 41 ist endseitig mittels Dichtungen 44, 45
abgedichtet. Damit das Druckmittel über den radialen Kanal 39 in der hohlen Welle 5 in den radialen Kanal 38
im Kragen 33 auch bei der notwendigen axialen Versetzung des Spannrings 9 eingeleitet werden kann,
ist der Eingang des Kanals 38 in axialer Richtung erweitert.
Der Austausch einer Wickeltrommel 8 erfolgt auf folgende Weise:
Nachdem der Zylinderraum 26 der Zylinderkolbenanordnung 25 vom anstehenden Druck entlastet worden
ist, hält das Rückschlagventil 42 den Druck im Zylinderraiini 34 und damit' auch die Verspannung der
beiden Anschlußflansche 6, 7 mittels des Spannringes 9
noch aufrecht. Sobald das Druckentlastungsventil 43 betätigt worden jst, löst sich die Verspannung, wobei die
Feder 37 den Spannring 9 in Richtung der Anschlußflansche
6,7 verschiebt. Bei gelöstem Spannring 9 kann jetzt
durch geringfügiges Verdrehen die Wickeltrommel 8 in eine Position gebracht werden, in der sie mit ihren
Vorsprüngen 32 durch die Ausnehmungen 31 im Kragen 30 des Spannrings 9 axial herausgezogen werden kann.
Beim Einsetzen einer neuen Wickeltrommel 8 wird
umgekehrt verfahren. Dabei sorgt das Zentrierstück 22 für eine Zentrierung der beiden Anschlußflansche 6, 7.
Durch anschließendes Verdrehen bis in die in Fig.2 gezeigte Position wird die Wickeltrommel 8 in eine
Lage gebracht, in der der Spannring 9 betätigt werden kann. Bei Druckmittelzuführung in den Zylinderraum 26
und von dort in den Zylinderraum 34 im Kragen 33 zieht der Spannring 9 den Anschlußflansch 7 der Wickeltrommel
8 gegen den Anschlußflansch 6 des Wellenstumpfes. Nach Druckmittelzuführung zum Zylinderraum 26 kann
dieser wieder druckentlastet werden. Das Rückschlagventil 42 hält den Druck im Zylinderraum 34 im Kragen
33 aufrecht. Die Druckentlastung im Zylinderraum 26 läßt die Segmente 13 wieder ihre ursprüngliche
Ruhelage einnehmen, in der ein Bund auf die
ίο Wickeltrommel 8 aufgeschoben werden kann. Der
Bundwechsel kann also bei der Haspel unter Aufrechterhaltung der Verspannung zwischen den Anschlußflanschen
6,7 durchgeführt werden.
Gerinfügige Toleranzabweichungen in der axialen Stärke der beiden Anschlußflansche 6, 7 können durch Verdrehen des eingeschraubten Kragens 33 im Spannring 9 ausgeglichen werden.
Gerinfügige Toleranzabweichungen in der axialen Stärke der beiden Anschlußflansche 6, 7 können durch Verdrehen des eingeschraubten Kragens 33 im Spannring 9 ausgeglichen werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Haspel zum Auf- und/oder Abwickeln von Bändern, bestehend aus einer im Maschinengestell
drehbar gelagerten Welle mit einem am freien Wellenstumpf angeordneten Anschlußflansch und
aus einer insbesondere spreizbaren Wickeltrommel mit einem entsprechenden Anschlußflansch, der
mittels einer einen Spannring aufweisenden Klauen-, insbesondere Bajonett-Verriegelung am Anschlußflansch
des Wellenstumpfes form- und kraftschlüssig befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Spannring (9) und dem Anschlußflansch (6) des Wellenstumpfes eine Zylinderkolbenanordnung
(34, 35) vorgesehen ist, die bei Druckbeaufschlagung die beiden Anschlußflansche
(6,7) gegeneinander drückt.
2. Haspel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinderraum (34) in dem Spannring (9)
ausgebildet ist und der Kolben (35) auf die Rückseite des Anschlußflansches (6) des Wellenstumpfes
einwirkt.
3. Haspel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinderraum (34) ein
Ringraum ist.
4. Haspel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die Druckmittelzufuhr
der Zylinderraum (34) über einen durch die Welle (5) geführten Kanal (39, 40, 41) mit der
Druckmittelquelle verbunden ist.
5. Haspel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinderraum (34),
insbesondere dessen Zuführkanal (38,39,40,41) mit
einem gegenüber der Druckmittelquelle wirkenden Rückschlagventil (42) versehen ist und daß dem
Zylinderraum (34) ein Druckentlastungsventil (43) zugeordnet ist.
6. Haspel nach Anspruch 4 oder 5, bei der die Wickeltrommel mittels eines axial bewegbaren,
Keilflächen aufweisenden Schiebestückes spreizbar ist, das über einen durch die hohl ausgebildete Welle
geführten Stößel betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zufuhrkanal (38, 39, 40, 41) von
einem vom Stößel (21) und dem Innenmantel der hohlen Welle (5) begrenzten Ringraum (41) und
radialen Verbindungskanälen (38, 39) in der hohlen Welle (5) und im Spannring (9) sowie von radialen
und axialen Verbindungskanälen (40) im Stößel (21) gebildet ist.
7. Haspel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel (21) an seinem flansch abgewandten
Ende einen Kolben (28) einer von der hohlen Welle (5) getragenen Zylinderkolbeneinheit (25)
aufweist, deren Zylinderraum (26) über den Zufuhrkanal (38,39,40,41) mit dem Zylinderraum (34) der
Zylinderkolbenanordnung (34, 35) zwischen dem Anschlußflansch (6) des Wellenstumpfes und dem
Spannring (9) verbunden ist.
Priority Applications (6)
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ID=6055291
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