DE2840398A1 - Schiebeverschlussanordnung fuer den abstich an metallschmelze enthaltenden behaeltnissen - Google Patents
Schiebeverschlussanordnung fuer den abstich an metallschmelze enthaltenden behaeltnissenInfo
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Description
Didier-Werke AG
Lessingstr. 16-18
Lessingstr. 16-18
6200 Wiesbaden
"Schiebeverschlußanordnung für den Abstich an Metallschmelze enthaltenden Behältnissen"
Die Erfindung betrifft eine Schiebeverschlußanordnung nach dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1. Eine derartige
Schiebeverschlußanordnung ist beispielsweise- aus der DE-PS
25 23 928 bekannt. Bei dieser verläuft der Gießstrahl
nicht vertikal, sondern in der Hauptrichtung horizontal.
Weil außerdem die Verschleißteile des Schiebeverschlusses mit der Schlacke in Berührung kommen, sind diese einem
unsymmetrischen und besonders hohen Verschleiß ausgesetzt.
Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Verschleißteile
wie Einlaufhülse, Bodenplatte, Schieberplatte und Auslaufhülse
wegen der erforderlichen relativ großen Durchlaufquerschnitte
von z.B. 170 mm selbst entsprechend groß dimensioniert und daher vorzugsweise aus an sich bekanntem feuerfesten
Feuerbeton (vergl. DE-OS 26 24 299) gegossen sind. In
solchen Fällen treten beispielsweise besonders am Übergang von dem letzten auslaufseitigen Kanalstein zur Einlaufhülse
Kanten auf, die auf ungleichmäßige Abnutzungen von bis
zu 5 mm pro Charge zurückgehen. Diese Kantenbildung führt ihrerseits zu unerwünschten Turbulenzen des Gießstrahles.
Man hat versucht, diesen Verschleiß dadurch auszugleichen, daß man eine Einlaufhülse mit geänderter Geometrie, z.
B. außermittig angeordneter Bohrung, verwendete oder den Schiebeverschluß in der Höhe verstellbar anordnete. Beides
sind jedoch außerordentlich aufwonige Maßnahmen mit geringem Erfolg.
0 3 0 0 U / 0 0 7 4
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Schaffung einer Schiebeverschlußanordnung der gattungsgemäßen Art,
bei welcher ein übermäßiger und ungleichmäßiger Verschleiß im Bereich der Verschleißteile des Schiebeverschlusses
und insbesondere im Bereich der Einlaufhülse am Übergang von den Kanalsteinen auf einfache Weise vermieden ist.
Diese Aufgabe wird mit den Maßnahmen des kennzeichnenden
Teiles des Anspruchs 1 gelöst. Das in die Bohrung der Einlaufhülse eingesetzte Rohr beisteht aus hochwertigem
und damit sehr verschleißbeständigem Material. Da das Rohr im Vergleich zu dem Gesamtvolumen der zu schützenden
Verschleißteile relativ dünnwandig sein kann, werden die Materialkosten für die Herstellung des Schiebeverschlusses
nicht wesentlich erhöht. Bisher hat man die Anordnung eines besonders verschleißfester. Rohres z.B. in der Bohrung
der Einlaufhülse wegen der unterschiedlichen Wärmedehnungskoeffizienten
des Grundmaterial der Einlaufhülse und des Rohres für praktisch unbrauchbar gehalten. Dadurch,
daß das Rohr aus oxidkeramischeir, Material mit einem Längsschlitz
versehen ist, wird aber auf überraschende Weise nicht nur die Herstellung der Einlaufhülse mit Rohr erheblich
vereinfacht, sondern auch das Problem der unterschiedlichen Wärmedehnungskoeffizienten während des Einsatzes
der Verschlußanordnung beseitigt. Von dem Längsschlitz wird nämlich die Schvindung des feuerfesten Feuerbeton,
in welchen das Rohr als verlorener Kern beim Ausgießen der Einlaufhulse eingebettet wird, dadurch ausgeglichen,
daß während des Gießens in den Längsschlitz ein den Außendurchmesser
des Rohres etwas aufweitendes Keilglied eingesetzt ist, welches dann vor dem Aushärten des Feuerbetons aus
dem Schlitz herausgenommen wird. Dadurch kann sich der Beton unter Schwindung ohne übermäßige Druckspannungen
an das Rohr geringfügig verringeiten Querschnittes beim
Aushärten anlegen. Im eingebauter Zustand dient dann der
Ö30014/0Ö74
5 MERTENS & KEIL
Längsschlitz des Rohres zum Ausgleich der unterschiedlichen Dehnungen von oxidkeramischem Material und Feuerbeton
beim Aufheizen. Der Läng-s schlitz wirkt in diesem Fall
als Dehnungsfuge. Damit ist nicht nur die Herstellbarkeit
einer Einlaufhülse mit gegen Stahlschmelze und Schlacke
erheblich beständigerem Einsatz aus oxidkeramischem Material, sondern auch die Funktionssicherheit der Einlaufhülse
im Betrieb erheblich erhöht. Weiterhin wird durch den Schlitz die Temperaturwechselbeständigkeit des Rohres
wesentlich erhöht. Ein geschlossenes, plötzlich von innen aufgeheiztes Rohr entwickelt an seiner relativ kälteren
Außenseite tangentiale Zugspannungen, die beim Überschreiten der Festigkeit zum Bruch führen. Das geschlitzte Röhr
kann sich jedoch unter der Wirkung des Temperaturanstieges aufweiten, so daß wesentlich geringere Zugspannungen auftreten
und das Rohr unempfindlicher gegen plötzliches Aufheizen
wird. Das Rohr aus oxidkeramischem Material zeigt keinen Verschleiß, der eine Korrektur des Schiebeverschlusses
bzw. der Bodenplatte nötig macht. Das oxidkeramische Rohr in der Bohrung der Einlaufhülse sorgt außerdem für eine
Bündelung des Abstichstrahles und vermindert damit auch einen übermäßigen Verschleiß von Bodenplatte, Schieberplatte
und Auslaufhülse.
Eine Verringerung des Verschleißes im Bereich der Bodenplatte wird insbesondere dann erreicht, wenn, was z.B.
bei der einteiligen Ausbildung von Einlaufhülse und Bodenplatte zweckmäßig erscheint, das Rohr aus oxidkeramischem
Material, gegebenenfalls mit einem ungeschlitzten Abschnitt,
bis in die Bohrung der Bodenplatte hineinragt oder ein gesondertes geschlitztes Rohr aus oxidkeramischem Material
in dessen Bohrung eingesetzt ist.
Solche geschlitzten Rohre können ergänzend im Bedarfsfall mit gleicher Funktion auch in den Bohrungen der anderen
Verschleißteile eingesetzt sein.
Ü3 00U/OQ7*
- 6 - PATENTANWÄLTE
Der Längsschlitz, der im eingebauten Zustand der Einlaufhülse bzw. der anderen Verschleißteile zweckmäßigerweise
oben liegt, wo er mit dem Abstichstrahl und der Schlacke weniger in Berührung kommt, hat vorzugsweise eine Breite
von etwa 1 bis 2 mm. Es hat sich herausgestellt, daß diese Breite sowohl für den Ausgleich der Schwindung (Druckspannung)
beim Abbinden des Feuerbetons suf das Rohr als auch zum Ausgleich der Wärmedehnung und zur Verbesserung der Temperaturwechselbeständigkeit
ausreicht, ohne daß ein übermäßiger Verschleiß des Verschleißteilgrundmaterials im Bereich
des Längsschlitzes zu beachten war.
Für das Rohr aus oxidkeramischem Material genügt eine Wandstärke von etwa 10 bis 20 mm.
Die Wandstärke sollte vorzugsweise von der Einlaufsei te
zur Auslaufsei te hin, z.B. von etwa 20 mm auf etwa 5 mm,
abnehmen, wobei die Außenwandfläche des Rohres und die
daran angepaßte Fläche der Bohrung der Einlaufhülse und gegebenenfalls der anderen Verschleißteile entsprechend
konisch verlaufen. Auf diese Weise wird nämlich einem Herausdrücken des: Rohres aus der Einlaufhülse bzw. den anderen
Verschleißteilen durch die Einwirkung des Abstichstrahles entgegengewirkt.
Das oxidkeramische Material sollte vorzugsweise die in Anspruch 7 gekennzeichneten Eigenschaften haben, die zu
einer guten Temperaturwechselbeständigkeit bei guter Verformbarkeit ohne Rißbildung führen.
Die nach Anspruch 8 gekennzeichnete Materialzusammensetzung eignet sich besonders für die erfindungsgemäße Schiebeverschlußanordnung.
Ö300U/0Q7A
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der beiliegenden
Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger sinnvoller
Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Es zeigen:
Fig. i schematisch im Schnitt einen die Erfindung aufweisenden Schiebeverschluß,
Fig. 2a und 2b. schemat: sch im Längsschnitt und im Querschnitt
das Einsatzrohr aus oxidkersmischem Material nach der Erfindung, und
Fig. 3a und 3b in gegenüber Fig. 1 vergrößerter schematischer
Darstellung zwei Ausführungsformen der Erfindung, wobei gemäß Fig. 3a Einlaufhülse und
Bodenplatte einteilig und gemäß Fig. 3b zweiteilig ausgebildet sine.
Der Schiebeverschluß 1 ist gemäß Fig. 1 an der Abstichöffnung
in der Seitenwand 13 eines Siemens-Martin-Ofens oder Elektroofens mit einer feuerfesten Wandauskleidung
14 vorgesehen. In der Wandauskleidung 14 sind ineinander passende, einen Astichkanal 2 bildende Kanalsteine 3 angeordnet.
An das äußere Ende des äußersten Kanalsteins 3 paßt sich eine Einlaufhülse 4 an, welche in diesem Fall
mit einer ortsfesten Bodenplatte 5 einteilig ausgebildet ist. An die Außenfläche der Bodenplatte 5 schließt sich
eine Schieberplatte 6 mit zugeordneter Auslaufhülse 7 an, die gemeinsam in überlicher Weise in einem Rahmen gegenüber
der Bodenplatte 5 in Schließ- und Öffnungsstellung verschiebbar
sind. Einlaufhülse 4, Bodenplatte 5, Schieberplatte 6 und Auslaufhülse 7 bilden mit ihren einander ausgerichteten
O300U/0014
Bohrungen einen Auslaufkanal 8. In die ineinander übergehenden Bohrungen 9 und 12 der Einlaufhülse 4 und der
Bodenplatte 5 ist ein Rohr 11 aus oxidkeramischem Material eingesetzt. Das Rohr 11 verjüngt sich gemäß Fig. 2a außen
in seiner Wandstärke von der Einlaufseite zur Auslaufsei te
hin und ist so in Einlaufhülse 4 und Bodenplatte 5, welche beispielsweise aus Feuerbeton unter Verwendung des Rohres
11 als verlorener Kern einteilig gegossen sind, eingepaßt. Das Rohr 11 hat entsprechend Fig. 2b einen über die gesamte
Länge reichenden Längsschlitz 10, welcher beim Abbinden des Feuerbetons für den Ausgleich der Schwindung und beim
Betriebseinsatz dieses Verschleißteiles im Schiebeverschluß
I zum Ausgleich der Wärmedehnung und zur Erhöhung der
Temperaturwechselbeständigkeit dient. Bei einem Innendurchmesser des Rohres 11 von z.B. 170 mm hat der Längsschlitz
10 vorzugsweise eine Breite von 1 bis 2 mm. Die Wandstärke des Rohres 11 liegt dabei vorzugsweise zwischen 10 und
20 mm. Fig. 3a veranschaulicht len Schiebeverschluß gemäß Fig. 1 im Bereich von Einlaufhülse 4 und Bodenplatte 5
etwas vergrößert. Fig. 3b zeigt im Vergleich dazu die Einpassung des erfindungsgemäßen Rohres 11 aus oxidkeramischem
Material nur in die Bohrung 9 der von der Bodenplatte 5 gesonderten Einlaufhülse 4; aber auch so führt das Rohr
II durch die wirksame Bündelung des Abstichstrahles zu
einer Verringerung des Verschleißes nicht nur der Einlaufhülse 4 selbst, sondern auch der Bodenplatte 5 und der nachfolgenden
Verschleißteile im Bereich der Durchlaufbohrung 12. Im Ausnahmefall - z.B. bei extremer Beanspruchung - können
auch Schieberplatte 6 und Auslaufhülse 7 mit entsprechenden geschlitzten oxidkeramischen Innenrohren versehen sein.
Als Ausgangsgemisch für das oxidkeramische Rohr kann beispielsweise
eine Mischung aus 50 Gewichtsprozent Al?0q
und 50% ZrO0 dienen. Bei einem .solchen oxidkeramischen
'" 2
Rohr wurden nach Pressen bei ca. 1000 kp/cm und Brennen bei ca. 17500C nachstehende Eigenschaften ermittelt:
QS001
Gesamtporosität P :9,1 %
offene Porosität P :5,2 %
offene Porosität P :5,2 %
Kaltdruckfestigkeit KDF: größer 3000 kp/cm2 Gasdurchlässigkeit GD:0 nPm
Druckfeuerbeständigkeit DFB: größer 1740 ta 0C
Ε-Modul (statisch): 438 300 kp/cm Biegefestigkeit BF:848 kp/cm
Heißbiegefestigkeit HBF bei 1500°C:137 kp/cm2 Wärmedehnung d (max. WD bei 15000C): 0,89 %
Druckfließen DFL (24 h, 15000C, 2kp/cm2):0,2 %
Biegefestigkeit BF (nach 25 Absohr.):56 kp/cm .
Der für Einlaufhülse und/oder Bodenplatte und/oder Schieberplatte
und/oder Auslaufhülse verwendete Feuerbeton kann beispielsweise folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent
haben:
| Al2O3 | 94,5 |
| SiO2 | 0,5 |
| Se2O3 | o,2 |
| TiO2 | 0,1 |
| CaO | 4,2 |
| MdO | 0,1 |
| Na2O | 0,3 |
| KO | 0,1 |
O300U/QO7*
Claims (8)
1. Schiebeverschlußanordnung für den Abstich an Metallschmelze enthaltenden Behältnissen, insbesondere Siemens-Martin-Öfen,
mit in einer Seitenwand angeordneten einen im wesentlichen horizontalen Abstichkanal bestimmenden
Kanalsteinen und sich an den Abstichkanal anschließenden, vorzugsweise aus feuerfestem Feuerbeton bestehenden Verschleißteilen,
wie Einlaufhülse, Bodenplatte, Schieberplatte und Auslaufhülse gebildeten Auslaufkanal, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Bohrung (9) wenigstens der Einlaufhülse
(4) ein mit einem Längsschlitz (10) versehenes Rohr (11) aus oxidkeramischem Material eingesetzt ist.
2. Schiebeverschlußanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (11), insbesondere wenn Einlaufhülse
(4) und Bodenplatte (5) einteilig ausgebildet sind,
trsöou/oon
MERTENS & KEIL
_ ρ —
PATENTANWÄLTE
bis in die Bohrung (12) der Bodenplatte (5), gegebenenfalls
mit einem ungeschlitzten Abschnitt, hineinragt.
3. Schiebeverschlußanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß außer Einlaufhülse (4) und
gegebenenfalls Bodenplatte (5) auch Schieberplatte (6) und Auslaufhülse (7) wahlweise in ihren Bohrungen mit
geschlitztem oxidkeramischem Rohr versehen sind.
4. Schiebeverschlußanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Längsschlitz
(10) eine Breite von etwa 1 bis 2 mm hat.
5. Schiebeverschlußanordnung n?ch einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (11) eine
Wandstärke von etwa 10 bis 20 mn hat.
6. Schiebeverschlußanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke des Rohres (11) von der Einlaufseite zur Auslaufseite hin
abnimmt, z.B. von etwa 20 mm au! etwa 5 mm.
7. Schiebeverschlußanordnung nech einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß für das oxidkeramische
Material der, Rohres (11) der Faktor R= , wobei BF=
ν χ et,
Biegefestigkeit, ν = v-Modul unc o<
= Wärmeausdehnungskoeffizient, möglichst groß ist.
8. Schiebeverschlußanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das oxidkeramische
Material des Rohres (11) aus Oxiden mit einem Schmelzpunkt oberhalb von 1950°C, insbesondere MgO, Cro0q, Al0O^, ZrO0
und/oder Mischungen dieser Oxice mit weniger als 1 Gewichtsprozent
anderer oxidischer Best&ndteile (abgesehen von
ZrOp-stabil i sierenden Zusätzen v\ie CaO) besteht.
0300 U/'3074
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