DE2250048C3 - Feuerfestes Gießrohr zum Stranggießen schmelzflüssiger Metalle, insbesondere Stahl - Google Patents
Feuerfestes Gießrohr zum Stranggießen schmelzflüssiger Metalle, insbesondere StahlInfo
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Description
35
Es ist beim Gießen von großen Stahlblöcken bekannt, an der unteren öffnung eines senkrechten
Gießrohres der Gießpfanne ein knieartiges Mundstück aus gebranntem Ton anzuordnen (DT-PS
28 589). Ferner ist es auch beim Stranggießen bekannt, die Verunreinigungen des Stahles beim Gießen
innerhalb eines kammerartigen Gießrohres abzuscheiden, aus welchem der Stahl der Kokille durch
Austrittsöffnungen seitlicher Kanäle zugeführt svird (DT-AS 1817 067).
Die Erfindung betrifft ein feuerfestes Gießrohr zum Stranggießen schmelzflüssiger Metalle, insbesondere
Stahl, mit einem geschlossenen Boden und seitwärts führenden rohrartigen Kanälen zum Umlenken
des Metalls.
Solche Gießrohre werden insbesondere beim Stranggießen von Brammen verwendet. Sie dienen
dazu, unterhalb des Gießspiegels in der Kokille eine gerichtete Strömung zu erzeugen, damit nichtmetallische
Einschlüsse und Desoxydationsprodukte an die Oberfläche des Stahls bespült werden, wo sie mit dem
Gießpulver auf der Stahloberfläehe in Berührung kommen und von diesem aufgenommen werden.
Je nach Neigung der Achse der Austrittsöffnungen
können verschiedene Strömungsrichtungen herbeigeführt werden, wie dies beispielsweise in »Concast-News«,
Vol. 7, 2/1968, S. 5 und 6, oder in »STAL« (deutsche Ausgabe) 1967, Heft 2, S. 139 bis 141, sowie
in den USA.-Patentschriften 3517 726 und 3 371704 beschrieben ist.
Um bei verschiedenen Strangabmessungen eine zufriedenstellende
Führung und Regelung der Metallströmung in der Kokille zu erreichen, mußte man
hierbei verschieden konstruierte Gießrohre verwenden und auf Lager halten, welche in Form, Abmessungen
und Materialauswahl den jeweils vorherrschenden Bedingungen entsprachen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gießrohr der geschilderten Art zu schaffen, welches einfach herstellbar
ist und trotzdem für verschiedene Strangdimensionen einsetzbar ist. Zur Lösung dieser Aufgabe
geht die Erfindung aus von dem bekannten feuerfesten Gießrohr zum Stranggießen schmelzflüssiger
Metalle, insbesondere Stahl, mit einem geschlossenen Boden und seitwärts führenden rohrartigen Kanälen
und besteht im wesentlichen dann, daß diese Kanäle ils Rohrstücke wählbarer Länge ausgebildet sind, die
in öffnungen des Gießrohres eingesetzt sind. Bei einem nach der Erfindung ausgebildeten Gießrohr
genügt es, einen Satz von Rohrstücken verschieden großer Längen und allenfalls auch verschiedener
Wandstärke zu jeweils einem Hauptgießrohr vorrätig zu halten. Damit ist es möglich, nach einem Abguß
einer Charge bestimmten Formats ein Gießrohr für ein ganz anderes Strangformat mit optimaler Strömungsausbildung
in der Kokille in kürzester Zeit bereitzustellen.
Im einzelnen kann die Erfindung dadurch eine zweckmäßige Ausbidung erhalten, daß die Rohrstücke
zur Bildung der Austrittsöffnungen schräg abgeschnitten sind. Allgemein empfiehlt es sich im
Rahmen der Erfindung, die Rohrstücke aus einem erosionsbeständigen Material, vorzugsweise au·,
einem durch Sintern hergestellten metallkeramischen Werkstoff mit 40 bis 80 Volumprozent metallischem
Molybdän, Rest Zirkonoxyd herzustellen. Ein derartiger Werkstoff hat den großen Vorteil, daß die daraus
hergestellten Rohre leicht durch Schneidarbeit in den erforderlichen Längen zurechtgeschnitten werden
können.
Das Gießrohr nach der Erfindung kann fernerhin noch in der Weise eine vorteilhafte Ausbildung erhalten,
daß es horizontal geteilt ist und die Wandstärke des unteren, die Rohrstücke aufnehmenden
Teil, nach unten allmählich zunimmt, wobei zweckmäßig der die Rohrstücke tragende untere Teil aus
einem erosionsbeständigeren Material besteht als der obere Teil.
Die Erfindung wird in der Zeichnung an mehreren Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 ist ein Vertikalschnitt durch ein in Gicßstellung
befindliches Gießrohr;
F i g. 2 eine Seitenansicht des Gießrohres im Bereich der Trennebene zwischen Oberteil und Unterteil,
in vergrößertem Maßstab; die
F i g. 3 bis β zeigen Horizontalschniite durch Gießrohre
verschiedener Gestaltung.
In F i g. 1 ist mit 1 der Boden des Zwischengefäßes einer Stranggießanlage bezeichnet, in den ein Gießrohr
eingesetzt ist, Das Gießrohr besteht aus dem Oberteil 2 und dem Unterteil 3, die beispielsweise
durch zwei in Ausnehmungen einsetzbare Kupplungsstücke 4, deren Form aus F i g. 2 ersichtlich ist,
verbunden sind. Die Fugen zwischen den Teilen 2 und 3 und den KupplungsstUcken 4 sind durch eine
feuerfeste Dichtmasse 5 abgedichtet. Der Gießrohrunterteil 3, dessen Wandstärke gegen den Boden 17
hin allmählich zunimmt, kann in einfacher Weise durch Pressen einer feuerfesten Masse hergestellt
werden. Oberhalb des Bodens 17 des Gießrohres sind Bohrungen 6 vorgesehen, und zwar je nach Ko-
'■X
Idl.enfonnat eine kleinere oder größere ZfI von
Bohrungen, die über den Umfang des Gie3rohres
verteilt angeordnet sind. Die Achsen 14 der Bohrungen
können entweder horizontal verlaufen, oder sie können nach oben oder unten geneigt sein In die
Bohrungen 6 sind Rohrstücke 7 eingesetzt, dte aus gegen die Erosion des flüssigen Metalls widerftJndsfähigen
Material bestehen Besonders vorteilhaft für diesen Zweck sind metallkeramische Werkstoffe,
z.B. ein Material aus 60 Volumprozent Molybdän, Rest Zirkonoxyd. Ein solches Material ist bis
17000C bestand g, widerstandsfähig gegen flussigen
Stahl; es besitzt inch eine gute Temperaturwechselbeständigkeit
und eine hohe Warmfestigkeit. Es ist spanabhebend bearbeitbar, so daß die Einpassung
von daraus hergestellten Rohrstücken in die öffnungen 6 keine Schwierigkeiten macht.
g Die Austrittsöffnungen 8 und 8' der Rohrstücke 7, T sind vorteilhaft schräg abgeschnitten, wodurch die
Strömungsrichtung beeinflußbar ist. Durch eine Abschrägung nach oben wird, wie im link-.n Teil der
Fig.1 dargestellt, die Strömung in Richtung des Pfeiles 9 nach oben zu gegen den Gießspiegel 10 des
Metalls 11 gerichtet, wodurch die Ausscheidung nichtmetallischer Einschlüsse, z.B. von Tonerdeteilchen,
in die Gießpulverschicht 12, begünstigt wird. Durch eine Abschrägung des Rohrstückes T nach
unten wird, wie im fechten Teil der Fig. 1 dargestellt,
die Strömung in Richtung des Pfeiles 16 nach außen und unten gerichtet, was für besondere
»m nahezu
^,eßsp.egel
^,eßsp.egel
Brammen
de, ^
kurze Rohre
kurze Rohre
ein und demselbe"
Rohrstücke verwenden
Rohrstücke verwenden
ihrer Längsachsen au^SS£n?
kann, sondern auch die Abschragung öffnungen zu den LJg*^
In den Fig.
die Schmalseite
^kmn also an
verschieden
^^r die nur die
/SriS
verschiedene Ge-
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sind D e Rohr
Das Gießrohr nac h g,
kokille eingesetzt ist, weistzwJi ?
kokille eingesetzt ist, weistzwJi ?
auf, die zu den Schmalseiten J* £er
sind und zwei kui«re Roh
Breitseite 13 der Kok k
stücke 7 und 7 ' sind bei einer ^ ^
ao Fig. 3 nach oben abgeschrap . d. h., die Strömung
soll nach oben gerichtet sein
Bei der Anordnung nach F,
Bei der Anordnung nach F,
Rohrstücke 7 gegen %^^!^^ί
kürzere Rohrstucke 7 unter einem Winkel
a5 die Breitseiten 13 der Kokile gencMet
Fig.5 ist eine Kombination d« Anordnung nach
Fig. 3 und nach F.g_4, in dais y?ü™TJ}?°.°™
verschieden lange R°.hret"c!w h 7'J. "^„„^
setzt, um eine möglichst gleichmäßige Strömung des
Stahls in der Kokille zu erreichen.
sind lange«
WUIloUll oll a.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäß aus mehreren Teilen bestehenden Gießrohre liegt darin,
daß bei gleichbleibender Form des Gießkopfes (Unterteil 3) verschieden lange Rohrstücke in die BOhrungen
einsetzbar sind, so daß eine Anpassung an verschiedene Kokillenformate möglich ist, ohne daß
die Presse, in der der Gießtopf 3 hergestellt wird, umgestellt zu werden braucht.
Beim Gießen quadratischer Strangquerschnitte ist es zweckmäßig, relativ kurze Rohrstücke mit nahezu
horizontalen Austrittsöffnungen vorzusehen, so daß der aus üem Zwischengefäß zufließende Metallstrom
etwa quadratischem Umfang eingesetzt Die
gleich langen Rohrstucke 7 sind diagonal gegen die
Ecken der Kokille gerichtet und nach,oben abge-
schrägt. Da die "^™*™^**1^**^
mäßen Gießrohres leicht_ herstellbar s.nd^ kann auch
die Materialqualltat ^1™^./""^,*"^"· 'U f
den innen mit llüss.gem Metall unJ a^n mt Luft
in Berührung befindlichen Οι
man einen chemisch andere "^f^
billigeren Werkstoff verwenden als tür de,J
der innen und außen von fluss.gem Metall beaufschlagt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Feueifestes Gießrohr zum Stranggießen
schmelzflüssiger Metalle, insbesondere Stahl, mit einem geschlossenen Boden und seitwärts führenden
rofirartigen Kanälen, dadurch gekennzeichnet, daß diese Kanäle als Rohrstücke
(7, 7') wählbarer Länge ausgebildet sind, die in öffnungen (6) des Gießrohres eingesetzt sind.
2. Gießrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstücke (7, 7') zur Bildung
der Austrittsöffnungen (8, 8') schräg abgeschnitten sind.
3. Gießrohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstücke (7, T) aus
einem erosionsbeständigen Material, vorzugsweise aus einem durch Sintern hergestellten metallkeramischcu
Werkstoff mit 40 bis 80 Volumprozent metallischem Molybdän, Rest Zirkonoxyd, bestehen.
4. Gießrohr nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es horizontal geteilt
ist und die Wandstärke des unteren, die Rohrstücke (7, T) aufnehmenden Teils (3) nach unten
allmählich zunimmt.
5. Gießrohr nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der die Rohrstücke tragende untere
Teil (3) aus e'nem erosionsbeständigerem Material
besteht als der obere Teil (2).
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