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Konzentrierte Dispersionen zur Ausbringung und Anwendung
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pulverförmiger biozider Mittel Die vorliegende Erfindung betrifft
konzentrierte anwendungsfertige Dispersionen von pulverförmigen Zubereitungen von
Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungswirkstoffen.
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Mit zunehmender Mechanisierung und Rationalisierung bei der Erzeugung
von Agrarprodukten bemüht man sich, Pflanzenschutzmittel in niedrigen Aufwandmengen,
dafür aber in entsprechend hohen Wirkstoffkonzentrationen auszubringen. So ist bereits
bekannt, daß man flüssige biozide Stoffe oder in Lösungsmitteln gelöste Wirkstoffe
in Aufwandmengen bis zu 10 Liter/ha nach dem sogenannten Ultra Low Volume-(ULV)-Verfahren
und in Aufwandmengen von 10 bis 100 Liter/ha nach dem sogenannten Low Volume-(LV-)Verfahren
mit dem Flugzeug ausbringt. In geschlossenen Räumen, etwa in Gewächshäusern, werden
konzentrierte Lösungen von Pflanzenschutzwirkstoffen auch mit Vernebelungsgeräten
ausgebracht. Zur Ausbringung von Wirkstoffen in geschlossenen Räumen sind auch die
sogenannten Räucherdosen geeignet; hierbei muß vorausgesetzt werden, daß sich
die
Wirkstoffe bei der damit verbundenen thermischen Belastung nicht zersetzen. Dies
trifft nur für wenige Wirkstoffe zu.
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Bei der Ausbringung von Wirkstoffen nach dem LV- oder ULV-Verfahren
kommt es darauf an, daß die Sprühschleier auf die gesamte zu behandelnde Fläche
gleichmäßig verteilt werden. Besonders bei Anwendung vom Flugzeug aus tritt die
Gefahr auf, daß der Sprühschleier vom Wind abgetrieben wird oder daß ein Teil der
verwendeten Lösungsmittel verdunstet, wodurch die verbleibenden kleinen Tröpfchen
zu lange schweben und zu langsam sinken, was den angestrebten Bekämpfungserfolg
gefährdet, weil die Abdrift zu groß wird.
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Man begegnet dieser Gefahr durch eine sorgsame Auswahl der Lösemittel,
welche einen niedrigen Dampfdruck aufweisen.
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Besonders geeignet sind Wirkstoff-Lösungen unter Verwendung hochsiedender,
preisgünstiger Mineralöl-Fraktionen, etwa besonders raffinierte, für den Gebrauch
mit Pflanzenschutzmitteln geeignete paraffinische öle, sogenannte Spray-Ole oder
z.B. auch Dieselöl.
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Als Lösungsmittel scheidet Wasser in der Regel wegen unzureichender
Löslichkeit mit den auszubringenden Wirkstoffen aus, es kommt aber auch deshalb
nicht in Frage, weil es einen zu hohen Dampfdruck besitzt und der Sprühschleier
nach kurzer Zeit durch Verdunstung ein zu feines Tropfenspektrum aufweist, so daß
die Abscheidung am Zielobjekt beeinträchtigt wird und der entstehende Nebel leicht
abdriftet.
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Pflanzenschutzwirkstoffe, die bei Normaltemperatur in festen Aggregatzustand
vorliegen, sind haufi« für die LV- oder ULV-Ausbringung nicht in ausreichendem Maße
in geeigneten organischen Lösungsmitteln löslich. Physikalisch geeignete Lösungsmittel
können auch aus Gründen zu hoher Toxizität oder zu hoher Aggressivität auf die Pflanzen
oder auf Kunststoffteile in den Ausbringungsgeräten ausscheiden.
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Sehr vorteilhafte Eigenschaften für die Ausbringung im ULV- oder im
LV-Verfahren oder für die Ausbringung mit Verneblungsgeräten, z.B. mit Heißnebelgeräten
haben die schon erwähnten höher-siedende Mineralölfraktionen und pflanzlichen Öle.
Sie besitzen im allgemeinen ein für die vorgesehene Verwendung günstiges rheologisches
Verhalten, sind untoxisch oder von niedriger Toxizität, sind im allgemeinen nicht
aggressiv gegen Geräteteile und Pflanzen und können meist wohlfeil erhalten werden.
Wegen der physiologischen Unbedenklichkeit und des günstigen Verhaltens auf die
menschliche Haut wird besonders gereinigtes Praffinöl z.B. auch als Bestandteil
pharmazeutischer Zubereitungen (Salben) verwendet. Untersuchungen mit Pflanzenschutzmitteln
haben gezeigt, daß bei Gegenwart pflanzlicher Öle die Pflanzenverträglichkeit von
Zubereitungen fungizider Wirkstoffe gegenüber Mitteln der gleichen Zusammensetzung,
jedoch ohne Öle, deutlich verbessert war.
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In der DT-AS 1 542 682 wird ein Verfahren zum Schutz von Kulturpflanzen
beschrieben, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man konzentrierte wäßrige Brühen
einsetzt, die zusätzlich ein Pflanzenöl und/oder Mineralöl sowie einen
nichttoxischen
Phosphorsäureester und einen Emulgator enthalten. In dieser Druckschrift wird eindrucksvoll
in den Beispielen der biologische Vorteil geschildert, wenn Kupferbrühen in niedriger
Aufwandmenge zusammen mit den in der Brühe emulgierten blzusätzen ausgebracht werden.
In den Beispielen wird lediglich auf die Anwendung solcher Kupferbrühen verwiesen.
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Es ist auch von anderer Seite her bekannt, insbesondere bei der Anwendung
herbizider Wirkstoffe, daß die biologische Wirkung stark beeinflußt werden kann,
wenn Spritzbrühen oder Spritznebel Öl enthalten. Dies ist auch leicht einzusehen,
weil einerseits mit der Verneblung von Ölen oder ölhaltigen Dispersionen eine besonders
gute und gleichmäßige Verteilung auf der zu behandelnden Fläche erreicht wird, andererseits
sich die Tröpfchen der Ölnebel auf Blättern, Nadeln oder anderen Pflanzenteilen
infolge des lipophilen Charakters besonders gut spreiten und einen Film ausbilden,
was sich auch günstig für die Haftung und Aufnahme des Wirkstoffes auswirkt. Außerdem
wird verschiedentlich über eine gewünschte fungizide Nebenwirkung von bestimmten
paraffinischen Ölen berichtet.
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Feste Pflanzenschutzwirkstoffe sind nun in Ölen in den gewünschten
hohen Konzentrationen meist nicht löslich. Diese Wirkstoffe sind im Normalfall in
Form wasserdispergierbarer, wasserbenetzbarer Pulver formuliert, welche zur Ausbringung
in Wasser entwickelt sind.
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Die Ausbringung konzentrierter wäßriger Dispersionen handelsüblicher
benetzbarer Pulver im ULV- oder im LV-Verfahren oder mit Verneblungsgeräten scheidet
aber wegen der erwähnten negativen Eigenschaften des Wassers in Bezug auf Abdrift
und kurze Reichweite des Sprühnebels aus.
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Handelsübliche, benetzbare Pulver können jedoch nicht ohne weiteres
in Öl dispergiert werden. Auf Seite 2 , dritter Abschnitt der DT-OS 2 205 590 sind
die Gründe hierzu erläutert. Auch eigene Untersuchungen zeigten, daß handelsübliche,
benetzbare Pulver, besonders von insektiziden Carbamaten, schlecht mit Öl benetzen,
sich schlecht verteilen, leicht in Öl ausflocken oder schnell sedimentieren.
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Solche Dispersionen können nicht ausgebracht werden, weil wegen unzureichender
Verteilung oder Ausflockung des Pulvers im Öl bei der Ausbringung Sieb- und Düsenverstopfungen
auftreten, weil z.B. auch wegen zu starker Sedimentation und Trennung des Pulvers
die homogene Ausbringung nicht sichergestellt ist, welche bei Verwendung konzentrierter
Spritzbrühen ganz besonders wichtig sind.
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ZurAusbringung benetzbarer Pulver in Form konzentrierter Dispersionen
in Öl steht die Möglichkeit offen, Pulver-Rezepturen mit lipophilen Emulgatoren
zu entwickeln. Die so entwickelten Pulver sind mit Öl leichter benetzbar, und die
Suspensionen in Öl bleiben stabiler. Der Nachteil dieses Vorgehens ist aber offenbar,
denn es müssen spezielle Rezepturen hierfür entwickelt werden, die auch die notwendige
Stabilität aufweisen. Dies ist bei geringer Anwendungshäufigkeit
und
geringem Verbrauch unwirtschaftlich Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß
die verwendeten, meist flüssigen, lipophilen Emulgatoren oft eine Partielle Löslichkeit
mit dem Wirkstoff besitzen, was bei Lagerung der öldispergiebaren Pulver zur Verklumpung
führen kann.
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Es besteht weiterhin die Möglichkeit, daß man handelsfertige dispeersionen
von Pflanzenschutz-Wirkstoffen in Öl entwickelt. Hierbei treten jedoch bezügl iclo
der Lagerstabilität solcher Dispersionen große Probleme auf. In vielen Fällen ist
infolge von Kristallwachstum der dispergierten Partikel bei Lagerung die Entwicklung
stabiler ltezepturen nicht möglich, ferner neigen die Dispersionen bei Lagerung
zur Ausbildung eines festen Sedimentkuchens.
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Gemäß der FR-PS 2 197 516 werden biozide Stoffe auf Grundlage von
stabil kolloidalen Formulierungen beansprucht, die dadurch ausgezeichnet sind, daß
die flüssigen Bestandteile gesondert emulgiert werden und die übrigen Bestandteile
anschließend hinzugeführt werden, worauf die so entstandene Mischung zerkleinert
wird.
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Gemäß der US-PS 3 992 532 werden Formulierungen beansprucht, welche
einen flüssigen, wasserunlöslichen Wirkstoff, Öl und ein Alkali-Lingin-Dispergiermittel
enthalten.
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Sowohl die Mittel der französischen als auch der amerikanischen Druckschrift
gehen zur Herstellung der beanspruchten Mittel jeweils von den technischen Wirkstoffen
aus -auch sind zur Herstellung der beanspruchten Mittel Zerkleinerungsgeräte notwendig.
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Eine Herstellungsmethode Konzentrierter, Öl enthaltender und über
den gewünschten Zeitraum stabiler Dispersionen, ausgehend von handelsüblichen benetzbaren
Pulvern, ist nicht abgegeben. tJberdies sind die in beiden zitierten Druckschriften
beschriebenen Mittel nur auf Wirkstoffe mit einer äußerst geringen Wasserlöslichkeit
und im Fall der französischen Veröffentlichung auch mit einer äußerst geringen Öllöslichkeit
beschränkt.
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In der DT-OS 2 20@ 590 ist bereits beschrieben, daß man konzentrierte
wäßrige Dispersionen von handelsüblichen, benetzbaren Pulvern biozider Stoffe mit
Verdunstungshemmenden Zusatzmitteln versehen kann; hierdurch wird ermöglicht, daß
man die Nachteiledes Wassers als flüssige Trägerphase vermindert, denn die entsprechenden
Sprühnebel werden schwächer abgedriftet, als Sprühnebel wäßriger Dispersionen ohne
die Zusatzmittel. Die Tröpfehen der entsprechenden Zubereitungen verdunsten auch
Langsamer. Es besteht aber bei Verwendung der hier beanspruchten Zusatzmittel iiifolge
der im Verhältnis zu dem benetzbaren Pulver benötigten großen Menge der Zusatzmiztel
(ca. 1,6-fache Menge des benetzbaren Pulvers, wie aus Beispiel 5 der DT-OS 2 205
590 hervorgeht), für die Anwendung ein gewisser Nachteil.
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Auch bei Verwendung der in der DT-OS 2 205 590 beanspruchten Zusatzmittel
muß man davon ausgehen, daß die in niedrigen Aufwandmengen auszubringenden Ansätze
mit den benetzbaren Pulvern Mineralöl enthalten müssen, denn die beanspruchten Zusatzmittel
enthalten zwischen 20 und 60 Gew.-% mineralisches Weißöl.
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Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß sich handelsübliche,
wasserdispergierbare, benetzbare Pulver in Öl gut und schnell verteilen lassen wenn
das Öl eine geringe Menge eines öllöslichen Emulgators enthält. Weiterhin wurde
gefunden, daß solche Zubereitungen bis zu 90 Gew.-% der flüssigen Trägerphase aus
Wasser bestehen können.
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Gegenstand der Erfindung sind daher biozide Mittel, be stehend aus
1 bis 50 Gew-% eines bioziden Wirkstoffs in Form eines benetzbaren Pulvers und 50
bis 99 Gew.-% einer flüssigen Trägerphase bestehend aus 5 bis 99 Gew.-% eines Öls,
5 bis 10 (;ew.-t eines öllöslichen, nicht ionogenen Emulgators, 0 bis 15 Gew.-%
eines Verenblungs-Hilfsmittcls O bis 90 Gew.-% Wasser 0 bis 1 Gew.-% eines entschäumungsmittels.
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Man erhält die erfindungsgemäßen bioziden Mittel, indem man 1 bis
50 Gew.-%Teile eines bioziden Wirkstoffs mit 50 bis 90 Gew.-%Teilen einer solchen
Trägerphase vermischt.
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Die entstehenden, feindispersen Systeme bleiebn über den gewünschten
Zeitraum stabil, wobei <s keine Polle spielt, ob es sich um eine O/W- oder um
eine W/O-Emulsion oder um Öl als flüssige Trägerphase handelt.
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Die konzentrierten Dispersionen benetzbarer Pulver in öl oder in einer
Emulsion sind besonders zur Ausbringung nach dem ULV- oder LV-Verfahren mit dem
Fliogzeug oder mit Verneblungsgeräten geeignet.
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Je wasserreicher die als flüssige Phase in den konzentrierten Dispersionen
benetzbarer Pulver eingesetzte flüssige Phase ist, desto leichter kommt es zu dem
Effekt, daß bei der Ausdüsung nicht gut genug vernebelt wird, wodurch es möglicherweise
zu einer unbefriedigenden flächenmäßigen Verteilung des Wirkstoffs kommt. Daher
ist es wichtig, daß in diesen Fällen die flüssige Trägerphase ein Verneblungshilfsmittel,
beispielsweise Glykol oder Saccharose,enthält.
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Weitere mögliche Verneblungshilfsmittel sind z.B. Polyacrylate.
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Als biozide Wirkstoffe eigen sich alle solche Wirkstoffe, die bei
Raumtemperatur in Form eines benetzbaren Pulvers vorliegen, das weder mit dem Öl
noch mit Wasser eine Lösung bildet. Die Pulver können eine Korngrößerverteilung
von @ µm bis 100 µm aufweisen, vorzugsweise 1µm bis 40 µm.
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Ganz besonders bewährt haben sich insektizide Wirkstoffe aus der Klasse
der insektiziden Carbamate, denn die handelsüblichen wasserbenetzbaren Pulver verteilen
sich einerseits schlecht in Öl, andererseits sind Formulierungen dieser Wirkstoffe
mit lipophilen Emulgatoren wenig lagerstabil.
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Ein besonders herausragendes Mittel erhält man bei Verwendung der
Verbindung der Formel 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat
als insektiziden Wirkstoff.
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Als insektizide Carbamate kommen beispielsweise auch 2-Chlorphenyl-N-methylcarbamat
oder 2-Isopropylphenyl-N-methylcarbamat ganz bescnders in Frage, ebenso jedoch z.B.
2,3-Dihydro-2,2-dimethyl-7-benzofuranyl-N-methylcarbamat und 2- (2, 3-Dioxolan-2-yl)
-phenyl-N-methylcarbamat.
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Auch insektizide Chlorkohlenwasserstoffe wie Gamma-Hexachlorcyclohexan
oder 2,2-Bis-(p-chlorphenyl)-1,1,1-trichloräthan wären geeignete Wirkstoffe für
die erfindungsgemäßen Dispersionen.
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Als fungizide Wirkstoffe für die erfindungsgemäßen Dispersionen eignen
sich z.B. besonders 6-Methyl-2,3-chinoxalin-dithiol-cyclocarbamat; 1- (Butylcarbamoyl)
-2-benzimidazol-methylcarbamat; 1-(4-Chlorphenoxy)-3,3-dimethyl-1-(1H-1 ,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon;
N,N-Dimethyl-N'-phenyl-(N'-fluordichlormethylthio)-sulfamid; N- (Dichlorfluormethylthio)-N',N'-dimethyl-N-p-tolylsulfamid.
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Als Öle in den erfindungsgemäßen Dispersionen kommen z.B.
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Pflanzenöle, etwa Sonnenblumenkern-Öl oder Sojabohnen-Öl, bevorzugt
aber hochsiedende Mineralölfraktionen, sogenannte Spray-Öle oder auch Dieselöl in
Frage. Ein üblicherweise gut für die erfindungsgemäßen Dispersionen verwendbares
Öl mit naphthenischen Anteilen hat z.B. folgende Eigenschaften: Siedeverlauf (Normaldruck):
293 0C Beginn bis 2970C 20 Vol-% bis 303 0C 50 Vol-% bis 3130C 80 Vol-% 332°C Ende
Spez. Gewicht (15°C): 0,862 g/ml Flammpunkt P.M.: 1440C Brechungsindex (200C): 1,471
Viskosität (200C): 12 cSt.
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Anilinpunkt: 79,20C Schwefelgehalt: 0,16 %
Als Emulgatoren
für die erfindungsgemäßen Dispersionen kommen bevorzugt öllösliche, nichtionogene
Emulgatoren in Frage, z.B. Naturstoffe oder deren Abkömmlinge, wie Lanolin, öllösliche
Fettsäuren, Fettsäureamide, Fettsäurealkanolamide, teilverseifte Fettsäureglycerinester,
Fettalkohole und äthoxylierte Fettalkohole, ferner öllösliche äthoxylierte Phenole
und Alkylphenole.
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Besonders geeignete Mittel sind Kokosfettsäurediäthanolamid, Polyäther
aus Fettalkoholen mit 2 bis 7 Mol Äthylenoxid und äthoxylierte Alkylphenole mit
bis zu 7 Mol Methylenoxid.
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Als Verneblungshilfsmittel bei Verwendung erfindungsgemäßer wasserreicher
Dispersionen einen sich z.B. niedermolekulare Polyhydroxylverbindungen wie Glykol
oder Saccharose, aber auch Zusätze von Polyacrylat-Lösung sind geeignet. Die Saccharose
kann z.B. auch als Bestandteil der benetzbaren Pulver in die Dispersion eingehen.
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Als Entschäumer eigenen sich die üblichen als Zusätze in Formulierungen
von Pflanzenschutz-Wirkstoffen bekannten Entschäumungsmittel, z.B. Alkylsulfonsäureamid
mit etwa 15 Kohlenstoffeinheiten, Kohlershydratpolyqlycolaether oder die sogenannten
Siliconentschäumer.
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Als Wasser kann ohne weiteres normales Leitungswasser verwendet werden.
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Beispielsweise kann die flüssige Trägerphase für die benetzbaren Pulver
folgende Zusammensetzung aufweisen: 5 bis 99,5 Gew.-% Mineralöl oder Pflanzenöl
0,5 bis 10 Gew.-% eines öllöslichen, nichtionogenen Emulgators, 0 bis 5 Gew.-% Saccharose
O bis 15 Gew.-% Glykol 0 bis 90 Gew.-% Leitungswasser.
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Eine bevorzugte Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Dispersionen
enthält z.B.
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5 bis 30 Gew.-% eines benetzbaren Pulvers 40 bis 94 Gew.-% eines
mineralischen, hochsiedenden Öles 0 bis 40 Gew.-% Wasser O bis 5 Gew.-% Saccharose.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Dispersionen bringt eine Reihe
von Vorteilen: So können beliebige benetzbare Pulver zusammen mit Öl oder zusammen
mit Wasser und Öl in niedriger Aufwandmenge ausgebracht werden. Der Ansatz der konzentrierten
Spritzbriihen
vor Ort ist praktisch niWl-it aufwendiger als der Einsatz verdünnter Spritzbrühe:
mit Wasser. So gibt es keine Probleme zur erstellung der flüssigen Trägerphasen,
denn die Öl/Emulgatorlösungen werden einfach durch Zusammenmischen der beiden flüssigen
Kcrflponenten hergestellt, die benötigten Emulsionen entstehen durch spontane Dispergierung
oder durch leichtes Einrühren der Öl/Emulgator-Lösungen in Wasser oder umgekehrt.
Es ist lediglich wichtig, beim Zusammengeben der Komponenten die jeweils vorgeschriebene
Reihenfolge zu beachten. Die benötigten konzentrierten Dispersionen der benetzbaren
Pulver werden nun durch leichtes Einrühren des Pulvers in die Emulsion oder in die
Öl/Emulgator-Lösung frisch angesetzt.
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Sollten sich Schwierigkeiten beim Einbringen eines benetzbaren Pulvers
ergeben oder eine mangelnde Stabilität der Dispersion beobachtet werden (Flockung,
Phasentrnnung), so läßt sich in wenigen Lcborversuchen die für dieses spezielle
Spritzpulver geeignete Zusammensetzung ermitteln.
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Meist hilft schon eine leichte Erhöhung des Emulgatoranteils.
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Besonders vorteilhaft eignen sich die erfindungsgemäßen Dispersionen
für die Ausbringung mit Geräten ohne Rührvorrichtung oder Umwälzpumpe, weil es hierbei
ganz besonders darauf ankommt, daß die Dispersionen während der Anwendung nicht
sedimentieren und homogen bleiben. So können in Form der erfindungsgemäßen Dispersionen
auch benetzbare Pulver mit den handelsüblichen und auch im Ausland sehr
verbreiteten
sogenannten Pulsfog- oder Swingfog-Eleißnebelgeräten ausgebracht werden, Geräte,
die vorwiegend für die Ausbringung homogener Lösungen entwickelt sind.
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Die erfindungsgemäßen Dispersionen sind über den gewünschten Zeitraum
(bis zu mehreren Tagen) stabil. Sollte nach einigen Tagen eine Phasentrennung eingetreten
sein, so wird das System durch leichtes Rühren oder Schütteln wieder homogen.
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Die erfindungsgemäßen Dispersionen können so ausgewählt werden, daß
der Ölanteil niedrig ist.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel erfolgt bevorzugt durch
Ausbringung im LV- oder ULV-Verfahren, z.B.
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durch Versprühen vom Flugzeug aus oder in Heißnebelgeräten.
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Die erfindungsgemäßen Dispersionen können nach Bedarf auch mit Wasser
verdünnt werden, wenn die Trägerphase aus einer Emulsion besteht. So ist besonders
bei den Mitteln, welche wasserlösliche Emulgatoren enthalten, auch eine Verdünnung
auf übliche hohe Aufwandmengen von 300 bis 600 l/ha möglich.
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Beispiele: Beispiel 1 a) 75 g eines handelsüblichen, wasserbenetzbaren
Pulvers mit 75 Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarhamat werden mit Hilfe eines
Glasstabs von Hand in 925 ml Dieselöl eingerührt. Nach wenigen Minuten Stehenlassen
der Dispersion wird diese durch ein Sieb mit 200,um Maschenweite gegeben. Es bleiben
Klumpen als Siebrückstand. Mit Hilfe eines Gummibesens werden die Klumpen zerdrückt
und durch das Sieb gepreßt. Es wird mit gesiebter Dispersion nachgespült. Die durchgesiebte
Dispersion wird eine Stunde stehengelassen. Die Dispersion hat sich nach einer Stunde
getrennt und das Pulver ist zu 50 % aufgerahmt.
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b) Das gleiche Experiment wird durchgeführt unter Verwendung des gleichen
Dieselöls, welches aber im Gegensatz zum ersten Experiment 1,5 Gew.-Teile eines
Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid enthält. Dieser Ansatz liefert
kurz nach dem Einrühren des 75 %iqen benetzbaren Pulvers von 2-Isopropoxy-henyl-N-methylcarbamat
keinen klumpigen Rückstand auf dem 200/ u-Sieb.
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Das Pulver in dieser Dispersion ist nach einer Stunde nur um 5 %
aufgerahmt.
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Das Beispiel läßt deutlich erkennen, daß das benetzbare Pulver in
der bl/Emulgator-Lösung feiner dispergiert wird (kein klumpiger Rückstand auf dem
Sieb) und daß die Trennung der Dispersion hier viel langsamer erfolgt.
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Das verwendete Dieselöl hat folgende Eigenschaften: Dichte (200C)
0,825 Diesel-Index min. 48 Viskosität (cSt., 380C) 1,6 bis 5,9 Schwefelgehalt max.
1,0 % Azidität (mg.KOH/gramm) max. 1,0 destillierbar bei 357 0C min. 90 Vol-% Beispiel
2 In gleicher Weise wie in Beispiel 1 wird ein anderes handelsübliches wasserbenetzbares
Pulver mit 50 Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat in Dieselöl und alternativ
in Dieselöl, welches 1,5 Gew.-% eines Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid
enthält, eingerührt.
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Die Ansätze sind jeweils so, daß 75 g des benetzbaren Pulvers in 925
mg Öl gegeben werden. Im Unterschied zum Beispiel 1 handelt es sich hier um eine
andere handelsübliche Formulierung des Pulvers. Außerdem ist das hier verwendete
Pulver mehr als 3 Jahre gelagert.
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Nach dem Einrühren des Pulvers in das Öl kann man sowohl den Ansatz
mit reinem Dieselöl als auch den Ansatz mit emulgatorhaltigem Dieselöl nach wenigen
Minuten ohne klumpigen Rückstand über das 200 um-Sieb gießen.
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Die Dispersion in dem reinen Dieselöl ist jedoch nach einer Stunde
um 50 % aufgerahmt, während die Dispersion mit dem emulgatorhaltigen Öl in der gleichen
Zeit nur um 10 % aufgerahmt ist.
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Das Pulver bleibt also in dem emulgatorhaltigen Öl wesentlich gleichmäßiger
verteilt als in dem Dieselöl ohne Emulgator-Zusatz.
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Beispiel 3 Als flüssige Trägerphase dient ein paraffinisches Weißöl,
das wie folgt charakterisiert ist: Siedebereich ca. 260 - 270°C Dichte (200C) 0,857
g/ml Flammpunkt P.M. 1750C Brechungsindex (200C) 1,4770 Viskosität (200C) 34,3 cSt.
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Viskosität (500C) 10,5 cSt.
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Anilinpunkt 96,70C In gleicher Weise wie in Beispiel 1 wird je 100
g des in Beispiel 1 verwendeten wasserdispergierbaren Pulvers mit 75 Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat
mit einem Glasstab a) in 900 ml des reinen Weißöls, b) in 900 ml einer Lösung von
1,5 Gew.-% Kokosfettsäurediäthanolamid und 1,0 Gew.-% Isopropanol in dem Weißöl
eingerührt.
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Ansatz a) liefert beim Sieben über das 200 Sieb viele große Klumpen,
während sich Ansatz b) praktisch ohne klumpigen Rückstand durch das 200/u-Sieb geben
läßt.
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Die Dispersion von Ansatz b) ist nach einer Stunde noch völlig homogen.
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Beispiel 4 Je 100 g eines handelsüblichen, wasserdispergierbaren Pulvers
mit 50 Gew.-% N-(Dichlorfluormethylthio)-N',N'-dimethyl-N-p-tolylsulfamid werden
a) in 900 ml Dieselöl, b) in 900 ml einer Lösung von 1,5 Gew.-% eines Polyäthers
aus Laurylalkohol und 5 Mol Äthylenoxid in Dieselöl mit einem Glasstab eingerührt.
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Sowohl Ansatz a) als auch Ansatz b) lassen sich praktisch ohne Rückstand
über das 200/um-Sieb geben, Ansatz a) zeigt jedoch Spuren von Rückstand Die abgesiebten
Dispersionen zeigen nach einer Stunde folgenden Unterschied: Ansatz a) weist 25
%, Ansatz b) 5 % Sedimentvolumen auf. Nach 24 Stunden hat Ansatz a) schon 85 % Sedimentvolumen,
d.h. das Pulver ist fast quantitativ sedimentiert, während Ansatz b) nur 25 % Sedimentvolumen
aufweist.
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Beispiel 5 Es wird ein naphthenisches Öl mit folgenden Charakteristiken
verwendet: Siedebereich 293 bis 3320C Dichte (150C) 0,862 g/ml Flammpunkt P.M. 1440C
Stockpunkt -440C Anilinpunkt 79,20C Brechnungsindex (200C) 1,471 Schwefelgehalt
0,16 % Viskosität (200C) 12 cSt.
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Je 100 g eines wasserdispergierbaren Pulvers mit 75 Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat
werden in a) 900 ml des reinen Öls, b) 900 ml einer Lösung von 1,5 Gew.-% eines
Emulgators vom Typ Nonylphenol mit 7 Mol Äthylenoxid und 2 Gew.-% Isopropanol in
dem Öl mit einem Glasstab eingerührt.
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Im Ansatz a) zeigt sich beim Sieben über ein 200/u-Sieb erheblicher
Klumpenrückstand. Die Klumpen lassen sich allerdings mit einem Gummibesen durch
das Sieb drücken.
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Ansatz b) zeigt dagegen beim Sieben über das 200/u-Sieb nur Spuren
kleiner Klümpchen.
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Dies zeigt, daß das benetzbare Pulver im Ansatz b) viel feiner verteilt
ist.
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Ansatz b) zeigt nach einer Stunde nur 2 % Sedimentvolumen, während
dieser Wert bei Ansatz a) nur erreicht wird, wenn die Dispersion durch ein 200 Sieb
gesiebt ist und die groben Klumpen mit dem Gummibesen durch das Sieb gedrückt sind.
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Beispiel 6 Typische flüssige Trägerphasen für die erfindungsgemäßen
Dispersionen können wie folgt angesetzt werden: a) In eine Lösung von 40 g eines
Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Athylenoxid, 40 g eines Emulgators vom Typ
Nonylphenol mit 7 Äthylenoxideinheiten und 250 g Dieselöl wie in Beispiel 1 wird
670 g Leitungswasser mit einem Glasstab unter nicht zu schneller Zugabe des Wassers
eingerührt. Die Emulsion ist stabil und zeigt nach mehreren Tagen keine Trennungserscheinungen.
Als Verneblungshilfsmittel kann in dieser Emulsion nach Bedarf z.B. 5 Gew.-% Saccharose,
bis zu 15 Gew.-% Glykol oder 5 Gew.-% einer 10 %igen Polyacrylatlösung gelöst werden.
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b) 200 g einer Emulsion aus 60 Gew.-% Sonnenblumenkernöl, 2 Gew.-%
eines Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Athylenoxid, 2 Gew.-$ Kokosfettsäurediäthanolamid
und 36 Gew.-% Wasser werden so hergestellt, daß die Lösung der Emulgatoren in dem
Öl in das Wasser mit einem Glasstab
eingerührt wird. Die Emulsion
zeigt nach 24 Stunden lediglich 2 % Aufrahmung und ist bei leichtem Rühren sofort
wieder homogen. Als Verneblungshilfsmittel kann z.B. bis zu 5 Gew.-% Rohrzucker
in dieser Emulsion gelöst werden.
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c) Wie in Beispiel 6a) kann anstelle von Dieselöl Sojaöl verwendet
werden. Die verwendeten Emulgatoren sind 4 Gew.-% eines Polyäthers von Laurylalkohol
mit 5 Mol Äthylenoxid und 4 Gew.-% Kokosfettsäurediäthanolamid.
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Die Emulsion zeigt innerhalb 24 Stunden keine Trennungserscheinung.
Die in Beispiel 6a) erwähnten Verneblungshilfsmittel können zugesetzt werden.
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Die in diesem Beispiel angegebenen Emulsionen können in vielen weiteren
Variationen unter Veränderung des bl/Wasser-Verhältnisses und unter Verwendung verschiedener
Öle hergestellt werden. Als öllösliche Emulgatoren bewähren sich besonders Kokosfettsäurediäthanolamid,
Polyäther von Laurylalkohol mit 3 bis 5 Mol Athylenoxid und Emulgatoren vom Typ
Nonylphenol mit 5 bis 7 Mol Äthylenoxid, wobei im letzten Falle die Anwesenheit
von etwas Isopropanol die Öllöslichkeit erhöht. Im allgemeinen setzt man die Emulsionen
so an, daß diejenige Phase, welche in geringerem Anteil vorliegt, vorgelegt wird
und die Phase, die den höheren Gewichtsanteil der Emulsion ausmacht, zugerührt wird.
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Um zu den erfindungsgemäßen Dispersionen zu gelangen, werden handelsübliche,
benetzbare Pulver in eine der Emulsionen
eingerührt. Dabei kann
man nach den jeweiligen biologischen oder technischen Erfordernissen die geeignete
Emulsion und das geeignete Öl aussuchen.
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In Fällen, in denen störender Schaum beim Rühren, Schütteln oder Ausbringen
auftritt, kann man bis zu 1 Gew.-% eines handelsüblichen Entschäumungsmittels, bezogen
auf die fertige Dispersion, zugeben.
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Beispiel 7 100 g eines handelsüblichen, benetzbaren Pulvers mit 50
Gew.-% N,N-Dimethyl-N'-phenyl-(N'-fluordichlormethylthio) -sulfamid werden in 900
ml einer Emulsion, bestehend aus 60 Gew.-% eines mineralischen Öles wie in Beispiel
5) spezifiziert, 2 Gew.-% eines Polyäthers aus Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid,
2 Gew.-% Kokosfettsäurediäthanolamid und 36 Gew.-% Wasser, mit Hilfe einer Glasstabs
leicht eingerührt.
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Die entstehende Dispersion läßt sich ohne Rückstand über ein 200/um-Sieb
gießen und zeigt innerhalb 24 Stunden keine Trennungserscheinung.
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Beispiel 8 200 g eines handelsüblichen, benetzbaren Pulvers mit 25
Gew.-% 1-(4-Chlor-phenoxy)-3,3-dimethyl-1-(1H-1,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon werden
in 800 ml einer Emulsion, bestehend aus 60 Gew.-% Sonnenblumenkern-Öl, 36 Gew.-%
Leitungswasser
und je 2 Gew.-t der in Beispiel 7 eingesetzten Emulgatoren, mit einem Glasstab eingerührt.
Beim Gießen über ein 200 Sieb erhält man praktisch keinen Rückstand. Nach 24 Stunden
ist praktisch keine Trennung der Dispersion zu erkennen.
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Beispiel 9 Das gleiche Verhalten wie in Beispiel 8 mit der in Beispiel
8 eingesetzten Emulsion zeigt auch ein handelsübliches, benetzbares Pulver mit 25
Gew.-% 6-Methyl-chinoxalin-2,3-dithiol-cyclocarbonat. Das Gewichtsverhältnis beträgt
auch in diesem Beispiel 200 g benetzbares Pulver zu 800 ml Emulsion.
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Beispiel 10 200 g eines handelsüblichen benetzbaren Pulvers mit 25
Gew.-% i-(4-Chlorphenoxy)-3,3-dimethyl-i-(iH-i,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon werden
in 800 ml einer Emulsion bestehend aus 25 Gew.-% Sonnenblumenkern-Öl, 67 Gew.-%
Leitungswasser und je 4 Gew.-% der gleichen Emulgatoren, die die Emulsion der Beispiele
8 und 9 enthalten, mit einem Glasstab eingerührt. Nach etwa 10 Minuten wird die
Dispersion durch ein 200 µ-Sieb gegossen, wobei sehr kleine Klümpchen auf dem Sieb
zurückbleiben, die durch leichtes Überwischen mit einem Gummibesen problemlos durch
die Maschen gedrückt werden. Nach 24 Stunden ist praktisch keine Trennung der Dispersion
zu erkennen.
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Beispiel 11 Die Dispersion der Beispiele 8, 9 und 10 werden mit Wasser
jeweils a) auf das fünffache, b) auf das zwanzigfache Volumen verdünnt.
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Alle 6 Verdünnungen zeigen nach einer Stunde praktisch noch volle
Homogenität - in einem 100 ml-Meßkolben mit unten auslaufendem gradierten Meßfinger
werden jeweils nur 0,2 ml Sediment abgelesen. Erst nach 24 Stunden ist in allen
Meßgefäßen ein Sediment von über 5 ml abzulesen. Zur völligen Homogenisierung der
Dispersionen genügt jeweils 2 bis 3-maliges Kippen der mit einem Stopfen verschlossenen
Meßbehälter um 1800.
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Beispiel 12 75 g einer erfindungsgemäßen Dispersion eines handelsüblichen
benetzbaren Pulvers mit 75 Gew.-% 2-Isopropoxyphenyl-N-methylcarbamat in 925 ml
einer Lösung von 1,5 Gew.-Teilen eines Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid
in Dieselöl wird mit einem Schwingfeuer-Nebelgerät Typ Swingfog SN 8 der Firma Montan
GmbH/Uberlingen vernebelt.
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Man erhält einen gut sichtbaren,sehr gleichmäßigen Nebel.
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Filter und Düsen bleiben frei, die Verneblung ist problemlos.
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Beispiel 13 a) In gleicher Weise wie in Beispiel 12 wird eine andere
erfindungsgemäße Dispersion mit dem Swingfog-Heißnebelgerät vernebelt.
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Die Dispersion enthält 75 g des gleichen benetzbaren Pulvers, wie
in Beispiel 12 aufgeführt, in 925 ml einer Emulsion aus 25 Gew.-% Dieselöl, 4 Gew.-%
eines Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid, 4 Gew.-% eines Emulgators
vom Typ Nonylphenol mit 7 Mol Äthylenoxid und 67 Gew.-% Wasser.
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Die Ausbringung verläuft problemlos, Düse und Siebe bleiben frei
- der Nebel sieht jedoch schwächer aus.
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Die Reichweite bleibt gleich - bei sehr schwachem Wind wird der Nebel
etwa 30 m weit getragen.
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Das Schwingrohr ist wasserfeucht, es tritt Wasserabriß am Schwingrohr
auf. Etwa 2 bis 3 m hinter dem horizontal auf den Boden gestellten Schwingrohr tritt
allmählich ein feuchter Bodenbelag auf.
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b) Der Versuch wird wiederholt, indem die erfindungsgemäße Dispersion
wie unter a) beschrieben, vernebelt wird, indem zusätzlich 5 Gew.-% einer 10 %igen
Polyvinylalkohol-Lösung zugefügt sind. Es wird kein Unterschied zum Versuch a) in
der Ausneblung festgestellt.
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c) Der Versuch a) wird wiederholt, indem die erfindungsgemäße Zusammensetzung
nach a) zusätzlich 5 Gew.- % Saccharose enthält. In der Dichte des Nebels wird optisch
keine Veränderung erkannt. Zum Unterschied von a) und b) ist aber der Wasserabriß
am Schwingrohr deutlich geringer. Der feuchte Niederschlag hinter dem Verneblungsrohr
wird ebenfalls geringer gegenüber a) und b).
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Beispiel 14 a) 75 g eines handelsüblichen benetzbaren Pulvers mit
75 Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat ist in 925 ml einer Emulsion von
60 Gew.-% Dieselöl, 1,5 Gew.-% eines Polyäthers von Laurylalkohol mit 5 Mol Äthylenoxid
und 38,5 Gew.-% Wasser dispergiert. Es wird wie im Beispiel 13 vernebelt.
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Es tritt ein intensiver Nebel auf. Das Schwingrohr ist wasserfeucht
und zeigt etwas Wasserabriß. Bei der Ausbringung treten keine Probleme auf.
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b) Eine erfindungsgemäße Dispersion nach a) enthält zusätzlich 5 Gew.-%
einer 10 %igen Polyacrylat-Lösung. - Der Nebel sieht noch dichter aus als in a)
- in Bezug auf Wasserabriß erfolgt aber keine Verbesserung.
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c) Eine erfindungsgemäße Dispersion nach a) enthält zusätzlich 3 Gew.-%
Saccharose. - Das Nebelbild ändert sich optisch nicht, aber der Wasserabriß am Schwingrohr
ist vermindert.
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Beispiel 15 75 g eines handelsüblichen benetzbaren Pulvers mit 70
Gew.-% 2-Isopropoxy-phenyl-N-methylcarbamat ist in 925 ml einer Emulsion dispergiert,
die wie folgt zusammengesetzt ist: 25 Gew.-% Dieselöl 5 Gew.-% Dodecylpolyglykoläther
mit 7 Mol Äthylenoxid 15 Gew.-% Äthandiol 55 Gew.-% Wasser Mit dem Swingfog-Gerät
erfolgt eine gute Verneblung dieser Dispersion - es entsteht ein intensiver Nebel;
am Schwingrohr ist kein Wasserabriß sichtbar.
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In keinem der Beispiele 12 bis 15 gibt es Probleme in Bezug auf Zusetzung
von Filtersieben oder Düsen. Filter und Düsen blieben jeweils völlig sauber.